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Weltkongress „Kabbala für das Volk" in Bulgarien 07.–10.11.2019
Der Gewinn beim Hinausgehen in den weltweiten Zehner – Zusammenziehung und Ausbreitung
Lektion 4
Transkript der Lektion vom 08.11.2019
Rav: Wir sind jetzt mit euch in Lektion Nummer 4. Der Name der Lektion ist „Der Gewinn beim Hinausgehen in den weltweiten Zehner, Zusammenziehung und Ausbreitung". Das heißt: Jeder lernt in seinem Zehner, ordnet sich dort, annulliert sich gegenüber den Freunden, empfängt von ihnen ihr Verlangen und so weiter und so weiter – das ist Pflicht, darauf gibt es keinen Verzicht. Aber zusammen damit verbinden wir uns zu größeren Zehnern. Was gewinnen wir dadurch? Was ist eigentlich der Gewinn von all dem? Wir werden sehen.
Ich bitte euch: Lasst uns knapper sprechen. Versucht, auf meine Fragen schnelle, kurze Antworten zu geben. Wir haben schon viel über alle möglichen Varianten der Beziehungen zwischen uns gesprochen, also soll es klar sein – das ist das eine. Und das Zweite: dass wir Platz für Fragen und Antworten lassen, wenn ihr welche habt. Das ist die zweite Hälfte der Lektion, wenn wir entscheiden, dass wir sie brauchen. Baal HaSulam schreibt. 1:37
„Es gibt nur eine Seele in der Welt. Und diese Seele existiert in allen Kindern Israels, vollkommen in allen," – in jedem in Vollkommenheit – „wie in Adam haRishon, da das Spirituelle unteilbar ist. Vielmehr teilt sich diese eine Seele in das Verlangen zu empfangen in jedem Menschen." (Nach Baal HaSulam, „Sechshunderttausend Seelen") 2:02
Das heißt: Wir verstehen nicht, wie das geschieht. Jeder denkt, dass in ihm eine Seele ist, und die Kabbalisten sagen, dass es nur eine einzige Seele gibt, die ganz für alle ist, eine. Dass jeder sich selbst aus diesem Einen heraus fühlt, aus dieser allgemeinen Struktur der Seele, kommt daher, dass in ihm eine Kraft ist, die seine Sicht in die private Wahrnehmung aufteilt – deshalb erscheint es ihm so. Aber in dem Moment, in dem wir anfangen, uns miteinander zu verbinden, fangen wir an zu verstehen: Insgesamt sind wir jedes Mal im Erlangen der einen Seele, nur in immer geklärterer Form.
Das heißt: Dieselbe Seele ist jetzt in mir. Wenn ich mich mit tausend Menschen verbinde, kläre ich dieselbe Seele von mir durch diese tausend Menschen in einer detaillierteren Form – punktueller, genauer. Und wenn ich mich nicht mit tausend verbinde, sondern mit einigen Millionen, mit einer Milliarde Menschen, dann verbinde ich mich mit derselben Seele von mir: Zuerst habe ich sie als Punkt gefühlt, dann habe ich sie im Zehner gefühlt, und jetzt fühle ich sie milliardenfach – dasselbe. Die Frage ist nur, mit welcher Genauigkeit ich sie klären, sie fühlen, mich mit ihr verbinden und mit ihr arbeiten kann. Das ist der Unterschied.
Ihr könnt Fragen aufschreiben, gleich könnt ihr fragen. Nicht nur dazu, sondern zu allen Lektionen, die wir durchgegangen sind. 4:27
„In Bezug auf den materiellen Körper" – Abschnitt Nummer 2 – „Im irdischen Körper gibt es zwei Unterscheidungen: 1) Jemand fühlt seine Seele als einzigartig und versteht nicht, dass es sich dabei um ganz Israel handelt." – die allgemeine Seele – „2) Das Licht der gemeinsamen Seele erleuchtet den Menschen nur in dem Maß, wie er sich selbst gereinigt hat, indem er zur Gemeinschaft zurückkehrt." 4:57
Das heißt: In dem Maß, in dem ich mich mit dem Allgemeinen einschließe, in dem Maß, in dem ich mit ihnen zusammen hineingehe, in dem Maß, in dem ich und das Allgemeine zusammen eins sind – in diesem Maß kläre ich meine Seele genauer. Wenn ich also vorher meine Seele nur im Zehner offenbart habe und danach, sagen wir, zu hundert Zehnern komme – hundert Zehner, das sind insgesamt wie viel? Tausend Menschen? Was wir hier auf dem Kongress haben, sagen wir mal –, dann kann ich alle Einzelheiten, die in meiner Seele sind, tausendmal genauer klären als das, was ich im Zehner erlange.
Stellt euch vor, es gibt irgendein Bild oder ein Wissen oder ein Gesetz oder was auch immer, und ich sehe diese Dinge, die ich erforschen will, tausendfach. Das ist eigentlich der Nutzen. Und die Sache ist, dass ich das nicht nur sehe: In allen Aspekten, in allen Unterscheidungen, in allem, was in der Seele ist, offenbare ich all ihre Einzelheiten tausendmal genauer, und ich kann damit arbeiten, das lernen, mich dazu verhalten, davon empfangen und so weiter. Das heißt, der Gewinn beim Hinausgehen aus dem Zehner zu zehn Zehnern, hundert Zehnern und so weiter ist wirklich enorm. 6:55
„Man muss sagen “Die Welt wurde für mich erschaffen”." Abschnitt Nummer 3. „Man muss sagen “Die Welt wurde für mich erschaffen”. Denn alle Menschen müssen sich spirituell entwickeln." Das heißt, er muss wirklich fühlen, dass er sich aus allen einschließt – dass alles, was er sieht, was sich vor ihm offenbart, eine Abbildung seiner inneren Seele ist. „Wir müssen daher das Wesen der spirituellen Liebe verstehen, welche sich aus der Freundesliebe entwickelt, die den Beginn darstellt. Denn sie wurde in den Menschen eingeprägt, damit er lernt, wie man den Schöpfer liebt." (Nach Baal HaSulam, „Vorwort zum Talmud Esser haSefirot", 68–69) 7:44
Das heißt: Über alles hinaus, was wir untereinander im Zehner lernen, müssen wir lernen, dass wir uns in derselben Beziehung zum Schöpfer verhalten müssen.
Weiter.
„Wir müssen nur aus uns heraustreten und uns mit den anderen zu einem einzigen Körper verbinden." (Nach Baal HaSulam, Brief 4) 8:12
So schreibt Baal HaSulam. Denn in diesem Maß fange ich an, mich selbst zu lernen. Ich kann mich nicht in mir selbst lernen, sondern nur, indem ich mich mit den anderen verbinde – und in ihnen sehe ich die Teile meiner Seele. In mir offenbare ich nur einen einzigen schwarzen Punkt. Nur einen schwarzen Punkt. Und wenn ich hinausgehe, dann ist sie dort, außerhalb von mir – dort ist meine Seele. Deshalb steht geschrieben: „Inmitten meines Volkes wohne ich."
Bis hierher sind wir vier Abschnitte durchgegangen, die uns erklären, was der Unterschied ist zwischen dem, dass wir die Spiritualität im kleinen Zehner offenbaren, und dem, dass wir sie in einer um ein Vielfaches größeren Menge von Menschen offenbaren. Wollt ihr schon jetzt etwas fragen? Nu … nicht schüchtern sein. Gibt es welche? Bitte.
09:53 Schüler (Übersetzung aus dem Englischen): Diese Anstrengung, mich mit dem großen Zehner zu verbinden, und die Anstrengung, mich mit meinem örtlichen Zehner zu verbinden – was ist der Unterschied im Gefühl, im Empfangen des Gefühls? Denn der große allgemeine Zehner hat jetzt einen Vorteil; ich fühle, dass er einen großen Vorteil hat gegenüber meinem kleineren örtlichen Zehner.
Rav: Ich weiß nicht, wie ich Beispiele geben soll, aber stell dir vor, du nimmst eine Lupe und siehst die Dinge, die dir vorher … sagen wir: Du siehst irgendeinen Punkt auf dem weißen Blatt. Einen Punkt. Du nimmst eine Brille, setzt sie auf und siehst: Das ist kein Punkt. Das ist irgendetwas, vielleicht irgendein kleines Tier, irgendeine Kakerlake. Du nimmst eine Lupe und siehst: Ja, das ist irgendein biologisches Lebewesen. Es hat Beine, es hat alles, was ein kleines Tier hat, und du fängst an, es zu lernen. Du kannst es unter ein Mikroskop legen und noch mehr und noch mehr lernen.
