Tägliche Lektion27. Aug. 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 31 (1988) (01.10.2002)

Rabash. Artikel 31 (1988) (01.10.2002)

27. Aug. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

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Morgenunterricht 01.10.2002

Buch „Schriften des Rabash", Band 1, S. 752, „Was ist die Handlung im Menschen, die dem Schöpfer zugeschrieben wird"

Rav: Also, ihr habt gehört, ja? Aus „Shlavey haSulam", Band 3, Wochenabschnitt Ekew in Dwarim: „Was ist die Handlung im Menschen, die dem Schöpfer zugeschrieben wird". Gibt es so eine Handlung, die man dem Schöpfer zuschreibt statt dem Menschen? Was antwortet er? Hat jemand den Artikel gehört? Gibt es Fragen? Ja.

00:50 Schüler: Er hat über die Furcht vor dem Himmel geschrieben. Können wir gut verstehen, was er gesagt hat?

Rav: Furcht vor dem Himmel? Wer hat keine Angst? Nur wer keinen Verstand hat, hat keine Angst. Das war's. Oder ein Mensch, der nie mit dem Leben in Berührung gekommen ist, der keine Schläge bekommen hat, kein Leid bekommen hat, keine Grenze seines Willens gespürt hat – der hat keine Angst. Wer aber eine Grenze gespürt hat, wer schon weiß, dass es eine Begrenzung gibt, der hat davon schon ein Gefühl: das Gefühl der Angst. Wir haben ein Gefäß, den Willen zu empfangen, und ihm gegenüber den Genuss. Das Gefäß wurde durch den Genuss erschaffen, durch das Licht, und es ist dem Licht genau angepasst, nach Menge und Qualität. „Gefäß", das ist der Wille zu genießen. Wenn der Wille zu genießen spürt, dass er nicht genießen kann, wenn er eine Begrenzung darin spürt, sich zu füllen, ja? – dann fängt bei ihm daraus schon das Gefühl der Angst an, die Furcht. Vom niedrigsten, kleinsten Gefühl, dass da einfach ein bisschen Grenze ist, eine Begrenzung, bis hin zur größten Angst.

Angst ist also das Ergebnis der Leere des Gefäßes. Das Gefäß kann in zwei Richtungen gehen: entweder Angst davor, dass mein Gefäß leer ist um zu empfangen, oder Angst davor, dass mein Gefäß leer ist um zu geben. Daher haben wir zwei Arten von Furcht. Furcht in Richtung auf mich selbst, um diese Welt, um alle Genüsse dieser Welt – ob ich sie haben werde oder nicht, ja? Das sind Familie, Gesundheit, Ehre, Geld, all diese Dinge, ja? Und Angst um die kommende Welt: ob ich die kommende Welt bekommen werde. Manchmal ist die Angst um diese Welt größer als die Angst um die kommende Welt, dann wirft man die Angst um die kommende Welt weg. Und manchmal kann man im Menschen eine solche Angst um die kommende Welt entwickeln, dass er bereit ist, auf diese ganze Welt zu verzichten – nur um irgendwie sicher zu sein, dass ihm in der kommenden Welt nichts fehlt. Ins Kloster zu gehen, sich in diesem Leben alle möglichen Qualen aufzuerlegen, ja? 04:17

Letztlich deckt der Mensch in der Gegenwart die Angst ab, die entweder „diese Welt" oder „die kommende Welt" heißt – aber beides sind Gefühle in dieser Welt, die er jetzt fühlt. Es scheint ihm nur, dass er an die Zukunft denkt. Er denkt nicht an die Zukunft. Das Gefühl ist sozusagen ein Gefühl von Zukunft, aber es ist ein schlechtes Gefühl von jetzt, und das ist es, was er abdecken muss. Und es gibt die Furcht darum, wie ich gebe, wie ich mein Gefäß fülle um zu geben. Das heißt: Fülle ich Sein Gefäß? – obwohl ich zu Seinem Gefäß überhaupt keinen Zugang habe, zu dem, was „Seines" ist, ja? Auch das messe ich nach meinem eigenen Gefäß. Soweit ich verstehe, was Geben ist, soweit ich verstehe und fühle, was ich dem Schöpfer tue – danach habe ich ein Gefäß des Gebens, und ich fülle es. Das heißt, auch das ist mein Gefäß und auch mein inneres Gefühl. Und was draußen ist – nichts draußen, ich weiß nicht, was es da gibt. All diese Gefühle sind in uns, und all diese Gefühle sind in der Gegenwart. Niemals im „war" und niemals im „wird sein".

Ist das in Ordnung? Nu, was fragst du also dazu?

Schüler: Nein, er …

Rav: Bau deine Frage nach dem auf, was ich gesagt habe.

06:02 Schüler: Also im Wesentlichen ist es die Begrenzung, ja?

Rav: Nicht die Begrenzung ist das Wesentliche. Ich sage: Der Mensch hat Angst vor der Begrenzung, vor einem leeren Gefäß. Und deshalb ist er bereit zu arbeiten, auf alle möglichen Dinge zu verzichten, wenn er spürt, dass das Gefäß leer bleiben wird. Und für dieses leere Gefäß – ob um zu empfangen oder um zu geben, ob in der Vergangenheit, in der Gegenwart oder in der Zukunft – ist er bereit zu arbeiten. Das war's. Um diese Leere nicht zu fühlen. Es gibt Menschen, die Angst vor Armut haben: Was werde ich morgen haben, oder was werde ich in zehn Jahren haben. Der Mensch denkt: Ich muss mich absichern und auch noch etwas für die Kinder hinterlassen. Das ist normalerweise die Sorge des Menschen. So ist das. Also hat er Angst. Er hat schon geplant, sagen wir: Für mich selbst brauche ich ta-ta-ta-ta-ta, er rechnet aus, wie viel, und für die Kinder brauche ich so und so viel – also brauche ich dafür eine Million Dollar.

