Tägliche Lektion10. Aug. 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 22 (1987) (07.08.2002)

Rabash. Artikel 22 (1987) (07.08.2002)

10. Aug. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

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Morgenunterricht 07.08.2002

Buch „Kitwej Rabash", Band 1, S. 519, „Welches Geschenk erbittet der Mensch vom Schöpfer?"¹

Rav: Wir haben den Artikel „Welches Geschenk erbittet der Mensch vom Schöpfer?" gehört, aus Band 3 von „Schlawej haSulam", Wochenabschnitt „Pinchas". Die Gefäße des Empfangens hat der Schöpfer erschaffen, und sie ändern sich nicht: So, wie sie erschaffen wurden, so sind sie in der Schöpfung vorhanden.² Damit der Mensch sie aber richtig gebraucht – nämlich sich mit den Gefäßen des Empfangens der Handlung des Gebens ähnlich macht –, hilft ihm der Schöpfer. Er verbirgt vor dem Menschen dessen Gefäße des Empfangens und gibt ihm durch das Or Makif die Möglichkeit, einen Massach zu erwerben, eine Absicht, um zu geben.

In dem Maß, in dem der Mensch die Absicht, um zu geben, erwirbt, gibt der Schöpfer ihm die Gefäße des Empfangens frei, öffnet sie ihm, enthüllt sie ihm. So geschieht es dann: Zuerst erwirbt der Mensch die Absicht, um zu geben, entsprechend fügt der Schöpfer ihm Willen zu empfangen hinzu, und dann empfängt der Mensch, um zu geben – und diese Handlung gleicht genau der Handlung des Schöpfers.

Das ist eigentlich die Hilfe, die uns von Oben kommt. Auf der einen Seite gibt es eine Verhüllung über dem Willen zu empfangen, und dem entsprechend eine Verhüllung über dem Schöpfer. Auf der anderen Seite gibt es durch die Methode der Kabbala die Möglichkeit, richtig zu empfangen: in den Gefäßen des Empfangens einen Massach zu erwerben und dann über den Massach, über die Absicht, um zu geben, den Willen zu empfangen richtig zu gebrauchen.

Das nennt man: Die Lichter gingen den Gefäßen voraus. Was ist zuerst? Der Schöpfer hat das Gefäß erschaffen, den Willen zu empfangen. Beim Menschen aber, der den Willen zu empfangen in „um zu geben" umwandeln will, gehen die Gefäße den Lichtern voraus: Zuerst erlangt man den Massach, und danach fügt man ihm den Willen zu empfangen hinzu. Deshalb geht die Dunkelheit dem Licht voraus. Es gibt also zwei Dinge, die vom Schöpfer ausgehen – auf direkte und auf indirekte Weise.

Unser Problem besteht nur darin, am Willen zu arbeiten, am Verlangen nach dem Massach. Entsprechend gibt der Schöpfer uns einen Teil des Willens zu empfangen frei, der in uns ist, und wir können ihn richtig gebrauchen. Das ist eigentlich „das Geschenk, um das der Mensch den Schöpfer bittet". Also nicht die Gefäße des Empfangens – die sind im Überfluss da, und der Schöpfer will ja, dass der Mensch empfängt, das Ziel der Schöpfung ist, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun –, sondern die Absicht, der Massach. 3:14

Das ist es, was wir vom Schöpfer bekommen müssen, und dafür brauchen wir den Willen: zum Willen nach der Handlung des Gebens zu kommen, nach der Absicht, um zu geben. Massach, Or Choser – es ist nicht wichtig, wie der Mensch das beschreibt. Und dieser Wille muss vollkommen sein: „Mein Tod ist mir besser als mein Leben." Wenn ich den Massach nicht erlange, die Beziehung zum Schöpfer, dann ist dieses Leben … das heißt, in keiner anderen Form bin ich einverstanden, mein Leben fortzusetzen, sondern nur so, dass ich die Fähigkeit bekomme, dem Schöpfer zu geben.

Wenn der Mensch dahin kommt, bekommt er es. Sicher braucht es dafür große Anstrengung. Warum? Weil der Schöpfer den Willen zu empfangen zwar verborgen hat – er hat den Willen zu empfangen Ihm gegenüber verborgen, gegenüber dem Genuss, Ihn zu fühlen. Aber den tierischen, menschlichen, materiellen Genuss dieser Welt hat er nicht verborgen. Das ist die minimale Stufe, von der aus der Mensch sich erheben kann.

Für welche Genüsse also muss der Mensch einen Massach erbitten, als erste Stufe? Es geht ja nicht ohne Willen, ohne Genuss, ohne irgendein Verlangen zu genießen – wofür sollte man sonst Massachim erbitten? Die spirituellen Genüsse sind verborgen, die materiellen Genüsse sind enthüllt. Wenn der Mensch also über allen materiellen Genüssen einen Massach erbittet, weil er trotzdem dem Schöpfer ähnlich werden will, sich nach Ihm sehnen, sich Ihm nähern will – dann heißt das, dass er die erste Stufe der Kedusha erwirbt.

Das heißt: Er muss in einen Zustand kommen, in dem er einerseits keinerlei Genüsse in dieser Welt hat, in dem ihn im Vergleich zum Schöpfer nichts anzieht. Das ist die eine Seite. Dann fühlt der Mensch sich in Verzweiflung, denn in dieser Welt gibt es scheinbar nichts, was ihn füllt; er kann wirklich nicht existieren, er hat nichts, womit er seine Nefesh am Leben hält. Nefesh – das sind die Gefäße des Empfangens des Menschen. Es gibt nichts, woran er sich erfreuen kann, und ohne das kann der Mensch nicht leben; er ist regelrecht bewegungslos, in Verzweiflung, in Ohnmacht. 6:28

Auf der anderen Seite muss es eine Anziehung zu etwas geben – warum sonst sollte er den Massach und die Korrektur erbitten? Deshalb muss es auf der anderen Seite ein sehr großes Verlangen zum Schöpfer geben. Und wenn der Mensch diese beiden Gegebenheiten in vollem Maß erwirbt, entsprechend den Gegebenheiten, die er hat, dann bekommt er von Oben den ersten Massach. Das heißt: auf der einen Seite „Mein Tod ist mir besser als mein Leben" gegenüber dieser Welt – ich habe nichts, ich brauche sie nicht –, und „Ich bin krank vor Liebe" gegenüber dem Göttlichen. Dazu müssen Glaube und Vertrauen da sein: dass er einen Massach bekommen kann, dass dieser Massach vom Schöpfer kommt und dass er den Schöpfer verpflichten kann, ihn mit einem Massach auszustatten.

All diese Gegebenheiten sammeln sich nach und nach im Menschen – mal ist das eine mehr, mal das andere³ –, bis sie sich alle in einem einzigen Punkt sammeln, so wie wir es aus dem Brief auf Seite 70 und aus dem Brief auf Seite 64 lernen: dass der Mensch, seine Handlung und der Schöpfer sozusagen zu einem einzigen Punkt werden. Dann wird er des ersten Massach gewürdigt. Dann fühlt er in sich die Existenz des Schöpfers, und schon schließt sich der erste spirituelle Wille zu empfangen diesem Massach an, und es entsteht ein Embryo. Das war's.

