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Talmud Esser haSefirot – Teil 1 Innere Betrachtung (Vorwort)
Transkript der Morgenlektion, Teil TES, 21.08.2007
Teil 1 – vom Anfang bis Minute 00:25:07 Dauer: 00:25:07
Teil 2 – von Minute 00:25:14 bis Minute 00:51:01 Dauer: 00:25:47
Teil 2 00:25:14
„Aus
diesem
Grund
wählten
die
Kabbalisten
für
ihre
Wissenschaft
eine
besondere
Sprache,
die
man
als
Sprache
der
Zweige
bezeichnen
kann.
In
dieser
Welt
gibt
es
kein
Wesen
bzw.
keine
Lenkung
eines
Wesens,
dessen
Wurzel
nicht
in
der
Höheren
Welt
anfangen
würde.
Darüber
hinaus
liegt
der
Beginn
jedes
Seins
unserer
Welt
in
der
Höheren
Welt
und
steigt
dann
allmählich
in
unsere
Welt
herab.
Daher
fanden
die
Kabbalisten
mühelos
eine
passende
Sprache,
mit
deren
Hilfe
sie
ihre
Erkenntnisse
einander
mündlich
und
schriftlich
von
Generation
zu
Generation
überliefern
konnten.
Denn
sie
bedienten
sich
der
Namen
von
Zweigen
in
unserer
Welt,
und
jeder
Name
ist
so
selbsterklärend,
als
würde
er
mit
einem
Finger
auf
die
eigene
Höhere
Wurzel
zeigen,
die
sich
im
System
der
Höheren
Welten
befindet."
Klar, ja? Wir haben die spirituelle Welt. Dort gibt es ein vollständiges System des „ersten Menschen" (Adam haRischon). Außer dem System „Adam haRischon" gibt es nichts, alles ist darin. Wir beschreiben Adam haRischon als zerbrochen und in den Welten BYA de Peruda, BYA de Tuma, BYA de Kedusha befindlich. Danach ist über ihm Azilut, Adam Kadmon, Ejn Sof. Aber woher beschreiben die Kabbalisten eigentlich diese Welten? Daher, dass sie sie in sich erlangen. Es ist für sie nur leichter, sie so zu beschreiben, als befänden sie sich draußen. Aber wenn das Kli ganz korrigiert ist, wenn Adam haRischon ganz korrigiert ist – wie zeichnen sie uns dann den Endzustand, wie beschreiben sie ihn uns? Malchut de Ejn Sof, die das ganze Ejn Sof in sich einschließt.
Das heißt: Dieses ganze Gefühl von innen und außen, Welten unten, Welten oben, Welten draußen, die Seele drinnen – das kommt alles aus der unvollkommenen Wahrnehmung der Seele, bis sie ihre Korrektur beendet. Dann schließt sie alle Welten in sich ein, die sich im Menschen befinden. So wie er im „Vorwort zur Einführung in die Weisheit der Kabbala" schreibt: dass alle Welten und die ganze Wirklichkeit nur im Menschen existieren. Sie wurden für den Menschen erschaffen und befinden sich im Menschen. Denn das ist unser inneres System.
Aber … wo hast du aufgehört? (Schüler: „Und damit")
Aber einstweilen, solange wir in den unvollkommenen, verdorbenen Zuständen sind, müssen wir trotzdem eine Sprache benutzen. Unsere verwirrte Sprache – und wir müssen sie nach und nach ordnen und zur Sprache der Wurzeln und Zweige korrigieren, was die Kabbalisten tun. Was wollen sie? Sie wollen uns dorthin zurückbringen, wo wir vor Babel waren. In unserer Welt sind wir in der Verwirrung der Sprachen, in den egoistischen Sprachen, jeder nach seiner Art, jeder für sich. Wenn wir jetzt anfangen, nach und nach mit den richtigen Definitionen über jedes einzelne Wort nachzudenken, was das Wesen des Wortes ist – dann ist das das Wesen des spirituellen Wortes, die Sprache des Gebens. Die Sprache der Zweige ist die Sprache des Gebens, denn von den Zweigen nimmt man nur die Namen. Und diese Namen bezieht man schon auf die Wurzeln.
