Tägliche Lektion1. Nov. 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 25 (1990) ( 23.12.2002)

Rabash. Artikel 25 (1990) ( 23.12.2002)

1. Nov. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.
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Abschrift Morgenunterricht 23.12.2002

Buch „Schriften von Rabash", Band 2, S. 1079,
„Was bedeutet ‚Lobt den Schöpfer, alle Völker' in der Arbeit"

Rav: Wir haben einen Artikel aus Band 4 von „Shlavej haSulam"¹ gehört. Er stammt aus dem Teil, der zu einem Vers aus den Psalmen gehört: „Was bedeutet ‚Lobt den Schöpfer, alle Völker' in der Arbeit". Rabash erklärt uns hier eigentlich eine sehr feine Sache. Welche feine Sache? Worin besteht unsere ganze Arbeit? Der Artikel spricht von der Einzigartigkeit des Schöpfers. Was bedeutet also dieser Artikel „Lobt den Schöpfer, alle Völker"? Der Mensch muss während seiner Anstrengung die Einzigartigkeit des Schöpfers enthüllen.

Das heißt: Es gibt den Schöpfer. Der Schöpfer hat den Menschen erschaffen, weil Er will, dass der Mensch erkennt, dass der Schöpfer einzig ist, „Eins, Einzig und Einzigartig". Dafür hat Er den Menschen erschaffen. Dafür hat Er ihn auch verdorben erschaffen: Der Mensch korrigiert sich selbst, und eigentlich korrigiert er dabei das Maß seiner Erkenntnis des Schöpfers, also dass der Schöpfer „Eins, Einzig und Einzigartig" ist. Du schaust mich an, als würdest du das zum ersten Mal hören. Die Stufen, auf denen man den Schöpfer als „Eins, Einzig und Einzigartig" erkennt, heißen die Stufen der Korrektur des Menschen, die Stufen der Reinheit, die Stufen der Gleichheit der Form.

Der Mensch erkennt den Schöpfer, nämlich dass es außer Ihm nichts gibt. Aber jemand muss von außen erkennen, dass es außer dem Schöpfer nichts gibt. Damit bereitet der Mensch dem Schöpfer Freude². Das heißt: Diese Freude ist das Geben, und sie besteht darin, dass es die Erkenntnis gibt, dass der Schöpfer Eins ist, dass „es niemanden außer Ihm gibt". Alle Störungen, sogar die Verpflichtung von oben, dass der Mensch sagen soll „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist für mich?", dienen nur dazu, Seine Einheit zu enthüllen. Das ist der ganze Artikel.

Ja.

3:48

Schüler: Was bedeutet es, dass der Schöpfer Freude davon hat, wenn der Mensch Ihn als Eins erkennt? Was braucht der Schöpfer …

Rav: Man kann es auch von der anderen Seite her sagen. Der Schöpfer hat den Menschen erschaffen, damit der Mensch die Erkenntnis Seiner Einheit genießt. Davon hat der Schöpfer Freude, sozusagen, so wie der Mensch fühlt, dass der Schöpfer Freude hat. Wir sprechen aus unserem Empfinden heraus, so hat Er uns erschaffen. Indem wir Seine Einheit erlangen, erlangen wir zwei Empfindungen: dass es uns gut geht und dass es Ihm gut geht.

Daraus sehen wir: Unsere ganze Arbeit betrifft nur uns, und unser Empfinden ist in uns. Wir fühlen nicht den Schöpfer, sondern die Gleichheit der Form mit Ihm. Und all unsere Gedanken, ob Er handelt oder jemand anderes, oder ich, oder wir gemeinsam und so weiter, das sind nur Kräfte, die der Einheit entgegenstehen. Gerade über ihnen müssen wir die Einheit enthüllen. Sehr schön schreibt darüber der Ramchal. In seinen Büchern hebt er das sehr hervor. Mein Rav³ hat den Ramchal auch geliebt, wir haben zusammen ein bisschen Ramchal gelernt.

Das war's. Hier gibt es nicht so viel zu sagen. Das heißt: Außer dem Schöpfer gibt es den Menschen, der enthüllt, dass es außer dem Schöpfer nichts gibt. Das ist alles.

Ja.

Schüler: Hier im letzten Abschnitt schreibt er: „dass der Mensch nicht weiß, wie er den Zustand des Aufstiegs bewahren soll, weil er ihn nicht wertschätzt." …

Rav: Das ist schon Technik. Zustände, Aufstiege, Abstiege und alles andere beschreiben, wo der Mensch im Verhältnis zur Erkenntnis des Schöpfers steht.

Noch etwas?

6:22

Schüler: Wie kann man „Einzig" enthüllen …

Rav: „Eins, Einzig und Einzigartig"?

Schüler: Ja. „Eins, Einzig und Einzigartig", aus den Schlägen, die der Mensch bekommt?

Rav: Alles enthüllt man aus seinem Gegenteil. Man kann nichts enthüllen außer aus etwas, das das völlige Gegenteil dessen ist, was man enthüllt. Wenn ich zum Beispiel Weiß enthüllen will, kann ich Weiß nur daraus enthüllen, dass es Schwarz gibt. Nicht aus Grün oder Rot oder etwas anderem, denn die sind nicht genau das Gegenteil von Schwarz. Wenn ich Grün nehme, du weißt ja, bei Farben, dann steckt in Grün sicher auch Weiß, ja? Vermischt, ja? Und in Schwarz ist kein Weiß. Also kann ich nur aus Schwarz wirklich Weiß enthüllen, aus Grün nicht. Das heißt, in Grün ist etwas, das den Unterschied und die Einzigartigkeit von Weiß als wirklichem Weiß nicht enthüllt.

Wenn wir also den Schöpfer als „Eins, Einzig und Einzigartig" enthüllen müssen, dann müssen in uns im Gegensatz dazu alle entgegengesetzten Unterscheidungen sein. Während unserer Arbeit enthüllen wir in einer Kette von Empfindungen und Enthüllungen alles, was das Gegenteil von „Eins, Einzig und Einzigartig" ist. Aus diesem Gegenteil, also aus dem leeren Gefäß, aus der Reshimo, enthüllen wir die Einheit, das Einzigartige und so weiter. So ist unsere ganze Leiter der Stufen.

