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Kongress in der Arava, Januar 2013 „Flamme in der Wüste"
„Unterwerfung / Annullierung"
Unterricht 4
Transkript des Unterrichts vom 17.01.2013
Vorleser: Freunde, wir sind in der Vorbereitung auf den Unterricht und klären die Fragen: Was fehlt jetzt zwischen uns, damit der Schöpfer sich enthüllt? Welche Art von Verbindung fehlt zwischen uns? Welche Handlungen, welche Bewegungen? Lasst uns fordern und klären. Was fehlt jetzt zwischen uns, damit der Schöpfer sich enthüllt, welche Art von Verbindung fehlt zwischen uns, welche Handlungen, welche Bewegungen? Lasst uns fordern und klären. Wenn einer der Freunde etwas zur Klärung der Fragen beitragen möchte – es gibt ein laufendes Mikrofon, er kann sich melden und ans Mikrofon kommen. Noch einmal: Was fehlt jetzt zwischen uns, damit der Schöpfer sich enthüllt, welche Art von Verbindung fehlt zwischen uns, welche Handlungen, welche Bewegungen? Lasst uns fordern und klären. Wenn jemand etwas zur Klärung der Fragen beitragen möchte, ist er eingeladen.
Schüler: Freunde, als wir durch die Wüste gegangen sind, hat diese Frage mein Gehirn zermartert, und ich habe sie immer wieder gewälzt. Und als wir die Kreise gemacht haben, habe ich gespürt, wie sich zwischen uns ein Netz der Verbindung aufspannt, durch das man die Antworten bekommen kann. Und am stärksten kam in mir die Frage hoch: „Können wir überhaupt etwas für uns selbst fordern?" Ich fühle, dass die Forderung für uns selbst schon hinter uns liegt. „Können wir überhaupt etwas für uns selbst fordern?"
Rav: Das ist eine sehr schöne Frage, denn wir sagen: Die erste Stufe, in die wir eintreten, ist die Stufe des Ibur (der Empfängnis). „Ibur" heißt, dass von mir nichts mehr da ist; und nachdem nichts mehr da ist, trete ich in den Ibur ein. Deshalb bringen uns all die Fragen, die jetzt in uns erwachen, genau zu diesem Punkt, zum Ibur. Wir hatten noch nie einen solchen Kongress, bei dem sich alle in einem Gedanken sammeln, bei dem jeder gegen seine inneren Störungen arbeitet, um sich zu annullieren, um im selben Gedanken zu sein. Es gibt einen großen Druck von innen, es gibt Druck von unseren Freunden überall auf der Welt, von der Frauengruppe.
Wir fühlen uns wirklich zum ersten Mal als „eine einzige Vereinigung", die gerade an der Verbindung und an der Einheit arbeitet, und das kommt schon aus dem Herzen und nicht aus äußeren Worten. Damit müssen wir weitermachen. Der Punkt der Annullierung ist der erste Punkt des Ibur, der Anfang der spirituellen Stufe. Es ist schwer, von außen sieht man es nicht, aber diese Unterwerfung ist etwas Notwendiges. Wem gegenüber müssen wir uns annullieren?
Lies du.
Vorleser: Ja, nur bevor wir anfangen: Es gibt eine Bitte von den Frauen, die wir gerade bekommen haben. Sie schreiben uns Folgendes: „Wir fordern eine ernsthafte Einstellung zum Ziel, dass kein einziges Wort gewechselt wird, das nicht mit der Sehnsucht nach dem Schöpfer zusammenhängt. Wir alle stehen gemeinsam hinter euch."
Der erste Abschnitt, den wir lesen, ist aus den Schriften von Rabash, Band 1, „Gemäß dem, was zum Thema ‚Und du sollst deinen Nächsten lieben' erklärt wurde"
Die Annullierung seines Selbst
1) „Der Rat dazu, wie der Mensch seine Kraft in seinem Grundsatz „Liebe deinen Nächsten“ vergrößern kann, ist die Liebe zu Freunden. Wenn jeder in seinen Freund eingeschlossen ist und sich vor ihm annulliert, entsteht ein einziger Block, in dem sich alle kleinen Teile, die die Liebe zum Nächsten wollen, zu einer Gesamtkraft verbinden, die aus vielen Teilen zusammengesetzt ist. Verfügt er über eine große Kraft, so kann er die Liebe zum Nächsten verwirklichen.
Dann kann er zur Liebe zum Schöpfer gelangen. Das gilt jedoch unter der Bedingung, dass jeder sich vor dem anderen annulliert. Ist er dagegen von seinem Freund getrennt, kann er von seinem Freund den Anteil, den er empfangen soll, nicht empfangen. Vielmehr muss jeder sagen, dass er gegenüber seinem Freund eine Null ist."
Rav: … darüber, und wir haben viele Male gelernt, was „Ibur" heißt: Die Gruppe wird „Mutterleib" genannt, und um in die Gruppe eingeschlossen zu werden, müssen wir uns annullieren. Die Unterwerfung ist der erste Schritt. Und danach ist das, was der Mensch aufzubauen hat, das Ego, das sich verstärkt und ihn aus dem Mutterleib hinausstößt – und er schließt sich noch mehr ein. Und dann geht das, was er überwunden hat, um sich wieder der Gruppe, dem Mutterleib, anzuschließen, schon in sein Fleisch über. Und so wächst er. Danach will sein Ego ihn wieder vom Mutterleib trennen, von der Gruppe, und er schließt sich trotzdem mit Kraft in die Gruppe ein, durch die Annullierung seiner selbst. Und dann geht genau die Dicke, die ihn hinausgestoßen hat, nach innen, und er wächst wieder. So wächst der spirituelle Embryo: Das Ego, das ihn hinausstößt, geht nach innen und wird zur Awiut (Dicke) unter dem Massach. Und so wachsen wir.
Jetzt sind wir auf der ersten Stufe, und wir müssen diesen Ibur zu Ende bringen. Die Größe der Gruppe, die Größe des Schöpfers, und die Annullierung eines jeden Einzelnen dem gegenüber – trotz der Verzweiflung, trotz der Störungen. Denn Störungen und Verzweiflung kommen gerade dazu, dass wir uns über sie hinweg gemeinsam anhaften können. Das heißt: gemeinsam in der Gruppe auf dasselbe Ziel hin, das Schöpfer heißt, drinnen, in ihr – bis wir diese erste Struktur fertigstellen. Das ist zwar nur ein Tropfen, aber in diesem Tropfen sind auch schon ganze Prozesse enthalten; später entwickeln sie sich nur noch. In ihm drinnen ist die ganze spirituelle Wirklichkeit.
Deshalb kommt der Mensch nicht auf einmal zu diesem hohen, erhabenen Siwug, wie es dort geschrieben steht, sondern er macht eine Haaraa (den Anfang einer Vereinigung). Lass es uns lesen. Und so tritt er jedes Mal mit Kraft in die Verbindung ein, bis er dorthin kommt.
Findest du es, oder ich? Nu.
Schüler: Das ist im Brief 19 von Baal HaSulam.