Zum Punkt hattest du überhaupt keine Beziehung. Und in dem Maß, in dem du ihn vergrößerst – zehnfach, hundertfach, tausendfach und so weiter –, in diesem Maß hast du eine Klärung über dieses Objekt. So lernen wir den Schöpfer. In dem Maß, in dem wir unser Kli vergrößern: Wenn er sich in einem größeren Kli offenbart, offenbart er sich darin in einer größeren Auflösung. Ich kann Einzelheiten lernen, ich kann seinen Charakter lernen, sein Verhalten in allen möglichen Formen.
Das ist es, was mir ermöglicht, aus dem kleinen Zehner in die große Verbindung hinauszugehen. Deshalb steht geschrieben: „In der Menge des Volkes liegt die Herrlichkeit des Königs." Je größer das Volk, das heißt je größer die Menge der Menschen, desto machtvoller offenbart sich der Schöpfer dort – sowohl in den Einzelheiten als auch in der allgemeinen Macht. 12:53
Er kann sich nicht in einer kleinen Kraft offenbaren. Und auch nicht in einer Kraft, die nicht aus vielen einander entgegengesetzten Eigenschaften zusammengesetzt ist. Er kann nicht. Sondern man braucht ein Kli, um zu offenbaren. Weißes Licht – es ist auch nicht weiß. Du fängst an, es zu lernen, und [siehst]¹, dass es aus sieben Farben zusammengesetzt ist. Danach lernst du, dass es nicht sieben sind, sondern Millionen von Farben – in Frequenzen und in allen Verbindungen, die es dort gibt.
Das heißt: Es geht um Genauigkeit, um die Anzahl der Teile, in die du die Erscheinung aufteilst. Und eine Erscheinung wie der Schöpfer verlangt so viele Teile, dass es für uns eine unendliche Zahl ist. So wie wir es beim Zerbrechen der Gefäße lernen, das in der Welt Nekudim geschah, und danach bei der Sünde des Baums der Erkenntnis, beim Zerbrechen der Seele, beim Zerbrechen von Adam haRishon: dass Teile herabsteigen und fallen, und noch und noch und noch, und sich zerlegen und zerlegen, bis sie in den Zustand kommen, in dem wir sind – in der Generation der letzten Zerlegung und des Beginns des Aufstiegs zurück zur Korrektur.
Noch etwas? Bitte. Nicht schüchtern sein. Nu, gibt man dir ein Mikrofon?
14:58 Schüler (Übersetzung aus dem Deutschen): Ich möchte zuerst etwas zu Ihrer Zeichnung mit dem Zehner fragen.
Rav: Wo ist sie? Ist sie da? Nein. Ich weiß nicht, ob ich sie hier habe, nein.
Schüler (Übersetzung aus dem Deutschen): Ich kann die Frage auch anders stellen.
Rav: Frag du, ich zeichne.
Schüler (Übersetzung aus dem Deutschen): Ich habe das auch aufgezeichnet und plötzlich gedacht, dass es aussieht wie ein Prozessor im Computer. Ist es dem ähnlich?
Rav: In gewisser Weise ja. Bei allen technischen Systemen, die wir in dieser Welt haben, die wir bauen und entdecken – bei jedem einzelnen System gibt es sicher dasselbe System in der Spiritualität, nur in Form von Kräften und nicht in Materie. Es kann nicht sein, dass jemand sich irgendeine Maschine, ein System, irgendeine Erfindung ausgedacht hat, die es in der Spiritualität nicht gibt. Von dort nehmen wir alle Neuerungen – auch wenn wir es nicht verstehen und uns dessen nicht bewusst sind, aber nur von dort.
Ja, bitte. 16:41
Schüler (Übersetzung aus dem Italienischen): Rav, guten Abend. Eine Frage zu Lektion Nummer 3: In dem Moment, in dem wir den Willen zu geben erworben haben – was machen wir mit dem Willen zu empfangen? Dient er mir nur dazu, das gewöhnliche Leben zu leben, oder hat er irgendeine andere Verwendung?
Rav: Wir trennen uns nicht vom Willen zu empfangen. Wir erwerben den Willen zu geben, und der Wille zu empfangen bleibt in uns erhalten. Nach und nach kommen wir in einen Zustand, in dem wir einen starken Willen zu geben haben – das nennt man „geben um zu geben". Und danach erwecken wir denselben Willen zu empfangen und fangen an, ihn im „empfangen um zu geben" zu benutzen. Das heißt, unseren Weg kann man eigentlich als eine Art Grafik aufbauen, nu, sagen wir so (Zeichnung), vom jetzigen Zustand bis zum Ende des Weges.
Wir gehen also durch einen Teil, der „Chafez Chessed" heißt (Zeichnung) – das ist der erste Teil. Und der zweite Teil, das ist schon „empfangen um zu geben", schon der Teil des Erlangens der Weisheit, des Erlangens der Tora, des Erlangens des Schöpfers selbst. Hier erwerben wir Kräfte des Gebens, nur Geben, die Stufe Bina, und hier erwerben wir schon die Stufe Keter. So ist es: von Malchut bis Keter, und hier die Stufe Bina.
Weiter. 19:01
Schüler (Übersetzung aus dem Russischen): Hallo, Lehrer. Ich möchte eine Frage zu dieser Lektion überhaupt stellen. Am zweiten Tag, in der dritten Lektion, es kommt die vierte Lektion. Ich schaue nicht auf mich selbst, sondern ich schaue um mich herum, und in jedem Zehner gibt es einen Freund oder zwei, manchmal drei, die in so einem Zustand sind – nicht dass sie einschlafen, aber so eine Art Dämmerzustand. Man kann dagegen nicht ankämpfen, ich weiß nicht, es ist nicht klar, so eine Dormita. Und entsprechend dem, was Sie gesagt haben – ich habe Sie in einer der Lektionen sagen hören, Sie haben gerade davor gewarnt, dass es solche Zustände gibt, in denen wir uns nicht miteinander verbinden wollen –, und dieser Schlaf, der uns umhüllt, der zwischen uns existiert: Haben Sie davon gesprochen, oder ist das etwas anderes? Können wir dagegen ankämpfen?
Rav: Kämpfen müssen wir gegen den Schlaf, gegen die Benebelung der Sinne, gegen das Abgetrenntsein vom Thema – das ist wie üblich, sicher müssen wir kämpfen. Aber zusammen damit müssen wir verstehen, dass diese Dinge natürlich sind: Jeder einzelne Schüler ist einen Teil seiner Zeit in der Lektion wach und einen Teil im Halbschlaf, in der Dormita. Da ist nichts zu machen, das ist die Natur des Menschen. Wir müssen verstehen, dass der Schöpfer uns so ordnet, dass wir so sind, und er kennt diese Berechnungen schon. Wir müssen tun, was uns auferlegt ist, soweit wir können – und soweit wir es nicht können, ist das seine Berechnung.
Mich regt es nicht auf, dass ein Teil meiner Schüler schläft. Wenn ich an meinem festen Platz dort bei Bnei Baruch eine Lektion gebe, dann sind von sagen wir 400 Leuten, die in der Lektion vor mir sind, immer 100 bis 150 in irgendeiner Form abgetrennt, mehr oder weniger – und sie wechseln sich ab. Mal die, mal die, so und so.
Und das ist mir nicht so wichtig, denn der Mensch investiert: Er ist gekommen, er ist müde, er will nicht, er versteht nicht, er versteht doch. Jeder hat seine Stimmung, jeder hat ein anderes Gefühl, eine andere Lage zu Hause, bei der Arbeit und so weiter, und anderes Material. Der eine lernt gern die Struktur der Welten, der andere sorgt sich um die Struktur der Seele und was mit ihr geschieht, und so weiter.