Und so steigen wir damit vom Lernen bloßer Wörter zu den Definitionen der Wörter auf, zu ihren spirituellen Definitionen. Und dann kehren wir sozusagen aus diesem „Babel" zu dem zurück, was vorher war: zu einer Sprache für die ganze Menschheit. Und diese Sprache der Zweige hebt uns dann nach und nach dem Eintritt in jene Welt entgegen, in der alle miteinander vereint sind.
Frage: Warum hat dann trotzdem jeder Kabbalist seinen eigenen Ausdruck? Wenn wir zum Beispiel Rav Kook oder Baal HaSulam anschauen, haben sie gleichsam eine ziemlich unterschiedliche Sprache.
Rav: Sicher kommt das aus der Wurzel der Seele. Und es gibt einen sehr großen Unterschied … mehr noch: Rabbi Schimon konnte den „Sohar" nicht selbst schreiben, er bat Rabbi Abba darum, weil dieser im Verborgenen enthüllen konnte. Der ARI konnte seine Bücher nicht selbst schreiben, nur durch Chaim Vital. Es gibt darin noch viele Unterscheidungen, die wir … Aber alle kommen daher, dass es keine Endkorrektur gibt, und man kann nichts über Seelen sagen, die in der Endkorrektur sind. Und es gibt keine private, endgültige, wirkliche Endkorrektur, solange es keine allgemeine Endkorrektur gibt, denn alle hängen von allen ab. Und ebenso: worauf hin sie schreiben, für wen sie schreiben – niemand schreibt für sich selbst. Wenn ich erlange, wozu sollte ich schreiben? Ich schreibe für andere, um mich mit ihnen zu verbinden, mit denen, die kleiner sind, und ihnen zu helfen aufzusteigen.
Und auf diese Weise durchläuft die Sprache viele Veränderungen. Sie muss … das ist es, was mir heute schwerfällt, Worte dafür zu finden. Sie muss über die Zweige dieser Welt verbunden sein, aber man nimmt von den Zweigen nur die Namen. Und in der ganzen Höhe dieses Namens, von dieser Welt an … sagen wir, ein Stift (der Rav hält einen Stift in der Hand). Es gibt also den Begriff „Stift" in der Spiritualität. Vom Stift, über den ich in unserer Welt etwas sagen kann, und über alle einhundertfünfundzwanzig Stufen bis zur Welt Ejn Sof gibt es diesen Begriff „Stift", auf jeder einzelnen Stufe. Und auf jeder einzelnen Stufe hat dieser Begriff eine andere Form, das heißt ein anderes Kli, mit einem anderen Licht. Kurz gesagt: ein anderer Begriff.
Die Kabbalisten nehmen also aus unserer Welt nur Namen. Und alle übrigen Eigenschaften des Stiftes sind dem verständlich, der auf seiner Stufe schreibt, und dem, der auf seiner Stufe liest. Wer schreibt, schreibt sagen wir von der Stufe neunzig, und ich befinde mich auf Stufe zwanzig. Dann weiß ich nicht, was er mit „Stift" meinte, ich kann es nicht wissen, ich weiß, was ich mit „Stift" meine. Das heißt, es kommt heraus, dass diese Sprache, diese spirituelle Sprache, die aus unserer Welt nur die Namen nimmt, eine universale Sprache ist, für jeden, der sich in der Materialität wie in der Spiritualität befindet. Wenn wir also heute zu dieser Sprache übergingen und sie sogar in der Materialität benutzten, ohne die spirituelle Erlangung, würde uns das schon vereinen.
