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Transkript der Morgenlektion, 24.09.2003
Buch
„Schriften
von
Baal
HaSulam",
Artikel
„Shamati",
S.
621
Artikel
122.
„Um
zu
verstehen,
was
im
Shulchan
Aruch
erklärt
wird"
Rav: … „Shulchan Aruch" im Zusammenhang mit dem Gebet an den furchtbaren Tagen. Warum heißen sie „furchtbare Tage"? Weil der Mensch hier wirklich Rechenschaft darüber ablegen muss, worum er betet.
Wir lernen, dass jede spirituelle Handlung mit dem Erheben von MaN anfängt. Denn insgesamt besteht die Handlung des Schöpfers in der Schöpfung darin, das Geschöpf in einen Zustand zu bringen, in dem dem Geschöpf die freie Wahl möglich wird. Wahl worin? In welchem Willen es sein will. Und das Höhere Licht befindet sich in absoluter Ruhe; der Mensch muss den richtigen Willen wählen. Jedes Mal, wenn er einen immer richtigeren, immer richtigeren Willen wählt – was heißt „immer mehr"? Dass er innerhalb des vorherigen Willens, der sich entwickelt und den er in der richtigen Form gewählt hat, versteht; dann hat er sich genauer entwickelt, dann legt er wieder Rechenschaft ab und wählt wieder den richtigen Willen. Und so kommt er zu „Sein Wille, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun" in seiner Fülle.
Insgesamt ist also das Gebet des Menschen eine Prüfung: ob sein jetziger Wille, den er jedes Mal fühlt, ein Wille ist, der – soweit er ihn prüfen, verstehen und abwägen kann – mit dem Willen des Schöpfers übereinstimmt, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Was heißt es, dass er ihn prüft? Wie prüft er ihn?
Wir lernen, dass das in der Gruppe geschieht. Die Prüfung kann gar nicht anders stattfinden, denn wir haben keine Möglichkeit, den Willen des Schöpfers zu sehen – wie der Schöpfer den Geschöpfen gibt. Wenn wir Ihm ähnlich werden wollen, müssen auch wir den Geschöpfen geben. Von unserer Seite aus wird dieses Gesetz, den Geschöpfen zu geben, durch den Satz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" klar. Wenn wir den Willen so ausführen, so erfüllen, dann heißt es, dass wir mit unserem Willen dem Willen des Schöpfers gleich sind, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun – und einen anderen Willen hat Er nicht. Nur in dieser Form drückt sich Sein Wille aus, verwirklicht er sich; und ebenso verwirklicht sich unser Wille nur in der Form „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" in Übereinstimmung mit dem Willen des Schöpfers. 3:50
Und soweit wir uns dem Willen des Schöpfers nicht angleichen, wirkt dieses allgemeine Gesetz – Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, der Gedanke der Schöpfung – sofort so auf uns, dass es uns die Korrektur unseres Willens machen will. Das heißt, sofort wirken Kräfte auf uns, durch alle möglichen Mittel aus unserer Umgebung, um uns zu korrigieren, um uns zur Erfüllung dieses Gesetzes zurückzubringen – „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" beziehungsweise „Seinen Geschöpfen Gutes zu tun".
Und so ist unser ganzes Leben. Ob wir wollen oder nicht: Wir befinden uns nur in einem Mehr oder Weniger der Erfüllung dieses Gesetzes. Wenn der Mensch anfängt, das zu verstehen, und anfängt, sich selbst gemäß dem allgemeinen Willen des Schöpfers zu prüfen, und entscheidet, dass das endlich in seinem Herzen sein muss, dass sein Mund und sein Herz gleich sind, dann heißt es, dass er zu dem Stand kommt, der „Rosh haShana" heißt.
Und die „furchtbaren Tage" sind wirklich furchtbar, weil er anfängt, sich selbst mit einem Urteil der Gerechtigkeit und der Wahrheit zu richten. Er sieht, dass er nirgendwohin fliehen kann, sondern nur die eine einzige Bedingung erfüllen kann, die wirklich über ihm steht. Und es erscheint ihm schrecklich und furchtbar, dass er sie nicht erfüllen kann – bis er versteht, dass das Schreckliche und Furchtbare darin liegt, dass er, wenn er sie nicht erfüllt, in keinerlei Nähe zum Schöpfer sein wird. 6:24
Und diese Entscheidung – auf die hin er sich prüft und sich vorbereitet, während der ganzen Zeit, die bei uns Monat Elul heißt, mit Slichot und Prüfungen – diese Entscheidung klärt sich am Ende in ihm, reift in ihm so weit, dass er den Schöpfer von ganzem Herzen bittet, dass diese Eigenschaft von „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", das heißt die Eigenschaft, den Geschöpfen Gutes zu tun, auch in seinem Herzen sein soll, so wie sie im Schöpfer existiert.
Und dieses Gebet ist das einzige Gebet, das beim Schöpfer angenommen wird. So wie wir lernen: Das ist das MaN, das in SoN de Azilut von den zerbrochenen Seelen angenommen wird, die um Korrektur bitten – nur darum, um Korrektur, und um nichts anderes. Und wenn der Mensch dahin kommt, dann heißt es, dass er zu Rosh haShana gekommen ist.
Gibt es hier noch eine Frage, noch etwas? Ich weiß nicht. Hat jemand etwas zum Artikel zu fragen, ja?
8:10
Schüler:
Warum
scheint
es,
dass
er
arbeitet
…
es
kommt
heraus
zu
…
Rav: Genau das. Ein Mensch, der wirklich anfängt zu verstehen, dass er Kräfte des Gebens bitten muss, die Eigenschaft des Gebens – wenn er dann prüft, wo er sich befindet, dann scheint es ihm, dass er damit sein ganzes Leben völlig verliert. Er wird nicht mehr an sich selbst denken und an die Freunde so, wie er vorher gedacht hat, und an die Familie, wie er für die Familie gesorgt hat, und an irgendein privates Eigentum. Wenn er wirklich zur Eigenschaft des Gebens will, dann versteht er, dass ihm in seinem Mocha und in seinem Liba¹ kein Platz für sich selbst bleibt, sondern alle Sorgen fangen an, außerhalb von ihm zu sein. Und dann scheint es ihm, dass er in sich selbst völlig verschwindet, dass er sich selbst verliert, seine Selbstheit.
Und das Gefühl des „Ich", das in uns ist, der Punkt des „Ich" – das ist der stärkste Punkt, der Punkt der Existenz, der Punkt des „Jesch", Jesch mi Ajn. Und dann hat der Mensch das Gefühl, als kehre er zum „Ajn" zurück – wo ist er denn? –, bis er sein „Jesch" findet: nicht in sich selbst, sondern darin, dass sein „Ajn" mit dem Schöpfer verbunden ist, mit dem „Jesch". Das heißt, er ist bereit, diesen Abgrund zu überqueren, Jesch mi Ajn – dass er als Geschöpf jenseits des Schöpfers ist, auf der anderen Seite des Schöpfers –, und sich stattdessen in den Schöpfer zurückzubringen, in diese Eigenschaft des Gebens hinein, in ihr zu bestehen und in ihr sein „Jesch" zu finden. 10:21
Das ist ein Problem, wie Baal HaSulam auch schreibt, und zwar auch ein psychologisches Problem, also auf der menschlichen Ebene, und außerdem ein tieferes. Aber das Gefühl ist durchaus ein Gefühl, dass der Mensch, wenn er nicht an sich selbst denkt, wenn er nicht für sich sorgt … Weil er die Gefäße des Gebens noch nicht hält: In welchen Gefäßen fühlt er sich dann selbst? Es ist, als würde er aus der Welt verschwinden. Das heißt, auch seine Welt verschwindet – denn seine ganze Welt ist das, wie er seine Existenz in den Gefäßen des Empfangens beschreibt.
Eigentlich ist das Bild, das ich beschreibe, die Welt, die ich beschreibe, ein Bild davon, in welcher Form ich von allem genießen kann, was mich umgibt. Ich fühle Luft – was ist Luft? Ich fühle, in welcher Form ich von ihr genießen kann oder, Gott bewahre², dass ich darunter leide. Aber es gibt nichts in mir, womit ich, wenn ich eine Wirklichkeit fühle, sie anders fühlen, anders messen könnte: Ich genieße oder ich genieße nicht – nur so messe ich alles. Und „ich genieße oder ich genieße nicht", in allen möglichen Graden, in allen möglichen Erscheinungen – das ist es, was mir das Weltbild malt. Ich fotografiere die Welt nicht wie ein Fotoapparat, der nach Licht und Dunkel fotografiert, nach irgendwelchen anderen Parametern; meine Parameter sind nur: mehr oder weniger genießen. Nur danach malt es sich bei mir aus.
Und wenn ich hier schon aufhöre zu prüfen und auf mich zu beziehen, ob ich mehr oder weniger genieße – welches Bild kann ich dann noch haben? Es kommt heraus, dass der Mensch fühlt, als verschwinde die Welt selbst, sie werde … so, wie wir es auch bei irgendetwas fühlen, dass es geschmacklos wird und man danach überhaupt jede Empfindlichkeit dafür verliert, als wäre es gar nicht da. So fühlen wir auch etwas, dass … bis wir wirklich zu dem Zustand kommen, der … was „eingebildete Welt" heißt: Sie ist nur eingebildet in unseren Gefäßen des Empfangens, in der Messung an den Genüssen, an unseren Genüssen. Dann kommt heraus, dass dieses Bild verschwindet – deshalb heißt es „eingebildete Welt" –, und man fängt an, alles schon nach dem Maß des Gebens abzuwägen.