Darüber steht geschrieben, dass man die Menschen ihrer Neigung entsprechend lehren muss: „Erziehe den Knaben gemäß seinem Weg." Deshalb kämpfe ich nicht dagegen. Die Hauptsache ist, dass der Mensch dasitzt und sich bemüht. Einen Teil der Lektion ist er in Verbindung, einen Teil nicht – der Schöpfer ordnet die Dinge schon. Ich muss nur die Weisheit bringen und sie servieren, wie ein Kellner im Restaurant, sie dem Menschen so nah wie möglich servieren, das war's. 23:51
Bitte.
Schüler (Übersetzung aus dem Englischen): Hallo Rav, ich bin Vladimir aus der Gruppe Tschechoslowakei. Vielen Dank für die Gelegenheit zu fragen. Ich möchte fragen, wie man den Schöpfer richtig um etwas bittet – darüber haben wir schon viele Male gesprochen, wie man um Erfolg in unserer Arbeit bittet und so weiter. Die Frage ist, Rav: Bitte teilen Sie mit uns Ihr persönliches, privates Gebet, Ihre persönliche Bitte an den Schöpfer für unseren Erfolg, für den Erfolg von Bnei Baruch, des Kli von Bnei Baruch, in unserer Arbeit. Was ist Ihr Gebet, Rav? Wenn man so etwas fragen darf.
Rav: Fragen kann man alles, der Schüchterne lernt nicht. Aber insgesamt hilft nur das Gebet, das heißt die Bitte – dass der Mensch seine Bitte aus seinem Herzen heraus zum Schöpfer erhebt. Und der Schöpfer befindet sich dort verborgen im Zentrum des Zehners. Wenn du dir deinen Zehner vorstellen kannst und dass sie irgendwie untereinander verbunden sind, dann stell dir vor, dass dort drinnen der Schöpfer verborgen ist. An ihn musst du dich wenden. So funktioniert es, das ist das ganze Geheimnis.
Und außerdem: eine Nervensäge sein, beharrlich, und wenn nötig auf alles verzichten. Das ist alles, es gibt nichts anderes. Denn insgesamt ist der Weg sehr kurz. Er kann 5, 10, 25, 30 Jahre dauern, egal, aber er muss dich zum Ergebnis bringen. Und man erlangt, so viel man erlangt; dann liegt noch ein Teil vor dir – nu, beende ihn in einer anderen Welt, was ist das Problem? Unter anderen Bedingungen, das heißt.
Aber nur das Gebet. Ein Gebet, das du auf die richtige Weise mit den Freunden im Zehner ordnest, zum Schöpfer, der im Zentrum des Zehners ist – das hilft. Wofür betest du, was willst du erlangen? Das heißt, all diese Dinge auf gesunde, klare Weise klären, das war's. Und belüge dich nicht selbst, mach dir nichts vor, sondern sei aufrichtig. Das ist alles. 27:28
Schüler (Übersetzung aus dem Italienischen): Die Arbeit im erweiterten Zehner, im großen Zehner, sieht aus wie eine Art Flucht vor dem örtlichen Zehner. Wie kann man zwischen diesen beiden Dingen vermitteln – nicht vor der Arbeit im örtlichen Zehner zu fliehen, um die allgemeine Arbeit im allgemeinen Zehner zu machen?
Rav: Du hast recht, du hast recht, und wirklich ist es so: Wenn ich durch eine Brille gesehen habe, sagen wir mit einer Dioptrie, und jetzt will ich eine mit dem 10-Fachen oder 100-Fachen aufsetzen, dann nehme ich die vorherige ab. Ich kann also nicht beides zugleich behalten, und so ist es bei allem. Am Computer ist es dasselbe, wenn du zum Beispiel die Schrift vergrößerst: Du gehst schon zu einer anderen Wahrnehmung über, in einen anderen Zustand. Nur keine Angst haben, dass du damit die vorherige Form verlässt – so etwas gibt es nicht.
Du bist im vorherigen Zustand, nur in größerer, besserer Auflösung. Du hast den vorherigen Zustand um das 10- oder 100-Fache vergrößert, mehr nicht. Aber du musst in demselben Zehner bleiben und dich zusammen mit diesem Zehner jetzt in einem größeren Zehner einschließen, das ist zum Beispiel die Gruppe Europas. Und so wird es sein.
Aber du wirst davon sehr viel haben. Wir schließen uns hier jetzt mit sehr vielen Meinungen und Gedanken und Verlangen und all diesen Dingen ein. Du wirst nach Hause zurückkehren und nicht spüren, dass das auf dich gewirkt hat – aber deine Wahrnehmung und deine Beziehung werden sich ändern, sie werden sich sehr ändern, denn du hast dich mit verschiedenen großen Mängeln eingeschlossen, und das gehört zu deiner Seele und wird auf das Fortschreiten wirken.
30:20 Schüler (Übersetzung aus dem Italienischen): In der vorigen Lektion haben wir über Rabash gesprochen und gelesen, und es sieht so aus, als wäre alles sehr einfach: Nach den Regeln von Rabash haben wir uns vereinigt, in Europa gibt es kein Problem. Aber warum ist es so schwer, sich vor den anderen zu annullieren und nur die Vorzüge der anderen zu sehen?
Rav: Unser Ego lässt uns nicht aus uns selbst herausgehen, es lässt uns nicht, es hält uns nur drinnen in sich fest. Was kann man machen? Sich immer mehr vorstellen, dass alles, was du siehst, deine Seele ist. Das ist sehr schwer. Wie kann es sein, dass in der Welt … Sagen wir, ich sehe Nachrichten im Fernsehen, bei uns um neun Uhr abends, da gibt es einen Weltüberblick: was in der ganzen Welt geschieht, was für Dinge, was für Gräuel, was die Menschen tun, wie sie einander töten, worüber sie streiten, wegen allem möglichen Unsinn, und was für Leid sie einander zufügen – das ist alles meine Seele.
Das ist ein Theater, aber stell dir statt Menschen Kräfte vor. Kräfte, keine Menschen, Kräfte. Und all diese Kräfte sind in deiner Seele, und du musst das Licht, das zur Quelle zurückführt, auf sie bringen und sie so ordnen, dass sie alle auf schöne Weise verbunden sind. Und dann offenbaren sich diese Kräfte, offenbaren den Schöpfer, und für dich wird das deine Endkorrektur sein. Es sieht aus wie eine unmögliche Fantasie – nein, das ist uns sehr, sehr nahe. Denn nicht wir machen das; wir müssen uns nur den Zustand vorstellen, aber der Zustand selbst wird durch das Höhere Licht korrigiert. In dem Maß, in dem wir wollen, dass es korrigiert wird, wird es korrigiert werden. So wie wir heute Morgen gelernt haben, dass der Schöpfer insgesamt will, dass wir wollen, und er wird es tun.
33:17 Schüler (Übersetzung aus dem Türkischen): Wir sind gekommen, um Europa zu verbinden, um die Vorbereitung dazu zu machen. Ich war von diesen Lektionen sehr begeistert, aber ich spüre nicht, wie es auf die Freunde aus Europa wirkt. Was fehlt uns heute, damit wir es morgen verwirklichen?
Rav: Der Weg zur Korrektur umfasst zwei Schritte. Zwei Wege, das nennt man „Weg des Lichts" oder „Weg der Leiden". Durch beide schreiten wir voran. Wenn wir das Licht immer mehr anziehen und die ganze Zeit auf es zugehen, das heißt immer mehr zum Geben, immer mehr zur Verbindung, dann kommen wir gut durch, so, wir schreiten voran. Wenn wir nicht mit dem Tempo mithalten, das der Plan der Schöpfung, das ganze Ziel, von uns verlangt, dann bringt man uns durch Leiden voran, das heißt durch Schläge, und dann rennen wir nach vorn, um vor den Schlägen zu fliehen.
Manchmal bleibt man stehen und denkt: „Moment, wir wollen nicht durch Schläge voranschreiten, lass uns durch das Licht voranschreiten, das uns zur Verbindung zieht." Und dann wechselt man das Mittel: Statt der Leiden, die uns von hinten schieben, werden wir zum Licht gezogen, das uns nach vorne zieht. Aber durch beide werden wir sicher zur Korrektur kommen.
