Tägliche Lektion30. Aug. 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 35 (1989) (12.08.2002)

Rabash. Artikel 35 (1989) (12.08.2002)

30. Aug. 2026

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Morgenmitschrift 12.08.2002

Buch „Schriften des Rabash", Band 2, S. 938, „Was bedeutet „Wer keine Söhne hat“ in der Arbeit?"

Rav: Der Artikel spricht über das, was im Midrasch steht: Nachdem der Heilige, gepriesen sei Er, alle Völker erschaffen hatte und sich alles auf der Erdkugel niedergelassen hatte, ging Er zu jedem Einzelnen und bot ihm die Tora an – vielleicht will sie ja jemand annehmen. Und außer Israel hat sie keiner angenommen. Was ist an der Tora so schlecht, dass keiner sie angenommen hat? Offenbar gibt es in der Tora nicht nur gute Dinge, sondern auch schlechte. Sonst wäre Er ja nicht herumgegangen und hätte gebeten und sie hingehalten: Vielleicht nehmt ihr sie, vielleicht nehmt ihr sie.

Das heißt: Es gibt im Menschen nur einen Willen, der Israel heißt, und diesem Willen gegenüber gibt es etwas, das Tora heißt. Und die Israel brauchen die Tora eigentlich auch, das heißt, sie sind verdorben – „Ich habe den bösen Trieb erschaffen, Ich habe die Tora als Würze erschaffen." Den bösen Trieb gibt es also offenbar nur in Israel, bei den Völkern der Welt gibt es keinen bösen Trieb. Hör also erst einmal, was da steht: Die Israel sind die Egoisten, sie sind gegen den Schöpfer und nicht die Völker der Welt, sie brauchen die Tora.

Sie verstehen, dass sie das Gegenteil des Schöpfers sind und dass sie die Tora brauchen. Und die Tora ist die korrigierende Kraft. Wer fühlt, dass ihm diese korrigierende Kraft fehlt, der heißt Israel. Wir sehen: Dieser Mangel kommt sicher von oben. Der Mensch hat nicht die Aufgabe des Schöpfers, die Verlangen in sich zu erschaffen. Er muss vielmehr fühlen, welche Verlangen jetzt in ihm sprechen, und aus diesen Verlangen heraus handeln – also nicht gleichgültig und passiv sein, sondern so viel wie möglich das Mittel nehmen, das Licht der Tora heißt, und es benutzen.

Und um Israel zum Ziel zu bringen – mit „Israel" sind auch die Völker der Welt gemeint, die die Bchina Israel annehmen und ebenfalls korrigiert werden; es ist nicht nur Israel. Um Israel also zum Ziel zu bringen, das heißt: Wer zum Ziel kommen will, den muss man dorthin bringen – dazu muss man in ihm nach und nach die richtigen Verlangen wachsen lassen. Und diese richtigen Verlangen wachsen nur durch das Licht. 3:24

Am Anfang gibt es den tierischen Willen zu empfangen. Diesem Willen gegenüber fängt ein wenig spirituelles Licht an zu leuchten, hinein in den tierischen Willen, in dem es Begierden nach Tierischem gibt, nach Geld, nach Ehre, nach Wissen. Und plötzlich entsteht ein Verlangen nach genau diesem Licht, das ihm leuchtet. Auch vorher schon: Warum will der Mensch Sex, warum will er Essen, warum will er Geld oder Ehre oder Wissen? Dem gegenüber gibt es ein Licht, das ihn dazu erweckt.

Nun gibt es ein Licht, das etwas größer ist als all diese Dinge, ohne eine Kleidung dieser Welt – und da fängt der Mensch an zu erwachen. Das nennt man Spiritualität. Denn ohne Kleidung ist das schon das Licht, für dessen Empfang man wirklich einen Massach braucht, das Or Choser, um zu geben. Und so weiter: Jedes Mal, wenn das Licht stärker wird und ihm mehr leuchtet, erweckt es insgesamt Verlangen des Menschen aus einer noch gröberen Bchina, aus einer noch höheren, das heißt entsprechend den Verlangen, aus einer noch größeren – und so erwacht der Mensch. Bis er so weit erwacht, dass er die Spiritualität mehr will als die Materialität.

Er hat hier Kundschafter¹: Mal leuchtet das Licht, mal leuchtet es nicht. Entsprechend will der Mensch die Spiritualität, wenn das Licht leuchtet; leuchtet es nicht, fällt er in die Materialität – mal will er das eine, mal das andere. Bis er durch die Anstrengung diesen Prozess beschleunigt und am Ende des Prozesses anfängt, die Spiritualität mehr zu wollen als die ganze Materialität – „Ich bin krank vor Liebe", wie es heißt. Und das kommt ihm als Ergebnis des Lichts, das die ganze Zeit mit ihm spielt: mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger, Eintritte und Austritte. „Von Zion wird die Tora ausgehen", so steht es geschrieben.