Nach dem Maß des Gebens nennen wir es dann die wahre Welt statt der eingebildeten Welt. Warum? Weil wir, wenn wir in diesem Maß, in dieser Messung anfangen, sagen wir, die Einzelheiten der Wirklichkeit zu sehen, dann fangen wir an, sie zu sehen … zuerst einmal ein völlig anderes Bild zu sehen, ein wahres Bild – denn es verschwindet nicht und verändert sich nicht, sondern verändert sich nur zu mehr Einzelheiten hin, entsprechend der Entwicklung unserer Eigenschaft des Gebens. Und am Ende kommen wir dahin, dass wir das sehen, was „Höhere Kraft" heißt. Aber das kann man nicht auf unseren Gefäßen des Empfangens sehen – danach, wie gut es mir geht, wie schlecht es mir geht, so wie wir von Natur aus die ganze Wirklichkeit abwägen, weshalb sie eingebildete Wirklichkeit heißt –, sondern nur, wenn wir anfangen, im Willen zu geben abzuwägen.
Das heißt, dieses empfindliche Papier, das Fotopapier, auf das wir fotografieren, ist jetzt nicht mehr für das Empfangen und den Genuss empfindlich, sondern für das Geben und das Schenken. Der Unterschied ist, dass dieses Papier dann anfängt, aus Herzen zusammengesetzt zu sein – wenn man das so sagen darf –, aus den Verlangen aller Seelen außer meiner eigenen; und durch sie hindurch fängt man dann an, die Wirklichkeit zu sehen. Das ist eine völlig andere Aufnahme, und diese Aufnahme heißt „Schöpfer". Was sich in all den übrigen Seelen auf diese Weise abbildet, heißt „Schöpfer" – im Gegensatz zu dem, was sich innerhalb des privaten Willens abbildet: Das heißt „eingebildete Welt".
16:30
Schüler:
…
befindet
sich
das
MaN.
Gibt
es
so
etwas
wie
ein
Lager
von
MaN,
zu
dem
man
kommen
muss,
und
dann
erhebt
man
einfach
jedes
Mal
alles?
Wie
macht
man
das?
Und
wenn
ja,
was
genau
ist
die
Erklärung
dafür?
Rav: Wie man zum wahren MaN kommt, fragst du? Wenn wir Reshimot haben – diese Reshimot, also Verlangen … oder ich würde sagen, das sind keine Verlangen. Reshimot sind Teile des Massach, die seinerzeit zu meiner Seele gehörten, als sie ein untrennbarer, integraler Teil war, also verbunden mit den übrigen Teilen in der Seele von Adam haRishon. Man kann nicht einmal sagen „ein Teil, der verbunden ist", denn damals gab es so einen Begriff wie „ein verbundener Teil" gar nicht – alles war Einheit. Und dieser Massach, der der Klebstoff zwischen diesen Teilen war, ist zerbrochen; er ist in Etappen zerbrochen, und die Etappen des Zerbrechens des Massach … nicht Wille, Verlangen … der Wille bleibt Wille. Der Massach, der zerbrochen ist, ist stufenweise zerbrochen, und all diese Stufen, wie dieser Massach zerbrochen ist, sind jetzt in mir. Und von der letzten Etappe an, von der letzten Reshimo des zerbrochenen Massach, der allerkleinsten, fängt es an zu erwachen. 18:20
Das heißt, dass ich sagen wir eine zerbrochene Reshimo fühle, ja? Ich fühle in zerbrochener Form denselben Willen zu geben, dieselbe Beziehung, die ich zu den anderen hatte und zusammen mit den anderen zum Schöpfer – und jedes Mal muss ich sie korrigieren. Was heißt korrigieren? Ich muss zu dem Zustand kommen, dass meine Absicht umgekehrt ist und „um zu geben" sein muss. Ich muss nicht suchen, welchen Willen und welche Absicht ich haben soll; ich muss die richtige Richtung suchen, die richtige Form – das heißt: worin die Form, die ich jetzt in mir habe, der wahren entgegengesetzt ist.
Das heißt die Arbeit der Klärung, aus der man zum Gebet kommt, zur Bitte. Das heißt, in dem Moment, in dem ich sehe, wie ich meinen Willen richtig benutzen kann, in welcher Richtung ich ihn richtig benutzen kann – in diesem Moment heißt mein Wille „MaN", Gebet, Bitte. Und in dem Moment, in dem ich wirklich die richtige Richtung finde, die richtige Form, in diesem Moment wird es im Höheren aufgenommen. Denn mein Höherer und die Reshimo in mir, die jetzt erwacht ist, passen zueinander; ich muss zwischen ihnen nur den Treffpunkt herstellen, die Verbindung. Das heißt: MaN erheben, das MaN in den Höheren einschließen. Das geschieht durch meine Erkenntnis, mein Verstehen, mein Gefühl, dass es in der richtigen Form korrigiert werden muss. Wenn ich verstanden habe, welches die richtige Form ist, die sein soll, dann heißt es, dass ich MaN zum Höheren erhebe.
Und jedes Mal, wenn ich dieses mein Gebet verwirkliche, enthüllt sich mir eine höhere, noch höhere, zerbrochene Reshimo – von jenen Stufen, jenen Reshimot, durch die der Massach zerbrochen ist. Und so steige ich gleichsam wieder zurück zu jenem Punkt, der vor dem Bruch war. Wie er schreibt: Die Seele muss zu demselben Zustand zurückkehren, in dem sie als Punkt an der Wurzel angehaftet war. Und durch meine Arbeit, in der ich genau diese Form suche – wie es sein soll –, korrigiere ich das Zerbrechen des Massach. Das heißt: die Richtung, statt auf mich selbst auf den Schöpfer – das ist eigentlich der zerbrochene Massach, über jedem einzelnen Willen, der sich enthüllt. Damit kehre ich zu demselben Zustand zurück, in dem ich damals war, aber ich baue ihn, ich erkenne ihn, ich will ihn. Das heißt, es geschieht wirklich in meinem Bewusstsein, es wird zu meinem Erwerb.
22:24
Schüler:
Wie
kann
man
zu
derselben
Menge
kommen,
zu
derselben
Quote
von
Fehlern,
die
man
einfach
erheben
muss?
Rav: Baal HaSulam sagt, dass wir insgesamt im Lauf von entweder 125 Stufen oder 620 Stufen dorthin kommen – egal, wie man zählt: Wir haben insgesamt eine bestimmte Anzahl von Prüfungen und Bitten, Prüfung und Bitte, also das Erheben von MaN. Insgesamt sind das nicht unendlich viele Reshimot. Insgesamt haben wir, sagen wir, fünf Welten – und obwohl wir das anders zählen, egal –, sagen wir fünf Welten, fünf Parzufim, fünf Sefirot, 125 Stufen, das war's.
23:20
Schüler:
Kann
man
das
Erheben
von
MaN
beschleunigen
…
von
jetzt
an?
Rav: Das Erheben von MaN kann der Mensch nur durch die Gemeinschaft beschleunigen. Denn was ist insgesamt das Erheben von MaN? „Erheben von MaN" heißt: Statt die Reshimo, die jetzt in mir ist, für mich selbst zu verwirklichen, muss ich prüfen, muss ich verstehen, muss ich untersuchen und entscheiden, dass ich sie benutze, um zu geben. Und ich will sie benutzen, um zu geben, und ich bin nicht dazu fähig – und damit wende ich mich an den Schöpfer. Ja? Ich arbeite also mit … ich prüfe hier kritisch die Richtung auf mich selbst gegenüber der Richtung auf den Schöpfer. Und die Richtung auf den Schöpfer kann ich wirklich nur gegenüber der Gemeinschaft prüfen. Der Schöpfer ist verborgen; nur gegenüber der Gemeinschaft – ob ich geben will oder nicht geben will, ja, nein, mich in sie einschließen, nein – hier prüfe ich, ob ich die Reshimo wirklich in der richtigen Form benutzen will. Eine andere Prüfung habe ich nicht.
Wenn ich also um mich herum eine Gemeinschaft, eine Umgebung richtig aufstelle – eine, die mir möglichst genau erweckt, was Geben heißt, die mich möglichst schnell dazu erweckt, in der ich das richtige Bild des Gebens sehen und fühlen kann, um zu messen, ob meine Absicht richtig ist, nein und ja und nein –, dann komme ich danach schneller zum Gebet.
Das heißt, die Umgebung muss so sein, dass sie mich einfach dazu verpflichtet, dass es so ist: dass ich innerhalb der Umgebung fühle, dass ich mich furchtbar fühle, wenn ich an mich selbst denke und nicht an sie, nicht an die Umgebung; dass es eine Schande ist und dass es verächtlich ist und so weiter. Das muss in der Gemeinschaft wirklich brennen; dann komme ich auf diese Weise sicher schnell voran.