So ist es auch mit dem europäischen Kli. Europa ist in der gefährlichsten Lage von der ganzen Welt. Als das moderne Babylon muss es mit der Korrektur anfangen. Deshalb ist unser Kongress ein sehr – wie soll ich sagen – besonderer Kongress, sagen wir es so. Sehr besonders darin, dass er das erste Treffen aller Vertreter, aller europäischen Völker ist, die tatsächlich über die Verbindung untereinander sprechen, um ein Kli zu bauen, das wirklich ganz Europa in sich einschließt. Ganz Europa. Das ist eine sehr besondere Sache. Dieses Kli war zerstört, wirklich geteilt seit den Tagen des alten Babylon, schon 3000 Jahre und mehr. Deshalb müssen wir den Zustand, in dem wir sind, als etwas sehr Besonderes betrachten.
Dass Menschen aus allen möglichen Ecken des Kontinents gekommen sind und bereit sind zu sprechen und zu denken, wie man sich vereinigt, wie man sich verbindet, um wirklich für die ganze Menschheit eine neue Epoche herbeizuführen. Eine neue Epoche, eine Epoche der Korrektur. Baal HaSulam schreibt, dass wir schon in der Generation des Mashiach sind. „Mashiach" ist die Kraft, die uns vom Willen zu empfangen zum Willen zu geben zieht. Und darin sind wir. Wir sehen auch daran, wie die Welt die ganze Zeit in eine immer tiefere Krise gerät, dass wir keine Wahl haben. Wir wurden dazu ausgewählt, wir müssen es ausführen – bemühen wir uns, es zu tun.
Ihr werdet sehen, wie sehr die Welt bald entdecken wird, dass sie euch braucht, dass sie hilflos ist. Auch jetzt sind sie hilflos, aber sie wollen es noch irgendwie verwischen, als könnte man vielleicht noch ein bisschen so weitermachen. Aber man kann nicht weitermachen, man kann nicht. Also noch ein paar Jahre – aber ihr werdet sehen, dass die Lage sie trotzdem zwingen wird zu suchen, was uns aus allen möglichen Problemen retten kann: Ökologie, Wirtschaft und alles. Was kann helfen? Nichts – außer, statt zu versuchen, um uns herum etwas zu ändern, den Menschen selbst zu ändern. Das ist alles. Wir haben genug Umwege gemacht, nur um uns selbst nicht anzurühren. Hier bleibt uns nichts mehr übrig, als nur das zu tun: den Menschen zu korrigieren.
Und die Methode gibt es, wir lernen sie, wir können das Lernen und die Erklärungen und alles organisieren. Ihr werdet sehen, wie sehr die Europäer und überhaupt die ganze Welt hören wollen wird, was ihr wisst. Bitte.
40:00 Schüler (Übersetzung aus dem Englischen): Rav, vielleicht können Sie ein wenig erklären, was gerade mit uns in diesem Prozess geschieht, in dem wir sind. Zum Beispiel hatten wir gestern eine wirklich machtvolle Freundesversammlung, es gab viel Freude, und um die Wahrheit zu sagen, es war fast so, als gäbe es ein Bedürfnis, dass sich das ausdrückt – es war viel Druck da, und diese Freude musste freigesetzt werden. Ich glaube, das war etwas völlig Neues. Und heute würde ich nicht sagen, dass es einen Abstieg gibt, aber es ist ein bisschen – ein Freund hat auch danach gefragt – so eine Schläfrigkeit, und alles ist ein bisschen so, als ginge man durch Schlamm. Und in den Lektionen haben Sie auch die Musiker ermutigt, uns zu heben, uns zu erheben, uns Kräfte zu geben. Vielleicht können Sie also ein ganz klein wenig dazu erklären, damit wir unsere Augen ein bisschen mehr für das öffnen können, was mit uns geschieht. Und ich würde auch gerne wissen, ob es hier noch etwas gibt, was wir tun können – gibt es etwas, was wir tun können, um in diesem Prozess aktiver zu sein? Sodass es nicht einfach so ist, dass Sie eingreifen und wir auf Fragen antworten, sondern etwas Proaktiveres, Gegenseitiges.
Rav: Schau, ich bin schon alt, ich habe viel gelernt, und auch mir waren all diese Sachen mit Aufstiegen, Abstiegen und allen möglichen Veränderungen ein Rätsel – dass man von Moment zu Moment nichts garantieren kann. Nichts. Denn du bist in Höheren Händen, und dort nimmt man keine Rücksicht auf deine Zustände, auf gar nichts, sondern nur darauf, wie man dich an jedem Punkt, an dem du bist, auf dem kürzesten Weg zur Endkorrektur zieht. Das ist eigentlich, was dieser große Computer tut, der „die allgemeine Seele" heißt. Das Licht wirkt auf sie, und dann gibt es für jeden Einzelnen in jedem Moment eine neue Berechnung.
Deshalb können sich die Zustände von Moment zu Moment von einem Extrem zum anderen ändern – nur ist es immer nach der Regel „Man steigt in der Kedusha auf und steigt in der Kedusha nicht ab", immer geht es Richtung Endkorrektur. Das war's. Deshalb kann es sein, dass ihr weint, es kann sein, dass ihr euch freut, es kann sein, dass du zur Lektion kommst und weißt und verstehst und fühlst, ganz voller Kräfte; es kann sein, dass du völlig kraftlos dasitzt und die ganze Welt verfluchst. Das sind Zustände, die wir durchgehen und aus denen wir lernen müssen. Wie können wir trotzdem in jedem einzelnen Zustand, den wir bekommen – und wir bekommen ihn sicher vom Himmel, vom Schöpfer –, durch die Verbindung mit der Gruppe uns möglichst eng mit dem Schöpfer verbinden, der in der Gruppe ist? Das ist alles, mehr gibt es nicht zu tun. Deshalb ist es mir egal, welchen Zustand man mir vom Himmel gibt, das ist mir nicht wichtig. Wichtig ist mir nur eines: wie ich diesen Zustand auf die bestmögliche Weise verwirklichen kann. Bitte.
44:23 Schüler (Übersetzung aus dem Spanischen): Der Rav hat über den örtlichen Zehner gesprochen und gesagt, dass er wie eine Art Punkt für den Übergang zum allgemeinen Zehner ist, wo man alle Einzelheiten sieht. Was geschieht mit dem Gebet, in dem ich für meine Freunde bitte? Wie kann ich es machen, dass mein Gebet genau ist, dass es alle Teile aus dem neuen Blickwinkel einschließen kann?
Rav: Ich glaube nicht, dass wir uns jetzt damit beschäftigen sollten. Wenn du für die Freunde zu beten hast, dann mach das im Zehner. Fang nicht an, Probleme aus dem Zehner herauszuholen und sie auf den weltweiten Zehner abzuladen. So werden wir alle unsere Freunde nur verwirren. Das muss man nicht tun. Wenn ich dich richtig verstanden habe.
Schüler (Übersetzung aus dem Englischen): Ich habe nach dem Gebet gefragt: Wie kann ich mein Gebet genauer, feiner machen? Wenn ich für meinen örtlichen Zehner bete, ist das eine Sache; und wenn ich jetzt in den allgemeinen Zehner eindringe – kann mein Gebet … muss ich mein Gebet in irgendeiner Form genauer machen?
Rav: Ja, aber du ziehst nicht die privaten Nöte deines Zehners in den größeren allgemeinen Zehner hinüber. Nein, du gehst nur zur Verbindung, nur zur Verbindung. Du holst keine Mängel heraus und betest für sie, sondern du willst nur zu einer breiteren, stärkeren Verbindung kommen.
Weiter. Vielleicht geben wir den Frauen etwas Gelegenheit zu fragen? Ja. Nu, nu.
46:57 Schüler (Übersetzung aus dem Italienischen): Rav, die Eigenschaft des Gebens – erlangt sie der Einzelne, oder erlangt sie der Zehner?
Rav: Jeder im Zehner erlangt in dem Maß, in dem es ihm gelingt, sich mit dem Zehner zu verbinden. Der Zehner existiert in korrigierter Form, nur erlangt das keiner der Freunde des Zehners. Wer sich nach diesem korrigierten Zustand sehnt, in dem alle verbunden sind, und wer sich dort einschließen will, wer diesen Zustand verwirklichen will – der erlangt und benutzt ihn. Die Spiritualität ist so gebaut, dass jeder sie in dem Maß benutzen kann, in dem er in Verbindung zur Spiritualität steht. Auch jetzt gibt es alle Zustände, einschließlich der Endkorrektur, alles – bitte, benutze alles, tritt ein in diese Höhere Wirklichkeit, bitte, sie existiert. Das heißt, alles hängt vom erlangenden Menschen ab.