Das ist eigentlich das Geschenk, um das der Mensch den Schöpfer bitten muss. Und solche Dinge kann man nicht von Mund zu Ohr weitergeben, sondern nur dem, der … schon dafür bereit ist; dann kann er bitten, der Schöpfer ermöglicht ihm zu bitten. Rabash sagt hier, dass selbst Menschen, die Tora und Mizwot erfüllen und scheinbar vollkommen und gerecht sind – dass diese praktische Erfüllung noch nichts über die Absicht aussagt und dass sie überhaupt nicht verstehen, was der Schöpfer fordert. Auch uns passiert das; mitten im Artikel sagt er uns das. Ja, was sagt er? Lest vor.

9:45

Schüler: Er bittet um das Gefäß des Gebens?

Rav: Ja, er sagt das in Bezug auf eine Erfüllung ohne Absicht.

Schüler:

Rav: Oben auf Seite 240? Aha, ja, auf Seite 240.

„Und wenn wir ein wenig nach innen schauen, das heißt, wenn wir eine gründliche Prüfung bei denen machen, die Tora und Mizwot erfüllen – ob sie wollen, dass man ihnen die Gefäße des Gebens gibt, und ob sie bereit sind, im Gegenzug den Willen zu empfangen herzugeben –, dann wird von diesen Arbeitenden eine große Mehrheit sagen, dass sie darauf verzichten, sondern Tora und Mizwot in der Absicht, um zu empfangen, erfüllen wollen. Es zeigt sich, dass sie die Gefäße des Gebens nicht brauchen. Wie kann man dann sagen, dass Tora und Mizwot ihnen dafür, dass sie sich anstrengen, als Lohn etwas geben, was sie gar nicht brauchen? Im Gegenteil: Sie haben Angst davor, das Gefäß des Empfangens zu verlieren, das ‚Eigenliebe' genannt wird."

Das heißt: Sicher erfüllt der größte Teil der Welt Tora und Mizwot nur, um dafür eine Bezahlung zu bekommen, in dieser Welt oder in der Kommenden Welt. Was heißt „der größte Teil der Welt"? Alle außer denen, die die Absicht, um zu geben, erwerben, die einen Massach erwerben – und das ist nur durch die Weisheit der Kabbala möglich. Wie wir gestern gesprochen haben: Die wahre Arbeit, die Arbeit für den Schöpfer, ist die Weisheit der Kabbala selbst. Die Arbeit für den Schöpfer heißt, dem Schöpfer ähnlich zu werden.

Gut, gibt es Fragen? Ja.

11:48

Schüler: … es steht geschrieben … das verstehe ich nicht … Wille zu empfangen …

Rav: Gott bewahre, du hast von mir nicht gehört, dass ich irgendetwas an den Menschen ablehne, die Tora und Mizwot als „angelerntes Menschengebot" erfüllen, ja? Ich lehne das nicht ab. Aber das nennt man die erste, minimale Stufe, Domem de Kedusha:⁴ Der Mensch erfüllt so, wie man es ihn gelehrt hat, und die Absicht hat man ihn nicht gelehrt – denn die Absicht kennen auch die Lehrer nicht. Absicht heißt Massach und Or Choser, und den kann man nur durch große Anstrengung über sehr viele Jahre erwerben, mit Hilfe des Or Makif, das zum Menschen nur durch das Lernen der Weisheit der Kabbala kommt.

Wir sprechen also von zwei Ebenen: von der volkstümlichen Ebene, die man „Weg der Hausherren" nennt, und vom Weg des Lichts, dem Weg der Tora, dem Weg des Or Makif, auf dem der Mensch einen Massach erwirbt. Das eine ist das eine und das andere ist das andere; in meinen Augen gibt es da, Gott bewahre, keinen Widerspruch. Ich lehne das nicht ab – du verstehst es nicht –, es gibt nur eine Tora für die, die seelisch noch nicht entwickelt sind, und eine Tora für die, die sich seelisch entwickelt haben.

Ich war in Rechovot und fing an, herumzurennen. Ich war sozusagen religiös geworden, sozusagen um innen zu suchen, und ich sah, dass da nichts ist. Da fing ich an, alle die anzuschreien, die mich religiös gemacht hatten, und weiterzusuchen. Dort war ein Rav Fischer, ein Rabbiner aus Holland – ich weiß nicht, ob er noch lebt, er war alt, kann sein, dass ja. Er sagte ihnen: Lasst ihn in Ruhe, es gibt solche, die ein bisschen mehr nach innen brauchen, organisiert ihm jemanden. Und dann hat man mich mit Rav Silberman aus Jerusalem zusammengebracht, Jitzchak Silberman. Ich bin zu ihm gefahren, um ein bisschen zu lernen; bei ihm habe ich dort Sifra deZniuta gelernt und noch ein paar Sachen. Das war's.

Das heißt, er hat es verstanden. Wie weit er selbst war, weiß ich nicht, ich will über Rav Fischer nichts sagen, aber er hat verstanden und gewusst und gesagt: Lasst ihn, es gibt solche, die ein bisschen mehr brauchen. Und tatsächlich haben sie mir eingerichtet, was sie konnten. Nur hat auch das, was ich dort in Jerusalem bekommen habe, mir nicht gereicht; ich ging weiter, bis ich zu Rabash kam. Es gibt also solche und solche, da kannst du gar nichts sagen. 14:30

Wir wissen ja, dass sich die Menschheit im Lauf der Zeit entwickelt, und es gibt viele, die etwas jenseits dieses Lebens wollen. Die anderen, bei denen der Wille zu empfangen noch im Rahmen dieser Welt ist – sollen sie erfüllen, was geschrieben steht, sollen sie tun, was geschrieben steht; das ist ihr Lohn und ihnen zur Ehre. Das war's. Diejenigen aber, deren Wille zu empfangen schon auf die Spiritualität gerichtet ist, die sich mit dieser Welt nicht zufriedengeben, brauchen all diese Dinge nicht, die jene tun. Sie brauchen die Absicht. Denn die Handlung ist bei ihnen schon die Absicht und der Siwug de Hakaa – das nennt man in der Kabbala „Handlung". Damit sollen sie sich beschäftigen.

Das eine ist das eine und das andere ist das andere: das eine in der Materialität, das andere in der Spiritualität, und eins hebt das andere nicht auf. Du verstehst nicht, was es heißt, sich nach einer spirituellen Handlung und nach dem Siwug de Hakaa zu sehnen – das nennt man Mizwa – und nach dem Empfangen des Lichts dadurch – das nennt man Tora, die Heiligen Namen. Es steht ja geschrieben, dass der Mensch die ganze Tora erlangen muss, das zu erwerben, was „Tora-Rolle" heißt – zu erwerben, ein Erwerb durch das Or Choser, sodass alle Heiligen Namen sich in ihn einkleiden, die ganze Enthüllung des Schöpfers. Wenn du danach ein Verlangen hast, dann gehörst du dazu.

Wenn nicht, dann lerne den Chumasch, lerne Mischna, lerne Gemara – das ist für dich Tora. Das war's. Das eine ist das eine und das andere ist das andere; man muss endlich verstehen, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Das war's, Gott bewahre. Und von Rabash habe ich gelernt, sie nicht zu verletzen. Sie wollen uns verletzen, sie wollen mir beweisen, dass es sich mehr lohnt, unentwickelt zu sein als entwickelt. Stimmt: „Wer Wissen mehrt, mehrt Schmerz." Aber wer kann so bleiben? Sie verstehen nicht, dass man die Entwicklung nicht aufhalten kann, dass diese Welt ein Ziel hat und die Welt sich entwickelt.