Das heißt: Um in vollständiger Erkenntnis zu „Eins, Einzig und Einzigartig" zu kommen, müssen wir insgesamt bestimmte Zustände durchlaufen. Zwar scheint uns „Eins, Einzig und Einzigartig" ein unendlicher Begriff zu sein, aber wenn man, sagen wir, 125 Stufen durchläuft, dann enthüllt man diese Sache vollständig. Unsere Erlangung hat also eine Grenze, und diese Grenze heißt bei uns Gmar Tikun. 125 Handlungen der Erkenntnis von „Eins, Einzig und Einzigartig" bringen uns zur vollständigen Erkenntnis davon. Das ist alles. 9:07

Jede einzelne Handlung umfasst den Zustand der Achoraim, die Finsternis, also das Empfinden des Gegenteils dessen, was man erlangen muss, und danach die Erlangung. Wir lernen diese Handlungen: wie diese Dinge, diese Stufen, für uns von oben nach unten vorbereitet wurden und wie wir sie von unten nach oben erlangen. Zuerst erlangen wir zerbrochene Gefäße, also das Gegenteil von „Eins, Einzig und Einzigartig". Dann lernen wir, wie wir jeden einzelnen solchen Zustand korrigieren, ja? Das heißt: damit auch unser Gefäß die Eigenschaft „Eins, Einzig und Einzigartig" hat. Gemäß dieser Eigenschaft enthüllen wir, dass der Schöpfer diese Form hat. Das heißt „Aus Deinen Taten erkennen wir Dich" …

Aber noch einmal: Wir müssen das aus unserer eigenen Anstrengung heraus erkennen. Es reicht nicht, dass der Schöpfer uns die entgegengesetzten Formen gibt und danach die geraden Formen, ja? Sondern um die Sache zu fühlen, müssen wir selbst darin vollwertige Partner sein. Das heißt: die entgegengesetzten Eigenschaften als unsere fühlen, und ebenso die Eigenschaften, die wir schon korrigiert bekommen, ja, als unsere fühlen. Daraus erkennen wir diese Eigenschaften absolut, entschieden, endgültig, und dann erkennen wir wirklich den Schöpfer.

Das heißt: Unsere Erlangung muss in all unseren Unterscheidungen sein, so tief unsere Erlangung reicht, sowohl in der Ablehnung als auch in der Bejahung⁴ von „Eins, Einzig und Einzigartig". Um diese Unterscheidungen vollständig zu fühlen, müssen wir sie als unsere fühlen, nicht als die des Schöpfers. Nicht als etwas Fremdes außerhalb von mir, sondern als meine. Dass ich das Gegenteil des Schöpfers bin und durch die Korrekturen danach wie der Schöpfer werde. Das heißt, die Erlangung muss in der Bchina Dalet selbst sein. 11:36

Denn in den drei vorherigen Bchinot, in den Eigenschaften, die ich vom Schöpfer bekommen habe, verstehe ich, wer Er ist. Das heißt in den drei vorherigen Bchinot, in den ersten Neun. Aber in Bchina Dalet fühle ich, dass das meine Eigenschaft ist, sowohl verdorben als auch korrigiert. Dann erkenne ich diese Eigenschaft wirklich in ihrer Tiefe. Deshalb gibt es in den Welten niemanden, über den wir sprechen können. Denn auch wenn ich diese Dinge in den Welten fühle, es gibt sozusagen ein Empfinden in den Gefäßen, ist das kein eigenes Empfinden, dass diese Eigenschaften meine sind.

Das ist wie in der Natur. Wir haben das Unbelebte, das Pflanzliche und das Tierische, und in ihnen besteht die Natur aus Notwendigkeit: So stehen Unbelebtes, Pflanzliches und Tierisches unter der Herrschaft der Natur. Deshalb heißt das nicht Geschöpf. Das Geschöpf ist eben dieses Empfinden des Menschen, das Empfinden des „Ich". Geschöpf heißt eigentlich: außerhalb des Schöpfers; Brija bedeutet „Bar meMadrega", außerhalb der Stufe. Das heißt: Nur in Bchina Dalet kann man das fühlen. Deshalb ist die ganze Grundlage, das ganze Wesen von Adam haRishon und allen Seelen, dass sie aus Bchina Dalet sind, die dem Schöpfer völlig entgegengesetzt ist. Sie kann diese Gegensätzlichkeit fühlen und dann die Einzigartigkeit fühlen.

Ja.

13:21

Schüler: … aber trotzdem kann man … Götzendienst⁵, dass ich wie der Schöpfer … Götzendienst?

Rav: Der Mensch kann in Götzendienst fallen, sagst du, also fühlen oder sozusagen denken, dass er wie der Schöpfer ist. Das heißt die Eigenschaft des Pharao, der sagte: „Wer ist der Schöpfer, dass ich auf Seine Stimme hören sollte?" Aber wenn man Schläge bekommt, fängt man schon an zu verstehen, dass nicht ich herrsche, sondern Er herrscht. Aber erst beim zehnten Schlag kommt man wirklich zur Erkenntnis, dass das nicht … dass das trotzdem ich bin: Mein Ego befindet sich in der Gegensätzlichkeit der Form. Das heißt, in allen Unterscheidungen muss die Erkenntnis da sein, was das Verlangen zu empfangen gegenüber dem Schöpfer ist.

Ja.

Schüler: Sind in der Spiritualität die Verlangen, die sich enthüllen, immer irgendein Verlangen, über den Schöpfer zu herrschen, in diesem oder jenem Maß? Oder gibt es auch Verlangen anderer Art?

Rav: Ich weiß nicht, was „Eins, Einzig und Einzigartig" ist; darin gibt es viele Schattierungen, Unterscheidungen. Insgesamt wird das in uns, in unserem Empfinden, aus sehr vielen Unterscheidungen aufgebaut, die wir nach und nach in uns zusammenfügen. Dann entsteht dieser Begriff: die Erkenntnis des Schöpfers als „Eins, Einzig und Einzigartig".

Also, was fragst du?

Schüler: Ob die Verlangen, die sich enthüllen, immer eine Art Eigenschaft des Pharao sind, die …

Rav: Ich habe immer gesagt: Bei allem, was sich enthüllt, enthüllen sich zuerst die Achoraim, die Finsternis, die unkorrigierte Form. Auch die unkorrigierte Form muss in uns gefühlt werden. Das heißt Erkenntnis des Bösen in ihrer wirklich endgültigen Form, in der Gegensätzlichkeit der Form zum Schöpfer. Das ist schon die Enthüllung und ihr Gegenteil, ja? Die Enthüllung Seiner Eigenschaft und ihres Gegenteils. Danach enthüllt man das Maß der Gleichheit der Form. Das heißt: Es reicht uns nicht, das Böse zu enthüllen und das Gute zu enthüllen. Wir müssen auch enthüllen, wie das Böse zum Guten wird.

