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Morgenunterricht 13.01.2002
Buch „Schriften von Rabash", Band 1, S. 206, „Was bedeutet es, dass der Mensch durch die Tora mit Gerechtigkeit (Zedaka) und Frieden belohnt wird"
Rav: Also, wir haben in Band 1, „Shlavej haSulam", ab Seite 78, aus dem Wochenabschnitt „Lech Lecha" einen Artikel von Rabash gelesen, der eben so heißt: „Lech Lecha". Was bedeutet „Lech"? „Lech Lecha", das der Schöpfer zu Abraham sagt — das heißt zu einem völligen Goj, der Abraham war, dem man einen Punkt im Herzen gab; danach gibt es das Gebot: „Lech Lecha" mit diesem Punkt, öffne ihn.
Wie entwickelt man ihn? Hier erklärt Rabash in diesem Artikel, welche Stufen es sind. Die Stufen [erreicht man] durch eine Kraft von oben. In dieser Welt gibt es keinerlei Kraft, um zur Spiritualität zu gelangen, um den Punkt im Herzen zu entwickeln, um eine Seele zu entwickeln. Der Punkt im Herzen ist die Wurzel der Seele, ein Teil des Göttlichen von oben, das sich im Menschen einkleidet. Wenn es sich einkleidet — wenn der Mensch würdig wird, ein Sohn Abrahams zu sein, das heißt, dass sich auch in ihm ein Punkt im Herzen einkleidet —, dann [folgt] weiter das Gebot: „Lech Lecha me'arzecha" (Geh aus deinem Land). Das heißt: Fang an, ein spirituelles Verlangen zu erwerben, anstelle der tierischen Wünsche, die du hast. Wodurch? Durch das Licht, durch eine höhere Kraft.
Wie ruft man die höhere Kraft herbei? Da erklärt er, dass man dafür durch das Lernen die umgebenden Lichter heranzieht, und dann kommt man voran. Die ganze Sache ist also, wie man so lernt, dass man das Licht, das zum Guten zurückbringt, heranziehen kann. Das Lernen wird also „Tora" genannt, das heißt: ein Mittel zum Empfangen der höheren Kraft. Das umgebende Licht, das auf den Menschen scheint — wenn er richtig lernt —, bringt dem Menschen eine Korrektur, das heißt die Entwicklung der Seele. In dem Maße, wie sich die Seele entwickelt, fühlt der Mensch in ihr, in diesem Gefäß, die Offenbarung der Göttlichkeit.
Die Eigenschaft, die der Mensch erwirbt — das heißt dieser Punkt, der sich zu einem Gefäß entwickelt —, dadurch erwirbt der Mensch eine Eigenschaft, die „Glaube" genannt wird. Was ist „Glaube"? Die Fähigkeit, über die Sinne und die tierischen Wünsche hinauszugehen und in diesem Gefäß zu leben, das Glaube genannt wird — in der Seele. Das ist ein Gefäß des Gebens. Und sicher ist dieses Gefäß, das ein Wille zu geben ist, noch nicht das Ziel; es ist nur ein Mittel, um zum Ziel zu kommen, denn das Ziel ist: Nachdem die Seele mit den Eigenschaften der Bina korrigiert ist, empfängt sie dort die Offenbarung der Göttlichkeit. 3:33
Wenn der Mensch das Licht empfängt — Genuss, um zu geben —, so heißt das, dass er damit schon dem Schöpfer gibt, zur Angleichung der Form an den Schöpfer kommt, zum Frieden kommt. Das sind im Grunde die Stufen. Was bedeutet „Lech Lecha": Nimm die Tora, das heißt die höhere Kraft, durch sie entwickle die Seele, die Glaube genannt wird — die Eigenschaften des Gebens, in der Eigenschaft des Gebens, im Willen zu geben —, [dann] wirst du die Offenbarung der Göttlichkeit empfangen, die als Offenbarung der Göttlichkeit, als Genuss genannt wird, das Ziel der Schöpfung, das „Frieden" genannt wird.
Gibt es Fragen? Ja.
4:10
Schüler: Einerseits schreibt er, dass „der Glaube, den wir auf uns nehmen müssen, ohne jegliche Gegenleistung sein muss". Das heißt gewissermaßen, dass es in der Wahl des Menschen liegt. Weiter schreibt er: „So ergibt sich: Durch die Tora, die ihn zum Guten zurückbringt — nämlich dass er Gefäße des Gebens empfängt —, wird er dann des Aspekts des Glaubens würdig." Gewissermaßen ist das dann nicht mehr von... das heißt, was denn...?
Rav: Was ist die Frage? Wie empfängt der Mensch den Aspekt des Glaubens?
Schüler: Einerseits schreibt er, dass man den vollkommenen Glauben nicht erlangen kann, wenn der Mensch ihn nicht auf sich nimmt. Andererseits schreibt er...
Rav: Was heißt „auf sich"? Moment, Moment, Moment.
Schüler: Er schreibt, dass „man nicht zum Aspekt des wahren Glaubens gelangen kann, bevor man die Angleichung der Form mit dem Schöpfer hat". Andererseits schreibt er: Ohne Angleichung der Form an den Schöpfer gibt es keinen vollkommenen Glauben. Also ist das gewissermaßen...
