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Talmud Esser haSefirot – Teil 1 (Band 1, Kapitel 1, Seite 5, Or Pnimi – kleiner Buchstabe 50)
Transkript des Morgenunterrichts, Teil TES, 13.08.2007
Teil
1
–
vom
Anfang
bis
Minute
00:23:05
Dauer:
00:23:05
Teil
2
–
von
Minute
00:23:09
bis
Minute
00:42:44
Dauer:
00:19:35
Teil 1
„Nun wirst du die vier Bchinot und Grade, die im ganzen Geschöpf bestehen, verstehen." Denn „Ausgeströmtes Wesen" (Neezal) heißt das, was vom Ausströmenden (Maazil) abgetrennt ist, damit es von ihm her „Ausgeströmtes Wesen" heißen kann. Dass es aus ihm hervorgegangen ist, aber jetzt zu einer Existenz für sich selbst herausgekommen ist. Also kann es nicht sein, dass es direkt aus dem Maazil hervorgeht. Denn beim direkten, unmittelbaren Hervorgehen aus ihm ist es noch immer eine direkte Folge des Maazil. Sondern es müssen einige Handlungen über es hinweggehen, bis sich in ihm etwas abzeichnet, wonach es „Ausgeströmtes Wesen" heißen wird, das heißt: das vom Maazil Unterschiedene. Was ist die… was ist diese Eigenschaft, diese Kraft, was ist dieses Material, das es vom Maazil unterscheidet? Gerade seinetwegen wird es so genannt, dass es für sich selbst besteht, eine Schöpfung für sich.
„Zunächst tritt das Licht aus dem Schöpfer als Or Chochma aus und enthält nur den Willen zu empfangen. Das ist die erste Phase – Bchina Alef.
Dann intensiviert sich der Wille zu geben in diesem Licht und es breitet sich zum Or Chassadim aus. Diese Verstärkung (Hitgabrut), wird als zweite Phase, Bchina Bet, verstanden. Dann breitet sich dieses Or Chassadim enorm aus (das wird unten noch erklärt) und das ist die dritte Phase – Bchina Gimel.
Nachdem die oberen drei Bchinot vollständig erschienen sind, erwacht wiederum die Kraft des Willens zu empfangen, die in die Hitpashtut Alef eingeprägt ist, und zieht noch einmal das Or Chochma an."
Das heißt, vom Licht her (Zeichnung), wie wir gewöhnlich zeichnen, haben wir eine Ausbreitung, das ist Alef. Danach Bet, danach Gimel, und Ausbreitung Dalet. Was ist der Unterschied zwischen Ausbreitung Alef und Ausbreitung Dalet? Auch Ausbreitung Alef will empfangen, was zu ihr kommt. Aber der Maazil hat sie direkt erschaffen, hat in ihr das Verlangen erschaffen, das ein Wille zu empfangen ist. Aber dieser Wille zu empfangen kommt direkt vom Maazil. Zwar heißt er „Jesh mi Ajn", aber er kommt immer noch vom Maazil. Anders in Bchina Dalet: Der Wille zu empfangen, der die Fülle empfangen will, ist ebenfalls ein Wille zu empfangen. Aber er ist nicht „Jesh mi Ajn", er kommt aus sich selbst. Und darin ist Bchina Dalet besonders, unterscheidet sie sich von Bchina Alef.
Das heißt, der Maazil hier (siehe Zeichnung), der Schöpfer, das Licht, das diese Entwicklung zum Geschöpf bringen will, zum Selbständigen – er erreicht sein Ziel in dieser Entwicklung in der vierten Stufe vom Anfang der Entwicklung an. Er muss vier Stufen lang am Willen zu empfangen arbeiten. In der letzten Stufe will der Wille zu empfangen schon aus sich selbst wollen. Er will aus sich selbst empfangen. Er hat schon ein Erwachen von sich aus. Das heißt: Dasselbe Ziel, das aufgestellt war, das in Bchina Alef steht, wird in Bchina Dalet erreicht.
„Dies vollendet den beständigen Willen zu empfangen im Parzuf, welcher sich auch als Sehnsucht offenbart. Denn es gab kein Or Chochma im Parzuf nach Bchina Gimel, sondern nur Or Chassadim. Das Geschöpf konnte sich nach Or Chochma sehnen.
Durch diese Sehnsucht wird der Wille zu empfangen bestimmt und die Empfangsgefäße vervollständigt, welche in der Hitpashtut Alef abwesend waren.
Daher sind die Empfangsgefäße nur in Bchina Dalet vollständig, dies wird auch die Zweite Verstärkung (Hitgabrut Bet), genannt.