Auf diese Weise werde ich sicher nicht so sehr leiden, sondern ich werde das Leiden schnell durchlaufen, mich zu brechen und „um zu geben" zu denken, zu entscheiden, dass „um zu geben" wirklich die richtige Richtung ist. Das heißt, alles hängt von der Gemeinschaft ab: wie sehr die Gemeinschaft mir die Wichtigkeit des Gebens gibt, dem Schöpfer ähnlich zu werden, und so weiter. Wenn die Gemeinschaft mir dafür wirklich gute Werbung machen kann und wirklich das Gefühl, dass das eine brennende und wichtige Sache ist und dass nur sie existieren muss, dann wird es für mich nicht schwer sein, darin zu sein.
Wir sehen, wie sehr der Mensch der Gemeinschaft verfallen ist, in allem, was die Gemeinschaft entscheidet. Deshalb ist unsere Wahl, so eine Gemeinschaft zu finden. Das heißt, dass ich mich nicht mit einer Gemeinschaft zufriedengebe, die irgendwie ist – wie er dort schreibt: Man kommt zu Schneidern, die nicht so gut sind, na ja, gut³; Rabash schreibt das in einem Brief, ja? Dann ist es nicht so schlimm.
Wenn du ein guter Fachmann sein willst, musst du unter die allerbesten Fachleute gehen, damit sie dir sagen: Du hast ein Kleidungsstück gemacht – sagen wir, Schneider, ja? –, du hast ein schönes Kleidungsstück gemacht. Und wenn nicht, dann sagen sie dir bis zur allerletzten, allerkleinsten Einzelheit: Das ist nicht in Ordnung, das ist nicht in Ordnung, das ist nicht in Ordnung. Das heißt, sie achten das, was vollkommen ist. Unter solchen Leuten wirst auch du ein Experte, und auch du wirst es so machen wollen, und auch du wirst Dinge nicht ertragen, die nicht ganz in Ordnung sind.
Alles hängt von der Gemeinschaft ab. Wenn du also ein guter Fachmann sein willst, brauchst du eine Gemeinschaft, die das wirklich ganz und gar fordert. Dann wird es nicht schwer sein. Das heißt: Unsere ganze Schwierigkeit, unser ganzes Problem – dass wir nicht fähig sind, dass wir vom Weg fallen, dass wir kämpfen, dass wir jeder mit dem anderen kämpfen und mit seinem Willen zu empfangen –, das kommt daher, dass wir keine Gemeinschaft bauen. 28:26
Wir müssten in unserer Arbeit überhaupt keine Anstrengung fühlen, wenn unsere Gemeinschaft entsprechend korrigiert wäre. Denn ich werde sicher erfüllen wollen, was in der Gemeinschaft ist – meiner Natur nach werde ich das erfüllen wollen. Deshalb ist es Unsinn, dass jeder sich darum sorgt, wie er selbst in der Spiritualität vorankommt; das ist wirklich Dummheit. Er muss sich darum sorgen, dass in der Gemeinschaft dieser Begriff „Fortschritt" in dem Maß vorhanden ist, wie er es braucht, dass es in der Gemeinschaft erfüllt wird. Und dann wird er es erfüllen.
Denn wir sind wirklich ein direktes Ergebnis all der Verlangen, all der Gedanken, des ganzen Ziels und der Wichtigkeit, die in der Gemeinschaft umhergehen. Wenn wir also schon über die Korrektur der Reshimot sprechen, dann geschieht die Korrektur der Reshimot nur in der gemeinschaftlichen Arbeit. Und hier sehen wir, wie richtig all diese Dinge in demselben Thema geordnet sind, mit dem du dich beschäftigst. Du beschäftigst dich mit deiner Beziehung zur Gemeinschaft, und das ist eigentlich die Beziehung zum Schöpfer – und das wirkt eigentlich auf dich zurück, um dich wieder zu derselben Arbeit zu erwecken.
Das heißt, du siehst: Alle Gefüge, alle Kräfte, alle Anfänge und alles, was am Ende enthüllt werden muss, befinden sich in einem einzigen Thema. Du musst dich nicht bewegen und zu tausendundein Faktoren hin- und herlaufen; du hast nur einen einzigen Faktor, in dem du die ganze Arbeit anfängst und beendest, die ganze Mühe, die ganze Korrektur der Gefäße und die ganze Erfüllung der Gefäße. So kommt es heraus.
30:50
Schüler:
Wenn
ich
mich
recht
erinnere,
haben
Sie
einmal
gesagt
…
dass
er
…
bereit,
…
bereit;
wie
macht
man
diese
Handlung,
was
ist
das
genau?
…
Rav:
Weiß
ich
nicht.
Ja.
Schüler: Kann man innerhalb der allgemeinen Gemeinschaft eine Gemeinschaft bauen, die dazu verpflichtet, in die Richtung voranzugehen, die ich gewählt habe? … die richtige Form?
Rav: Wir haben schon gesehen, dass es uns nicht hilft, uns in Fünfergruppen, in Zehnergruppen aufzuteilen. Wir haben schon gesehen, dass alles vom Einsatz abhängt – nicht von denen, die mich auf künstliche Weise umgeben, sondern davon, worin ich wirklich eingeschlossen bin. Und es stimmt, dass es dem Menschen manchmal hilft, sich einige Leute auszusuchen, mit denen es ihm etwas leichter fällt zu reden und zu denen er vielleicht irgendwie etwas leichter eine Verbindung herstellen kann.
Aber du siehst: Je weiter wir insgesamt vorankommen und Zustände durchlaufen, desto weniger finden wir es richtig, uns in irgendeiner kleinen Form abzuschließen. Und letzten Endes ist die Gemeinschaft eine Gemeinschaft – nicht, dass sie besondere Grenzen hätte, dass dieser und dieser und dieser und dieser in meiner Gemeinschaft ist. Die Gemeinschaft ist vielmehr ein spiritueller Begriff, von dem ich vielleicht nicht einmal genau sehen und mir selbst zeigen kann, was für ein Begriff das ist. Sondern insgesamt: all unsere Sehnsüchte, all unsere Verlangen, all unser Verstehen, unsere Verbindungen zur Höheren Kraft, alles, was wir an gemeinsamer Mühe geben – all das zusammen ist der Begriff Gemeinschaft.
Und was in diesem Begriff fehlt, ist, dass die Größe des Schöpfers, die Größe des Ziels so brennt, dass sie jeden Einzelnen so sehr verpflichtet, dass es ihm überhaupt keine Schwierigkeit mehr macht, daran zu denken und die ganze Zeit darin zu sein.
Aber
kleine
Gruppen
–
das
haben
wir
schon
hinter
uns.
Es
gibt
noch
Leute,
auch
in
unserer
Gemeinschaft
gibt
es
einige,
die
noch
versuchen,
irgendwelche
kleinen
Gruppen
zusammenzubringen.
Ich
sehe
das
wie
ein
Kinderspiel,
weißt
du,
so,
wie
man
einen
kleinen
Klüngel
macht.
Das
kommt
schon
nicht
aus
dem
Fortschritt,
sondern
aus
dem
Zurückbleiben,
würde
ich
sagen.
Ja.
34:51
Schüler:
Sie
haben
gesagt:
Wenn
ich
ein
guter
Handwerker
sein
will,
muss
ich
unter
gute
Handwerker
gehen,
die
mir
sagen,
das
ist
nicht
gut,
das
ist
nicht
gut,
das
ist
nicht
gut.
Andererseits
sagen
wir,
dass
unsere
Gemeinschaft
mir
eigentlich
keine
Kritik
geben
soll,
sondern
die
Größe
des
Ziels.
Das
funktioniert
also
nicht
genau
auf
dieselbe
Weise.
Normalerweise
sollen
sie
mich
nicht
kritisieren
–
das
ist
nicht
gut,
was
du
machst,
ist
nicht
gut,
das
ist
nicht
gut
–,
sondern
sie
sollen
mir
die
Größe
des
Ziels
geben,
diese
Handwerker,
die
ich
für
unseren
Weg
suche.
Wie
passt
das
zusammen?
Rav: Was die Gemeinschaft dem Menschen bringen muss, ist die Größe des Ziels. Nun: Damit der Mensch in einem Zustand ist, in dem er fähig ist, über die Größe des Ziels zu hören, muss man ihn stabilisieren. Das heißt, man muss ihn beschweren, man muss ihn verpflichten, in einem bestimmten Rahmen zu sein. Das nennt man, sein Ohr auszurichten. Das heißt, wir verpflichten ihn, wenn er mit uns sein will, dazu, dass er kommt, dass er sitzt, dass er liest, dass er teilnimmt, dass er Mühe gibt – sogar wenn er nicht will.
Aus all diesen Anstrengungen heraus ist er vielleicht bereit zu hören. Durch die äußeren Handlungen, durch die äußeren Anstrengungen kommt er vielleicht zu der inneren Anstrengung. Denn über den inneren Willen können wirklich weder er noch wir herrschen. Also müssen wir den Menschen einerseits durchaus kritisieren, es ihm sagen und ihn durch unsere Satzung verpflichten. Aber diese Satzung muss so geordnet sein, dass sie dem Menschen hilft, jene Wichtigkeit des Ziels und die Größe des Schöpfers und die Beziehung zum Ziel aufzunehmen, die wir haben.