Rav: Richtig. Die widersprechen sich gegenseitig, ja. Man kann nicht zum Glauben [gelangen] ohne Angleichung der Form, und es kann keine Angleichung der Form ohne Glauben geben. Richtig. Es gibt... es gibt keinen Übergang von dieser Welt, in der der Mensch sich um seine Körperlichkeit sorgt, um das, was er hat, zur kommenden Welt, in der der Mensch anfängt, sich darum zu sorgen, wie viel er gibt. Es gibt keinen glatten Übergang. Es kann nicht sein, dass das eine die Ursache und das andere die Wirkung ist. Nein. Sondern hier gibt es eine einfache Sache, es gibt eine Bedingung: Dass du dies und das und jenes machst, dafür wirst du dies empfangen — etwas, das mit den vorherigen Dingen nicht zusammenhängt, sondern nur gemäß der Bedingung. Die Bedingung verbindet diese beiden Dinge, diese Welt und die kommende Welt; die Verbindung zwischen ihnen ist eine Bedingung — Anstrengung. „Ich habe mich angestrengt und gefunden." „Ich habe mich nicht angestrengt, ich habe nicht gefunden." Aber denk nicht, dass deine Anstrengung dir den Fund gibt. Sondern der Fund ist etwas völlig anderes, das der Schöpfer dir gibt. Das war's.
Und deshalb gibt es hier sicher eine Art logische, rationale Unterbrechung, sodass wir die beiden Welten nicht verbinden können. Richtig. Alles in allem, was muss ich tun, um des Glaubens würdig zu werden: „Alles, was in deiner Hand liegt zu tun, das tu." Spring, mach so, mach so, mach. Denn die Dinge, die du in dieser Welt machst, haben sozusagen keinerlei Verbindung — sozusagen —, aber sie haben keinerlei Verbindung zur Spiritualität. Was kannst du mit deinen Verlangen, um zu empfangen, mit deinen Gedanken, um zu empfangen, mit deinen Taten, um zu empfangen, machen — womit kannst du auf die Spiritualität einwirken? 7:13
Auch wenn du lernst und ein umgebendes Licht herbeirufst, vergrößert dir dieses umgebende Licht nur das Ego. Es zieht dich noch mehr zur Spiritualität, sodass du mehr und mehr und mehr willst — sagen wir im besten Fall, dass du immer mehr die Spiritualität willst, „bis es mich nicht mehr schlafen lässt" —, dann wirst du noch grausamer und, deiner Form nach, sozusagen noch weiter von der Spiritualität entfernt, „bis es mich nicht schlafen lässt". So gehst du in der Körperlichkeit vom Unbelebten zum Pflanzlichen, zum Tierischen, zum Sprechenden, [und] du wirst grausamer in den Verlangen, im Charakter, in deinem Willen zu empfangen, in allem. Du durchläufst das Verlangen nach Geld, nach Ehre, nach Herrschaft, nach Wissen und nach allem, nun, und willst, und mehr noch — auch Spiritualität willst du verschlingen. Sicher können diese Eigenschaften kein Eingang in die Spiritualität sein. Die reinsten Menschen — nimm irgendeinen Indianer dort aus dem Dschungel —, er ist der Spiritualität näher als du. Er fühlt ebenfalls Spiritualität. Sie fühlen die Natur, sie fühlen so feine Kräfte in der Natur, die du nicht fühlst. Denn bei ihnen ist die Awiut „Wurzel der Wurzel" — was hat er denn da? Was braucht er im Leben? Er will im Leben nicht mehr, als irgendeine Schnecke zu essen, die er dort gefunden hat, irgendetwas, das sie essen, irgendein Kraut. Das war's, was braucht er? Verstehst du?
Das heißt, nichts von den Eigenschaften, die wir durch das Mittel erwerben, das „Tora, die zum Guten zurückbringt" heißt — zu welchem Guten bringt sie [mich] denn zurück? Sie macht aus mir etwas noch Schlimmeres. Außerdem müssen wir uns daran erinnern, dass wir das, was wir jetzt empfangen — während der Zeit der Vorbereitung —, als zusätzliche Eigenschaften, Verlangen, Gewohnheiten empfangen, und unser ursprünglicher Charakter sich nicht verändert. Denn im Grunde arbeiten wir an der Entwicklung des Willens zu empfangen. Niemals werde ich in irgendeiner meiner Eigenschaften geringer als zuvor. Und ihr seht: So sehr ihr euch auch entwickelt — es gibt hier Leute, die immerhin schon einige Jahre dabei sind —, ihr seht, dass sich nichts in dir verändert hat. Hat sich etwas an deinem früheren Charakter verändert? Nein. 9:56
So wie du gekommen bist, Andrjuscha aus Haifa, ja? So bleibst du, es sind nur noch viele, viele negative Dinge in dir hinzugekommen. Und das war's. Das heißt, wir entwickeln ein anderes Gefäß, eigentlich in der Spiritualität, eine Seele, und diese ganze Körperlichkeit bleibt. Die Körperlichkeit wird gegenüber der Spiritualität „unbelebt" genannt und soll sich niemals verändern. Du kannst einen Kabbalisten im Alter von achtzig sehen, der zu Erlangungen und zu allem gelangt ist, und in der Körperlichkeit hat er dieselben Gewohnheiten, mit denen er geboren wurde. Sie verändern sich nicht. Weil er alt geworden ist, ist er nicht mehr so ungestüm, weil dort... aber im Grunde verändert sich keine der Charaktereigenschaften, von diesen Dingen verändert sich nichts.