Auch danach, wenn er den Machsom überschreitet – das heißt, wenn in ihm schon festgelegt ist, dass die Spiritualität mehr wert ist als die Materialität –, geschieht das durch das Licht, das kommt. Das ist alles das Licht der Tora, das ihm mal mehr, mal weniger leuchtet. Auch danach erweckt man in ihm Empfindungen dafür, wie sehr er das Gegenteil ist – die rechte Linie gegenüber der linken Linie –, wie sehr er das Gegenteil der Göttlichkeit ist. Daraus entsteht bei ihm Scham, alle möglichen Gefühle, und er entscheidet, dass er nicht in der linken Linie sein will, nicht darin sein will. 6:13

Das heißt: Durch all diese Eintritte und Austritte erweckt man im Menschen die ganze Zeit einen Mangel nach Korrektur, einen Mangel nach Fortschritt. Und wenn er ein Verlangen nach Korrektur hat, dann kommt die Korrektur, ebenfalls als Licht der Tora, schon als Or AB SaG. Da ist dem Menschen schon klar, welche Bchinot er korrigieren will und was genau und wie sehr er bittet – das ist schon das Erheben von MaN, das sind Dinge, bei denen er selbst schon in Teilhabe mit dem Schöpfer an der eigenen Korrektur steht. Das sind schon große Stufen.

Und dann kommt er aus dem lo liShma zum wirklichen liShma. Er nimmt die linke Linie, kennt die Mängel und das alles, eines gegenüber dem anderen, Klipa gegenüber Kedusha, all diese Dinge; er erweckt das Licht in der Tora, ruft aus dem Licht in der Tora das Korrigierende herbei, das korrigierende Licht, und benutzt es als Or AB SaG, um zu korrigieren. Und danach schon praktisch im Empfangen, um zu geben, was schon zum Ziel führt, zur Dwekut.

Das heißt: Jedes Mal macht das Licht in der Tora zwei Handlungen. Es gibt dem Menschen die Korrektur entsprechend seinem Mangel; und davor, damit er überhaupt im Mangel ist, erweckt es ihn die ganze Zeit – mal leuchtet es ein wenig, mal nicht. Es macht also solche Handlungen, es schüttelt das Kli. Ja, die Lichter, die ein- und austreten, schütteln damit das Kli: Das Kli erwacht, wenn Licht kommt, und fällt, wenn das Licht austritt. Das nennt man Schütteln. Daraus entstehen im Kli alle möglichen Empfindungen. Jedes Mal fängt an, sich im Kli ein Gefühl zu bilden zwischen Finsternis und Licht, zwischen Gut und Böse – und so baut sich ein Sinn auf.

Und es gibt keinen anderen Weg. Für jeden steht von vornherein fest, wie viele solcher Schüttelbewegungen er durchmachen muss, bis er seine ganze Arbeit an der Vorbereitung des Kli beendet – für den Empfang des wirklichen Gmar Tikun, für den Empfang der ganzen Empfindung des Schöpfers, um Ihn in allem zu schmecken: „Schmeckt und seht, dass der Schöpfer gut ist" –, um Ihn wirklich in allen Geschmäckern zu schmecken, in denen sich der Schöpfer in seiner Seele enthüllt. Und unsere Sache ist die Ausführung, also die Beschleunigung – dass mehr Lichter kommen. 8:54

Wenn ein Mensch allein sitzt, tut er gar nichts, ihr wisst das selbst. Man kommt in die Gemeinschaft, fängt an zu lernen, spricht mit jemandem, erwacht; es gibt die ganze Zeit Veränderungen, und all diese Veränderungen helfen dem Menschen, immer schneller durch diese Entwicklung zu gehen. Je mehr solcher Schüttelbewegungen es am Tag gibt, Eintritte und Austritte, desto kürzer wird der Weg. Das war's.

Große Menschen haben im Lauf einer Stunde Tausende von Wechseln in den Absichten, in den Gedanken, in den Entwicklungen im Verhältnis zum Schöpfer, im Verhältnis zu den Korrekturen – Tausende. Sie leben einfach die ganze Zeit darin. Zusammen mit allen Schrecken² dieser Welt, aber sie leben wirklich darin, das lebt, das sind die ganze Zeit sehr schnelle Vibrationen. Danach müssen wir uns sehnen: Ob gute Zustände oder schlechte Zustände, egal – jeder Zustand, der länger als einen Augenblick anhält, ist fehlerhaft, untauglich.

Wir haben darüber gesprochen, dass der Wille immer in Beschleunigung sein muss. Ein feststehender Wille gilt in der Spiritualität überhaupt nicht als existierend. In deiner Tierischkeit sieht es so aus, als existiere er; in der Spiritualität existiert er schon nicht mehr. In dem Moment, in dem du etwas erlangt hast und nicht weiter davon aufsteigst – oder auch nicht fällst, egal –, ist das, was sich nicht verändert, tot. Das muss einfach unter einem Differentialzeichen stehen, ja? Das war's: in Veränderung, sonst ist es null.

Ja.

10:49

Schüler: Womit hilft der Schöpfer dem Menschen eigentlich?