„Doch im Geheimnis des Zerbrechens der Gefäße wurden alle Buchstaben auf die physischen Verhaltensweisen und Schöpfungen übertragen. Wenn der Mensch sich vervollkommnet und seine Wurzel erreicht, ist er gezwungen, diese Buchstaben selbst zu sammeln, eine nach der anderen, und sie zu ihrem Ursprung in die Heiligkeit zurückzubringen.," Diese Kräfte, die wir jedes Mal spüren, jeder Einzelne und wir alle zusammen – sie sind dazu da, dass wir sie an diese Wurzel anhaften können. Sie kommen absichtlich so aus der Struktur: Der Bruch enthüllt sich. „Dies ist das Geheimnis „er neigt sich selbst und die ganze Welt zur Seite des Verdienstes.“" Alles, was jetzt mit ihm geschieht, geschieht einzig und allein dazu, dass er die Anhaftung vollendet. „Und das Thema „die Vereinigung von dem Schöpfer und seiner Schechina“, die der Mensch durch das Erfüllen seines Maßes in Sehnsucht und Verlangen bewirkt," Der Mensch sehnt sich danach, sich an die Gruppe anzuhaften, und will in ihr den Schöpfer enthüllen. Die Gruppe heißt „Schechina", und der Schöpfer heißt „der Heilige, gesegnet sei Er". Das heißt, er heiligt diese Eigenschaft des Gebens, deshalb heißt es „der Heilige, gesegnet sei Er". Wenn er sich so zur Eigenschaft des Gebens verhält, dann ist sie für ihn das Heilige, und mit allen Anstrengungen will er in die Gruppe eingeschlossen werden, um dort den Schöpfer zu enthüllen. „ist genau wie die untere Vereinigung, die bei der Geburt eines physischen Körpers gilt, die auch notwendigerweise aus einem vorherigen Grund, das heißt der Erregung, resultiert. Das bedeutet, ein gewisses Maß an Sehnsucht und Verlangen, das in der physischen Sprache als „Erregung“ bezeichnet wird. Dann wird auch sein Same gesegnet sein, denn er wird wie ein Pfeil geschossen, in „Seele“, „Jahr“ und „Welt“. Das ist das Geheimnis, wie die Umkehr aussieht: zur gleichen Zeit, am gleichen Ort und mit derselben Frau." Er enthüllt genau, wo und in welcher Form die Enthüllung sein muss. Wodurch? Gerade durch die Störungen aus allen möglichen Richtungen, auf alle möglichen Arten. Er fängt an, den Punkt der Verbindung zu enthüllen, den Punkt des Siwug – er ist in der Gruppe zusammen mit dem Schöpfer, und alle drei enthüllen sich zusammen. „Denn das untere Hej umfasst Seele, Jahr und Welt." Das ist das Verlangen des Menschen.
„„Seele“ ist das Maß an Sehnsucht und Verlangen." Wie sehr er sich, trotz der Störungen, die ihn blockieren, danach sehnt, zur Verbindung zu kommen. „‚„Jahr“ ist die Zeitspanne der Begegnungen, denn eine vollständige Verbindung hat das vollständige Maß, die „Krone zu ihrem ursprünglichen Zustand“ zurückzubringen, das heißt, wie die Verbindung in ihrer Wurzel war, bevor sie in die physische Welt kamen. Man muss auch die Störungen zählen und ebenso die Überwindungen über sie. Sie müssen zu einem vollständigen Maß der beiden entgegengesetzten Kräfte kommen, die zur Anhaftung, zur Verbindung führen. „Doch der Mensch ist nicht sofort bereit für die hohe Verbindung, die als vollständige Verbindung bezeichnet wird." Dorthin sehnen wir uns zu kommen. „Sondern „nur Güte und Gnade werden mir folgen“, wie oben erwähnt." Der Mensch muss glauben, dass nur das Gute und die höhere Gnade ihn vorwärtsführen. Auch wenn er viel Verzweiflung enthüllt, viele Störungen, viele Verwirrungen, Müdigkeit – all das kommt … Nichts existiert in der Wirklichkeit außer eben dieser Kraft des Schöpfers, die uns genau darauf ausrichtet, zur Anhaftung zu kommen, und die uns unterwegs Störungen macht – so wie wir Kinder unterrichten, denen man ein bisschen Störungen macht, damit sie sich überwinden, lernen und wissen. „Daher beginnt er die Begegnung im Sinne des gesagten: „Der Gerechte leidet“, dass der Schöpfer seine Anhaftung nicht will," Sozusagen will Er seine Anhaftung nicht. Das ist eine Art Flirt, ein Spiel: Er stößt ihn zurück, damit der Mensch ein ausreichendes Verlangen entwickelt. Wenn man ihn zurückstößt und der Mensch die Zurückweisung akzeptiert und geht – dann geht er. Wenn er aber trotzdem sieht, dass nichts zu machen ist, dass er im Leben nichts mehr hat – und das klärt er gerade durch diese Zurückweisungen: Er verzweifelt und kommt zurück, verzweifelt und kommt zurück, ist müde und kommt zurück. Und dann, im letzten Moment, wenn er sieht, dass es keine Chance gibt – in diesem letzten Moment, mit der letzten Kraft. Wann weiß der Mensch, dass es die letzte Kraft ist? Das weiß er nicht, aber dann öffnet es sich, gemäß dem System von Lichtern und Gefäßen. Wenn er schon so weit ist und alle Stufen der Awiut genutzt hat, die er überwinden musste, dann enthüllt es sich. „und deshalb schmeckt er in der Sehnsucht und dem Verlangen nicht die Liebe, die für „diese Sache“ und „diesen Ort“ notwendig ist." Er fühlt nicht, dass es aus der Liebe des Schöpfers zu ihm kommt, denn der Schöpfer stößt ihn zurück. Es scheint ihm, dass es daher kommt, dass der Schöpfer ihn sozusagen geringschätzt, ihn nicht will. Also: „Er will nicht, dann gehe ich eben auch." Solche Gedanken legt der Schöpfer in den Menschen hinein. „Er befindet sich im Zustand des Leidens, worüber geschrieben steht: „Leiden verwandeln sich künftig in Genuss.“" Das heißt: In dem Maße, wie er dieses Leid schmeckt – in der Zurückweisung, in der Verzweiflung, in der Austrocknung, in allem –, verwandeln sich danach all diese Empfindungen in die Süße der Verbindung.
„Aber „was der Verstand nicht tut, tut die Zeit“," Das ist eine sehr große Regel: „Pruta und Pruta summieren sich zu einer großen Rechnung."[^1] Hier hilft kein Verstand, keine Spitzfindigkeiten, keine Klugheit – gar nichts. Sondern nur große Verzweiflung und trotzdem Beharrlichkeit, trotzdem nicht außerhalb des Prozesses bleiben. Immer wieder in ihn eintreten.
„denn der Schöpfer zählt alle seine Begegnungen und fügt sie zu dem vollständigen Maß zusammen, das im Maß der Erregung am vorgesehenen Tag liegt." Das heißt: all die Verzweiflungen, all die Zurückweisungen, die Gedanken, die in jedem Moment durch den Menschen gehen – wenn er sich irgendwie bemüht, sie zu überwinden, kommt er danach voran. Und hier liegt das Problem: wie bewusst wir sind, wie empfindsam wir in jedem einzelnen Moment dafür sind, dass eine Trennung von der Absicht geschieht, vom Punkt der Verbindung, und dass wir wieder zu ihr zurückkommen. Dann bringen uns diese Eintritte und Austritte zum Ende der Vorbereitung und zur Enthüllung des Schöpfers.
„Das ist die Absicht des Dichters: „„Erwecke und blase das Shofar (Horn), um alle Übeltäter zu vernichten!“ Denn „Tkija“(das Blasen des Shofar) ist das Ende der Verbindung, worüber gesagt wird: „Einführung in den Ort des Vereinigung“, was das Geheimnis der Verbindung von dem Schöpfer und seiner Shechina von oben nach unten ist, bevor die Seele in die Reinkarnationen dieser Welt eingekleidet wurde. Und später, in der Zeit der Vorbereitung des Menschen, um zu seiner Wurzel zurückzukehren. Dann bewirkt er nicht sofort eine vollständige Verbindung, sondern beginnt die Begegnungen, was das Geheimnis ist: der Grad der Seele, im Geheimnis von der Seite der Ofanim (Räder), die mit all ihrer Kraft in Zittern und Angst der heiligen Shechina folgen," Das heißt: Wir bemühen uns die ganze Zeit, ohne Unterbrechung, so viel wie möglich, in jeder Sekunde – jeder Einzelne und wir alle zusammen –, einander zu helfen und in dieser gemeinsamen gegenseitigen Bürgschaft zwischen uns zu sein, damit keiner länger als eine Sekunde im Gefühl der Trennung wegläuft, sondern sofort zurückkehren kann. Dass eine solche Atmosphäre in der Gruppe entsteht und dass diese Atmosphäre alle behütet. Und dann reichen diese Überwindungen, wir werden es tun, und es wird mit der Enthüllung enden.