Nachdem Bchina Dalet in Ejn Sof vollendet wurde, entstand eine Einschränkung (Zimzum). Das bedeutet, dass der Wille zu empfangen vollständig aus Bchina Dalet verschwunden ist und dadurch auch das Verschwinden des Or Ejn Sof bewirkte."
Klar? Das heißt, Bchina Dalet hat… was ist bei ihr besonders? Sie hat einen Willen zu empfangen (siehe Zeichnung) wie in Bchina Alef. (Zeichnung) Außerdem hat sie aus sich selbst eine Sehnsucht. Das ist die Zugabe, und deshalb heißt Bchina Dalet „Ausgeströmtes Wesen" oder „Geschöpf". Denn der Wille zu empfangen selbst ist vom Maazil, wie wir sogar in dieser Welt sagen. Wenn ich einfach einen Willen zu empfangen habe, nach dem ich lebe, dann kommt mir der von der Natur. Von Elokim, in Gematria „Natur" (Teva).
Wenn bei mir ein Wille zu empfangen anfängt zu entstehen, der nicht von selbst kommt, nicht aus der Umgebung, sondern den ich selbst aus allerlei Dingen erwecke, die so nicht in meinem Verfügungsbereich sind – durch das Licht (siehe Zeichnung) erwecke ich in mir das Verlangen. Dann heißt dieses Verlangen, das ich durch das Licht erwecke, meine eigene „Sehnsucht". Und diese Sehnsucht wird „Geschöpf" genannt. Und bis zu dieser Sehnsucht bin ich nicht… ich bin nicht da. Da ist etwas, das vom Licht bewegt wird, und es hat darin keinerlei Selbständigkeit.
Von hier, von diesem Zustand der Entwicklung in den vier Bchinot de Or Yashar, können wir alle Gesetze der Wirklichkeit ableiten. Wirklich alle Gesetze. In unserer Arbeit, in unserem Verhältnis zueinander, zum Schöpfer. Was der Punkt im Herzen ist, was das tierische Verlangen ist, die Entwicklung in vier Stufen. Er sagt, dass dieser Name, Yud-Hej-Waw-Hej, alles einschließt. Ja.
Frage: Viktor aus Pardessia fragt uns: Wie schaffen es die Kelim, sich zu entwickeln, bevor es Zimzum und Massach gibt?
Rav: Was heißt „bevor"? Wer bringt das Kli zu Zimzum und Massach? Die Entwicklung. Massach und Zimzum und alle übrigen Verkettungen sind eine Folge der Entwicklung des Kli im Licht, das auf es wirkt. Also wie redet er… Was, was ist die Ursache der Veränderungen? Die Entwicklung des Kli. Das Licht gibt, das Licht ist immer das Erste (Zeichnung). Das ist Nummer eins, da gibt es nichts zu reden, das ist klar. Der Wille zu empfangen ist Nummer zwei. Und mehr gibt es nicht.
Das Licht entwickelt den Willen zu empfangen zu Nummer drei, sagen wir. Dass er anfängt, sich selbst zu empfinden, ein Erwachen von sich aus. Aus diesem Erwachen heraus fängt er schon an, sich in das einzumischen, was das Licht an ihm bewirkt. Wie ein Säugling, ein kleines Kind. Was man ihm sagt, macht es alles und führt es aus, und es gibt kein Problem. Plötzlich fängt es an, seinen Charakter zu zeigen. Ich will es so, Mama, nicht genau so, und nicht so, sondern so. Es fängt an, seinen Charakter zu zeigen.
Also das Licht, das danach auf ihn wirkt (Zeichnung), das Licht, das auf Nummer drei wirkt, der schon selbständig ist – da kann nicht mehr das Licht allein wirken. Hier gibt es schon zwei Herrschaftsbereiche: das Licht und dieses Erwachen, sein eigenes Erwachen. Und das sind die zwei Herrschaftsbereiche. Zwei Herrschaftsbereiche. Da ist nichts zu machen. Und dann fängt im Zusammenstoß zwischen ihnen hier (Zeichnung) danach Zimzum Alef an, wie er sagt. Und danach der Massach. Und all diese Handlungen, bis das Kli in diesem Erwachen festlegt, dass es sein will in… Was entscheidet es hier? Dass es die Gleichheit will. Es will zur Gleichheit kommen.
Es fängt schon an festzulegen, das Kli fängt an, dem Licht immer mehr voranzugehen, bis es nach dem Zerbrechen vom Licht nimmt… Es bringt sich selbst zu den 5 (Zeichnung) Welten. Nach den Welten hast du das Zerbrechen. Durch das Zerbrechen hast du die Kraft des Lichts im Kli. Das ist es, was… das ist es, was das Kli eigentlich durch das Zerbrechen empfängt. Die Kräfte des Lichts dringen in das Kli ein, und dann fängt das Kli nach dem Zerbrechen an, diese Kraft des Lichts zu benutzen, die in ihm ist, in allen Reshimot. Und es fängt an, aus sich selbst eine Korrektur zu machen, eine Korrektur in Gleichheit mit dem Geben, mit dem Gebenden.
