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Morgenunterricht 15.08.2007
Baal HaSulam, Buch „Talmud Esser Sfirot", Band 1, Teil 1, S. 6, kleiner Punkt 90 von Punkt 4, Punkt 7
Teil 1 – vom Anfang bis Minute 00:21:34 Dauer: 00:21:34
Teil 2 – von Minute 00:21:47 bis Minute 00:37:13 (Ende) Dauer: 00:15:36
Teil 2
21:47 Vorleser: Wir machen weiter auf Seite 7, Spalte 2, im Or Pnimi, Zeile „Der Wille".
„Unsere Weisen erklärten dies mit einem wichtigen Mann: wenn sie das Brautgeld gibt und er sagt: „Damit bist du mir angeheiligt“, dann ist sie geweiht. Es steht in der Tora geschrieben: „Und gab es in ihre Hand.“ Das bedeutet, dass es der Ehemann ist, der das Brautgeld gibt. Weil er aber wichtig ist, ist die Freude, die ihr durch ihn zuteil wird, so wichtig wie das Gegebene. Ein wichtiger Mann, der Geld von ihr erhält, das gleicht dem, wie wenn er ihr Geld gibt. Weiter steht geschrieben: „Und gab ihr in die Hand“, weil er nur empfängt, um die Frau zufrieden zu stellen, um sie durch sein Empfangen zu ehren." 22:26
Das heißt: Nicht die Tat selbst sagt etwas über die Art der Handlung aus, die hier geschieht, sondern allein die Absicht. Das ist es, was Malchut zu verstehen beginnt: wie sie sich korrigieren kann. Der Schöpfer gibt ja auf jeden Fall, ich empfange auf jeden Fall, etwas anderes gibt es nicht. Ich bin der Wille zu empfangen, aus dem Nichts — das kann man nicht ändern; Er ist der Gebende, der Lieferant des Genusses — das kann man nicht ändern. Es kann nicht sein, dass Er Lieferant ist und Er empfängt, und ich Lieferant bin und ich empfange. So etwas gibt es in der Wirklichkeit nicht, sondern Er gibt und ich empfange.
Aber wenn ich festlege, dass nicht diese Handlung selbst wichtig ist, sondern die Absicht in der Handlung, dann erhebe ich mich damit über die Tat³ — das nennt man Glauben über dem Verstand —, und ich fühle mich als der Herr der Tat, obwohl ich insgesamt nur der Herr der Absicht bin. Und es ist klar: Jetzt liegt alles in meinen Händen. Es ist, als käme ich und träfe eine Vereinbarung mit dem Schöpfer. (Zeichnung) Der Schöpfer hat eine Absicht — was ist die Absicht des Schöpfers? Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, richtig? Ja, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Er führt die Handlung aus, die Handlung des Guten und Gutes Tuenden wird verwirklicht, und uns gegenüber heißt das: das Licht, das zu uns kommt.
Das erzeugt in mir einen Willen. Nach dem Willen entwickle ich eine Absicht, so wie bei Ihm, und diese Absicht richte ich auf Ihn. Es kommt also heraus: In meiner Absicht gebe ich Ihm, und in Seiner Absicht gibt Er mir. Das Licht und den Willen berücksichtigen wir überhaupt nicht, sie sind Natur, an der Natur selbst gibt es nichts zu berücksichtigen. Deshalb heißt es: „wird weder getadelt noch gelobt". Sondern wir arbeiten über der Natur mit allem, was gegeben ist, und nehmen es als Mittel, um Beziehungen zwischen uns zu entwickeln. Das ist die ganze Korrektur. 25:09
Das heißt, unsere ganze Arbeit liegt allein in der Absicht. Ob ich die Verlangen öffne, schließe, sie mehr oder weniger benutze — das bestimmt einzig und allein die Absicht. Die Verlangen sind immer dieselben Verlangen, man kann sie nicht ändern, und die Lichter, die Genüsse, die zu den grundlegenden Verlangen kommen, sind dieselben Genüsse. Aber über dem Willen, wo ich eine Absicht entwickle, dort habe ich zusätzliche Gefäße und zusätzliches Leben. (siehe Zeichnung) Vom Licht zum Willen kommt nur ein Nefesh. Nefesh de Nefesh, sagen wir mal.
Das ist nicht einmal — man kann es gar nicht sagen; wir sagen einfach Nefesh oder Nefesh de Nefesh. Es ist überhaupt nicht dasselbe Licht NaRaNCHaY, das sich in der Absicht offenbart. Denn in der Absicht offenbart sich das Licht der Anhaftung, und hier offenbart sich das Licht der Natur, des Tieres, das leben muss — das einfach empfängt und genießt, ganz ohne Zusammenhang zur Absicht. Deshalb spricht die ganze Weisheit der Kabbala einzig und allein über die Absichten. Es gibt keine Handlung, die an sich koscher oder nicht koscher sein könnte, sondern nur entsprechend der Absicht über ihr, der Absicht, die auf ihr reitet.