16:48

Schüler: Aber auch sie haben Dwekut mit dem Heiligen, gepriesen sei Er.

Rav: Sie haben Dwekut mit dem Heiligen, gepriesen sei Er, deshalb heißen sie Domem de Kedusha – de Kedusha. Aber in welchem Maß ist die Dwekut beim Domem, auf der minimalen Stufe? Nur in der Handlung: Man tut genau das, was geschrieben steht, und nicht mehr. Deshalb heißt es Domem. Warum Domem? Weil es sich nicht entwickelt. So wie du zur Bar Mizwa gelernt hast, Tefillin anzulegen und alles zu sagen – und ab der Bar Mizwa bleibst du ein Jude, der zur Erfüllung der Mizwot verpflichtet ist, und so machst du weiter bis ans Ende deiner Tage, bis 120 machst du so weiter. Man darf daran nichts ändern, ja? „Du sollst nicht mindern und nicht wegnehmen" … „und nichts hinzufügen."⁵ Das war's.

Deshalb heißt es Domem. Domem ist das, was im selben Zustand bleibt, unumkehrbar, unveränderlich. Und in diesem Zustand hat er gerade dadurch Dwekut, dass er Domem ist: Er tut die ganze Zeit dasselbe, und das ist das Maß seiner Dwekut. Deshalb wirkt nichts auf ihn ein. Die Welt kann verbrennen, mit der Welt kann geschehen, was will; man geht ins Exil, kommt aus dem Exil zurück, alles kehrt sich um, man geht durch Vernichtungen, was auch immer – der Domem kann durchhalten und all diese Dinge durchstehen, weil er Domem ist. Er hat etwas, woran er sich festhalten kann, er hat einen sehr starken Punkt der Dwekut, der sich nicht ändert. Das war's. 18:23

Das hat nur einen großen Nachteil: Er kann sich nicht entwickeln, er kann nicht zum Ziel der Schöpfung kommen. Aber dieser Punkt ist ein sehr wichtiger Punkt, und deshalb hat Baal HaSulam seinen Schülern immer gesagt, sie sollen diese Stufe des Domem in sich behalten und festhalten. Da war zum Beispiel Klar, der zu ihm kam; er war Wischnitzer Chassid. Nach einiger Zeit sagte er zu Baal HaSulam: Ich will gehen wie du, wie ein Gerer Chassid. Baal HaSulam ging in der Kleidung von Gur.

Baal HaSulam sagte: Was zählt schon die Äußerlichkeit? Bewahre im Gegenteil deine Äußerlichkeit, alle deine Bräuche; bleib Wischnitzer Chassid, sei so wie sie, so weit es nur geht. Warum? – das hat mir Rabash erzählt. Warum? Weil du, wenn du fällst, wenn du in einem Abstieg bist, dann nicht so fällst, wie sagen wir Eran fällt: Er fällt, und dann fällt er wie Eran von der Straße, ja, dorthin, woher er gekommen ist.

Er dagegen fällt wenigstens auf den Wischnitzer Chassid zurück, macht dann irgendetwas weiter und kommt nach und nach wieder heraus; er bleibt in irgendeiner Form ein Jude. Der andere kann plötzlich nach Indien springen oder an alle möglichen anderen Orte. Es macht also einen Unterschied, wohin der Mensch fällt. Das heißt: Es ist gut, zum Domem de Kedusha aufzusteigen, denn wenn du fällst, dann fällst du dorthin zurück. Verstehst du? Das war's.

Ich werde diese Erziehung nicht abschaffen, das sage ich dir im Ernst, denn ohne sie hätte das Volk keinen Bestand. Das war's. Aber andererseits müssen die Menschen verstehen, dass diese Erziehung nicht einfach zu verstehen ist. Du siehst ja, wie viele Jahre – bist du schon ein Jahr hier oder zwei?

Schüler: Anderthalb Jahre.

Rav: Anderthalb Jahre – und du sitzt immer noch hier, verstehst nicht, was mit dir geschieht, und streitest immer noch mit mir, dass da etwas nicht in Ordnung sei.

Schüler: Nein, … dass der Heilige, gepriesen sei Er, uns hilft, richtig, Er gibt uns den Punkt im Herzen, Er gibt uns die Gefäße, macht uns alles, … Gefäße des Gebens?

Rav: Du fragst also so: Wir lernen, dass der Heilige, gepriesen sei Er, gut ist und Gutes tut und dass Sein Ziel ist, den Menschen zum Ende der Korrektur zu bringen. Und das Ende der Korrektur des Menschen ist, dass der Mensch seinen Willen zu empfangen so entwickelt, dass er in seinen Handlungen den Handlungen des Heiligen, gepriesen sei Er, gleicht. Der Heilige, gepriesen sei Er, legt Tefillin an – nicht so wie du, sondern in spiritueller Form, ja?

Das heißt: im Zustand von Seir Anpin von Azilut, der groß wird und zu Arich Anpin aufsteigt und dort Handlungen macht, die „Anlegen der Tefillin" heißen – ein Siwug de Hakaa auf einer bestimmten Stufe. Dabei treten für ihn Lichter aus, von oben, von vorne, von hinten, ja? An der Stirn und im Nacken, was „Knoten der Tefillin" und „Tefillin" genannt wird. Und Mosche Rabbenu wurde nur der Stufe gewürdigt, auf der er nur die Rückseite der Tefillin sah; später wurde er auch der Vorderseite gewürdigt – aber das ist eine Geschichte für sich, und so weiter.

Der Heilige, gepriesen sei Er, will also, dass du die Tefillin so anlegst wie Er – das nennt man, dem Schöpfer ähnlich zu werden. Ja? Nun, das heißt eben nicht nur, ein Kästchen auf den Kopf und ein Kästchen auf den Arm zu binden; du musst diese Handlung wirklich machen, auf spirituelle Weise, ja?

Nun fragst du so: Gut, ich sitze hier schon anderthalb Jahre und verstehe, dass man es sowohl materiell als auch spirituell tun muss – aber warum gibt der Heilige, gepriesen sei Er, denen, die es materiell erfüllen, nicht den Willen, es auch spirituell zu erfüllen? Weil es zwischen dem einen und dem anderen keine Verbindung gibt. Das ist die Antwort: Es gibt keine Verbindung.

Ein Mensch kann zweitausend Jahre lang, Inkarnation um Inkarnation, die Mizwa der Tefillin erfüllen, und das vergrößert in ihm nicht den Willen zu empfangen – den Willen zu empfangen zur Spiritualität; davon wächst er nicht. Der Wille zu empfangen zur Spiritualität beginnt mit dem Punkt im Herzen, den der Schöpfer in den Menschen einpflanzt, verstehst du? Und das kann ein Säkularer sein und ein Religiöser, und meistens ist es ein Säkularer, weil ein Säkularer mehr sucht. Warum ist er säkular? Weil man ihm mehr Willen zu empfangen gegeben hat, ja? Weil ihm das Wissen nicht genügt – meistens ist es so, ja? Oder er ist schon so geboren, dann ist er eben auch ein säkularer Domem.