Wir sehen, dass das Kli jedes Mal mehr und mehr Reshimot, Eindrücke, Kräfte und Handlungen auf sich nimmt, bis es darin dem Schöpfer gleich wird. Das heißt: Wie das Licht hier (Zeichnung), so wird das Kli als Folge der Korrektur, der Endkorrektur. Sie sind einander wirklich gleich. Aber außer Licht und Kli gibt es nichts. Nur immer das Kli – soweit es vom Licht Unterscheidungen, Eigenschaften, Kräfte nimmt und sie benutzt. Das gibt der Schöpfer. Du willst – bitte. Sehnsucht – bitte. Zimzum – bitte. Alles – bitte. Ja.
Frage: Er schreibt hier „das Verschwinden des Willens zu empfangen aus dieser Bchina Dalet". Was heißt das? Dass der Wille zu empfangen verschwunden ist aus…
Rav: Er wird das erklären. Der Wille zu empfangen selbst verschwindet nicht, sondern wir reden nur so. Dass das Kli den Vorzug bekommt – dort die „Scham" (Busha), wie man das nennt. Das ist es. Dass das Kli den Vorzug bekommt, in der Gleichheit der Form zu sein. Sein Verlangen erhebt sich, wird feiner. Und dann unterwirft sich der Wille zu empfangen darin und wird nicht empfunden. Das haben wir – wenn, wenn wir nicht genug gelesen haben, dann wird er sicher noch mehr darüber sprechen. Bitte.
„Hitpashtut Alef ist die Fülle des Or Chochma, und Hitpashtut Bet ist die Fülle des Or Chassadim.
Die beiden Verstärkungen werden als weiblich angesehen, da sie ein Erwachen des Geschöpfes sind und die Verstärkung des Willens durch die eigene Kraft.
Die Erste Verstärkung (Hitgabrut Alef) ist das Erwachen des Willens zu geben im Geschöpf. Sie wird zur Wurzel für das Or Chassadim. Und die Zweite Verstärkung (Hitgabrut Bet) ist das Erwachen des Willens zu empfangen im Geschöpf, welches zum Empfangsgefäß des Parzuf wird. Es wird auch immer als Bchina Dalet bezeichnet.
Bchina Dalet nennt man auch „Mittelpunkt“ in Ejn Sof. Darauf verweist Rav: „zog sich in seinem Mittelpunkt zusammen“.
Er heißt so, da er ein Empfangsgefäß für das Or Ejn Sof ist, welches unermesslich und grenzenlos ist.
Er ist wie ein Punkt im Inneren und in der Mitte jenes Lichtes – und das Licht umkreist ihn und haftet sich an ihn an und umgibt ihn ohne alles Maß. Nur so kann er das Höhere Licht unendlich und ohne Maß festhalten. Nach dem Zimzum und unterhalb, also in den unteren Geschöpfen, befinden sich in den Empfangsgefäßen Gefäße, die ihr Licht in ihrer Innerlichkeit (Pnimiut) und im Inneren (Toch) zurückhalten. Das heißt, dass die Mauern der Kelim, welche die vier Bchinot sind, eine Grenze und ein Maß am Licht innerhalb ihrer selbst anbringen – wegen ihrer Awiut.
In Ejn Sof jedenfalls befinden sich Licht und Kli in einfacher Einheit, das heißt Er und Sein Name sind Eins (siehe Punkt 30),"
Das heißt, was haben wir hier, in dieser Malchut, in der zweiten Verstärkung? Dass sie voll mit Licht ist (Zeichnung). Sie versteht, von wem sie das Licht empfängt, da ist die Vollkommenheit. In dem Moment, in dem sie empfindet… Ich rede nicht davon, was ihre Reaktion ist. Denn wir lernen, dass jeder Teil, jede einzelne Bchina, sich in zwei Teile teilt: in den Teil, was sie selbst ist, und schon in den Teil, der sich als Folge des ersten Teils aus ihr entwickelt. In dieser Malchut also, die voll mit Licht ist und sich selbst empfindet, weil sie keinerlei Grenze in der Erfüllung hat, heißt sie „Malchut de Ejn Sof". Und dann sagen wir, dass alle vorangehenden Stufen sie nur stützen und in ihr sind wie solche, die alles rings um Bchina Dalet herum ordnen.