Wenn er dieser Satzung nicht zustimmt, ist das ein Zeichen, dass er überhaupt nicht vorhat zuzuhören – und dann hat er keinen Platz unter uns. Und was geschrieben steht, dass der Mensch eine Gemeinschaft suchen muss, dass er die Gemeinschaft verändern muss, ihr Gutes tun muss: Das gilt, nachdem er schon drinnen ist und in sie eingeschlossen ist und in ihr wirklich als einer wirkt, der dem Weg nützt, und in dieselbe Richtung will, demselben Weg nützen will. Dann bitte. Vielleicht hat er Ratschläge, die wir jetzt noch nicht verstehen – in Ordnung, wir werden darüber beraten. Aber er kann nicht gegen die Regeln in der Gemeinschaft gehen.
Wenn er eine neue Gemeinschaft bauen will – bitte. Aber warum soll er sie aus uns bauen? Woher weiß er besser und richtiger als wir, dass man sie so oder so verändern muss? Vielmehr müssen wir jeden einzelnen Rat eines Menschen nach den Regeln annehmen, die uns unsere Lehrer geben.
39:03
Schüler:
Was
ist
die
Satzung?
Was
sind
diese
Regeln,
die
Satzung
–
was
müssen
sie
enthalten,
spezifische,
punktuelle
Dinge
oder
allgemeine
Dinge?
Rav: Die Satzung ist – nein, die Satzung ist eine lebendige Sache, die jedem und jeder einen solchen Rahmen gibt, dass der Mensch besser darauf ausgerichtet ist, von der Gemeinschaft die Größe des Ziels aufzunehmen. Was ist eine Satzung? Ich verpflichte dich, am Tisch zu sitzen, in bequemer Form, nichts Fremdes zu machen, nicht zu lesen, nicht zu hören, nicht zu reden, gar nichts – sondern dich jetzt aufmerksam auf das zu beziehen, womit wir uns beschäftigen. Das heißt, dass ich dir Bedingungen stelle, dass ich dich in einen Rahmen bringe, aus dem heraus die Hoffnung besteht, dass das, was hier ist, vielleicht auch ins Ohr und vielleicht auch ins Herz kommt. Das war's.
Du
als
Lehrer
kannst
das
verstehen.
Wie
ist
es
in
der
Schule,
wie
ist
es
überall?
So
müssen
wir
uns
selbst
ordnen,
so
wollen
wir
jeden
Einzelnen
in
der
Gemeinschaft
ordnen.
Und
nur
darauf
muss
eigentlich
unsere
ganze
Satzung
ausgerichtet
sein:
jedem
Einzelnen
die
Pflicht
und
die
Möglichkeit
zu
geben,
von
der
Gemeinschaft
die
Wichtigkeit
des
Ziels
aufzunehmen.
Was
noch?
Ja.
Schüler: Wie kann die Gemeinschaft mich eigentlich durch die eine oder andere Satzung dazu bringen, mich auf diese Sache auszurichten, über die wir die ganze Zeit reden – „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst"? Sie können mich höchstens hinsetzen, dass ich so mache; aber wie kann das mich dazu bringen, mich auszurichten?
Rav: Du fragst, wie die Gemeinschaft an dein Herz herankommen und dein Herz von „um zu empfangen" auf „um zu geben" verändern kann, sodass du die Freunde lieben willst? Das können wir nicht, das kannst auch du nicht; das kann nur das Höhere Licht so drehen, dich korrigieren – wenn du wirklich korrigiert werden willst. Aber Faktoren für Faktoren für Faktoren für Faktoren dafür zu sein, irgendwie – dazu ist die Gemeinschaft sehr wohl fähig, und das ist es, was sie machen muss. Das ist deine freie Wahl.
Schüler:
Mir
Verlangen
dafür
hinzuzufügen?
Rav:
Ja.
Schüler: Wie fügt mir die Gemeinschaft Verlangen dafür hinzu?
Rav: Die Gemeinschaft fügt dir Verlangen dadurch hinzu, dass du die Gemeinschaft für wichtig hältst – ob du willst oder nicht. Die öffentliche Meinung herrscht über dich; so, wie wir gebaut sind, ist uns die öffentliche Meinung wichtig. Denn der Mensch hat in seinem „Jesch", in seinem Ego, im Gefühl seiner Existenz nichts Größeres als das Ich, das Jesch mi Ajn, das Ich – und dieses Ich ist wichtiger als das Leben. Und der Mensch ist bereit, alles zu tun, um das Ich zu erhalten; so ist er gebaut. Und die Gemeinschaft muss das richtig benutzen.
Oder ich sage: Ein Mann ist der, der Coca-Cola trinkt, oder Bier, irgendetwas, ja? Was wir in der Werbung sehen. Dann spiele ich schon mit dem, was du von Natur aus hast. So muss unsere Gemeinschaft gebaut sein: dieselbe Kraft des Ich in jedem Einzelnen zu benutzen, aber unsere Werte in ihn einzupflanzen.
Derselbe
Zugang.
Baal
HaSulam
gibt
dort
bei
der
freien
Wahl,
im
Artikel
über
die
freie
Wahl,
im
Artikel
„Die
Freiheit",
sehr
einfache
Beispiele
aus
dem
Leben.
Das
heißt,
das
ist
für
unseren
Gebrauch.
Ja.
43:11
Schüler:
Aber
wie
kann
man
sicherstellen,
dass
diese
Sache
wirklich
nach
innen
kommt?
Wir
sehen,
dass
es
viele
Firmen⁴
gibt,
bei
denen
solche
Slogans
an
den
Wänden
erscheinen,
an
den
Autos,
an
allem.
Aber
wie
unterscheidet
man,
dass
es
bei
uns
in
die
Verlangen
hineinkommt
und
nicht
an
den
Wänden
bleibt?
Rav:
Wie
macht
man,
dass
der
Slogan,
ja,
wirklich
nach
innen
kommt
und
für
jeden
Einzelnen
zu
etwas
Verpflichtendem
wird?
Das
hängt
auch
davon
ab,
wie
die
Gemeinschaft
sich
dazu
verhält.
Es
gibt
hier
keine
andere
Möglichkeit,
irgendetwas
zu
machen.
Kurz
gesagt:
Wenn
du
zu
Rosh
haShana
kommen
willst,
wirst
du
all
diese
Dinge
durchlaufen
müssen.
Ja.
Schüler:
Er
spricht
hier
über
einen
Übergang,
über
die
Übergangsphase:
dass
ein
Mensch,
dem
sich
etwas
enthüllt,
sofort
dagegen
austritt,
er
bricht
aus
–
und
dann
sind
sein
Mund
und
sein
Herz
nicht
gleich.
Rav:
Ja.
Schüler: Wie kann die Gemeinschaft dabei helfen, dass der Mensch nicht ausbricht, dass er es trotzdem überwindet?
Rav: Wie kann es sein, dass der Mensch nicht bereut, nicht wegläuft, sondern auf das Ziel zugeht? Der Mensch hat überhaupt keine Kräfte. Der Mensch für sich selbst hat keine einzige Kraft. Er kann nur durch die Gemeinschaft auf sich selbst einwirken. Ihr versteht nicht, dass es hier nur eine einzige Antwort gibt. Von den vier Parametern, die er uns nennt – Substrat⁵, Entwicklung des Substrats, Gemeinschaft, Entwicklung der Gemeinschaft –, von diesen vier Parametern haben wir keinerlei Möglichkeit, irgendetwas zu verändern. Nur die Einwirkung der Gemeinschaft auf uns. Das ist alles.
Wenn ich etwas an mir verändern will, muss ich an einen anderen Ort gehen, der auf mich einwirkt. Wenn ich mich noch weiter verändern will, muss ich noch an irgendeinen anderen Ort gehen, der auf mich einwirkt. Ich muss also wählen: Lohnt es sich für mich, mit dir zu reden, oder nicht? Lohnt es sich, ihn zu fragen, oder nicht? Lohnt es sich, das zu hören, oder nicht, das zu sehen? Ich muss die ganze Zeit wählen, was auf mich einwirkt. Das heißt, dass ich einen Zimzum auf mich selbst mache, und jetzt wähle ich, wodurch ich mich entwickle.
Das heißt, ich wähle das Ziel, ich wähle das Mittel, und ich verstehe, dass ich nur durch das Mittel, auf diese Weise, auf mich selbst einwirke. Dann wirke ich gleichsam auf mich ein, so wie der Schöpfer auf mich einwirkt; ich habe dasselbe Kli wie der Schöpfer. Und ich schaue von der Seite auf mich, wie ein Arzt auf den Kranken schaut, und ich beziehe mich in dieser Form auf mich selbst: als dritte Seite, als etwas Äußeres. Und ich habe die Möglichkeit, ich habe die Fähigkeit, mit diesem Ich, das Michael heißt, etwas zu machen.
Ich weiß, dass ich so und so aus allen möglichen Verlangen und Sehnsüchten und Gedanken und allem zusammengesetzt bin. Wie kann ich jede einzelne Sache so ordnen, dass sie der Wahrheit näher ist – dem, was ich jetzt als das Geben verstehe, als das Ziel der Schöpfung, als die Übereinstimmung mit dem Schöpfer? Wie kann ich also in mir selbst diese Eigenschaften, diese Werte so verändern, dass sie näher sind? Danach muss ich prüfen, mit welchen Instrumenten ich das mache – aber sicher mit äußeren Instrumenten. Durch die Gemeinschaft, durch die äußere Einwirkung auf mich. Es gibt keine andere Möglichkeit. 47:20
Aber wenn ich weiß, was ich sein muss, und wenn ich weiß, in welcher Form ich mich jetzt befinde, dann kann ich mir mehr oder weniger abschätzen, mir vorstellen, welcher äußere Faktor es sein muss, um mich von Punkt A zu Punkt B zu bringen. Und dann suche ich so einen Faktor, so eine Gemeinschaft, so eine Kraft, die mir die Richtung verändert, die mir eine Wertschätzung für etwas anderes gibt und so weiter. Und dann kann ich mir mehr oder weniger vorstellen, was für eine Gemeinschaft das sein muss.
