Tägliche Lektion26. Okt. 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 2 (1987). 2 (1987)

Rabash. Artikel 2 (1987). 2 (1987)

26. Okt. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.
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Artikel: „Die Wichtigkeit der Erkenntnis des Bösen" – Teil 1
„Stufen der Leiter" (Shlavej haSulam)¹, Band 1 – Bereshit, Wochenabschnitt Bereshit, S. 5

Transkript des Unterrichts vom 21.10.2003

Wir haben zusammen einen Teil des Artikels „Die Wichtigkeit der Erkenntnis des Bösen" gehört. Er steht in „Stufen der Leiter", Band 1, im Teil zum Wochenabschnitt Bereshit.

Man kann Rav Baruch Ashlag für seine Artikel gar nicht genug loben. Er hat sehr viel in sie hineingelegt. Er wollte mit ihnen eine Art Brücke bauen, ein Mittel. Auf der einen Seite steht das, was Kabbalisten in ihren Artikeln viel schwerer schreiben. Auf der anderen Seite steht die Art, wie die Tora darüber spricht, in der Mischna, in der Gemara: über die Arbeit für den Schöpfer, die Arbeit des Einzelnen und die Arbeit der Allgemeinheit. Er versucht, beides zu verbinden und uns zu erklären, wie es dort geklärt wurde.

Das Thema ist unser allgemeines Thema. Das Ziel unserer Arbeit ist, dass wir zur Enthüllung des Schöpfers in unserem Gefäß kommen. Diese Enthüllung des Schöpfers in unserem Gefäß nennt man Enthüllung des Einzigen, Enthüllung der Herrschaft des Einzigen, Enthüllung von „Er und Sein Name sind Eins", Enthüllung, dass „es niemanden außer Ihm gibt", Enthüllung des Bereichs des Einzigen (Reshut haYachid)².

Und wir fangen mit dieser Enthüllung im entgegengesetzten Zustand an. Denn das Gefäß für diese Enthüllung müssen wir bauen. Wir müssen dem Schöpfer ähnlich werden: selbst, durch unsere Wahl, durch unsere Anstrengung. Deshalb fängt der Weg des Menschen in einem Zustand an, in dem ihm seine Existenz im Schöpfer überhaupt nicht bewusst ist³: im Schöpfungsgedanken, in „Seinem Willen, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun".

Zuerst gibt es das Licht, und danach entsteht in diesem Licht das Gefäß. In solchen Stufen muss der Mensch herausfinden, wo er sich befindet. Zuerst fragt er sich das überhaupt nicht, wie das Unbelebte, das Pflanzliche und sogar das Tierische. Wenn er anfängt, sich zu fragen „Wo bin ich?", äußert sich diese Frage bei uns als „Was ist der Sinn meines Lebens?". Denn das ist eine Frage nach der Quelle: Wer gibt mir das Leben? Woher empfange ich? Wem bin ich verpflichtet? Was ist der Sinn meines Lebens? Also: Was ist die Quelle des Lebens? Wohin muss ich kommen? Was ist mein Ziel?

Dann fängt das Licht schon an, sich dem Gefäß ein wenig zu zeigen, wie in Bchina Alef. Das Licht zeigt, dass es aus dem Aspekt der Wurzel kommt. Im Gefäß ist dann nicht nur der Genuss. Der Geber des Genusses, die Quelle, der Höhere, zeigt sich dem Verlangen zu empfangen. Dann fängt das Verlangen zu empfangen an zu fragen: Was ist, außer dem Genuss, der Grund für den Genuss? In Wahrheit fragen wir mit „Was ist der Sinn unseres Lebens?" also nicht mehr nach dem Geschmack⁴, also nicht mehr „Warum habe ich?" oder „Warum habe ich nicht?". Die Frage geht schon über den Geschmack hinaus, nach der Quelle, aus der Leiden oder Genüsse kommen.

Mit dieser Frage fängt der Mensch schon an, seine Wirklichkeit zu erforschen. Das passiert auf natürliche Weise. Ob er will oder nicht, in allen möglichen Situationen seines Lebens erwacht diese Frage in ihm. Dann fängt er an zu fragen und sieht, dass er durchaus genießen will, erlangen will, verstehen will. Dabei stört ihn natürlich noch die Welt. Doch in dieser Welt entdeckt er die Kraft des Einzigen nicht. Erst wenn er zur Methode der Kabbala kommt und schon durch gezielte Handlungen das Umgebende Licht auf sich herbeiruft, fängt er an zu sehen: Es gibt eine Kraft, die ihn erweckt und das Leben in ihm erweckt.

Dann fühlt er sich dieser Kraft gegenüber. Er fängt an, Forderungen an diese Kraft zu stellen: „Warum bekomme ich von Dir nicht, was ich will? Was mir zusteht, nach meiner Anstrengung, nach meinem Verlangen?" Darin fühlt er dann den Bereich des Einzigen, und zwar seinen eigenen Bereich des Einzigen, in dem „das Ich" herrscht. Das ist schon ein wenig die Stufe des Pharao, der sagte: „Wer ist der Schöpfer, dass ich auf Seine Stimme hören sollte?" Danach fängt er nach und nach an zu denken, dass es nicht seinen Bereich gibt, sondern sozusagen „unseren" Bereich: ich und Er, er und der Schöpfer. Das geschieht infolge des Gebens⁵ der Umgebenden Lichter, weil der Mensch die Handlungen macht, die ihm die Kabbalisten empfehlen.

Davon ausgehend fängt er schon an, zu einem Verlangen überzugehen, das wie der Schöpfer sein will. Es gibt also zwar ich und Er, aber ich will schon wie Er sein. Und wenn ich Er werde, das heißt, wenn sich in mir, in meinen Gefäßen, enthüllt, dass nur der Schöpfer herrscht, dann ist das das Ende meiner Korrektur. Also: vom Bereich des Einzigen des Menschen zum gemeinsamen Bereich und zum Bereich des Schöpfers. So ist der Weg. Dazwischen gibt es natürlich in jedem Zustand viele Unterscheidungen.