Das heißt, wir können (Zeichnung) diese Kreise so zeichnen, einer im anderen. Dass wir haben: Bchina Shoresh, Alef, Bet, Gimel und Dalet. Und so breiten sie sich einer im anderen aus, diese Kreise. Und Bchina Dalet ist die letzte Bchina in der Entwicklung. Wir haben sie hier so gezeichnet, als wäre sie die kleinste. Aber sie ist eigentlich der größte Wille zu empfangen. Nur zeichnen wir in so einer Zeichnung das, was am wichtigsten ist – denn das Wichtige ist immer innen.
Und dann gibt es hier (Zeichnung) das umgebende Or Ejn Sof, das von Bchina Shoresh her entwickelt. In Bchina Shoresh ist ein Verlangen „Jesh mi Ajn", und aus ihr entwickelte sich dieses Verlangen zu Bchina Alef, zu Bchina Bet, zu Bchina Gimel und zu Bchina Dalet. Aber all diese Verlangen sind noch unbegrenzt. Warum unbegrenzt? Es gibt keine Reaktion von Seiten des Kli auf gar nichts von dem, was das Licht in ihm macht. Das ist wie ein Embryo im Leib seiner Mutter: Er hat gar nichts, alles kommt von Seiten der Natur, von oben. Man erwartet von ihm noch keinerlei Reaktion. Es kann keine Reaktion geben. Und deshalb ist alles im Kreis, in Gleichheit, so wie das Höhere Licht in einer einzigen Gleichheit ist. Warum? Es hat nur ein einziges Ziel: Gutes zu tun. Dazu zu kommen, Gutes zu tun.
Anders Bchina Dalet: Sie fängt an, sich selbst gegenüber dem Licht zu empfinden, und dann erwacht in ihr schon ein Verhältnis zum Licht, das das Verhältnis zwischen ihnen herstellt. Nicht ohne Grenze und ohne jede Richtung, sondern sie sagt: Nein, ich will die Beziehungen mit dir regeln. Du mir und ich dir, aber auf so eine besondere Weise, in der Linie. Nicht einfach so – komm nicht, oder komm zu mir und mach mit mir, was dir gerade einfällt. Ich will mich selbst zeigen, ich will mich angleichen, ich will mich erheben. Ich habe ein Verlangen von mir aus.
Und dann hört ab Bchina Dalet der Kreis auf zu bestehen, der durch die Herrschaft des Lichts über das Verlangen bestand. Dadurch, dass Bchina Dalet sagt, dass sie entscheidet. (Zeichnung) Hier gibt es eine Entscheidung. Also eine Entscheidung von Seiten der Bchina Dalet. Und dann statt Kreis, das heißt, der Kreis verwandelt sich in… in ein Viereck, sagen wir, oder besser gesagt: in eine Linie. In den Kav. Das heißt, damit legt es fest, das Verlangen, dass es etwas sagen will. Und letzten Endes kommt es durch die Linie ebenfalls wieder zum Kreis. Aber dieser Kreis ist schon in der Endkorrektur, wo es sich vollständig korrigiert. Es kehrt wieder zu Ejn Sof zurück, aber ein Ejn Sof schon von Seiten des Geschöpfs, das genau dem Verhältnis des Schöpfers zu ihm gleich ist.
So wie der Schöpfer hier (siehe Zeichnung) ganz und gar in diesen Kreisen geben will, bis zur Malchut der Unendlichkeit (Zeichnung), Malchut de Ejn Sof, so kommt das Geschöpf hier zu demselben Verhältnis gegenüber dem Schöpfer. Also kehrt es ebenfalls zum Kreis gegenüber dem Schöpfer zurück. Und hier sind es Kreise, Kreise, der Schöpfer gegenüber dem Geschöpf. Das ist der Prozess. Das war's.
Jetzt müssen wir noch ein bisschen zur „Tabelle der Fragen und Antworten" gehen. Wir haben hier Verstärkungen, Ausbreitungen. Um diese vier Stufen etwas genauer im Einzelnen zu lernen. Obwohl wir sie schon ziemlich gut gelernt haben, denke ich, dass man da trotzdem noch mehr und mehr investieren muss. Denn in diesen vier Stufen steckt alles, was der Schöpfer dem Geschöpf gibt. Denn von Bchin… vom Zimzum an fängt das Geschöpf an zu reagieren. In Ejn Sof ist alles da, was der Schöpfer geben wollte. Und alles ist, sagen wir, verborgen, oder richtiger: eingeschlossen in den vier Bchinot de Or Yashar. Wer gelernt hat und versucht, alles zu empfinden und zu orten, was in dieser ersten, grundlegenden HaWaYaH ist, der enthüllt dort alles. Und wir lernen es auch so, dass aus dieser HaWaYaH alles Übrige kommt – das ist das Geschöpf, das sich aus dem entwickelt, was es empfangen hat. Das ist, sagen wir, die Verwirklichung.
