Tägliche Lektion14. Mai 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 27 (1991) (01.01.2003)

Rabash. Artikel 27 (1991) (01.01.2003)

14. Mai 2026

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Morgenabschrift 01.01.2003 Buch „Schriften des Rabash", Band 2, Artikel „Wenn eine Frau als Erste befruchtet, bringt sie einen Sohn zur Welt"

Rav: „… eine Frau wird befruchten und zuerst einen Sohn gebären, in der Arbeit", das ist aus „Stufen der Leiter", Band 5, aus Artikeln, die zum Teil Talmud Bawli, Berachot, S. 11, gehören.

Unsere ganze Arbeit ist nicht am Mangel. Der Mangel ist da. Sondern daran, wohin dieser Mangel ausgerichtet sein wird – das nennt man die Absicht. Absicht ist die Ausrichtung meines Mangels, wohin ich ihn ausrichte, auf welches Ziel. Was ich möchte, dass sich im Mangel offenbart. Womit dieser Mangel gefüllt wird. Der Mangel füllt sich mit Genuss. Welche Art Genuss möchte ich, dass sich in meinem Mangel offenbart, wovon entscheide ich, dass ich genießen möchte?

Sicher sind alle Entscheidungen darüber, wovon man genießt und nicht anders. So sind wir gebaut. Aber wovon man genießt, das kann sein: davon, dass ich gebe, oder davon, dass ich empfange. Davon, dass ich in Anhaftung an den Schöpfer bin, oder davon, dass ich von ihm getrennt bin und die Hauptsache ist, dass ich erreiche, was ich möchte. Das heißt, von Genüssen, die aus den Tiefen der Klipot sind, bis zu den Genüssen, die die höchsten sind, auf der Stufe des Schöpfers selbst. Das alles ist die Absicht, wovon ich genießen möchte. Mein Wille zu empfangen ist einfach, gleichsam wie ein Hohlraum, ein leerer Platz, den ich füllen möchte.

Das kann man sich richtig wie einen Menschen vorstellen, der essen will und nicht weiß, was. Er hat überhaupt keine Reschimot. Und dann wählt er aus, woran er sich vom Essen erfreuen möchte, so vielleicht. Also müssen wir im Grunde das Thema wählen, wovon wir genießen. Anfangs wird uns durch die Natur, diese Welt, beigebracht, was es heißt zu genießen, durch alle Arten kleiner, einfacher, gewöhnlicher Dinge. 03:07

Das heißt, der Schöpfer hat den Willen zu empfangen erschaffen, hat ihn in irgendeinen Zustand hineingesetzt, in dem vor dem Willen zu empfangen alle Arten von Genüssen vorhanden sind. Damit der Wille zu empfangen sie in instinktiver, natürlicher Weise möchte. Und er macht Berechnungen, was besser ist als das, dieses statt jenes und so weiter, Berechnungen. Das geschieht, um den Willen zu empfangen zu entwickeln. So ist diese ganze Umgebung um den Willen zu empfangen herum aufgebaut, in solchen Kleidern, die diese Welt genannt werden.

Und von dort aus muss der Wille zu empfangen anfangen sich zu entwickeln, das heißt, andere Quellen von Genüssen zu finden. Wenn er nur in dieser kleinen Umgebung eingesperrt bleibt, in die er geboren wurde, und von dort diese Genüsse saugt, wird er darin bestehen wie ein Tier und sich nicht entwickeln. (Russisch) Sondern er beendet sein Leben auf derselben Stufe.

Entwicklung kann nur stattfinden, wenn der Wille zu empfangen sich selbst eine völlig andere Umgebung erschließt, mit völlig anderen Genüssen, mit einer völlig anderen Art von Genüssen. Und dann erwirbt er, was man andere Leben nennt, ein spirituelles Leben. Das heißt, es gibt eine Umgebung und es gibt eine zweite Umgebung. 05:07

Wie schiebt man den Menschen dazu, sich in die zweite Umgebung zu entwickeln? Man gibt ihm Verlangen von oben, sicher. Dass man dem Menschen Verlangen von oben gibt, nach Genüssen, die sich nicht in seiner kleinen Umgebung befinden, in die er in dieser Welt geboren wurde, das nennt man: Ein Mann, der sät. Der Heilige, gepriesen sei Er, er heißt Mann. Er sät. Er gibt dem Menschen Erweckung zur Spiritualität. Er sät zuerst. Vom Menschen kann sicher keine Erweckung einfach so kommen. Sondern durch Reschimot, durch die Lichter, die auf die Reschimot scheinen, fühlt der Mensch plötzlich ein Verlangen nach etwas außerhalb dieser Welt.

Und dann, dadurch, dass der Mann zuerst sät, gibt der Heilige, gepriesen sei Er, ihm einen Mangel, eine Weibliche wurde geboren, einen Mangel nach Spiritualität. Das ist, was der Mensch fühlt. Und dann macht er allerlei Anstrengungen, um dieses Verlangen umzusetzen, zu verwirklichen, es zu füllen. Läuft hier und dorthin, wie ist es möglich, Lernen, Gemeinschaft, allerlei Dinge, ja? Bis er findet, bis er versteht, bis er anfängt, sich irgendwie dabei zu sehen, wie er an der Erlangung der Füllung arbeitet, beginnt sich ihm langsam zu klären, das dauert Jahre, dass sein Wille zu empfangen, obwohl er ihn von oben bekommen hat, nicht dieselbe Art … die Art, sagen wir, die Form, das Gepräge hat, das für die Füllung gebraucht wird. 07:08

Das heißt, der Wille zu empfangen ist im Grunde vorhanden, aber er ist kein Wille zu empfangen für die Füllung, die jenseits dieser Welt ist. Denn jenseits dieser Welt, dort ist eine andere Füllung und ein anderes Gefäß. Diese beiden Dinge muss man erwerben. Er fängt an zu entdecken, der Mensch, dass das, was der Schöpfer ihm gegeben hat, ihm im Grunde kein Verlangen nach Spiritualität gegeben hat. Obwohl in ihm gleichsam ein Mangel geboren wurde, eine Weibliche.