Rabash sagt, dass sich diese Arbeit auch als Arbeit des Einzelnen und Arbeit der Allgemeinheit enthüllen muss. Warum? Baal HaSulam erklärt uns im Artikel „Die letzte Generation": Die allgemeine Seele, die „Adam", „Adam haRishon", genannt wird, ist zwar ein einheitliches System, in dem jedes Detail wichtig ist. Als sie sich aber in sehr viele Teile aufteilte, ergab sich, dass es wichtigere und weniger wichtige Seelen gibt, nach der Reihenfolge ihrer Korrektur, nach der Wichtigkeit ihrer Integration. Wie im Körper.

Natürlich kann der Körper nicht vollständig sein, ohne dass er die letzte Seele korrigiert und ohne dass sie sich dem allgemeinen Körper anschließt. Aber im Aufbau der Seele gibt es eine Wichtigkeit wie in einer Pyramide. Die Allgemeinheit steht in großer Zahl unten an der Pyramide, und der Einzelne steht an ihrer Spitze. Und es gibt sozusagen eine unterschiedliche Tora für die Allgemeinheit und für den Einzelnen. Das nennt man: „Die Ansicht der Tora ist der Ansicht der Hausherren entgegengesetzt." Das gilt in der Zeit der Korrektur, in der Zeit der Entwicklung, und nicht am Ende der Korrektur.

Deshalb muss man auch den Bereich des Einzigen per Definition zuerst im Einzelnen erlangen und danach in der Allgemeinheit. Auch die Anleitung, die man dafür bekommen muss, muss für den Einzelnen und für die Allgemeinheit unterschiedlich sein. Trotzdem ist es verboten, die Allgemeinheit zu verlassen und ihr keinerlei Anleitung zu geben, wie sie sich dem Ziel der Schöpfung nähern kann. Wir nehmen also nicht nur die Wenigen, die Einzelnen, die besonderen Seelen mit auf den Weg und verlassen alle anderen. Wir müssen auch eine möglichst breite, allgemeine Verbreitung machen. Nur ist das, was man der Allgemeinheit lehrt, etwas anderes als das, was man dem Einzelnen lehrt.

Rabash nennt hier zum Beispiel das Gebet für die Allgemeinheit und das Gebet für den Einzelnen. Beim Gebet der Allgemeinheit betet man einfach, dass es einem gut geht. Man sagt ihm nicht, was im wahren Sinn gut und was böse ist, nämlich dass gut die Gleichheit der Form ist, innere Korrektur. „Gut" ist hier noch so, wie Rambam sagt: „Kindern", „Frauen" und „Kleinen" enthüllt man nach und nach, was „gut" heißt, was Spiritualität heißt. Nämlich dass sie Geben ist, Annullierung des „Jesh", Entfernung von der Natur des Geschöpfs und Annäherung an die Natur des Schöpfers, an das Geben. Man erklärt es also anders. So ist es auch bei jedem Einzelnen von uns, denn auch in uns gibt es Allgemeines und Einzelnes. Und auch beim Vorankommen steigt die Seele von der Allgemeinheit zum Einzelnen auf.

In „Die letzte Generation" sagt Baal HaSulam sogar, dass dieser Aufbau der Pyramide auch in der letzten Generation noch bestehen bleibt. Es gibt auch solche, die nur zustimmen, zur letzten Generation zu gehören. Das reicht, man nimmt sie auf. Denn anders können sie nicht, das ist ihre Struktur. Wie eine Art, man darf es nicht vergleichen, aber trotzdem: Wildtiere, Vieh, Pflanzliches und Unbelebtes, die sich anschließen, weil man sie anschließt.

Und natürlich gibt es solche, die mit ihrer vollen eigenen Beteiligung arbeiten. Gerade deshalb ist dieses allgemeine Gefäß, das wie eine Pyramide aufgebaut ist, vollkommen. Es gibt eine Arbeit gemäß dem Umgebenden Licht, gegenüber der Allgemeinheit. Und es gibt eine Arbeit gemäß dem Inneren Licht, in der man sich nach dem Inneren Licht sehnt, weil man versteht und fühlt, dass es dem Gefäß fehlt, das sich in der Arbeit des Einzelnen befindet.

Deshalb gibt es auch zwei Anleitungen für das Publikum: eine für die Allgemeinheit und eine für den Einzelnen. Das sind verschiedene, sogar entgegengesetzte Dinge. Wie ich gesagt habe, steht geschrieben: „Die Ansicht der Tora ist der Ansicht der Hausherren entgegengesetzt." Was heißt das? Er gibt dazu ein Beispiel: Man muss dem Menschen immer sagen, was er hören will. Will ein Mensch zum Ziel der Schöpfung vorankommen, ist es sein Ziel, um jeden Preis Spiritualität zu erwerben, dann erklärt man ihm immer richtiger, was Spiritualität ist. Und man hilft ihm, seinen persönlichen Zustand kritisch zu prüfen. Er freut sich über die Kritik, die man an ihm übt. Er freut sich über die Enthüllung des Bösen, das sich ihm enthüllt. Denn das hilft ihm in der Arbeit des Einzelnen, weiterzugehen, Mängel zu sehen und sie irgendwie zu ergänzen.

Gegenüber der Allgemeinheit dagegen enthüllt man nichts Böses, das in ihnen ist. Sondern immer Freude, ganz ohne Kritik, im Gegenteil: möglichst in Vollkommenheit sein. Man soll also keinen Mangel im Gefäß fühlen, sondern als wäre das Gefäß im korrigierten Zustand. Denn die Allgemeinheit kann sich nicht mit Korrekturen beschäftigen, sie hat keine Mängel dafür. Und wo es keine Mängel gibt, darf man nicht von außen einen Mangel enthüllen, bei jemandem, der ihn nicht verstehen und erst recht nicht korrigieren kann.

Rabash gibt dazu ein Beispiel. Steht ein Mensch vor dem Kauf einer Sache, kannst du ihm sagen, ob es sich lohnt oder nicht. Hat er aber schon gekauft, dann nicht mehr; dann muss man ihm sagen, dass es gut ist. Kritik muss man also vorsichtig üben, und nur bei Menschen, die korrigieren können. Wer noch nicht gekauft hat, gerade kaufen geht, etwas Gutes kaufen will und kaufen kann, dem sagt man es. Wer aber nicht kaufen kann oder schon gekauft hat, dem soll man das Leben nicht verderben.