Bis Minute 00:23:05
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Teil 2 Ab Minute 00:23:09
Gibt es etwas aus dem Internet? Prima. Ja.
Frage: Wir haben hier vorhin gelesen, dass gerade dann, wenn das Or Chassadim das Kli füllt, ein Verlangen nach Selbständigkeit erwacht. Das ist etwas Erstaunliches und Unklares. Von Bchina Bet und Gimel her füllt es das Or Chassadim, Eigenschaften des Gebens, und plötzlich entsteht ein Verlangen nach Selbständigkeit. Was…
Rav: Nein, in Bchina Bet und Gimel gibt es kein selbständiges Verlangen. Sondern dort ist die Entwicklung noch – sogar in der Reaktion und gewissermaßen im Gegensatz zum Schöpfer, sozusagen, dass sie nicht empfangen will – auch sie ist geplant und kommt von Seiten des Schöpfers. Denn wenn ich will, dass du genießt, muss ich für zwei Dinge sorgen: dass das, was ich gebe, in meinen Augen das Beste ist. Und dass das, was ich gebe, in deinen Augen das Beste ist.
Also kann es nicht sein, dass ich dir das Or Ejn Sof gebe, von dem ich denke, dass es das Beste ist, aber du verstehst davon gar nichts. Und du genießt insgesamt nur davon, dass du sozusagen lebst. Schau, er lebt von irgendetwas. Wie irgendeine Lebenszelle, die lebt. Sie hat irgendeinen Metabolismus, sie hat da irgendetwas, Stoffwechsel, sie lebt. Sie lebt, sie empfindet, sie versteht, sie leidet, sie freut sich. Sie – was? Was heißt „lebendig"? Wo ist diese Abgrenzung des Lebendigen?
Deshalb gibt es einen Lebendigen, das ist der Schöpfer. Und derjenige Teil im Geschöpf, der Ihm in der Stärke der Empfindung, in der Stärke des Daseins ähnlich werden kann, der heißt der Teil des „Lebendigen". Alles Übrige ist tot. Also das Höhere Licht, der Maazil, der Schöpfer – da gehen wir jetzt nicht ins Detail. Er, der ein Geschöpf erschaffen und es entwickeln will, muss für das Verlangen im Geschöpf sorgen. Dass dieses Verlangen Ihn versteht, dass es Ihn aufnimmt, dass es Ihn empfindet. Dass es Sein Freund ist, dass es Sein Partner ist – da ist nichts zu machen. Es ist Ihm gleich. Das, das muss so sein…
Wenn das vorher als Ziel bestimmt wurde, dann sorgt das Licht nicht für sich selbst, es sorgt die ganze Zeit nur für das Verlangen, wie es das entwickeln kann. Und das Verlangen muss auf jeder… auf jeder einzelnen Stufe mehr und mehr – wenn schon nicht dem Schöpfer ähnlich, dann Ihn mehr verstehen, besser sein, aus allerlei Unterscheidungen mehr eingeschlossen sein, um zu verstehen. Seltsame Unterscheidungen, verschiedene und einander entgegengesetzte. Das ist…
Deshalb sehen wir in diesen Stufen Ausbreitung und Entfernung und Annäherung und allerlei sozusagen entgegengesetzte Handlungen. Aber gerade diese entgegengesetzten Handlungen, die es in der ganzen Schöpfung gibt, tragen zum Erreichen des Ziels bei. Die Tatsache, dass man nur dadurch, dass man mit den Füßen in dieser Welt steht – „und seine Füße werden auf dem Ölberg stehen"* –, zu seinem Kopf kommen kann, der im Himmel ist. Anders ist es unmöglich. Deshalb fängt der Entwicklungsprozess des Geschöpfs von dieser Welt an.
Nu, schauen wir mal. (Schüler: Frage 69.) Ah, gehen wir zu einigen Definitionen über. (Schüler: Was ist ein Kreis, was ist …) Nu, nu, nu, los.
Vorleser: Wir gehen über zu Frage 41 auf Seite 33. Die Frage, was ein Igul (Kreis) ist, die Definition des Kreises. Noch einmal, Seite 33, Frage 41.
„41) Igul (Kreis) (Teil 1, Kapitel 1, Or Pnimi 100): Wenn es keine Unterschiede im Oben und Unten zwischen den vier Bchinot des Willens zu empfangen gibt, wird dies als ein Igul (Kreis) betrachtet" – wie wir hier gezeichnet haben, in dieser Zeichnung. Es gibt keine Unterscheidung von oben und unten. Du kannst ihn drehen, so dass dies oben ist (siehe Zeichnung), du kannst all die Kreise so oder so drehen, so dass andere Teile oben und unten sind. Ob hier oder hier oder hier, egal wo, dreh sie – das ist nicht wichtig. Die Unterscheidungen zwischen den Kreisen sind äußerlich und innerlich. Das heißt (Zeichnung), dies ist die Ursache, und das… das ist die Folge daraus. Das ist die einzige Unterscheidung. Das heißt, deshalb haben wir bei den Kreisen keine Zeit, nur Ursache und Verursachtes. 20 brauchen wir vorläufig nicht, die Definition von 20. Weiter. (Vorleser: Wir sind noch nicht fertig.) Ah, bitte.