Außerdem – was sagt Baal HaSulam: Wenn man anfängt, in den Wörtern zu lesen, und nicht versteht, was geschrieben steht, so erwähnst du die Wörter aus einem Buch, das über diese Wörter auf spirituellen Stufen spricht. Von dort bekommst du schon irgendein kleines Leuchten. Das heißt, diese Sprache verbindet dich mit den Wurzeln. Und die Hauptsache: dass sich die Begriffe in der Höhe, auf allen Stufen, nicht verändern. Und es ist nicht wichtig, welche Seele oder in welcher Form. Denn Geben ist immer Geben, man arbeitet in dieselbe Richtung – auf den Schöpfer hin. Von der ersten Stufe der Spiritualität bis zur letzten Stufe arbeiten alle auf den Schöpfer hin. Darin sind alle vereint. Anders, wenn man auf sich selbst hin arbeitet: Dann ist die Sprache bei jedem anders. Was heißt das? Jeder nimmt für sich, und dann vereinen sie sich nicht durch die Sprache, sondern entfernen sich.
Es steckt hier vieles drin. Denn überhaupt: Was ist Sprache, was ist Zunge, die ganze gesprochene Sprache, die Schriftsprache? Warum existiert dieser Ausdruck, und warum existiert er auf der Stufe des Menschen und nicht auf den niedrigeren Stufen – dort gibt es nur Zeichen untereinander, bei der Pflanzenstufe und der tierischen Stufe, über Gerüche, über irgendwelche Laute, aber von der Natur festgelegt.
Ich … es steckt vieles darin, aber das ist ein ganz anderes Thema.
Im Maß des Egos, im Maß der Verbundenheit, im Maß der Notwendigkeit, die jede einzelne Art hat, entwickelt sie ihre Sprache. Auch die unbelebte Stufe. Auch die unbelebte Stufe. Wir können es nicht messen, aber jedes hat auf bestimmte Weise eine Wirkung auf die Umgebung, und das ist eigentlich seine Sprache. Bei der Pflanzenstufe gibt es gar nichts zu reden – die Gerüche, diese Aura, die sie abgibt, all die Ausscheidungen aus ihr. Die tierische Stufe ist wirklich eine Welt für sich.
Frage: In Petach Tikwa fragen sie: Entwickelt sich die Sprache der Zweige mit der Zeit?
Rav: Die Sprache der Zweige entwickelt sich mit der Zeit, weil wir die Notwendigkeit haben, der Generation die Spiritualität zu enthüllen – jeder einzelnen Generation gemäß ihrer Entwicklung und gemäß dem „Es ist Zeit zu handeln", das in ihr besteht. Und deshalb müssen die Kabbalisten die Sprache immer weiter entwickeln, aber den Unteren gegenüber. Sagen wir es so: Ein Mensch, der sich auf der spirituellen Stufe befindet, nimmt den „Sohar", ohne Sulam-Kommentar oder mit Sulam-Kommentar, egal. Wenn er sich auf einer Stufe befindet, die sagen wir den Verfassern des „Sohar" nahe ist, oder so, dann braucht er keine Kommentare. Ihm genügt diese Schrift selbst, die die ganzen einhundertfünfundzwanzig Stufen umfasst.
Aber wer sich auf einer Stufe darunter befindet, der braucht schon Kommentare und Erklärungen. Und deshalb kam anstelle von Rabbi Schimon Baal HaSulam, der erklärt, der hinzufügt, in der reicheren Sprache der Zweige, das, was Rabbi Abba von dem geschrieben hat, was Rabbi Schimon gesprochen hat. Und so bekommen wir die Botschaft.
„Und
schenke
dem
besondere
Aufmerksamkeit,
weil
du
in
den
kabbalistischen
Büchern
oftmals
merkwürdige
Ausdrücke
antreffen
wirst,
die
manchmal
dem
menschlichen
Geist
fremd
sind.