Aber das Erfüllen von Tora und Mizwot in der Materialität führt nicht zur Spiritualität, es vergrößert den Willen zu empfangen nicht. Der Wille zu empfangen ist ein völlig anderes Gefäß – der spirituelle Wille zu empfangen. Er beginnt beim Punkt im Herzen und geht von dort weiter in die Spiritualität, verstehst du? Du hast einen Machsom, eine Linie. Unterhalb dieser Linie gibt es den Menschen, und dieser Mensch ist ein Tier, das tierische Wünsche hat, ja? Nach Geld, Ehre, Wissen. Und wenn es danach einen Punkt im Herzen gibt, einen Willen zur Spiritualität, dann ist der völlig, völlig – das ist ein Teil des Göttlichen von Oben⁶ –, er gehört nicht zu den übrigen Wünschen, verstehst du? 24:07

Ein religiöser Mensch erfüllt seine Tora und Mizwot im Rahmen seines Lebens hier in dieser Welt, ohne diesen Punkt. Dieser Punkt ist schon etwas anderes, das ist der Wille zur Spiritualität. Siehst du? Solche gibt es auch – unter den Säkularen wie unter den Religiösen, unter den Juden wie unter den Nichtjuden, so wie Rabbi Eliezer und Rabbi Schimon schreiben, ja? Man sieht es, man sieht es bei Rabbi Akiwa, bei Onkelos, ja? Bei den Konvertiten, die es damals gab.

Das heißt: Diese Dinge kommen nach der Rechnung des Heiligen, gepriesen sei Er, von Oben. Es ist nicht zwingend, dass einem gerechten Vater gerechte Söhne folgen. Weiß das eigentlich jemand? Ich habe ein Buch, gerade jetzt habe ich zufällig darin gelesen – nicht einmal ich erinnere mich: die Söhne von Mosche Rabbenu, weißt du, wie sie heißen? Nein, na, siehst du.

Schüler: Nein …

Rav: Von Mosche Rabbenu, verstehst du? Da habe ich es zufällig gesehen – keiner weiß es. Wir sehen ja: Mosche hat die Tora übergeben an …? An Jehoschua. Verstehst du, der Punkt im Herzen ist keine Erbschaft; man pflanzt ihn jemandem ein, und so geht das. Auch ich bin nicht schuld daran, dass man mir so einen Willen gegeben hat, und ich handle schon nach diesem Willen, wie jeder andere.

Wenn der Punkt im Herzen im Menschen da ist, ist er da; wenn er nicht da ist, ist er nicht da. Seine Festigung, seine Enthüllung können wir nicht bewirken. Zwar schreibt der Ari – Rabash hat es gesagt –, dass du, wenn du irgendeinen Menschen nimmst und ihn in eine Gruppe setzt, die sich nach Spiritualität sehnt, ihm sozusagen eine Beschleunigung der Entwicklung verschaffst, und dass der Schöpfer ihm dann den Punkt im Herzen enthüllt. Was heißt „der Schöpfer enthüllt"? Dass er durch seine schnelle tierische Entwicklung in einen Zustand kommt, in dem dieser Punkt in ihm aufspringen muss, und dass er dann schneller aufspringt – dass sich die Entwicklungszeit verkürzt, die ihm bis zum Fühlen des Punktes im Herzen noch bleibt.

Aber Rabash sagte: Obwohl ich das schreibe, verstehe ich nicht, wie das möglich sein soll.⁷ Das heißt, es ist sehr schwer, fast unmöglich. Verständlich ist es durch das Or Makif: Wenn er, sagen wir, in die Gruppe kommt und anfängt, sich hier um den Unterhalt zu kümmern, an allen möglichen Stellen, in der Küche, wenn er mit uns sitzt, etwas hört, ganz ohne alles – dann muss er mehr Or Makif bekommen, dann muss er anfangen, sich zu verändern. Aber Rabash sagte, dass es trotzdem eine sehr, sehr schwere Sache ist.

Deshalb brauchen wir nur Menschen, die diesen Punkt haben. Wir brauchen nicht die ganze Welt, nur diesen Punkt. Wir müssen sie regelrecht in der ganzen Welt einfangen, ja? Warum muss unser Netz so über die ganze Welt gehen? Nur um diese Einzelnen zu fangen – und sie können unter allen Völkern sein. Wer sich sehnt, fertig, der wird kommen, der wird zur Erkenntnis des Schöpfers heranreifen; wenn nicht, dann nicht.

Ja.

27:46

Schüler: Äh …

Rav: Siehst du, gestern waren wir im Einkaufszentrum in Rischon, ja? Ein paar Leute aus der Gruppe Rischon kamen heraus, da kamen deine Leute und haben den Tisch umgeworfen und Chaos gemacht. Ich bin nicht wütend auf sie, denn das kommt aus Unverständnis, das ist wie ein Kleinkind … das ist wirklich so, sie verstehen nicht, was sie tun. Aber so etwas bringt nur Ärger. Sie verstehen nicht, dass es für jemand anderen noch eine andere Tora geben kann – so wie die Tora jenes Fischer, der in Rechovot sagte: Lasst ihn, findet ihm jemanden, denn mit dem, was ihr ihm gebt, kann er nicht zur Ruhe kommen. Sie verstehen es nicht, ihnen fehlt der Verstand dieses Rav Fischer, was soll man machen.

Ohne Rav Fischer hätte ich die Religion verlassen – so wie Rabbi Bunim gesagt hat, ja? Ich glaube – oder nicht, ich glaube, Elimelech –, der sagte, wenn er nicht gekommen wäre … das war vor zweihundert, dreihundert Jahren; auch er sagte, wenn er nicht zur Kabbala gekommen wäre, wäre er hinausgegangen und säkular geworden. So sehr langweilte ihn dieses Leben ohne das Erlangen des Göttlichen. Und sie verstehen nicht: Wenn ein Mensch wirklich den Willen zum Erlangen des Göttlichen hat, dann ist der viel stärker als alle anderen Wünsche; sie verstehen nicht, dass er einfach nicht anders kann. Sie wollen ihn wieder in den Kerker stecken, damit er so allein wie ein Esel dasteht.

Ich erinnere mich: Man gab mir die Gemara – nur das sollst du lernen, von morgens bis abends, das ist der Wille des Schöpfers und so weiter. Ich konnte es nicht. Und noch ein Schritt und noch ein Schritt: Ich ging nach Kfar Chabad, um ein paar Monate zu lernen, habe ein paar Traktate durchgenommen. Aber mit diesem Rav Silberman in Jerusalem habe ich das Traktat „Schabbat" gelernt. In Kfar Chabad habe ich das Traktat „Sanhedrin" durchgenommen und ein wenig „Bawa Mezia". Also ein paar solche Sachen. Aber wirklich: Ohne eine Antwort von Oben ist es unmöglich zu lernen. Und Baal HaSulam schreibt, und der HaGRA schreibt, dass für den, der darauf hofft, der darauf wartet, nur die Weisheit der Kabbala diese Ergebnisse bringen kann. Wie schreibt er im „Vorwort zum Talmud Esser haSfirot"? Die Tora ist trocken; wer fühlt, dass sie trocken ist, muss das lassen und sein Glück in der Weisheit der Kabbala versuchen.

Nun, was sagst du dazu?