„…bis sie sich ständig um diese Achse drehen, Tag und Nacht, und niemals schweigen, wie es in den Büchern steht, im Geheimnis der Ofanim. Und solange sich seine Seele im Grad der Seele vervollkommnet, nähert er sich weiter. So vermehren sich seine Sehnsüchte und sein Leid, denn die starke Sehnsucht, die nicht erfüllt wird, hinterlässt großes Leid, gemäß dem Maß seiner Sehnsucht."
Je weiter wir vorankommen und je mehr wir investieren, desto feiner werden die Zurückweisungen, desto detaillierter, auf allerlei kleine, private Arten. Aber gerade sie bringen dem Menschen immer mehr Mangel, immer mehr Sehnsucht, immer mehr Verzweiflung.
Denn so viel, wie ich investiert habe, wie viel ich getan habe, wie viel … – und dagegen kommt eine noch größere Verzweiflung, und der Mensch kann ihr nicht auf rationale Weise, aus dem Verstand, antworten. Das Gefühl sagt: Nein, du hast keine Chance, das ist unmöglich. Und das stimmt wirklich – nicht mit den Kräften des Menschen.
Und wodurch dann trotzdem? Der Schöpfer hört nicht, und von der Gruppe trenne ich mich die ganze Zeit. Und ich selbst habe überhaupt keine Kraft. Von allen Seiten bin ich im Mangel. Was macht man?
Also: Was der Verstand nicht schafft, das schafft die Zeit. Das heißt: die ganze Zeit weitermachen. Mehr gibt es nicht.
Der Schöpfer tut uns einen großen Gefallen, indem Er uns eine leere Welt enthüllt. Wäre die Welt jetzt voller Gelegenheiten und aller möglichen Erfüllungen, würde jeder in der Welt wirklich alles finden, was er will. Wie schwer hätten wir es dann? Könnten wir dann so leicht kommen und uns verbinden und an Verbindung und Geben denken, wenn jeder plötzlich Verlangen nach allen möglichen Begierden und Erfüllungen entdecken und sie auch erreichen könnte?
Wir sind also in einer sehr besonderen Zeit, in der die ganze Welt in Verzweiflung ist, im Niedergang, in Hilflosigkeit, ohne Weg – und wir fühlen, dass wir doch eine Kraft in der Hand haben, dass wir einen Stab in der Hand haben, und mit ihm können wir zum Ziel kommen. Das ist eine große Gnade.
Und in Wahrheit werden wir dafür später bezahlen müssen. Jede einzelne Sache, die der Schöpfer uns unterwegs einstweilen einrichtet – als eine Art Nachlass, Darlehen, Kredit –, geschieht unter der Bedingung „Wendet euch an Mich, und Ich zahle"[^2]. Das heißt, du kannst nehmen – so wie wir in „Der Frieden in der Welt" gelernt haben, der Krämer und sein Notizbuch[^3] –, im Artikel „Der Frieden": Ich kann in den Laden gehen, ich kann nehmen, aber dort ist alles aufgeschrieben, und ich weiß, dass es aufgeschrieben ist, und ich werde später bezahlen müssen. Aber einstweilen kann ich auf meine Rechnung nehmen. Also werden wir später bezahlen müssen.
Dass die Welt in Verzweiflung ist und mein ganzes Leben in Verzweiflung, und dass ich selbst nicht hinter diesem ganzen Durcheinander herrenne, um dort das Leben zu suchen – das sind so gute Bedingungen, die der Schöpfer mir absichtlich macht. Er bringt mich direkt zur Gruppe, gibt alles, sagt: Tu dies und das. Dafür werden wir zurückzahlen müssen – aber später. Einstweilen nutzen wir es. Die Hauptsache ist, zum ersten Punkt der Verbindung zu kommen.
„Das ist das Geheimnis von „Erweckung“ (Trua), und der Dichter lehrt uns und sagt: „Erwecke“, das heißt, du machst Begegnungen in der heiligen Schechina. „Und rufe“, daher bewirkst du großes Leid, das seinesgleichen nicht kennt, im Geheimnis des „Seufzens“, denn wenn der Mensch leidet, was sagt die Shechina usw.?"
Das heißt: wenn der Mensch nicht vorankommen will und unterwegs Leid empfindet – und nicht so, dass … Sowohl in der Zeit des Abstiegs, des Falls, der Verzweiflung, als auch in der Zeit des Aufstiegs fühlt er, dass er trotzdem in Freude ist; er spürt die ganze Zeit den Stab in der Hand. „Den Stab in der Hand" – das heißt gerade in den Abstiegen. In den Aufstiegen ist es in Ordnung. Aber in den Abstiegen fühlt er, dass der Abstieg dazu kommt, dass ich mich über ihn erhebe. Das ist eine noch größere Hilfe als der Aufstieg. Denn wenn ich hier den Abstieg überwinde, die Verzweiflung, die Verwirrung, die Kälte des Herzens – dass ich mich nicht verbinden will, dass ich überhaupt keine Lust habe, dass ich es satthabe, dass ich müde bin –, dann fühlt er, dass das die Gelegenheit ist, sich ein Stück vorwärtszubringen, die Anstrengung zu verdienen.
„denn wenn der Mensch leidet, was sagt die Shechina usw.?," Wenn er über den Weg klagt, wenn er nicht vorankommen will, verzweifelt, aufgibt – dann sinkt genau der Ort, an dem der Schöpfer sich enthüllen soll; die ganze Gruppe sinkt, und das verursacht einen allgemeinen Abstieg.
Jeder muss verstehen: Er hat keine Rechnung mit sich selbst. In der Spiritualität kommen wir als ein einziges Kli. Der Schöpfer bringt uns alle zur Gruppe, zur weltweiten Gruppe mit allen Freunden, die jetzt überall auf der Welt sind – das sind noch Tausende, und die Frauen zusammen mit uns. Die Rechnung ist also: Jeder Einzelne ist verantwortlich, denn in der Spiritualität gibt es kein „teilweise"[^4]. Einer oder alle – dieselbe Wichtigkeit, gleiche Wichtigkeit.
Deshalb muss jeder verstehen: In dem Moment, in dem er verzweifelt und fällt, korrigiert er sich damit nicht. Länger als einen Moment in diesem Zustand zu sein … Einen Moment gibt der Schöpfer. Nach einem Moment muss der Mensch aufwachen und anfangen, sich zu stärken. Wenn nicht, verursacht er der Schechina, also der ganzen Gruppe, einen Abstieg.
„Warum tust du das? Es ist, um „alle Übeltäter zu vernichten“. Denn „die Gerechtigkeit des Gerechten wird ihn nicht retten am Tag seines Vergehens“.'"
Egal wie groß und stark der Mensch war: In dem Moment, in dem Störungen zu ihm kommen, wird er wie ein Anfänger, als wäre er nie im Lernen, in der Arbeit und in der Verbindung mit der Gruppe gewesen. Und die Störungen kommen so wie am ersten Tag, an dem er angekommen ist. Wirklich so.
Nach zehn und zwanzig Jahren in der Arbeit für den Schöpfer ist er schon auf der Leiter der Stufen und kommt voran … Was sagt uns Rabbi Schimon, als er zur letzten Stufe kam, zur letzten Stufe vor der Endkorrektur? Dass er sich wie „Schimon vom Marktplatz" fühlt. Das heißt: als hätte er gar nicht angefangen, als wäre da nichts. Dieselben Fragen.
Das ist einfach interessant, denn der Mensch fällt ja von allen Stufen nach unten, und dann hat er keine Fragen mehr, warum es im System so ist, mit Arich Anpin, mit Seir Anpin, mit Aba we Ima und ISHSuT – all diese Dinge hat er nicht. Er fällt auf eine Stufe, auf der er fragt: Wozu soll ich arbeiten, ich kann nicht, ich … Alles ist ausgelöscht. Im Abstieg ist alles ausgelöscht, als hätte er nie angefangen. Wie viel Anstrengung er auch gegeben hat, wie viel er verdient hat – man verbirgt es vor ihm. Er hat nichts. „Wer bist du?" – als würde man ihn nicht kennen. Und so fühlt sich der Mensch: als würde man ihn nicht kennen, als würde er selbst nichts kennen.