Wie es in der Esther-Rolle heißt: „Nach dem Willen eines jeden Mannes."⁶ Also nach dem Willen: ob er vorankommen will oder so bleiben will, Hauptsache, es geht ihm gut. Ob er nach Wahrheit und Lüge gehen will, zur Wahrheit hin, und das Gefühl von gut und schlecht geringschätzt. Oder ob ihm Wahrheit und Lüge egal sind und er nur in einem guten Gefühl sein will. Danach muss man sich richten. Das muss eigentlich unser Ansatz sein.

Trotzdem müssen wir in der allgemeinen Erziehung die Verbreitung machen, für die Allgemeinheit und für den Einzelnen. Nur gibt man der Allgemeinheit das allgemeine Wissen, ohne persönliche Mängel hervorzuheben. Hervorheben muss man natürlich die Mängel des Volkes: den Grund, warum das Volk leidet, warum wir alle leiden. Denn „das Leid vieler ist ein halber Trost", sie nehmen das nicht persönlich. Kritik am Einzelnen aber nur bei Menschen, die in der Gruppe sind. Und auch nicht nur als Kritik, sondern indem wir eine solche Umgebung bauen, dass ein Mensch, der in unserer Umgebung ist, dadurch fühlt, was ihm in seiner persönlichen Korrektur durchaus fehlt. Die Erkenntnis des Bösen liegt trotzdem bei ihm.

Und wie ich am Anfang gesagt habe: Auf diesem ganzen Weg gehen wir im Grunde nur, um den Bereich des Einzigen zu enthüllen, nämlich wie sehr wir uns in die Kraft des Einzigen integrieren wollen und können. Aber mit all unserer Fähigkeit, in ihm ein Partner zu sein, ein wahrer, richtiger Partner in allem, mit all dem Bösen, das in uns erwacht. Der Weg ist also so, dass der Mensch sich selbst in die Hand nimmt, als hätte er zwei Zügel, und der Bereich des Einzigen steht vor ihm als Vorbild. Er benutzt sein Verlangen zu empfangen von der linken Seite und die Kraft der Korrektur von der rechten Seite so, dass er sich in den Bereich des Einzigen integriert, auf die vollständigste, nützlichste, größtmögliche Weise. Mit allen Kräften, mit seinem ganzen „Ich", aktiv als Partner darin. Das nennt man: Er will zur Partnerschaft von Malchut und Seir Anpin de Azilut kommen, bis sie gleich sind, in gleicher Höhe, (bis) im unaufhörlichen Siwug⁷.

Das Ziel ist also erstens, den Bereich des Einzigen zu enthüllen. Zweitens, zu enthüllen, wie sehr ich nicht fähig bin, dort zu sein, wie sehr ich darin sein will und wie sehr ich doch fähig bin, daran teilzunehmen. Und dann, nach und nach, Stufe um Stufe, mich als aktiver Partner darin zu integrieren. Der Mensch integriert sich stufenweise, mit seinem ganzen Verlangen, mit all seinen Fähigkeiten, und wird nach und nach in den Bereich des Einzigen eingeschlossen. So geht er vom Bereich der Vielen, also „er und der Schöpfer", zum Bereich des Einzigen über, wo nur der Schöpfer ist. Er haftet an diesem Bereich, wird in ihn eingeschlossen, klebt an ihm, mit all seinen Verlangen, Gedanken und Taten. Diese stufenweise Arbeit ist die Leiter der Stufen, auf der der Mensch vorankommt und sich in den Schöpfer integriert. Sie fängt damit an, dass der Mensch den ersten Tropfen der Vereinigung empfängt, der „Es gibt niemanden außer Ihm" heißt.

Die ganze Arbeit, die wir machen, ist nur die Arbeit an unserer Integration in den Bereich des Einzigen: in der Gruppe, innerlich, jeder für sich, in der Arbeit des Einzelnen, in der Arbeit der Allgemeinheit, auch in uns selbst im Allgemeinen und im Einzelnen. Aber nicht so, dass wir uns dort annullieren⁸, dort verschwinden, dort verschluckt werden. Wir schließen uns mit unseren Kräften daran an, selbst, mit unserer Fähigkeit, wirklich bewusst. Jedes Mal also, wenn wir die Größe des Schöpfers enthüllen, die Größe des Ziels, die Bereitschaft zur Integration, bringt uns das Freude und Erhebung des Geistes, einen Aufstieg, sagen wir, wie wir es nennen. Kommen danach Zeiten, in denen es uns schwerer fällt, müssen wir verstehen: Es kommen Verlangen hinzu, die noch nicht in diese Vereinigung eingeschlossen sind und die wir unserer Integration in die Idee „Es gibt niemanden außer Ihm" noch nicht hinzugefügt haben.

Und jetzt, wo diese Störungen erwachen, müssen wir ohne Pause sofort auch an ihnen arbeiten, um auch mit ihnen zum selben Zustand zu kommen wie vorher, nur mit den neuen Verlangen. Sie nicht auslöschen, sondern verstehen: zusammen mit ihnen. Dann ist das schon die nächste Stufe. Also die ganze Zeit zur Vereinigung hingezogen werden, trotz der Störungen. Diese Arbeit heißt „Arbeit über dem Verstand". Denn die Störungen sind unser jetziger Verstand, und Glaube ist die Integration in die Eigenschaft „um zu geben", trotz jeder Störung.

Gibt es Fragen?