Bitte.
48:24 Schüler: Hallo Rav, Amnon aus England, mit Ihrer Erlaubnis frage ich auf Hebräisch. In der vorigen Lektion hatten wir so eine Art Zustand, dass wir plötzlich angefangen haben zu singen und zu tanzen und zu singen und zu tanzen, und auch in der Lektion davor haben wir gesungen und getanzt und gesungen und getanzt. Und ich habe mich plötzlich singend und tanzend mit allen Freunden wiedergefunden, habe alle angeschaut und mich wirklich gut gefühlt – aber ich habe in dem Moment nicht daran gedacht zu bitten. Und ich weiß nicht, ob meine großen Freunde es verdient haben zu bitten oder nicht; mir persönlich fiel plötzlich ein, dass man bitten muss. Und dann haben Sie auch gefragt, wer die Lektion fortsetzen will und wer tanzen will. Und ich frage mich: Brauchen wir die Tänze und die Lieder wirklich, um uns einzuschließen, oder ist das so eine Art Verschnaufpause, weil es uns nicht gelingt, noch und noch und noch weiter nach vorne zu drücken?
Rav: Wir brauchen alle Zustände: sie zu verstehen, sie zu fühlen und aus ihnen insgesamt das richtige Fazit zu ziehen. Dass ich alle möglichen Zustände durchlaufe und sie danach verschwinden und wieder zurückkommen – das muss ich als Tatsache annehmen: dass man mir vom Himmel gibt, so zu fühlen und zu sehen. Der Schöpfer eröffnet mir alle möglichen Formen, mit denen ich zurechtkommen muss; ich muss wissen, was ich tue.
Sagen wir, jetzt eröffnet mir der Schöpfer das Gefühl, dass ich vor einigen hundert Menschen stehe, die in Europa sind, und solche und solche und solche, und ich rede mit ihnen und sie wollen etwas von mir. Das ist alles eine Vorstellung – so stellt mir der Schöpfer die Wirklichkeit dar, und ich muss auf diese Wirklichkeit so richtig reagieren, wie es mir nur möglich ist.² So müssen wir die Wirklichkeit sehen. Also, wie du sagst: Ich bin gesprungen, ich habe gesungen, nein–ja, ja–nein, alles je nach Zustand. Bemühe dich, die ganze Zeit so sehr wie möglich an den Zehner angehaftet zu sein und an den Schöpfer im Zehner, dann wirst du dich nie irren. Eine konkretere Empfehlung gibt es nicht.
Bitte.
51:29 Schüler (Übersetzung aus dem Englischen): Sie haben gerade die Antwort zu dem Zustand gegeben, in dem wir sind. Wie können wir einander helfen, die Dinge zu verwirklichen? Wie können wir einander helfen, dass es funktioniert? Was können wir wirklich tun? Oder können wir gar nichts tun? Ich erinnere mich, dass vor vielen Jahren in Rom, bei einem der ersten Kongresse, so ein Zustand der Niedrigkeit da war, und die Freunde haben ihn aus dem Zustand der Niedrigkeit in einen Zustand der Erhebung gehoben. Und Sie haben gesagt: Wenn ihr so arbeitet, werdet ihr sehr schnell ankommen. Was ist also dieser Punkt, was können wir jetzt tun?
Rav: Was ihr jetzt tun müsst? Euch bemühen, euch so sehr wie möglich zusammen zu verbinden, und in dieser Verbindung, im Zentrum dieser Verbindung, eure gemeinsame Seele zu sehen und nur für sie zu arbeiten. Denn der Körper ist tot, wenn nicht heute, dann morgen. Und ihr werdet auch sehen, was der Körper wirklich ist, wenn ihr anfangt, euch um die Seele zu kümmern: ob er existiert, ob er überhaupt ein Lebewesen ist³, Bedeutung hat und so weiter.
Wir müssen nur darüber nachdenken, wie wir uns untereinander zur Seele verbinden. Denn wenn wir unsere Verlangen zusammen verbinden, dann geben sie uns zusammen genau das Gefühl der Seele, also das spirituelle Feld, in dem der Schöpfer existiert – und so treten wir schon in das spirituelle Leben ein. Dafür gibt es nicht viele Worte.
Weiter. Nu, wir versuchen es hier noch ein bisschen. Aber wirklich auf ernsthafte Weise – wenn ich spüre, dass ihr anfangt, zu allen möglichen solchen Fragen abzusinken, dann höre ich auf. Bitte.
54:16 Schüler (Übersetzung aus dem Türkischen): Rav, es ist, als wären wir in einem Traum. Sie und alle Freunde sind wie Teile von mir, so fühle ich es, wie ein Traum. Es ist, als würde alles enden, wenn ich mich selbst korrigiere. Ich fühle mich wie … ich weiß nicht, wo ich fühle, was ich fühle. Was ist das, dass ich solche Gefühle durchlebe?
Rav: Das ist genau das, was ich gemeint habe: von der Art Fragen, die man nicht beantworten kann, weil dem Menschen noch die Daten fehlen. Man muss einfach lernen. In der Weisheit der Kabbala haben wir eine sehr einfache Regel: Menschen können Fragen stellen, die sagen wir zur zehnten Klasse gehören, obwohl sie noch nicht einmal die erste Klasse durchlaufen haben. Deshalb muss man sich zurückhalten und lernen, lernen, lernen, einige Jahre lang, Daten sammeln, sammeln, sammeln – und danach kannst du fragen. Zu dem, was du jetzt fragst, kann man überhaupt keine Frage bilden, auch wenn es dir so scheint, weil du einen Mangel fühlst. Aber diesen Mangel kennst du noch nicht. Da gibt es nichts zu antworten.
Gehen wir zu den Frauen über, wenn ihr fragen wollt. Nu, das war's, das heißt, ihr wollt nicht fragen, nur machen …
56:07 Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): Hallo, lieber Rav. Es steht geschrieben, dass die Sehnsucht nach dem Mangel zu geben in dem Moment kommt, in dem man den Geschmack am Empfangen für sich selbst verliert. Der Egoismus widersetzt sich, und jedes Mal gibt es Hindernisse auf dem Weg. Wie kommt man durch das Einschließen zur Arwut, um den Egoismus zu zügeln und zu einer gemeinsamen Bitte zu kommen?
Rav: Nur durch Verbindung. Allerdings ist es für eine Frau anders als für einen Mann, viel schwerer: Jede einzelne Frau ist eine Welt für sich. Sie braucht die Verbindung mit den Freundinnen dort oder mit anderen Frauen nicht, das hat sie nicht. Ein Mann braucht das, er will das; für ihn sind Gruppe, Gemeinschaft, Freunde – in jeder Sache und an jedem Ort ist da etwas. Eine Frau nicht: Sie gibt sich mit dem zufrieden, was sie hat, und erträgt in der Regel keine anderen Frauen neben sich. Das ist die Natur.
Jetzt sprechen wir davon, dass wir über die Natur hinausgehen müssen. Und hier gibt es eine Frage: Hat der Schöpfer der Frau einen höheren, offeneren, offenbareren inneren psychologisch-spirituellen Zustand offenbart als den Männern? Die Männer spielen damit wie kleine Kinder – mit allem möglichen Fußball, mit allen möglichen Verbindungsspielen, ja, mit der Freundschaft. Eine Frau nicht; sie ist also sozusagen in der Offenbarung eines größeren Verlangens. Das heißt: Damit ein Mann zu demselben Willen zu empfangen kommt, in dem er nichts braucht und nichts will und die ganze Welt … dass er sich auf ernsthafte Weise so zur Welt verhält, muss er vielleicht viele Schritte durchlaufen.
Aber wie dem auch sei: Auch eine Frau ist zur Verbindung verpflichtet, und es gibt hier keinerlei Möglichkeit, einen Nachlass zu bekommen. Sondern dieselben Artikel, dieselben Stufen, die die Kabbalisten schreiben – die Frauen müssen sie lernen und sich bemühen, sie in den Zehnern zu machen, soweit sie können. Das heißt, sie sind nicht bis ins letzte Detail verpflichtet, nein, das ist für die Männer; aber insgesamt müssen sie sich schon bemühen, das durchzugehen.