Jetzt fühlt er dieses Gefäß schon, eine Million Dollar, und ich habe Angst, dass dieses Gefäß leer bleibt, und nun fängt er an, dafür zu arbeiten. Das ist also das Gefühl von einem leeren Gefäß, das er in sich aufgebaut hat.

Schüler: Furcht vor dem Himmel.

Rav: „Furcht vor dem Himmel" nennt man die Angst, dass ich Sein Gefäß nicht fülle. Was ist „Sein Gefäß"? Soweit ich verstehe, wer der Schöpfer ist, soweit Er mir wichtig ist – entsprechend Seiner Wichtigkeit baue ich damit in mir einen Mangel auf, mich zu Ihm zu verhalten, Sein Gefäß zu füllen, Ihm zu geben. Dass dieses Gefäß nicht leer bleibt – davor habe ich Angst: Fülle ich dieses Gefäß? Das nennt man „Furcht vor dem Himmel".

Alles ist im Gefäß versammelt, im Willen zu empfangen – nur in allen möglichen Formen, in allen möglichen Bezügen zur Füllung: empfangen und geben, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, und alle möglichen Arten von Genüssen: tierische, Geld, Ehre, Wissen, Spiritualität, Materielles, irgendwie, egal – es geht immer um das Gefäß, um das Gefühl des Gefäßes. Auch die Zeiten, auch die Ursachen, auch … alles ist im Gefäß. Verstehst du? Es gibt insgesamt ein Gefühl von relativ voll oder leer, und das Verhältnis dazu nennen wir „Angst" oder „Furcht" und alle möglichen solchen Dinge – oder umgekehrt: Genüsse, alle möglichen Gefühle. Es geht immer nur um das Maß der Füllung im Gefäß. 09:39

Es kann sein, dass das Gefäß selbst gar nicht da ist. Sagen wir bei Fischen: Ihnen fehlt die Angst vor morgen, was sie morgen haben werden. Du denkst an morgen, und sie haben das nicht; sie haben kein Gefäß, in dem sie sozusagen ein Gefühl von morgen hätten. Auch wir haben kein Gefühl von morgen: Wir fühlen die Angst in der Gegenwart, angeblich vor morgen, angeblich.

Sagen wir, du kannst morgen die Wohnung nicht bezahlen, man wirft dich aus der Wohnung – dann hast du schon Angst, schon heute hast du diese Sorge. Fische haben diese Sorge nicht, kein Tier hat diese Sorge. Bei ihnen hat sich das Gefäß in dieser Form nicht offenbart, sie fühlen die Vergangenheit und die Gegenwart nicht. Aber auch wenn du Vergangenheit und Gegenwart fühlst, Vergangenheit und Zukunft – du fühlst es in der Gegenwart.

10:45 Schüler: Aber wie soll man das fühlen, ist das verständlich, dass das ein Fisch ist?²

Rav: Was heißt verständlich, das ist nicht verständlich. Wir wollen wissen, woher wir das haben, um uns darüber zu erheben. Diese spirituelle Physiologie müssen wir kennen, um uns selbst zu erkennen. Insgesamt lernen wir uns selbst, wir lernen nur unser Gefäß und wie wir innerhalb unseres Gefäßes handeln. Auch der Schöpfer ist im Gefäß, auch das Geschöpf ist im Gefäß, auch alle Welten sind in unserem Gefäß. Alles ist in ihm.

Und alle möglichen Identitäten – wie du schaust, wie du dein Gefäß fühlst –, das baut dir deine Welt auf. Also das richtige Gefühl, das heißt: Wenn du dein Gefühl innerhalb des Mangels prüfen und kontrollieren kannst, dann kannst du schon anfangen, dich um dich selbst zu kümmern. Dann verstehst du schon die Ursache der Gefühle und auf welche Weise du dich irgendwie ausbalancieren kannst, dich selbst. Das war's. Was dir fehlt, um keine Angst vor der Zukunft zu fühlen.

Nun, die Zukunft, das nennt man sagen wir äußere, leere Gefäße – nur gegenüber dem jetzigen Zustand. Von da aus kann man schon über Zimzum Bet sprechen und wie er gemacht wurde, über die umgebenden Lichter und die inneren Lichter, das Verhältnis zwischen ihnen, wie sie die Gegenwart und die Zukunft des Parzuf aufbauen. Dass der Mensch anfängt, das irgendwie auf reife Weise zu sehen, gibt ihm trotzdem irgendwie die Möglichkeit, sich objektiv von der Seite zu betrachten und sich damit zu verbinden, wenn etwas passiert.³ 13:23

Einfach zu sagen „das ist der Mensch" – was heißt der Mensch, das ist nicht der Mensch. Wenn der Mensch sich dazu nicht als Mensch verhält, dann ist das ein Tier, das fühlt, aber nicht versteht, was es fühlt. Und wenn es nicht versteht, kann es mit seinem Gefühl nichts anfangen. Du kommst hier in die spirituelle Psychologie hinein, und das ist überhaupt kein Problem – nur darf man nicht vor dem Verständnis weglaufen, dass wir nur über das Gefäß sprechen: Alle möglichen Formen der Gefühle, die das Gefäß fühlt, geben uns von A bis Z unser ganzes Wörterbuch. Nur aus dem Gefühl des Gefäßes heraus.

Ja.

Schüler: Dieser Beobachter sozusagen, dieser Punkt, der von der Seite schaut, spielt im Spiel nicht mit. Das Spiel ist sozusagen von vornherein festgelegt, und er beobachtet nur. Welche Kraft hat er also außer dem Verstehen?

Rav: Dass du sagst, es hilft mir nichts, wenn ich mich von der Seite betrachte, das Spiel sei von vornherein abgekartet und ich könne nur Zuschauer sein – auch dieser Gedanke kommt aus deiner Beeindruckung von deinem Gefäß. Wenn du also einmal aus dieser Sichtweise heraustrittst und dich sozusagen von der Seite des Schöpfers her betrachtest, sozusagen, dann wirst du über der Schöpfung fühlen, und das gibt dir das, was man spirituelles Leben nennt.