Dieser Prozess selbst muss alle unsere Unterscheidungen durchlaufen, das heißt von 4 zu 3, zu 2, zu 1, zur Wurzel. In jeder einzelnen Unterscheidung, in ihrer ganzen Tiefe, bauen wir sozusagen selbst die korrigierte Form. Das hilft uns, diese Eigenschaft des Schöpfers mit der ganzen Tiefe unseres Vermögens zu erkennen. So wie Er uns in vier Unterscheidungen erschaffen hat, so müssen wir in all diesen vier Unterscheidungen den Prozess durchlaufen: die Enthüllung des Bösen, seine Umwandlung in Gutes und das Empfinden des Guten.

17:08

Schüler: Gibt es also nach dieser endgültigen Enthüllung eine Korrektur? Die endgültige Enthüllung, dann …

Rav: Die endgültige Enthüllung ist schon eine Folge der Korrektur. Aber zur Korrektur selbst will ich sagen: Es reicht nicht, die entgegengesetzte Form und die korrigierte Form zu fühlen. Sondern der ganze Prozess selbst baut in uns die Gefäße, um die Einheit zu fühlen. Verstehst du? Einfach so zu fühlen, dass ich entgegengesetzt bin, ist kein Empfinden. Das Empfinden der Gegensätzlichkeit baut sich gerade am Ende auf: Je weiter man zur Korrektur vorankommt, desto mehr enthüllt man, wie unkorrigiert man vorher war.

Denn wenn du am Anfang des Weges jemandem sagst: Du bist unkorrigiert, entgegengesetzt zu Ejn Sof, dies und das, dann weiß er es nicht und versteht nichts. Gerade wenn er nach und nach zu Ejn Sof vorankommt und sich nähert, enthüllt sich ihm, wie entgegengesetzt seine Gefäße sind. Wie bei Rabbi Shimon: „Shimon vom Markt". Verstehst du? Je größer jemand ist, desto größer ist sein Trieb, größer als er selbst. Deshalb müssen die Stufen der Korrektur danach wirklich alle im Menschen eingeprägt sein. Sie müssen in seine Reshimot und seine Unterscheidungen eingehen, für ewig.

Ja.

18:47

Schüler: Hier definiert er die Verlangen des Menschen als Erde. Wenn wir beim Essen den Segen über das Brot sprechen, sagen wir: „der Brot aus der Erde hervorbringt". Hat das auch mit unseren Verlangen zu tun? Und was bedeutet dann das Brot, gibt es da einen Zusammenhang?

Rav: Nun, das ist schon ein anderes Thema. Man kann natürlich alle Dinge miteinander verbinden, das ist klar. Wenn wir den Segen über das Brot sprechen, über die Erde: Brot ist die Frucht des Glaubens. Brot ist die Stufe des Menschen. Alle Tiere essen; sogar die Stufe des Tieres, das Unbelebte, Pflanzliche, Tierische ernähren sich von fertigen Dingen. Der Mensch dagegen muss sich die Nahrung selbst zubereiten. Die Grundnahrung heißt Brot, ja? „Im Schweiße deines Angesichts sollst du Brot essen." Brot heißt die Frucht, das Ergebnis der Vereinigung von Bina und Malchut.

„Der Brot aus der Erde hervorbringt" heißt: Durch den Glauben bringt er seine Früchte aus dem Boden hervor, aus Malchut. Dazu gehören viele Arbeiten. Du musst das Verlangen zu empfangen pflügen. Du musst Körner hineinsäen, die sozusagen noch nicht lebendig sind; sie haben nur die Fähigkeit, durch das Wasser und die Kräfte im Boden das Pflanzliche hervorzubringen, ja?

Danach musst du es ernten, und danach musst du … Es gibt viele Handlungen, um diese Körner selbst zu trennen von … wie heißt das, nun …? von der Spreu. Kurz gesagt, viele Dinge tun, bis du so weit bist, dass du daraus Brot machst. Unmengen von Handlungen, und all diese Handlungen sind Handlungen zwischen Bina und Malchut. Dann wird Malchut zur Nahrung des Menschen, die man durch Handlungen von Bina in ihr nutzen kann.

Deshalb symbolisiert uns das Brot das sozusagen. Und deshalb sprechen wir über das Brot einen besonderen Segen, wie über die größte Frucht, die von der Seite des Menschen kommt. Auch Wein gehört zu dieser Art, aber Wein kommt von der Seite der Gwurot in Bina, und Brot von der Seite der Chassadim in Bina. Aber … auch die entsprechenden Handlungen beim Wein, und ebenso beim Öl, wie wir es gewinnen.

Es gibt einige solche grundlegenden Dinge, die wie Zweige sind, wie Zeichen für … wie sagt man „style"? (style) für den Stil, für die Stile der Verbindung zwischen Bina und Malchut. Zwischen Bina und Malchut gibt es immer eine Verbindung, aus der irgendeine Nahrung hervorgeht: Öl, Wein oder Brot. Deshalb gibt es dafür die sieben Arten, besondere Früchte von Erez Israel. So kommt das heraus.

Ja.

22:51

Schüler: Erlangt der Mensch auf jeder Stufe diese Unterscheidungen von „Eins", von „Einzig" und „Einzigartig" und verbindet sie, oder wird es als … als eine Sache erlangt?

Rav: Die korrigierte Form jeder einzelnen Stufe besteht nur darin, dass der Mensch zur Erkenntnis von „Eins, Einzig und Einzigartig" in ihrem Maß kommt. Das heißt, dass das Gefäß seine Korrektur auf der Stufe beendet hat, auf seiner Stufe.

Schüler: Aber gibt es, sagen wir, eine Summe von Unterscheidungen, die „Eins" ergibt, und eine Summe von Unterscheidungen, die „Einzig" ergibt?

Rav: Nein, nein, nein. „Eins, Einzig und Einzigartig" ist sozusagen so, wie wenn wir sagen: Welt, Jahr, Seele; oder Schöpfer, Geschöpf und die Handlung zwischen ihnen. Das heißt, das ist eine Gegebenheit, die aus allen dreien bestehen muss. Er erklärt das in der „Inneren Betrachtung", Teil 1, was „Eins, Einzig und Einzigartig" ist, und stützt sich auf den Rambam⁶.