„Und dem, der die Geheimnisse kennt, ist das Maß des Verlangens im Herzen des Menschen nach Seiner Nähe," Das heißt, wir müssen es nach dem System verstehen. Wir kommen auf irgendein Niveau, dann wirkt das Licht auf uns. Wir kommen wieder zu neuen Zehn Sefirot, aber bis wir zu ihnen kommen, wirkt wieder das Licht. Es gibt kein „teilweise". Es kann nicht sein, dass es aus weniger als Zehn Sefirot wirkt, denn dann hat es nicht das ganze Kli von Keter bis Malchut. Es hat nichts, worin es sich enthüllen könnte, denn enthüllt wird die letzte Malchut: der Wille zu empfangen, der alle neun Sefirot in sich aufgenommen hat und jetzt „um zu geben" ist. „das noch unterbrochen werden kann, bekannt." Wenn der Mensch nicht die letzte Anstrengung aufbringt, kann ihm keine Enthüllung geschehen. „Daher vermehrt Er seine Begegnungen, das heißt, die Anfänge der Verbindungen. Wenn der Mensch Seiner Stimme im Geheimnis „der Schöpfer ist dein Schatten“ folgt, wie oben erwähnt, dann fällt und sinkt er nicht wegen der Zunahme des Leids durch die Begegnungen, denn er sieht und hört, dass auch die heilige Shechina wegen der zunehmenden Sehnsüchte in demselben Maß leidet. Dadurch wird er immer stärker, von Mal zu Mal, mit größerer Sehnsucht," Er fängt an, sich mit der Gruppe zu identifizieren, fängt an, Verantwortung dafür zu übernehmen, was er ihr verursacht – dass wirklich alle von ihm abhängen. Und das führt bei ihm im Grunde zu einer Verpflichtung und zu einer Notwendigkeit in der Arbeit.
„Dadurch wird er immer stärker, von Mal zu Mal, mit größerer Sehnsucht, bis er den Punkt seines Herzens vervollkommnet, mit vollkommenem Verlangen, in einer starken Verbindung, die nicht wankt." Wenn auch die Gruppe mit dem allgemeinen Geist auf ihn wirkt – das ist die gegenseitige Bürgschaft zwischen uns. Und wenn er sich außerdem allerlei Stützen schafft: Lernen, Verbreitung, Unterrichten, irgendetwas tut. Das heißt, er bemüht sich, sich so eng wie möglich mit der Atmosphäre zu verbinden, die ihn voranbringt, die ihn erinnert, die ihn die ganze Zeit zieht – dann kommt er schneller voran. Er ist nur kurze Zeit in den Abstiegen, nur einen Moment, nicht länger.
Es ist wie Rabbi Shimon bar Yochai in der Idra sagte: „Ich bin meinem Geliebten, und mein Geliebter sehnt sich nach mir." Dann enthüllt er, dass genau in derselben Form, in der er sich nach dem Schöpfer sehnt, der Schöpfer sich nach ihm sehnt. Anders kann er es nicht enthüllen. Alles enthüllt sich im Kli des Menschen. „Alle Tage, die ich in dieser Welt verbunden war, war ich mit einem Band mit dem Heiligen, gelobt sei Er, verbunden, und deshalb sehnt Er sich jetzt nach mir“. Das bedeutet, „bis derjenige, der die Geheimnisse kennt, bezeugt, dass er nicht mehr zu seiner Torheit zurückkehrt“, und daher verdient er es, auf ewig das Hej zum Waw zurückzubringen. Das heißt, der Abschluss des Beischlafs und das „Einsetzen der Krone in ihren ursprünglichen Zustand“, was das Geheimnis des „großen Shofarschalls“ ist." Dann enthüllt sich der Schöpfer im allgemeinen Kli der Gemeinschaft, der Gruppe.
„Und all dies durch die Kräfte und Vorzüge der Erweckungen (Truot), denn sie haben alle Übeltäter vernichtet und werden nicht mehr zu ihrer Torheit zurückkehren." Das heißt: Der ganze Gewinn kommt durch die Überwindung der Verzweiflung, der Verwirrung, der Frustrationen, aller möglichen Schwächen – und so kommt man voran. Das heißt, wir müssen die Zeit nur beschleunigen. Jeder Einzelne, in der Art von „tick, tack, tick, tack", soll sehr empfindsam sein für all die Veränderungen, die ihn ein bisschen hinauswerfen – und er fängt an zurückzukommen; wieder ein bisschen – und er fängt an zurückzukommen. Diese Arbeit erfordert viel Geduld und Beharrlichkeit, äußere Unterstützung, eine Tagesordnung und die innere Ordnung des Menschen. Aber insgesamt beschleunigen wir nur die Zeiten. Wer sich vom Weg entfernt hat, kann sicher nicht nach zehn Jahren kommen und sagen: „Nu, wie geht's, wo ist das, was mir zusteht?" Das ist klar. Sondern nur, wenn er sich selbst investiert. Jeder Einzelne hat sein eigenes Maß, das Maß, das er durchlaufen muss; und wenn er es abschließt, kommt er zur Enthüllung.
„Dann verdient er die vollständige Erkenntnis, in einer ununterbrochenen Vereinigung, im Geheimnis des „Erkennens“. Und er erkennt, dass all die Schwierigkeiten, die er durch die vielen Jahre erlebt hat, nur zum Erkennen dienten, und das ist das Geheimnis von „in jener Zeit“, das heißt, „bekannt dem, der die Geheimnisse kennt“, dass die Zeiten ihm die oben genannte Kraft verliehen haben, in seiner Gerechtigkeit für die Ewigkeit zu bestehen." Das heißt: Alles, was er durchgemacht hat, ist durchgegangen, um in ihm das Kli aufzubauen. Und in Wahrheit ist es so in der ganzen Welt, bei jedem Einzelnen. Nur wer die Entwicklung beschleunigen will, wer im Verstehen und in der Erkenntnis vorankommen will – wer versteht, was geschieht, fühlt, was geschieht, mit der Höheren Kraft in Gegenseitigkeit ist, in gemeinsamer Arbeit, mit offenen Augen geht und nicht einfach so, wie die Strömung ihn wirft –, der kommt schnell voran. Innerhalb eines Umlaufs kommt er zum Eintritt in die Spiritualität, und dann bleibt er, macht weiter. Wer aber nicht, der muss wieder unsere Arbeit in unserer Welt von vorn anfangen.
Aber auch er kehrt nicht in den früheren Zustand zurück, so wie er den vorigen Umlauf begonnen hat. Er kehrt in einen Umlauf zurück, aber schon in einer anderen Zeit, unter anderen Bedingungen. Das heißt, er kommt weiter voran – aber er kommt in dieser Welt nur unter anderen Bedingungen voran. Wer dagegen zur spirituellen Enthüllung kommt, der setzt die spirituelle Enthüllung schon fort und steigt von Tag zu Tag in den Stufen auf und auf, ohne überhaupt eingekleidet zu sein … oder er muss doch eingekleidet sein, aber das ist ihm schon nicht mehr wichtig, weil er schon weiß, wo er ist: dass die Welt vor ihm die spirituelle Welt ist.
So sind wir den Brief durchgegangen.
Hier schreibt Rabash. Der Eintritt in den Ibur. „Deshalb ist der Beginn des Eintritts in die Arbeit für den Schöpfer die Stufe des Ibur: Der Mensch annulliert sein eigenes Selbst und tritt als Embryo in den Mutterleib ein," … „Er annulliert die Eigenliebe, die „Malchut“ genannt wird und deren ursprüngliches Wesen der Wille zu empfangen ist, um zu empfangen," Seine Malchut heißt so – verdorben, umgekehrt zur wahren Malchut de Kedusha – „und dann tritt er ein …" wenn er das annulliert „in den Aspekt der Gefäße des Gebens, der Aspekt ‚Bina' genannt wird." Auch das ist Malchut, aber so wird es genannt. Wir sind immer nur in Malchut – nur eben in einer Malchut, die zur Stufe von Bina aufsteigt.