Schüler: Wie drückt sich bei uns eigentlich der Unterschied zwischen der Ansprache an die Allgemeinheit und der Ansprache an den Einzelnen aus? Es scheint, wir geben alles, in unseren Unterrichten alles für alle. Wo drückt sich hier also die allgemeine Ansprache an die Allgemeinheit aus, die …

Rav: Was ist der Unterschied in unserem Verhältnis zum Publikum zwischen Allgemeinheit und Einzelnem? Allgemeinheit und Einzelner sind bei uns der Unterschied zwischen der inneren Gruppe und der Allgemeinheit. In der inneren Gruppe bin ich mit den Freunden, in die ich investiere und die in mich investieren. Dort sind wir wirklich in einer Merkawa, in einer Kommando-Einheit, wirklich zu unserem Ziel hingezogen. In der Allgemeinheit verbreiten wir das Wissen: über die Korrektur der Welt, über das Ziel der Schöpfung, über das Ziel des Lebens, über die Pflicht des Menschen. Das Wissen über den Grund all unserer Nöte, über das allgemeine Gesetz der Schöpfung, das uns zur Korrektur zieht. Geschieht das mit unserem Wissen, mit unserem Willen, empfinden wir unser Leben als gut. Geschieht es ohne unser Wissen, nicht bewusst, dann empfinden wir sein Geben⁵ an uns als schlecht.

Das sind allgemeine Dinge, die wir dem Publikum erklären müssen. Das ist einfach Lebenswissen, Wissen über die Welt. Hier gibt es keine Geheimnisse, keine persönliche, private Kritik. Das verpflichtet den Menschen nicht. Er erkennt einfach besser, dass er in einer Welt lebt, die von einer Kraft, von einem Gesetz gelenkt wird und zu einem Ziel hingezogen wird. Ob er will oder nicht, als Teil der Schöpfung ist er darin. Auch sein Leben und sein Tod trennen ihn nicht von diesem Prozess. Er ist die ganze Zeit darin, das ist etwas Ewiges.

Der Prozess kann über ihn hinweggehen, ohne dass er es weiß, aber das befreit ihn nicht von Leiden. Und es kann sein, dass es jetzt mit seinem Wissen geschieht; dann weiß er wenigstens, was die Quelle der Leiden ist und warum das alles passiert. Hat er wirklich Leiden in einem solchen Maß, dass es sich für ihn lohnt, sich dafür zu interessieren, zu wissen, warum er leidet, dann interessiert er sich. Wenn nicht einmal das, interessiert er sich nicht. Auch daran sieht man, dass es immer die Struktur einer Pyramide gibt.

Es gibt Menschen, die wirklich schrecklich leiden und trotzdem nicht bereit sind zuzuhören. Und es gibt Menschen, die sozusagen nur ein bisschen leiden. Sie haben im Leben alles, kommen zurecht und sind versorgt. Aber dieses bisschen, das fehlende Gefühl der Vollkommenheit, das fehlende Gefühl eines Sinns im Dasein, ist schon so stark, dass sie sagen: „Mein Tod ist mir lieber als mein Leben." Was ist denn schlecht für dich? Wofür sterben? Auch hier sehen wir also die Sache von Einzelnem und Allgemeinheit, den Zugang.

Entsprechend müssen wir uns dem Publikum gegenüber verhalten. Aber natürlich keine Kritik üben, sondern allgemeines Wissen geben: Wir erklären dem Publikum, wie die Wirklichkeit aufgebaut ist. Auf wissenschaftliche Weise, sozusagen als dritte Seite: Du kommst und erklärst ihnen wie ein Wissenschaftler: So und so ist die Wirklichkeit, das sind die Welten, das sind wir, die allgemeine Kraft wirkt auf uns, das fordert sie von uns. Ob wir wollen oder nicht, wir müssen in diesem Prozess sein. Wir sind in diesem Prozess, und es wirken Kräfte auf uns, die uns verpflichten. Soweit wir ihnen gehorchen, fühlen wir uns gut. Soweit wir nicht, nicht „nicht können", sondern nicht wollen, uns nicht vorbereiten, fühlen wir uns schlecht.

Diese allgemeine Kraft, die uns voranbringt, fordert von uns, an diesem Prozess teilzunehmen, entsprechend dem, was sie für uns vorbereitet: unsere Formung⁹, unsere Vorbereitungen. Das Verhältnis der allgemeinen Kraft zu unserer Arbeit, zu unserer Beteiligung, richtet sich also nach unserer Entwicklung. Deshalb leiden zum Beispiel wir, das Volk Israel, als das am weitesten entwickelte, mit der entsprechend besondersten Aufgabe, mehr als alle. Und je weiter Völker entwickelt sind, desto mehr werden sie immer leiden als weniger entwickelte Völker. Dieses Leiden muss nicht unbedingt Hunger sein, sondern Leiden an der Schärfe der Frage: „Was ist der Sinn unseres Lebens?"

Wenn du das den Menschen erklärst, können sie es sehen und verstehen. Jeder in seinem Bereich, auf seiner Ebene, in seinem Verhältnis, auf seine Art zum Leben. Denn bei jedem ist die Wahrnehmung der Wichtigkeit anders. Das war's. Das ist also die Erziehung der Allgemeinheit. Zwischen der Erziehung der Allgemeinheit und der Erziehung des Einzelnen gibt es viele Stufen, wie er schreibt: Entsprechend der Entwicklung, soweit sie sich entwickeln, enthüllt man „Frauen", „Kleinen" und „Knechten" das Geheimnis nach und nach. Soweit also aus der Allgemeinheit Menschen vom Boden der Pyramide zur Spitze hervorkommen, soweit sie sich erheben und aus der Allgemeinheit zum Einzelnen aufsteigen, müssen wir ihnen entsprechend ihrer Entwicklung immer mehr erklären.

Eigentlich ist das Material selbst so aufgebaut, dass jeder es nach der Vorbereitung seines Gefäßes erfasst und versteht. Deshalb sind die Bücher für alle offen. Aber jeder versteht so viel, wie er sehen kann. Das sage ich aber über das Erfassen des Materials. Unsere Erklärung muss trotzdem abgestuft sein. Das ist sehr wichtig. Dann verstehen sie uns richtig. Wenn du in der 1. Klasse anfängst zu erklären, was du in der 6., 7. Klasse erklärst, denken sie, du bist verrückt, du verstehst nichts, das stimmt nicht, das gibt es nicht. Fang an zu erklären … na ja, heute ist das schwer zu sagen, denn in der 1. Klasse wissen sie schon, dass es Radiowellen gibt und dass man Radio empfängt. Aber wenn du einfach einem Kind im Alter von … verstehst du. Also: Alles nach der Stufe der Entwicklung.