Brauche ich diese Leute, oder brauche ich etwas andere Leute? In der ganzen Gemeinschaft bin ich von diesem beeindruckt oder nicht von diesem oder doch von diesem und so weiter. Ich wähle gleichsam – bevor ich eintrete; nachdem ich eingetreten bin, ist Schluss. Das heißt, es gibt die Fähigkeit, irgendeinen Zimzum zu machen, ja? Irgendeinen Schnitt, und zu sagen: Jetzt denke ich darüber nach, was auf mich einwirken wird. Und dann zu entscheiden, und dann diese Einwirkung wirklich festzumachen. Auf diese Weise wähle ich gleichsam meine zukünftige Form.
Das heißt, ich erschaffe mich selbst, ich stelle mich selbst auf. Dann ist meine Arbeit wirklich eine Arbeit, in der ich die Kräfte der Schöpfung benutze. Meine Arbeit ist wirklich dieselbe Arbeit wie die des Schöpfers. Daraus lerne ich Ihn. Ich habe alle Voraussetzungen, ich muss es nur in den Kopf und ins Herz bringen, ja? Ein für alle Mal das Verstehen – ein für alle Mal wird es nicht gehen, aber sagen wir jedes Mal, ja? –, das Verstehen, dass ich auf mich selbst einwirken kann, und zwar nicht dadurch, dass ich, äh, äh, irgendeinen Ruck⁶ von innen mache. Keine einzige Anstrengung von innen wird helfen.
Helfen
wird
mir
eine
Anstrengung
nur
durch
die
Gemeinschaft.
Warum?
Weil
ich
damit
auch
die
Eigenschaft
des
Gebens
erwerbe.
Ich
will
mich
nicht
einfach
verändern,
um
ein
anderer
zu
sein.
Der
andere,
zu
dem
ich
mich
durch
die
Gemeinschaft
verändere,
wird
sicher
die
Form
des
Gebens
sein.
Und
nicht
einfach
ein
anderer,
den
ich
mir
als
spiritueller
einbilde
–
und
das
wäre
überhaupt
keine
Spiritualität,
das
wäre
nicht
mehr
Geben.
Das
wäre
mehr
in
irgendetwas,
ich
weiß
nicht
worin,
in
der
Regel
im
Empfangen.
Was
kann
es
außerdem
geben?
Entweder
geben
oder
empfangen.
Das
ist
alles.
Ja.
50:14
Schüler:
Darin
…
die
äußere
Kritik
in
der
Gemeinschaft,
wie,
welche
Rückmeldung
hat
die
Gemeinschaft,
um
unterwegs
eine
Korrektur
zu
machen
…
Wie
kann
die
Gemeinschaft
sich
selbst
korrigieren?
Also,
welche
Rückmeldung
gibt
es?
Rav: Welche Fähigkeit hat die Gemeinschaft, sich selbst zu korrigieren, Selbstkritik zu üben? Das heißt, du willst so fragen: Was gibt es über der Gemeinschaft, wonach die Gemeinschaft sich selbst prüfen kann? Der Mensch prüft sich nach der Gemeinschaft, die er für größer und höher hält und die ihm den zukünftigen Zustand beschreibt. Und was wird sein, wie prüfe ich?
Ich prüfe nur nach dem, was ich aus meiner Erfahrung und aus den Büchern verstehe; mehr habe ich nicht. Es gibt Bücher – gemeint ist: Es gibt einen Rav, es gibt Bücher, es gibt meine Bekanntschaft damit; das ist insgesamt alles. Es wird sich dir nichts enthüllen, was du dir vielleicht als irgendeine Enthüllung vorstellst; Enthüllungen sind von innen, sie sind von innen. Insgesamt handelst du danach, wie du verstehst.
Schüler: Ich habe verstanden. Wenn es in der Gemeinschaft gute Absichten gibt, es so zu machen, wie es sein soll – wie weiß diese Gemeinschaft, wie weiß diese Gemeinschaft, dass sie in der richtigen Richtung ist, dass sie so handelt, wie es sein soll?
Rav: Wie weiß die Gemeinschaft, ob sie in der richtigen Richtung ist oder nicht?
Schüler: Ja.
Rav: Nur daraus, was sie aus sich selbst, aus den Büchern und vom Lehrer erlangt.
Schüler: Aber das Erlangen ist Sache der Einzelnen; jeder für sich – das ist für die Gemeinschaft nicht verständlich.
Rav: Was jeder versteht, und was man dann gemeinsam entscheidet – das ist alles. Du hast nichts anderes. Wo hast du gedacht, dass du etwas anderes bekommst? Sag mir, von welcher Form träumst du? Was erwartest du? Dass sich der Schöpfer dir enthüllt – wie, über das Radio, über was? Dass jetzt an der Wand irgendein Gemälde ist, das sich plötzlich einfach so enthüllt? So stellen sich dumme Menschen die Offenbarung der Göttlichkeit vor, ja? In irgendwelchen Gestalten, in irgendwelchen – Gott bewahre – Bildern, was?
Nur das, was du erlangst, heißt das, was existiert. Das ist alles. Anders gibt es nicht. Du hast ein Kli; was sich in diesem Kli enthüllt, das ist, was es gibt. Was man noch erwarten soll, verstehe ich nicht.
53:38
Schüler:
Ich
verstehe,
dass
ich
durch
die
Gemeinschaft
beeinflusst
werde,
aber
die
Gemeinschaft
selbst
insgesamt
arbeitet,
liest,
investiert.
Rav:
Die
Gemeinschaft
selbst
insgesamt
…
Schüler:
…
Rav:
Die
Gemeinschaft
selbst
–
auch
du
handelst,
ohne
zu
wissen
wie,
und
auch
die
Gemeinschaft
handelt
vielleicht,
ohne
zu
wissen
wie.
Aber
dass
du
nicht
weißt
wie
und
suchst,
das
ist
deine
freie
Wahl.
Du
suchst
nach
irgendeinem
Standard,
den
man
dir
die
ganze
Zeit
von
Oben
herunterlässt
–
den
wird
es
nicht
geben,
diese
Sache
wird
es
nicht
geben.
Denn
damit
wirst
du
vom
Menschen
zum
Tier,
ohne
freie
Wahl;
sofort
wirst
du
zum
Vieh.
Suchst
du
das?
Bitte.
Ja.
Schüler: Zur Größe des Schöpfers, die in unserer Gemeinschaft fehlt: Sie haben gesagt, uns fehlt, dass die Größe des Schöpfers in unserem Herzen brennt. Was ist diese Sache, die fehlt? Ich habe es nicht verstanden.
Rav: Was heißt es, dass die Größe des Schöpfers in der Gemeinschaft fehlt? Das ist ganz einfach: Die Größe des Schöpfers heißt jene Kraft, die ich aus der Wertschätzung des Höheren bekomme. Dass ich Ihn wertschätze – was heißt, dass ich Ihn wertschätze? Dass ich denke: Wie Er zu sein, an Seiner Stelle zu sein, ist alles wert. Dass jeder Zustand, den ich jetzt habe, alles, was ich jetzt habe – was heißt das? Alle Genüsse, die ich jetzt bekommen kann, alle Mühe, die ich jetzt geben kann, alles, was ich habe, bin ich bereit zu geben, um an der Stelle des Höheren zu sein. Das sehen wir in dieser Welt: Der Mensch schaut und sagt: Ich will das, mir ist alles andere egal, sag mir, wie viel, ich bin bereit. Das heißt, dass er die Sache wertschätzt. Das musst du von der Gemeinschaft bekommen, das ist alles.
Jetzt bau auf künstliche Weise irgendeine Gemeinschaft, die dir das so macht, und das war's – mehr brauchst du nicht. Eine Gemeinschaft, die aus Menschen wie dir besteht, die überhaupt kein Verständnis für die Spiritualität haben, die nicht wissen, was „um zu geben" ist, die sich davon sogar angewidert fühlen. Fangt an, darüber zu reden, und fangt irgendwie an, mit irgendwelchen kleinen Anstrengungen, füreinander Werbung für das Geben zu machen.
Und jeder soll irgendwie wollen, auf künstliche Weise, spielerisch, wirklich spielerisch, anzufangen, sich darin einzuschließen. Wir spielen das, wir spielen wirklich, ja. Die ganze Gemeinschaft arbeitet mir gegenüber – sie versteht überhaupt nicht, was das ist, und es ist ihr nicht wichtig. Aber wir bauen die Umgebung auf diese künstliche Weise, damit sie auf uns einwirkt. Und es ist nicht wichtig, dass die Gemeinschaft selbst künstlich ist: Ihre Einwirkung auf uns, auf mich und auf jeden Einzelnen, wird eine echte Einwirkung sein.