30:44

Schüler:

Rav: Nein, nein, nein. Sie haben gar nichts gedacht. Sie … dass wir zu keiner Gruppe gehören – man kennt uns ja, Gott sei Dank. Sie sind einfach nicht einverstanden mit …, denn das ist Domem. Verstehst du? Auch das ist verständlich. Das ist die Reaktion eines Domem, der nichts ertragen kann, was wächst. Das Wachsende entzieht sich schon meiner Herrschaft.⁸ Es entwischt mir sozusagen unter den Händen, weil es wächst. Ich kann es bei mir nicht mehr in der Erde halten, verstehst du? Es wächst schon, es entkommt mir. Denn jedes Wachsen kommt dadurch zustande, dass der Mensch die vorherige Stufe zertritt, auf sie tritt, sie aufhebt. Darauf kommt die nächste Stufe, immer so: Du fängst an zu hassen, du trampelst die vorherige Stufe nieder.

Und davor haben sie Angst. Du kannst kein Zomeach sein, wenn du das Domem in dir völlig, völlig aufhebst. Nur so: Von ihm aus fängst du an aufzusteigen. Einerseits ist es deine Basis; andererseits musst du die ganze Zeit darauf treten. Deshalb haben sie Angst. Sieh mal, alles ein Irrtum. Was soll man machen?

32:14

Schüler: Was steht in … in diesen zwei Wochen, es gibt da ein Büro in Ra'anana für das Progressive Judentum. Unter ihnen dort … Stell dir vor, ich war bereit, das anzunehmen. Sie wollten Zeugnisse von mir. … Ich wollte viel beitragen. Progressives Judentum. … Ich wollte ihnen viel geben, und sie wollen Zeugnisse, sie wollen jemanden hier, der inzwischen kommt … in dem, was sie tun, und im Judentum beizutragen … ein bisschen Kabbala, ihnen viel zu bringen. Warum? … sie. … Ich wollte …

Rav: Auch das konservative Judentum und das progressive und all diese sind Domem. Auch sie sind Domem, nur was? Sie haben sich einen leichteren Rahmen ausgesucht. Ich kenne das. Ich komme zu meiner Mutter nach Kanada; daneben gibt es eine Synagoge. Da kommt jeder mit dem Privatwagen zum Schabbat, drückt die Zigarette aus, bevor er die Synagoge betritt, küsst die Mesusa. Er geht in die Synagoge, setzt die Kippa auf und fängt seinen Schabbat an. Danach dasselbe zurück: Man geht hinaus, zündet sich eine Zigarette an, redet ein bisschen übers Geschäft, fährt nach Hause, und das war's. Sie haben sich einen etwas leichteren Rahmen gemacht, aber es ist auch ein Rahmen, und den halten sie übrigens sehr streng ein. Die halten sich wirklich daran, oho …

Dort, wo mein Bruder wohnt, gibt es eine Synagoge – er wohnt in einer sehr teuren Gegend –, und diese Synagoge ist wirklich ein Palast, aus Marmor. Für jeden ein Platz, was für Sessel, was für alles. Ich bin dort hineingegangen: Da sind nur Anwälte und Ärzte, verstehst du? Ja, ja. Siebentausend Dollar im Jahr kostet es dich dort, Mitglied zu sein – nein, allein schon, um dorthin zu kommen.

Ich kam also dorthin, ging hinein, der Beginn des Gebets – es hat eine Viertelstunde nach dem Signal (?) angefangen. Normalerweise ist es so: Du kommst in eine Synagoge, dann kommt der Gabbai zu dir – „Wer? Was? Wie? Setz dich, bitte" – und regelt das. So ist es üblich. Dort dreht keiner … keiner dreht den Kopf zu mir. So ist das, weißt du … ja. Das ist schon etwas …

34:43

Schüler: … du kommst hinein wie in einen Kulturpalast …

Rav: Aber das ist gut. Ich sage dir – und ich meine es ernst –, trotzdem ist das gut. Denn bevor der Mensch irgendeinen Schlag bekommt … wie soll ich sagen? – einen Funken im Herzen, ist er wenigstens wie eine Herde. Er hat einen Platz, zahlt Geld dafür und reift nach und nach. Noch eine Inkarnation, noch eine, noch eine, und das war's. Also wirklich …

Schüler: … Kippa …

35:19

Rav: So ein Mann oder so ein Mann, das ist nicht wichtig. Nur was? Sicher … gut, wenn es nötig ist, wird der Schöpfer ihn erreichen, wohin er auch flieht, weißt du. Jona hat das versucht, und wir sind nicht klüger als er. Auch wir werden nicht entkommen. Eine sehr schöne Geschichte, wenn man sie Detail für Detail auslegt – wie Jona fliehen wollte. Das ist mehr als das, was Eran dort in der Ecke sitzt. Er hat wirklich … wie er geflohen ist. Wirklich, der Arme. Und siehst du? Es hat nichts geholfen. Das ist wirklich eine Geschichte über die Flucht vor der Aufgabe. Das macht jeder von uns durch, das versucht er in der Zeit des Abstiegs.

Ja.

36:19

Schüler: Kabbalisten haben doch immer dieselbe … Zwischen ihnen kann es niemals einen Mangel geben, keine Nicht-Übereinstimmung. Beide kommen zur Kabbala. Alles ist dasselbe. Wie kann es … eine Nicht-Übereinstimmung im Verständnis geben, so wie …

Rav: Nein, nein, nein. Du fragst: Ein Kabbalist, der zur Spiritualität kommt – das heißt, ein Mensch, der Spiritualität fühlt –, wie kann es sein, dass er anfängt, anders zu fühlen als ein anderer? Das ist genau wie in dieser Welt, wirklich genauso. Wie viele Menschen hast du in dieser Welt, Wissenschaftler, zwischen denen es Streit gibt: Der eine sieht die Wirklichkeit so und der andere anders.

Nicht über die Wirklichkeit, die sie sehen, sondern über die Gesetze, danach, wie die Wirklichkeit sich genau verhält, gibt es zwischen ihnen Meinungsverschiedenheiten. Das ist etwas, das teils verborgen und teils enthüllt ist. Du und ich sehen irgendeine Erscheinung, nur denkst du, dass diese Erscheinung in ihrem Ursprung so und so und so ist und deshalb vor unseren Augen so geschieht. Was vor unseren Augen geschieht, sehen du und ich gleich, aber du und ich sehen nicht, was dahintersteht. Das sind höhere Stufen. Das sind nicht die nächsten Stufen. Das kann eine Stufe sein, die noch zweihundert Stufen höher liegt.

37:46

Schüler: Aber beide sind doch zu … gekommen.

Rav: Nein. Wir sehen die Wirklichkeit, wie in unserer Welt – das erfasst du nicht –, aber die Ursache dessen, was wir sehen, kann zweihundert Stufen höher liegen als das, was wir erlangt haben. Und dann fangen wir an zu streiten: „Ist es so oder ist es so? Ist es so oder ist es so? Es kann so sein, es kann so sein." Es gibt zum Beispiel einen Streit zwischen Baal HaSulam und dem RaSHaSH.

Baal HaSulam wollte nicht einmal; er schreibt dort am Ende von „Beit Schaar haKawanot" ein wenig darüber. Aber was er schreibt, ist insgesamt nur ein kleiner Teil von dem, was es gibt. Für sie ist der Streit sehr, sehr grundsätzlich. Für uns nicht so sehr, denn der RaSHaSH ist wirklich der heilige RaSHaSH. Das, wozu er gekommen ist, sind für uns Worte des lebendigen Gottes.