Sonst kann der Mensch es nicht aufnehmen, er kann nicht mit dir auf dem Weg weitergehen. Deshalb ist „Vor einen Blinden sollst du kein Hindernis legen" ein sehr, sehr richtiger Zugang zur Erziehung. Das Problem der Erziehung ist ein allgemeines Problem der Welt. Und wir müssen wissen, wie wir der Welt diese Methode so präsentieren, dass sie wirklich gut ist, für jedes Alter und jede Entwicklungsstufe.

Es gibt Menschen, die mit vierzig, fünfzig wie Kinder sind: zwar klug, aber nach ihrer seelischen Entwicklung Kinder. Und es gibt solche, deren Entwicklung reif ist, die aber nicht klug sind. Zu ihnen führt der Zugang nicht über Mocha, sondern über Liba. Über das Gefühl und nicht sozusagen über die Vernunft, das Nachdenken. Es gibt beides. Man sieht das wirklich, sogar in der großen Gruppe. Es gibt Menschen, die nur über das Gefühl erfassen. Und es gibt solche, bei denen nichts ankommt, nichts aufgenommen wird, wenn man nicht Verstand dazugibt. Es muss eine Verbindung von Mocha und Liba geben.

Es gibt auch Zeiten: Dieselben Seelen gehen in verschiedenen Epochen sozusagen durch Epochen, in denen sich ihre Entwicklung mehr in Mocha vollzieht, oder durch Epochen, in denen sie sich mehr in Liba vollzieht. Baal HaSulam schreibt zum Beispiel, dass zur Zeit des ARI eine Epoche von Mocha war und zur Zeit des Baal Shem Tov eine Epoche von Liba. Bei uns würde ich sagen: sowohl das eine als auch das andere. Aber das Publikum selbst und der Mensch selbst sind in allen möglichen verschiedenen Zuständen.

Schüler: Was kümmert mich die ganze Welt, warum muss ich ihnen erzählen …?

Rav: Was kümmert mich die ganze Welt, warum muss ich ihnen das erzählen? Was soll ich machen, wenn ich in allen eingeschlossen bin? Was soll ich machen, wenn ich von allen abhängig bin? Was soll ich machen, wenn ich zu denen gehöre, die Wissen und Gefühl über die richtige Wirklichkeit bekommen haben, und verpflichtet bin, das anderen zu erzählen, zu erklären und weiterzugeben? Also muss ich, nach der Struktur des allgemeinen Gefäßes, in der jeder für den anderen in gegenseitiger Bürgschaft steht, Bürge ist. Ob er will oder nicht, ist nicht wichtig.

Wir befinden uns im Grunde in einem System, das aufgebaut ist, in einem Prozess, der geformt wurde. Sein Fortschreiten ist schon im Voraus festgelegt. Hier können wir nur mit unserem Willen damit gehen, oder unser Wille, sozusagen unser Wille, geht nicht mit der Entwicklung mit. Aber alle Gesetze sind absolut. Sie ändern sich also nicht dadurch, ob ich mit ihnen mitwirken will oder nicht. Sondern ich werde mich anders fühlen, je nachdem, ob ich mitwirke oder nicht.

Ich bin in einem Zug, und der Zug fährt von Ort 1 nach Ort 2. Ich bin im Zug. Ich will an Ort 1 bleiben, und der Zug fährt zu Ort 2. Je näher ich Ort 2 komme, desto mehr fühle ich die Anziehung zu Ort 1 und desto mehr leide ich. Je weiter ich mich von Ort 1 entferne, desto mehr und mehr und mehr leide ich. Aber der Zug fährt. Und dieses Leiden, das ich fühle, soweit ich mich entferne, soweit ich sehe, wie weit ich mich entfernt habe: Diese Entfernung empfinde ich als Leiden. Also die Lücke zwischen dem Ort, an dem ich nach meiner inneren Entwicklung sein müsste, und meiner Zustimmung dazu: Diese Lücke empfinde ich als Leiden. Und ich habe keine Wahl.

Am Ende will ich nicht, will nicht, will nicht, will nicht darauf achten, will nicht daran teilnehmen. Aber ich bin aus einem Stoff gebaut, der Leiden fühlt, gut oder schlecht, Genuss oder Leiden. Deshalb wird mich das Leiden überzeugen. Es hilft mir nichts, ich werde mich trotzdem ändern müssen. Dann fährt der Zug noch ein bisschen und noch ein bisschen weiter, dann gibt es noch ein bisschen … (mehr Leiden, noch ein bisschen), bis das Leiden so groß ist, dass das Herauskommen für mich ein Ziel wird, das mir genug Treibstoff gibt. Dann schlage ich Purzelbäume. Dann komme ich um drei Uhr nachts und mache bei allen möglichen Taten mit, nur um aus dem Leiden herauszukommen.

So können wir gehen, aber das ist der Weg der Leiden. Man empfiehlt uns den Weg der Tora. Statt die ganze Zeit in diesem Zug zu sitzen und zu leiden, bis dieses Leiden … Und du siehst: die Shoah, die Schläge Tag für Tag, was nicht alles passiert. Du siehst, wie viel Leiden auch kommt, es reicht nicht. Und wenn ein Mensch irgendeinen Moment am Tag fühlt, dass er glücklich ist, ist das schon etwas Unnormales. Im Grunde bringen wir das Leben nur hinter uns, ein bisschen weniger leiden, das ist unser ganzes Bestreben. Schau, was für ein erbärmliches Leben.

Stattdessen sagen die Kabbalisten: Wenn du weißt, wo du bist, in was für einem Zug, woher und wohin er fährt, verstehst du, dass du Ort 1 trotzdem verlässt und zu Ort 2 kommen musst. Es gibt Mittel, mit denen du anfangen kannst, diesen Prozess auf dich zu nehmen. Dann entdeckst du in diesem Prozess Lieblichkeit, Gutes und unendliche Genüsse, und der ganze Prozess ist wirklich zu deinem Besten. Man muss nur dafür investieren, man muss sich dafür überzeugen. Auch dafür gibt es Mittel: Gruppe, Bücher, einen Lehrer und alles. Na? Das müssen wir der ganzen Welt bringen. Und auch uns selbst.