Rav: Womit hilft der Schöpfer dem Menschen? Zunächst einmal damit, dass der Schöpfer alles macht. Du hast einen verdorbenen Willen zu empfangen, in Gegensätzlichkeit der Form zum Schöpfer, sowohl in der Spiritualität als auch in der Materialität. Er schüttelt dich die ganze Zeit durch das Licht, Er erweckt dich, das heißt, Er leuchtet dem Reshimo. Was macht Er? So, wie wir es lernen: Er leuchtet mit dem Licht, das Licht tritt in das Kli ein – wie in Galgalta gibt es eine Entwicklung, bis das Kli das Licht hinausbefördert. Wieder leuchtet dasselbe Licht, das nächste Reshimo kommt, befördert das Licht ebenfalls hinaus, und so weiter. Die ganze Zeit gibt es diese Eintritte und Austritte.

Von der Seite des Schöpfers her ist die Absicht ein konstanter Druck, den Menschen zum Ziel der Schöpfung zu bringen. Der Druck ist konstant und die Geschwindigkeit ist konstant. Was heißt konstant? Wir wissen nicht, was konstant ist und was nicht konstant ist, aber es geht nach Seinem Plan. Das war's. Und auch wenn du gar nichts tust, kommst du zu denselben Zuständen, zu denselben Verlangen und zu denselben Zielen – nur eben in dem Tempo, in dem das Licht dir leuchtet.

Das Licht wird dich nach und nach überzeugen, dass du das Tempo steigern willst. Aber diese Überzeugung ist eine schmerzhafte Überzeugung, eine lange Überzeugung – hier kannst du mithelfen. Diese Überzeugung ist auch eine zielgerichtete Überzeugung: Solange du nicht selbst willst, wird die überzeugende Kraft eine sehr schmerzhafte Kraft sein. Das heißt, es wirkt sowohl über das Tempo als auch über die Art. Das war's.

Jetzt: Du kannst die Probleme loswerden, die Entwicklung beschleunigen, selbst weiter kommen – dafür hat man dir Verstand gegeben, damit du schneller zur Erkenntnis kommst. Einfach gesagt: Die Wahrheit im Inneren³ ist eine Veränderung in der Art des Fortschritts.

13:19

Schüler: Warum hat ein Mensch das Gefühl, dass …

Rav: Der Schöpfer macht also alles, und der Mensch legt nur seine Einstellung fest. Aber gerade damit, dass der Mensch seine Einstellung festlegt, legt er alles fest und macht er alles. Warum? Weil ohne die Einstellung … deine Einstellung, das ist das Kli. Nicht dein Wille, den der Schöpfer erschaffen hat, und nicht Sein Licht, das Er zum Willen schickt, sondern deine Einstellung, die doch als Ergebnis deiner Anstrengung kommt.

Das heißt: Wenn du keine Anstrengung machst und der Schöpfer dich aus der Begegnung von Kli und Licht heraus zu irgendeiner Handlung zwingt, dann gilt diese Handlung nicht als von dir getan – sie wirkt schon zu deinem Nachteil. Überall dort, wo du deinen Willen nicht Seinem Willen gegenüberstellst, sodass du Partner in der Handlung zusammen mit Ihm bist, wirst du jedes Mal Schmerz und Leid spüren. Warum? Weil das eigentlich das Kli ist.

Das Kli ist nicht einfach: Ich will genießen, und dann kommt der Genuss und füllt das Kli. Unser Kli ist unsere Einstellung, das heißt, es baut sich darüber auf. Was man das spirituelle Kli nennt, das heißt Massach und Or Choser. Nicht das, was innerhalb des Willens zu empfangen geschieht, wo es sozusagen eine Füllung gibt und das alles – das ist nicht das Kli. Das Kli ist das, was über dem Willen zu empfangen liegt. Den Willen zu empfangen zeichne ich immer wie eine Tasse, die mit Licht gefüllt ist; darüber zeichne ich einen Massach, und über dem Massach mach noch eine Tasse – dort ist das Kli, das wir bauen. Und ohne dieses Kli haben wir schon gar nichts zu bereden.

Soweit du also entsprechend deiner Entwicklungsstufe dieses Kli nicht bauen willst, in dem Maß leidest du. Das sind eigentlich die Kräfte, die dich zwingen, den Massach und das Or Choser trotzdem zu bauen. Es kann nicht sein, dass du irgendeinen Massach hast, ohne dass du ihn baust, ohne dass du ihn willst. Er ist nicht … sicher ist er gebaut … Einerseits musst du ihn sozusagen wollen. Andererseits musst du ihn nicht nur wollen, du musst auch verstehen und erlangen, dass dieser Massach das Geben an den Schöpfer ist; und diesen Massach kann nur Er bauen, in dem Maß, in dem du Ihn lieben willst, so wie Er dich liebt.

Das heißt: Der Massach ist schon ein Ergebnis aus der Erkenntnis der Liebe und der Dwekut und der Verbindung und allem. Uns scheint es, dass wir nach dem Massach etwas erlangen – nach dem Massach gibt es schon nichts mehr zu bereden.