Das heißt, wir müssen verstehen, dass es hier eine Unterbrechung im Prozess gibt. Denn was du von oben empfängst, ist ein Geschenk — das ist deine Seele, das ist ein Geschenk —, eine Kraft, um zu geben, und diese Kraft, die du empfängst, die hast du empfangen, und das war's. Warum? Einfach so. Deshalb heißt es „Ich habe erlangt", „Ich habe gefunden". Und nicht, dass ich, nachdem ich auf rationale Weise zum größten Willen zu empfangen gelange, plötzlich Gefäße des Gebens empfange. Ich muss empfangen... Gefäße des Gebens, ich sage es noch einmal, sind das Gegenteil meiner Vorbereitung auf sie. Denn ich befinde mich vor dem Machsom, ich befinde mich in den größten Verlangen zu empfangen. Und Gefäße des Gebens sind das Gegenteil: dass ich alles geben will. Was heißt empfangen? Was soll ich empfangen? 12:07
Der Übergang ist ein sehr, sehr — wie soll ich sagen —, es ist ein Schnitt zwischen zwei Welten. Da gibt es nichts so, weißt du, Glattes, das ineinander übergeht, sodass du so von dem einen ins andere hinübergleitest. Es gibt keinerlei Verbindung zwischen deinen früheren Eigenschaften, mit denen du dahin gelangt bist, dass du alles willst, und dem, was du danach empfängst — eine zusätzliche spirituelle Eigenschaft, die anfängt, über alle früheren Eigenschaften zu herrschen. Auch die früheren Eigenschaften bleiben, aber die Eigenschaft, die du jetzt empfängst, das, was Glaube genannt wird, ein Gefäß der Seele, fängt an zu herrschen. Ja.
13:02
Schüler: Was bedeutet das mit dem Glauben... sagen wir: „Durch die Tora, die ihn zum Guten zurückbringt — nämlich dass er Gefäße des Gebens empfängt —, wird er dann des Aspekts des Glaubens würdig, der Zedaka genannt wird, welcher der Aspekt von ‚Glaube, weil Er groß ist und regiert' ist." Was ist das gewissermaßen, ist das ein Gefühl?
Rav: Glaube ist ein Gefühl. Unser Problem ist, aufzuhören, die Definition zu übernehmen, an die wir aus dieser Welt gewöhnt sind. In dieser Welt ist Glaube ein Mangel an Gewissheit. Was ich nicht weiß, was mir nicht klar ist, was ich nicht in der Hand habe, was ich nicht höre oder nicht sehe — es gibt Dinge, die ich durch das Sehen aufnehme, es gibt Dinge, die ich durch das Hören aufnehme, es gibt Dinge, die ich durch den Geschmack aufnehme, die ich brauche, wie kleine Kinder: Solange es etwas nicht in den Mund nimmt, existiert es für es nicht; es fühlt es nicht mit den Händen. Es... die Augen reichen nicht, es muss es in den Mund nehmen.
Wir haben eine Art innere Prüfung, inwieweit es mir reicht, die Sache zu erkennen. Also reicht es mir bei uns in dieser Welt, die Sache durch allerlei Sinne zu erkennen; wenn es mir genügt, dann ist es gedeckt, wenn nicht, dann kann ich mich auf etwas stützen, das Glaube genannt wird, was im Grunde ein Mangel an Gewissheit ist. Wenn wir zur Spiritualität übergehen, ist Glaube eine Offenbarung, eine Art Enthüllung in unseren Gefäßen.
Also wird die Offenbarung der Göttlichkeit in den Gefäßen — als Enthüllung dessen, der „groß ist und herrscht", der alles umgibt und alles erfüllt — „Glaube" genannt. Warum? Weil diese Offenbarung mir die Kraft gibt, in meinem Willen zu empfangen [in der Absicht] um zu geben zu sein. Wenn mein Wille zu empfangen erfüllt ist, erfüllt mit dem Schöpfer, mit dem Gefühl, dass Er alles ist, [dann] gibt sich mein Wille zu empfangen geschlagen und ist bereit, alles zu tun, um zu geben. Deshalb wird diese Korrektur „Glaube", „Bina", „Or Chassadim" genannt. Nenn es, wie du willst. Das ist ein Zustand des Willens zu empfangen, der eine bestimmte Korrektur empfangen hat, [er] wird „Glaube", „Gefäß der Bina" genannt.
15:45
Schüler: Sie haben gesagt, dass man das ohne jegliche Gegenleistung auf sich nehmen muss.
Rav: Dass dann — wenn der Mensch das empfängt, dieses Gefäß —, er wirklich bereit ist, ohne jegliche Gegenleistung zu arbeiten. Das ist die Eigenschaft, die er empfängt. Man verlangt nicht von dir, über deinen Kopf zu springen. Das ist unser Problem, dass wir von dieser Welt her denken, man verlange von uns irgendwelche Dinge, für die wir springen müssten. Du empfängst eine Korrektur, die „Glaube" genannt wird, die „Bina" genannt wird, dann kannst du danach arbeiten. Empfängst du sie nicht, kannst du nicht danach arbeiten.
Schüler: Warum wird das „Zedaka" genannt?
Rav: Die „Zedaka" wird genannt — noch einmal, was ist Zedaka? Dass man gibt, ohne nachzudenken, ohne die Rechnung aufzumachen, dass es zurückkommt. Diese Eigenschaft, dass man so handeln kann, wird „Bina", „Zedaka", „Glaube" genannt. Aber womit deckst du das, was du gibst? Mit eben der Korrektur, die in dir ist. Hier gibt es nicht... hier gibt es immer eine Rechnung. Ohne Rechnung wird in der Spiritualität nichts getan. Auch bei der Zedaka machst du eine Rechnung. Inwieweit kann ich und wie weit nicht? Was deckt mir dieses Gefäß? Also das Gefäß... der Wille zu empfangen ist das Notwendige, das die ganze Zeit da ist. Wenn du gibst, musst du diesem Willen zu empfangen eine Erfüllung geben, du musst ihm Or Chassadim anstelle von Or Chochma geben. Sonst, was ist das? Das... was, befinden wir uns in irgendeiner Illusion? Wir sprechen über die Wissenschaft. Wir sprechen darüber, was in uns, in den Gefäßen, geschieht.