Wenn es nicht so wäre – wie könnte ich selbst, der Unkorrigierte, eine korrigierte Gemeinschaft bauen, die auf mich einwirkt? Also: Ich bin unkorrigiert, das heißt, ich befinde mich in der Lüge, ich bin ein Lügner, und ich stelle eine Gemeinschaft von wirklichen Lügnern auf, die nur über Liebe und Geben reden – Lügner, alle miteinander. Aber wenn diese Lügner auf mich einwirken, machen sie mir eine solche Gehirnwäsche, dass ich es als richtig annehme, dass ich es als wichtig annehme, als Wahrheit. So kann der Mensch sich selbst herausziehen, so, an den Haaren sich selbst herausziehen aus dem … Das ist alles, das ist die einzige Form, die wir haben.
58:17
Schüler:
Darf
ich
sprechen?
Rav: Wie macht das Kind das, wenn es nichts weiß? Wie bildet es sich in seinen Spielen ein, wie die Großen zu sein, will wie sie sein? Es macht es auch in dieser Form. Das heißt, wir können nur so wachsen, dass wir gleichsam, gleichsam, ja? aus uns selbst eine größere, reifere Form machen, so als ob.
Also haben wir keinen Grund, uns zu beklagen und zu sagen, wir hätten keine Möglichkeiten. Du hast alles: Man hat dir Mühe gegeben und man hat dir eine Anzahl Menschen gegeben – fangt an zu machen. Es stimmt, dass das ein Kindergarten ist, aber mehr braucht man nicht, mehr braucht man nicht. Organisiere sie nur so, dass die ganze Zeit die Wichtigkeit der Gemeinschaft, die Liebe der Freunde geschrien wird, und … kurz gesagt … aber so schreien, dass es auf alle einwirkt. Warum? Das ist ein Gesetz von Oben: Wenn viele Menschen schreien, fange ich an, es anzunehmen; so bin ich gebaut, das war's.
Aus der Lüge, in der du gehst – denn das Geben heißt für dich jetzt Lüge –, wird es dann wirklich wichtig. Und so sind all unsere Stigmata im Leben: Wir leben nur nach solchen Werten, die man uns eingepflanzt hat, eingepflanzt hat, in denen nichts wirklich Wahres ist. Geld, Ehre, Gelehrsamkeit, all die Dinge – außer den Dingen, die der Körper braucht: Essen, Familie, Kinder, solche Dinge, die der Körper von sich aus will. Alles Übrige, was du … das sind neunundneunzig Prozent unseres Lebens, in denen wir unser Leben verbrennen.
Das
geschieht
wegen
all
der
Werbung,
die
die
Gemeinschaft
für
uns
gemacht
hat:
als
wäre
mir
Ehre
wichtig,
als
wäre
mir
Ruhm
in
der
Welt
wichtig,
als
wäre
mir
Wissen
wichtig,
Gelehrsamkeit
und
Geld
und
alles
Mögliche
–
damit
ich
mein
Ich
in
der
Gemeinschaft
halte,
um
nicht
zu
fallen.
Also
brauche
ich
auch
das
und
auch
das
und
auch
das.
Wie
könnte
es
anders
sein,
das
Ich
zu
halten,
zu
erhalten?
Aber
wenn
ich
dieses
Ich
von
„Ajn"
nach
„Jesch"
hinüberbringe,
habe
ich
überhaupt
kein
Problem
mehr.
Ja.
61:14
Schüler:
…
dass
man
auch
sehen
kann,
dass
es
wirklich
eine
Wertschätzung
für
das
Geben,
für
die
Mühe
gibt;
Leute
arbeiten
vierundzwanzig
Stunden.
Warum
also
trotzdem,
was
fehlt?
Wenn
es
Geben
gibt
…?
Was
ist
hier
…?
Rav: Wir haben genug Mühe, sagst du. Wir haben eine genügend große Gemeinschaft. Nach Stunden, nach der Menge der Mühe, nach der Kraft, die wir investieren – wir investieren enorm viel. Was fehlt? Es fehlt die Hauptsache, gegenüber der alle übrigen Dinge weniger wichtig sind. Uns fehlt ein Plan, wie … Was heißt Plan? Wozu mache ich das?
In jedem Zustand, in dem wir etwas machen, verstehen wir nicht, dass wir damit eine Gemeinschaft bauen, die auf jeden von uns einwirken wird, die Eigenschaft des Gebens zu achten. Das heißt, wir machen wie Maschinen viel Arbeit, aber das ist, sagen wir, eine große Leistungszahl. Du läufst hundert Kilometer, und mit großer Geschwindigkeit, und schwitzt viel und alles – aber im Kopf ist nichts.
Wozu hast du das gemacht? Was wolltest du damit bewirken? Die Hauptsache, die hier bestimmt, wozu du das machst – die fehlt uns. Sie ist da, aber noch nicht in ausreichender Form. Wenn jeder Einzelne … Du siehst, wie die Weisen es festgelegt haben: vor jeder Anstrengung, vor jeder Handlung – „Gesegnet seist Du, Schöpfer, unser Gott, König der Welt"⁷, ta-ta-ta …
Was heißt das? Wozu mache ich das? Wozu brauche ich das? Wie richte ich mich darauf aus? An wen wende ich mich? Was will ich, das dabei herauskommt? Das ist die Sache des „Segens": die Verbindung, die Richtung, wozu ich es mache. Und du siehst: Zu jedem, zu jedem Komma haben sie eine Beziehung festgelegt. Sonst ist die Handlung selbst nichts wert. Das heißt: „Ein Gebot ohne Absicht ist wie ein Körper ohne Seele." 64:14
Dein Körper macht also unglaublich viele Handlungen, aber es ist keine Seele darin. Es ist keine Kraft darin, keine spirituelle Kraft, die du hineinbringen willst. Das fehlt sehr. Deshalb sage ich immer, sogar auch an den Feiertagen: so viele Maschinen wie möglich kaufen. So wenig wie möglich arbeiten, sich anstrengen. Damit der Mensch mehr Platz im Kopf hat, um darüber nachzudenken, wozu er es macht.
Denn manchmal stört es, dass du so viel arbeiten musst, und Druck, und … dass wir jetzt an den Feiertagen arbeiten, sodass wir keine Gelegenheit dazu haben. Deshalb lohnt es sich, alle Anstrengungen vor den Feiertagen zu machen, wenn sie danach zusammenfallen, damit jeder die Möglichkeit hat, irgendwie Platz für den Gedanken, für die Absicht zu lassen. Ich sage das über alle Feiertage, die ganze Zeit.
Und auch im Alltag fehlt das, und das ist wirklich der Stein des Anstoßes. Man macht unglaublich viel, du hast recht. Aber man macht ein Gebot, die Handlung, von der wir wollen, dass etwas dabei herauskommt – aber ohne, ohne Absicht. Das heißt „ein Gebot ohne Absicht". Das gilt nicht für die Leute, die draußen einfach so etwas machen, Lulaw, Etrog, jetzt dort, alle möglichen Dinge. Davon ist nicht die Rede.
Dort handelt man nach „einem angelernten Gebot von Menschen". So hat man es sie gelehrt, so machen sie es. Wir aber wollen durch jede Handlung etwas erlangen – wo ist also das, was du erlangen willst? Ist dir das klar? Und wenn es klar ist: In welcher Form ist es klar? Wenn du dich wendest – „Gesegnet seist Du, Schöpfer, unser Gott, König der Welt" – und wirklich willst, dass für dich dabei eine Annäherung an die Höhere Kraft herauskommt, dass du dadurch ähnlich werden willst, dich annähern willst, etwas machen willst, dann ist das wirklich ein Segen. Das ist wirklich eine Verbindung. Dann machst du durchaus ein Gebot mit Absicht.
66:45
Schüler:
…
Diese
Sache
ist
verborgen,
man
sieht
sie
nicht.
Man
sieht
nur
die
Handlung.
Rav: Diese Sache ist verborgen, sicher. Das hängt vom Herzen des Menschen ab, sicher. Absichten sind … Deshalb heißt es „die verborgene Lehre", „die Lehre der Absichten". Das ist es, was wir die ganze Zeit machen müssen. Man sagt über Kabbalisten immer: Sie sitzen in der Ecke und machen gar nichts. Sie machen Absichten. Was musst du in diesem Leben denn sonst machen, rennen?
Die ganze Menschheit rennt. Was ist schon dabei, welchen Nutzen hat das? Die Hauptsache ist, Absichten zu machen. Handlungen haben wir unglaublich viele. Wir haben um uns herum schon, weißt du, ein ganzes System der Arbeit und der Verbreitung gebaut – aber dazu fehlt uns die Absicht. Wir verstehen nicht genug, wie man die Absicht macht, wie man sie auf die Handlung aufsetzt. Und auch die Absicht selbst – wir fliehen vor der Absicht selbst.
Ich will mich dadurch der gebenden Kraft annähern, dem Schöpfer, der gebenden Kraft. Ihm ähnlich werden. Wissen, das heißt: Was ist der Gebende, was heißt „geben", worin muss ich mich verändern, damit das geschieht, und damit es durch die Handlung geschieht, die ich jetzt mache. Wenn der Mensch sich übt … kann man „übt" sagen?
68:17
Schüler:
Sich
übt.
Rav: … sich daran übt, dann geschieht es.⁸
Schüler: Jetzt: Das ist eigentlich meine Gemeinschaft. Der Mensch muss gerade von der Gemeinschaft beeinflusst werden … dass ich die ganze Zeit nur daran denke, nicht an Handlungen. Aber noch einmal: Das ist verborgen, ich fühle es nicht.