Ja.

16:24

Schüler: Das Gefühl der Hilfe kommt dem Gefühl der Eigenständigkeit gegenüber, das ist eigentlich das … Es ist klar, dass der Schöpfer alles macht. In meinem Gefühl ist das, was ich zu tun versuche, das, was ich tue. Und jetzt hebt das Gefühl, dass der Schöpfer mir hilft, mein Gefühl der Eigenständigkeit auf, und das …

Rav: Das Gefühl, dass der Schöpfer mir hilft, hebt mein Gefühl der Eigenständigkeit auf? Das stimmt nicht.

Schüler: Sondern?

Rav: Das stimmt nicht. Dir kommt es so vor, als wärst du heute ein Macho: „Ach was, der Schöpfer, ich brauche Ihn, Er macht mir jetzt irgendetwas, ich soll Ihn bitten?" So denkt noch ein kleines Kind. Wir sind kleine Kinder, nicht nur du, das war's. Bei Männern gibt es das; bei Frauen ist es anders, aber bei Männern gibt es das: „Wie kann das sein – ich, und Er ist stärker als ich? Ich soll eine Kraft entdecken, die größer ist als ich, die bestimmt, die mir alles macht, die mir alles hineinlegt?" Frauen haben dafür eine Vorbereitung, deshalb ist eine Frau nicht zu den Mizwot verpflichtet, nicht zu solchen direkten Korrekturen verpflichtet wie ein Mann.

Bei uns kam diese ganze Sache aus dem Punkt: Ich werde herrschen, ich werde regieren. Das ist bei Männern so, ja. Das ist die ganze Kraft des Zerbrechens, das ist die Sache des Willens zu empfangen. Jetzt verstehst du von diesem Punkt aus, wohin wir kommen müssen: dass ich zur Teilhabe kommen muss, zur Unterwerfung, zur Teilhabe, zur Liebe, zu all diesen Dingen – und dass ich in einer solchen Stufenfolge dorthin komme, dass ich zuerst mich selbst aufhebe und danach in die Verbindung eintrete. Und nicht, dass ich mit Ihm in Verbindung trete nach dem Motto: Komm, schließen wir uns zusammen, so als Partner.

Ich kann dieses Gefühl hier nicht erklären, aber seine Eigenständigkeit gegenüber dem Schöpfer aufzuheben – das fühlt der Mensch. Der Mensch fühlt das in der Entwicklung. Aber danach ist es noch schlimmer.

Ja, nu …

19:02

Schüler: Diese Liebe zum Schöpfer …

Rav: Die Liebe zum Schöpfer? Liebe zum Schöpfer kann so aussehen: Baruch HaShem, Du hast mir da einen Gewinn im Lotto gegeben, ja, Du hast mir alles Gute im Leben getan, Baruch HaShem. Du hast doch die Aufkleber⁴ gesehen: „Der Heilige, gepriesen sei Er, wir lieben Dich." Quasi: Tu etwas, Du siehst doch, wir lieben, wir bitten, wir dies. Das heißt, das ist vor der Aufhebung seiner selbst, ja, so sagt der Mensch. Und wirklich – wem schadet es schon, wenn wir beten, dass Er hilft, ja.

Diese Liebe also, die wir im „Vorwort zum Talmud der Zehn Sefirot" lernen – dort erzählt er uns, dass die Liebe die letzte Stufe ist: „Und du sollst den Schöpfer, deinen Gott, lieben." Das ist ein Gebot, zu dem er dort im Sohar fragt⁵, und das als Ergebnis der Erfüllung aller übrigen Mizwot kommt. Das heißt: Du korrigierst deinen ganzen Willen bis zum Ende, über all deinen Verlangen wächst schon die allgemeine Einstellung, die zusammenfassende sozusagen – das ist die Liebe.

Und wenn es davor ist, ist es nicht dieselbe Liebe. Das ist eine Liebe, wie der Sohar erzählt: dass man lebt, dass man Kinder hat, dass sich alles regelt, Baruch HaShem, ja? Du willst ein Gebet – ich bete; eine Handlung – ich mache sie; Mizwot – bitte sehr; damit es mir gut geht.

20:41

Schüler: … Was ist eine wahre Einstellung zum Schöpfer?

Rav: Eine wahre Einstellung zum Schöpfer beginnt damit, dass die Gegensätzlichkeiten anfangen, der Druck, der Hass, das Gefühl der fehlenden Gleichheit der Form. Das sind Dinge, wie ich gesagt habe: Wenn du jedes Mal über irgendeine Handlung nachdenkst, musst du über den Zustand vor dieser Handlung nachdenken – welches Kli muss es dafür geben?

Das heißt: Wenn ich zu dem Zustand komme, dass ich den Schöpfer liebe, dann muss davor das Verlangen sein, den Schöpfer zu lieben. Und das Verlangen, den Schöpfer zu lieben, muss aus seiner Ablehnung kommen – dass ich mit Sicherheit sehe, dass ich Ihn nicht liebe. Aber was heißt „Ihn nicht lieben"? Dass ich Ihn hasse, dass ich das Gegenteil von Ihm bin, dass ich Ihn ganz und gar auf keinen Fall will. Ja? Wie entdecke ich das? Dadurch, dass das Licht in mein entgegengesetztes Kli leuchtet. Welche Anstrengung muss ich dafür geben, damit ich in mir selbst ein so großes Licht erwecke? Und so weiter.

Das heißt: Wenn wir vom Ende zum Anfang gehen und die ganze Zeit in umgekehrter Form gehen … Lichter treten in die Kelim ein und machen die Kelim, ja? So lernen wir es. Wir gehen umgekehrt: Licht tritt ein und tritt aus, und daraus entsteht ein Kli, ja? Das ist der Weg des Fortschritts. Wenn ich den zum Fortschritt umgekehrten Weg gehe, vom Ende zum Anfang, dann muss ich die ganze Zeit über die umgekehrte Handlung entdecken, ja? Umgekehrt, im Rückwärtsgang. Und dann siehst du jedes Mal, welche Vorbereitungen es für den Zustand geben muss, den du wählst und zu dem du kommen willst. Das war's.

Ja.

22:44

Schüler: Er spricht über den Weg von zwei Bchinot, Naase und Nishma, und er sagt, die Bchina Naase sei … es gibt eine Lücke, aber ich verstehe nicht, was die Bchina Nishma ist, was …?

Rav: „Naase weNishma" heißt, die Handlungen über dem Verstand zu tun – das heißt Naase. Und dann Nishma, und dann empfangen wir schon die Korrektur.

Schüler: …

Rav: Und nach der Korrektur werden wir in den Kelim de Bina hören können, in der Korrektur von Bina; dann können wir schon hören, was Du uns wirklich sagen willst. Vor der Handlung, vor dem Kli, kann es nicht sein, dass du Lichter empfängst, sodass du verstehst, worum es geht – hier gibt es eine Bedingung. Du willst die Spiritualität verstehen, die Spiritualität fühlen, etwas in der Spiritualität tun – man sagt dir: Du hast keine Kelim dafür. Was heißt, du hast keine Kelim dafür? Du verstehst überhaupt nicht, was Spiritualität ist. Dir scheint, dass du Spiritualität willst – die Spiritualität ist anders, als du denkst.

Das ist so, als würdest du sagen: Ich will ein Glas Wasser – und in Wahrheit willst du nicht das echte Wasser, du willst Cola. Nur weißt du nicht, dass das Wasser heißt. Wir wissen nicht, was „um zu geben" heißt. Ich will Spiritualität – Spiritualität heißt: Es gibt kein Ich, mein Ich ist aufgehoben, und zwar völlig, völlig; ich arbeite für jemand anderen, mit dem Willen von jemand anderem, mein Wille ist in ihm und dient ihm und steht allein ihm zu Diensten. Das nennt man Spiritualität – willst du das?

Selbst wenn du dir das so wahrhaftig wie möglich für deine Stufe ausmalst, siehst du, dass du gar nicht so darunter leidest, dass du so etwas nicht hast; nach einem Augenblick lässt du es schon los und kommst nie mehr darauf zurück. Ja? Nu, dann sag nicht, dass du Spiritualität willst – sag, dass du Genüsse willst, die größer sind als das, was du bisher gefühlt hast. Verstehst du? Das war's.

Deshalb sagt man „Naase weNishma". Es gibt also eine Bedingung – ob du wirklich zur Spiritualität kommen willst oder nicht willst; aber um zur Spiritualität zu kommen, das ist richtiger: Du musst zuerst die Korrektur „um zu geben" durchmachen, und das heißt Naase, Handlung. Diese Handlung machst nicht du, sicher macht sie der Schöpfer, aber du musst eine bestimmte Anstrengung dafür geben. Anstrengung in dem, was du kannst, in deinem egoistischen Willen – gib die Anstrengung, und dafür bekommst du etwas gegen deinen egoistischen Willen. Nicht das, worum du gebeten hast, und nicht das, was du wolltest – ganz und gar nicht das, was du gemeint hast. Du konntest dir gar nicht vorstellen, dass du das bekommen wirst.

Aber es ist nicht so, dass Er dich betrügt, auch wenn es sich von hier aus so anhört, ja? Ich will das eine, ich strenge mich entsprechend meinen Kelim an, entsprechend meinen Verlangen, und das alles: diese Welt zu verschlingen, die kommende Welt zu verschlingen, ich will all diese Dinge – und plötzlich gibt Er mir das Gegenteil, ja? Er löscht mir dieses ganze Verlangen nach dieser Welt, nach der kommenden Welt aus, macht mich wirklich so … Nicht, dass Er da eine Art Schwindel macht … Was wolltest du noch …?

26:21

Schüler: Betrug.

Rav: Betrug, ja, Betrug, ja. Sondern einfach: Du selbst willst am Ende des Weges – „Und die Kinder Israels seufzten", ja? Du selbst willst, dass Er dich in Ordnung bringt. Denn du identifizierst dich schon nicht mehr mit deinem Willen zu empfangen; du willst, dass Er wirklich an ihm arbeitet, dass Er ihn wirklich korrigiert. Soweit du siehst, dass du gar nichts mehr hast – aber der Punkt im Herzen wächst neben dem Willen zu empfangen, und zwar so weit, dass du von ihm aus den Willen zu empfangen beurteilst und wirklich willst, dass er sich verändert.

Es gibt hier Dinge, die schwer auszudrücken sind.

Nu, also jetzt der Vierte⁶, ja.

Schüler: …

Rav: Hast du erst mal am Rosh Chodesch mit den Slichot angefangen?

Schüler: Klar.

Rav: Das war's, nu, Baruch HaShem. Ja, sind viele Leute da?

Schüler: …

Rav: Wie das?

Schüler: Das ist wegen des Anschlags, der war …

Rav: Wegen eines Anschlags müssten noch mehr kommen – und ausgerechnet sind nicht viele gekommen? Siehst du, was passiert? Sie glauben nicht an die Slichot?

Schüler: Verhältnismäßig war es in Ordnung, aber nicht wie … ungefähr ein Jahr.

Rav: Und wie hast du dich gefühlt, mehr so schreiend und weinend, ja?

Schüler: … Es waren mindestens so acht Minjanim, von überall hörst du Schofarot, das ist sehr bewegend, sehr …

Rav: Ja.

Schüler: … die Kedusha des Ortes und die Vorbereitung darauf …

Rav: Das wirkt, sicher; wenn viele beten, wirkt das.

Schüler: Das bringt dich in diesen Monat hinein …

Rav: Ja. Nu, und was wolltest du fragen?

Schüler: … Was ist … Achoraim und Panim bei einer Mizwa?

Rav: Achoraim und Panim bei einer Mizwa?

Schüler: Ja.

Rav: Achor und Panim: Achoraim ist die Vorbereitung, Panim ist schon der Empfang der Belohnung.

Schüler: Ja, aber es gibt … sagen wir, ich will Netilat Jadaim machen; dass ich das … vorbereite, ist das Panim …?

Rav: In der Materialität weiß ich nicht, was Panim und Achor ist. In der Materialität nicht, wir … darin kenne ich mich nicht aus. Das heißt, ich weiß, wie man eine Mizwa macht, wie du sagst, Netilat Jadaim; aber wo es hier Panim und Achoraim gibt, weiß ich nicht. Vielleicht legt es jemand so aus, was da drin ist, aber ich weiß es nicht.

Denn Handlungen gibt es in der Spiritualität nicht, sie werden nicht aufgezeichnet, es wird nicht über sie gesprochen. Spiritualität heißt das, was die Seele ohne Körper erfüllt. Was du also im Körper tust und was du in der Seele tust – das sind zwei Dinge, die auch entgegengesetzt sein können und auch überhaupt nicht … Es kann sein, dass ich esse und trinke und all diese Dinge genieße, und in der Spiritualität bin ich im Fasten und an Jom Kippur. So ist das. Also gut, ja? Wenn das … Wir sind damit einverstanden.

Ja.

29:45

Schüler: Im Artikel steht, dass die Tora unfruchtbar ist. Warum ist die Tora unfruchtbar? Er sagt sogar: Was kann die Tora dafür?

Rav: Was heißt „die Tora ist unfruchtbar"? Wenn der Heilige, gepriesen sei Er, die Tora als Würze für den Willen zu empfangen erschaffen hat, ja – wenn der Wille zu empfangen keine Korrektur durch die Tora durchmacht, dann baut die Tora nicht, dann bringt sie keine Ergebnisse aus sich hervor. Und die Ergebnisse der Tora, alles, was sie hervorbringt, das ist die Korrektur, ja, und danach die Füllung. Das heißt, dass die Tora unfruchtbar ist. Das ist es, was im Heiligen Sohar gesagt wird: Wer sich nicht mit der Weisheit der Kabbala beschäftigen will, der macht die Tora unfruchtbar. So etwas gibt es – sie benutzen einfach die Kraft nicht, für die die Tora gegeben wurde.

Es gibt nichts, das ist einfach keine Tora, wenn man die Tora nicht als korrigierende Kraft benutzt. Danach gibt es die Tora als Füllung, die Tora der heiligen Namen, die sich in der Absicht „um zu geben" enthüllen – darüber sprechen wir noch nicht, das sind schon spätere Stufen. Aber von vornherein, beim ersten Mal, wenn du einfach der wahren Tora begegnest, ist sie die korrigierende Kraft. Das war's. Wenn du sie nicht in dieser Form annimmst, dann heißt deine ganze Beschäftigung drumherum, oder womit auch immer, nicht Tora. Verstehst du? Das nenn dann irgendwie, ich weiß nicht, einen jüdischen Klub – ich lehne das nicht ab, aber es ist nicht die Tora, über die geschrieben steht. Das war's.

31:40

Schüler: Die Tora selbst kann nichts dafür.

Rav: Die Tora ist das, was der Mensch vom Schöpfer nimmt als Kraft, um seinen Willen zu empfangen zu korrigieren, Punkt. Wer sich so zur Tora verhält, zu der … zur Höheren Kraft, von dem heißt es, dass er die Tora empfängt. Wenn nicht, dann nicht. Und all die Dinge – schlag den Chumasch auf und sieh, wie sehr der Schöpfer …, und was die Propheten dazu sagen, da gibt es überhaupt nichts zu bereden⁷: All das Geschrei und all die Dinge, die gesagt werden, das ist nur dazu da, die Kraft des Schöpfers als korrigierende Kraft zu bekommen.

Und alle Übertretungen, ja, bestehen darin, dass man es nicht so macht, sondern dieselbe Kraft in allen möglichen anderen Formen nimmt. Dann verschwindet die Kraft der Tora, und an die Stelle dieser Tora tritt das Kalb, alles, was du willst. Das heißt: Dieser Kraft gegenüber entsteht bei dir die Kraft der Klipa. Denn Klipa und Kedusha stehen einander gegenüber. Es gibt bei dir keine Klipa einfach so: Entweder nimmst du die Höhere Kraft als Kedusha, oder du nimmst sie als Klipa. Verstehst du? Es gibt nichts dazwischen, und keines von beiden existiert für sich allein; sie stehen einander gegenüber.

Das heißt: Wenn du dich jetzt zur Höheren Kraft verhalten willst – du stehst da als der Arme auf der Erdkugel, der kleine Mensch, und du willst dich zum Schöpfer verhalten, zur Höheren Kraft, ja –, dann hast du nur zwei Möglichkeiten: entweder dich so zu Ihm zu verhalten, dass Er kommt und dich korrigiert, oder zu allem anderen. Und alles andere heißt Klipa. Das war's. Dann ist dort sicher keine Tora, sondern du willst den Schöpfer ausnutzen, diese Höhere Kraft sozusagen, für alle möglichen eigenen Ziele. Ja, nu, so ist das.

Ja.

34:06

Schüler: Wenn ein Mensch auf diesem Weg anfängt, dann sagst du, dass er so die Spiritualität will; sie erscheint ihm groß und schön und wunderbar und voller Genuss. Wenn wir anschauen, was die Kabbalisten schreiben, dann kommt man wohl zumindest nach dem Gmar Tikun in diesen Zustand, der wirklich so aussieht. Aber auf dem Weg zum liShma geht man nicht umsonst durch Gruben und alles mögliche Chaos – da sieht man das überhaupt nicht mehr.

Rav: Niemals sieht der Mensch, wohin er geht. Denn … in deinem Leben bist du, sagen wir, Forscher in dieser Welt, Wissenschaftler, ja, chemische Physik, physikalische Chemie; aber ich erinnere mich nicht genau, welche Einschließung das ist, das eine im anderen oder das andere im einen.

Schüler: Beides innerhalb der Biologie, das passt schon.

Rav: Ah, beides innerhalb der Biologie, gut. Du forschst also, du willst mit deinem Verstand sozusagen über das herrschen, was du erforschst; du verschlingst sozusagen das, was du erforschst, und willst es nach innen bringen, in den Willen hinein, in den Verstand hinein, in dein Bewusstsein hinein. Ja, du hast keine andere Wahl, so kleiden wir uns gewissermaßen über die Wirklichkeit, wir wollen sie verstehen, ja, klug werden.

In der Spiritualität kann man das nicht machen. Dieser Zugang ist in der Spiritualität untauglich, einfach weil er nicht funktioniert. In der Spiritualität bist du unten ein Winzling mit so einem Kopf, und die Spiritualität ist milliardenfach mehr als du – die angrenzende höhere Stufe ist milliardenfach mehr als dein Verstand, als deine Kelim, als dein Herz. Wie denkst du dir also, dass du sie einfach so hineinschlucken kannst? Das hilft nichts, das ist unmöglich. Es ist nicht so, dass du daran erstickst – du kannst dich dem in dieser Form überhaupt nicht nähern, es ist so groß, dass du dafür den Mund gar nicht aufbekommst, ja.

Was macht man also? Wie kann man trotzdem von Stufe zu Stufe wachsen? Nur dadurch, dass du noch auf der unteren Stufe empfängst, dass du dich darauf vorbereitest, den Verstand der höheren Stufe zu empfangen. Aber der Verstand der höheren Stufe ist milliardenfach mehr als deine Stufe – nicht in der Menge, die Menge ist kein Problem, sondern in der Qualität: Er ist das Gegenteil deiner Stufe. Dort, wo du jetzt auf deiner Stufe bist – und selbst wenn du ein Engel wärst, es gibt noch eine Engelsstufe, die Note plus eins⁸; und die Note plus eins, das ist schon bei ihm. Was bei ihm in der Kedusha ist, ist bei ihm in der Kedusha, und deine ganze Kedusha ist ihm gegenüber Abfall.

Schüler: Aber wie kann ich …

Rav: Das ist der Unterschied zwischen den Stufen. Deshalb musst du zu einem Zustand kommen, in dem du dich völlig begräbst, in dem du völlig verfaulst. Und dann fängst du auf der nächsten Stufe, auf einer höheren Stufe, an zu leben, fängst an zu wachsen wie ein Samenkorn, aus dem ein Keim… anfängt herauszukommen.

Schüler: Keimling.

Rav: Keimling.

37:38

Schüler: Wie kann ich mich auf die nächste Stufe vorbereiten, wenn ich sie nicht sehe …

Rav: Du kannst dich auf die nächste Stufe vorbereiten, indem du bereit bist, dass man von oben so mit dir verfährt. Jetzt gehst du rückwärts und sagst: Richtig, aha, so muss ich also sein – wie komme ich dann zu einem solchen Verlangen, wie kann ich das? Also ein Stück zurück: Was brauche ich dafür? Ich brauche ein Verlangen, dass man es so mit mir macht. Wie komme ich zu einem solchen Verlangen, dass man es so mit mir macht? Dafür muss ich in der Erkenntnis des Bösen sein: dass mein jetziger Zustand der allerschlechteste ist gegenüber der höheren Stufe, die das Gute ist, und dass ich ganz und gar böse bin – sonst werde ich mich davon nicht befreien wollen. Und so weiter. Mach die Berechnungen⁹ im Rückwärtsgang, und du siehst, wo du jetzt anfangen musst.

Schüler: Aber ich sehe die nächste Stufe nicht wirklich, dass es gut sein wird; ich sehe sozusagen nur, dass es mir schlecht geht.

Rav: Du wirst die nächste Stufe durch das Or Makif fühlen, das auf dich leuchten wird. Du wirst sie fühlen, du wirst von ihr eine Art Vibrationen haben, und das genügt, um die Erkenntnis des Bösen zu machen, ja. Außerdem … ich spreche hier von uns, in der Materialität, das heißt unterhalb des Machsom. Oberhalb des Machsom ist es schon etwas anderes: Dort senkt der Höhere dir NeHJ herab, gibt dir alle möglichen Beispiele, alle möglichen Dinge, Er sagt dir, mach das so – wie bei uns in dieser Welt: mach so. Man sagt dir alles Mögliche im Voraus, man bereitet dich vor; trotzdem ist das, was du tun wirst, eine große Anstrengung. Aber … keine Sorge, man lässt dich niemals allein und will immer jedem guten Verlangen von dir helfen; und wenn ein Verlangen noch nicht so gut ist, dann korrigiert man es, damit es gut wird.

Schüler: Ich verstehe eine einfache Sache nicht. Wenn ich … wenn ein Mensch auf irgendeiner Stufe in den Zustand der Erkenntnis des Bösen kommt, dann will er nicht die nächste Stufe, er will diese Stufe korrigieren.

Rav: Zuerst will der Mensch nicht an seinem Platz sein. Er sieht, dass er in einem sehr schlechten Zustand ist, ja, also nur raus da – mach, was du willst, egal, weder das eine noch das andere, weder die Tora noch ihren Lohn, gar nichts, ja, das war's. Das heißt, er fühlt noch nur, dass es ihm schlecht geht, ja; er verflucht die Kabbala und Bnei Baruch und all diese Dinge und den Tag, an dem er überhaupt hier gelandet ist, ja. Und das ist eine Phase, die vielleicht innerhalb einer Sekunde vorübergeht. Und danach fängt er doch an, seinen Zustand mit einer höheren Stufe zu vergleichen, und fängt an zu verstehen, dass es sich lohnt, sich nach etwas Besserem zu sehnen.

Der Egoismus fängt wieder an zu arbeiten: „In Ordnung, jetzt ist es schlecht, aber es gibt ein Schlechtes, das besser ist¹⁰. Komm, das eignen wir uns an." Der Ego wächst die ganze Zeit, und das hilft dem Menschen, von Stufe zu Stufe zu gehen. Und so ist es mit dem Egoismus: Je mehr er wächst, desto stärker etabliert er sich; und wieder wächst er, und wieder etabliert er sich stärker.

Denn der Wille zu empfangen im Samenkorn ist kleiner als der im Keimling. Keimling, ja? Hier gibt es also eine Sache und ihr Gegenteil. Was hilft dir, aus dem Schlechten herauszukommen, wenn du fühlst, dass der Egoismus das Schlechte ist? Der Egoismus, der größer ist. Das ist über unserem Verstand, all diese Prozesse. Nicht umsonst steht geschrieben: „Der Schöpfer legt die Hand des Menschen und sagt …", „Du sollst wählen, mach ein wenig Anstrengung."

Nu … Teil 16. Die übrigen Antworten werden sich unterwegs enthüllen. Ich verspreche es dir. 41:37

(Ende der Lektion)