Ja.

24:03

Schüler: … dass der Schöpfer alle Taten umfasst, sowohl vor der Tat als auch nach der Tat.

Rav: Der Schöpfer wirkt bei allen Taten: bevor ich das enthülle, während ich es enthülle und nachdem ich es enthüllt habe. Das heißt, nur das Verhältnis zu dem, was Er tut, hängt von meiner Korrektur ab, von meiner Erkenntnis davon. Aber dadurch ändert sich nichts außer dem Maß meiner Erkenntnis dessen, dass Er „Eins, Einzig und Einzigartig" ist.

Er selbst ändert sich dadurch nicht. Deshalb kann mein Zustand „unkorrigiert", „teilweise korrigiert" oder eben „korrigiert" heißen. Aber das ist nur mein inneres Empfinden, wie ich Ihn fühle; in Ihm selbst geschieht dadurch keine Veränderung. Habe ich nicht geantwortet? Dann habe ich die Frage nicht verstanden. Der Schöpfer ist „Eins, Einzig und Einzigartig". Sagen wir einfach: Eins.

„Es gibt niemanden außer Ihm", „Ich, der Schöpfer⁷, habe Mich nicht verändert", egal, dafür hast du tausendundeinen Vers. Trotzdem geben sie uns keinen Begriff davon, was „Eins" wirklich ist. Aber wir müssen zu „Höre Israel, der Schöpfer ist unser Schöpfer, der Schöpfer ist Eins"⁸ kommen. Das ist sozusagen der Gipfel der Dwekut und … Nun, dass der Schöpfer so ist: Da hast du eine Frage. Gegenüber wem ist das so, gegenüber Ihm selbst oder gegenüber dem Menschen?

25:49

Das können wir nicht sagen; über Ihn selbst sprechen wir überhaupt nicht. Wir sprechen darüber, wie wir Ihn fühlen. In unserer Erkenntnis, in unserem Empfinden von Ihm gibt es alle möglichen Zustände: vom entgegengesetzten Zustand bis zum ähnlichen, gleichen Zustand. Das ist alles; aber das sind die inneren Unterscheidungen in unserem Empfinden, im Menschen.

Das heißt: Nichts in der Welt ändert sich außer meinem Empfinden des Schöpfers, wie ich Ihn fühle. Er selbst ändert sich nicht. In mir kann sich nur die Erkenntnis ändern, die Wahrnehmung. Das ist alles. Daran muss ich arbeiten. In dem Maß, wie ich mein Gefäß der Wahrnehmung korrigiere, ändert sich mein Empfinden des Schöpfers, also der Welt. Das heißt „Stufen der Erlangung".

Und alles in meinem Empfinden, wenn ich das Universum fühle, die Welt, die Welt um mich herum, die Menschen, mich selbst und alles: All das sind eigentlich Teile des Empfindens des Schöpfers. Durch sie muss ich nur die Einzigartigkeit enthüllen, „Eins, Einzig und Einzigartig". Wenn ich das enthülle, verschwinden all diese Dinge und werden zum Empfinden des Einen, das bei uns Empfinden von Ejn Sof heißt.

Ja.

27:46

Schüler: Sie haben gesagt, dass man zuerst das Böse enthüllt und es dann in Gutes umwandelt, aber dazwischen enthüllt man, wie das Böse zum Guten wird. Was ist diese Enthüllung? Wie wandelt sich das Böse zum Guten? Dieser Übergang, dieser Prozess?

Rav: Dieser Prozess, wie das Böse zum Guten wird, ist ein Prozess, den wir enthüllen müssen. Nur an der Grenze zwischen einer Sache und ihrem Gegenteil können wir die Erscheinung selbst enthüllen. Ich kann nicht enthüllen, was Weiß ist, und ich kann nicht enthüllen, was Schwarz ist. Ich kann nur den Unterschied zwischen ihnen enthüllen. Verstehst du?

Schüler: Was ist dann an dieser Grenze …?

Rav: An der Grenze zwischen beiden befindet sich mein Empfinden. Wenn es zwischen diesen beiden Dingen keine Grenze gibt, keine entgegengesetzte Form, keinen Zusammenstoß zwischen beiden, dann fühle ich die Sache nicht. Sie ist einfach nicht in meinem Empfinden, sie ist mir verborgen. Deshalb muss ich so viel Gegensätzlichkeit wie möglich zwischen allen vorhandenen Unterscheidungen erwerben.

Sagen wir, ich habe fünf Unterscheidungen, zehn Unterscheidungen, also fünf Bchinot oder zehn Sefirot. In jeder Sefira, in jeder Bchina, in jeder einzelnen Unterscheidung muss ich zum maximalen Zusammenstoß kommen, zur maximalen Gegensätzlichkeit in jeder von ihnen. Das heißt, dass ich wachse, dass ich auf der Leiter der Stufen aufsteige. Auf der ersten Stufe der Leiter ist die Gegensätzlichkeit zwischen den Eigenschaften des Schöpfers und Seinem Gegenteil am kleinsten. Damit mache ich die Gleichheit der Form; damit gleiche ich sozusagen diese beiden Formen an, damit sie wie eins sind, und dann erlange ich die Gegensätzlichkeit zwischen ihnen. Und indem ich sie angleiche, erlange ich ihre Gegensätzlichkeit tatsächlich noch mehr, weil beide in mir sind, diese beiden Formen: die entgegengesetzte und sozusagen die ähnliche. Und so wachse ich.

Was heißt wachsen? Was heißt es, dass ich die Stufen hinaufsteige? Dieselben zehn Sefirot, die es auf der kleinsten Stufe gibt, gibt es auch auf der höchsten Stufe, nur ist die Entfernung zwischen ihnen sehr groß. Sagen wir, es gibt 125 Stufen: Die Kluft zwischen den fünf Bchinot wird immer größer. Und die Kluft zwischen ihnen heißt meine Koma⁹. Das war's. Insgesamt vergrößere ich also … ich erkenne das Maß der Gegensätzlichkeit, und gemäß dem Maß der Gegensätzlichkeit erkenne ich die Sache besser.