Der Schöpfer hat ihm einfach irgendein rohes Verlangen nach irgendeiner Füllung gegeben, die er nicht vor sich hat. Dieses Verlangen muss in einem völlig, völlig anderen Gefäß sein. Dieses Verlangen muss in einem Gefäß des Gebens sein. Dass der Mangel sich selbst füllen muss mit Genüssen des Gebens. Dass der Mensch in einen Zustand kommt, in dem er einen neuen Mangel braucht und keine Füllung, dann können wir tatsächlich sagen, dass der Schöpfer, der Mann, gesät hat und sie hat eine Weibliche geboren.

Das heißt, dass der Mensch nach allerlei Suchen versteht, dass ihm keine Füllung fehlt. Es fehlt ihm ein Mangel, ein Mangel des Gebens. Und wenn er diesen Mangel des Gebens hat, das ist wirklich ein Mangel, der geboren wurde. Denn ein gewöhnlicher Mangel, den ein Mensch vom Punkt im Herzen her fühlt, einfach so, weil er in ihm erweckt wurde, das ist ein Mangel. Ich möchte noch die ganze kommende Welt erfassen, oder etwas, was ich mir als die kommende Welt vorstelle. Das nennt man nicht wirklich eine Weibliche. Wir sprechen in Bezug auf Spiritualität von männlich und weiblich. Also ein Mangel an Kräften zu geben, eine Absicht zu geben, das nennt man weiblich. Und dann diese Weibliche, diese Frau, die wirklich diesen Mangel nach Gefäßen des Gebens fordert, fordert vom Schöpfer, dass sie Gefäße des Gebens hat, Kräfte zu geben, das nennt man, dass die Frau zuerst sät, dass sie fordert.

Und dann, als Folge dieser Forderung – die Frau sät zuerst – dann wird ein Männlicher geboren. Dass der Mensch wirklich Gefäße des Gebens empfängt, was er erbittet, denn diese Gefäße des Gebens können nicht ohne die Vorbereitung des Gebets kommen, und der Schöpfer sagt ja, dass dieses Gebet so kommen muss, dass es Gefäße des Gebens sind, wirklich Gefäße des Gebens, das heißt ein Gebet für die Allgemeinheit, ein Gebet für den Nächsten. Das heißt, Gefäße des Gebens werden so geprüft, so werden sie wirklich im Menschen empfunden, dass das Gefäße sind, das ist ein Mangel nach dem, was außerhalb seines Körpers ist, das nennt sich Gebet, wirklich Gebet, und nichts anderes von dem, was vorher war.

Das heißt, ein Gebet kann nur für Gefäße des Gebens sein, wahre Gefäße des Gebens. Und dann, weil die Erweckung zu diesen Gefäßen aus dem Menschen heraus kommt, nennt man das: Die Frau sät und ein Männlicher wird geboren. Dadurch, dass der Mensch selbst möchte, dass ein Gefäß des Gebens kommt, macht der Schöpfer es für ihn und gibt ihm Kräfte dazu, und im Menschen wird ein Gefäß des Gebens erschaffen.

Das ist einfach ähnlich dem, wie wir auf unserem Weg von unten nach oben gehen. Zuerst müssen wir in Malchut hineinkommen, den Mangel erlangen, einen Mangel von Malchut, um wie Keter zu sein, um wie ein Gebender zu sein.

Und dann, wenn man wirklich Kräfte erwirbt, um zum Gebenden zu werden, kommt man zu Keter. Malchut steigt zu Keter auf. Erste Erweckung vom Schöpfer. Zweite Erweckung vom Menschen, und dann erlangt er Spiritualität.

Das ist im Grunde die Zusammenfassung.

Ja.

12:40

Schüler: Was ist diese Angelegenheit eines Gebets für den anderen, für die Allgemeinheit? Was ist das, wie macht man das, worüber geht das?

Rav: Ein Gebet für den Nächsten, das nennt man alle Gedanken und alle Verlangen von mir, die außerhalb meiner sind, für das, was außerhalb meiner ist. Und es ist für mich nicht wichtig, ob das der Schöpfer ist oder die ganze Menschheit. Wir sind sicher nur zu der Zeit, nur in Zuständen, die wirklich sehr weit fortgeschritten sind, kurz vor dem Machsom, kurz vor der Umsetzung des richtigen Gebets, beginnen wir zu fühlen, dass entweder der Schöpfer oder die ganze Welt wirklich dasselbe ist. Denn wir außerhalb der Gefäße fühlen nichts.

Und wie kann ich trotzdem außerhalb meines Gefäßes fühlen, das ich es bin und das der Schöpfer ist? Was in den Gefäßen aller Welt empfunden wird, was sich dort mir offenbart, das ist im Grunde der Schöpfer mir gegenüber.

Schüler: Wie macht man das?

Rav: Gefäß oder Schöpfer – der Schöpfer offenbart sich in den Gefäßen. Nur wenn ich ihn in meinem Gefäß offenbare, nennt man das bei mir diese Welt. Wenn ich ihn in den Gefäßen aller übrigen Seelen offenbare, nennt man das die kommende Welt, die spirituelle Welt, oder den Schöpfer.

Schüler: Und wann gibt es diese Verbindung mit der ganzen Welt?

Rav: Diese Verbindung mit der ganzen Welt, in dem Maß, wie du einen Massach erwirbst, dass du dich dann nicht nach innen zu dir selbst wendest, sondern dich nach außen wendest.

14:35

Schüler: Also muss jede Bitte für die ganze Welt sein?