Nun fährt der Zug mit uns allen. Die öffentliche Meinung überzeugt mich. Ich muss auch handeln, um die Öffentlichkeit zu überzeugen, sonst werde ich nicht überzeugt. Kurz gesagt: Hier gibt es eine Art gegenseitige Bürgschaft, Partnerschaft, ein allgemeines System, in dem alles gegeben ist. Ich kann sagen: „Was kümmert mich die ganze Welt?" Aber das hilft nicht, wenn ich plötzlich wirklich, nach Jahrzehnten voller Kummer, entdecke, dass ich nicht zum Guten kommen kann, wenn die ganze Welt im Schlechten ist.

Deshalb muss unsere Verbreitung sehr, sehr breit sein. Manchen Menschen fällt das leicht. Sie fühlen wirklich, dass sie sich dadurch aufbauen, Kräfte daraus bekommen, Talente dafür haben. Auch Stolz und Herrschaftskraft sind hier dabei, da zeigen sich viele Dinge. Und es gibt Menschen, denen das schwerfällt. Sie sind überhaupt nicht dafür gebaut. Sie haben eine Neigung, sich nicht durch andere zu füllen, nicht durch das Publikum, nicht durch Überzeugen. Sie sind lieber auf eine andere Art von Handlung stolz, sich selbst gegenüber. Sie sehen sich selbst also als „das Ich", nicht unbedingt in der Herrschaft über das Publikum. Also jeder nach seiner Neigung.

Schüler: In der Gruppe gibt es die Sache mit der Pyramide. Warum hat das, was wir damals, vor einigen Monaten, mit der Pyramide versucht haben, nicht funktioniert? Das entspricht doch den richtigen Wurzeln.

Rav: Warum kann das mit der Pyramide bei uns in der Gruppe nicht funktionieren? Es gibt sie. Nur können wir hier nicht selbst eine Art Selektion machen, Selektion, wie sagt man? … Trennung, ich weiß nicht, Klärung, Filterung, Sortierung. Wonach, das verstehen und wissen wir nicht so genau. Aber jede spirituelle Struktur ist nach allen möglichen Stufen der Wichtigkeit aufgebaut: bezüglich Wahrheit und Lüge, bezüglich bitter und süß, auch bei Charaktertypen, im Zugang, in vielen Dingen.

Wir sind also natürlich nicht alle gleich, und gerade diese Unterschiedlichkeit baut Vollkommenheit. Aber in der Gruppe behandeln wir uns alle gleich. Die Haltung und sozusagen die Erziehung bei uns ist einheitlich. Aber jeder hört nach dem, was er kann, wozu er fähig ist.

Schüler: … Können wir das nicht … zugunsten unseres Fortschritts nutzen?

Rav: Nein. Vorläufig können wir das nicht zugunsten unseres Fortschritts nutzen. Wenn wir einmal eine wirklich sehr hohe Gemeinschaft haben, die sich als ein Gefäß enthüllt, dann sind wir zum Beispiel wie die Gemeinschaft von Rabbi Shimon. Dort war jeder seiner zehn Schüler, der zehn Freunde, wie die hauptsächliche Eigenschaft in der Spiritualität, wie die Zehn Sefirot. Das …

Aber vorläufig ist das nicht wichtig. Wir müssen glauben, dass sich nicht zufällig gerade diese Menschen hier versammelt haben. Und die, die nicht mit uns sein können, fallen auf alle möglichen Arten von uns ab. Und … so ist das …

Schüler: Rav, Sie sagen uns ständig, dass unser richtiger Weg die Verbreitung der Größe des Schöpfers ist, des Ziels.

Rav: Dass man die Größe des Schöpfers und das Ziel verbreiten muss, sage nicht ich, das sagt Baal HaSulam: dass wir Lehrhäuser eröffnen und die Weisheit verbreiten müssen und … Das schreibt er, nicht wahr? Na?

Schüler: Jetzt: Einerseits würden Sie uns das nicht sagen, wenn wir nicht bereit wären. Andererseits fehlt etwas.

Rav: Nein, wir sind bereit, weil die großen Weisen festgelegt haben, dass wir schon in der Generation sind, in der wir bereit sind. Wir sind in der Generation des Mashiach, in der letzten Generation. Wir sind in einer Generation, die die allgemeine Kraft für alle enthüllen muss. Und die ganze Welt muss schon die Spiritualität enthüllen und auf der Stufe leben, auf der sie nach ihren inneren Vorbereitungen schon sein muss. Wir ziehen sie nicht zu etwas, wofür diese Welt noch nicht bereit ist. Das Maß an Leiden, das sich jetzt in der Welt zeigt, sagt schon von selbst, dass die Welt auf einer anderen Stufe sein muss. Denn das Maß an Leiden ist unsere Verspätung, das Maß der Verspätung, das Maß unserer Lücke zwischen dem, wo wir sind, und dem, wo wir sein müssen.

Ich bin zum Beispiel auf Stufe 5 und muss auf Stufe 10 sein. Aber ich bin nicht auf Stufe 10. Also drückt die Lücke dieser fünf Stufen, die ich zurückliege, als Leiden auf mich, als Mangel. Denn dasselbe Umgebende Licht kommt jetzt als Leiden zu dir, weil ein Teil davon schon als Inneres Licht in mich eintreten müsste, in mein relativ korrigiertes Gefäß. Verstehst du?

Nach dem zunehmenden Leiden in der Welt müssen wir also schon in einem völlig anderen Zustand sein. Wenn du die Lücken zwischen der unteren und der höheren Stufe schließt, entsprechend den Reshimot, die in dir erwachen, bist du immer in Freude, immer in Erhebung, immer im Guten. Jedes Mal, wenn sich das Böse in dir enthüllt, empfängst du es als nützliches Böses. Wie der Einzelne, wie die Allgemeinheit, so muss auch die Welt ihren Weg gehen.