Rav: Was ist verborgen?
Schüler: Die Absicht.
Rav: Diese Absicht ist immer verborgen. Was willst du? Ich verstehe nicht. Die Absicht der Gemeinschaft?
68:49
Schüler:
…
Ich
will
von
der
Gemeinschaft
beeinflusst
werden.
Allein
kann
ich
nichts
verändern.
Wenn
ich
mich
verändern
will,
verändere
ich
die
Gemeinschaft.
Ich
fühle
ihr
Feedback
nicht.
Rav: Ich verstehe die Frage nicht. Du willst, dass alle Absichten der Gemeinschaft dir mündlich gut erklärt werden, dass du diese Absichten hörst. Diese Absichten hören wir doch. Wir lesen Artikel, Briefe. Wir lernen sogar „Talmud Eser haSefirot", wo er es dir in allen möglichen Sprachen erklärt.
Entweder in der Sprache des Gefühls, in den Artikeln und Briefen, oder in der Begriffssprache der Weisheit der Kabbala – was „Absicht" heißt. Man erklärt dir außer der Absicht überhaupt nichts, denn die Handlung, die ist schon besiegelt. Die Handlung ist die Erfüllung des Willens; die wird sicher geschehen. Du musst die Absicht dazu hinzufügen. Das heißt: Massach und Or Choser, wie es bei uns heißt. Mit anderen Worten.
Und überall, wo wir in unseren Büchern lernen, lernen wir nur über Absichten. Über den Willen sage ich die ganze Zeit: Man muss nicht am Willen arbeiten.
70:20
Schüler:
Wie
wird
man
von
der
Absicht
eines
Freundes
beeinflusst?
Nicht
von
der
Handlung.
Rav: Wie wird man von der Absicht eines Freundes beeinflusst? Der Freund darf sie dir nicht zeigen, darf dir nicht mit dem Mund sagen: Ja, ich richte mich so und so aus, weißt du, prüf dich selbst, ob auch du so und so kannst – nein, das ist verboten. Es gibt vielmehr die allgemeine Satzung, unsere allgemeine Übereinkunft. Im Allgemeinen können wir darüber reden, wonach wir uns sehnen, was die Gemeinschaft ist und so weiter. Im Besonderen aber muss jeder Einzelne mit seiner Absicht bei sich selbst sein; das heißt verborgen. Das muss vor allen verborgen sein.
Und
tatsächlich
könnte
der
Mensch
seine
Absicht
auch
gar
nicht
ausdrücken
–
es
sei
denn,
er
schreibt
so,
wie
man
es
im
TES
schreibt.
Was
heißt
es,
dass
ich
über
eine
Handlung
in
Worten
spreche
wie
im
„Talmud
Eser
haSefirot"?
Ich
drücke
dort
die
Absicht
des
Willens
aus,
der
sich
auf
irgendeiner
Stufe,
in
irgendeinem
Zustand
befindet.
Das
ist
die
ganze
Weisheit
der
Kabbala.
Denn
von
der
Absicht
hängt
die
Öffnung
des
Willens
ab:
wie
weit
er
sich
öffnet
und
mit
welchem
Licht
er
sich
füllt,
in
welcher
Verbindung
mit
dem
Schöpfer.
Ja.
Schüler: In unserer Gemeinschaft ist einer der wichtigen Parameter die Menge der Handlungen, die ein Mensch macht. Gibt es eine Verbindung zwischen dieser Menge und der Absicht der …?
Rav: Wir achten die Menschen nach der Äußerlichkeit – so muss es auch sein –, danach, wie viel der Mensch gemacht hat. Ja. Und wir sagen über ihn: Er hat dies gemacht, und er hat das gemacht, und er hat jenes gemacht. Denn das heißt „die offenbarte Lehre". Das ist, was er gemacht hat: Handlungen, um voranzukommen. Handlungen. Die Absichten aber, die in der Kabbala eigentlich die wahren Handlungen heißen – ja, Absichten –, können wir nicht zählen, wir können sie nicht messen, und wir können auch nicht darüber reden, denn darin gibt es einen Halt für die Äußeren. Jeder Einzelne von uns ist noch nicht gegen den anderen geschützt, und er ist auch nicht davor geschützt, dem anderen zu schaden; deshalb redet man nicht darüber.
73:07
Schüler:
Ob
es
eine
Verbindung
gibt
zwischen
der
Menge
der
äußeren
Handlungen,
die
ich
mache,
und
der
Absicht,
dass
sie
sich
bei
mir
verbessert?
Rav: Eine Verbindung von den Handlungen zu den Absichten gibt es. Die gibt es. Denn ein Mensch, der in Handlungen investiert, fängt an, sich zu fragen, wozu er das macht. Und nach und nach die Handlungen – „den Handlungen folgen die Herzen", wie es heißt. Also gibt es darin eine Verbindung, denn wir sind trotz allem in einem Körper, auch unsere Absichten, auch unsere Handlungen. Und daraus, dass der Mensch handelt und nicht ankommt, fängt er an zu fragen, und dann fängt er an zu verstehen, dass es vom Mangel an Absicht kommt.
Die
Absicht
ist
die
Beschaffenheit
der
Handlung:
Was
will
ich
damit?
Ohne
Absicht
ist
es
einfach
eine
Maschine,
die
ausführt
und
nichts
dabei
will.
Sie
will
nichts
dabei,
also
bekommt
sie
auch
nichts
–
das
heißt,
in
der
Richtung
des
Fortschritts;
oder
sie
richtet
sich
vielleicht
auf
etwas
anderes
aus.
Einer
hat
fünf
Jahre
gearbeitet,
um
Ehre
von
der
Gemeinschaft
zu
bekommen,
und
danach
behauptet
er:
„Warum
habe
ich
von
eurer
Gemeinschaft
keine
Spiritualität?"
Du
hast
dich
nicht
auf
Spiritualität
ausgerichtet,
du
hast
dich
auf
Ehre
ausgerichtet.
Also
hast
du
jetzt
wirklich
eine
gute
Stellung,
du
wirst
bei
uns
als
starker
Mann
geachtet,
als
Mann
der
Tat.
Du
hast
Ehre
von
uns
bekommen
–
warum
beklagst
du
dich
über
Spiritualität?
Spiritualität
hättest
du
sehr
wohl
von
der
Gemeinschaft
fordern
sollen,
aber
das
ist
schon
deine
private,
innere
Forderung.
Ja.
75:00
Schüler:
Wie
wird
man
von
der
Tora
beeinflusst,
von
der
ganzen
Investition,
die
die
Tora
macht
…
Wie
wird
man
beeinflusst
und
bleibt
nicht
bei
Worten?
Dass
es
nicht
bei
Worten
bleibt,
sondern
wirklich
etwas
wird.
Rav: Wenn wir ein ernsthaftes Spiel machen – weißt du, man sagt: Ein Spiel ist eine ernste Sache. Denn es ist wirklich sehr ernst; denn unser ganzes Leben ist ein Spiel. Und es steht auch geschrieben: „Der Heilige – gepriesen sei Er – spielt mit dem Liwjatan." Das sind sehr, sehr tiefe Dinge. Warum Spiel? Alles, wozu ich noch nicht gekommen bin, worin ich aber gleichsam sein will – das heißt Spiel. Wenn ich mich nicht in einem bestimmten Zustand befinde, sondern so tue als ob, etwas Ähnliches mache, dann ist das eigentlich ein Spiel.
Wenn
wir
das
also
ernsthaft
spielen,
wird
jeder
davon
beeindruckt
sein.
Niemand
wird
die
Möglichkeit
haben,
vor
der
Einwirkung
der
Gemeinschaft
auf
ihn
zu
fliehen,
und
wirklich
wird
jeder
vorankommen.
Das
hängt
nur
von
der
Entscheidung
der
Gemeinschaft
ab
und
von
dem
Ernst,
den
die
Gemeinschaft
da
hineinbringt.
Wir
gehen
darauf
zu;
aber
dass
man
sieht,
dass
der
Zustand
noch
nicht
zufriedenstellend
ist,
das
ist
schön.
Ja.
76:40
Schüler:
Aber
wenn
ich
mich,
die
Absicht,
nicht
unter
den
Handlungen
begraben
würde
und
mich
bei
jeder
Handlung
mit
der
Absicht
auseinandersetzen
und
selbst
entscheiden
würde,
dann
käme
ich
in
den
Zustand,
von
dem
er
spricht,
den
Zustand
des
„Sprechenden"⁹,
und
ich
wäre
nicht
fähig,
irgendeine
Handlung
auszuführen.
Ich
würde
einfach
weglaufen,
ich
würde
den
Schalter
abstellen
und
nach
Hause
gehen.
Wie
kann
ich
also
wirklich
durch
die
Einwirkung
der
Gemeinschaft
–
denn
darin
kann
sie
mich
ja
nicht
wirklich
berühren
–
die
Absicht
halten
und
weitermachen?
Denn
der
Körper
hat
Angst,
der
Körper
will
das
nicht.
