Tägliche Lektion13. Aug. 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 28 (1987). 28 (1987)

Rabash. Artikel 28 (1987). 28 (1987)

13. Aug. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

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Morgenunterricht 18.08.2002

Buch „Schriften des Rabash", Band 1, S. 554, Artikel „Was bedeutet "nicht hinzufügen" und "nicht wegnehmen" in der Arbeit?"

Rav: Wir haben den Artikel „Was bedeutet "nicht hinzufügen" und "nicht wegnehmen" in der Arbeit?" gehört, „Stufen der Leiter", Band 3, aus dem Wochenabschnitt „Waetchanan", Seite 18. „Du sollst nicht hinzufügen und nicht wegnehmen" – gemeint ist, im Gleichgewicht in zwei Linien zu gehen. Es geht dabei nicht um die Menge, um die Kraft – lauf nicht zu viel und sei nicht so faul, ja? Lass deine Hände nicht sinken. Sondern „nicht hinzufügen und nicht wegnehmen" heißt: Halte dich die ganze Zeit in der ausgeglichenen Form. Was heißt ausgeglichen? Die Wirkung der mittleren Linie hervorrufen, sie so vorbereiten, dass der Schöpfer an dir die Korrektur machen kann.

Wie? In der rechten Linie zu sein, das kommt zuerst. Zuallererst in der rechten Linie zu sein und dafür zu sorgen, dass man der linken Linie in nichts erlaubt, überhandzunehmen und über dich zu herrschen. In der rechten Linie sein bedeutet: Die rechte Linie nennt man die Wichtigkeit der Spiritualität. Dass mir die Spiritualität wichtig ist, das Ziel, die Eigenschaften des Gebens, der Schöpfer – der die Kraft des Gebens ist, nicht einfach so irgendjemand Großer, sondern die Kraft des Gebens, so muss man Ihn auslegen. Und danach, wenn das wichtig ist, geht man zur linken Linie.

Diese Wichtigkeit der rechten Linie bekommt man nur über dem Verstand, innerhalb des Verstandes erlangt man sie nicht. Innerhalb des Verstandes kann man die Wichtigkeit der Spiritualität jenseits des Machsom erlangen; das nennt man vollkommenen Glauben, Or Chassadim im Leuchten von Chochma. Unterhalb des Machsom, in unserem Zustand, haben wir gleichsam – wie ein Zweig aus derselben Wurzel des Glaubens – auch einen Zustand, als ob wir uns in der Korrektur des Glaubens befänden. Das heißt: als ob wir in der Empfindung und in den Organen hätten, dass die Gegenwart des Schöpfers da ist. Dieses „als ob" erlangt man besonders durch die Anstrengung in der Gemeinschaft. 3:07

Wenn man diese Arbeit beendet, wenn man in der Arbeit in der rechten Linie den Glauben erwirbt – gemäß unserem Weg, gemäß unserer Stufe, was Glaube ist –, dann geht man zur linken Linie und sieht, dass wir innerhalb des Verstandes gar nichts haben: Die Eigenschaften sind nicht korrigiert, die Gedanken sind fremd und niedrig gegenüber der rechten Linie. Dann kommt man zum Gebet, dass der Schöpfer helfen möge. Wenn ich die rechte Linie vorbereitet habe – die Wichtigkeit der Spiritualität, das Ziel und den Glauben daran, dass all das für mich bereitliegt¹ –, und ich in der linken Linie gesehen habe, dass ich selbst mich im Gegenteil davon befinde, nicht in der Vollkommenheit, sondern in Mängeln und in Niedrigkeit – als Folge davon, aus diesen beiden Linien, kommt die Kraft des Gebets. Und dann gibt es von oben die Erhörung des Gebets: die mittlere Linie.

In dieser Arbeit muss man die ganze Zeit im Gleichgewicht zwischen rechts und links sein, damit nicht „seine Weisheit größer ist als seine Taten". Das heißt, dass er nicht in einen Zustand gerät, in dem er sagt: Ich bin zu nichts fähig, oder: Ich habe keine Kraft, oder: Alles liegt in den Händen des Himmels, man soll mich damit in Ruhe lassen, dass irgendetwas von mir abhängt – nichts hängt von mir ab, und so weiter. Das heißt, dass die linke Linie nicht mehr sei als die rechte Linie: Ich habe keine Kraft, und es gibt nichts, und es kann nicht sein, und dies und das.

Oder die rechte Linie: Alles liegt in den Händen des Himmels, der Schöpfer ordnet alles, und wer bin ich hier, ich lösche mich aus und stehe immer unter Seiner Herrschaft. Das nennt man die Klipa der rechten Seite. Nein, diese beiden Linien müssen ausgeglichen sein. Und das hat man uns gegeben: nicht in diese beiden Klipot zu fallen, die Klipa der rechten und die Klipa der linken Seite, sondern diese beiden Linien so auszugleichen, dass sie die Entstehung der mittleren Linie bewirken. Die mittlere Linie existiert eigentlich gar nicht, es gibt kein solches drittes Ding. Es gibt die Eigenschaften des Schöpfers, die rechte Linie, die sich dem Geschöpf gegenüber offenbaren, und die Eigenschaften des Geschöpfs, die sich dem Geschöpf gegenüber offenbaren, die linke Linie. 6:06