Vorleser: Wir lesen noch einmal „Igul (Kreis)".
„Igul (Kreis) (Teil 1, Kapitel 1, Or Pnimi 100): Wenn es keine Unterschiede im Oben und Unten zwischen den vier Bchinot des Willens zu empfangen gibt, wird dies als ein Igul betrachtet (wie ein Kreis in unserer körperlichen Welt, in dem man oben und unten nicht mehr unterscheiden kann). Daher werden die vier Bchinot Igulim (Kreise) genannt, einer im anderen, wo eine Differenzierung zwischen oben und unten unmöglich ist."
Er sagt „kugelförmige Kreise". Das ist sozusagen… warum? Er will sagen: in welche Form du sie auch drehst. Mehr als drei Linien, das heißt Breite, Länge und Höhe, können wir uns nicht vorstellen. Denn so sind wir gebaut. Also sagt er: Stell es dir von allen Seiten vor, so gut du nur kannst, alles gleich. Nu. (Schüler: Ausbreitung.) Nu, schnell, schnell. (Schüler: Ausbreitung, 14, auf Seite 31.)
Vorleser: Seite 31, Frage 14.
„14) Was ist Hitpashtut (Ausbreitung)? (Teil 1, Kapitel 1, Or Pnimi 1): Ein Licht, welches aus dem Schöpfer austritt, hin zum Geschöpf, wird Ausbreitung des Lichts genannt." Das heißt, wer legt fest, dass sich das Licht ausgebreitet hat? Das Ausgeströmte Wesen. Dass sich in seinen Kelim das Licht jedes Mal enthüllt, und sich jedes Mal in verschiedenen Formen enthüllt. Es entfernt sich sozusagen vom Maazil, von jener Form des Maazil, und bekommt mehr und mehr Formen, die dem Ausgeströmten Wesen ähnlich sind – das nennt man, dass sich das Licht im Ausgeströmten Wesen „ausbreitet". Das ist nicht so, wie wenn wir Milch in ein Glas gießen und die Milch das Glas füllt. In der Spiritualität gibt es so etwas nicht. In der Spiritualität, wenn Licht in das Kli eintritt – es tritt nicht in das Kli ein. Das Kli verändert sich selbst und enthüllt das Licht. Das Licht ist auch vorher da, nur wird es nicht empfunden. Und das Kli fängt an, es mehr und mehr und mehr zu empfinden. Und dann enthüllt es das Licht, das in ihm ist, mehr und mehr und mehr. Das Kli macht eine Handlung und enthüllt das Licht. Und die Enthüllung…
Wisst ihr was, wie… ihr… heute gibt es so etwas schon nicht mehr, wie man früher Fotos gemacht hat. Dass auf dem Papier, das man da hineingelegt hat, in irgendeine chemische Flüssigkeit, nach und nach immer deutlicher ein Bild hervortritt. Also das nennt man „Ausbreitung". Dass nach und nach das herauskommt, was… das, was nicht enthüllt ist, zur Enthüllung. Wer macht das? Das Kli, das sich verändert, enthüllt das Licht, das in ihm ist.
Wenn das Licht auf das Kli wirkt, sprechen wir vom Kli gewöhnlich in weiblicher Form. Wenn das Kli das Licht enthüllt, spricht man vom Kli von der männlichen Seite her. Das heißt: wer hier sozusagen der Bestimmende ist. Wer in der Entwicklung herrscht, so ist das. Also könnt ihr sehen, dass man sich auf das Kli sowohl als männlich als auch als weiblich bezieht. Malchut. Sie. Warum? Gerade sie verändert alles und macht alles. Aber wenn man über die Malchut spricht, spricht man gewöhnlich in weiblicher Form, und so weiter. Da gibt es einen Unterschied, damit man nicht durcheinanderkommt.
Aber Licht, das sich ausbreitet… Licht breitet sich nicht aus, es ist in absoluter Ruhe. Das Kli enthüllt es. Also die Enthüllung des Lichts, plötzlich mehr und mehr und mehr, heißt… Ihr wisst, es gibt so eine Form… eine Reihe von Lampen, die eine nach der anderen aufleuchten. Also geht das Licht durch… geht der Strom durch sie hindurch, und sie leuchten auf? Nein. Jede einzelne enthüllt den Strom, der in ihr ist. Klar, oder nicht so ganz? (Vorleser: Das steht hier geschrieben.) Ah, es steht geschrieben? (Vorleser: Ja.) Dann bitte.