Rav: Baal HaSulam beschreibt im Buch „Matan Torah" den Zustand so, dass der Mensch, wenn er wächst, zuerst um sich selbst besorgt ist, und danach um seine Familie, und danach um seine Umgebung, und danach um das Land, und danach um die ganze Welt. Ja. Das ist einfach – er beschreibt uns dort einen Menschen, der groß ist, einfach groß, in gleichsam menschlicher Form.

Wenn wir in spiritueller Form sprechen, dann sicher. Stell dir nur vor, dass unsere ganze Wahrnehmung – wie wir jetzt die Wirklichkeit durch fünf Sinne aus unserem Verlangen heraus wahrnehmen – unsere ganze spirituelle Wahrnehmung ebenfalls innerhalb unseres allgemeinen Verlangens stattfindet, das „Adam HaRishon" genannt wird, die allgemeine Seele. Ich bin ein Teil von Adam HaRishon, sagen wir einer von 600.000. Was ich in meinem Teil erlange, das nennt man diese Welt, in mir, was ich aufnehmen, womit ich mich füllen kann. Was ich dadurch erlange, dass ich in die Empfindung der äußeren Gefäße hinausgehe und in ihnen erlange, das nennt man meine äußere Welt. Mein Äußeres, das heißt die spirituelle Welt, in der ich als Seele in diesen Gefäßen bin, in spirituellen Gefäßen.

16:04

Schüler: Also wie macht man das während des Unterrichts?

Rav: Wie macht man das während des Unterrichts? Wie wir gesagt haben: Wenn du den anfänglichen Mangel dafür hast, hat der Schöpfer dir Treibstoff gegeben, dann setze dich weiter zum wahren Verlangen fort.

Schüler: Nur das zu wollen?

Rav: Nur wollen, mehr brauchen wir nicht. Gebet, das nennt man, dass ich ein Verlangen erlangen möchte. Ein Mangel nach dem Mangel – hier gibt es viele Unterscheidungen.

Und unsere ganze Arbeit, in jedem, mit dem ganzen Abschnitt, vom Anfang der Empfindung des Punkts im Herzen bis zum Durchqueren des Machsom, dieser ganze Weg, in der doppelten Verhüllung und in der gewöhnlichen Verhüllung, in vorsätzlichen Sünden und danach in unbeabsichtigten Sünden, besteht darin, dass wir in uns ein Verlangen, einen Mangel, nach einem Gefäß des Gebens herausbilden müssen. Wie er uns in der „Einleitung zum Talmud der Zehn Sefirot" sagt: Was nennt man „nicht für sich"? Dass ich Spiritualität sehr für mich selbst möchte und auch dem Schöpfer geben möchte. Diese beiden Dinge müssen schon zusammen sein. Das nennt man nicht für sich. Dass ich dadurch, dass ich ein Verlangen habe, dem Schöpfer zu geben, fühle, dass meine übrigen Verlangen für mich selbst sind. Und dann verstehe ich den Unterschied zwischen ihnen, und ich bin in beiden zusammen.

Er sagt, es soll dem Menschen klar sein, dass, wenn er wüsste, dass er nur Gefäße des Gebens bekommt und nichts für sich selbst haben würde, er das nicht will, er zu so etwas nicht fähig ist. Das nennt man das wahre „nicht für sich", aus dem man zum „für sich" kommt.

Und auf dieses Verlangen muss man wirklich gespannt sein, so den ganzen Tag und die ganze Nacht, wie er in den „Igrot", Seite 70, im „Pri Chacham", beschreibt. Und das war's. Also – im Grunde, vom anfänglichen Verlangen, das Punkt im Herzen heißt, das man den Mann nennt – der Schöpfer hat in uns gesät, und daraus wurde eine Weibliche geboren – wir müssen diese Weibliche vergrößern, dass dieser Mangel der maximal mögliche Mangel sein wird in dieser Welt.

Maximal in dieser Welt, das heißt, über allen Verlangen dieser Welt; obwohl ich sie möchte, ja, möchte ich, dass ich auch ein Verlangen habe, dem Schöpfer zu geben. Und das nennt man wirklich eine Weibliche, dass sie dann sät und ein Männlicher wird geboren, eine Kraft zu geben, der erste Massach. Das ist wirklich schon das, was man „Säugling" nennt, der in der Spiritualität geboren wurde. 19:50

Schüler: Was ist das für ein Zustand, von dem er erzählt hat, dass der Mensch ein Verlangen nach Füllung hat und der Mensch einen Mangel möchte? Mangel wird zur Füllung für ihn? Man sagt, dass…

Rav: Kann ein Mangel eine Füllung sein?

Schüler: Nein, was ist dieser Prozess? Das heißt, man gibt ihm eine Füllung, er möchte eine Füllung von der Art eines Mangels.

Rav: Ein Mensch, der aus dem Willen zu empfangen erschaffen ist, kann niemals von einem Mangel leben. Einfach, die Schöpfung selbst verlangt eine Füllung. Die Frage ist, womit er sich füllt, mit welcher Art von Genuss er sich füllt. Wenn ich weiß, dass mein Mangel auf das größte Ding gerichtet ist, und ich habe das größte Ding noch nicht erlangt, aber der Mangel selbst bringt mir irgendeine Art Leuchten aus der Ferne von diesem großen Ding – sonst hätte ich keinen Mangel nach diesem Ding. Dann kann dieser Mangel für mich eine Füllung sein.

Was heißt das? Dass ich mich mit ihm zufriedengebe und nichts anderes möchte. Denn wenn ich etwas außer ihm habe, dann wäre das schon kein Mangel mehr nach demselben Ding. Sogar eine Füllung, die zu mir kommen würde, sie würde als Füllung kommen, die mich von demselben Ding entfernt, nach dem ich mich sehne. Deshalb ziehe ich es vor, im Mangel zu bleiben, und ein Mangel nach diesem Ding dient mir wirklich als Füllung. Ich freue mich darüber, dass ich es möchte.

Reicht das? Das reicht nicht – das kann man sich vorstellen als „geben um des Gebens willen". Sicher ist das nicht das Ziel, aber trotzdem habe ich darin einen Genuss, ich habe darin eine Rechtfertigung für meinen Zustand. Und das ist wirklich ein Zustand, der dem Menschen in dieser Welt zusteht.

Ja.

Schüler: Aber wenn es kein Leuchten der Größe des Dinges gibt, nach dem ich mich sehne, dann gibt es auch kein Sehnen nach diesem Mangel. Das heißt, wenn ich mir nichts Großes vorstelle, nach dem ich mich sehne …

Rav: Richtig. Sicher hängt unser Verlangen vom Maß einiger Faktoren ab, die es gibt. Leuchten von oben, Erweckung der Reschimot von unten, und so weiter. Das können wir erbitten. Damit haben wir kein Problem, das können wir erbitten. Wir können fordern, denn ich fordere, dass ich ein Gefäß habe, ich fordere von ihm keine Füllung. Auch danach, „Eine Frau, die sät und einen Sohn gebiert" – ich fordere. Was fordere ich? Ich fordere ein Gefäß, ich fordere ein Verlangen zu geben. Ich fordere nicht, dass du mich füllst. „Gib mir die Möglichkeit, dir zu geben, dass das Geben an dich meine Füllung sein wird."

Womit füllt sich eine Mutter, die dem Kind gibt? Nur durch ihre Tat, dass sie ihm gibt. In dem Maße, wie es genießt, genießt sie. Sie hat keinen Genuss für sich selbst, ja? Sie gibt ihm, sie denkt nicht daran, dass es ihr gut gehen wird. Wir sprechen nicht in der Tiefe der Sache. Denn das ist sicher tierisch, und darin ist der Egoismus, die Natur. Aber wie auch immer, das ist ein Beispiel, irgendwie eine Übertragung aus der Spiritualität. Das war's. Also sag: „Wofür leidest du? Wofür musst du die ganze Zeit denken und dich um das Kind sorgen? Wir geben dir eine Tablette, damit du es ein bisschen vergisst." Nun, würdest du zustimmen? Das ist ihr Leben, das ist die Füllung, das ist ihre Freude.

Deshalb, wenn man ein Verlangen zu geben erbittet, dann erbittet man es, man erbittet nichts außerhalb davon. Nicht, dass ich ein Verlangen zu geben habe und durch das Verlangen zu geben mich selbst fülle, durch das Geben werde ich das Empfangen-um-zu-empfangen haben, verstehst du. Auf so eine Bitte antwortet der Schöpfer sicher nicht. Sondern es wird wirklich auch ein Verlangen zu geben dabei sein, vermischt, obwohl mit dem Willen zu empfangen vermischt, für sich selbst zu genießen, aber das nennt man schon „nicht für sich", aus dem man zum „für sich" kommt. Es gibt noch Dinge, für die ich keine Worte habe. Sie werden kommen.

Ja.

Schüler: Wie weiß der Mensch – als Vorbereitung vor dem Gebet oder der Bitte – wie klärt der Mensch sich selbst den wahren Mangel? Denn wenn er den großen Mangel fordert, was ein Verlangen nach Anhaftung ist, das ideale Verlangen, dann ist das vielleicht ein ausreichend starker Mangel, und es gibt kleine Mängel. Wie klärt man den wahren Mangel, um den man bitten muss?

Rav: Wie klärt der Mensch den wahren Mangel, um den er bitten muss? Allein kann der Mensch das nicht klären, weil das unmöglich ist. Es ist unmöglich, allein zu leben, ohne Öffentlichkeit, ohne Gruppe, und in einen Zustand zu kommen, in dem ich wirklich geben möchte. Du hast keine Bedingungen, unter denen du diesen Mangel oder einen Mangel nach dem Mangel erreichen kannst. Du hast keine solchen Bedingungen.

Das geschieht nur in der Gemeinschaft, langsam, langsam, dadurch, dass du siehst, dass sie dir egal sind, wofür brauche ich sie. Danach: Gut, ich werde mit ihnen leiden, immerhin habe ich wenigstens einen Rahmen. Danach beginnst du zu sehen, dass es mehr ist als ein Rahmen. Sie geben dir allerlei Schläge und erwecken in dir wirklich allerlei Dinge, die dich wenigstens schütteln. Du wirst auf sie wütend. 27:21

Danach fängst du an zu verstehen, dass du ohne das Empfangen solcher Reaktionen und überhaupt solcher Erweckungen aus der Gemeinschaft schlichtweg für noch ein paar Gilgulim eingeschlafen wärst. Dann beginnst du sie ein bisschen zu schätzen. Danach fängst du an zu sehen, dass du durch einen Freund etwas verstehen kannst, etwas fühlen kannst, dass er dir in etwas eine Hilfe sein kann.

Bis du irgendwie beginnst zu erfassen, dass es trotzdem Dinge in ihm gibt, die – wenn du sie dir nicht nimmst – dir nichts geben werden, womit du Spiritualität empfangen könntest. Dass du Spiritualität gerade dadurch erlangst, dass du beginnst, dich mit ihnen zu verbinden, dich in sie einzuschließen. In dir selbst kann niemals wachsen, geboren werden, ein Mangel, in dem du Spiritualität fühlst. Dass dein Gefäß in ihnen ist.

Also wenn du in irgendeiner Höhle, in irgendeinem Wald gewohnt, gelebt hättest, würdest du zu nichts kommen. Du brauchst schon Gemeinschaft. Wie viele, ist egal, fünf, zehn, aber dein Gefäß ist in ihren Händen. Und du, je nachdem, wie sehr du das zu verstehen beginnst – verstehen heißt zustimmen – zuerst hassen und danach zustimmen und danach wollen und gerade daran arbeiten, fängst du danach an zu sehen, wozu du fähig bist und wozu nicht. Du entdeckst, dass du einfach unfähig bist, dich mit irgendjemandem zu verbinden. Das ist die Anzeige, dass du unfähig bist, dich mit dem Schöpfer zu verbinden. Das ist eins und dasselbe.

Dann verstehst du jetzt, dass die Gemeinschaft schlichtweg eine Offenbarung des Schöpfers in dieser Welt ist, dass er sich auf eine andere Weise nicht offenbaren kann. Sondern das hat er dir gegeben wie eine Karte, wie einen Zeiger, ja? Wie irgendeine Art Maßstab, wo du dich ihm gegenüber befindest, irgendein Instrument, in dem du siehst, wo du dich ihm gegenüber befindest. Letztlich, wenn du nicht aus dir selbst hinausgehen kannst, dann – was man Schöpfer nennt, oder Gemeinschaft, oder jemand – das ist alles dasselbe.

Nur ohne Gemeinschaft würdest du dich selbst täuschen, du würdest denken, dass du schon ein Engel bist. Dadurch, dass du in der Gemeinschaft bist und siehst, wie sehr dir die Gemeinschaft verhasst ist, du willst sie überhaupt nicht, ich würde besser auf sie verzichten, wofür brauche ich das. Es kommen viele Menschen zu mir: Lass uns das so machen, ich werde dein Schüler sein, das ist es, was du brauchst, ich werde dein Schüler sein und fertig.

Sehr gut, ein guter Wille, aber sie verstehen nicht, dass ein Rav ohne Gemeinschaft nichts tun kann. Der Rav kann dir den Weg zeigen, dir helfen, dich halten, damit du nicht fällst, wie bei einem Baby, aber gehen musst du, und gehen, das sind genau deine Handlungen mit der Gemeinschaft. Und der Rav ist sagen wir von Seiten des Schöpfers, gleichsam irgendeine Offenbarung von Seiten des Schöpfers, die dir in dieser Welt hilft, aber deine Gefäße zu geben sind in ihnen, in den anderen Seelen von Adam HaRishon.

Deshalb, bis man diesen ganzen Prozess bis zum Ende durchläuft, kommt man nicht zum Machsom. Die ganze Sache des Exils Ägypten ist unsere Arbeit mit der Gemeinschaft, Geben an die Gemeinschaft oder Geben an den Schöpfer ist dasselbe. Hier, mit den Schlägen und Pharao und Mose und allen Dingen. Und die Arbeit mit der Gemeinschaft ist genau in dieselben Stufen aufgeteilt, in denen der Mensch sein Gefäß aufbaut. Er muss der Gemeinschaft geben und gerade die Größe des Schöpfers haben und sich vor der Gemeinschaft, vor dem Schöpfer, beugen.

Es gibt hier einen Teil, der wie Keter, der Gebende, ist, wie Malchut, die Empfangende, er baut wirklich sein Gefäß und hat sonst niemanden, an dem er es aufbauen kann. Dem Schöpfer gegenüber ist es unmöglich, sich selbst gegenüber ist es unmöglich, dem Rav gegenüber genauso wie dem Schöpfer gegenüber ist es… Und nur der Gemeinschaft gegenüber. Es kommt heraus, dass die Gemeinschaft das Labor ist, ja, in dem wir lernen und uns vorbereiten, um wirklich in der Spiritualität geboren zu werden, das heißt wirklich ein Verlangen zu bekommen, für ein äußeres Gefäß, für ein Gefäß des Gebens zu beten.

33:20

Schüler: Das heißt, dass man diesen Weg durchläuft – davor gibt es keine Empfindung.

Rav: Davor gibt es überhaupt nichts, und Menschen schreien „Hilfe" weil sie ein tierisches Verlangen nach Spiritualität haben, ja? „Bring mir, warum bringst du mir nicht. Du hast einen Mangel gegeben, warum hast du nicht gegeben, füllst nicht." Der Schöpfer hat dir einen Mangel gegeben, er hatte überhaupt nicht die Absicht, dir diesen Mangel zu füllen. Er hat dir diesen Mangel gegeben, damit du darauf einen Mangel nach Spiritualität aufbaust. Er hat dir im Grunde keinen Mangel nach Spiritualität gegeben, er hat dir einen noch größeren Mangel gegeben, um aus dem zu empfangen, was in dieser Welt ist, einen verdorbenen Mangel. Durch deine Arbeit ziehst du die Lichter an, die Leuchten, was man, wie wir sagen, nennt: NeHJ de Atik, de di behema? Das umgebende Licht, das von oben ankommt, ist nicht wichtig, wie man es nennt.

Du ziehst ein Leuchten an, das dir langsam den richtigen Mangel aufbaut, aber dieses Leuchten ist in dir in dem Maße empfunden, in dem du den richtigen Mangel suchst. Sonst wirst du alle möglichen anderen Leuchten fühlen, einfach Genüsse, die es dort gibt. Sondern sie selektiver zu machen, ja, dass genau das Licht kommt, das zum Guten zurückführt, dazu musst du zum Guten zurückkehren wollen. Und hier ist das nur: Eine Frau, die sät, gebiert einen Sohn – der Mensch muss zuerst seinen Mangel haben, und dafür gibt es die Gemeinschaft.

Langsam wird sich das offenbaren, das wird sich uns offenbaren, es gibt keine andere Wahl. Wir schauen auf die Äußerlichkeit der Parzufim, die hier sitzen, du schaust auf sie, du… was hast du mit ihnen? Aber wenn du hineingehst, siehst du Seelen, die deine Gefäße sind, in denen du wirklich… Das sind im Grunde deine Organe, deine Organe. So wie unser Punkt „Punkt im Herzen" heißt, dass du um ihn herum das Herz aufbauen musst, ein neues Gefäß, anstelle des Steinherzens ein Fleischherz, ja, dass dieses Fleischherz daraus gebaut wird, dass du dir alle übrigen Gefäße hinzufügst. Das nennt man: „Ich habe von euch das Steinherz genommen und in euch ein Fleischherz gebaut."

Ja.

Schüler: Was heißt das, der Mensch sucht einen richtigen Mangel? Was ist das für eine Definition, wie…

Rav: Ein richtiger Mangel, das nennt man einen Mangel, dass ich eine Kraft zu geben habe, das war's.

Schüler: Der Mensch sucht keinen solchen Mangel.

Rav: Er sucht nicht, aber… Du fragst so: Wenn ich jetzt einen gesunden Willen zu empfangen habe für allerlei Genüsse, die in dieser Welt sind, wenn ich noch einen Punkt im Herzen empfangen habe, das ist: Ich möchte Genüsse für die kommende Welt noch mehr, das war's. Ich weiß nicht, was die kommende Welt ist, aber noch mehr. Also meine Frage: Wie kann es sein, dass ich aus diesem Verlangen des Punkts im Herzen, dass ich sagen wir die spirituelle Welt möchte? Wohin will ich? Ich weiß nicht, was es ist, ich will. Ja? Wenn ich dieses Verlangen einfach vergrößere, wird das „Pharao" sein. Ich will Spiritualität. Sagen wir. 37:30

Wie kann es sein, dass innerhalb dieses Verlangens, das ein egoistisches Verlangen ist, anfängt etwas „für sich" zu sein? Etwas auf den Schöpfer hin? Wie wir sagen, dass „nicht für sich" das genannt wird: Ich möchte Spiritualität, ich möchte, dass ich eine Kraft habe, dem Schöpfer zu geben, und zusammen damit möchte ich, dass ich auch etwas für mich habe, das nennt man „nicht für sich". „Nicht für sich" heißt, dass ich aus zwei Verlangen zusammengesetzt bin: einem Verlangen zum Schöpfer und einem Verlangen zu mir hin. Wie bekomme ich, von wo aus, innerhalb meiner Beschäftigung damit, dass ich mit dem Punkt im Herzen arbeite, ein Verlangen, dem Schöpfer zu geben? Es ist bei mir sogar schon vor dem Machsom, beginnt sich in mir zu offenbaren, beginnt in mir zu wachsen. Von wo wird es geboren? Das ist im Grunde die Frage.

Mit dem Punkt im Herzen fange ich an, im Punkt im Herzen beginnen sich langsam, langsam zwei Verlangen zu entwickeln. Verlangen für mich selbst, das ist gleichsam der Punkt im Herzen, ja, ich vergrößere ihn, ich möchte Spiritualität für mich selbst. Und es beginnt dort auch ein Verlangen zum Schöpfer zu sein. Woher kommt das? Weil sich der Punkt im Herzen durch das umgebende Licht entwickelt, das leuchtet, und es bringt ihm Anmut der Kedusha; dieses umgebende Licht wirkt ebenfalls. Wenn nicht das umgebende Licht wäre, würde der Punkt im Herzen dazu wachsen, dass ich nur Spiritualität haben wollte. Ich möchte sie schlucken, ich möchte sie, „gib sie mir und fertig". Dass innerhalb dieses Verlangens es auch ein Verlangen gibt, dem Schöpfer zu geben, das ist eine Folge des umgebenden Lichts. Aber wann wirkt es, dieses umgebende Licht? Wenn ich suche, zur Wurzel zu kommen, das heißt zur Wurzel des Gebens. Und das ist eine Folge der Arbeit mit der Gemeinschaft.

39:35

Schüler: Also warum möchte ich diese Wurzel suchen? Warum suche ich die Wurzel? Was fehlt, dass ich gerade diese Wurzel suche?

Rav: Das heißt, was bewirkt, dass ich ein Verlangen zu geben suche? Das umgebende Licht. Ja, es gibt keine andere Quelle, wir haben nur zwei Kräfte: den Willen zu empfangen und das Licht ihm gegenüber. Sucht nicht noch etwas anderes. Das ist sehr einfach, wir wollen damit nicht einverstanden sein, wir verstehen das nicht. Warum? Weil wir nur im Willen zu empfangen sind. Wenn wir ein bisschen etwas vom anderen hätten, dann würde sich alles fügen. Das System wäre verständlich, so ist es nicht verständlich, weil wir keine Kraft von der anderen Seite haben.

Ah, dort befindest du dich, na, na.

Schüler: Ich werde zur Spiritualität gezogen, ich sehne mich nach Spiritualität.

Rav: Kann sein, ich weiß nicht.

Schüler: Wie kann ich in meinem Zustand mich nach etwas sehnen, an dem ich überhaupt keinen Halt habe? Es gibt kein solches Beispiel in dieser Welt, das ich anschaue und sehe.

Rav: Du sagst: Ich werde zur Spiritualität gezogen, wie kann es sein, dass ich wirklich zur wahren Spiritualität gezogen werde, wenn ich sie nicht sehe? Ich stelle mir alle möglichen Phantasie-Dinge vor, das kann ganz, ganz nicht… weit und nicht spirituell sein. Also wie finde ich das richtige Ziel, ja? Du hast kein Beispiel. Nur aus deiner Arbeit in der richtigen Form heraus, deiner Beschäftigung mit dem Studium, mit der Verbreitung, mit den Freunden, ja. Nur daraus baut sich in dir irgendeine Tatsache auf, die sich auch jedes Mal verbessern wird: „was ist Spiritualität". Und jedes Mal wird das noch genauer sein, noch genauer. Und manchmal werden wirklich drastische Veränderungen kommen, dass du plötzlich fühlen wirst: „Oh, was ich gedacht habe, ist überhaupt nicht das", das… Du siehst, es gibt solche, die das kennen. Das… so ist es.

Ja.

42:05

Schüler: Noch eine Sache, er sagt im Artikel, dass die Zeit der Vorbereitung in der Weise der Mühe geprüft wird. Was heißt das?

Rav: Ich weiß nicht, wo dort geschrieben steht. Die Zeit der Vorbereitung, das ist die Zeit der Erweckung von Oben, in der der Mensch aus dem Verlangen heraus arbeitet, das der Schöpfer ihm gibt. Aber aus dem Verlangen, das der Schöpfer ihm gibt, muss er, dieses Verlangen, in einer solchen Weise verarbeiten, dass daraus ein Verlangen wird, das man „nicht für sich" nennt, dass man aus diesem „nicht für sich" zum „für sich" gelangt.

Schüler: Also müssen wir, was, erlangen…

Rav: Wir müssen… Sicher arbeiten wir und handeln und werden bewegt aus der Erweckung von Oben. Aber darauf müssen wir umsetzen… Unsere Umsetzung muss diese Erweckung von Oben sein, wir verwandeln sie langsam, langsam in eine Erweckung von Unten. Das nennt man, dass dadurch, dass der Mann zuerst sät, sie eine Weibliche gebar. Diese Weibliche müssen wir in einen Zustand bringen, in dem sie sehr groß und fähig ist zu säen und einen Männlichen zu gebären.

Schüler: Du sagst, das ist ein Prozess, dass wir für das Tempo verantwortlich sind. Wie kann ich all unsere Zustände vergrößern, sie beschleunigen?

Rav: Unsere Zustände beschleunigen, wie können wir unsere Zustände beschleunigen. Nur dadurch, dass ich jedes Mal kläre, was genau in jedem einzelnen Zustand von mir abhängt. Die Methode ist einfach, psychologisch. Vor mir liegt jedes Mal irgendein Problem. Ich muss mein Verlangen sehen, in ihm Dinge klären, wozu ich fähig bin, wozu nicht fähig, was von mir abhängt, was nicht von mir abhängt, wodurch ich es umsetze, und was genau ich aus diesem Verlangen heraus brauche.

Nach all den Klärungen, wenn ich die Arbeit der Klärung richtig mache, muss ich zur Zusammenfassung kommen, dass das Verlangen selbst, so wie es sich in mir offenbart hat, sich in seiner Form offenbart hat, sondern ich muss dieses Verlangen mit dem Schöpfer verbinden, das ist die ganze Arbeit. Und dadurch, dass ich es mit dem Schöpfer verbinde, sinkt auf dieses Verlangen die richtige Absicht herab, wie ich dieses Verlangen benutzen soll. Wenn ich die Absicht mit dem Verlangen verbunden habe, habe ich im Grunde die ganze Arbeit beendet. Das Verlangen hat der Schöpfer gegeben, die Absicht habe ich gegeben, und dann sind wir in einer Paarung, in Anhaftung, in Verbindung mit ihm, beide, das ist alles.

45:48

Schüler: Das heißt, jedes Verlangen, das zu mir kommt, verbinde ich mit ihm?

Rav: In Einfachheit: Jedes Verlangen, das zu mir kommt, muss ich mit ihm verbinden. Du weißt, wenn du genau wüsstest, was das Verlangen ist, und wüsstest, wer und was er ist, und du könntest sie verbinden, so zwei nehmen und verbinden, das wäre vollkommen in Ordnung. Aber hier muss man klären, was es ist, wer er ist, was man „das Verlangen mit ihm verbinden" nennt, ja? Und hier ist unsere ganze Arbeit. Es reicht nicht, dass das Verlangen von ihm kommt, das verbinde ich mit ihm, ja, wofür hat er mir es gegeben und was möchte er damit und was möchte ich mit diesem Verlangen, das er mir gegeben hat, und was möchte ich auf ihn hin und so weiter. In der Kette dieser Klärungen klärt sich letztlich meine Absicht, das heißt mein Verhältnis zu dem, was ich von ihm bekommen habe. Das war's.

Ja.

Schüler: Wie wirkt das im Empfinden, diese Sache, dass ich mich mit dem Gefäß eines anderen verbinde? Wie, durch Neid, wie wirkt das?

Rav: Ja, wie verbinden wir uns mit einem fremden Gefäß außerhalb von uns? Mit dem Schöpfer können wir uns nicht verbinden. Wir wären anfangs nicht einmal fähig gewesen – auch wenn er offenbart wäre, würde einfach unser Wille zu empfangen arbeiten und uns nicht erlauben, irgendeine Handlung zu machen, um zu „auf-dass-zu-geben" zu kommen. Mit meinen Freunden habe ich diese Möglichkeit, und wir verstehen nicht, wie sehr diese Welt wunderbar gebaut ist für diese Arbeit, dass man aus der Wurzel heraus zu dieser Arbeit kommt, so ist sie gebaut. Ich habe Neigungen, das, was man Neid, Begierde und Ehre nennt, durch die drei zusammen komme ich zur wahren Klärung von Verlangen und Absicht.

Schüler: Wie wirkt das in jeder einzelnen davon?

Rav: Das heißt, der Wille zu empfangen hat Kräfte, die man Neid, Begierde und Ehre nennt, durch die er sich auf die Äußeren beziehen kann, außerhalb seiner, und durch die er beginnen kann, sich mit ihnen zu verbinden, von ihnen zu empfangen. Und durch dieselben Kanäle beginnt er zu verstehen, wo er und wo sie sich gegenüber seinem Ego befinden. Ich möchte Spiritualität, jetzt muss ich gerade den anderen Menschen nahe sein, um Spiritualität zu bekommen. Das ist eine Sache, die sehr langsam kommt, da können Jahre vergehen, bis der Mensch trotzdem anfängt zu hören, dass das anscheinend das Problem ist.

Dass hier anscheinend wirklich der ganze Stein des Anstoßes bei mir ist – Jahre habe ich gehört und gelesen und trotzdem gedacht, dass das eine Nebensache ist. Und ich konnte nichts tun. Jetzt verstehe ich ein bisschen mehr, dass das anscheinend wichtig ist, dass darin der Schlüssel zur Spiritualität ist. Und ich kann dir tausendmal hinschreiben: Schlüssel zur Spiritualität ist der Freund, Schlüssel zur Spiritualität ist der Freund – das wird nicht helfen. Das wird nicht helfen, das ist wirklich, bis man durch viele, viele Ereignisse aller Art geht, und dann beginnt diese Empfindung irgendwie, ich weiß nicht, das beginnt im Herzen empfunden zu werden und nicht nur im Verstand.

Im Verstand kann ich, diese Lehre, wie ich sie jetzt höre, über die Gemeinschaft und alles, ich kann sie allen predigen, frag deinen Freund, diesen Schiwowitsch, Schiwowitsch, Entschuldigung.

Schüler: Schiwowitsch.

Rav: Schiwowitsch, das war's. Frag ihn, ja, Herr Schiwowitsch, wie viel er darüber mit Begeisterung allen sagt, und sie sind wirklich begeistert von ihm. Aber wie bringt man das ins Herz?

51:03

Schüler: Wie mache ich… wie kann ich in den Verlangen, mit denen ich Tag für Tag arbeiten muss, diese Sache des Gebens sehen? Es gibt Verlangen, in denen ich einfach die Fähigkeit zur Trennung sehen kann. Wir haben darüber gesprochen, dass, wenn ich Geben messe, sagen wir in der Arbeit mit Freunden oder mit der Umgebung, wenn ich sehe, ob die Absicht auf mich gerichtet ist im Hinblick auf die Handlung, dann hat die Handlung gleichsam keine Bedeutung, aber wenn die Absicht in Bezug auf sie ist, was ich gewinne, oder ob es aus der Handlung selbst kommt? Und es gibt solche Verlangen, deren ganze Essenz nur in Bezug auf andere ist, sie haben keine Bedeutung an sich. Wie kann man klären, wie kann man mit solchen Verlangen arbeiten? Gleichsam kann ich sie nicht auf Eis legen. Ich muss Tag für Tag mit ihnen arbeiten. Wie kann man in ihnen überhaupt die Fähigkeit sehen, mit ihnen Geben zu machen?

Rav: Es scheint uns, dass unsere heutigen Verlangen zu geben dieselben sind, mit denen wir weitergehen. Und es kann sein, dass das überhaupt nicht stimmt. Dass in diesen Verlangen, in denen es uns scheint, als wären wir irgendwie korrigiert, das überhaupt Verlangen sind, die einfach Menschlichkeit des Gebens sind, ja. Und gerade unsere Verlangen, die uns heute sehr weit von „Empfangen", von Spiritualität, scheinen, sie werden die Verlangen sein, in denen und durch die wir in der Spiritualität dienen und sie offenbaren werden.

Schüler: Aber wenn das Verlangen, seine ganze Essenz die Absicht ist, gleichsam, wenn ich von ihm die Absicht „um zu empfangen" wegnehme, hat das Verlangen überhaupt nichts. Es hat nichts, vielleicht hat es irgendeinen Genuss, wie kann man so etwas überhaupt in „Geben" verwandeln, gleichsam, es in einer anderen Form benutzen?

Rav: Es gibt in jedem einzelnen Verlangen nichts außer der Absicht.

Schüler: Warum? Es gibt Verlangen, sagen wir, die existenziell sind, wie sagen wir Essen, oder ich weiß nicht was, oder Schlaf, oder solche Dinge, die quasi nicht in Bezug auf andere sind, das sind Dinge, die ich für mich selbst brauche, das ist jetzt nicht wichtig, ob ich gleichsam mehr schlafe in Bezug auf andere, das ist nicht mein Genuss, mein Genuss ist was… Also gibt es Verlangen, in denen etwas außer der Absicht ist?

Rav: Die Verlangen, in denen wir etwas außerhalb der Absicht haben, das… ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, das sind Dinge, die Verlangen der Existenz sind. Sogar in dieser Welt, wofür möchte ich mehr als Brot und Wasser? Etwas, was der Körper auf natürliche Weise verlangt, wie viel er verlangt, dieser Körper, dass ich zwanzig Grad Wärme habe, dass ich so und so viele Kalorien am Tag habe, mit allen möglichen kleinen Geschmäckern, und das war's, Frau, Kinder, auf natürliche Weise – was der Körper verlangen würde, wenn ich allein leben würde. Alle Dinge, die ich mehr als das verlange, das wurde schon in mir als Mensch im Verhältnis zu Mineralischem, Pflanzlichem und Tierischem aus einer Absicht heraus gemacht.

54:21

Schüler: Jetzt nehme ich diese Verlangen in Bezug auf die Gemeinschaft, sehe, wie sehr dort die Absicht alles ist, ich wende mich an ihn, aber ich weiß, dass wir in der Kabbala nicht über Handlungen sprechen, aber trotzdem, wie bewege ich mich gleichsam weiter im Alltag? Gleichsam okay, das ist innerlich, aber…

Rav: Dann musst du einfach jedes Mal dein Verhältnis klären, wie ich mich auf das beziehe, was ich möchte. Und das Beste dabei – das habe ich gesagt – setze den Schöpfer ins Bild, dann wird es dir irgendwie klar sein.

Schüler: Aber das ist gleichsam, du lebst in Heuchelei, denn auf der einen Seite forderst du die Fähigkeit zu geben, auf der anderen Seite siehst du, dass die Essenz deiner Existenz oder gleichsam das, was du die ganze Zeit tust, ist empfangen.

Rav: Habe ich dir gesagt, dass du ein ganzer Mensch bist? Gespalten, in Ordnung.

(Ende des Unterrichts)