Und weiter schreibt Rabash. Dieser Mensch hat wirklich auf unsere Zeit geschaut, er hat für uns hierher geschrieben. Das vollkommene Gebet. „Und wenn sein Herz sich entschieden hat, sich vollständig zu annullieren, dann bittet er den Schöpfer, ihm zu helfen, dies praktisch mit aller Kraft zu verwirklichen. Das bedeutet, dass er auf der Ebene der Gedanken und Wünsche sieht, dass der Körper nicht damit einverstanden ist, seine Wünsche zugunsten des Schöpfers zu annullieren und keinen einzigen Wunsch für sich selbst zu behalten. Dann muss er zum Schöpfer beten, ihm zu helfen, dass er alle seine Wünsche vor Ihm annullieren will und keinen einzigen für sich behält. Dies wird als vollständiges Gebet bezeichnet, weil sein Wunsch ist, dass der Schöpfer ihm den vollständigen Wunsch ohne irgendwelche Zugeständnisse für sich selbst gibt, und er bittet den Schöpfer, ihm zu helfen, dass er immer in Seiner Gerechtigkeit bleibt."
Das heißt: Er bittet um Anhaftung, um Annullierung und Anhaftung. Und wenn wir das gemeinsam in der Gruppe tun, haben wir die Kräfte dazu. Ich habe daran keinen Zweifel. Ich sehe diesmal, dass hier wirklich Menschen sitzen, die alle verstehen, alle konzentriert sind, alle verbunden sind, alle so unter Druck stehen. Also machen wir weiter. Und vor allem erinnere ich noch einmal daran und bitte darum: die Klärung in jedem Einzelnen in der Annullierung gegenüber der Gruppe.
Gehen wir zu den Fragen über.
Frage (Übersetzung aus dem Russischen): Rav, ich sage es vielleicht im Namen von allen: Wir sind hierhergekommen, weil wir in großer Verzweiflung sind. Es sieht so aus, als wäre das die Zielgerade, das letzte Mal für jeden Einzelnen, die letzte Station für jeden Einzelnen von uns, der hierhergekommen ist.
Rav: Ich habe jetzt eine Frage. Sag mir bitte: Es gibt ein Gesetz der Verbindung zwischen den Lichtern und den Gefäßen. Dieses Gesetz besagt, dass zwischen Licht und Kli ein egoistisches Verlangen sein muss, das das Licht vom Kli fernhält, und ein Verlangen zu geben im Kli, das das Kli erwirbt, um beide zu verbinden – und dann enthüllt sich das Licht im Kli. Das heißt: Es muss Awiut da sein, auf der Awiut ein Zimzum und ein Massach, ein Or Chosser; und dann kleidet sich das direkte Licht in das Or Chosser und in die Awiut ein. Das ist es, was wir lernen. „Ein Gesetz hat Er gegeben, und es wird nicht übertreten" – der Schöpfer, vom Anfang der Schöpfung bis zum Ende der Schöpfung.
Ich habe nichts dagegen, dass ihr euch jetzt hinsetzt und einen Brief an den Schöpfer schreibt, so wie die Frauen euch geschrieben haben: „Wir fordern dies und das und jenes. Dreh die Gesetze der Schöpfung um, sonst missachten wir Dich, sind wir nicht einverstanden – Du nach rechts, wir nach links, oder umgekehrt." Bitte. Das könnt ihr machen. Aber es ist gut, dass du sagst, wir sind gekommen, um zu bekommen, was uns zusteht. Wenn es uns zusteht, bin ich sicher, dass eure Forderung berechtigt ist und dass es euch zusteht. Aber die Frage ist: Wenn es dir zusteht – womit bezahlst du, um zu empfangen?
Schüler (Übersetzung aus dem Russischen): Die Frage ist: In der Verzweiflung gibt es eine gute Forderung, aber es gibt in der Verzweiflung auch eine Art Versüßung, die die Forderung verwischt, und dieses Gefühl des Mangels geht verloren. Wie kann man in dieser Versüßung den Mangel nicht verlieren?
Rav: Das stimmt nicht. Wenn ich mich sehne und will, und plötzlich zerfließt diese Sehnsucht so, sie wird versüßt, wird so süß und gut – dann ist das ein Zeichen, dass ich sie zu Ende benutzt habe und mir jetzt ein neuer Zustand zusteht. Darüber soll man nicht verzweifeln, über das, was wir fühlen, denn das ist eine Reihe von Zuständen, die wir durchlaufen. Ich darf mich nie über den gegebenen Zustand ärgern. Sagen wir, ich habe mich mit einer Stoppuhr angehalten: Was fühle ich jetzt? Dieses Gefühl kommt von Oben, vom Schöpfer; dieses Gefühl ist zum Guten; dieses Gefühl verpflichtet mich, richtig darauf zu reagieren. Und jetzt muss ich überlegen, wie ich reagiere. Ich habe darauf reagiert – nicht für mich selbst, sondern für die Verbindung der Gruppe, um sie zu vereinen, um den Schöpfer zu enthüllen, also um das Kli zu korrigieren und es mit Licht zu füllen; und damit bereiten wir Ihm Zufriedenheit.
Ich habe diese Dinge im Gefühl und im Verstand geordnet, ich habe versucht, sie so weit wie möglich zu verwirklichen, sie in die Gruppe hineinzukleben, und in der Gruppe den Schöpfer, und ich bewirke das alles. Ich habe die Handlung abgeschlossen, und mir wird sozusagen süß und ruhig. Nu, und was? Das heißt nicht, dass es nicht gut ist. Es ist ein Zeichen, dass ich eine Handlung gemacht habe, eine richtige Handlung. Und jetzt … gleich bekomme ich etwas anderes. Darüber soll man nicht verzweifeln. Die Hauptsache ist, alle Zustände so anzunehmen, wie sie vom Schöpfer kommen – „Ich bin der Erste", steht geschrieben. Wir müssen nur für die richtige Reaktion sorgen.
Das ist so, wie wenn ich mit einem kleinen Kind spiele: Ich wirke die ganze Zeit mit allen möglichen Dingen auf es ein, es weiß nicht einmal, was ich ihm da einrichte, und ich erwarte von ihm die richtige Reaktion. Es macht Fehler – in Ordnung, aber es hat versucht, es hat Kräfte gegeben, es wollte so sehr. Es hat nicht geklappt – in Ordnung, dann helfe ich ihm ein bisschen, irgendwie, nicht direkt, auf die eine oder andere Weise, bis es doch die richtige Handlung entdeckt.
Wenn ich euch heute anschaue, sehe ich, dass definitiv etwas geschehen ist. In meinen Augen ist es ein Wunder, dass zum ersten Mal in der Geschichte Tausende auf der ganzen Welt sitzen, und hinter ihnen noch die Frauen, und alle darüber sprechen, wie man den Schöpfer heiligt, wie man zur Verbindung mit Ihm kommt – und in der Art, wie wir über Annullierung sprechen, über das Wirkliche … Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, ihr fühlt es nicht. Schon ein einziger kleiner Gedanke, dass ein Mensch so denken kann – wie sehr er damit schon über dieser ganzen Welt steht, über all den Milliarden Jahren ihrer Entwicklung. Wir haben nicht die Kraft, das zu ermessen.