Denn
nachdem
sie
diese
Sprache
der
Zweige
auserwählten,
um
alles
mit
ihrer
Hilfe
auszudrücken,
konnten
sie
keinen
einzigen
Zweig
ungenutzt
lassen,
auch
nicht
aufgrund
seines
niederen
Grades.
Sie
konnten
es
nicht
vermeiden,
ihn
im
Ausdruck
des
gewünschten
Konzepts
zu
nutzen,
da
es
keinen
anderen
Zweig
in
unserer
Welt
gibt,
den
man
anstatt
des
ausgelassenen
verwenden
könnte.
So,
wie
zwei
Haare
sich
niemals
aus
einer
einzigen
Haarwurzel
ernähren,
haben
wir
auch
keine
zwei
Zweige,
die
zu
derselben
Wurzel
zurückführen.
Es
ist
auch
unvorstellbar,
jenes
Objekt
in
der
Weisheit,
welches
sich
auf
den
minderwertigen
Ausdruck
bezieht,
auszulöschen.
Mehr
als
das,
solch
ein
Verlust
würde
Schaden
bringen
und
eine
große
Verwirrung
auf
dem
gesamten
Gebiet
der
Wissenschaft
nach
sich
ziehen,
denn
es
gibt
keine
andere
Wissenschaft
in
unserer
Welt,
in
welcher
Begriffe
so
sehr
miteinander
verflochten
sind
–
in
Form
von
Ursache
und
Wirkung,
Verursacher
und
Ergebnis
–
wie
in
der
Wissenschaft
der
Kabbala,
in
welcher
Begriffe
von
Anfang
bis
zum
Ende
wechselseitig
verbunden
und
voneinander
abhängig
sind,
wie
eine
lange
Kette.
Und
daher
besteht
hier
keinerlei
Wahlfreiheit,
indem
man
schlechte
Ausdrücke
durch
bessere
ersetzt.
Man
muss
immer
genau
den
Zweig
anführen,
der
mit
dem
Finger
auf
seine
Höhere
Wurzel
verweist,
und
so
lange
ausführlich
behandeln,
bis
man
eine
passende
Definition
findet,
die
dann
allen
interessierten
Lesern
verständlich
ist."
Ich weiß nicht, auf welche Weise und was man diesen Worten hier noch hinzufügen könnte. Aber stellt euch vor: Alle Welten sind insgesamt Netze von Kräften, die die Wirklichkeit lenken. Und sehr, sehr, sehr viele solcher „Sphären", sagen wir es so, die insgesamt eine in der zweiten, in der dritten lenken, und so immer weiter und weiter – mindestens, sagen wir, ich weiß nicht, Millionen und Milliarden solcher Sphären, die auf genaueste Weise miteinander verbunden sind und insgesamt zusammenarbeiten, um die Seele in Gang zu setzen, den „Adam haRischon". Und er selbst, in sich, der sich in all diesen Welten befindet, ist ebenfalls aus allerlei Sphären von Kräften aufgebaut, aus einem Netz von Kräften, das auf jedes einzelne Detail in ihm wirkt.
Und all diese – dieses äußere Netz der Welten und das innere Netz des Adam haRischon – sind miteinander verbunden, und über jedes einzelne Detail könnten wir theoretisch eine Definition geben: Ort, Zustand, die auf es wirkenden Kräfte, die von ihm beeinflussten Kräfte und so weiter. Stellt euch vor, was für eine Sprache das eigentlich sein müsste, wenn wir so den wahren Zustand der Schöpfung beschreiben wollen. Es ist unglaublich, welche Genauigkeit wir brauchen, welche Tiefe in den Unterscheidungen.