Was heißt spirituelles Leben? Dass du nicht beeinflusst und nicht in das Gefäß selbst mit seinen Gefühlen eingeschlossen bist. Was geben uns der Zimzum und das „um zu geben"? Sie geben uns zuallererst Freiheit von der Beeindruckung durch das Gefäß selbst. Was heißt es, über den Machsom hinauszugehen? Über den Machsom hinauszugehen heißt: Ich erhebe mich über den Willen zu empfangen, über mein Gefäß, und betrachte es von der Seite des Schöpfers, sozusagen. Man kann „sozusagen" sagen, aber es verschafft mir eine objektive Sichtweise. Das kann man nicht vermitteln, aber erst dann kannst du überhaupt sagen, wer du bist, weil du irgendeinen Teil bekommst, der wirklich außerhalb der Schöpfung ist.

Schüler: Was ist eine objektive Sichtweise und eine freie Beeindruckung, was ist damit gemeint?⁴

Rav: Obwohl du aus deiner Natur, die der Wille zu empfangen ist, nicht heraustreten kannst, bekommst du den Gedanken wie den des Schöpfers, und aus diesem Gedanken heraus – dass es „um zu geben" sein soll –, aus diesem Gedanken heraus schaust du auf die Schöpfung, auf dich selbst. Verstehst du?

Das ist etwas scheinbar Unmögliches. Es ist so, wie wenn wir sagen: Wie kann ich völlig aus mir heraustreten und in jemand anderen hineingehen, und aus seinem Körper heraus, aus seinen Augen sozusagen – ich gehe in seinen Kopf hinein, setze mich in seinen Kopf, und von innen, aus dem Kopf heraus, durch seine Augen schaue ich auf mich selbst. Ist das möglich? Das ist es, was man dir gibt: dass du die Eigenschaften des Schöpfers erwirbst, und aus Seiner Eigenschaft, die du erworben hast, durch Seine Augen, durch Seinen Gedanken, durch Ihn, ja, siehst du dich selbst. Das nennt man: Du hast eine andere Natur erworben. Welche andere Natur gibt es außer unserer? Nur den Schöpfer.

Schüler: Ich verstehe den Unterschied nicht zwischen dem Blick von der Seite aus dem Gefäß heraus und dem Blick von der Seite aus dem Schöpfer heraus.

Rav: Welchen Unterschied gibt es zwischen der Sichtweise, wie ich mich aus mir selbst heraus sehe, und der, wie ich mich sozusagen aus dem Schöpfer heraus sehe, der auf mich schaut? Welchen Unterschied? Dass du anfängst, dich wie ein Geschöpf zu betrachten, wie ein Geschöpf; vorher nicht. Was heißt das? Dass du das Maß an Vollkommenheit und Ewigkeit erwirbst gegenüber dem, was es im Geschöpf nicht gibt – ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, es gibt keine Worte.

19:00 Schüler: Worin unterscheiden sich vielleicht die Messgeräte oder Ihre Einteilung in Kategorien?

Rav: Die Messgeräte unterscheiden sich darin, dass du dann ewige Maßstäbe bekommst. Du trittst aus dem Rahmen der Zeit heraus, bei dir; dir fehlt nichts mehr, du bist nicht in der Begrenzung der Zeit, in der Begrenzung des Ortes, in der Begrenzung der Füllung. Du durchbrichst das … ich weiß nicht, wie ich es sagen soll: Es verschwinden dir einfach alle Begrenzungen des Gefäßes. Das ist ein anderes Denken, ein Denken, das außerhalb der Grenzen von Zeit, Bewegung, Ort liegt.

Ich habe keine Worte. Das geht, so wie er es auch erklärt, über Welt, Jahr, Seele. Zeit, Bewegung, Ort. Aber was will ich sagen? Trotzdem: Auch wenn du sozusagen heraustrittst und von der Seite des Schöpfers auf dich selbst schaust, trittst du nicht aus dir selbst heraus. Auch dieses Gefühl – wenn wir schon weitergehen –, auch dieses Gefühl ist in deinem Gefäß. Was heißt es also, dass du von der Seite des Schöpfers schaust? Du trittst niemals aus deinem Gefäß heraus. Es ist deshalb so, weil du Seine Eigenschaften innerhalb des Willens zu empfangen erworben hast, und aus Seinen Eigenschaften heraus betrachtest du den restlichen Willen zu empfangen als unkorrigiert, als den Unkorrigierten. Und dann gibt es sozusagen in deinem Gefäß einen Teil des Schöpfers und einen Teil des Geschöpfs, und … aber so treten wir niemals aus unserem Gefäß heraus. Das heißt, alles ist innerhalb des Willens zu empfangen. Auch das Gefühl des Schöpfers, auch die Gedanken des Schöpfers – das, was wir erfassen.

Ja.

21:15 Schüler:

Rav: Ich habe das nicht gelesen. Ich weiß überhaupt nicht, worüber ihr gesprochen habt. Nu, nu … komm …

Schüler: Es steht geschrieben: „Und diese Korrektur …"

Rav: Moment, Moment. Sag es laut.

Schüler: Seite 58, Absatz „Und die Korrektur …"

Rav: Seite 58, Absatz …

Schüler: Dritter Absatz, „Und die Korrektur …"

Rav: „Und diese Korrektur …", ja.

Schüler: „Und diese Korrektur geschieht gerade durch die Verhüllung und Verbergung, denn dann gibt es Raum für die Wahl, nämlich zu sagen: Wenn nicht in der Absicht zu geben, will er nicht empfangen." Nun, aber es stimmt doch, dass es keine Wahl gibt. Es wurde von zwei Dingen gesprochen: Es gibt ein Empfangen auf dem Weg des Gebens und ein Empfangen auf dem Weg des Empfangens, in der Absicht zu empfangen.