Dass ihr also in der Forderung seid, ist richtig. Aber die Forderung ist gegen … Das spirituelle Gesetz ist das Gesetz der Natur. Wenn wir uns dahin bringen, dass es sich enthüllt, enthüllt es sich; wenn nicht, dann nicht. Und die Bedingungen muss man jedem Einzelnen stellen, nicht dem Schöpfer gegenüber. Das ist wirklich ein Gesetz – wie oft haben wir darüber gesprochen: Das Gesetz zwischen Lichtern und Gefäßen ist ein Gesetz. Das ist nicht irgendein Wille, der mal so und mal anders will; so etwas gibt es überhaupt nicht. Wie er schreibt: Es ist die Ordnung … In der Definition der Weisheit der Kabbala ist es die Ordnung der Entwicklung, die sich von oben nach unten in festen und absoluten Gesetzen herabzieht. Und diese Entwicklung kommt zu uns, damit wir sie zur Enthüllung des Schöpfers für die Geschöpfe in dieser Welt verwirklichen – aber nach festen und absoluten Gesetzen.
Deshalb ist unsere Reaktion „Wir fordern von Dir" in Ordnung, aber „und wenn nicht, dann …" – das schon nicht mehr. Das ist wirklich nicht nach dem Gesetz; so kannst du gegenüber dem Gesetz nicht handeln. Das ist, als würdest du aus dem zehnten Stock springen und fordern, dass die Anziehungskraft jetzt nicht auf dich wirkt. Wie denn? Es gibt keine Wunder, nur die Arbeit.
Aber man kann es indirekt nehmen: Ich kann jetzt nehmen, es benutzen und später zurückgeben. Und das ist es, was mit uns geschieht: Wir sind in der Gruppe, in der Verbreitung, im Lernen; die Welt um uns herum ist in Verzweiflung; wir bekommen allerlei Gelegenheiten, etwas zu tun; wir haben trotzdem Zeit und Mittel gefunden, um uns hier aus der ganzen Welt zu versammeln. Ich habe auch vor fünf Tagen die Frauen bei ihrem Kongress gesehen: 2500 Frauen aus allen möglichen Ländern, aus Australien, Südamerika, aus allen möglichen Orten. Da kann man dem Schöpfer nur danken, dass Er das für uns tut und uns trotzdem so einen Kredit gibt.
Frage (Übersetzung aus dem Russischen): Jetzt haben wir, jeder von uns, darum gebeten, dass Er uns hilft, die Bitte zu formulieren. Welche Bitte müssen wir haben? Ich habe verstanden, dass es nicht nur so ist, dass ich nicht mit Ihm sprechen kann – ich habe nicht einmal das erste Wort, mit dem ich mich an Ihn wenden könnte, ganz zu schweigen von irgendeinem Gebet, das ist schon zu viel.
Rav: Nu, das weiß ich nicht, ich glaube nicht, dass es so ist. Er ist der Schöpfer, Er gebiert uns, Er ordnet uns, Er lenkt uns, Er macht alles, Er ist Einer – ich habe niemanden, an den ich mich wenden könnte, außer Ihm. Er hat mich erschaffen, hat mir Verstand und Gefühl gegeben, hat mir das Wissen gegeben, dass Er alles verursacht und auch mich, hat mir das Wissen gegeben, dass ich mich an Ihn wenden kann. Wenn Er mir alles verursacht und mir den Verstand gegeben hat, mich an Ihn zu wenden, dann lass uns wenden. Hast du etwas über dein Leben zu sagen? Bitte – denn Er gestaltet es dir. Sag es Ihm.
Frage (Übersetzung aus dem Englischen): Können Sie mir bitte sagen, was der Unterschied zwischen Verlangen und Absicht ist?
Rav: Es gibt im Verlangen, das „Verlangen" genannt wird, Malchut de Ejn Sof – ein einziges, sehr großes Verlangen. Dieses Verlangen enthüllt sich in mir in einem ganz, ganz kleinen Maß, und ich fühle mich selbst als existierend innerhalb dieses Verlangens. Alle Prozesse, die in diesem Verlangen geschehen, nenne ich „ich" und „meine Welt". Dieses mein Verlangen teilt sich in unbelebt, pflanzlich, tierisch und sprechend. Im Unbelebten fühle ich das ganze Universum, im Pflanzlichen in mir fühle ich den Erdball und die Pflanzen auf ihm, im Tierischen fühle ich alle Tiere, und im Sprechenden fühle ich alle Menschen. Das ist mein kleines Verlangen vom gesamten Verlangen von Ejn Sof – das allerkleinste, es gibt nichts Kleineres.
Wenn ich auf dieses Verlangen einen Zimzum mache – das heißt, ich möchte dieses Verlangen überhaupt nicht benutzen; ich habe nichts mit dieser Welt anzufangen, ich habe nichts, wofür ich in ihr leben würde, es gibt nichts Besonderes in ihr, gar nichts, ich will sie nicht, aber ich bin bereit, sie so zu benutzen, dass sie mir hilft, mich über sie zu erheben –, dann geschieht Folgendes: Ich fange an, ein immer größeres Verlangen zu bekommen. Was heißt größer? Nach allen möglichen neuen Unterscheidungen, nach dem, was wir Spiritualität nennen: zu wissen, was jenseits davon ist, welche Kraft rund um diese Welt wirkt, was sie von dieser Welt und von mir will. Ich fange an, darüber nachzudenken.
Woher kommt das? Daher, dass sich ein etwas größeres Verlangen enthüllt. Es gab ein kleines Verlangen, in dem ich gelebt und gefühlt habe – innerhalb des Verlangens: unbelebt, pflanzlich, tierisch, Menschen. In diesem Verlangen, in dem ich gelebt habe, das nennt man „in dieser Welt". Jetzt hat sich um dieses Verlangen herum noch eine Schicht des Verlangens enthüllt, so eine …, ich weiß nicht, wie ich das auf Hebräisch sagen soll – kurz gesagt, noch ein größerer Kreis. Und dann fühle ich in diesem Verlangen, dass es rund um diese Welt irgendwelche Kräfte gibt, die auf das Schicksal dieser Welt wirken, auf jeden, der in ihr ist, und auch auf mich, und die diese Welt in alle möglichen Zustände bringen.
Die Wissenschaftler entdecken plötzlich, dass wir in irgendeiner seltsamen, merkwürdigen Welt sind, nicht so, wie es vorher war, sondern mit mehr Dimensionen, mehr Kräften, etwas anderem, Relativem, und so weiter. Das ist ein weiteres Verlangen, das sich enthüllt. Und dann fange ich in jenem Verlangen an zu denken: nicht nur unsere Welt – vielleicht existieren noch weitere Welten, vielleicht existieren sie in allen möglichen Formen, und so weiter und so fort. Wir sehen es, so schreibt man an allen möglichen Stellen über all diese Fantasien. Das heißt: Wir sind immer innerhalb des Verlangens, und dieses Verlangen enthüllt sich die ganze Zeit als immer größer. Und wenn es sich als größer enthüllt, dann nimmt das kleine Verlangen, in dem wir sind, ab, fängt an, sich zu leeren, fängt an, seine Einzigartigkeit und seine Qualitäten zu verlieren. Und so kommen wir voran.
Bei uns dagegen gibt es die Mittel, die höhere Schicht zu enthüllen: die Kraft, die im Bewirkten wirkt. Die übrigen Menschen denken nur an das Bewirkte: Wir werden bewirkt, jemand wirkt auf uns, wirkt nicht auf uns – es ist uns egal, Hauptsache, wir fühlen uns gut, Hauptsache, sich gut fühlen. Uns nicht. Für uns ist nicht wichtig, ob wir uns schlecht oder gut fühlen, sondern uns ist wichtiger zu fühlen, wer der ist, der auf uns wirkt – Ihn zu erkennen.
Frage (Übersetzung aus dem Englischen): Wie kann ich mein Herz und meinen Verstand benutzen, um das Verlangen zu vergrößern?
Rav: Wenn ich richtig benutze, was man mir gegeben hat, werden Verstand und Gefühl in mir wachsen. Ich muss richtig benutzen, was man gibt, dann enthüllt man mir mehr und mehr und mehr. Einen anderen Weg gibt es nicht.
Und wir – bei allem, was wir hören, bei den Fragen, den Antworten – lassen die Absichten nicht los, richtig? Genauso auch alle unsere Freunde in der Welt.