Bitte.
59:29 Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): Im ersten Abschnitt der Lektion steht, dass der Mensch … und dann wird sich der Schöpfer ihm offenbaren. Und im vierten Abschnitt steht, dass man durch die Übungen im Zehner den Glauben verdienen kann, und das klingt wie ein Gewinn, wie etwas, das man gewinnt. Ist der Glaube eine Wahl oder ein Ergebnis der Arbeit, und wie trifft man eine solche Wahl? Wie wichtig ist in einem solchen Prozess die Pflicht, in Chessed zu sein?
Rav: In Chessed? Was ist das, was hast du in der Übersetzung gesagt?
Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): Chessed ist in der Mitte.
Rav: Chessed.
Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): „Auch du bist barmherzig, auch ich bin barmherzig."⁴ Wenn du den Glauben verdienst, dann ruft dich der Schöpfer, barmherzig zu sein.
Rav: Ich bitte nicht darum, mir zu erklären, was das ist, sondern: Das Wort selbst – ist es Chessed?⁵
60:48 Übersetzerin: Barmherzigkeit. Barmherzig.
Rav: Also, was ist die Frage, kurz gefasst?
Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): Die Frage ist: Ist der Glaube eine Wahl?
Rav: Lass sie mich hören. Bitte.
Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): (nicht übersetzt).
Rav: Sicher müssen wir hart arbeiten, um zum Glauben zu kommen. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen. Und sicher muss ich den Glauben wählen, zu ihm kommen. Das ist die Stufe Bina. Ich habe nichts zu sagen. Ein klarer Fall. Weiter.
Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): (nicht übersetzt).
Rav: (spricht Russisch).
62:13 Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): Rav, in der vorigen Lektion haben wir über die Notwendigkeit gesprochen, sich vor den Freunden zu annullieren, sich vor dem Zehner zu annullieren, sich vor der Gruppe zu annullieren, sich vor dem ganzen weltweiten Kli zu annullieren. Ich verstehe, dass die Annullierung vor dem weltweiten Kli einfach ist, weil man die Kraft spürt, die wirkt; man kann sich vor dem Zehner annullieren, weil das tägliche Arbeit ist. Aber der Schöpfer gibt uns Prüfungen, und auf jeder Stufe fängst du an zu fühlen, dass einer deiner Freunde, eine deiner Freundinnen, die Größe verliert, vor der du dich annullieren kannst. Wie hält man diesen Zustand fest, dass dein Freund groß ist und du dich vor ihm annullieren musst? Denn das Gefühl ist, dass du mitten in einem Erdbeben bist, wenn dein Freund niedriger wird als du, und die Wellen dieses Erdbebens breiten sich im ganzen weltweiten Kli aus, und du fängst an zu hören, dass dein Freund irgendwo im selben Zustand ist wie du. Wie hält man den Zustand der Größe fest, die Größe des Freundes? Denn es ist schwerer, sich vor dem Freund zu annullieren als vor dem ganzen weltweiten Kli.
Rav: Viele Worte. Wirklich. Ich verstehe, was du gesagt hast, aber wozu diese Spitzfindigkeiten – das verstehe ich nur nicht. Der Freund wird kleiner, was kann man machen? Wie vergrößert man ihn gegenüber dem allgemeinen Kli des Zehners oder gegenüber dem Kli der Welt? Auch das habe ich nicht verstanden. Kann man etwas in einem Satz sagen? Ich bitte alle Frauen darum, besonders die Frauen. Schaut, wie die Männer fragen. Nur ein einziger klarer Satz. Bitte, sag es mir. Ich weiß nicht, was ich dir antworten soll.
64:30 Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): Wie soll ich mich vor dem Freund annullieren, wenn ich seine Größe nicht sehe?
Rav: Das ist unsere ganze Arbeit: dass ich den Freund nicht als groß sehe und mich trotzdem zu ihm verhalten muss wie zum Größten der Generation. Das ist unsere ganze Arbeit. Ja. Dafür muss ich alle möglichen Berechnungen machen, alle möglichen Spiele, mit den anderen sprechen, damit sie mir von seiner Größe erzählen und so weiter und so weiter – und so alle über alle, bis wir uns erheben. Denn im Zehner sind alle wie ich; wie können wir einander erheben, jeder die anderen? Nur dadurch, dass wir über die Größe der Gemeinschaft sprechen, über die Größe der Freunde. Aber welche Größe haben sie? Es gibt keine Größe. Ich baue sie gerade auf der Null auf, die ich im Freund fühle.
Bitte. Weiter.
Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): Hallo, lieber Rav. Ich habe eine Frage: Wie verwandelt man die Störungen in der materiellen Welt in eine Hilfe in der Spiritualität?
Rav: Indem ich über allen Störungen sie mit dem Schöpfer verbinde, der sie mir schickt, damit ich ihn über allen Störungen segne und verstehe, dass er sie mir schickt, damit ich seine Größe offenbare, damit ich seine Fürsorge für mich offenbare. Das ist unsere ganze Arbeit.
Weiter.
66:26 Schülerin (Übersetzung aus dem Französischen): Rav, ich habe eine Frage für eine Freundin: Während des Kongresses habe ich mit einem Zehner gesessen, dem ich mich in kurzer Zeit sehr nah gefühlt habe. Wie kann ich mit diesem Zehner arbeiten, wenn ich in mein Land zurückkehre?
Rav: Das heißt: Ich bin jetzt hier während des Kongresses in einem bestimmten Zehner – wie kehre ich nach dem Kongress zu meinem Zehner zurück? Ich kehre zurück, das war's. Und ich nehme sie an als groß: Sie sind ein Teil meiner Seele, sie sind wirklich meine Seele. Ich muss mich zuerst in ihnen einschließen und danach im ganzen übrigen weltweiten Kli.
Schülerin (Übersetzung aus dem Französischen): Wie kann ich mit diesem Zehner arbeiten?
Rav: Mit jedem einzelnen Zehner, dem ich begegne, in den ich mich einschließe, arbeite ich so wie zu meiner Seele. Und wirklich gibt es keinen Unterschied, denn insgesamt sind alle Zehner zusammen doch meine Seele. Mal offenbart es sich in dieser Form, mal in einer anderen, aber die ganze Welt ist meine Seele.
Weiter.
68:13 Schülerin (Übersetzung aus dem Englischen): (nicht übersetzt).
Rav: Repeat please.
Schülerin (Übersetzung aus dem Englischen): Wie schließen wir uns auf fester Basis mit dem europäischen Kli, dem weltweiten Kli ein?
Rav: Wie schließen wir uns auf fester Basis mit dem europäischen Kli ein und danach mit dem weltweiten Kli? Eine sehr schöne, gute und aktuelle Frage. Wir müssen Systeme bauen: Systeme äußerer, physischer Beziehungen und Systeme innerer Beziehungen, zwischen den Zehnern und zwischen den Systemen der Verbreitung, des Lernens und der gegenseitigen Fürsorge. All diese Dinge dürfen einander nur nicht durcheinanderbringen. Es muss so geordnet sein, dass es uns unsere spirituelle Arbeit erleichtert und nicht verwirrt. Darüber müssen wir also nachdenken.
Ich weiß nicht, ob es in Europa überhaupt ein spirituelles Zentrum von Bnei Baruch gibt. Es gibt viele einzelne Menschen – auch wieder nicht viele –, die alle möglichen Arbeiten machen, uns alle möglichen Dinge organisieren. Aber wie baut man das spirituelle Zentrum Europas? Das heißt: Wo sind diese, sagen wir, zehn, fünfzehn, ich weiß nicht wie viele Menschen, Männer wie Frauen, die untereinander auf feste Weise verbunden wären und sich bemühen würden, die Verbindung zwischen allen zu sein? Das weiß ich nicht.
Ihr Frauen müsst … auch ihr müsst, ihr müsst euch insgesamt darum kümmern. Europa – das seid ihr. Denkt darüber nach, sprecht darüber.
Bitte.
71:05 Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): Warum springt das Ego sehr schnell hoch, wenn man anfängt, für die anderen zu beten, und danach bleibt ein sehr unangenehmes Gefühl von Scham und ein Gefühl von Verzweiflung? Was geschieht in mir, und wozu braucht man das Gefühl von Scham und Verzweiflung?