Aber worauf er hinweist – auf die Ursachen oberhalb seiner Stufe, denn die Ursachen dessen, was er sieht, liegen noch zweihundert Stufen höher, und dorthin ist er nicht gekommen –, damit ist Baal HaSulam nicht einverstanden, weil Baal HaSulam weiter gekommen ist. Und dann schreibt er von der Stufe aus, die er erlangt hat, dass der RaSHaSH (?)⁹ sich nicht irrt in dem, was er dir als Tatsache ausbreitet. Die Tatsachen stimmen, aber wenn er sagt, das sei die Ursache dieser Erscheinung, dann irrt er sich darin. Wie bei uns zwei Physiker. Nun, was? Gibt es so etwas etwa nicht, sag mir? Es gibt unendlich viel davon, denn es geht schon um etwas Verborgenes, nicht um etwas Enthülltes. Um eine Ursache, und die Ursache ist verborgen. Sie kann sehr, sehr hoch sein, das heißt sehr, sehr weit entfernt.

Deshalb gibt es auch unter den Kabbalisten viele Meinungsverschiedenheiten, und das ist legitim. Denn sie forschen ja, sie erforschen insgesamt die Handlungen des Schöpfers. In dem Maß, in dem sie diesen Handlungen ähnlich werden können, erlangen sie sie; in dem Maß, in dem sie nicht ähnlich werden können, erlangen sie sie nicht. Aber die Ursachen liegen immer oberhalb dessen, was sie erlangen. Und darin, im Ausdrücken der Ursachen, können sie sich irren. Denn das ist etwas … „Was nicht erlangt wird" – das nennen wir nicht, „das benennen wir nicht mit einem Namen". Das ist es, was geschieht. Deshalb gibt es darin Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen.

Ja.

Schüler: Die Ursache muss man doch auch erlangen – wie kann man über die Ursache sagen …

Rav: Nein, es gibt Dinge, die man erlangt, und Dinge, die man nicht erlangt – eben die Ursache –, und trotzdem spricht man auch darüber. Nun, was soll man machen. Wie die Wissenschaftler, alle Wissenschaftler dieser Welt, ja – da gibt es welche, die einander wirklich hassen, weißt du: der Neid der Gelehrten. Weißt du, was für ein Hass da drin ist, größer als … Denn das ist in dieser Welt sozusagen die Stufe des größten Egos. In der Spiritualität ist das ebenfalls auf sehr hohen Stufen, denn es geht ja nicht um tierische Genüsse oder um Geld oder Ehre, sondern um Wissen, um Erkenntnis, um mein Ich. Da geht es nicht darum, dass ich so ein Auto gekauft habe und du ein größeres oder was weiß ich – davon reden wir nicht. Das ist Neid im Wissen, in der größten Sache, die es im Menschen geben kann. In dieser Welt ist das schrecklich, oh je, was die einander nur antun. Aber in der Spiritualität ist es wirklich so: Wer höher kommt, sieht andere Ursachen als jemand, der weiter unten ist. Für ihn ist das eben … was soll man machen.

Sagen wir, du schreibst jetzt etwas, ja? Du schreibst, was du durchgemacht hast – und in dem Teil, den du über das Durchgemachte schreibst, wird auch ein Teil sein, den du nicht durchgemacht hast; nur schreibst du darüber wie über Ursachen, wie über allerlei Dinge, die wirklich Ursachen sind und den Zustand ordnen, in dem du dich befindest. Fang also an zu schreiben, und du wirst sehen, dass es dem Menschen immer so geht. In dem Teil also, den du nicht durchgemacht hast … Was du durchgemacht hast, ist wahr, denn gegen das Gefühl kann man nichts machen; über das, was sich in das Gefäß einkleidet, redet man nicht. Aber wenn du anfängst, über die Ursachen zu reden, über das, was darüber liegt – und du wirst sicher auch darüber reden, obwohl du klein bist, ja –, dann kannst du dich darin irren.

Deshalb sage ich: Niemand darf irgendetwas herausgeben – nicht nur wegen der Politik in dieser Welt, sondern weil er sich in der Spiritualität auf sehr, sehr grundsätzliche Weise irrt. Mit dem, der den Machsom nicht überschritten hat, gibt es überhaupt nichts zu reden; er muss wirklich aufpassen, was er schreibt, ja. Das war's. Und auch nach dem Machsom gilt: Du schreibst nur über die Stufe, auf der du bist – was darüber liegt …

Schüler:

Rav: Es wird jemand in der nächsten Inkarnation kommen, mir widersprechen und Hackfleisch aus mir machen – sicher, bitte. Das ergibt sich einfach aus den Tatsachen, aus dem Leben, so kann es sein. Deshalb gibt es keinerlei Sicherheit; Sicherheit gibt es bis zu einer bestimmten Stufe, das war's. Ja. Aber mehr brauchen wir nicht, denn die Wahrheit … das ist für uns nicht wichtig. Was ist es mir wichtig, ob ich mich in den hohen Ursachen dort, wo ich bin, geirrt habe oder nicht? Wir sehen ja schon aus unserem Leben, dass das, was ich denke – ob ich mich irre oder nicht –, praktisch keine Wirkung hat; Wirkung hat die Menge der Anstrengung, nicht wie viel du im Verstand verstehst oder nicht verstehst. Deshalb ist das kein Problem: Du kannst in aller Ruhe einen Bösewicht so heilig nennen wie den heiligen Baal HaSulam¹⁰ – für uns ändert das überhaupt nichts.

44:00

Schüler: Aber wenn den Kabbalisten bewusst ist, was du jetzt sagst, wie kommt es dann trotzdem …

Rav: Glaub mir, was ich weiß, wissen die Kabbalisten auch. Wovon redest du?

Schüler: Nein, ich meine, das ist doch eine absolute Wissenschaft, wie kommt es dann trotzdem …

Rav: Was heißt „absolute Wissenschaft"?

Schüler: Es ist keine relative Wissenschaft.

Rav: Es gibt kein … nein, Gott bewahre. Ein Mensch schreibt:¹¹ Es gibt nichts Absolutes in der Wirklichkeit. Wo schreibt er das? Es gibt sogar eine Überschrift dazu.

Schüler: Das Göttliche ist etwas Absolutes.

Rav: Das Göttliche ist absolut bis zu der Stufe, auf der du einen Massach bekommst und sie erwirbst; diese Stufe ist etwas Absolutes. Oberhalb dieser Stufe ist es für dich nicht absolut. Alles ist relativ zum erlangenden Menschen.

Schüler: Und im Ende der Korrektur, wenn alle ankommen …

Rav: Über das Ende der Korrektur reden wir nicht. Über das Ende der Korrektur steht geschrieben: bis Elijahu kommt. Da gibt es keine Zweifel, da gibt es gar nichts.

Schüler: Dort gibt es keine Meinungsverschiedenheiten.

Rav: Ja, es wird sehr langweilig sein: kein Streit, gar nichts. Es steht ja geschrieben: bis der Tischbi kommt … wie?

Schüler: Der Tischbi wird klären …

Rav: Der Tischbi wird Schwierigkeiten und Probleme klären.

Ja, nun.

Schüler: Rabash schreibt hier im Artikel viel über die vielen Zustände, die ein Mensch durchmacht.

Rav: Ja.