17:24
Schüler: Wird das „Korrektur der Bina" genannt — die ausreicht, damit der Wille zu empfangen das Licht empfängt?
Rav: Die Korrektur der Bina genügt letztlich [dafür], dass der Wille zu empfangen vollständig um zu geben ist. Mehr noch, das heißt, dass er um zu geben empfängt, bis zu dem Grad, dass alle Genüsse, die er fühlt, um zu geben sein werden. Nicht einfach so...
Ja.
Schüler: Was ist der Unterschied zwischen Glaube und Erlangung?
Rav: Der Unterschied zwischen Glaube und Erlangung ist, dass Glaube Or Chassadim ist und Erlangung Or Chochma ist. Im Glauben erlangen wir nicht die Göttl... — man kann den Schöpfer erlangen, das Licht. Was gibt es sonst noch? Entfernt euch nicht von diesen beiden Dingen: Licht und Gefäß. Damit bist du sicher — vielleicht gehst du nicht weiter als das, aber damit sitzt du sicher in etwas Richtigem und verwirrst dich nicht. Entweder hast du eine Erfüllung von Glaube, Or Chassadim, oder du hast ebenfalls eine Erfüllung von Or Chochma, die dann schon „Erlangung" genannt wird. Was erlangst du? „Aus Deinen Taten haben wir Dich erkannt." In dem Maße, wie du Ihm ähnlich bist, siehst du deine korrigierten Eigenschaften, und damit sagst du, dass „das der Schöpfer ist". Niemals fühlst du mehr als deine korrigierten Eigenschaften, und danach hast du das Bild des Schöpfers.
Wie sagen wir? Yud-Hej-Waw-Hej, das mit dem Licht erfüllt ist, wird „der Name des Schöpfers" genannt. Damit nennst du den Schöpfer. Was ist der Schöpfer? Das ist meine Seele, Yud-Hej-Waw-Hej, die sich durch die Korrekturen mit dem höheren Licht gefüllt hat, dann [sind es] Lichter zusammen mit den korrigierten Gefäßen, die mir die ganze Gesamtheit dieses Gefühls geben — Lichter und Gefäße —, [und] das nenne ich den Schöpfer? Das bin doch ich. Richtig, deine Seele ist der Schöpfer, und das bist du. „Dort sind Er und Sein Name eins." Dort ist alles: „Israel, der Heilige, gesegnet sei Er, und die Tora sind eins." Nein, die Hauptsache ist, nicht allzu klug zu sein. Wirklich, so einfach wie möglich zu sprechen. Wenn du siehst, dass du irgendein Wort oder einen Begriff nicht mit dem Vorherigen verknüpfen kannst, lass ihn einstweilen.
Ja, Avihu.
19:57
Schüler: Mir scheint, dass wir vom Punkt abweichen, denn niemandem ist eigentlich wichtig, was Glaube jenseits des Machsom ist. Und Glaube auf der Ebene der breiten Masse — mir scheint, davon haben sich schon alle losgesagt. Die Frage ist: Was ist Glaube auf der Stufe der Arbeit? Wenn der Mensch den Machsom schon überschritten hat, kommt er wohl zurecht.
Rav: Zur Zeit... ich spreche vor allem nicht über das einfache Volk. Über die Massen spreche ich nicht. Ihre Tora ist die umgekehrte Tora gegenüber unserer, und wir müssen, so weit es geht, nicht unter ihnen sein, um nicht das Geben [von ihnen] zu empfangen. Sondern es gibt eine Gemeinschaft, von der ich Geben empfangen kann — das ist unsere Gemeinschaft. Du sagst — also was sagst du? Was ist der Glaube oder was? Was ist...?
Schüler: Was ist Glaube für uns?
Rav: Was ist Glaube für uns?
Schüler: Vor dem Machsom.
Rav: Vor dem Machsom? Vor dem Machsom sagt er Folgendes: Dass es so etwas gibt wie Glaube an die Bücher, an die Schreiber, Glaube an die Weisen, Glaube an seinen Lehrer. Er schreibt darüber Artikel. Diese Dinge kommen zum Menschen nur in dem Fall, wenn er sie durch eine Gemeinschaft empfängt. Das heißt: Die Gehirnwäsche durch die Gemeinschaft baut in mir Eigenschaften auf — nicht Eigenschaften, [sondern] solche Kenntnisse, die ich eigentlich nicht erlange, aber weil die Kraft von außen über mich herrscht, pflanzt sie es mir als Tatsache ein. Das sehen wir beim einfachen Volk draußen, und das müssen wir bei uns hier ebenfalls innen verwenden.
Das heißt: Wenn wir uns entscheiden, über Baal HaSulam und über Rabash, ARI, Rashbi zu sprechen — als Menschen, die unsere Lehrer sind und unsere Führer, und was sie gesagt haben, ist für uns heilig und über allem —, dann muss die Gemeinschaft mir damit das Gehirn waschen, und dann wird die Kraft, die ich daraus empfange, „Glaube" genannt. Denn ich weiß es nicht. Was im Buch steht, steht im Buch. Ich erlange es nicht mit meinen fünf Sinnen, sodass es bei mir zur Gewissheit würde. Ich befinde mich nicht im Ende der Korrektur, sodass ich sagen würde, dass „das gut ist" und dass das ein „guter Schöpfer" ist und so weiter und so fort. All diese Dinge sind für mich einfach... ich weiß nicht, einfach geschrieben, man redet einfach. Aber dass es eine Gemeinschaft gibt und ich das von der Gemeinschaft auf eine solche Weise empfangen kann, dass es Tatsachen sind — das verwandelt sich... bei mir verwandelt es sich in Tatsachen. Und diese Tatsachen, das heißt eine Kraft aus den Tatsachen — was... daraus, dass es bei mir ist, dass diese Dinge bei mir als Tatsachen vorliegen —, diese Kraft wird die Kraft des Glaubens genannt. 23:04
Das heißt, anstelle von Wissen, anstelle von Erlangung verwende ich genauso die Kraft des Glaubens. Damit kann ich bestehen. Ich bin bereit, dafür zu... das heißt: Vor mir steht ein Glas Tee. Ich bin bereit, dafür zehn Schekel zu bezahlen. Dann kann ich mit der Kraft des Glaubens dahin kommen, für etwas ebenfalls zehn Schekel zu bezahlen, das ich nicht sehe und nicht kenne. Man sagt mir: „Weißt du was? Nimm ein Glas Bier." Ich weiß, sagen wir, nicht, was Bier ist, weiß gar nichts, aber man sagt mir: „Das ist gut, das ist so, das ist so, das ist so und so viel wert." Glaube ich [es]? Ich gebe zehn Schekel. Ich kann [so weit] glauben, dass ich eine Million gebe, dass ich mein ganzes Leben gebe, um es zu erlangen. Es hängt von der Kraft des Glaubens ab, die ich von der Gemeinschaft empfange. Das heißt, Glaube ist anstelle von Wissen. Dort, wo es noch kein Wissen gibt, [wo] wir nicht korrigiert sind, diese Gefäße nicht erworben haben, kann ich keine Spiritualität erlangen. Solange ich mich unter dem Machsom befinde, habe ich keine andere Kraft, um zum Ziel voranzukommen. Ich erlange es nicht. Ich habe keinerlei Geschmack davon. Kein Sehen, kein Hören, gar nichts. Also nur die Kraft des Glaubens, die ich von den Freunden empfange. Nichts anderes kann mir als Brennstoff dienen.
24:28
Schüler: Und Glaube über dem Verstand — was ist der Unterschied zwischen dem einen und dem anderen? Zwischen [dem Zustand] nach dem Machsom und vor dem Machsom?
Rav: Schau, ich weiß nicht, wie ich „über dem Verstand" vor dem Machsom erklären soll. Das — sagen wir, du nimmst das über dem Verstand vor dem Machsom auf. Das, einfacher gesagt: „Über dem Verstand" heißt, dass du selbst — ich würde es vor dem Machsom, während der Zeit der Vorbereitung, so deuten —, dass ein Mensch, abgesehen davon, dass er sich in der Gemeinschaft befindet, hier sitzen kann, und das wird nicht „in der Gemeinschaft [sein]" genannt. In der Gemeinschaft zu sitzen, in der Gemeinschaft zu sein, das heißt, dass er an sich selbst eine Anstrengung macht, dass er sich vor der Gemeinschaft beugt, dass er das, was in der Gemeinschaft ist, über seinem Verstand annimmt. Was heißt „über seinem Verstand"? Dass er von ihnen beeinflusst werden will, das war's. Das heißt, er macht allerlei Übungen mit sich selbst, fängt an, sich selbst zu überzeugen, dass das, was er von ihnen hört, richtig ist, richtig ist — das ist wirklich Gehirnwäsche. Rabash schreibt, dass „die Gewohnheit zur zweiten Natur wird".
Und ich sage es euch anders: Wir befinden uns in einer Gemeinschaft, wir alle sind eine Gemeinschaft, [und] in dieser Gemeinschaft gibt es etwas Offenbares und Verborgenes. Die verborgenen Kräfte, die wir nicht kennen — das ist, wie wir in Wirklichkeit in der uns verborgenen Form sind —, das ist schon eine spirituelle Kraft; und die Kraft, die uns offenbar ist, [an der] wir sehen, wie unvollkommen wir noch sind. 26:32
Der Kleine, der in die Gemeinschaft eintritt — das heißt ein Mensch, der in die Gemeinschaft eintritt und sich klein macht —, dem ist das Niveau der Menschen, die hier sind, nicht wichtig. Sondern dadurch, dass er sich selbst überzeugt, klein zu sein, empfängt er dessen Geben auf sich aus der verborgenen Kraft, die in der Gemeinschaft ist. Das heißt, die ganze Gemeinschaft kann spirituell sehr klein sein, aber er empfängt durch sie Kräfte aus der spirituellen Wurzel der Gemeinschaft, die sie [die anderen] noch nicht empfangen. So ergibt sich, dass es eine Gemeinschaft von zwanzig Leuten geben kann, und wir alle, sie sind so lala, nichts Besonderes. Es tritt jemand Neues ein, oder einer von ihnen fängt an zu sein, entscheidet, dass er zu hundert Prozent von der Gemeinschaft beeinflusst werden will. Dann wird er von der inneren Kraft, von der spirituellen Kraft der Gemeinschaft beeinflusst und empfängt solche Dinge, von denen sie überhaupt nicht wissen, woher das kommt und dass diese Dinge überhaupt existieren.
Das heißt, man soll nicht denken, dass jemand, der sich vor der Gemeinschaft beugt, [nur] dahin gelangt, dass er empfängt, was insgesamt allen [zukommt], oder dass er auf demselben Niveau wie alle korrigiert wäre. Viel mehr, viel mehr. Er kann in der Spiritualität, durch den Gebrauch der Kräfte der Gemeinschaft, [weit] gelangen, [obwohl] die ganze Gemeinschaft sich noch in der Körperlichkeit befindet. Das eine gehört überhaupt nicht zum anderen. Was ihnen zusteht, das steht ihnen gemäß ihrer persönlichen Arbeit zu. Was ihm zusteht, gemäß seiner persönlichen Arbeit. Deshalb stört mich, sagen wir, persönlich nicht, wie es um euch steht — wenn ich so wäre, nun, wenn man so sagen darf; sicher ist das mein Körper, aber wirklich, wirklich nicht. „Von all meinen Schülern habe ich gelernt." Die Schüler können solche sein, und durch sie kann man gewaltige Weisheit empfangen.
28:59
Schüler: Warum — wenn man sich kleiner macht als die Gemeinschaft —, kann man sich in einen Zustand bringen, in dem man kleiner ist als diese Gemeinschaft?
Rav: Sicher, warum, wie denn nicht? Weil das die spirituelle Kraft ist.
Ja.
Schüler: Was genau heißt es, sich klein gegenüber der Gemeinschaft zu machen?
Rav: Versuch's. Das sieht man von außen nicht. Auch daran muss man manchmal mit Bescheidenheit im Wandel arbeiten. Darin steckt vieles. Wir sind noch nicht eingestiegen, haben noch nicht angefangen, darüber zu sprechen. Das ist schon ein anderes Thema.
Schüler: Was ist die Frage?
Rav: Hä?
Schüler: Man hat die Frage hier nicht gehört.
Rav: Was heißt es, klein gegenüber der Gemeinschaft zu sein? Da sage ich, dass es dabei ebenfalls die Sache der Bescheidenheit im Wandel gibt, worüber wir später sprechen. Das ist schon ein sehr, sehr weites Thema, aber gut, dass... das ist wirklich eine sehr große Welt.
Ja.
30:14
Schüler: Was ist „Zedaka" in der Spiritualität — ist das dasselbe wie in der Körperlichkeit?
Rav: Ich weiß nicht, was „Zedaka" in der Körperlichkeit ist. Man klopft bei mir an die Tür — ich wohne leider in Bnei Brak —, also klopft man zwanzig Mal am Tag bei mir an die Tür.
Schüler: Auch in Hod HaScharon klopft man zwanzig Mal an die Tür.
Rav: Ja? Nun, ja? Nun, kann sein. Ich weiß, dass es im Laufe eines Tages bei mir schon... also öffne ich die Tür, da steht jemand, bittet um Zedaka. Soll man geben, soll man nicht geben, es ist unangenehm, ich schäme mich, alle geben. Es gibt allerlei Rechnungen. Vielleicht lohnt es sich, ja? Ich werde gesünder sein, gewinne etwas, ja? Ich werde die Befriedigung haben, dass ich gegeben habe — allerlei solche Rechnungen. Oder manchmal ohne Rechnung: Ich habe eine Erziehung, die Erziehung verpflichtet mich, so zu handeln, und ich gebe. Das ist auch eine Rechnung, denn wenn ich nicht der Erziehung gemäß handle, geht es mir schlecht — das ist eine Art Gewohnheit, ja? Das ist „Zedaka" in der Körperlichkeit.
In der Spiritualität [ist] „Zedaka", dass du etwas von dem Deinen geben kannst — aber von dem Deinen, ohne jegliche Gegenleistung zurück, aber ohne Gegenleistung. Das heißt: Wenn du allerlei Rechnungen machst [und] dir klar ist wie das Tageslicht, dass du davon gar nichts haben wirst, überhaupt nichts — wirst du die Kraft haben zu geben oder nicht? Woher willst du sie nehmen? Wir wissen, dass alles, was der Wille zu empfangen tut, Brennstoff verlangt, ja? Denn dieser Brennstoff gibt ihm im Grunde die Möglichkeit, etwas auszuführen. Unsere Materie, der Wille zu empfangen, ist so gebaut. Also kann sich diese Maschine nicht bewegen, wenn du ihr nicht einen Jeton einwirfst, ja? Also wenn ich gebe, muss ich meiner Maschine einen Jeton einwerfen, damit sie gibt, damit sie diese Handlung ausführt. Also, was gebe ich der Maschine? Und hier sagt man: Du gibst ihr gar nichts — wie kann sie sich dann bewegen? Das ist etwas völlig Eingebildetes, das man nicht umsetzen kann, ja?
Was tun? Da sagt man: Doch, man kann es machen, aber das, wovon wir sprechen — dass du nichts zurück empfangen kannst —, das heißt: Eben jenem Verlangen, das [die Handlung] ausführt, kannst du wirklich nichts zurückgeben, sonst wäre es keine Zedaka. Sonst wäre es einfach ein Handel. Ich gebe ihm fünf Schekel, damit ich gesund bin, damit ich die kommende Welt gewinne, damit es mir gut geht, damit ich die Befriedigung habe, dass ich heute Zedaka gegeben habe. 33:32
Weißt du, man steigt in den Bus ein — damit der Bus nicht explodiert, wirft man vorher einen Schekel in so eine Kasse neben der Bushaltestelle —, nennt man das „Zedaka"? Das ist einfach: Ich bezahle, damit die höhere Kraft mich beschützt, ja? Ich gebe — Schöpfer, schau, ich habe gegeben, jetzt pass auf, schau, dass die ganze Zeit, in der ich im Bus bin, nichts passiert. Das ist ein Vertrag, ja? Was ist das für eine Zedaka?
Also sicher empfangen die Gefäße des Empfangens dafür gar nichts, sondern die Gefäße des Gebens. Das heißt, ich muss eine besondere Korrektur empfangen, die „Wille zu geben" genannt wird, sodass ich in diesem Willen zu geben eine Deckung, eine Gegenleistung dafür empfange, dass ich Zedaka gegeben habe. Und dieser Brennstoff muss da sein, und ohne diesen Brennstoff kann ich ebenfalls keine Zedaka geben. Das heißt, es gibt in der Wirklichkeit überhaupt keine solche Handlung, die ich machen kann, ohne irgendeine Deckung zu empfangen, ohne irgendeine Gegenleistung zu empfangen. Nur eine Gegenleistung, die zum Willen zu empfangen kommt, wird tierisch, körperlich, um zu empfangen genannt — nicht spirituell. Wenn ich geben und eine Gegenleistung im Willen zu geben empfangen kann, so heißt das, dass ich eine Handlung um zu geben mache, das heißt, dass ich Zedaka tue. Wobei ich im Grunde nichts zurück empfangen habe. Aber ich habe empfangen. Was habe ich empfangen? Ich habe Kraft empfangen, ich habe eine Deckung im Willen zu geben empfangen, sodass im Grunde der Brennstoff, den ich im Willen zu geben empfangen habe, mir für eben das gedient hat, dass ich Zedaka gegeben habe. Er hat mir die Kraft gegeben, die Zedaka zu tun. Kapiert? Die Hauptsache, du gibst.
Ja.
35:32
Schüler: Genügt es, dass der Mensch zuerst eine Stufe der Furcht oder der Umkehr erlangt — nicht die Stufe von Lohn und Strafe — und erst danach die vollkommene Liebe? Wie kommt es dann, dass das Erlangen der Stufe von Lohn und Strafe, soweit ich verstanden habe, eine spirituelle Erlangung genannt wird — also wenn er dann Zedaka gibt, dann gibt er Zedaka, weil... weil er erlangt, dass...
Rav: Du, wir sprechen von einem anderen Lohn und Strafe. Nein, nein. Nein. Der Lohn und die Strafe, von denen wir sprechen — [da geht es darum], dass der Mensch den Machsom überschreitet und in die Enthüllung der Vorsehung eintritt und die Vorsehung nach und nach enthüllt, im Verlauf aller 620 Handlungen am Verlangen, an seinen 620 Verlangen, die Vorsehung als Vorsehung von Lohn und Strafe enthüllt. Da ist es nicht so, dass er die Handlung wegen des Lohns ausführt und wegen der Strafe eine Handlung ausführt. Nein. Sondern so enthüllt sich ihm die Vorsehung. Aber wenn er es deswegen tut, so heißt das „um zu empfangen". Das ist überhaupt unterhalb des Machsom. Das heißt, nicht das ist sein Beweggrund — er macht die Handlungen, um zu geben, er erfüllt die Gebote. Die Vorsehung von Lohn und Strafe ist schon Spiritualität. Das war's.
Ja.
37:12
Schüler: Wir haben gelesen... dass der Schöpfer sich nicht als böser Schöpfer offenbaren kann, sobald... Was hat es dann mit der Erkenntnis des Bösen auf sich? In diesem Zustand gibt es einen Schöpfer, richtig?
Rav: Der Schöpfer kann sich nicht als einer offenbaren, der böse wirkt, und als einer, der gut wirkt, offenbart Er sich [aber] schon?
Schüler: Wahrscheinlich, nach dem Machsom.
Rav: Wo?
Schüler: Nach dem Machsom?
Rav: Nun, nach dem Machsom. Nach dem Machsom offenbart Er sich ebenfalls als einer, der böse wirkt, und du musst Ihn rechtfertigen — sonst, was hat es mit dem Rechtfertigen auf sich? Wer ist ein Gerechter? [Einer,] dem sich Seine Handlung als böse Handlung offenbart, und [der] sie rechtfertigt, diese Handlung — daraus wirst du ein Gerechter. Denn jetzt siehst du, dem gegenüber siehst du, dass Er Gutes getan hat.
Schüler: Warum steht dann geschrieben, dass Er sich immer dem Gefühl entzieht, dass...
Rav: Aus unserem Gefühl: In dem Moment, in dem die Vorsehung auf uns auf nicht gute Weise einwirkt, innerhalb unserer Gefühle nicht gut, da fühlen wir die Göttlichkeit nicht. Was heißt, wir fühlen nicht? Nein, wir erinnern uns sozusagen nicht, dass Er existiert. Die Leute denken, das komme daher, dass der Schmerz den Verstand auslöscht, und dass wir uns deshalb nicht erinnern, dass es vom Schöpfer kommt — es tut mir weh, ich [habe] Schmerz, schreie, schreie und so —, aber das ist nicht richtig. So etwas gibt es nicht, dass wir...
Alle Dinge, die in uns sind, kommen letztlich zur Klärung. Gibt es eine Offenbarung der Göttlichkeit oder nicht, gibt es eine Offenbarung Seiner Handlung oder nicht. Diese beiden Dinge müssen [da] sein. Ja. Dass der Schöpfer sich verbirgt, während Er uns scheinbar böse Dinge tut, [geschieht] nicht dazu, dass wir Ihn nicht verfluchen, dass wir Ihn vergessen, dass wir nur leiden und das war's. Welches Ergebnis hast du dann von diesem Leiden? Es ist, dass... warum tut Er das? Er tut das, damit du die Gefäße korrigierst und sie in einen solchen Zustand bringst, dass es dir nichts ausmacht, dich schlecht zu fühlen, aber dass Er sich nicht von dir entfernt. Verstehst du? Sodass dir bitter und süß nichts ausmachen, [sondern] nur Wahrheit und Lüge — Seine Offenbarung, Seine Anwesenheit in deinem Bewusstsein oder nicht. Das war's. Dann fängst du an, deine Lage zu beurteilen — du fängst an, deine Lage nach der Anwesenheit des Schöpfers in dir zu beurteilen, ja, [danach,] dass du eine Verbindung mit Ihm fühlst —, das war's, dann spielen bitter und süß für dich schon keine Rolle mehr. Die Hauptsache ist das, deshalb sagt man: Der Schöpfer offenbart sich niemals als einer, der Böses wirkt. Denn dann geht es dir nicht schlecht. Obwohl du Schmerz fühlst, wird der Schmerz als zielgerichteter Schmerz angenommen.
Ja.
40:54
Schüler: Wenn wir noch nicht die Stufe der Zedaka erreichen, [wenn wir] nicht lishma geben können — müssen wir hier, unterhalb des Machsom, in der Zedaka in lo lishma arbeiten? [Gibt es das,] dass es einen Aspekt von lo lishma in der Arbeit an der Zedaka gibt?
Rav: Wie arbeitet man unterhalb des Machsom an der Zedaka? Ganz einfach. Ich will in einen Zustand kommen, in dem alle meine Taten... das heißt, nicht an mich selbst zu denken. Gegenüber wem, gegenüber was? Da sagt er, dass sich das bei uns gegenüber der Gemeinschaft ausdrückt. Je mehr der Mensch in die Gemeinschaft investiert, desto mehr kommt das letztlich zu ihm zurück als Erwerb der Kraft der Zedaka. Es gibt hier in dieser Welt keine andere Zedaka. Das, was man in der Spiritualität tut — in der Körperlichkeit rennt man hier an allerlei Orte, um gute Dinge zu tun; es ist gut, dass die Leute das tun, das...
Schüler: Aber so steht es geschrieben: „Zedaka rettet vor dem Tod."
Rav: Dass geschrieben steht „Zedaka rettet vor dem Tod", das ist richtig. Denn Tod ist der Wille zu empfangen, Empfangen, um zu empfangen, und diese Korrektur, um zu geben, sie rettet vor dem Tod. Der Tod im Zust... so, wie du denkst, dass es Tod und Leben gibt — darüber spricht man in der Kabbala nicht. So etwas gibt es nicht. Alles ist ewig. Es gibt nichts, was nicht ewig wäre. Alles ist ewig. Also was ist Tod? Tod ist die Abtrennung von der Göttlichkeit, und Zedaka ist eine Korrektur der Bina, sie verbindet dich mit der Göttlichkeit, deshalb rettet sie vor dem Tod. Wenn du die Kraft der Zedaka erwirbst, dann trittst du in die Göttlichkeit ein. Du fängst an zu leben. Wenn du keine Zedaka gibst — jede einzelne Sekunde ist gemeint, dass du Zedaka gibst, dass du eine Kraft des Gebens hast —, wenn du das nicht hast, dann heißt es, dass du tot bist. Das ist alles. Das ist das Thema dessen, was geschrieben steht — und wie, wie denkt man sonst in der Welt? Ich weiß es nicht.
43:13
Schüler: Das heißt, dieses Spezifische?
Rav: Welches?
Schüler: Das mit „rettet vor dem Tod".
Rav: Wenn nicht geschrieben stünde „Zedaka rettet vor dem Tod", würde niemand geben. Und sehr gut, dass er nicht gäbe. Wozu irgendeine Handlung machen? Sie — ich muss wirklich gerichtete Handlungen machen, durch die ich des Lebens würdig werde. Nun. Wozu brauche ich Kräfte der Bina, wozu brauche ich [das] „um zu geben"? Denn „und du sollst das Leben wählen" — ich muss, er schreibt uns in der Einleitung zum Talmud Eser Sefirot, dass der Mensch nicht einfach [nur] zur Kraft der Zedaka, zur Kraft des „um zu geben" gelangen muss. Einfach nur zu geben brauche ich nicht. Das ist nicht das Ziel der Schöpfung. Das Ziel der Schöpfung ist, dass ich genieße, dass ich zu einem spirituellen Leben komme. Deshalb muss ich, während ich Zedaka gebe, daran denken, dass ich von Bina zu Keter komme. Dass ich um zu geben das Ganze empfange.
Ja.
44:16
Schüler: Wie kommt es, wie willigt der Wille zu empfangen ein, dass er gibt und dass der Wille zu geben die Gegenleistung empfängt, während er selbst überhaupt keine Gegenleistung empfängt? Das sind doch zwei verschiedene, entgegengesetzte Arten von Gegenleistung. Das ist gewissermaßen noch schlimmer, als gar keine Gegenleistung zu bekommen. Das Gegenteil von dir empfängt die Gegenleistung.
Rav: Ihr steigt heute auf eine etwas tiefere Ebene der Fragen ein. Schön. Wir sprechen ein andermal [darüber]. Man muss ein bisschen reifen. Stimmt's, Jaakov? Fragen. Denkt selbst nach. Was, soll ich euch die Anstrengung stehlen? Dadurch, dass du eine Antwort hörst, wird sich dadurch nichts verändern. Du weißt [es]. Die Antwort muss man von innen hören. Und das ist es, was ich sage — das ist einfach nur so, um einstweilen die... ja, die Lage zu versüßen.
(Ende des Unterrichts)