Rav: Alle Gefühle bekommen wir vom Schöpfer, der uns das offenbar zum Zweck der Korrektur bringt. Wir müssen uns über diese Gefühle erheben – Scham, Verzweiflung, alle möglichen solchen Dinge. Sie begleiten uns immer. Denn was haben wir vom Willen zu empfangen, wenn nicht, uns zu schämen und zu verzweifeln? Das sind die Ergebnisse unseres Egos, deshalb wird es das immer geben und noch geben.
Nur in dem Maß, in dem wir an den Schöpfer angehaftet sind und ihm all diese Erscheinungen in der Anhaftung an ihn zuschreiben können – nur so können wir wirklich gerettet werden. Und, behüte und bewahre, diese Gefühle von Verzweiflung und Scham und noch allerlei anderen nicht gering schätzen. Der Schöpfer schickt sie mit Absicht, und ich muss sie mit Liebe annehmen.
Bitte.
Schülerin (Übersetzung aus dem Deutschen): Ich möchte etwas beschreiben, was auf dem Kongress war. Bis jetzt war ich in drei verschiedenen Zehnern – einem hebräischen, einem russischen, einem deutschen –, und ich finde, dass es bei diesem Kongress einen enormen Unterschied zu anderen Kongressen gibt. Die Menschen kämpfen wirklich um jedes Wort, sie suchen die Wahrheit, alle sind wirklich in einer sehr großen Anstrengung, und ich dachte, es ist wichtig, das zu erwähnen. Für mich ist das das Gebet. Das ist nicht einfach irgendein Gott da oben, sondern das ist die Arbeit, die wir hier in diesen drei Gruppen gemacht haben, die ich erlebt habe. Ich nehme an, dass in anderen Gruppen genau dieselbe Arbeit gemacht wurde, und ich finde das erstaunlich. Es ist mir sehr wichtig, das zu sagen. LeChaim.
Rav: Ich stimme dir hundertprozentig zu. Die erste Frau, der ich vollkommen zugestimmt habe. Hallo. …
74:30 Schülerin (Übersetzung aus dem Englischen): Ich lerne bei KAB.U, und bevor ich zum Kongress kam, habe ich gefühlt, dass es nötig ist, das europäische Kli zu bauen. Aber jetzt habe ich eine Verwirrung, und ich arbeite weiter mit meinem Zehner – ich bin verwirrt.
Rav: Ich habe nicht genau verstanden, worüber du verwirrt bist. Worüber bist du verwirrt? Weil du jetzt hier einen Zehner hast und noch einen Zehner an einem anderen Ort, oder was?
Schülerin (Übersetzung aus dem Englischen): Ja.
Rav: Ich verstehe es nicht. Ich bin zu diesem Kongress mit einigen meiner Schüler gefahren, als Zehner, und während dieser Reise habe ich sie als Zehner angenommen. Jetzt fahre ich in zwei Tagen nach Hause und schließe mich dort in einem anderen Zehner von mir ein. Danach verbinde ich mich, sagen wir einmal am Tag – es kommt öfter vor, aber sagen wir einmal am Tag –, nu, über das Internet mit irgendeinem Zehner, also mit noch einem anderen Zehner. Und ich schließe mich mit diesen ein, mit diesen und mit diesen, ich annulliere mich gegenüber diesen und diesen und diesen. Warum nicht? Das ist alles mein Kli, das ist alles … Wie wir gelesen haben: Es gibt auf der Welt nur eine Seele. Ob man also diesen bestimmten Zehner nimmt oder den oder den – das ist nicht heilig. Du kannst in mehreren von ihnen zugleich sein, nur wenn du es schaffst, dass es einem Zehner nicht so vorkommt, als würdest du sie geringschätzen, weil du in einem anderen Zehner bist. Bei mir stört das nicht, das ist alles. Also nicht schlimm: Schließ dich jetzt mit dem Zehner ein, in dem du hier bist – und ich glaube, die meisten hier sind so –, dann fährst du nach Hause und schließt dich dort im Zehner ein. Das ist alles. Zum Wohl. 77:20
Diese Prinzipien sind sehr wichtig.
Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): Wir sind aus Bulgarien und haben eine Frage aus der letzten Lektion: Wenn du im Zehner bist, heißt das, dass du aus dir selbst herausgehst?
Rav: Wenn ich im Zehner bin, bemühe ich mich, aus mir selbst herauszugehen und mich in ihnen einzuschließen, als wäre das Ich nicht da – null, es annulliert sich dort. Das war's. Das ist so, wie wenn man einen Löffel Zucker in heißen Tee wirft, ja, und dieser Zucker verschwindet darin. So will ich mich im Zehner einschließen.
Bitte.
Schülerin (Übersetzung aus dem Spanischen): Meine Frage: Der Zustand des „Mashiach" ist der Anfang der Korrektur. Wenn wir diesen Zustand des Mashiach erlangen – wird er dauerhaft sein, oder werden wir in diesem Zustand in Aufstiegen und Abstiegen sein?
Rav: Der Zustand des Mashiach ist eine Epoche, in der alle anfangen, eine Anziehung zur Endkorrektur zu bekommen, alle, alle, alle, alle. Das ist die Epoche, in der wir sind. Es gibt solche, die gezogen werden wie wir, nach vorne, wobei uns etwas zieht; und es gibt solche, die durch Leiden einen Stoß von hinten bekommen, der uns zur Endkorrektur schiebt. „Mashiach" kommt vom Wort „ziehen", das heißt, es ist die Kraft, die die ganze Menschheit insgesamt zur Endkorrektur zieht, deshalb heißt sie Mashiach. Wenn wir die Korrekturen beenden, dann wird es diese ziehende Kraft nicht mehr geben, ganz einfach. Und sicher wird es dann keine Aufstiege und Abstiege mehr geben; alles wird ein fester Zustand sein, Ruhe für die Ewigkeit. Langweilig, nicht?
Ja. Das war's, meine Damen? Gibt es noch etwas?
80:32 Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): Hallo Rav, wieder eine Frage aus Bulgarien: Müssen wir, um zur Verbindung im Zehner zu kommen, uns mit dem großen Zehner der Welt verbinden?
Rav: Ja. Zunächst einmal auch jetzt: Sagen wir, du fragst, sie fragt, er fragt und so weiter – ich bemühe mich zu verbinden. Ich bemühe mich nicht einfach, euch zu antworten und fertig; ich bemühe mich zu verbinden, denn durch die Menschen, die fragen, kann man zu vielen Verbindungen kommen. Damit mache ich eine Wiederherstellung – ich weiß nicht, „restore", Wiederherstellung, Korrektur für meine Seele. Deshalb ist es wünschenswert, sich so jedes Mal zu beteiligen, sich mit jedem Menschen zu beteiligen, der über Korrekturen spricht oder fragt.
Noch einmal eine Frage.
Schülerin (Übersetzung aus dem Bulgarischen): Müssen wir in unserem Zehner zur vollen Verbindung kommen, um zur Verbindung im allgemeinen weltweiten Zehner zu kommen?
Rav: Ja. Und zusammen damit werdet ihr sicher unterwegs spüren, dass ihr das Bedürfnis habt, in einen breiteren Zehner hinauszugehen und euch nicht mit eurem eigenen Zehner zu begnügen. Denn insgesamt ist das allgemeine Kli jedes Einzelnen und jedes Zehners die ganze Menschheit, die ganze Menschheit. Solange nicht die ganze Menschheit wie ein Zehner korrigiert ist, wird es keine Korrektur geben.
Bitte.
Schülerin (Übersetzung aus dem Englischen): In der Lektion haben wir versucht, uns mit einem anderen Zehner zu verbinden – das ist schwer. Und nach jeder Lektion haben wir Verbindung mit dem örtlichen Zehner, und ich fühle, dass das nicht genug ist. Was kann man noch tun?
Rav: Was ist nicht genug?
Schülerin (Übersetzung aus dem Englischen): Welche zusätzliche Anstrengung kann man noch machen, damit diese Verbindung stärker wird?