Ich erlange etwas nur in der Mitte, zwischen dem einen und dem anderen. Wenn es zwischen zwei entgegengesetzten Dingen keine Grenze gibt, wo sie in mir zusammenstoßen, habe ich kein Empfinden. Je entgegengesetzter sie mir erscheinen, desto größer ist die Kraft des Schlags. Gemäß dem Schlag mache ich den Siwug, und dann erlange ich die entgegengesetzte Sache und auch die ähnliche. Das heißt Siwug de Hakaa. Dann habe ich eine vollständige Erkenntnis der Einheit. Als Ergebnis des Siwug de Hakaa haben wir es im Guf des Parzuf; dort erlangen wir schon die Einheit.

31:57

Schüler: Moment, hängt das auch mit Unabhängigkeit, mit Wahl zusammen?

Rav: Unabhängigkeit, Wahl, das alles sind Dinge, die mir helfen, den Zustand der Einheit aufzubauen. Es muss Wahl geben, und es muss meine Unabhängigkeit geben. Das sind einfach Bedingungen, unter denen ich wirklich die Tiefe der Gegensätzlichkeit und die Tiefe der Einheit enthülle. Ich muss dabei als Selbstständiger präsent sein. Ich muss fühlen, dass das das „Ich" ist, dass das meine Eigenschaften sind, dass ich in der Gegensätzlichkeit bin, dass ich in der Einheit bin. Denn das „Ich" ist das Empfinden von Bchina Dalet, wie ich gesagt habe. Die vorherigen Bchinot sind noch nicht Bchina Dalet, nicht „Ich".

Schüler: Ist der Kabbalist für die Handlung des Siwug verantwortlich, beherrscht er sie zu hundert Prozent?

Rav: Das Gefäß muss vom Schlag zum Siwug kommen, das ist alles.

Ja, David.

33:14

Schüler: Woher bekommt man den ersten Funken, die erste Zündung, den „Starter"? Das ist das Problem.

Rav: Die erste Zündung, um die Vereinigung zu machen, bekommt man von einer höheren Stufe. Und nicht nur die erste Zündung: Jedes Mal, wenn man die Vereinigung aus entgegengesetzten Dingen macht, bekommt man das von einer höheren Stufe. Die ACHaP des Höheren befinden sich in jeder einzelnen Stufe des Unteren, und diese ACHaP lehren den Unteren, wie man die Vereinigung macht. Denn die Vereinigung macht man gerade in den Gefäßen des Empfangens. Die ACHaP des Höheren zeigen mir in seinen Gefäßen des Empfangens, wie ich die Vereinigung machen kann.

Schüler: Ich meine …

Rav: Wenn ich das nicht machen könnte, wenn ich nicht von den ACHaP des Höheren lernen könnte, wüsste ich nie, wie man es macht. Das ist wie in unserer Welt, wo der Große den Kleinen lehrt. Deshalb zeigen mir die ACHaP des Höheren, die in mir sind, meine zukünftige korrigierte Form. Daraus sehe und weiß ich, wem ich ähnlich werden muss, welche Form „Eins, Einzig und Einzigartig" hat. Ich mache in meinem Galgalta we Ejnaim mit diesen ACHaP zehn Sefirot, und danach erwerbe ich meine Gefäße und mache in ihnen die zehn Sefirot. Verstehst du?

Wie sagen wir … Wir lernen das zum Beispiel bei Keter und Aba we Ima de Nekudim, der Welt Nekudim. Die ACHaP von Keter de Nekudim, die zusammen mit Galgalta we Ejnaim von Aba we Ima sind, machen gemeinsam zehn Sefirot. Keter ist in Gadlut, Aba we Ima in Katnut. Keter ist also in Gadlut in seinem Galgalta we Ejnaim und seinen ACHaP. Außerdem ist er in Gadlut mit seinen ACHaP zusammen mit Galgalta we Ejnaim von Aba we Ima: Er ist in sie gefallen und nimmt sie zu sich. Davon bekommt Aba Gadlut.

Wodurch bekommt er Gadlut? Dadurch, dass Galgalta we Ejnaim von Aba we Ima zusammen mit den ACHaP von Keter de Nekudim einen Parzuf bilden. Ähnlich ist es, wenn wir von unten nach oben aufsteigen. Es reicht mir, in meinem Galgalta we Ejnaim zu sein: Wenn ich meine ACHaP annulliere und mich mit dem Höheren vereinige, mit den ACHaP des Höheren in mir, bekomme ich davon ein Beispiel, wie groß ich sein muss. Denn der Höhere zeigt mir in seinen Gefäßen des Empfangens, wie ich meine Gefäße des Empfangens benutzen muss.

Das ist genau wie eine Mutter, die ihr Kind lehrt. Sie zeigt ihm in ihren Gefäßen genau die Handlungen und Dinge, und es lernt daraus und macht es. Unsere Erziehung, in der Körperlichkeit wie in der Spiritualität, heißt Affenerziehung. Wie ein Affe: Ich sehe, ich mache, nur nach Beispielen. Wenn ich etwas nicht nach Beispielen mache, gelingt es nicht.

Ja.

36:42

Schüler: Er spricht von der ersten Verbindung, ohne die es überhaupt keinen Begriff vom Schöpfer gibt. Das ist wie bei einem alten Auto … zwanzig Jahre, dreißig Jahre, es braucht … einen Tropfen Benzin und ein paar Pumpstöße, dann springt es an. Wie komme ich … woher kommt das? Kommt das vom Geschöpf oder vom Schöpfer?

Rav: Bei jeder einzelnen Handlung sagen wir: Wir haben zerbrochene Gefäße, die in einem Zustand sind, der stille Reshimot heißt. Und diese stillen Reshimot sind wirklich still. Der Mensch fühlt sie nicht. Es muss ein Licht von oben kommen und auf diese Reshimot leuchten, und dann fangen die Reshimot an zu erwachen. Ihr Erwachen fängt der Mensch schon an zu fühlen. In dem Maß, wie die Reshimo erwacht, fühlt der Mensch Erhebung, Erwachen. Wozu hin?

Zur Verwirklichung der Reshimo. Es hängt also vom Licht ab, das zur Reshimo kommt. Nur davon hängt ab, wie sehr der Mensch erwacht ist. Entweder kann er ein bisschen erwachen, ja, es gibt schon ein Leuchten, ich habe Interesse am Leben. Oder es ist etwas mehr: Ich will im Leben etwas erlangen. So. Je nachdem, wie sehr das Licht die Reshimo erweckt, will ich körperliche Genüsse erlangen, oder Geld, Ehre, Wissen, oder Spiritualität. Das hängt davon ab, bis zu welcher Tiefe in der Reshimo das Licht leuchtet.