Ja.
26:52 Schüler: Kommt nach dem Prinzip „Es gibt keinen außer Ihm" auch die Absicht vom Schöpfer, oder kommt sie vom Geschöpf?
Rav: Die Absicht kommt vom Schöpfer, gewiss, vom Licht — gemäß deiner Bitte. Die ganze Verbindung zwischen dem Menschen und dem Schöpfer besteht einzig und allein darin, die Absichten im Menschen aufzubauen. Denn ohne das Bedürfnis nach einer Absicht bin ich mit dem Schöpfer verbunden wie ein Tier: Er lenkt mich, Er belebt mich, wie ganz gewöhnliche Tiere, wie die ganze Schöpfung. Mein Wenden an den Schöpfer und meine Erwartung, etwas von Ihm zu bekommen, bezieht sich nur auf die Absichten.
Das Licht, das zum Guten zurückbringt, bringt mir Absichten. Was heißt es, einen Willen zu korrigieren? Die Absicht über dem Willen — von egoistisch zum Geben. Ich habe keinerlei Verbindung mit dem Schöpfer außer in der Absicht. Ich kann bis morgen schreien, mein ganzes Leben lang kann ich schreien und beten — Er hört gar nichts. Er hört nur eines: ob man bittet, die Absichten zu korrigieren, oder nicht. Nur darauf.
Solange der Mensch also nicht versteht, was er wirklich vom Licht erbitten muss, heißt es: „Hätten sie doch Mich verlassen und Meine Tora bewahrt, denn das Licht in ihr bringt ihn zum Guten zurück." „Verlasst Mich" heißt: Bittet Mich um nichts außer um die Absicht. Wenn ihr um die richtige Absicht bittet, dann bekommt ihr Hilfe, und das heißt „Meine Tora bewahrt" — dieses Prinzip, dass das Licht zum Guten zurückbringt. Aber nichts außer dem: Bitte Mich um nichts Gutes.
Das Böse, das sich offenbart, kannst du durch die Absicht ins Gute verwandeln. Und ins Gute — nicht so, dass es dir dabei gut geht, sondern: Wenn du es mit der richtigen Absicht beherrschst, dann fühlst du dich darin gut, schon auf der spirituellen Stufe. Auf der materiellen Stufe wirst du dich nie gut fühlen, auf der materiellen Stufe wirst du nie satt sein. Du willst satt sein — bitte, auf der spirituellen Stufe. Wie steigt man zu ihr auf? Erwirb eine Absicht über den Verlangen, die sich offenbaren.
Ja.
29:41 Schüler: Wenn wir sagen, dass der Mensch in der spirituellen Welt frei sein wird — wo ist dann die freie Beteiligung des Menschen?
Rav: Freiheit? Wo hast du von Freiheit gehört — meinst du das, wozu du gerade Lust hast?
Schüler: Nein, nein, ich sage nicht …
Rav: Nu. Freiheit ist einzig und allein, den Ort zu finden, wo du eine Korrektur der Absicht fordern kannst. Freiheit heißt, dass du dich nicht wie ein Tier entwickelst, das keinerlei Kontrolle über irgendeine Handlung hat, nicht über das Lebenstempo, über gar nichts. Im spirituellen Leben ist die Freiheit, die Entwicklung zum Ziel hin zu beschleunigen — in den im Voraus festgelegten Etappen und auf das im Voraus festgelegte Ziel hin.
Die Freiheit liegt allein in der Beschleunigung der Entwicklung durch die Umgebung, die du ebenfalls auf notwendige Weise findest. Aber nachdem du sie gefunden hast, fängst du an, sie dir selbst aufzubauen. Das ist alles, das ist die ganze Wahl, und mehr hast du nicht. Die Freiheit, die du fühlen wirst — du wirst sagen: Das nennt sich Freiheit? Ich fühle nicht, dass das Freiheit ist. Ich dachte, Freiheit sei, zu tun, wozu ich Lust habe, und so weiter.
Aber du fängst an, das richtig zu benutzen, durch diese scheinbar kleine Sache, nur um zu finden, wie man ein bisschen weiterkommt. Und wenn du deine Anstrengung und deine Energie einsetzt, um weiterzukommen, dann öffnet sich dir durch deinen Druck die spirituelle Welt, und dort bist du frei.
Ja.
Schüler: Ich verstehe nicht, wie man um die Absicht bitten kann. Wenn du bitten kommst, musst du doch schon eine Absicht haben, worum du bittest — wie passt das zusammen? Du gehst von einem Punkt aus, an dem du von vornherein gar nicht bist?
Rav: Du bist Bauingenieur — ich mache keinen Witz, warum? Es ist wirklich so; er ist doch Bauingenieur, richtig? Ja? Ja. Dann weißt du, dass man vom Fundament aus baut, von unten nach oben, eins nach dem anderen. In der Spiritualität ist es umgekehrt. Und ich habe gehört, dass es heute auch Gebäude gibt, die man gerade vom obersten Stockwerk aus zu bauen beginnt.