Rav: Wir müssen uns mit allen verbinden, alle mit Liebe anschauen, alle als Teil der Seele sehen. Es hilft nichts, was ihr nicht wollt, es hilft nichts: Wir alle sind Teile einer einzigen Seele, die ganze Menschheit, die ganze Menschheit – und besonders wir, weil in jedem von uns ein Funke ist, der schon mit dem Ziel der Schöpfung verbunden ist. Das heißt, wir sind schon auf der geraden Linie, alle mit dem Ziel verbunden, die ganze Menschheit noch nicht. In dem Maß, in dem wir uns untereinander verbinden und auf dieses Ziel zugehen, werden wir auch die ganze Menschheit hinter uns spüren, dass sie damit verbunden ist. Das war's, so müssen wir uns ausrichten.
85:01 Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): Rav, in der letzten Lektion haben Sie im Workshop gefragt, was der Unterschied ist zwischen der Annullierung vor einem einzelnen Freund und der Annullierung vor dem Zehner. Aber wir sind zu keiner gemeinsamen Meinung gekommen. Können Sie die Frage erläutern: Was ist der Unterschied bei dieser Annullierung?
Rav: Der Unterschied, ob ich mich gegenüber einem einzelnen Freund annulliere oder gegenüber einem Zehner oder gegenüber mehreren Zehnern oder gegenüber der ganzen Menschheit, ist ein Unterschied in der Qualität meiner spirituellen Arbeit. Was ist der Unterschied zwischen einem Menschen, der ein wenig weiß, und einem, der mehr weiß, und mehr und mehr? Die Anzahl der Einzelheiten, die er in Betracht ziehen kann, um eine Berechnung zu machen.
Darüber steht geschrieben: „Der Weise sieht das Entstehende." Das heißt, ich weiß schon, was herauskommen kann, weil ich viele Einzelheiten in der Hand habe, die ich beherrsche. Deshalb: so weit wie möglich immer mehr von diesen Einzelheiten mit dem Ziel verbinden.
Hast du die Antwort verstanden oder nicht? Das war's? Ja.
86:51 Schülerin (Frage auf Türkisch, Übersetzung aus dem Englischen): Lieber Rav, Sie haben gesagt, dass alles in uns ist. Ich wollte fragen: Was sind die Kräfte, und wie kann ich diese Kräfte in mir ordnen?
Rav: Wir können überhaupt keine Kräfte in uns ordnen, wir sind zu gar nichts fähig, außer uns nur nach dem Schöpfer zu sehnen. Und er ordnet, entsprechend unserer Arbeit, entsprechend der Sehnsucht zu ihm, alle Kräfte, die in uns wirken – denn er ordnet sie von vornherein. Der Schöpfer macht alle Situationen, in denen wir sind, sowohl private als auch allgemeine, alles, alles, alles, das wirkt er, die ganze Berechnung ist seine.
Wenn wir wollen, dass sich das ändert, und zwar zugunsten unserer Korrektur, dann müssen wir uns einfach mehr untereinander und mit ihm verbinden. Insgesamt: Ich muss mich mit dem Zehner verbinden und im Zehner mit dem Schöpfer, der in seinem Zentrum ist. Und wenn ich das schon mache und noch die Möglichkeit habe, mich mit einem größeren Zehner zu verbinden, dann kann ich mich auch damit verbinden. Aber das muss man schon lernen: wie ich mit meinem Zehner verbunden sein muss, um mich zusammen mit ihm mit einem größeren Zehner zu verbinden, in genauerer Auflösung.
Aber trotzdem: Nur in der Verbindung untereinander, indem wir zu immer mehr Verbindung kommen, können wir unser Schicksal ändern und alle Kräfte, die auf uns herabkommen. Nur dadurch. Alles Übrige – du siehst, was die Menschheit macht, wie sehr alle das Schicksal, die Wirklichkeit ändern wollen: Es kommt nichts dabei heraus und wird nichts dabei herauskommen, klar nicht. Nur Verbindung.
Bis hierher 89:46
89:46 Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): Europa geht durch den Bruch. Wie kann unsere Vereinigung auf diesen Prozess oder auf das Ergebnis wirken?
Rav: Europa ist wirklich im Abstieg, in einem fortschreitenden Rückzug, geradezu in so einem freien Fall, dass es nicht weiß, was es tun soll, und eigentlich kehrt alles immer mehr in die negative Form zurück. Es hat keinerlei Lösung, sondern es muss erkennen, dass die Quelle des Problems das Ego ist – dass man angefangen hat, mit der egoistischen Verbindung zwischen Menschen zu spielen, ohne die Natur des Menschen zu korrigieren.
Europa ist besonders, Europa ist verbunden – wer verbindet sich? Je mehr Egoisten verbunden sind, desto mehr ist das ein Platz für eine Bombe. Ist das nicht klar? Halte sie voneinander fern, isoliere sie ein wenig, und sie sollen in Ruhe leben. Nein. Man hat alle mit Gesetzen der Union verbunden, während sie alle überhaupt nicht zur Union gehören – das ist das eine. Und außerdem hat man angefangen, noch fremde Menschen aus allen Ländern hereinzubringen. Wie kann es sein, dass es keine Explosion gibt? Wie kann es sein, dass sich die Lage nicht zum Schlechten ändert? Sicher tut sie das.
Ich habe darüber 1988, 89, 90 geschrieben. Alle haben gelacht: Wieso sehe ich nicht, was für eine schöne Verbindung das ist? Zwischen Verbrechern, zwischen Egoisten kann es keine Verbindung geben, im Gegenteil. Und das ist es, was man gemacht hat – man hat sich wirklich ins eigene Bein geschossen. Jetzt ist schon nichts mehr zu machen, es gibt keine, es gibt keine Lösung. Das heißt: Damals war es sozusagen möglich – wir sprechen ja davon, dass der Schöpfer die Dinge ordnet –, aber damals hätte man die Lage irgendwie glätten können. Heute nicht. Heute muss es sein, es muss sich bis zur endgültigen Lösung ausrollen.
Dass alle sehen, dass das Ego die Ursache ist und dass nichts zu machen ist außer der Korrektur der Natur des Menschen. Und die Korrektur der Natur des Menschen – wer kennt sie? Also müsst ihr euch schnell organisieren, ihr Europäer. Ihr müsst genau ein System der Aufklärung bauen, ein System des Lernens, solche Systeme, dass ihr die Kraft seid, die weiß, was zu tun ist, die weiß, was zu tun ist. Denkt nicht, dass ihr so … „Wo sind wir denn gegenüber all diesen Universitäten, Regierungen, Banken und all diesen Dingen?" Nein, all diese Dinge werden fallen, und ihr wisst, was zu tun ist. Noch mehr lernen und noch mehr darüber nachdenken, wie wir zur Korrektur kommen.
Viel Erfolg euch. Sprecht darüber vielleicht auch heute, nach dem Abendessen, ja? Werden wir ein Abendessen haben oder nicht? Ja? Da bin ich schon selbst verwirrt.
94:17 Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): Kann man zur Erweiterung des Zehners übergehen, wenn es in meinem persönlichen Zehner keine vollständige Vereinigung gibt, wenn es Reibungen zwischen den Freunden gibt?
Rav: Auf gar keinen Fall die Zahl zehn im Zehner überschreiten. Es können zwölf, dreizehn sein, so dass manchmal welche kommen und manchmal nicht, aber am sichersten sind zehn, das war's. Und wenn es nicht gelingt – ist das ein Zeichen, dass ich die Freunde im Zehner austauschen muss? Wie kann das sein? Mir wurde ein Arbeitsplatz gegeben, wie soll ich ihn wegwerfen? Ich muss in meinem Zehner keine Engel bekommen, alle Gerechte, alle korrigiert. Die brauche ich nicht. Ich brauche die, mit denen ich zu den Korrekturen gehen werde, die selbst fühlen, dass sie verdorben sind, dass sie Korrektur brauchen. Klar?
Schülerin (Übersetzung aus dem Russischen): Nein, das war nicht die Frage, Sie haben es nicht verstanden. Ich habe die Frage anders gestellt: Kann man zur Erweiterung des Zehners zum weltweiten Kli übergehen, wenn zwischen den Freunden im Zehner nicht alles geklärt ist? In diesem Sinn habe ich es gemeint: Kann man zusammen mit dem weltweiten Kli zur Erweiterung übergehen?
Rav: Ja, man kann, ja, man kann – aber ohne aufzuhören, sich um den Zehner selbst zu kümmern. Sich mit dem weltweiten Kli zu verbinden, sicher ja. Das war's? Schön.
(Lied)
(Ende der Lektion)