Wenn wir das nicht können, wenn die ganze Welt in unaufhörlichem Leiden ist und nur davon träumt, wie sie sich durch Drogen von diesem ganzen Leben abschneiden kann, dann zeigt das, wie sehr wir im Rückstand sind. Und wenn das so ist, hast du wirklich keine andere Möglichkeit, als der Welt die Methode der Korrektur zu bringen. Das ist die Methode zur Korrektur ihres Zustands. Nicht „Korrigiert ihre Seelen", das ist etwas Abstraktes, sondern „Korrigiert euer Leben". Was heißt „korrigiert"? Füllt euer Leben mit Genüssen. Das bringst du der Welt. Die Methode ist einfach. Das Ziel ist einfach.

Warum ist die Welt also nicht dafür bereit? Vom Leiden her ist sie bereit. Vom Bewusstsein her ist sie nicht bereit. Da müssen wir helfen. Deshalb sagt er, dass wir Lehrhäuser eröffnen und das Wissen im Volk oder in der Welt verbreiten müssen. Damit sind wir schon sehr spät dran.

Na?

Schüler: Ich frage in Bezug auf die innere Verbreitung: Warum gelingt es uns untereinander nicht, diese Größe zu verbreiten? Wenn wir nicht bereit wären, würden Sie es uns nicht sagen. Aber anscheinend sind wir bereit, und Sie sagen es. Und es fehlt etwas, damit wir …

Rav: In unserer inneren Verbreitung? Als Gruppe? Als Gruppe sind wir, würde ich sagen, ziemlich erfolgreich. Natürlich fehlt uns hier und da noch etwas zu ergänzen: in der Verbreitung im Volk und auch bei uns beim Zusammenhalt der Freunde, der eine größere Stärke des Umgebenden Lichts bringt. Bei uns müssen wir also mehr an der Einheit arbeiten. An der Qualität der Einheit. Uns mehr vereinen. Das ist innen, in der Gemeinschaft.

Und nach außen müssen wir uns mit der Verbreitung im Volk beschäftigen. Da ist bei uns wirklich Nachlässigkeit, würde ich sogar sagen. So sehr wir es versuchen, ich glaube nicht, dass wir es genug versuchen. Und nicht auf allen Wegen. Hier muss man über die eigenen Fähigkeiten hinausgehen. Das war's. Aber insgesamt …

Ich kann nicht sagen, dass die Gruppe in sich in einem schlechten Zustand ist. Sondern, gerade im Gegensatz zu dem, was er in der vorigen Frage gefragt hat, „Was kümmert mich die ganze Welt?", würde ich sagen: Die Gruppe wird nicht über ihr Verhältnis zur Welt hinaus vorankommen. Dieses Verhältnis bedeutet nicht, dass die ganze Welt wie wir sein muss und wir erst dann vorankommen. Eine Lücke wird natürlich entstehen, und was für eine Lücke. Aber in dieser Lücke gibt es eine Art Verhältnis, eins zu tausend, egal, was für ein Verhältnis hier sein muss.

Aber der Fortschritt des Volkes hält uns auf einer niedrigeren Stufe, als wir erreichen könnten. Genauso hält uns der Fortschritt der allgemeinen Gruppe in der ganzen Welt, unserer Gruppe, auf einer niedrigeren Stufe, als wir vorankommen könnten. Und auch der einzelne Mensch in unserer Gruppe, in der allgemeinen Weltgruppe, im Volk Israel und in der ganzen Welt: Das ist alles ein System. Seit Ende des 20. Jahrhunderts müssen sich nicht Einzelne, sondern die ganze Menschheit erheben. Dann steigt sie nach derselben Pyramide auf.

Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen dir und wie weit du aufsteigst und irgendeinem Indianer dort, der noch nicht die Entwicklung erreicht hat, um hier einzutreten. Nicht dass wir ihn geringschätzen, aber die Pyramide existiert, sie ist in der Wirklichkeit. In dieser Pyramide gibt es trotzdem eine Verbindung zwischen allen. Es kann nicht sein, dass hier plötzlich eine Art Verzerrung in der Entwicklung entsteht. Sondern jetzt muss die ganze Struktur von Adam haRishon nach und nach in der Entwicklung vorankommen, aber ganz. Dann wird man von uns noch mehr als vorher verlangen, was wir tun. Und je nachdem, wie sehr wir tun, was wir tun müssen, bringen wir alle voran und kommen selbst voran.

Deshalb sage ich: Ich sehe in letzter Zeit, dass unser fehlender Fortschritt sozusagen nicht an uns liegt, nicht daran, dass wir persönlich sozusagen nicht bereit wären. Sondern daran, dass wir trotzdem mit der ganzen Weltgruppe und mit der ganzen Welt vorankommen müssen. Sonst sind wir sozusagen nutzlos. Jetzt wird die Rechnung mit der ganzen Welt gemacht. Du siehst, plötzlich verurteilt dort Malaysia das ganze Volk, verstehst du, nicht Israel. Sie sagen, dass einfach Juden mit ihren Gedanken die Welt beherrschen.

Malaysia. Schau, sie sind schon klug, sie sind zur Wahrheit gekommen. Er sagt etwas Wahres. Ich stimme ihm hundertprozentig zu. Ich stimme ihm hundertprozentig zu, er hat recht. Wir beherrschen mit unseren Gedanken die ganze Welt. Ich bin bei ihm. Schau, wie der Schöpfer durch irgendwelche Gojim wirkt. Das ist ein Engel des Schöpfers, der dieses Wissen in die Welt bringt. Das war's. Das ist eine Enthüllung. In meinen Augen ist das eine Enthüllung.