So habe ich in jeder einzelnen Unterscheidung körperliche Störungen und spirituelle Unterscheidungen. Alles hängt von der Intensität des Maor¹⁰ ab, das zur Reshimo kommt. Und über dieses Maor können wir herrschen. Das heißt, wir können es mit mehr Kraft erwecken, damit es uns mit größerer Stärke gibt¹¹. Also damit es uns zu größerer Tiefe in unserer Reshimo erweckt. Damit wir nicht viele Jahre so bleiben, also nicht viele Unterscheidungen auf der Stufe des Unbelebten, Pflanzlichen, Tierischen in der Reshimo durchlaufen, sondern schnell zur Stufe des Sprechenden in der Reshimo kommen: wo ich fühle, dass das „Ich" bin, dass ich das umsetzen, verwirklichen will.

Das hängt nur vom Licht ab. Hier gibt es kein … Das Gefäß beherrschen wir nie. Die Gefäße sind völlig unter der Herrschaft der Lichter. Das heißt: Nur über den Schöpfer, nur über die Höheren kann ich mich selbst beherrschen. Deshalb kommen wir in dieser Welt nie zurecht, wenn wir diese Methode nicht erwerben, die Weisheit der Kabbala. Nur von oben können wir unseren Zustand ändern.

Ja. Oh, ja.

40:23

Schüler: Wie hilft es mir, in die Gemeinschaft zu investieren, damit ich mich an den Schöpfer wende statt an die Freunde, damit sie mir Ehre geben und all das?

Rav: Ich investiere in die Gemeinschaft, damit die Gemeinschaft mir ständig hilft, meinen Zustand und den Prozess, in dem ich bin, in der richtigen Richtung zu sehen. Das „Ich" will jedes Mal in sich selbst hineinschauen. Die Gemeinschaft muss mich ständig dazu bringen, auf den Schöpfer zu schauen: als die Quelle, als die Kraft, als den Bestimmenden, als den Höheren, von dem ich abhänge. Mein Verlangen zu empfangen ist ständig dagegen. Es wird mir den Schöpfer nie als „Eins, Einzig und Einzigartig" zeigen wollen, und die Gemeinschaft muss mich daran erinnern.

Nun, was erreiche ich dadurch? Dann eben nicht die Gemeinschaft, sagen wir, irgendein Buch, ein Wecker, egal was; sagen wir, der Schöpfer hätte stattdessen etwas anderes erschaffen können. Das Problem ist: Wenn wir allein sind, sind wir ohne Schöpfer allein, weil wir im Verlangen zu empfangen sind, und dann ziehen wir uns in uns selbst zurück. Aus dem Verlangen zu empfangen herauskommen kann man gerade durch die Gemeinschaft. Das heißt: Ich gehe zu den Freunden und arbeite an ihnen, damit sie an mir arbeiten, und damit mache ich hier auf einen Schlag die ganze Arbeit. Ich erlange meine Verlangen, die in ihnen sind. Ich muss dabei auch mein Verlangen zu empfangen unterdrücken, um mich mit ihnen zu verbinden, denn ohne ihre Hilfe komme ich nicht zu meinem Ziel. Das heißt, das alles wird eins.

Nun, warum kann ich mit dem Schöpfer nicht so arbeiten wie mit der Gemeinschaft, ohne dass es eine Gemeinschaft geben muss? Wozu brauche ich dann eine Gemeinschaft? Das Problem ist: Mit dem Schöpfer können wir nur arbeiten, wenn wir zu richtigen, wahren, ewigen Verlangen übergehen, wenigstens ein bisschen. In der Gemeinschaft dagegen können wir noch in Phasen sein, in denen es wirklich auf und ab geht, in denen wir vergessen. Also noch Unbelebtes, Pflanzliches, Tierisches, Sprechendes, in denen wir noch in einem Zustand ohne Erkenntnis sind.

Wir sagen, dass es in der Erkenntnis des Menschen vier Stufen gibt, ja, oder fünf Stufen: unbelebt, pflanzlich, tierisch, sprechend, oder Yud-Hej-Waw-Hej, in der Tiefe des Gefäßes. Erst wenn ich in meiner Erkenntnis wirklich zu Malchut komme, wenn das Licht, das Empfinden, dort ankommt, fühle ich dort, dass das meins ist. Bei den übrigen, vorherigen Stufen gibt es in meinem Empfinden dort kein Empfinden, dass das das „Ich" ist, dass das meins ist. Und auch jetzt, wo wir uns befinden: Das sind einfach die Zustände, die noch vor der Erkenntnis sind.

44:08

Schüler: Solange der Mensch den Machsom nicht wirklich überschritten hat, weiß er nicht, was es heißt, dass der Schöpfer¹² die Welt erschaffen hat, um Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Was passiert vorher? Einerseits fühle ich ständig den Fortschritt, aber ich weiß nicht, wie ich ihn übersetzen und wo ich ihn einordnen soll. Andererseits fühle ich überhaupt keinen Fortschritt. Was passiert in diesem Zustand, ist das sozusagen nur das Verlangen¹³ …?

Rav: Genau, du stellst eine einfache Frage: Wie kann ich messen, ob ich vorankomme, worin mein Fortschritt besteht, ja? Dazu sagt Baal HaSulam etwas ganz Einfaches, auf Seite 70 in den Briefen: Wenn ich immer mehr liebeskrank bin, komme ich voran. Das ist alles.

45:00

Schüler: … bringt uns Leiden auf jeder Stufe?

Rav: Man muss nicht leiden. Wozu leiden?

Schüler: Es gibt Zustände, in denen ich aus dem …, in denen das Verlangen zu empfangen nicht ins Verlangen zu geben hineingehen will. Bringt das auf jeder Stufe Leiden?

Rav: Was mir Leiden bringt, hängt vom Maß meiner Korrektur und vom Maß meiner Verdorbenheit ab. Was nicht nach meinem Verlangen¹⁴ ist, fühle ich als Leiden. Dinge, die ich mit Verlangen tue oder nach meinem Verlangen bekomme, bringen mir Genuss. Ich weiß nicht, wie ich es dir sagen soll: Bei mir zu Hause gibt es ein Problem, meine Frau tut doppelt so viel Salz ins Essen wie ich. Wenn sie dieses Doppelte fühlt, fühlt sie Genuss; wenn ich dieses Doppelte fühle, fühle ich Leiden. Ganz einfach. Ist das klar? Nun, gibt es Leiden und Genuss außerhalb des Gefäßes? Nein. Sondern was? Wenn es nach meinem Verlangen ist, fühle ich Genuss; wenn es nicht nach meinem Verlangen ist, fühle ich bei derselben Erscheinung Leiden.

Deshalb sagt man uns: Ihr müsst die Gefäße den Lichtern vorausgehen lassen, Verlangen, Sehnen, bevor ihr die Sache erlangt. Dann ist es egal, was ihr erlangt. Es können zuerst sehr große Leiden sein, wirklich der Tod, aber wenn du mit Verlangen dazu kommst, ist es für dich Genuss und süß. Das hängt nur vom Gefäß ab, davon, wie sehr das Gefäß dem Licht vorausgeht. In dem Maß, wie das Gefäß dem Licht vorausgeht, wird aus bloßer Zustimmung ein gewaltiger Genuss: „Ah, das wollte ich so sehr!", und entsprechend fühlst du Genuss. Vorher hast du bei denselben Dingen nicht gewollt und nur gehofft, dass sie bloß nicht kommen. So sehr verwandelt unsere vorherige Arbeit auf eine Erscheinung hin diese Erscheinung: von etwas, das man hasst, das man nicht ertragen kann, in etwas sehr Erwünschtes. Alles nur durch die Anstrengung, durch die vorausgehende Anstrengung.

Das heißt, den Weg der Leiden in den Weg der Tora umzuwandeln. Änderst du deine Schritte, änderst du deine Zustände? Festgelegte Reshimot sind drinnen, du kannst nichts ändern. Du änderst deine Einstellung, indem du dem Zustand ein Verlangen vorausgehen lässt, bevor du in ihn eintrittst. Du lässt dem Zustand ein Verlangen vorausgehen, und dann erscheint dir dieser Zustand: „Wie schön!" Mach es dagegen so, dass dieser Zustand ohne Verlangen zu dir kommt, dann ist es schrecklich. Deshalb müssen wir uns nach Gmar Tikun sehnen, nach den Korrekturen sehnen, nach dem Schöpfer sehnen. Dann kommen Seine Enthüllungen zu uns nicht als Verhüllung, sondern als wirkliche Enthüllungen, und sie sind erwünscht und süß. Sonst bekommen wir Seine Enthüllungen so, dass sie uns ständig als Schläge erscheinen. Das heißt Enthüllung der Achoraim statt Panim.

Wie verwandelt man Achoraim in Panim? Nur durch meine Anstrengung: dass ich es will. Dass ich es für mich will, ist schon Panim. Deshalb erlangt man nichts außer durch Anstrengung; das heißt, die Gefäße müssen den Lichtern vorausgehen. Was, habe ich etwas Neues gesagt? Ich sehe … Das ist unsere ganze Arbeit. Wozu sind wir also hier? Nur um die Gefäße herzustellen. Unsere Gefäße heißen Sehnen und nicht das Verlangen selbst, denn das Verlangen selbst habe ich. Aber wenn ich im Verlangen eine Erscheinung ohne Sehnen fühle, ist das Leiden, und wenn ich eine Erscheinung mit Sehnen fühle, ist das süß, Genuss. Deshalb ist das Sehnen der Parameter, den wir erlangen; das ist meins. Das Verlangen ist nicht meins, Er hat es erschaffen. Ich fühle Sehnen: Das muss ich machen, in mir eine Anziehung zur Sache herstellen. Das heißt Liebe zur Sache. Das war's.

Was?

49:51

Schüler: Zwei Dinge.

Rav: Tausend Dinge. Nun.

Schüler: Die Klipa rechtfertigt sozusagen, was sie tut.

Rav: Nein, über die Klipa will ich nicht sprechen. Ja, David?

Schüler: Wir sehen, dass wir zur Einheit des Schöpfers kommen müssen, zu „Eins, Einzig und Einzigartig", aber meine Arbeit im Moment ist mit der Gemeinschaft, mit den Freunden …

Rav: Ja.

Schüler: Wie komme ich in einen Zustand, in dem ich den Freund und mich selbst wirklich als eine Sache sehe? Oder die Freunde und mich als eine Sache? Wie kommt man dahin, das wirklich zu fühlen, sodass ich mich zum Freund nicht anders verhalte als zu mir selbst?

Rav: Wenn du die Wirklichkeit enthüllst, wirst du keinen Unterschied zwischen dir, dem Schöpfer und dem Freund fühlen. Denn das wird eins sein.

Schüler: Aber wie können wir in unserem heutigen Zustand einen Freund nehmen und uns wirklich zu ihm verhalten …

Rav: Indem du jetzt, im heutigen Zustand, die Freunde nimmst und dich bemühst, mit ihnen wie eins zu sein. Was heißt wie eins? Ihre Verlangen, ihr Leiden wie deine eigenen annehmen, und dann auch das Gute in ihnen wie dein eigenes erwerben. Denn wenn eins, dann eins. Dann erwirbst du diese Dinge wirklich, und dadurch vereinigst du dich mit dem Schöpfer. Du kannst dich nicht anders als über die Freunde mit dem Schöpfer vereinigen. Wenn du meinst, dass das passieren wird, dann denkst du noch, dass man ohne „um zu geben" zum Schöpfer kommen kann.

51:27

Schüler: Die Frage ist, wie man in einen Zustand kommt, in dem es mir gelingt, die Freunde zu nehmen und sie als eins zu sehen.

Rav: Es muss dir nicht gelingen, du musst die Freunde nicht wollen. Wisse nur: In diesem Maß wird es dir auch beim Schöpfer nicht gelingen und du wirst den Schöpfer nicht wollen. Die Freunde sind ein Indikator für das Maß deiner Annullierung gegenüber dem Schöpfer. Denn es ist dasselbe, nur ist es dir gegenüber enthüllt, offen. Und das war's, hier gibt es nichts weiter: Das ist derselbe Schöpfer, nur zeigt Er dir hier, auf der tierischen Stufe, wie sehr du bereit bist, aus dir herauszugehen. Er dagegen ist verborgen; deshalb denkst du, Ihm gegenüber wärst du zu allem fähig. Das ist Er. Wer sind sie?

Schüler: Wie vergrößere ich diese Bereitschaft, mich zu annullieren, aber richtig zu annullieren? Nicht einfach mich zu irgendeinem Lappen machen, der keinen Sinn hat, sondern auf eine Weise …

Rav: Du sagst also: Das Problem ist, mich gegenüber den Freunden zu annullieren, weil ich sie, sagen wir, mit üblen Eigenschaften sehe, ja? Niederträchtig. Ich sehe nicht, dass ich dafür Genüsse bekomme. Das heißt, hier liegt die Schwierigkeit in zwei Dingen. Die eine Schwierigkeit: Ihre Gefäße erscheinen mir nicht hoch. Die zweite: Ich sehe nicht, dass ich davon Gewinn in meinen Gefäßen haben werde. Sie erscheinen mir schlecht, und auch das Ergebnis, wenn ich mich annulliere, mich mit ihnen verbinde und mich mit ihnen vereinige, erscheint mir nicht gut, schlecht: Was kann ich von ihnen bekommen? Also zwei Dinge.

Diese beiden Dinge sollen dir nur zeigen, wie sehr du noch nicht in der Erlangung des richtigen Gefäßes bist. Du verstehst nicht, was ein richtiges Gefäß ist, und du verstehst nicht, was das richtige Ergebnis der Vereinigung sein muss. Das heißt, du bist noch ganz und gar nicht in der Erkenntnis, was die Stufe ist, die eine über dir liegt, in Verbindung mit dem Schöpfer.

53:50

Schüler: Es gibt Freunde, die mir doch groß erscheinen, viel mehr als ich, in allem, und ich will mich doch mit ihnen verbinden. Trotzdem fühle ich, dass mich irgendetwas daran hindert, mich vor etwas Großem zu annullieren. Wie annulliere ich das, wie breche ich mich trotzdem? Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll.

Rav: Wie annulliere ich meine Härte, ja? Sagen wir vielleicht meine Sturheit, meinen Widerstand, mich mit den Freunden zu verbinden? Ich selbst kann keine Korrekturen machen, darum muss ich oben bitten. Da siehst du, wie sehr diese Dinge mit dem Schöpfer verbunden sind. Wenn du jetzt meinst, ohne Ihn mit den Freunden zurechtzukommen: Es wird dir nicht gelingen, nicht gelingen. Du wirst etwas Künstliches machen. Wenn du willst, dass es eine Korrektur gibt, musst du Ihn in dieses Bild hineinbringen.

Das ist das Problem der Kibbuzniks oder Russlands, worüber er¹⁵ schreibt: Sie wollten eine gute Gemeinschaft¹⁶ aufbauen, und es ist ihnen nicht gelungen. Korrekturen kommen von oben. Ich habe kein Verlangen? Richtig, bitte darum, dass es da ist. Ich habe keine schöne Einstellung? Richtig, die kommt durch die Wirkung des Lichts auf dich. Wenn du denkst, du findest in deinem Inneren irgendwelche Neigungen und Fähigkeiten dazu: nie im Leben. Wer bist du denn?

Deshalb ist auch eine Handlung gegenüber der Gemeinschaft eigentlich eine Handlung gegenüber dem Schöpfer. Und auch für die Kräfte, die du dafür brauchst, wendest du dich an Ihn. Kurz gesagt: Hier geschieht die ganze Arbeit, wirklich die ganze, auf einem einzigen Gebiet.

Er schreibt auch, dass die Gebote zwischen Mensch und Mitmensch denen zwischen Mensch und Schöpfer¹⁷ vorausgehen. Warum? Weil du hier, auf diesem Gebiet, all diese Dinge siehst. Und es ist dasselbe, es ist dasselbe; es scheint uns nur, als wären es zwei, getrennte Dinge. Es gibt keinen klareren Indikator für deinen Zustand: Der Schöpfer kann sich dir nicht enthüllen, bevor du in korrigierten Gefäßen bist. Es gibt keinen anderen Zustand. Dafür ist das Zerbrechen der Gefäße geschehen, dafür gibt es die Körper und alle Dinge in dieser Welt. Denn nur auf diesem Gebiet kannst du in den Zustand kommen, dass du den Schöpfer brauchst. Wofür brauchst? Um dich mit den Freunden zu verbinden. Wofür dich mit den Freunden verbinden? Um mein Ego zu brechen, einen Massach zu erwerben. Wofür? Um mich mit dem Schöpfer zu verbinden.

Sag mal: Wenn jemand von außen hören würde, worüber wir sprechen, würde er sagen: Was für Idioten, kleine Kinder im Kindergarten. Worüber reden die? Dutzi-dutzi, so ist das, seid brave Kinder, so, nun, bittet oben darum, dass es so wird, vertragt euch schön miteinander, ja? Und wir zerbrechen uns den Kopf und können diese Methode nicht erfassen. Aber wir wissen, dass wir sie nicht erfassen können. Ja? Nun, nun.

57:59

Schüler: Sie haben gesagt, dass die Erkenntnis in der Berührung zwischen zwei entgegengesetzten Eigenschaften liegt. Woher bekommt man die Eigenschaft des Schöpfers? Was ist die Erkenntnis des Bösen vor dem Machsom?

Rav: Gut, wir gehen zu Teil 8 über.

Hier sind einige Fragen; gleich sehen wir, ob es sich lohnt, sie zu beantworten.

Warum lernen wir nicht den Ramchal? Jeder kann ihn lesen. Gerade aus dem Ramchal habe ich viele Dinge in meinem ersten und dritten Buch geschrieben, im dritten, ja? In meinem dritten Buch. Das ist auf Russisch, nicht auf Hebräisch. Wer will, bitte, ich bin bereit, die Bücher mitzubringen. Er schreibt dort sehr, sehr kurze, schöne Dinge. Wisst ihr was, man kann das überhaupt einscannen und machen … Erinnert mich daran, dann mache ich das.

Er war sehr, sehr schön in seiner Genauigkeit, so gute, prägnante Sätze zu sagen.

Nein, das ist auf Hebräisch, ich spreche von Hebräisch, er hat auf Hebräisch geschrieben, der Ramchal. Ja, ich spreche vom Original, ja, nicht von meinem Buch.

Gut, hier sind Fragen über die freie Wahl, das … Also los. 59:58

(Ende des Unterrichts)