Das ist sicher nichts für uns und nicht unsere Angelegenheit. Wir müssen daraus nur verstehen, dass wir keinerlei Möglichkeit haben, innerhalb der Weisheit der Kabbala ein Wort gegen ein anderes auszutauschen. Das ist ein absolutes Verbot. Denn jedes Wort, jede Definition klärt genau irgendeine kleine Unterscheidung im Ort, im Verhältnis der Kräfte zu ihm, im Verhältnis der ganzen Wirklichkeit von ihm aus. Wie ein Mosaik, sagen wir, in gewaltiger Form, in unendlicher Form von etwas, wo das ganze Ejn Sof von ihm abhängt und es vom ganzen Ejn Sof abhängt. Dann sind wir hier sicher bei einer Zahl von Dimensionen, die … wirklich zahllos. Wir können hier nichts austauschen.
Und deshalb sind die Definitionen, die uns Baal HaSulam in der „Erklärung der Worte" gibt, sehr, sehr genau, und wir müssen sie bewahren. Das ist eigentlich das, was er sagen will: dass das System gewaltig ist – versuche nicht, die Definitionen darin zu verändern. Denn das verwirrt dich sofort, und zwar bei jedem anderen Begriff. Das heißt, wenn du an irgendeinem Begriff ein wenig veränderst, sind dir auch die übrigen Begriffe schon nicht mehr verständlich. Und beachte auch: Alles hängt vom Maß der Tiefe der Erklärung ab, das du erfasst. Denn wenn du in jenem Wort „das Licht" eine gewisse Tiefe nicht erfasst – wonach … gefragt hat –, dann wirst du schon bei den übrigen Begriffen, die aus diesem Begriff kommen, einen Defekt in der Wahrnehmung, im Verständnis, in der Definition haben.
Das heißt, alle Definitionen sind ineinander eingeschlossen und voneinander abhängig. Denn die Sprache ist eigentlich ein Netz von einer besonderen Struktur; ich lege dieses Netz gleichsam über die Wirklichkeit, und dann beginnt die Wirklichkeit mir verständlich zu werden. Diese Struktur ist dazu da, um zu verstehen, zu definieren, um sich auf irgendeine Weise mit den anderen Seelen zu verbinden, zwischen Menschen auf wahre Weise. Denn ohne diese Struktur, die „Sprache der Zweige" heißt, kann ich an nichts herangehen. Es sei denn, jemand Besonderes bekommt eine Enthüllung direkt von oben – das weiß ich nicht. Das sind Dinge, die wir im Rahmen unseres Lernens nicht lernen. Unser Lernen ist ohne Ausnahmen.
Verstanden?
Frage: Bevor ich diese Struktur über die Wirklichkeit lege – wie erforsche ich sie? Wie kann ich die Wirklichkeit erforschen, wenn ich diese Struktur nicht habe?
Rav: Diese Struktur, das sind die Eigenschaften des Gebens, zu denen du durch die richtige Erklärung der Worte kommst und durch deinen Willen zur Erklärung der Worte.
Frage: Ich möchte … Wäre es überhaupt möglich, das zum Beispiel ins Englische zu übersetzen?
Rav: Warum nicht? Die Sprache ist eine Sprache. Es ist nicht die hebräische Sprache. Es kann auf Aramäisch sein, es kann in allen Sprachen sein. Das habe ich von Rabash gehört, und das sage ich auch – wobei ich nach Rabash nichts zu sagen habe –, dass es nicht wichtig ist. Die Kabbalisten haben uns die genauen Definitionen auf Hebräisch gegeben, das die Ursprungssprache ist … oder Aramäisch, sagen wir, das ist dasselbe, das ist „Vorderseite" und „Rückseite". Das ist eine Sprache, nur Vorderseite und Rückseite. Aber zu den übrigen Sprachen haben sie uns keine Verbindung gegeben. Aber eigentlich, wenn wir … Heute ist das wirklich ein Problem. Heute ist es ein Problem, das zu machen, denn es gibt keine reine Sprache. Denn dort hat man bei den meisten Wörtern im Lauf der Zeit die Innerlichkeit ausgetauscht, den Begriff des Wortes. Und deshalb haben sich die Sprachen verändert.