Es ist nicht einfach so, dass man die Juden für alle Nöte beschuldigt. Das ist wirklich eine sehr wichtige Erklärung. Sie dient der Korrektur. Ich sehe in ihm nicht meinen Feind. Mein Feind ist innen, in mir. Das sehe ich nicht in ihm. Im Gegenteil, würde ich sagen: Der Schöpfer enthüllt durch ihn sehr wichtige Dinge, nämlich dass es wirklich so ist. Ich habe nichts gegen ihn. Wenn ich gegen ihn bin, korrigiere ich dann etwas? Er sagt etwas Richtiges: dass es wirklich so in der Welt verwurzelt ist. Na und, wenn ich mit dem, was er gesagt hat, nicht einverstanden bin, bin ich dann gegen ein Gesetz, das der Schöpfer festgelegt hat? Hilft mir das?

Und alle schreien: „Wie kann das sein? Wie kann das nicht …? Nein, nein, nein." Und wenn du „Nein" sagst, was dann? Hilft es dir, den Kopf in den Sand zu stecken? Deshalb müssen wir wirklich zur ganzen Welt gehen.

Moment: Wenn wir das Wissen der Kabbala verbreiten wollen, sagen wir das nicht mit vielleicht etwas anderen Worten, sogar mit denselben Worten? Sagen wir nicht dasselbe? Na. Wäre ich gegenüber allen Völkern ein so großer Mann wie er und würde so etwas sagen, dann würde man mich genauso behandeln.

Er hat gesagt, was in der Gemara steht, was in der Tora steht: „Kein Unheil kommt in die Welt, außer wegen der Söhne Israels." In der Tora steht das. Was hat er gesagt? Dasselbe. Und bei uns ist man nicht einverstanden.

Schüler: … Jetzt, nach dem Kongress, den wir hatten: Was muss sich an unserer Arbeit ändern, in der Richtung, im Tempo …? Worauf müssen wir uns jetzt konzentrieren?

Rav: Jetzt, nach dem Kongress, der hinter uns liegt … Übrigens muss ich euch in ein paar Minuten bitten, hier rauszugehen, denn mein Unterricht fängt heute um fünf Uhr an. Wir haben vier solche Unterrichte, die wir um fünf statt um sechs anfangen müssen. Denn bei ihnen stellt man erst ab dem 1.11. auf Winterzeit um. Sie sind ein sehr großes Publikum, und sie können es nicht verwirren, mal so und mal so zu kommen. Sie haben es versucht, und es gab ein richtiges Durcheinander. Also müssen wir ihnen entgegenkommen. Im Ausland.

Schüler: Wann ist das also?

Rav: In einer Viertelstunde müssen wir hier raus. Jeden Dienstag und Donnerstag bis Ende des Monats gibt es vier solche Unterrichte.

Was müssen wir gegenüber der großen Gruppe, gegenüber der Weltgruppe tun? Wir müssen einfach zusammen mit ihnen unsere ganze Arbeit so ordnen, dass wir uns um die ganze Welt kümmern. Dadurch werden wir uns auch untereinander zusammenschließen. Wir können nicht unter uns arbeiten und auf die ganze Welt pfeifen. Das hilft nicht. Denn nach dem, was ich jetzt erklärt habe, ist die Pyramide etwas Gegebenes. Du kannst deine Arbeit nicht hervorheben, ohne dich auf die anderen zu beziehen.

So konnten frühere Kabbalisten es machen, und so haben sie es gemacht, denn bei ihnen war das eine ganz andere Aufgabe. Aber bei uns, ab der Mitte des 20. Jahrhunderts, hatte niemand die Möglichkeit, zur Spiritualität zu kommen, und es wird sie nicht geben, außer für eine allgemeine Aufgabe, die die ganze Welt hinter sich herzieht. So müssen wir uns sehen.

Die Epoche des Abstiegs der Nizozin ist zu Ende, die Epoche der Vermischung der Nizozin mit den Gefäßen ist zu Ende. Zu Ende ist auch die Epoche, in der man diese Methode bis zu den niedrigsten Stufen hinuntergebracht hat und, wie Baal HaSulam schreibt, das Buch Sohar vor unseren Augen enthüllt wurde. Das „Enthüllte" ist nicht der Sulam-Kommentar, den er gemacht hat¹⁰. Mit „enthüllt" ist der Sohar selbst gemeint, also: Dieses Licht, diese Essenz, diese Kraft hat sich hier enthüllt.

Wir müssen enthüllen, aber alles ist von oben nach unten bis zur letzten Stufe gekommen. Und jetzt muss man anfangen aufzusteigen. Wir sind darin eigentlich die Ersten. Hier, beim Aufstieg von unten nach oben, geht es um die allgemeine Korrektur dieser ganzen Seele, die insgesamt anfangen muss, korrigiert zu werden. Deshalb hilft es uns nicht, Einzelne zu sein und dadurch sozusagen erfolgreich zu sein.

Wenn du auf das Geben setzt, darauf, dass du jetzt die Eigenschaften des Gebens erwerben willst, dann musst du dich dafür auf den Schöpfer beziehen. Sich auf den Schöpfer beziehen heißt, sich auf Sein Gefäß beziehen, das Er gebaut hat. Dort, in diesem Gefäß, entdeckst du deine Beziehung zu Ihm, und dort begegnest du Ihm, wie Er dieses Gefäß füllt. Und dieses Gefäß ist diese ganze Pyramide. Das ist die ganze Welt. Das sind alle Seelen zusammen.

Daraus folgt, dass du dich heute nicht auf deine Aufgabe und auf den Schöpfer beziehen kannst, ohne dich auf die ganze Welt zu beziehen. Und ich sage das nicht zufällig: Deshalb springt irgendein Malaysia auf, und dir wird noch irgendein Peru aufspringen, ich weiß nicht, irgendwelche Länder, von denen du nie gehört hast, wer sie sind und was sie sind. Denn die Welt wird jetzt wirklich eins, und das ist so, als würde sie dir zu deiner Arbeit gebracht.

Und wir werden noch mit eigenen Augen sehen, wie sehr wir, die wir geben⁵ und handeln, die ganze Welt insgesamt verändern.

Mal sehen, was sie noch sagen, wenn wir einen weiteren Kongress machen.

Gut, jetzt müssen wir anfangen, sie hinauszubringen. Also bitte, ich bitte uns alle, alle, alle: schnell, leise raus von hier, und wir müssen unseren Unterricht vorbereiten.