Frage (Übersetzung aus dem Englischen): Ich komme aus dem britischen Kli, und wir sind meistens eine virtuelle Gruppe. Wir hatten einige Spiegelkongresse, und einige von uns nehmen ab und zu an Kongressen außerhalb Großbritanniens teil. Er sagt: Ist es für uns richtig, in der Lage, die er gerade beschrieben hat, diesen Moment, diese Momente ab und zu noch einmal zu erleben? Denn in einer virtuellen Gruppe ist es manchmal innerlich sehr kalt.
Rav: Noch einmal erleben in dem Sinn, dass er sich aus dem Archiv immer wieder einen Kongress ansieht, frühere Kongresse, ja? In welcher Form noch einmal erleben?
Frage (Übersetzung aus dem Englischen): Weil sie so wenige Gelegenheiten haben, sich zu treffen, fragt er wirklich: Kann man sich einen Unterricht ansehen, vielleicht sogar bei einem Spiegelkongress – sich so einen Kongress, der schon war, noch einmal ansehen?
Rav: Vielleicht auch bei einem Spiegelkongress, ich weiß nicht. Aber unseren Kongress – sicher ja. Das lohnt sich.
Übersetzer: Bei einem Spiegelkongress diesen unseren Kongress anschauen. Sagen wir, sie machen in ein paar Monaten einen Spiegelkongress – dann sich diesen Kongress noch einmal anzuschauen, in der Zeit … wenn sie freie Zeit haben.
Rav: Ja, ja, ja. Sicher. Denn hier ist es die Allgemeinheit. Viele Menschen schließen sich ein. Und einstweilen ist das, was wir erreichen … Hoffen wir, dass wir bis zum Ende dieses Kongresses sicher erreichen, was wir wollen. Aber auf jeden Fall, wie ich noch einmal sage: Wir waren noch nie auf einer solchen Stufe der Vereinigung, der Verbindung und der richtigen Forderung. Es lohnt sich, das durchzugehen und immer wieder zu hören.
Frage (Übersetzung aus dem Englischen): Er sagt, er fühlt fast genau dieselbe Frage, die der Freund vor ihm gestellt hat; er will sie noch zuspitzen. Er sagt: Er kann als jemand, der allein, virtuell, den Unterricht anschaut, wirklich sehen und sich vorstellen, wie die Freunde uns jetzt allein, virtuell, anschauen. Er fragt: Wie kann man ihnen das Gefühl übermitteln, das wir jetzt erleben, damit sie es auch fühlen – diese Gruppe?
Rav: Wir erinnern uns die ganze Zeit daran und denken die ganze Zeit, dass wir alle zusammen sind, und ich habe das klare Gefühl, dass sie mit uns zusammen sind – das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite müssen sie im Verlangen sein, sich mit uns zu verbinden. Wenn sich die Verlangen von unserer Seite und von ihrer Seite verbinden, gibt es keinen Grund, dass sie weniger bekommen als wir hier. Besonders, wenn sie nicht in der Lage sind, zum Kongress zu kommen.
Wenn sie in der Lage sind, dann hat der Schöpfer ihnen die Möglichkeiten eingerichtet, aber sie missachten es. Wenn sie sehr gern kommen wollten, aber nicht können, weil der Schöpfer ihnen die Möglichkeit nicht eingerichtet hat, hierherzukommen, dann wird ihnen nichts fehlen von allem, was wir hier durchmachen – sie werden es bekommen.
Frage (Übersetzung aus dem Russischen): Während des Frauenkongresses war ich bei mir in der Stadt, in Sotschi, und zwanzig Frauen haben sich zu einem Spiegelkongress versammelt. Vor dem Beginn des Unterrichts habe ich nachgeschaut, bin hineingegangen, um zu sehen, dass alles in Ordnung ist, habe dort ein paar Ansagen gemacht, dass keine Männer hereinkommen, und so weiter. Sie haben mich aus dem Raum hinausgeworfen. Und das Gefühl, das ich hatte, war ähnlich dem, wenn du vor einer Entbindungsklinik stehst und wartest, dass deine Frau gebiert. Es war ein sehr scharfes Gefühl dieses Mangels. Was ich jetzt fühle: Ich fühle Kraft, aber irgendwie ist es mehr so, als ob … mir fehlt das Wort. Als wäre es weniger scharf.
Rav: Glatt.
Frage (Übersetzung aus dem Russischen): Glatt, ja, rund. Es fehlt eine gewisse Schärfe. Sollte man sich darum kümmern, oder sollte man es ignorieren?
Rav: Der Mangel der Frauen ist viel größer als der Mangel der Männer. Und es ist ein beständiger Mangel. Ein Mangel, der viel weniger als bei uns in Veränderungen ist. Er ist viel konsequenter. Er entspricht der Natur der Frau. Sie wechselt nicht von Moment zu Moment die Richtungen in der Welt, wie ein Mann, der wie ein Kind von Ecke zu Ecke rennt. Du siehst es auch am Verhalten von Jungen und Mädchen. Mädchen sind eher so konsequent. Es gibt solche und solche.
Beneiden kann man jeden. Aber wir müssen von dem ausgehen, was wir haben, und verstehen: Wenn Er mich so erschaffen hat, in dieser Form, mit diesen Eigenschaften, dann muss ich mich gerade durch sie verbessern. Ich beneide die Frau nicht. Ich muss wissen, was ich tue, um zu meiner Korrektur zu kommen. Was habe ich davon? Wenn ich neidisch bin – weiß ich überhaupt, was das ist? Wie das … Wenn wir uns verbinden, verbinden wir innerhalb unserer Verbindung all diese Eigenschaften, Frauen und Männer, alle zusammen; das hängt alles von der Verbindung ab, dann wird mir nichts fehlen. Ich muss zur Stufe „Mensch" aus meiner persönlichen, gegenwärtigen Wurzel kommen. Und dann stelle ich mich nicht an den Platz von irgendjemandem und will nicht, dass jemand an meinen Platz kommt. Ich muss einzig und allein mich selbst verwirklichen.
Frage (Übersetzung aus dem Russischen): Ich beneide sie auch nicht, aber ich fühle jetzt nicht dieselbe Ehrfurcht, die ich damals empfunden habe.
Rav: In Ordnung, ich nehme dich mal zu einem Frauenkongress mit, dann sitzt du dort an der Seite und weinst. Das ist in Ordnung. Ich lade dich ein.
Ich sage noch einmal: Was du sagst, stimmt, denn eine große Masse von Frauen kann so auf den Mann wirken, dass er … Wir sind so gebaut, dass wir von Frauen beeindruckt sind. Dafür sind wir gebaut.
Schau, wie es zu Hause ist – wie sehr eine Frau aus ihrem Mann einen Lappen machen kann, was sie will. So ist es. So ist es von der Natur her, denn Malchut ist von vornherein so gebaut, dass sie von Seir Anpin fordert, und er muss ihr liefern, was sie will. Das ist es. Das stammt sicher aus einer spirituellen Wurzel. Es wird schon gut.
Frage (Übersetzung aus dem Russischen): Freunde, ich möchte versuchen, die Frage zu beantworten, was uns fehlt, um den Schöpfer zu enthüllen. Wenn Er uns Gedanken gibt und sie in uns einpflanzt und uns hier versammelt hat, dann hat Er sich anscheinend schon in uns eingekleidet.
Rav: Nur in umgekehrter Form.
Frage (Übersetzung aus dem Russischen): Wenn der Freund mich umarmt, dann bedeutet das, dass der Schöpfer mich schon umarmt. Wenn ich den Gedanken habe, dass sich Liebe zu den Freunden enthüllen soll, dann bedeutet das, dass Er mir diese Gedanken schickt. Was fehlt also? Es fehlt zu fühlen, dass Er hier ist, zwischen uns, dass Er uns versammelt hat, dass Er uns liebt. Lasst es uns fühlen.
Rav: Sicher ist der Schöpfer zwischen uns verborgen – und Er ist da. Und wir sind in der Welt Ejn Sof. Aber wir müssen es wirklich fühlen, enthüllen. Nur darin liegt das Problem.