Aber diese Möglichkeit zu empfangen hat er nicht. Es geht nur darum, diese Möglichkeit zu finden: zu empfangen, um zu empfangen.⁵ Eigentlich ist diese Wahl keine wirkliche Wahl – zwischen Empfangen um zu geben und Empfangen um zu empfangen. Wir haben diese Möglichkeit nicht, also gibt es hier keinen Raum für Wahl. Ich verstehe das nicht …

Rav: „Und die Korrektur …", in Ordnung. Moment. Schauen wir zuerst. Seite 58, erster Absatz. „Das heißt, obwohl sie Gutes und Genuss empfangen, ist es dennoch," – heute – „da sie empfangen" … der Hausherr, der … „da sie um zu geben empfangen, wird das ‚Veränderung der Form' genannt."⁶

Das heißt: Von Seiten des Willens und der Sehnsucht, die sie nach der Höheren Fülle haben, verzichten sie auf das Empfangen des Guten und des Genusses. Sondern aus dem Grund, dass der Schöpfer daran Freude und Genuss hat, dass sie genießen – denn das war das Ziel der Schöpfung –, deshalb empfangen sie, weil der Heilige, gepriesen sei Er, will, dass sie genießen, und nicht von der Seite, dass sie Genuss für sich selbst empfangen wollen." Das heißt, sie gehen genießen, weil darin Freude für den Schöpfer liegt. Weiter. 23:13

„Und diese Korrektur geschieht gerade durch die Verhüllung und Verbergung, denn dann gibt es Raum für die Wahl," – was heißt „für die Wahl"? Wofür genieße ich? Damit es mir gut geht oder damit es Ihm gut geht? Denn wenn es keine Verbergung gibt, kann ich nicht wählen. Ich kann den Übergang nicht machen, zu genießen, damit Er es hat. „… wenn nicht in der Absicht zu geben, will er nicht empfangen.

Anders aber, wenn das Licht offenbart wäre, wie es vor dem Zimzum war: Wie kann man sagen, während das Höhere Licht die ganze Wirklichkeit füllt, dass es Raum für die Wahl gäbe – das heißt, dass er, wenn er nicht auf ‚um zu geben' ausrichten kann, nicht empfängt." 23:57

Also, was fragst du? „Wann kann ich sagen, dass ich nur für Dich genießen werde? Wann wähle ich das?" Wenn ich nichts habe. Ich mache es selbst so, dass ich nichts habe, ich will prüfen, ob ich mich nicht selbst betrüge. Ich prüfe, dass ich nichts habe, und ich bin einverstanden, darin zu bleiben. Ich erwerbe eine Korrektur, sodass es mir nicht fehlt, dass ich nichts habe. Sodass ich schon nicht mehr an mich selbst denke. Dass mir nichts fehlt. Mir bleibt nur, zu sein, zu fühlen, dass es Dir fehlt. Und dann öffne ich Dein Gefäß, und es fülle ich, und ich schaue: Wie kann ich Dein Gefäß füllen? Es wird nur dann voll sein, wenn ich mich mit dem Genuss fülle. Also öffne ich wieder meinen Willen zu genießen. Entsprechend dem, wie sehr ich fühle, dass ich Dir Genuss bereiten will, und entsprechend demselben Willen zu genießen in mir, fülle ich.

Und während ich Ihn fülle, bin ich die ganze Zeit mit den Augen, mit allen Gefühlen, bei Dir, um zu sehen, wie Du genießt. Es gibt hier eine nicht einfache Reihe von Korrekturen. Aber die erste Korrektur ist, einen Zimzum zu machen. Wie schreibt er dort im „Vorwort zum Talmud Esser haSefirot"? Und die erste Korrektur ist, es so zu machen, dass er an nichts von dieser Welt Genuss hat, ganz im wörtlichen Sinne. Und dann ist er sicher, dass … und so weiter, wie er über ein Leben in Leid spricht, wie das früher einmal war.

25:57 Schüler: Ich frage: Wo befindet sich in all dem die Wahl des Menschen? Er hat sozusagen versucht, nicht für sich selbst zu empfangen, hat gesehen, dass es ihm nicht gelingt …

Rav: Die Wahl im Menschen besteht hier nicht darin, etwas auszuwählen. Die Wahl des Menschen ist, die ganze Zeit auf sich selbst zu drücken, weiterzumachen. Nicht mehr. Du wählst keine Wege. Du wählst, wie, woher, ob ich … Ich will noch mehr … Kräfte für die Anstrengung, für noch ein bisschen mehr Druck, für noch ein bisschen Vorankommen. Das ist die Wahl. Nicht mehr. Die Wahl ist die Beschleunigung der Zeit.

Du wählst niemals Wege. Welchen Weg kannst du wählen? Kennst du dich in den Korrekturen aus? Deinen nächsten Zustand? Den jetzigen Zustand? Wie man von dem einen zum anderen kommt? Was daraus wird? Es ist klar, dass nicht wir das machen. Dass wir gerade danach suchen, so zu gehen, das ist Dummheit – dass wir Wege suchen.

Gestern war jemand bei mir,⁷ ein sehr kluger Mann. Aufgeweckt, Professor, wirklich, ein besonderer Mann in seinem Beruf. Bei Motorola dort ein Manager, einer der großen Manager in solchen Projekten. „Ich kann nicht. Ich muss sehen, ich muss …" Es ist schwer zu erfassen, dass wir … Das heißt, er will sehen.