Schüler: Alle möglichen Zustände: ein vollständiger Wille, ein unvollständiger Wille, er will bleiben, er will nicht bleiben, alle möglichen solchen Dinge. Wie kann ich mich, wenn ich das lese – wir haben über viele Dinge gelesen –, nicht selbst täuschen oder mich nicht daran festhaken, dass … Es ist klar, dass das vorbeigeht, aber wie überspringt man überhaupt diese Phase mit solchen Illusionen: ob ich in diesem Zustand bin oder nicht, in einem anderen Zustand, und all solche Dinge.

Rav: Du liest und hörst Artikel oder meine Erklärung – du kannst nicht bestimmen, wie das auf dich wirkt. Du kannst überhaupt nicht bestimmen, wie dein Denken verläuft und wofür. Du musst das einfach annehmen, hören und, wie ich gesagt habe, durchlaufen lassen wie durch eine Maschine zum Hacken von …

46:21

Schüler: Ein Fleischwolf.

Rav: Ein Fleischwolf, genau. So musst du es durchlaufen lassen, das war's. Es geht in die Ohren hinein und macht dort irgendetwas – egal was, überhaupt nicht wichtig. Es liegt nicht an dir zu bestimmen, wie es wirken soll. Man hat mich das auch im Internet gefragt: Wie komme ich genau zu dieser und jener Eigenschaft? Ich habe geschrieben: Wie kann es sein, dass ein Mensch festlegt, dass er zu dieser und jener Eigenschaft kommen muss? Woher weißt du, dass du dorthin kommen musst? Vielleicht kommt deine Reihe dafür – das heißt, der Zeitpunkt, an dem du dorthin kommst – erst in einem Jahr, und inzwischen musst du andere Dinge durchmachen. Kennst du den Aufbau deiner Seele? Weißt du, was du jetzt denken musst? Was in deiner Hand und in deiner Kraft liegt, das sollst du tun, das war's. Und die übrigen Dinge geschehen von selbst: Du rufst das Licht herbei, das Licht leuchtet auf deinen Aufbau, und das war's.

Du bist doch Chemiker, du weißt: Es gibt so ein sehr großes Molekül, ja – sagen wir, ein Molekül; vielleicht wissen wir nicht, was darüber hinaus ist, ja, was ein Gen ist; ich weiß, was ein Gen ist, du weißt es, ja, irgendetwas. Dieses Molekül hat Milliarden Teile, alle miteinander verbunden – jeder ist übrigens mit allen verbunden; das ist ein spirituelles Molekül, jeder ist mit allen verbunden.

Schüler: Wo ist die Materialität?

Rav: Das ist schon ein Problem. Auch in der Materialität ist es so, aber in der Materialität will man es irgendwie einfacher machen, ja, das war's, verstehst du. Und jeder hat innerhalb desselben Aufbaus seinen eigenen Charakter: Das eine ist größer, das andere kleiner, und die Verbindung zwischen den Dingen ändert sich. Das heißt, der Aufbau selbst ist derselbe, aber das Gewicht jedes einzelnen Teils ist bei jedem anders, und die Verbindung zwischen allen Teilen ist bei jedem seine eigene. Das ist sozusagen wie das Skelett bei uns im Körper: dasselbe Skelett bei allen, ja, aber der Unterschied liegt schon in den inneren Dingen, in den Knochen drin, da drin.

Bin ich also klug genug, bei einem so komplizierten Aufbau, den ich überhaupt nicht kenne und nicht fühle und von dem ich jetzt kaum zum ersten Mal höre, festzulegen, was bei mir dort jetzt mehr korrigiert sein muss und was weniger, im Zusammenhang womit und wozu? Was für eine Dummheit. Was kann ich stattdessen tun? Nur eine sehr große Lampe holen: Je stärker sie auf dieses große Molekül leuchtet, desto mehr entwickelt es sich. Und die Lampe anzuzünden und ihr Licht zu verstärken kann ich nur durch das Lernen der Kabbala. Das ist alles. Wir haben mit dieser ganzen Sache nichts weiter zu tun, gar nichts – nur das Licht ein wenig zu verstärken, das die Lampe auf diesen Aufbau der Seele wirft. Noch einen Tropfen hineinzugeben, noch einen Tropfen Anstrengung.

49:32

Schüler: Ob man will oder nicht …

Rav: Was?

Schüler: Von diesen Dingen, die geschehen, geht etwas nach innen; es ist nicht nur wie ein Mixer, wo alles gleich wieder herauskommt – ein Teil geht hinein.

Rav: Nein, nein, nein, nein. Du fängst also an zu denken, und dann machst du sicher eine Art Kompilation zwischen den Dingen – Kompilation, sagen wir …

Schüler: Eine Gleichung.

Rav: Eine Gleichung, sagen wir, ja. Und das ist sicher so: Du arbeitest mit dem Kopf, du arbeitest mit dem Herzen. Aber auch dass du mit dem Kopf und mit dem Herzen arbeitest, ist schon ein Ergebnis davon, wie das Or Makif auf dich leuchtet und dir Kopf und Herz zur Arbeit vorbereitet. Es kann nicht sein, dass du zuerst kommst. Es sei denn, du willst, dass dieses Licht beim nächsten Mal schneller etwas mit dir macht, dass es das mehr beschleunigt – bitte. Aber es kann sein, dass diese Beschleunigung etwas Unangenehmes ist: fallen, davonfliegen, aufstehen, rennen, was weiß ich – keine besonders angenehmen Dinge, egal. Aber dem kannst du nicht ausweichen; du kannst nur die Entwicklung beschleunigen. Und wenn du in dieser Entwicklung handelst, führt dich deine Einstellung zur Entwicklung zu einem anderen Gefühl der Entwicklung. Das heißt, sogar schlechte Dinge erscheinen dir als gut, du nimmst sie als gut an, und sie gehen auch in deinem Gefühl auf gute Weise vorüber. Das war's.

50:53

Schüler: Wir sagen, dass alles, was wir eigentlich tun, darin besteht, die Einstellung zu geben, die Einstellung zu ändern.

Rav: Ja.

Schüler: Wie mache ich das dann, statt stundenlang oder – ich weiß nicht – tagelang in einer bestimmten Einstellung festzustecken, in einem Zustand, in dem sich fortlaufend kein Schritt lohnt?¹²

Rav: Ich sage dir: Wenn es dir schlecht geht oder wenn du dich beschleunigen willst, dann komm hierher und fang an, hier im Zentrum zu arbeiten. Geh in die Küche, bitte darum – ich weiß nicht, ob sie dich lassen, es gibt viele, die sich darauf stürzen.

Schüler: Die Dienste … (?)

Rav: Aha, genau. Komm in die Küche arbeiten, komm noch etwas putzen, komm etwas ordnen, oder mach etwas im Internet – egal was, mach irgendeine Arbeit. Du wirst sehen, wie viel schneller du da herauskommst. Und je mehr die Arbeit mit den Händen ist, in der Materialität, und nicht die geistige Anstrengung dort – schreiben, übersetzen –, desto leichter ist sie. Das ist sehr gut. Wenn wir jedem so eine Arbeit im Überfluss geben könnten, körperliche Arbeit … Du hast einfach zugegriffen, das … Küche?

Ja.

Schüler: … sich an irgendeinem Ort befinden … im Geben, und dass man jedes Mal ein größeres Mikroskop bekommt und insgesamt doch nur sieht, dass diese Gruppe sich in der Unendlichkeit befindet und nie das wahre Wesen der Dinge erlangt.

Rav: Ich verstehe nicht. Eure Forderung … Du fragst so: Warum dauert das eigentlich so lange? Ist das die Frage, ja?