Der
Körper
fordert
gleichsam
…
Rav: Du sagst also: Ich fühle mich vielleicht schwach, vielleicht in Gefahr, dass ich diesen ganzen Weg abbrechen könnte, wenn ich den wahren Zustand sehe – was Geben heißt, und wo das Ich ist, und was man dafür machen muss. Wenn ich diese ganze Wahrheit sehe, laufe ich vom Weg weg. Ich mache einfach alles zu, ich gehe in ein einfaches Leben. Ich trenne meinen Verstand ein wenig von der Kritik ab und lebe, wie ich eben lebe – irgendein kleines Geschäft, alles in Ordnung, und gelobt sei der Schöpfer, so leide ich weniger. Ich hole mich selbst von der Stufe des großen Menschen auf die Stufe von diesem herunter.
Der Einwand ist berechtigt. Diese Angst haben wir, und wirklich wollen wir immer, wenn uns etwas schon bedroht, weglaufen und so sein. Aber wir sind dazu nicht fähig. Baal HaSulam nennt unseren Zustand so, dass wir uns unter der Presse der Entwicklung befinden. Ich bin also nicht fähig, mich selbst anzuhalten. Dass ich wegläufe – daraus lerne ich am Ende, dass ich nicht weglaufen kann. Ich kann nicht weglaufen.
Es wird mir schlechter gehen, und am Ende komme ich zu derselben Sache. Also ziehe ich die Zeit in die Länge; in einem halben Jahr, in einem Jahr komme ich darauf zurück. Ach, noch ein Umlauf. Nu, das Leben lehrt mich, dass ich nicht weglaufen werde. Wenn ich wirklich zu einer solchen Reife gekommen bin, dass ich jetzt Reshimot entwickeln muss, die schon zur Spiritualität gehören und noch nicht zu den Verlangen davor, dann habe ich keinen Ort, wohin ich fliehen könnte – einfach, das war's.
Das hängt nicht vom Menschen ab. Man kann sein Leben durch alles Mögliche verderben, sagen wir durch Drogen. Aber ich will hier nicht auf die Rechnungen eingehen, wer diese Rechnung macht – du oder der Schöpfer –, und warum und wie und was. Das ist jetzt über unserem Verstehen. Das steht in der Lenkung, nicht einmal in Lohn und Strafe – das steht in der ewigen Lenkung. Aber Kabbalisten haben sich zu ihren Schülern immer sehr, sehr unfreundlich verhalten und wirklich grob. Grob kann man sagen, ja? Wirklich. Denn wenn ein Mensch wirklich will, wenn er wirklich fähig ist, bleibt er. Du musst ihm keine besonderen Bedingungen machen. Überhaupt keine Bedingungen.
Einfach im Gegenteil: Stell ihm sehr harte Bedingungen. Und obendrein soll er Schläge bekommen, lass noch Schläge auf ihn fallen – er wird nicht weglaufen, er hat keine Wahl. Auf diese Weise hilfst du ihm, und du wirst auch den Müll los. Das ist kein Müll, das sind Menschen, die noch nicht reif sind; also vielleicht in ein paar Jahren, noch etwas. Denn ein Mensch, der schon reif ist, hat keinen Ort, wohin er fliehen könnte. Einfach …
Das
ist
es,
was
Baal
HaSulam
sagt:
Wenn
du
die
Frage
hast,
was
der
Sinn
meines
Lebens
ist
–
eine
Frage,
die
wirklich
wütet,
sodass
er
nicht
mehr
wie
gestern
in
den
Strömen
des
Lebens
mitfließen
kann,
ja?
–,
was
wird
er
dann
machen?
Er
wird
gar
nichts
machen.
Soll
er
ruhig
zu
allen
möglichen
Rabbinern
gehen,
zu
Gurus,
ich
weiß
nicht
wovon,
um
dort
den
Weg
zu
suchen
–
soll
er
gehen,
nichts
wird
ihm
helfen.
Ja.
81:40
Schüler:
Sie
sagen
gleichsam:
Fordere
weiter
Lohn,
obwohl
du
dich
davon
entfernst,
ihn
zu
bekommen.
Da
frage
ich:
Kann
die
Gemeinschaft
dabei
helfen,
an
diesem
Punkt
kann
die
Gemeinschaft
helfen,
wenn
ich
von
mir
aus
keine
Kraft
habe?
…
dass
ich
überhaupt
nichts
…
Rav:
Es
wird
gut
werden.
Leute,
wir
müssen
ein
bisschen
lernen.
Nu,
eine
Antwort,
ja.
Schüler: Wir befinden uns in einer Gemeinschaft, die die körperliche Mühe sehr, sehr wertschätzt – was nach dem, was Sie sagen, eigentlich …
Rav: Wir schätzen es in unserer Gemeinschaft deshalb, weil wir keine Möglichkeit haben, den Freund an etwas anderem zu messen. Ich komme mit meinem Maßstab zu dir – was heißt das? Wie viel Kräfte du der Gemeinschaft gegeben hast. Ich kann nicht messen, wie viele Absichten du der Gemeinschaft gegeben hast. Obwohl die Absichten das sind, was unsere Gemeinschaft von dir gewinnt¹⁰, und nicht die Kräfte. Für Kräfte würde ich irgendeinen Philippiner anstellen, der uns dieselbe Arbeit macht; ich brauche gar nichts.
So wie überall Philippiner arbeiten, kann ich sie auch hierher nehmen. Und du arbeitest neben diesem Philippiner und kannst sogar einfach so dasitzen – setz nur die Absicht in Gang. Man muss nicht schwitzen. Und Spiritualität besteht überhaupt nur aus Absichten; du musst nicht mit den Händen, mit den Füßen arbeiten, gar nichts. Aber wir haben keine Möglichkeit zu messen. Also gehen wir von der Annahme aus: Wenn ein Mensch viele Dinge in der Gemeinschaft macht, dann macht er dabei auch eine Absicht – er will ja etwas davon.
Was will er? Er will groß sein? In Ordnung. Er will der Klügste unter allen sein? In Ordnung. Er will erreichen, dass man über ihn spricht, dass man von ihm redet? In Ordnung. Aber am Ende haben ihn all diese Dinge nach und nach in einen Zustand gebracht, in dem er sieht, dass das alles … dass er nicht deswegen hier sitzt, dass er etwas Höheres bekommen muss. Dann fängt er an, die Handlungen geringzuschätzen. Und hier muss die Gemeinschaft schon von ihm fordern: Nein, mein Lieber, schätz die Handlungen nicht gering, füg den Handlungen die Absicht hinzu.
Und das ist es, was wir nach einer gewissen Phase sehen, in der ein Mensch hart arbeitet, wirklich kommt und so viele Kräfte gibt. Wo ist Malkiel? Ich erinnere mich, er war da, er ist jetzt nicht hier, er war wohl in …¹¹
84:17
Schüler:
Im
anderen
Saal.
Rav: Im anderen Saal, siehst du, das war's, ja. Und dann plötzlich, nach einem Jahr, anderthalb Jahren, zwei Jahren – pfft, die Luft ist raus. Warum? Ich gebe einfach ein Beispiel, es war sehr auffällig. So war es, so ein Geist ging um. Warum? Füg die Absicht hinzu – warum reduzierst du die Handlungen? Das ist ein Zeichen, dass du vorher keine Absicht hattest. In Ordnung, dann füg sie hinzu, jetzt kannst du … Das ist in der Regel das Problem. Aber wir haben keine Möglichkeit, die Handlungen des Menschen zu messen, außer nach den Handlungen. In die Absichten gehen wir nie hinein, wir wollen es nicht und wir prüfen es nicht, und – Gott bewahre – dass einer es dem anderen sagt. Darin muss sich der Mensch allein entwickeln.
Hast du deshalb je gesehen, dass ich persönlich zu jemandem sage: Wo sind deine Absichten? Wenn ich dort irgendeine Abteilung anschreie oder jemanden, dann schreie ich, dass er nicht richtig arbeitet. Gott bewahre, die Innerlichkeit anzurühren, die Absicht. Die Absicht ist Mensch und Schöpfer. Wie kann ich denn da hineingehen? Ich kann ihm dort irgendwie ein wenig helfen, dass er versteht, dass er mehr darüber nachdenkt, irgendwie ein bisschen von der Seite – aber nicht nach innen gehen. Das ist die persönliche, innere Verbindung des Menschen mit dem Schöpfer.
Schüler: Das hält mich eigentlich davon ab … Ich kann nicht zwei Dinge fordern: Entweder fordere ich Ehre, oder ich fliehe gleichsam vor der Schande; ich mache die Handlung wegen irgendetwas, es gibt etwas, das mich antreibt.
Rav: Ja.
Schüler: Aber ich muss es nur deshalb machen, weil ich damit die Handlungen des Schöpfers kennenlernen will, gebend sein will wie Er, Seine Absicht fühlen will. Wenn nun das in der Gemeinschaft das Große ist und ich einzig und allein von der Gemeinschaft beeinflusst werde, dann erinnere ich mich manchmal daran, dass ich es für den Schöpfer mache – aber der größte Teil meiner Handlung wird für den Lohn von der Gemeinschaft sein. Das ist eigentlich etwas, das mich aufhält, das ist gleichsam ein Verderben. Wie baut man es so, dass ich gerade von der Gemeinschaft das Bedürfnis bekomme, es nicht dafür zu tun?
Rav:
Alles
unterwegs.
Gut,
wir
kommen
zu
„Talmud
Eser
haSefirot"
oder
zu
„Shaar
haKawanot"
–
was?
Vorleser: TES.
Rav: TES.
(Ende der Lektion)