Vorleser: Wir lesen noch einmal „Was ist Hitpashtut (Ausbreitung)?".
„14) Hitpashtut (Ausbreitung) (Teil 1, Kapitel 1, Or Pnimi 1): Ein Licht, welches aus dem Schöpfer austritt, hin zum Geschöpf, wird Ausbreitung des Lichts genannt. In Wahrheit wird das Höhere Licht davon in keinerlei Weise beeinträchtigt. Beispielsweise, wenn man eine Kerze mit dem Licht einer anderen anzündet, verliert erstere nichts von ihrer Leuchtkraft. Der Name zeigt nur das Empfangen des Geschöpfes an." Warum ist das wichtig? Um zu verstehen, dass alles von den Kelim abhängt. Und nicht vom Licht zu erwarten, dass es irgendeine Handlung macht. Es ist in absoluter Ruhe. Weiter. (Schüler: 69.)
Vorleser: Wir gehen über zu Frage 69. Die Frage ist auf Seite 30, die Antwort auf Seite 35. Noch einmal, Seite 30, Frage 69.
„69) Was sind die vier Unterscheidungen (Bchinot) im Willen zu empfangen?"
Vorleser: Die Antwort auf Seite 35.
„69) Am Anfang breitet sich das Licht vom Schöpfer als Or Chochma aus, und dies ist die allgemeine Lebenskraft, die dem Geschöpf, dem ausgeströmten Wesen, zugehörig ist. In ihm gibt es Bchina Alef im Willen zu empfangen, und dies wird Hitpashtut Alef – Erste Ausbreitung oder Bchina Alef genannt. Danach vergrößert sich der Wille zu empfangen in diesem Licht, welches wiederum das Or Chassadim vom Schöpfer heranzieht. Dies nennt man Bchina Bet oder Hitgabrut Alef – Erste Verstärkung. Danach vollzieht das Or Chassadim eine große Ausbreitung, und zwar mit dem Leuchten von Chochma. Dies wird Hitpashtut Bet – Zweite Ausbreitung oder Bchina Gimel genannt. Danach vergröbert sich der Wille zu empfangen, der im Licht der Ersten Ausbreitung eingekleidet ist, und vervollständigt das Ausmaß des Willens zu empfangen, genannt Hitgabrut Bet – Zweite Verstärkung oder Bchina Dalet. (Or Pnimi, 1. Teil, 2. Kap., Punkt 50)"
Ja. Was?
Frage: Sie haben vorhin von der Ausbreitung gesprochen… vom Verhältnis männlich und weiblich. Dass das Kli sowohl männlich als auch weiblich sein kann. Können Sie das bitte wiederholen?
Rav: Nein, hier… ich will euch nicht durcheinanderbringen. Die erste Ausbreitung kommt von Seiten des Maazil, auf direkte Weise. Das heißt (Zeichnung) „Bchina Alef". Die erste Verstärkung – da haben wir Bchina Bet. Die zweite Ausbreitung haben wir von Seiten des… sozusagen von Seiten des Geschöpfs, das ist Bchina Gimel. Und die zweite Verstärkung haben wir von Seiten des Geschöpfs, das setzt Bchina Dalet. So sind es zwei Ausbreitungen und zwei Verstärkungen.
Wenn die erste Ausbreitung Yud ist, weil in ihr das Licht noch vollständig herrscht, dann ist die zweite Ausbreitung schon sozusagen ein verlängertes Yud, das wie ein Waw ist. Wenn die erste Verstärkung Hej ist, dann nennen wir die zweite Verstärkung vorläufig ebenfalls „Hej". Denn in den vier Bchinot de Or Yashar führen wir noch keinerlei Handlungen von Seiten des Geschöpfs aus. Das ist noch vor dem Zimzum und der ersten HaWaYaH. Das ist das Geben des Lichts an das Verlangen, um das Verlangen bis zu seinem ersten Punkt der Selbständigkeit aufzubauen, der macht… der Scham empfindet. Wo er hier (Zeichnung) schon Scham und Zimzum hat. Ja, nu, mach weiter.
Frage: Ich verstehe es immer noch nicht. Vorhin haben Sie gesagt, dass Ausbreitung wie männlich ist. Ich versuche einfach, das zu verstehen.