Wenn du einen Franzosen von vor tausend Jahren und einen von heute nimmst, dann werden sie einander fast nicht verstehen. Und so ist es in jeder einzelnen Sprache. Anders im Hebräischen: Dort gibt es so etwas nicht – eine Sprache, die wie eine Uhr seit jeher genau tickt. Heute, in der letzten Zeit, weil diese Sprache aus ihrem spirituellen Gebrauch auf die Straße hinausgetreten ist, ist es heute sicher … wie wir sprechen, das ist schon kein Hebräisch mehr. Aber in ihrem Ursprung war sie, abgesehen davon, dass man im zwanzigsten Jahrhundert anfing, diese Sprache zu benutzen, sehr bewahrt. Das hast du in anderen Sprachen nicht, und deshalb ist es ein Problem, aus ihnen eine Sprache der Zweige aufzubauen. Aber theoretisch ist es möglich.
Ebenso haben uns die Kabbalisten keine Zeichen gegeben. Wir können es machen, aber sie haben uns keine Zeichen in der Form der Buchstaben gegeben. Du nimmst die Form der lateinischen Buchstaben – Englisch, das kommt alles aus dem Lateinischen –, wo ist hier die Ausbreitung der Chassadim, die Ausbreitung der Chochma, das Verhältnis zwischen ihnen und so weiter? Aber es gibt sie, es gibt dieses Verhältnis. Nur haben sie uns den Schlüssel dazu nicht überliefert. Ich will da nicht so sehr hineingehen, weil es euch verwirren wird, aber die Sprache ist eine Sprache. Und jede Sprache hat … auch in China und in Indien, im Georgischen, im Arabischen, egal, in jeder Sprache gibt es einen Ausdruck der Seele in materieller Form über die spirituellen Zustände. Ja. Sonst … sonst hätte man die Sprachen nicht erfunden.
Deshalb hat jedes Volk, jeder Teil eines Volkes, seine eigene Sprache. Und man darf sie nicht vernichten, so wie man kein Verlangen im Menschen vernichten darf. Und über die Namen, die der Mensch gibt, sagt uns Baal HaSulam in „Or haBahir", oder in irgendeinem Buch, er sagt: „Wer hat über den Ölberg gesagt, dass er ‚Ölberg' heißt?" Er sagt: einfach irgendein Mensch, der sah, dass dieser Berg gut für Oliven ist, also nannte er ihn „Ölberg". Aber das ist doch nicht von oben, dass in der Tora darüber geschrieben stünde, dass dieser Berg „Ölberg" heißen soll? Ja. Wie kann es also sein, dass irgendjemand, einfach so, der überhaupt keine Verbindung zu irgendetwas hat, ihn ebenfalls so genannt hat? Weil das die Natur der Dinge ist: Der Mensch handelt daraus, und so benennt er die Dinge. Denn Spiritualität und Materialität sind eigentlich … uns gegenüber nicht, aber es ist dasselbe. Bis Ejn Sof ist es dieselbe eine Welt.
Fremde Sprachen also und gewöhnliche Menschen, die Namen geben können – das ist innerhalb der Natur, und wir müssen verstehen, dass das nach denselben Gesetzen wirkt. Dass diese Menschen den spirituellen Gesetzen nicht entkommen. Nur nicht mit ihrem Einverständnis, nicht mit ihrem Verständnis, nicht mit ihrer Erlangung, aber sie befinden sich in derselben Natur. Es kann nicht anders sein. Wo sonst befinden sie sich, wenn nicht in der Welt Ejn Sof – nur in einer Form, die für sie nicht erkennbar ist?
Es gibt hier vieles, worin wir uns noch zu vertiefen versuchen werden. Das Leben ist nicht einfach.
Es tut mir leid, die Lektion ist zu Ende.
(Ende des Teils TES)