So im Allgemeinen zu sehen, theoretisch, das können wir, aber sich selbst, seine nächste Stufe, sieht der Mensch nie. Das ist schwer – das, was für Eran schwer ist, verstehst du? Der sich die ganze Zeit beschwert. Wir können nur Druck geben, um voranzukommen, und hinterher ein wenig in der Vergangenheit sehen. Wirklich sehen kann man jetzt nicht. Erst nach dem Machsom. Dann sieht man die Stufe. Denn solange wir den Machsom nicht überschritten haben, haben wir die erste Stufe nicht überschritten. Insgesamt ist das, was wir durchlaufen, nur eine einzige Stufe dieser Welt.

Da war eine Frage von jemandem. Nein? Schon vorbei, habt ihr euch beruhigt? Ja.

28:37 Schüler: Sie haben vorhin über die Angst gesprochen. Wie gibt es aus dieser ersten Angst des Menschen heraus, seiner praktischen Angst, Raum dafür, dass etwas Zusätzliches hinzukommt – dieser Blick von der Seite auf diese Angst? Wie kommt zum Ausgangspunkt, zur Angst des Menschen, zur ersten Furcht, noch etwas hinzu? Sie haben vorhin gesagt, dass es zwei Arten von Angst gibt: Entweder hat er Angst, was mit ihm sein wird, oder er hat Angst, was mit dem Schöpfer sein wird.

Rav: Ja.

Schüler: Wo kommt zur ersten Angst des Menschen noch etwas hinzu?

Rav: Was heißt „es kommt noch etwas hinzu"?

Schüler: Das Zusätzliche ist der Blick auf diese Angst sozusagen von der Seite.

Rav: Von der Seite kann ich meine Angst sehen, wenn ich irgendwelche Eigenschaften des Schöpfers erwerbe. Wir sprechen nicht über die tierischen Ängste – und auch bei den tierischen Ängsten haben wir ein Abbild davon –; ich brauche andere Gefäße, um mich selbst zu sehen und zu unterscheiden. Wenn wir also nicht das Zerbrechen der Gefäße gehabt hätten und in die Seele keine dem Willen zu empfangen fremden Eigenschaften eingegangen wären, könnten wir uns niemals auf irgendeine objektive Weise – sozusagen objektiv, von der Seite, sagen wir – denken und sehen. Nimm jeden Einzelnen in dieser Welt: Auch er kann sich ein wenig von der Seite sehen, sozusagen; das ist ein Abbild vom Zerbrechen der Gefäße. Das Vieh hat so etwas nicht, die Tiere nicht, nur die Menschen; weiter entwickelte Menschen haben die Möglichkeit, sich selbst zu sehen.

Ich spreche über das Tierische: Sie haben die Möglichkeit, sich von der Seite zu sehen und zu erforschen, und all das; es gibt darin viel Wissenschaft, Psychologie, alle möglichen Dinge. Das muss nicht jemand sein, der sich mit Kabbala beschäftigt. Aber woher kommt das, woraus entspringt das? Es entspringt daraus, dass durch das Zerbrechen der Gefäße in uns, in unsere tierischen Gefäße, solche Eigenschaften eingegangen sind, dass wir Menschen sind und keine Tiere. Deshalb fühlen wir Vergangenheit und Zukunft innerhalb der Gegenwart, und wir können uns selbst betrachten und uns selbst erforschen, sozusagen auch auf objektive Weise von der Seite, so wie es dort alle möglichen Psychologen machen.

Freud zum Beispiel: Er hat über sich selbst geschrieben, im Blick von der Seite sozusagen, über sein ganzes Verhalten von der Kindheit an bis dahin, dass er jetzt Psychologiewissenschaftler ist, ja. Nun, bei allem Unterschied: Dasselbe Verhältnis kann man sozusagen auf die ganze Schöpfung entwickeln und auf den Menschen als Ganzes, von der spirituellen Seite her – wie der Schöpfer schaut, von der Seite des Schöpfers. Und wenn der Mensch aus dem Machsom heraustritt und ein spirituelles Gefäß erwirbt, das heißt, wenn er dort von seinen Verlangen getrennt ist, von den Sorgen um sich selbst, also vom Blick auf sich selbst als sein Eigenes, und darin den Blick des Schöpfers auf ihn erfasst, dann ist das die objektivste Form, die es geben kann.

32:48 Schüler: Was ist die Bedingung, dass das geschieht?

Rav: Die Bedingung dafür ist der Zimzum, die Bedingung dafür ist eine Korrektur, die er von oben bekommt: dass die Gefäße, in denen der Wille zu empfangen ist, ein Fehlen der Füllung, eine Füllung bekommen – auch wenn es nicht ihre wahre, ihre natürliche Füllung ist. Das Gefäß will Or Chochma empfangen, stattdessen empfängt es Or Chassadim und beruhigt sich. Das ist etwas sehr Besonderes. Ich will genießen; mein Gefäß fühlt nur, ob es den Genuss, den es will, gibt oder nicht. Ja? Das war's. Plötzlich fühle ich, anstatt den Genuss zu empfangen, den dieses Gefäß will, das Or Chochma – anstelle der Füllung fühle ich in diesem Gefäß den Geber der Füllung, und das füllt mich, und ich will nicht mehr.

Woher kommt das? So wie Bchina Alef zu Bchina Bet wird und nicht mehr braucht. Wenn ich also in meinem Willen zu empfangen das Gefühl des Schöpfers bekomme anstelle der Füllung, die ich vorher wollte – tierische Genüsse, Geld, Ehre, Wissen, alle Dinge, was du willst, in allen meinen Sinnen –, wenn ich das Gefühl des Schöpfers bekomme, nichts weiter, dann brauche ich gar nichts. Ich empfange nicht den Genuss selbst, ich fühle den Geber des Genusses, das reicht mir. Warum? Einfach so. Einem Tier würde das nicht reichen. Der Mensch ist in vier Bchinot so entwickelt, dass ein Gefäß, das Chochma will, sich damit begnügt, Chassadim zu empfangen, das, was man das Gefühl des Schöpfers nennt. Wenn ich also schon eine Füllung habe, die nicht meine natürliche ist, eine andere, die mir erlaubt, davon getrennt zu sein, dass der Mangel über mich herrscht, dann gibt mir das die Möglichkeit, selbstständig zu sein. Jetzt kann ich messen, prüfen, bestimmen, welche Füllung ich wirklich will: eine Füllung gemäß meiner Natur oder eine Füllung, die ich Ihm gebe, gemäß einer anderen Natur.