Rav: Das ist etwas anderes. Die Ausbreitung ist wie männlich – ich habe gesagt: Wenn die Ausbreitung durch das Kli verursacht wird, sagen wir dazu… benennen wir das Kli im männlichen Geschlecht. Und wenn das Kli darin ist, dass das Licht an ihm arbeitet, sprechen wir vom Kli manchmal im weiblichen Geschlecht. Ein Kli kann grammatisch weiblich sein („kli gdola") und männlich („kli gadol"). Du kannst das auch in den Texten sehen. So etwas kommt dabei heraus, aber das gehört nicht zu Ausbreitung und Verstärkung. Du fasst das… was ich gesagt habe, an der falschen Stelle auf, das habe ich damit nicht gemeint. Verstehst du das oder nicht? Nein? Dann lass es. Ja.
Frage: Was ist das für ein Licht …, das in absoluter Ruhe ist und sich auch ausbreitet?
Rav: Ich habe gerade Beispiele gegeben, mit den Lampen, die aufleuchten, mit all den Dingen, dass sich das Licht nicht ausbreitet. Das Kli enthüllt es. Das Kli wird durch das Licht enthüllt. Das Kli empfängt entweder das Licht, oder es will nicht empfangen, oder so, oder so. Das Kli verändert sich. Und dadurch, dass sich das Kli verändert, enthüllen seine Veränderungen die Lichter jedes Mal auf verschiedene Weise. Licht an sich gibt es nicht. Sondern „Licht" nennt man das Beeindrucktsein des Kli von etwas. Ja.
Frage: Wir haben eine gemeinsame Frage aus Pardessia und von Israel Adi. Sie fragen: Warum ist es üblich, Kuf (ק) zu schreiben und nicht Hej (ה)?
Rav: Das ist, um diesen Namen nicht auf eine… sozusagen geringschätzige Weise zu benutzen. Denn das ist das Verhältnis des Schöpfers zum Geschöpf. In Wahrheit, dass wir diese Namen schreiben – daran ist gar nichts. Einmal habe ich das gesehen, und nicht nur einmal habe ich das gesehen, sogar an Kirchen in Europa. Es gibt solche Kirchen, wo du stehst… nu, einfach davor. Du kommst auf irgendeinen Platz, schaust auf… ich weiß nicht mehr, an wie vielen Orten, und du siehst plötzlich entweder einen Davidstern oder dort Yud-Hej-Waw-Hej. Ich habe das an vielen Orten so gesehen, in Europa. Nach drinnen gehe ich nicht, aber sogar von außen kannst du es erkennen.
Was ist die Sache? Weil das das Verhältnis des Schöpfers zum Geschöpf ist, Yud-Hej-Waw-Hej. Das heißt, das ist in der ganzen Welt so anerkannt, dass das das Verhältnis des Schöpfers zum Geschöpf ist. Vor den Geschöpfen, vor allem. So wirkt das Licht auf uns. Und weil die Kabbalisten dem viel Kraft zuschreiben und viel Stärke und Größe und… das ist das Verhältnis des Schöpfers zum Geschöpf, was – dafür gibt es wirklich keine Worte. Deshalb wollen sie diesen Namen nicht, nicht sozusagen geringschätzig benutzen. Weil man ihn nicht versteht und ihn nach und nach enthüllt. Erst in der Endkorrektur wird das enthüllt, diese ganze HaWaYaH. Und deshalb ist es üblich, ihn nicht wirklich zu benutzen, sondern nur in solchen Formen, die du veränderst, sozusagen als Andeutung auf ihn.
Und auch wir machen es so. Obwohl du, wenn du zum Zweck des Lernens Yud-Hej-Waw-Hej schreibst und anfängst, ihn in Gematrien zu benutzen oder in allerlei Dingen, dann benutzt du ihn in Siddurim – wir benutzen ihn. Aber der Name, der in uns das Verhältnis des Schöpfers zum Geschöpf erweckt, der erweckt in uns Ehrfurcht und Größe. Weiter.
Frage: Wenn Ausbreitung die Enthüllung des Lichts von Seiten des Kli ist, was heißt dann Ausbreitung von Seiten des Maazil? Wann ist Ausbreitung … von Seiten des Maazil?
Rav: Das ist Ausbreitung von Seiten des Maazil. Denn das ist das Licht, das ausströmt. Es (siehe Zeichnung) baut die Kelim. (Schüler: Aber das Kli enthüllt doch immer.) Hier enthüllt sich das Licht noch nicht von Seiten des Kli, sondern von Seiten des Lichts. Denn das Kli macht noch keinerlei willentliche Handlung von sich aus. Gibt es nicht. Bchina Alef weiß nicht, was sie ist, was sie macht. Und Bchina Bet und Bchina Gimel und Bchina Dalet. Das ist noch Entwicklung, aber eine unbewusste Entwicklung. Wir haben diesen Unterricht abgeschlossen. Bitte.
(Ende des Unterrichts)
* „Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen"