Tägliche Lektion26 авг 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 46 (1991) (28.10.2002)

Rabash. Artikel 46 (1991) (28.10.2002)

26 авг 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

Rohmitschrift ohne abschließende Korrektur. Fehler möglich.

Morgenunterricht 28.10.2002

Buch „Schriften des Rabash", Band 2, Teil „Stufen der Leiter" (Shlavej haSulam) Artikel „Was ist der Sohn der Geliebten und der Sohn der Gehassten, in der Arbeit"

Rav: Wir haben den Artikel gehört: „Was ist der Sohn der Geliebten und der Sohn der Gehassten in der Arbeit?", aus dem Buch „Dwarim", Wochenabschnitt „Ki Teze", Seite 175. Was ist das, der Sohn der Geliebten und der Sohn der Gehassten? Es muss zwei Kräfte geben, denn nur durch sie, durch die Verbindung beider, kann man zum Ziel vorankommen. Die gute Kraft ist gut, wenn es das Böse gibt. Und wirklich: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen, Ich habe die Tora als Würze erschaffen" – sie ist nur Würze, um dem Bösen die richtige Form zu geben, um das Böse in Gutes zu verwandeln.

Und warum hat der Schöpfer nicht irgendeine Kraft erschaffen, die weder böse noch gut ist, sagen wir etwas Neutrales? Wer weiß, wie das möglich wäre, aber sagen wir: wie? Weil man jede Sache nur aus ihrem Gegenteil erlangt. Deshalb geht es weder ohne den bösen Trieb noch ohne den guten Trieb. Niemand ist in Vollkommenheit, wenn vom Willen zu empfangen die Rede ist. Denn wenn es nicht im Willen zu empfangen ist, dann ist es sicher der gute Trieb. Wenn es ohne Trieb ist, nur gut, dann ist er vollkommen.

Der Schöpfer ist gut – das ist kein guter Trieb, das ist gut. Denn das ist kein Wille wie bei uns, kein Wille zu genießen, kein Wille zu empfangen. Das ist einfach die Eigenschaft „gut", der Gebende, die Eigenschaft selbst, die nicht auf einem Willen beruht – wo innen ein Wille zu empfangen wäre und seine Form ein Wille zu geben. So wie bei uns: ein Wille zu empfangen, und seine Form, seine Absicht, aus sich heraus zu geben. Beim Schöpfer gibt es keine innere Form und keine äußere Form, sie sind eins.

Deshalb sprechen wir davon, dass es bei uns, über uns, die Sache des guten und des bösen Triebs gibt. Der Unterschied zwischen gutem und bösem Trieb ist der: Der Trieb bleibt der Wille zu empfangen, das ist unsere Natur, und gut und böse sind die Absichten darüber. Und ohne den Wechsel zwischen diesen Absichten, zwischen der Gehassten und der Geliebten, kann man die Unterscheidungen nicht machen: was zwischen ihnen ist und was die Eigenschaft des Schöpfers ist. Denn den Trieb selbst nehmen wir dabei nicht in Rechnung. Der Trieb selbst ist unsere Natur, er hat wirklich kein Zeichen von gut oder böse.

Der Wille zu empfangen ist ein Wille, etwas, das dem Willen des Schöpfers entgegengesetzt ist, Natur. Und in dieser Entgegengesetztheit – obwohl es das Gegenteil ist und als „Etwas aus Nichts" erschaffen wurde – ist weder Gutes noch Böses. Sondern der Wille zu empfangen bekommt eine Form, die dem Schöpfer entgegengesetzt ist, und das nennt man die Absicht um zu empfangen. Das kommt schon durch das Zerbrechen, das kommt schon später, nach der Entwicklung. Wenn er die Absicht um zu empfangen bekommt, dann ist diese Absicht wirklich die entgegengesetzte Form, und die nennen wir den bösen Trieb.

Nicht, dass er den Willen zu empfangen einfach so benutzt, sondern dass er den Willen zu empfangen zum eigenen Genuss benutzt. Und umgekehrt: Wenn er seinen Willen zu empfangen um zu geben benutzt, nennt man das den guten Trieb. Das heißt: Der Trieb bleibt, der Wille bleibt, er ist weder gut noch böse, obwohl er das Gegenteil des Schöpfers war. Aber diese Entgegengesetztheit stört nicht, sie ist die Natur – es stört nur die Absicht. Und so haben wir den Unterschied zwischen der Geliebten und der Gehassten nur in den Absichten. 5:05

Zwischen diesen Dingen zu unterscheiden ist ziemlich schwer, nämlich anzufangen, nicht am Willen zu arbeiten, sondern an der Absicht. Das ist der ganze Unterschied zwischen der offenbarten Lehre und der verborgenen Lehre, zwischen den Hausherren und der Meinung der Tora², zwischen dem Volk und den Auserwählten, das heißt zwischen dem volkstümlichen Judentum und der Kabbala und den Kabbalisten. Entweder man arbeitet am Willen, um ihn zu verkleinern, ihn einzuschränken. Oder man achtet nicht auf den Willen, sondern achtet auf die Absicht, um sie von „um zu empfangen" in „um zu geben" umzuwandeln.

Wer gegen den Willen selbst arbeitet, arbeitet gegen die Schöpfung selbst, gegen das, was der Schöpfer als „Etwas aus Nichts" erschaffen hat und mit dem man überhaupt nichts machen kann. Man kann ihn nur vergewaltigen und aus Angst einfach die ganze Zeit unbenutzt halten. Das ist sicher gegen die Entwicklung. Früher oder später tritt der Mensch aus diesen Einschränkungen heraus, durchbricht die Grenzen, verlässt die Religion, wird frei. Er fängt an zu verstehen, dass das nicht die Methode ist, mit der man leben kann, und nach und nach, von Generation zu Generation, wenn der Trieb wächst, fängt er an zu sehen, dass er nicht gegen ihn arbeiten kann.

Er bekommt den Verstand, nicht gegen den Trieb zu arbeiten, sondern an der Absicht zu arbeiten: wie er seinen Trieb benutzt, um zu empfangen oder um zu geben, das heißt zum eigenen Nutzen oder zum Nutzen des anderen, des Schöpfers. Vom Gebrauch des Triebs selbst – ohne auf die Absicht zu achten, ob sie um zu empfangen oder um zu geben ist, sondern wo man nur den Trieb selbst benutzt und sozusagen mit ihm arbeitet – hinüberzugehen zur Korrektur allein der Absicht, von „um zu empfangen" zu „um zu geben": Dieser Übergang heißt wirklich, den Machsom zu überschreiten, von der Dunkelheit zum Licht zu gehen. 8:30

Dann fängt der Mensch tatsächlich an, die Arbeit für den Schöpfer³ zu machen. Die Arbeit für den Schöpfer ist die Korrektur der Absicht. Und die Arbeit des Volkes, der Allgemeinheit – das, was man den Menschen im Rahmen dieser Welt in allen möglichen Erziehungsmethoden lehrt oder in der Religion, in allen möglichen Religionen –, das ist insgesamt, mit dem Trieb ohne Absicht zu arbeiten. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Und es ist schwer, sehr schwer, sich jedes Mal selbst dabei zu fassen, zu arbeiten, aufzupassen, sich nicht auf den Trieb zu konzentrieren, sondern auf die Absicht. Am Trieb können wir auf keine Weise arbeiten. Wir können ihn nur mehr benutzen oder weniger benutzen.

Bei uns nennt man das vergrößern oder verkleinern, aber vergrößern oder verkleinern können wir ihn nicht – er ist „Etwas aus Nichts", er ist Schöpfung. Sondern nur mehr benutzen oder weniger benutzen. Sicher macht dann jeder Einzelne seine eigene Rechnung mit allen möglichen inneren und äußeren Bedingungen – Erziehung, Angst vor Strafe und so weiter –, wie weit er den Trieb benutzen kann. Und von vornherein arbeitet der Trieb um zu empfangen, denn so ist es natürlich, dass wir ihn als Folge des Zerbrechens bekommen haben.

Das heißt: Den Trieb bekommen wir aus den vier Bchinot des Direkten Lichts, die Absicht bekommen wir aus dem Zerbrechen. Wir haben also von vornherein den Trieb, den Willen zu empfangen, und die Absicht um zu empfangen. Am Willen zu empfangen müssen wir nicht arbeiten, er ist das Gegebene, das noch vor den Einschränkungen in uns gelegt wurde, er ändert sich nicht. Er öffnet sich oder schließt sich, wird offenbart oder verborgen, nur gemäß der Fähigkeit, mit der richtigen Absicht zu arbeiten. 11:15

Wenn wir mit diesem Trieb keine richtige Absicht machen können, dann öffnet er sich uns nur in diesem minimalen Maß, das die Form der fünf Sinne annimmt. Das ist es, was wir im allerkleinsten Trieb fühlen – die Ergriffenheit von dem Licht, das in ihm erscheint, und das nennt man diese Welt. Wenn wir aber über diesem Trieb die richtige Absicht um zu geben korrigieren können, dann fängt der Trieb schon an, sich zu öffnen, gemäß dem Maß, in dem die Absicht um zu geben über dem Trieb eingerichtet wird.

Und dann können wir in ihm fühlen, mit denselben fünf Sinnen können wir mehr fühlen. Das nennen wir sozusagen den sechsten Sinn. Es ist kein sechster Sinn zusätzlich zu den fünf Sinnen, sondern zusätzlich zu den fünf Sinnen öffnen sich uns noch fünf. Sie setzen sich aber nur durch die Absicht um zu geben fort, und das nennt man bei uns schon spirituelles Sehen, Hören, Riechen, Sprechen, Tasten. Oder als Kelim: Keter, Chochma, Bina, Seir Anpin, Malchut. Das ist es.

Und nur in dem Maß, in dem wir die Absicht vergrößern können, öffnet sich unser Trieb immer mehr, bis zu seinem Maß, das vor Zimzum Alef ohne Einschränkung war. Das nennt man das Ende der Korrektur. Was ist also Korrektur und was nicht? Ohne Korrektur haben wir den Zustand in dieser Welt, das heißt einen Gebrauch des Triebs auf einer sehr kleinen Stufe, die gegenüber der Spiritualität gar nicht existiert. Und danach, gemäß dem Maß der Absicht um zu geben, haben wir einen Gebrauch des Triebs von der spirituellen Stufe null bis, sagen wir, zur Stufe 125 des Endes der Korrektur.

Ja?

14:05 Schüler: Wie unterdrückt sich ein Mensch wirklich nicht selbst, geht nicht gegen seine Triebe?

Rav: Wie unterdrückt man sich nicht selbst? Pass auf, wogegen du arbeiten willst: gegen die Absicht um zu empfangen oder gegen den Willen zu empfangen. Das ist zuerst einmal die Arbeit, die Arbeit der Klärung: Worauf ziele ich jetzt überhaupt – gegen die Absicht zu arbeiten oder gegen den Willen? Gegen den Willen ist nichts zu machen, das ist wie beim Tier: Du kannst den Esel oder die Kuh schlagen, so viel du willst, aber dadurch machst du sie nicht zum Menschen.

Schüler: Aber ich schaffe es nicht.

Rav: Was?

14:51 Schüler: Ich schaffe es nicht, ich mache … gegen den Willen und kann nicht.

Rav: Genau da liegt das Problem: Gegen den Willen scheint es uns, dass wir arbeiten können. Es scheint uns, dass wir können, weil es sozusagen in unserer Macht steht, den Willen vom Gebrauch abzuschneiden. Ja? Ihn in Handschellen zu legen. Aus Angst, aus allen möglichen Dingen. Das ist vor allem die ganze Methode der Moral, sozusagen die Lehre der Allgemeinheit, ja? Die ganze Allgemeinheit, in allen Religionen, nicht nur im Judentum, alle sagen: „Nu, nu, nu, du musst gut sein, sonst kommst du in die Hölle. Und wenn nicht – wenn du dir etwas verdienst, dann bekommst du auch das Paradies." Man sagt dir einfach: Du darfst den Willen zu empfangen nicht in Gebrauch nehmen. Denn von vornherein ist er um zu empfangen.

Aber man sagt dir nicht, die Absicht zu ändern. Die Absicht – lass sie, die Absicht kann man sozusagen nicht ändern. Wir sind sozusagen unrein und bleiben so, und nur was? Halt den Mund, sprich schön, tu anderen körperlich nichts Böses, ja? Das war's. Die Absicht im Herzen – lass sie. Das ist die ganze Methode der Moral, die ganze volkstümliche Methode. Und deshalb steht sie der Methode der Kabbala sehr, sehr entgegen, ja? Deshalb heißt sie „die verborgene Lehre", denn die Absicht sieht man nicht, ja? Und deshalb ist die ganze Arbeit wirklich eine Arbeit für Einzelne, und sie ist eine innere Arbeit, und schon nicht mehr gegen den Willen, sondern gegen die Absicht.

16:40 Schüler: Wie lerne ich dann, Absichten zu erkennen?

Rav: Das Problem ist zuerst einmal, die ganze Zeit hinzuschauen, ob ich gegen den Willen oder gegen die Absicht arbeite, und anzufangen, die Absicht von innen herauszuholen und zu sehen, wie sehr ich die ganze Zeit an mich selbst denke. Ob ich jetzt gegen die Absicht arbeiten kann, ob ich meine Absicht sehen kann. Den Willen kann ich sehr wohl sehen: Ich will – das ist für alle offenbar, ja? So wie es beim Kind offen ist, ist es auch beim Menschen offen.

Ich kann ihn vor anderen verbergen. Ich kann bei dir im Wohnzimmer sitzen und sagen: Ich will nichts essen, vielen Dank, ein Glas Limonade, und das war's. Mehr will ich nicht, danke. Und innen will ich, ja? Und du kennst meinen Willen nicht. Das heißt, den Willen kann ich schließen oder öffnen, und das ist vor meinen Augen offenbar, deshalb fällt mir die Arbeit leicht. Ich muss mir nur irgendwelche Bremsen vor mich stellen, ja? Irgendeine Erziehung bekommen, das heißt eine Ordnung von irgendwelchen Übereinkünften – sagen wir gesellschaftlichen oder solchen aus einer Religion –, wann und wie und wie viel ich meinen Willen zu empfangen nach außen zeigen kann. Das ist alles.

Was schreit die ganze Welt? „Du musst ein guter Jude sein." Was ist ein guter Jude? Lass kein böses Wort aus dem Mund. Das ist gut für die Gemeinschaft, ich sage nicht, dass es schlecht ist, ja? Stiehl nicht, ja? Und es ist egal, ob du stehlen willst oder nicht stehlen willst – stiehl nicht, verstehst du. Das heißt: Man arbeitet an der Handlung, am Gebrauch des Willens, nicht an der Absicht. Das ist die Lehre der Allgemeinheit, deshalb ist sie der Lehre des Einzelnen entgegengesetzt.

18:46 Schüler: Aber ich will das nicht, ich will …

Rav: Wenn du von dieser Lehre der Allgemeinheit zur Lehre des Einzelnen übergehen willst, dann musst du wirklich eine Veränderung im Denken machen, in der Wahrnehmung, im Blick auf dich selbst. Du musst zuerst und die ganze Zeit an die Absicht denken. Warum ist es schwer, an die Absicht zu denken? Weil du dann an den anderen denken musst. An den Schöpfer oder an den anderen. Die Absicht muss statt „um zu empfangen" – der natürlichen Absicht, die wir aus dem Zerbrechen haben – „um zu geben" sein.

Du musst also die ganze Zeit auf den anderen schauen oder den Schöpfer irgendwo in einer Reihe sehen⁴. Da hast du schon ein Problem, denn diese Sache ist nicht natürlich. Sie liegt nicht im Herzen, weil dafür Lohn und Strafe⁵ nicht offenbart sind. Die Gemeinschaft wird dich nicht ermutigen, die Gemeinschaft wird dich nicht zwingen, und die Gemeinschaft wird dir für die Absicht keine Strafe geben. Denn deine Absicht sehen sie nicht, ja?

Was also tun? Du musst dir Wächter und Polizisten aufstellen. Das heißt, du musst innen einen ganz, ganz besonderen Mechanismus aufbauen, wirklich einen eigenen: wie ich mich jetzt um meine Absicht kümmern kann. Innen muss ich also wirklich einen ganzen Staat errichten. Das „Ich" ist schon nicht mehr der Wille, das „Ich" ist schon die Absicht um zu empfangen. Und mir gegenüber der Schöpfer, von dem aus – aus dieser Absicht heraus – ich jetzt anfange, mich zu bemühen, die Absicht in „um zu geben" umzuwandeln.

Es geht überhaupt um die Absicht, nicht um den Willen, davon spricht man nicht. Und die ganze Zeit sich selbst nur auf der Ebene der Absicht zu halten, über dem Willen, und auf den Willen nicht zu achten. Das nennt man schon die verborgene Arbeit. Denn hier fängst du an, es von innen zu enthüllen, für dich selbst; nach außen wissen die anderen nicht, was du tust, wer, was. Und du fängst an, den Schöpfer zu brauchen. Du siehst nicht, für wen du arbeiten sollst. Du kannst deine Absicht auch nicht ändern. Du entdeckst: Den Willen kannst du wie alle einschränken, du kannst sagen: „Ich will von dir nicht mehr als eine Tasse Tee, vielen Dank, ich bin nicht hungrig." Diese Möglichkeit hast du. 21:20

Bei der Absicht kannst du das nicht, du hast keinerlei Fähigkeit. Keinerlei Fähigkeit, irgendetwas an der Absicht zu machen. Das heißt: Schon um zu arbeiten, um die Absicht zu klären, brauchst du Licht, die Gegenwart des Schöpfers. Und auch sie zu ändern, wenn du willst, kannst du nur durch Ihn – das Licht AB-SaG, wie wir es nennen. Das fangen schon ernste Korrekturen an zu werden. Da musst du schon mit dem höheren Mechanismus verbunden sein. Dann fängst du an, völlig in eine andere Dimension einzutreten, wo man mit den Absichten arbeitet.

Mit den Verlangen zu arbeiten – vergrößern, verkleinern, wie man mit ihnen arbeitet, das heißt nicht vergrößern und verkleinern, sondern sie mehr oder weniger benutzen –, das nennt man Erziehung, Existenz in dieser Welt. Die Absichten sind schon oberhalb des Machsom, dort ist die Arbeit der Absichten. Und die Einschränkungen sind auf den Absichten. Und rechts und links und die ganze Struktur, die der Mensch sich in der mittleren Linie baut, das sind Absichten. Die Stufen sind die Absichten.

Das heißt: Das Maß, in dem du die Absicht um zu geben benutzen kannst, nennt man deine Stufe. Wir alle können aus verschiedenen Verlangen sein. Du hast ein Verlangen aus dem Unendlichen von, sagen wir, 100 Kilo, ich 80, er 60, und bei dem da sind es 40, egal. Und dieses Verlangen sagt gar nichts, denn es ist eine rohe Kapazität. Die Absicht über dem Verlangen – das ist unsere Arbeit.

Daraus folgt: Wenn du an deiner Absicht über deinem Verlangen arbeitest und ich an meiner Absicht über meinem Verlangen, dann machen wir – auch wenn du ein größeres Verlangen hast als ich – jeder relativ zu seinem Verlangen dieselbe Arbeit. Und deshalb komme ich zu meinem Ende der Korrektur, und du kommst zu deinem Ende der Korrektur. Und im Ende der Korrektur sind wir gleich. Denn das Verlangen entscheidet nicht; es entscheidet, zu welchem Prozentsatz du die Absicht darüber korrigiert hast.

Ja.

24:11 Schüler: Wie kann man die Absicht klären, wenn ich keinen Bezugspunkt habe?

Rav: Die Absicht kann man klären, wenn der Mensch einen Punkt im Herzen hat. Der Punkt im Herzen ist ein Funke aus dem zerbrochenen Massach, und der Massach ist die Absicht um zu geben. Zerbrochen heißt „um zu empfangen" – dass du anfängst zu fühlen, dass du das, was du denkst, für dich selbst denkst.

Sprich mit einem Menschen von draußen, sag ihm, dass er ein Egoist ist – er wird dich schlagen. Er fühlt nicht, dass er ein Egoist ist. Du schaust ihn an und siehst, dass alle seine Handlungen zum eigenen Nutzen sind. Und er wird dir sagen: Ich habe so viele Dinge getan, weißt du, wie viel ich gegeben habe. Gestern war einer bei mir und sagt: Weißt du, wie viel ich im Monat verteile? Er hat einen Supermarkt, einen großen Laden. Diesem habe ich gegeben und diesem und diesem. Vor dem Schabbat, wie viele Portionen verteile ich an arme Leute, damit sie am Schabbat etwas zu essen haben, umsonst – sie kommen zu mir und ich gebe ihnen.

Stell dir vor, was für ein Stolz: Er gibt vor dem Schabbat jedem. Auf der Ebene dieser Welt macht er ausgezeichnete Arbeit, aber gegenüber der Spiritualität? Umgekehrt – schau, um wie viel er sein Ego vergrößert. „Und ich persönlich stehe vor dem Schabbat da und verteile an jeden Einzelnen eine Portion umsonst, sie haben etwas zu essen." Und er kommt zu mir und beschwert sich, warum er danach krank ist, verstehst du – der Schöpfer nimmt seine Sachen sozusagen nicht an. Er hat ein Problem mit dem Schöpfer, dass er trotzdem krank ist. Alle möglichen solchen Dinge. Das ist sehr schwer. Du hörst den Menschen … Deshalb nennt man es die verborgene Lehre.

Ja. Lior, nu.

26:20 Schüler: Es sieht so aus, dass man auch dann, wenn man die Sache mit der Absicht geklärt hat, immer noch fallen kann … dass die Lösung in …

Rav: Sicher: Nachdem man die Absicht geklärt hat und es dir scheint, dass du sie schon hältst, fällst du jeden Moment in die Arbeit am Willen selbst zurück.

26:34 Schüler: Und du suchst wirklich dort die Korrektur, und nicht in …

Rav: Und bei den Korrekturen scheint es dir immer wieder … Sicher ist das Gewohnheit, das ist Erziehung, das ist die Natur selbst. Es ist verborgen, man sieht darin Lohn und Strafe nicht, und du brauchst dafür die Hilfe des Schöpfers. Nur durch Sein Licht, das Er dir leuchtet, kannst du mit den Absichten arbeiten, und ohne Licht kannst du nicht mit den Absichten arbeiten. Mit deinen Augen, mit deinen Sinnen ist dir nur der Wille offenbart.

27:06 Schüler: Wie … das erkennen als …?

Rav: Oh, erkennen kannst du es nicht. Dann bleibt dir nichts anderes übrig, als zu Ihm zu schreien, dass Er dir ein wenig Licht gibt, damit du irgendeinen Standard hast, verstehst du, einen Maßstab, wonach du arbeiten und woran du messen kannst. Wo bist du, damit ich sehen kann: Mache ich das für dich oder für mich? Sonst habe ich mir ein Bild von dir gemacht, das angeblich für dich ist, aber es kommt auf mich zurück, es ist ich.

Ich habe mir einige Gestalten vor mich gebaut, und all diese Gestalten sind ich selbst. Wo bist du wirklich, damit ich sehe, dass ich auf dich hin ziele? Das heißt, dafür muss ich dich fühlen, deinen Mangel, und sehen, wie ich ihn fülle. Sonst habe ich überhaupt keine Prüfung. Denn dafür brauchst du schon irgendetwas: den Mangel des anderen zu fühlen und zu sehen, dass du gerade ihn füllst und nicht deinen eigenen.

Ja?

28:12 Schüler: Wir sehen, dass wir in der Welt der Folgen sind. Wie also – das heißt, wenn wir irgendeine richtige Tätigkeit mit unseren Absichten machen oder in diese Richtung, egal, auch wenn es noch nicht „um zu geben" ist, aber wenigstens arbeiten wir in die Richtung … muss sich das doch praktisch ändern, das Ergebnis davon. Am Ende muss doch daraus …

Rav: Wenn ich die Absicht ändere, dann ändert sich meine Handlung. Was heißt, meine Handlung ändert sich – das verstehe ich nicht, welche Handlung? Wir lernen, dass wir nur die Absicht ändern müssen. Welche Handlung?

28:57 Schüler: Das ist nicht unbedingt eine physische Handlung, die ich mache …

Rav: Ah, keine physische Handlung, sondern eine spirituelle Handlung. Eine spirituelle Handlung heißt Absicht. Die Absicht ist die Handlung.

29:08 Schüler:

Rav: Deshalb stell dir in der Spiritualität vor, dass du ohne Körper bist, ohne alle deine Teile, ohne Hände, ohne Füße, ohne alles, und du hast nur die Absicht. Das nennt man Spiritualität. Du existierst nicht in deinem Körper, du existierst nur in der Absicht. Jetzt fang an, in dieser Absicht einen Körper zu bauen. Fang an … Was? Wie kannst du aus ihr einen Körper bauen, ja? Wenn du anfängst, vom Schöpfer Eigenschaften zu bekommen. Davor hast du gar nichts, nur einen Punkt.

Was ist ein Punkt? Dein Anfang ist dieses „Ich". Und alles Übrige, die neun ersten davon – du hast überhaupt nichts in der Absicht. In der Absicht haben wir nichts, denn die Absicht um zu empfangen ist nicht … Schau, wie soll ich das sagen? Wenn ich Worte hätte. In der Absicht um zu geben haben wir einen Parzuf, zehn Sefirot. Sogar bei der Unreinheit, bei den Absichten der Unreinheit, dem spirituellen „um zu empfangen", stützen sie sich trotzdem auf ein „um zu geben" nach dessen Art, in umgekehrter Form (Rav demonstriert). 30:36

Das heißt: Es gibt die Eigenschaften des Schöpfers, und aus ihnen baut man die Absicht um zu empfangen oder um zu geben – Spiritualität, Klipa oder Kedusha. Bei uns ist das nicht so; bei uns gibt es nur einen einzigen Punkt, von dem aus man anfangen kann, sich sozusagen danach zu sehnen, dass es mir gehört.

Schüler: Wenn ich jetzt anfange zu arbeiten, wenn wir sozusagen so mit den Absichten anfangen zu arbeiten – hinzuschauen, zu betrachten, den Schöpfer zu wollen, zu wollen … wir kommen noch nicht dahin, aber es zu wollen: Muss sich zum Beispiel mein Verhältnis zum Freund als Folge meines Fortschritts in der Stufe der Vorbereitung ändern? Das wahre Verhältnis – ich rede nicht von dem nach außen, dem wirklich Physischen, sondern von innen, ganz innen. Etwas, das nur ich weiß. Aber muss sich mein Verhältnis zu den Freunden und zu der Arbeit, die wir hier machen, wirklich ändern?

Rav: Wenn ich von der Absicht um zu empfangen zur Absicht um zu geben übergehe – oder wenn ich schon davor von der Arbeit am Willen, einfach ein schöner, von außen erzogener Mensch zu sein, zur Arbeit an meinen Absichten übergehe –, dann sehe ich von außen anders aus. Wie? Von außen sehe ich wilder aus. Warum? Weil ich meine Verlangen loslasse, ich schränke sie sozusagen weniger ein, achte weniger auf sie. Ich halte mich auf der Straße kaum zusammen, verstehst du? Ich schaue einfach nicht auf den Willen selbst. Er erscheint mir natürlich. Was ich bin, bin ich. Wie ein Tier, verstehst du? 32:29

Das heißt, ich kann so weit gehen – sagen wir theoretisch, im Wahnsinn –, mich wie ein Tier zu benehmen. Mitten auf der Straße mein Geschäft zu machen. Ich sage das übertrieben, nur damit du es verstehst: Wenn du dazu übergehst, dich um die Absichten zu kümmern, dann ist dein Wille einfach … das ist Schöpfung, verstehst du? Das ist Schöpfung. Wir können plötzlich fühlen, dass wir nicht zu ihr gehören, nicht zu dieser Schöpfung, nicht zu unserem Körper.

Sondern wir gehören schon nur noch zu den Absichten. Und nur das ist das Ich – dort, wo meine Absicht ist. Gehst du ein bisschen mit mir mit? Und dann trennst du dich vom Körper und fängst an, mehr nur noch zur Absicht zu gehören, und fängst an, in ihr zu leben. Und schon hast du eine andere Welt, in der du anfängst, alles nur innen zu bauen, innerhalb der Absicht.

Von dort aus geht deine Absicht entweder zu dir oder zum Schöpfer. Sie fängt schon an, dir spirituelle Bilder zu machen: Was zu dir geht, nennt man Klipa, und was von dir nach außen geht, nennt man Kedusha. Und dann fängst du an, von der Materialität abgetrennt zu sein, vom Tierischen. Von dem, was bei dir vorher Körper hieß. Dein Körper ist dann etwas anderes. Und dann gehst du von der Sprache der Zweige zur Sprache der Wurzeln über. Das Sprechen über die Absichten ist die Sprache der Wurzeln. Geh dort hinein und lebe dort.

Ja.

Schüler: Mir ist nicht klar, wie das den Fortschritt nicht blockiert oder wie das nicht stört. Wenn du in den Zustand übergehst – ich rede von vor dem Machsom –, wenn du in den Zustand der Absichten übergehst, heißt das, dass du jetzt siehst, dass du überhaupt noch keine Fähigkeit zu geben hast. Du siehst die ganze Zeit, wie du wirklich … zum Ziel. Außerdem entwickelst du ein Verhältnis der Apathie zu deinem tierischen Willen, weil er tierisch ist. Du bist ihm gegenüber apathisch und sagst, der ganze Zustand, in dem ich bin …

Rav: Hast du Angst, dass dein Wille dich so leicht verlässt? Hast du Angst, dass du dich von ihm zu den Absichten erhebst und ihn nicht fühlst?

Schüler:

Rav: Versuch mal, ihn auszuschalten – du wirst sehen, wie er dich packt, er wird dich nicht verlassen. Ausschalten kannst du ihn nur in dem Maß, in dem du wirklich mit dem Schöpfer verbunden sein kannst. Und dann schaltest du ihn nicht aus, sondern in diesem Maß fängst du an, ihn hinzuzufügen. Das Bild, das ich jetzt gemacht habe, habe ich gemacht, ohne mit dem Willen zusammen zu arbeiten – nur sozusagen, um von einem Raum in den anderen überzugehen, vom Raum der Verlangen in den Raum der Absichten. Aber ich will euch nicht verwirren, wie man mit beiden zusammen arbeitet.

Schüler: *Aber wo investiere ich … Am Ende des Prozesses ist es logisch, ich weiß nicht, statistisch, ich weiß nicht, ich weiß nicht, wie du willst – logisch: Mit dem Schöpfer hilft nicht, der Mensch kommt in einen Zustand der Apathie oder in einen Zustand, in dem er es vorzieht, seinen Willen nicht zu benutzen. Warum? Er verursacht ihm Leid. Also ist die Wahrscheinlichkeit … wenn du die ganze Zeit an Absichten arbeitest. Denn wenn …*⁶

Rav: Was ist die Frage?

Schüler: Die Frage ist, wie das nicht passiert. Wie kann ein Mensch diesen Zustand vermeiden? Andererseits muss man dieses Verlangen doch bewahren …

Rav: Moment, ich verstehe nicht. Glaubst du überhaupt, dass du deinen Weg selbst lenkst? Hast du je die nächste Stufe gesehen, in die du eintrittst? Kannst du dir jetzt beschreiben, was dir in einem Moment passieren wird, welche inneren Empfindungen und Gedanken und alles? Du entdeckst doch plötzlich, dass du dich dabei ertappst: Wo bin ich schon? Ich verstehe, du hast so einen gesunden Verstand, du willst die ganze Zeit unter Selbstkontrolle sein – das wird nicht gehen. Unsere Arbeit ist nicht, uns die ganze Zeit nach vorne zu kontrollieren. Unsere Arbeit ist nur, den gegenwärtigen Zustand zu prüfen, wie man das richtige Verhältnis festlegt.

37:30 Schüler: … Wie legt man dann ein richtiges Verhältnis zur Arbeit⁷ fest, wenn du das Endziel nicht siehst? Oder wenn du nicht einige Jahre nach vorne siehst? Wonach misst du dann sozusagen die Arbeit?

Rav: Wie kann ich einen Schritt weiter nach vorne gehen, wenn ich nicht sehe, wohin ich gehe? Ich kann mir meinen nächsten Zustand sozusagen vorstellen, danach, wie der Höhere sich sozusagen in mir abbildet. Du machst dir ein Bild vom Schöpfer, ein Bild vom Ziel – es ist nicht so, dass Er wirklich so wäre. Jedes Mal ändert es sich. Wir müssen uns also jedes Mal das Ziel, den Schöpfer, in der wahrsten Form ausmalen, die in jedem einzelnen Zustand möglich ist. Und diese Form mit dem vergleichen, was wir uns ausmalen können. Und aus dieser Anstrengung werden wir jedes Mal wirklich würdig, Ihn in immer richtigerer Form zu sehen – aber Seine Form wird niemals so sein, wie wir sie uns vorher ausgemalt haben.

Schüler: Ich verstehe nicht. Was heißt, mich mit dem Schöpfer zu vergleichen?

Rav: Mich mit dem Schöpfer zu vergleichen heißt: So weit, wie mir scheint, dass meine Absicht um zu geben so sein muss, dahin will ich mich jetzt sozusagen erheben.

Schüler: Aber du willst das nicht, du hasst das. Wie kannst du es wollen?

Rav: Wenn ich es hasse, dann hasse ich es, völlig in Ordnung, aber das ist das Bild.

Schüler: Woher kommt dann der Treibstoff, um voranzukommen?

Rav: Treibstoff, um voranzukommen, kommt nur aus der Gemeinschaft, aus den Büchern.

Schüler: … etwas zu sein, das dem entgegengesetzt ist?

Rav: Schau, der Treibstoff … Sagen wir, bei dir ist der Haupttreibstoff der, dass du nicht kannst … Du kannst nicht weggehen, weil es dir danach sehr schwerfallen würde, dich selbst zu rechtfertigen. Ich wäre auf der Straße, ich würde jetzt ausgehen und alles. Aber überall, überall, wo ich jetzt wäre, würde ich mich selbst hassen, und ich würde mich fragen, was ich da tue, und jeden Genuss, den ich jetzt empfangen würde, würde ich so schlecht empfinden, dass ich den Genuss hassen würde und mich selbst und das Leben und alles. Also sitze ich als das kleinere Übel hier. Stimmt's?

40:30 Schüler: Aber dass ich hier sitze, heißt nicht, dass ich vorankomme.

Rav: Ah, das ist dann eine andere Frage. Wenn diese Gedanken da sind, dass ich nirgendwohin fliehen kann und ich diesen Ort hasse und auch die übrigen Orte, die ich nicht … Wenn ich mich abtrennen könnte, ja? Was also tun? Nur nach vorne. Es bleibt nichts anderes. Du wirst mit dem gegenwärtigen Zustand niemals zufrieden sein – nicht hier drinnen in dieser Welt, das heißt in deiner Gruppe hier, in der Gruppe Bnei Baruch, wirst du niemals zufrieden sein. Und draußen wirst du auch niemals zufrieden sein.

Das richtet man dir vom Himmel so ein, damit es dir einen Antrieb gibt, ja, einen Schub nach vorne. Und du wirst immer Zweifel haben: dort ist es besser, hier ist es besser, das ist so und das ist so. Das nennt man „Kaf haKela" (die Schleuder), das nennt man „Gilgulim" (Umläufe), die du machst. Statt zu sterben und geboren zu werden und in den Kindergarten zu gehen, in die Schule und so weiter und wieder hierher zu kommen, ja. Dann säße an meiner Stelle jemand anders, egal wer da, ja, der vielleicht noch nicht geboren ist. Also macht man es dir innerhalb dieses Lebens.

Ja.

Schüler: Zuerst einmal sehe ich nicht, dass … von den Dingen, die hier in der letzten halben Stunde gesagt werden … das trifft mich wirklich …

Rav: Vielen Dank. Das wollte ich nicht. Aber das ist deine Stufe, gesund, das ist nicht …

Schüler:

Rav: Also beruhige dich, und jetzt aus dem Verstand.

Schüler: Zu dem, was du gefragt hast, wie du …

Rav: Aha.

Schüler: … weißt, wo du bist. Man kann es nicht wissen, weil man es einfach im Sein weiß. Das heißt, so wie du nicht weißt, wann du dich sehnst oder wann du liebst. Wenn du liebst, weißt du, dass du liebst, und das ist der Ort, an dem du bist. Und man kann es nicht im Voraus wissen, denn wenn es passiert, passiert es, du fühlst es einfach. Das ist wirklich der Ort …

Rav: Das habe ich gemeint: Sag es aus dem Verstand und nicht aus dem Gefühl. Er ist sehr verstandesmäßig, und du bist sehr gefühlsmäßig. Und wie könnt ihr einander verstehen? Ich fühle, also fühle ich. Er sagt: „Ich fühle gar nichts."

43:05 Schüler: … weiß, dass du an diesem Ort bist, das ist ein neuer Ort …

Rav: Du weißt nicht, du fühlst.

Schüler: Ich fühle, ich fühle, und wie ich fühle. Das ist …

Rav: Also beruhige dich, beruhige dich. Ich habe das nicht umsonst gesagt, ich habe nicht gescherzt.

Schüler: Und ich wollte fragen …

Rav: Ja.

Schüler: Wenn du schon an einem vollkommenen Ort bist, in der Absicht um zu geben …

Rav: Mm.

Schüler: … wie verändert das die Wirklichkeit dieser Welt? Dass du in der Wirklichkeit dieser Welt bist und plötzlich hast du wirklich … du siehst dich selbst wirklich wie …

Rav: Wenn ich in der Absicht um zu geben bin, sehe ich die Wirklichkeit in dieser Welt …

Schüler: Du wirkst auf die Wirklichkeit in dieser Welt ein⁸ …

Rav: Einwirken?

Schüler: Ja, im Sinne deiner … deine Wirklichkeit … ein Mensch mit Körper in dieser Welt, das heißt, das wirkt wirklich auf …

Rav: Da sind mehrere Dinge. Du fragst, wie man sich dieser Welt gegenüber verhalten soll, wie man sie annehmen soll und wie ich sie wirklich fühle. Das heißt: Ich habe sozusagen den Schöpfer, ich habe diese Welt, und es gibt das Ich. Wird das alles zu einem? Oder muss ich trotzdem … oder teilt es sich bei mir trotzdem in mehrere Richtungen, ja? Ähm … Ich würde sagen, dass all diese Dinge sowohl zusammen als auch jedes für sich existieren. Es hängt davon ab, was ich gerade ausführen will. Das nennt man „Parzufim der Haare".

Wenn ich mich auf den Höheren beziehe, dann beziehe ich mich auf ihn als den Höheren, der in mir ist, den ACHaP des Höheren. Wenn ich mich auf den Unteren beziehe, dann beziehe ich mich durch den Parzuf der Haare auf ihn. Ich muss mich also sowohl in der Materialität als auch in der Spiritualität so verhalten, dass ich mit ihm eine Kommunikation habe und irgendeine gegenseitige Arbeit. Wenn ich hier für mich selbst bin, ist das eine andere Arbeit, bei der ich einen Aufstieg bewirken muss … So wie wir im Talmud Esser haSfirot lernen, wird das schon dasselbe Verhältnis wie Unterer, Höherer und Höherer über dem Höheren.

Schüler: Die wahre spirituelle Arbeit, die Arbeit liShma, verändert auf natürliche Weise die Wirklichkeit, in der du bist. Denn so fühle ich es auch: Mit meinen Veränderungen ändert sich meine Wirklichkeit.

Rav: Die physische Wirklichkeit ändert sich nicht. Die Welt geht ihren gewohnten Gang, nichts ändert sich. Wenn ich jetzt dieses Glas nehme, siehst auch du, dass es ein Glas ist, und ich auch. Auch du benutzt es so, und ich benutze es so. Die Wirklichkeit in den fünf Sinnen ändert sich nicht. Das Tierische ändert sich nicht. Der Wille selbst ändert sich nicht. Es ändert sich nur die Absicht.

Schüler: Ja, aber die Absicht – wenn du schon in der Absicht bist, ändern sich auch deine physischen Handlungen. Das heißt, du tust schon nicht mehr die Dinge, die du vorher getan hast, weil du schon an einem anderen Ort bist.

Rav: Was heißt Handlungen … Nein, nein, das stimmt nicht. Du sagst … daraus baust du eine ganze Lehre. Was heißt, meine Handlungen ändern sich? Welche meiner Handlungen ändern sich? Meine körperlichen Handlungen ändern sich nicht. Ich bleibe wie alle. Ich bin zum Arzt gegangen, er hat mich untersucht und gesagt: Mein Lieber, du bist nicht in Ordnung, dein Zucker ist nicht in Ordnung … nicht in Ordnung. Er sieht nicht, dass ich in die Korrekturen eingetreten bin. Ihm scheint es nach den Untersuchungen, dass ich kaputtgehe.

Ja, nu.

46:57 Schüler: Deine Wirklichkeit ändert sich also praktisch nicht … es sind die Absichten …

Rav: Der Wille ändert sich nicht. Und unser Körper ist auch ein Wille. Das ist der Wille, dass unsere Zellen sich selbst erhalten wollen. Und unsere Organe sind darauf angelegt, nach irgendeinem Plan zu arbeiten – das heißt der Wille, sich selbst zu erhalten, sich selbst am Leben zu erhalten, auf allen möglichen Ebenen, auf alle möglichen … ja? Das ist der Körper, also ändert er sich sicher nicht.

Schüler: … immer mehr so ein Zombie, weil …

Rav: Warum Zombie? Werde ich ein Zombie? Warum? Nein, nein, ich frage dich: Warum?

Schüler: Weil ich sehe, dass sich meine Wirklichkeit ändert. Die Dinge, die ich gewohnt war zu tun, tue ich schon nicht mehr. Meine Gemeinschaft⁹ hat sich verändert. Ich will schon Dinge tun, die mich wirklich immer mehr selbst annullieren …

Rav: Bald hast du Schläfenlocken statt des Ohrrings in der Nase. Pass auf, das geht weit. Nein, nein, ich scherze natürlich. Meine Frage ist so: Alles, was bestehen kann, sogar wenn dein Körper nicht besteht – du stirbst, der Körper verwest, es bleibt nichts von ihm übrig. Es bleibt, wie man sagt, das Luz-Knöchelchen. Was ist das Luz-Knöchelchen? Ein Punkt, der nicht zum Körper gehört, sondern ein Punkt, der zur spirituellen Welt gehört und der in dir ist. 48:40

Wenn du also von diesem Punkt aus anfängst zu wachsen, wird das Spiritualität sein. Alles Übrige kannst du jetzt verbrennen. Es gehört zu nichts. Alles Übrige ist eine Kleidung, durch die wir anfangen, uns zu verbinden. Stell dir jetzt vor: Ist die Kleidung wichtig oder die Länge des Bartes, all die Dinge, die wir mit dem Körper machen?

Schüler: Meine Frage ist: Ich habe aufgehört, alle möglichen Dinge zu tun, die ich gewohnt war zu tun, weil ich mit mir selbst Prozesse angefangen habe. Was also weiter in dieser Welt, für mich als Materie … wohin kann mich das bringen …

Rav: Was musst du als Materie in dieser Welt tun? Du musst Mizwot machen. Du hattest vorher deine eigenen Mizwot. Du hast Meditationen gemacht, Kerzen angezündet, Om, alles Mögliche so, ja? Ich weiß nicht. Heute machst du vielleicht etwas anderes. Was hast du vorher gemacht? Ich weiß es nicht. Was du jetzt machen wirst, weiß ich auch nicht. Versuch es.

Noch einmal: Wir machen etwas mit dem Körper nur, um zu bewahren, dass wir eine besser geordnete Absicht in der richtigen Form haben. In der Form, in der du innerhalb der Absicht arbeiten kannst, sind alle körperlichen Handlungen gerechtfertigt. Aber hin zu einer richtigen Absicht. Sag nicht¹⁰: Dann kehre ich also wieder dazu zurück, im Lotossitz zu sitzen, und all die Dinge. Ich sage dir: Wenn du dich auf die richtige Absicht konzentrierst, wirst du das nicht haben. Aber alles, womit der Körper dem inzwischen helfen kann, ist gerechtfertigt. 50:45

Deshalb sage ich, dass irgendwelche minimalen Dinge aus dem Judentum den Menschen halten und ihn an die Absicht erinnern können, wenn er es wirklich in dieser Form macht. Und in diesem Maß lohnt sich das Erfüllen körperlicher Mizwot wirklich. Und dann fängst du an, daraus heraus zu erfüllen, dass eine Mizwa ohne Absicht wie ein Körper ohne Seele ist. Und wenn du das zusammen machen kannst, oder wenn das Erfüllen dir die Absicht bringt, dann ja. Dann lohnt es sich sicher.

Schüler: Was sind die minimalen Dinge?

Rav: Die minimalen Dinge sind die, die dich an die Erfüllung der Absicht erinnern können.

Schüler: … Dinge, die ich mit der Zeit allein mit mir selbst weiß …

Rav: Nein, allein wirst du es nicht wissen. Allein wüsstest du es, wenn du wie Awraham Awinu wärst, der einfach ein Beduine war und nichts wusste. Er fing an, die spirituelle Welt zu enthüllen. Und aus der spirituellen Welt lernte er, was spirituelle Mizwot sind. Das war's.

51:53

(Ende der Lektion)