Dr. Elijasarow, bitte.
Frage (Übersetzung aus dem Russischen): Ich habe folgende Frage – ich möchte vielleicht noch einmal die Frage stellen, die vorhin der Junge aus Sotschi, Artur, gestellt hat, nur vielleicht aus einer anderen Richtung. Vor vier Tagen war der Frauenkongress, bei dem sie zu einer einzigen Mutter geworden sind, zu einer einzigen Urmutter. Jetzt haben wir einen Männerkongress, und ich hoffe, dass wir zu einem einzigen Urvater werden können. Er fragt: Kann man sozusagen die Versammlung fortsetzen – Frauenkongress, Männerkongress, und danach alle zusammen? Wie eine Art Zusammenfassung, etwas Qualitatives, das wirklich explodieren könnte, im guten Sinn des Wortes.
Rav: Ich weiß nicht. Ich hatte nicht an einen Frauenkongress gedacht, sondern habe plötzlich gefühlt, dass es sein muss. Und ich gehe nach dem, was sich in mir enthüllt, nachdem ich es geprüft habe: ob es nicht einfach irgendein Gedanke ist – „oh, machen wir das so" – und zwei Tage später vergisst man völlig, worüber wir gesprochen haben und was so gebrannt hat. Solche Dinge gibt es viele. Aber hier, was zur Innerlichkeit der Gruppe gehört, klärt sich aus der Enthüllung der Gefäße. Und so habe ich gefühlt, dass es sein muss: Ohne das hätten wir keinen Druck, und die Frauen hätten … Kurz gesagt, das ist das, was zuallererst gefehlt hat. Noch mehr als unser Kongress in der Arava hat ein Kongress der Frauen gefehlt. Und deshalb habe ich angefangen, darüber zu sprechen.
Einen gemeinsamen Kongress machen? Einstweilen weiß ich es nicht. Ich fühle nicht, dass es nötig ist. Ich fühle auch nicht, dass wir wissen, was wir damit machen sollen – in welcher Form wir das organisieren, sodass sicher ist, dass das, was wir organisieren, richtig sein wird. Man muss nachdenken. Wir werden sehen. Einstweilen weiß ich es nicht.
Du hast recht, dass es in irgendeiner Form einen gemeinsamen Kongress geben muss – aber wie? Ich denke, dieser gemeinsame Kongress müsste schon wie das Stehen am Berg Sinai sein: dass man rund um den Berg steht, rund um all die Grübeleien und Probleme und Schwierigkeiten und Verwirrungen und alles – und dass man trotzdem gemeinsam zur gegenseitigen Bürgschaft kommen muss, zur Verbindung, was auch immer kommt. Das ist der Kongress, die Versammlung von allen. Nu, hoffen wir, dass wir es so einrichten.
Frage: Rav, das weltweite Kli, Freunde: Gestern Morgen habe ich so eine Schwere gefühlt, und ich habe ein gewaltiges Verlangen auf die härteste Weise gefühlt. Und heute Morgen sind mir auch Tränen gekommen, aber Tränen einer anderen Art – Tränen der Freude. Das ist also meine erste Frage: Was sind diese zwei Arten von Tränen – das Weinen gestern und das Weinen heute, gestern aus Schwere und heute aus Freude?
Rav: Es gibt Tränen der Freude, und es gibt Tränen der Verzweiflung. Wenn der Mensch sich selbst bemitleidet, weint er. Wenn der Mensch sich freut – auch daraus kommt Freude. Tränen sind ein Überschuss, ein Überschuss, der sich nicht in die Gefäße einkleiden kann. Deshalb kann dieser Überschuss sowohl von den Lichtern als auch von den Gefäßen kommen – ein Überschuss aus dem Gleichgewicht zwischen beiden.
Was soll ich dir sagen? Gut, Tränen sind gut. Das Tor der Tränen. Es gibt so viel Leid im Menschen, solche Überschüsse, dass es zum Tor für den Eintritt in die Spiritualität wird. Noch ein bisschen. Vielleicht weint er heute Abend noch, und auch morgen früh, und dann vielleicht ja, dann reicht es schon.
Frage: Die zweite Frage: Wir sind gerade in die Wüste gegangen, wir sind alle Männer zusammen gegangen, wir sind in die Wüste hineingegangen und standen dort – das war ein Gefühl wie eine Zelle in einem einzigen Körper. Jeder hat automatisch das getan, was der ganze Körper von ihm wollte. Diese Art von Handlung, diese Art von Empfindsamkeit – das ist die Art von Verbindung, die wir erreichen müssen. Wir sprechen sehr viel über Verbindung, Verbindung – nicht nur in so einer Handlung, sondern in der täglichen Verbindung miteinander. Wie kommt man zu so etwas?
Rav: Bei dieser Handlung ist es nicht wichtig, dass wir ein paar Meter vom Tor hinausgegangen und wieder zurückgekommen sind und dort gestanden und ein paar Lieder gesungen haben. Ich schätze diese Handlung nicht gering, aber die Haupthandlung ist in den Herzen. Sie soll von einer körperlichen Handlung begleitet werden – gut, die braucht man auch; wenn nicht, dann nicht. Kabbalisten sprechen niemals über die körperliche Handlung, sie ist ihnen nicht wichtig; sie sprechen nur über die Anstrengung des Herzens, die spirituelle Anstrengung.
Wir Kleinen müssen trotzdem körperliche Handlungen ausführen – alles, was erweckt. Musik, wie heißt das noch? Eine gemeinsame Mahlzeit, noch allerlei Dinge, alles. Aber letzten Endes wollen wir durch diese körperlichen Handlungen das Herz erwecken. Wenn du mich also fragst: Kabbalisten saßen einst an einem Ort, ohne hinauszugehen, sogar in einer Höhle, und haben solche gewaltigen Handlungen gemacht. Wir können in der ganzen Welt herumrennen – im Vergleich zu ihnen tun wir sozusagen gar nichts. Alles hängt von der Absicht ab.
…
Freunde, noch einmal: Die Zeiten zu verkürzen heißt, jede Sekunde zu fühlen und zu schätzen – zu schätzen als etwas, worin ich Ewigkeit gewinne. In jedem Moment, der kommt. Das ist es, was wir denken müssen.
Ich weiß nicht, wie wir den Kongress beenden werden – wie wir gerade gesprochen haben, das hängt vom Verhältnis zwischen Lichtern und Gefäßen ab. Aber wir kommen zu solchen Anstrengungen, zu solchen Klärungen, zu einer solchen Synchronisierung zwischen uns, zu Verbindungen, zu gegenseitigem Verständnis, zu einer Verantwortung, wie es sie bei diesem Kongress gibt und wie es sie noch nie gab. Wir sind wirklich eine Stufe aufgestiegen und sind in einem wunderschönen Zustand. Lasst uns von jetzt an nichts verpassen.
Wir können es, wir sind dazu fähig – wie viele Abgetrenntheiten, Verwirrungen und Störungen es auch geben mag. Wir müssen nur verstehen, dass all das dazu da ist, dass wir noch etwas hinzufügen und diese Stufe zu Ende bringen. In Ordnung? Also gehen wir hinaus. Draußen könnt ihr reden, lachen, machen – innen: Konzentration. In Ordnung? Guten Appetit. 83:42
(Ende des Unterrichts)
[^1]: Babylonischer Talmud, Traktat Sota, Blatt 8b
[^2]: „Der Heilige, gesegnet sei Er, sagte zu Israel: Meine Kinder, leiht auf Meine Rechnung und heiligt die Heiligkeit des Tages und glaubt an Mich, und Ich zahle zurück" (Babylonischer Talmud, Ordnung Moed, Traktat Beza 15)
[^3]: „Der Laden ist offen, der Krämer gibt Kredit, das Notizbuch ist offen, und die Hand schreibt" (Artikel „Der Frieden", Schriften von Baal HaSulam)
[^4]: „Es gibt kein Fehlen in der Spiritualität" (Aussprüche unserer Weisen)