Es gibt hier viele Dinge, aber das ist der Übergang. Du sagst: Wie kann man sozusagen von der einen Seite auf die andere hinübergehen? Uns fehlt also nichts außer dem Gefühl des Schöpfers, das ist die Korrektur für das Gefäß. Denn es gibt nichts außer zwei Parametern: entweder den Genuss, der mich füllt, das, was ich als das fühle, was ich auf dem Tisch habe, oder das Gefühl des Hausherrn, der neben dem Tisch steht. Eins von beiden, mehr gibt es nicht. Und ich, das ist das Gefäß, das war's. Also habe ich nicht viel zu wählen: entweder das oder das.

Sag: Ich werde beeinflusst und unterworfen sein, ja, entweder unter dem einen oder unter dem … egal, aber mehr als diese zwei gibt es nicht. Ich bin das Glas,⁸ vor mir gibt es zwei Möglichkeiten. Und der Schöpfer lehrt mich durch die Leiden – dadurch, dass Er mir keine direkte Füllung vom Tisch gibt – sozusagen, dass ich an eine andere Füllung denken muss: mich mit dem Gefühl Seiner Gegenwart zu füllen, was mir das gibt, was man „Selbstständigkeit" nennt. Die Frage ist, was Selbstständigkeit hier bedeutet, aber … Und danach empfange ich schon denselben Genuss vom Tisch, aber schon auf andere Weise: Ich benutze mein Gefäß schon als Mittel, nicht als Ziel. Mein Ziel ist schon nicht mehr, das Gefäß zu füllen; mein Ziel ist, durch das Füllen des Gefäßes zu etwas zu kommen, das darüber hinausgeht. Eine sehr einfache Idee.

37:57 Schüler: Wie führt das Fehlen der Füllung auf der einen Seite zum zweiten Mangel? Sie sagen, Er lehrt mich durch die Leiden. Warum ist das so?

Rav: Durch die Leiden lehrt mich der Schöpfer. Warum? Er lässt mich vom Tisch nicht genießen, ja, aber ich leide, also will ich vor den Leiden fliehen. Der Tisch ist mir schon egal, ich will nicht fühlen, dass ich Hunger habe. Ich laufe dem Genuss selbst nicht nach, ich verzweifle sozusagen daran, ihn zu erlangen. Mein Ziel ist, wie ich mich beruhige – nicht durch die Genüsse, egal –, dass ich keinen Willen mehr habe. Und in dieser Welt machen wir das instinktiv so. Kein Mensch begehrt eine Königstochter – wozu soll er leiden, er wird sie ja nie bekommen. Ja? Das war's. Also verkleinere ich sozusagen meinen Mangel, will nicht an ihn denken, verkleinere ihn – aber man lässt mich nicht, denn mein ganzes Ego und meine Verlangen entwickeln sich von innen die ganze Zeit weiter und bringen mich trotzdem zu Leiden. Ich bin nicht fähig, mich zum Schweigen zu bringen, mich zu beruhigen, und dann komme ich in einen Zustand, in dem ich nur noch suche, wie ich nicht leide.

Wie ich nicht leide – das ist die Frage nach dem Sinn unseres Lebens, die mich letztlich zum Suchen bringt. Kann ich mich irgendwie beruhigen? Ja. Wie? „Kostet und seht, dass der Schöpfer gut ist."⁹ Fertig, lass alles, was du an Genüssen denkst. Es gibt eine andere Quelle, und von ihr wirst du dich füllen und von ihr wirst du genießen. Wer ist Er? Der Schöpfer. Wer ist das? Ich weiß nicht. Such Ihn. Aber von da an vergiss, dass du dich mit dem füllen kannst, was du direkt in deinen Gefäßen fühlst – such Ihn, das ist die einzige Lösung, um nicht zu leiden. Was auf dem Tisch ist, wirst du nie bekommen. Sondern du wirst den Hausherrn sehen, du wirst sehen, wie Er irgendwie schön ist, etwas über dich denkt, egal was – das wird dich füllen. Der Schöpfer bietet Sich selbst als Füllung an, anstelle der natürlichen Füllung.

Schüler: Der Mensch muss sich sozusagen daran gewöhnen, sich daran anpassen.

Rav: Ja. Nu, ja.

Schüler: Auch in der Anfangsphase durchläuft man Zustände, in denen man Verlangen hat, die einen verbrennen, oder man fühlt so eine Stille, plötzlich … Die Frage ist, ob man darüber überhaupt Kontrolle haben kann. Ob man …

Rav: Wer spricht von Kontrolle? Ich verstehe dich nicht. Wie oft habe ich gesagt, dass du über nichts Kontrolle hast außer über eines: deine Entwicklung zu beschleunigen, indem du das, was in deiner Hand liegt, was in deiner Kraft steht, auch tust. Du wirst sehen, wie sie dir Dinge erfinden. Du bist dumm, du siehst nichts, du verstehst nichts – mach alles schnell, das war's. Du siehst, wie … was für Dinge du hast. Die große, reiche Weisheit der Kabbala und die weisen Kabbalisten, die von einem Ende der Welt bis zum anderen sehen – was empfehlen sie dir zu tun.

Schüler: Was in deiner Hand liegt, das tu. Was soll ich tun? Was ist diese Beschleunigung? Worin drückt sie sich aus? In meiner Einstellung, in körperlichen Handlungen? Worin drückt sie sich aus?

Rav: Nein. Auch deine Frage ist nicht richtig. Deine Frage müsste vielleicht so lauten: Was erreiche ich dadurch, dass ich alle möglichen Handlungen mache – ohne Verstand, ohne Wissen, ohne Verständnis, einfach so, wie es mir gerade kommt, wie ich plötzlich denke. Wer verlässt sich schon auf seinen Verstand, auf irgendetwas, ja. Was heißt „was in deiner Hand liegt, das tu"? Das heißt: In jedem Moment, in dem du verstehst – so wie du eben verstehst –, dass du etwas in Richtung der Entwicklung tun musst, aus dem heraus, was sie dir zu tun empfehlen, was sie dir empfehlen: Geh nach diesen Ratschlägen. Das war's. So ist das.

Ja.

43:02 Schüler: Wenn ich am Tisch sitze und einen Zimzum machen will und das nicht für mich selbst will, sondern um zu geben … gepriesen sei Er. Das heißt, um mich zu beruhigen. Das heißt, ich habe einen größeren Egoismus, ich … Weil ich Egoist bin, will ich mich beruhigen, deshalb schränke ich mich ein. Wie komme ich danach … Von welchem Zimzum? Wie kommt das …

Rav: Du sagst Folgendes: Ich sitze am Tisch, ich will essen, ich leide. Damit ich nicht leide, gehe ich mit meinem Egoismus nicht zu den Genüssen, sondern zu einem größeren Egoismus: nicht zu leiden. Jetzt will ich aufhören zu leiden. Also benutze ich einen größeren Egoismus. Richtig. Bchina Bet ist gegenüber Bchina Alef egoistischer, gröber. Hundertprozentig, du hast recht.

Du hast dich also beruhigt – aus dem Grund des Willens zu empfangen hast du dich damit beruhigt, dass du den Schöpfer fühlst. Wenn du eine andere Möglichkeit hättest, dich zu beruhigen, würdest du niemals zu Bchina Dalet kommen. Die ganze Entwicklung geschieht dadurch, dass sich der Wille zu empfangen entwickelt. Sicher: Daraus, dass er sich beruhigen will, fühlt er in sich selbst, dass dort der Hausherr sitzt. Ich habe keine Worte. Es gibt hier eine Art Feinheit, wo Licht und Gefäß miteinander verbunden sind, dass sie als richtig eng verbundene Partner zusammen gehen.

Ja.

Schüler: Was ist der Unterschied – ich will mich sozusagen beruhigen –, was ist der Unterschied zwischen unserer Methode und der Methode der Yogis zum Beispiel? Die machen doch auch … dasselbe. Was ist hier … warum wollen wir …

Rav: Ich weiß nicht, was die Yoga-Methode ist, und alle möglichen anderen … Ich kenne es nicht, ich kenne es wirklich nicht.

45:28 Schüler: … Methode von …

Rav: Wir gehen daran, den Egoismus zu entwickeln, zu entwickeln. Wenn wir über die Zimzumim sprechen, wenn wir davon sprechen, die Kraft zu geben zu erwerben, dann sprechen wir über die Entwicklung des Willens zu empfangen, über Entwicklung. Das, was er jetzt gefragt hat, ja, unser Gast aus Wien. Was hat er gesagt? Aber wenn ich mich beruhige, anstatt das vom Tisch zu empfangen, dann benutze ich einen größeren Willen zu empfangen. Richtig.

Ich sage dir: Der dumme Mensch leidet und weint, dass er leidet. Der weiter entwickelte Mensch sucht ein Heilmittel. Der größere Egoist sucht ein Heilmittel. Das sehen wir am Leben. Der eine arbeitet sehr hart von morgens bis nachts. Der andere kommt zur selben Arbeit und schaut: „Ich soll von morgens bis nachts arbeiten? Ich denke mir jetzt eine Lösung aus", ja. Er schläft, sitzt da, trinkt Kaffee, raucht eine Zigarette – und plötzlich arbeitet eine Maschine an seiner Stelle, ja. Der Wille zu empfangen entwickelt das.

Man kommt also zum Willen zu geben aus der Entwicklung des Willens zu empfangen heraus. Und bei all den anderen Methoden geschieht es dort aus … nicht Folterung, wie soll ich sagen, aus der Unterdrückung des Willens zu empfangen: ihn immer weniger zu benutzen. Bei uns ist es umgekehrt: Benutze ihn mehr, benutze ihn mehr. Mach mit deinen tierischen Eigenschaften, was du willst. Nur das Licht, das zur Quelle zurückbringt, wird dir helfen, aus diesem Zustand herauszukommen. Keine einzige Begrenzung wird helfen. Tatsache ist: Je weiter du dich entwickelst, desto größere Verlangen gibt man dir jedes Mal.

Ja.

47:46 Schüler: Vielleicht schärfe ich die Frage sozusagen. Wenn der Höhepunkt der Entwicklung des Egoismus, des Willens zu empfangen, am Ende der Wille ist, aus dem Egoismus heraus vor sich selbst zu fliehen – was macht es dann für einen Unterschied, ob du mitten im Prozess fliehst oder erst auf dem Höhepunkt der Entwicklung? Was macht es für einen Unterschied, ob ich jetzt Verlangen unterdrücke oder auf der Ebene dieser Welt aus meinen Verlangen heraus fliehe – oder ob ich sie bis zu ihrem Maximum entwickle, bis sie mich völlig verbrennen, und dann vom Höhepunkt der Entwicklung aus vor ihnen fliehe? Welchen Unterschied gibt es hier?

Rav: Du hast ein bestimmtes Gefäß, in dessen ganzem Volumen du alle Genüsse dieser Welt fühlen musst – wie sehr sie dir sozusagen Leiden geben und wie sehr du fähig wärst, davon zu genießen. Aber stattdessen ziehst du es vor, diese Leiden zu beruhigen, sie zum Schweigen zu bringen, sie nicht zu fühlen. Und jeder muss in diesem ganzen Gefäß zur Feststellung dieses seines Endzustands kommen. Wenn er dieses Gefühl nicht hat, kann er sich nicht weiterentwickeln; das ist insgesamt die Ausschöpfung der kleinsten Reshimo.