Schüler: Jedes Gebäude baut man so, vom obersten Stockwerk aus.
Rav: Jedes Gebäude so, in der Absicht? Aber nicht im …
Schüler: Das Fundament muss das oberste Stockwerk tragen, man plant von oben.
Rav: Das ist Planung, das heißt in der Absicht, aber gebaut wird von unten. Bei uns ist es genau dasselbe. Du fragst also: „Wie kann das sein, ta, ta, ta, wo ist die Ordnung?" Auch du arbeitest nicht der Reihe nach. Ich dachte, ein Gebäude baut man von unten, und du sagst: Nein, ich muss zuerst wissen, was oben ist, und dort, und danach. Genau. Genau: Erhebe dich über den Verstand hinsichtlich deiner Handlung, und dann wirst du innerhalb des Verstandes sehen, was genau geschieht.
Nur in der Materialität weißt du, wie man alle Berechnungen vom obersten Stockwerk bis zum ersten Stockwerk aufbaut; in der Materialität ist das verständlich, weil du Formeln hast, weil du alle Daten hast. In der Spiritualität heißt das, ein Kli im Glauben über dem Verstand aufzubauen — auch das ist eine Berechnung, eine sehr genaue Berechnung, aber man muss sie kennen. Es sind wirklich klar bestimmte Etappen.
Nein, nein, wir gehen weiter. Wir sind ganz vom Thema abgekommen. Bitte. „Und es kommt heraus", ja?
33:36 Vorleser: Wir machen weiter in der Zeile „Geben".
Rav: Oh, wir sind ja noch gar nicht dorthin gekommen. Ah.
„Es zeigt sich also, dass das ‚Empfangen, um zu geben' ein Geben ist und kein Empfangen." Das ist es, was Malchut de Ejn Sof beschließt. Sie versteht: Zwar wird es ein Empfangen sein (Zeichnung) — innerhalb des Willens ist es ein Empfangen —, aber gemäß der Absicht wird es ein Geben sein. „Ein wichtiger Mann, der Geld von ihr erhält, das gleicht dem, wie wenn er ihr Geld gibt. Weiter steht geschrieben: „Und gab ihr in die Hand“, weil er nur empfängt, um die Frau zufrieden zu stellen, um sie durch sein Empfangen zu ehren." 34:21
Das heißt: Zwar gibt Er nach der Natur und ich empfange, und das kann man nicht ändern, das ist Natur — aber wir haben die Möglichkeit, darüber Beziehungen zwischen uns festzulegen. Ja, wie ein Säugling, wie ein kleines Kind: Er fühlt nicht, dass er etwas von der Mutter empfängt, er fordert. Wie denn, was für ein Frechdachs, wieso fordert er? Weil sie ihn liebt und er sich ihr zugehörig fühlt, deshalb fordert er — und das heißt nicht Empfangen.
In dem Maß, in dem er Selbständigkeit bekommt und sich selbständig fühlt, fängt er an, sich sogar vor der Mutter zu schämen, weil du aus ihrem Bereich herausgetreten bist. Das war's, du bist schon außerhalb von ihr, du musst die Kluft in irgendetwas ausgleichen. Es gibt hier also die Möglichkeit, sich über Licht und Willen zu den Absichten der Liebe zueinander zu erheben.
Von Seiten des Schöpfers ist alles bereit: Er liebt und gibt, und Er gibt tatsächlich. Von Seiten des Menschen empfängt er und bleibt darin ein Empfangender; wenn er aber in der Absicht das Empfangen wie ein Geben benutzt, dann ändert er die ganze Art der Handlung völlig, und sie werden angehaftet, gleich. Dieses Beispiel ist ein grundsätzliches Beispiel in der ganzen Weisheit der Kabbala, klar, ja? Denn hätten wir nicht die Möglichkeit, mit Absichten zu arbeiten, dann blieben wir auf der Stufe des Tieres. Der Unterschied zwischen Mensch und Tier ist, dass der Mensch sich in seiner Absicht vom Empfangen zum Geben erhebt.
Das heißt: Wer wird Mensch genannt? Wer eine Absicht entwickelt, um dem Schöpfer zu geben. Wer eine Absicht hat, um zu empfangen, bleibt ein Tier. Oder noch schlimmer als ein Tier, denn das Tier hat keine Absicht. Wenn hier (Zeichnung) Licht ist und hier der Wille, und das Licht füllt den Willen auf einfache Weise, ja? — das ist ein Tier. Wenn das Licht den Willen füllt und im Willen außer dem Willen auch eine Absicht für sich selbst da ist, dann ist das schon Ego, und dann muss man die Absicht ändern — und das ist schon Korrektur.
Und damit beenden wir.