Schüler: Nein, die Frage ist, ob überhaupt … Wir lernen doch zum Beispiel über die Sefirot und über … und wir sehen die ganze Zeit … wächst … in unendlicher Menge. Die Frage ist also, ob ich das jemals überhaupt knacken kann, wenn dort von Unendlichkeit die Rede ist.

Rav: Du fragst so: Wenn sich das von der Unendlichkeit her erstreckt, müsste es unendlich lange dauern. Nun, was? Also wieder die Frage der Zeit. Dann sage ich dir: Alles hat ein Ende. Auch die Wissenschaftler sagen, dass diese Welt seit zwanzig Milliarden Jahren besteht, ja, so ungefähr – ich weiß nicht, was sie denken.

Schüler: Inzwischen sagen sie schon etwas anderes.

Rav: Inzwischen sagen sie schon etwas anderes, in Ordnung, das ist mir nicht wichtig, das ist überhaupt nicht wichtig. Nun, wie lange existiert der Mensch? Sagen wir, eine Million Jahre. Und wie lange existiert der Punkt im Herzen im Körper des Menschen? Fünftausendsiebenhundert Jahre seit dem ersten Mal, dass er sich im Menschen enthüllt hat; von Awraham Awinu an sind es, sagen wir, dreitausendsiebenhundert Jahre, und so weiter. Du siehst, dass die Entwicklung sehr, sehr langsam ist. Aber je näher es zum Ende der Korrektur geht, desto mehr steigt die Entwicklung regelrecht exponentiell an – ich weiß nicht, wie man das auf Hebräisch sagt.

54:10

Schüler: Sprunghaft, beschleunigt.

Rav: Sprunghaft? Beschleunigt? Ich weiß nicht. Aber jedes Mal ist es eine Progression, die nicht linear ist, sondern so. Wir sehen, wie die Welt innerhalb des zwanzigsten Jahrhunderts so weit vorangekommen ist, wie sie vorher in zweitausend Jahren nicht vorangekommen ist. Was war denn in hundert Jahren los? Und heute wird es innerhalb von zehn Jahren einen Fortschritt geben wie – was weiß ich – wie in zweitausend Jahren davor, und so weiter. So ist diese Sache.

Aber trotzdem, trotzdem dauert diese Sache sehr lange, weil unser allgemeiner Aufbau so kompliziert ist. Wir kennen ihn nicht, wir verstehen nicht, dass jeder von uns ein unendliches Gefäß in sich einschließt, in dem nur ein einziger Punkt mir gehört; die übrigen Punkte gehören nicht mir, die stammen aus dem Rest der Malchut de Ein Sof. Und diese übrigen Punkte muss ich mir anschließen, um zu geben: sie in mich aufnehmen, sie so kennenlernen, wie ich nicht einmal den Punkt kenne, der mir gehört, auf ihn verzichten und mich mit allen verbinden, mit all den übrigen Punkten, und daraus ein Gefäß bauen. Mit diesem Gefäß muss ich mich an den Schöpfer wenden, anfangen, mich mit Ihm zu paaren, um zu geben. Kurz gesagt: Das sind sehr, sehr langsame Handlungen.

Nicht, weil sie an sich langsam wären – die Korrekturen sind sehr schnelle Korrekturen, Milliarden Handlungen pro Sekunde, wenn man das so sagen kann. Es gibt dort keine Zahl von Handlungen und keine Zeit, ich kann es dir also nicht sagen; ich werfe dir das einfach so hin, damit du es verstehst. Aber obwohl es Milliarden pro Sekunde sind – weißt du, es ist wie beim Computer: Er macht wirklich so viele Operationen pro Sekunde, und trotzdem müssen wir manchmal warten und warten, bis du … weißt du, wenn du von irgendwoher Information trinken, sie in dich hineinsaugen willst, dann wartest du manchmal eine halbe Stunde, bis sie durch dein dünnes Kabel aus irgendeinem großen Speicher ankommt, und so weiter.

Kurz gesagt, bei uns hier ist es dasselbe. Deshalb scheint es uns, dass wir auf der Stelle stehen – dabei kommen wir voran, und zwar sehr, sehr schnell. Ich sage dir: mehr als in der Materialität. So viele Veränderungen es in der Materialität jeden Tag gibt – in der Spiritualität ist es noch viel, viel mehr. Das war's. Und verglichen mit den Millionen und Milliarden Jahren, in denen wir uns vorher durch alle möglichen Stufen von Domem, Zomeach, Chai und Medaber entwickelt haben – und jetzt Spiritualität –, ist unsere Geschwindigkeit jetzt in einer solchen Beschleunigung, dass du sehen wirst, was sich innerhalb von ein, zwei Jahren in der Welt verändert. Ich glaube nicht, dass man so schnell aufhören wird, uns in den Einkaufszentren die Tische umzuwerfen, ja – das ist Domem, das verändert sich nicht. Aber wir werden uns verändern.

Schüler:

Rav: Wenn man zur allgemeinen Korrektur kommt und der Mensch endlich sein wahres Gefäß bekommt, das mit all seinen übrigen Teilen verbunden ist – mit denen, die ihm vorher als äußere Teile erschienen, die sich in allen Menschen befinden –, dann fängt er an zu fühlen, dass sie eigentlich seine Teile sind. Er sammelt sie zusammen, und aus dieser Zusammenfügung entsteht ein einziges großes Gefäß, und darin fühlt er den Schöpfer in Seiner Fülle. Er macht mit dem Schöpfer einen Siwug de Hakaa – Malchut mit dem Licht, das Geschöpf mit dem Schöpfer –, er macht mit dem Schöpfer diesen Siwug de Hakaa. Und der Schlag richtet sich nur gegen den Willen zu empfangen des Menschen, damit er nicht „um zu empfangen" sei, sondern „um zu geben".

Den Schöpfer schlägt er, Gott bewahre, nicht. Es ist nicht so, wie wir es in Worten sagen, dass Malchut auf das Licht schlägt und es zurückschickt: Sie schlägt auf ihren eigenen Willen, der auf direkte Weise genießen will. Wenn der Mensch also anfängt, den Schöpfer in sich aufzusaugen – wer Er ist, was Er ist –, wenn er anfängt, Ihn sozusagen zu verschlingen, in dem Maß, in dem er Ihm ähnlich wird, im gemeinsamen Ähnlichwerden – dann, aus der Malchut de Ein Sof heraus … Was danach geschieht, nachdem Geschöpf und Schöpfer sich wirklich als eins vereinigen, ohne Unterschied zwischen ihnen, darüber können wir nicht reden. Dort, sagt man, gibt es einen Weg – und dann fängt ein wirklich unendlicher Weg an.

Unendlich – denn für uns heißt „unendlich" jetzt, dass es von unserer Seite keine Begrenzung gibt beim Empfangen des Schöpfers in uns, bei der Dwekut mit Ihm, beim Anhaften an Ihn; dass es von unserer Seite keine Begrenzung gibt. Wir sprechen über die Begrenzung; es gibt keine Begrenzung der Unendlichkeit. Aber danach wird es schon so, dass unser Gefäß ohne Begrenzung ist, und dann treten wir wirklich in einen unendlichen Gang ein. Dann gehen wir wirklich immer weiter, weiter, weiter in den Schöpfer hinein. Dort ist es dann schon …

Gut.

(Ende der Lektion)