Schüler: Sagen wir, es gibt einen Menschen, der den Prozess versteht und ihm zustimmt und sagt: Das Endziel am Ende ist, vor diesen Leiden zu fliehen. Warum soll ich dann …

Rav: Aber du kannst jetzt nicht entscheiden, dass du vor diesen Leiden fliehen willst, weil du noch gar nicht vor ihnen fliehen willst. Du willst nicht.

Schüler: Sagen wir, jemand hat sie noch nicht entwickelt, und jetzt, ich weiß nicht, zieht er in den Wald, in … ich weiß nicht was.

Rav: Du hast keine Möglichkeit, durch irgendwelche äußeren, technischen Mittel einen Sprung des Weges zu irgendeiner schnelleren Entwicklung zu bewirken – sondern nur durch innere Selbsterkenntnis, die allein durch die Gemeinschaft beschleunigt werden kann. Alles andere außer der Gemeinschaft, in der du dich befindest – alles andere ist auf einer solchen Stufe des Unbelebten, dass es dir keine Beschleunigung in der Entwicklung geben kann.

Schüler: Aber ich sage: Wir sagen, in der Kabbala schauen wir auf das Ziel, ja. Wir schauen nicht auf den Prozess in der Mitte. Wir schauen auf das Endziel und analysieren von dort aus den Prozess rückwärts. Wenn das Endziel am Ende der Endzustand ist, ein Zustand, in dem ich vor mir selbst fliehen will und in einen Zustand komme, in dem ich nicht an mich selbst denke, weil alle meine Verlangen mir Leiden bringen – warum soll ich dann nicht mitten im Prozess kommen und mir jetzt eine Gemeinschaft wählen, die mir von morgens bis abends das Hirn zermahlt, sodass alle meine Verlangen mir …?

Rav: Schön, schön, schön, schön – du hast jetzt verstanden, was der Auszug aus Ägypten ist. Dass du vor dir selbst fliehen willst, vor deinem ganzen Selbst, aus dem Land Ägypten, vor Pharao, vor allen Nöten, vor allem, allem, allem. Das sind einfach Bedrohungen, das sind nicht einfach nur Leiden, das ist wirklich furchtbar und schrecklich. Du bist bereit zu fliehen, und das war's. Das ist das Ende unserer Entwicklung im Rahmen dieser Welt. Von dort aus kann man in die Spiritualität heraustreten.

Nun, wie kannst du den Weg beschleunigen? Du sagst also: In Ordnung, ich bin jetzt mitten in der Entwicklung in Ägypten. Ich bin jetzt, sagen wir, von den sieben Jahren der Sättigung zu den sieben Jahren des Hungers übergegangen, ich fange an, hineinzukommen. Und es scheint mir nicht schön und gut zu sein.

Ich will die Entwicklung beschleunigen. Bitte, sagt man dir, das geht. Was heißt also beschleunigen? Dieselben Stufen beschleunigt durchlaufen, dieselben Stufen; du kannst keine einzige Stufe überspringen. Mit „Sprung des Weges" ist ein Sprung in der Zeit gemeint, aber kein Sprung in der Entfernung, das heißt in den Stufen. Der Sprung liegt in der Erkenntnis, in der Geschwindigkeit des Erkennens der Zustände. Man sagt also, dass du das durch die Gemeinschaft sehr, sehr schnell machen kannst. Tu es. Man gibt dir eine Gelegenheit. Wenn man dir diese Gelegenheit nicht gäbe, wenn es nicht möglich wäre, hätte man dir diese ganze Weisheit überhaupt nicht gegeben. Dann wäre die Entwicklung einfach durch Kräfte von oben geschehen, und das war's.

52:19 Schüler: Und ich sage Folgendes: Wenn ich Verlangen habe, wenn ich Verlangen habe, deren Leiden ich in ihrem Wesen nicht verstehen kann. Dass es einfach sozusagen egal ist …?

Rav: Du musst hier gar nichts verstehen. Du bist klug. Es gibt hier dumme Menschen, und sie kommen weiter voran als du. Klugheit hilft hier nicht. Man sagt dir die Handlungen, die du machen musst, nicht Verstand. Was wird dir der Verstand helfen? Du kannst diese Artikel auch nicht lesen.¹⁰ Konnte man sich denn nicht entwickeln, bevor er diese Artikel geschrieben hat? Und wenn du den einen Artikel liest und den zweiten nicht, und plötzlich irgendwie etwas – dann wird auch daraus nichts. Man gibt dir Ratschläge. Alles Übrige ist nur Beiwerk drumherum.

Unser Problem ist, dass wir denken, wir könnten durch irgendeine verstandesmäßige, rationale Arbeit vorankommen. Wir können nicht, wir können nicht. Der Verstand wurde uns nur gegeben, um etwas schneller zu verstehen, dass es sich lohnt, die Ratschläge auszuführen. Und sofort kommt der Wille zu empfangen und sagt dir: Das geht, aber ein bisschen so. Ich spüre schon, was dir im Kopf vorgeht. Ja.

Schüler: … meinen Sie, dass ich zuerst auch materiell so weit voll sein muss, sagen wir, wie die Menschen in Hollywood, die suchen …?

Rav: Du musst nicht so voll von Materiellem sein wie diese in Hollywood, aber du musst … du musst dafür nicht nach Hollywood gehen. Aber letztlich wirst du auch sie fühlen. Du wirst fühlen wie Menschen, die wirklich voller Begierden sind, wie die ganze Welt. Ja, sicher. Nu, gehen wir jetzt etwas lernen. Gerede, alles Gerede – für unser Programm von drei bis vier.

(Ende der Lektion)