Die mittlere Linie ist schon die Korrektur – inwieweit das Geschöpf dem Schöpfer angeglichen sein kann. Das macht der Schöpfer dadurch, dass Er das Licht schickt, das zur Quelle zurückführt. Wenn also der Mensch diese beiden Linien richtig geordnet hat, „nicht hinzufügen und nicht wegnehmen", dann ordnet sich in ihm diese mittlere Linie. Und diese mittlere Linie nennt man den Menschen, denn die Eigenschaften des Schöpfers und die Eigenschaften des Geschöpfs heißen nicht Mensch. Diese Eigenschaften sind nicht wir, das sind zwei Engel. Auch unsere bösen Eigenschaften sind nicht wir, und auch die guten Eigenschaften des Schöpfers, die wir spüren, sind nicht unsere. Wir, das ist die Vorbereitung auf die mittlere Linie – und danach die mittlere Linie, die wir durch unsere Stellung² erwerben.

Und der Mensch muss dann sehr genau sehen – Lohn und Strafe und Anstrengung, all die Dinge, die man durchläuft –, dass er bei seiner Arbeit nicht an seinen eigenen Eigenschaften arbeitet. Er muss nur daran arbeiten, wie er sich von den Eigenschaften des Schöpfers und von den Eigenschaften des Geschöpfs abtrennt, außerhalb zu stehen und an ihnen, an beiden, wie sie sich offenbaren, die Arbeit „nicht hinzufügen und nicht wegnehmen" zu tun. Wenn er unter der Herrschaft der Eigenschaften des Schöpfers oder der Eigenschaften des Geschöpfs steht, kann er die Entstehung des Zustands, in dem die mittlere Linie kommt, nicht bewirken. 7:50

Sondern auf diese beiden Eigenschaften, die rechte und die linke, muss er schauen wie auf zwei Engel, zwei Kräfte, die ihm von oben gleichermaßen gegeben wurden. Auch seine eigene Natur ist nicht seine Natur, und die rechte Linie, die Natur des Schöpfers, sicher genauso wenig. Nicht beeinflusst sein, an keine Linie gebunden sein, sondern sein Punkt soll zwischen ihnen neutral sein, und von ihm aus soll er anfangen. Das heißt, sich nicht erlauben, unter einer der Linien beeinflusst zu werden. Das ist dann kein Mensch mehr, das nennt man Natur – die Natur zu geben oder die Natur zu empfangen.

Die Arbeit kann immer nur in der mittleren Linie sein. Auch wenn ich nur ein einziger Punkt bin, nur ein Punkt, ein Anfang, der Punkt im Herzen – aber dieser Punkt ist zwischen den beiden Linien, rechts und links, und beide gehören nicht zu mir. Wie geschrieben steht: „Geh zum Meister, der mich gemacht hat" – die rechte Linie, und „Es gibt keinen außer Ihm" – die linke Linie. Oder umgekehrt: Das ist die linke und das die rechte Linie.

Gibt es Fragen? Ja, Jehuda.

9:24 Schüler: Wenn er sagt, dass die beiden … ausgeglichen sein müssen, was ist dann die Sache mit … Linie … und überhaupt …

Rav: Was, was? Wenn die zwei Linien ausgeglichen sind, wie soll man dann mit einer Linie anfangen? Mit der rechten Linie anfangen. Das heißt: Ich, von meinem Platz aus, von meinem Zustand aus – wo ich bin, wer ich bin, was ich bin? Wenn ich einfach so über mich selbst nachdenke, ohne jede Verbindung zur Spiritualität, dann bin ich einfach ein Wille zu empfangen, der von allen möglichen Dingen genießen will. So kann ich mich erforschen, ein guter Psychologe darin werden, dort ein Physiologe, ja, die Natur sehen. Wenn ich in der Natur eingeschlossen bin, dann ist das Natur, in Ordnung. Die Natur kann die linke Linie sein, wenn ich mich so zu ihr verhalte. Wenn aber nicht, dann ist das keine Linie, das ist einfach Natur.

Wenn ich mich zur ganzen Wirklichkeit schon auf eine erkennende, spirituelle Weise verhalten will, dann muss ich mein Ich ganz und gar so hinstellen, dass es weder zum Schöpfer noch zum Geschöpf gehört, sondern in der Mitte, zwischen ihnen. Völlig neutral zu sein, von nichts beeinflusst. Mich selbst zu sehen, meine tierische Natur, mit der ich mich vorher identifiziert habe, von der Seite anzuschauen. Was da ist, stimmt ja: So bin ich geboren, das sind meine Eigenschaften, das bin ich – ich dachte ja, dass das ich bin.

Ich schaue mich an: Wer ist das, bin das ich? Das ist irgendein Körper mit allen möglichen Eigenschaften, mit allen möglichen Gedanken. Die Eigenschaften hat mir der Schöpfer von Geburt an gegeben. Die Gedanken und all mein Verständnis haben mir Familie, Umgebung, Schule gegeben, all die Menschen um mich herum. Bin das ich? Ich bin nicht ich. Wo bin ich, ab wann kann ich wirklich sehen, wer ich bin? Von diesem Augenblick jetzt an, wo ich das entdeckt habe, von jetzt an – und ich will mein Ich aufbauen. Oh, dann bauen wir es auf. 11:56

Wie kann ich mein Ich aufbauen? Alles, was in mir ist, ist nicht ich. Was ich vom Schöpfer bekommen werde, ist auch nicht ich, das ist Er. Wo ist also das Ich? Das Ich des Menschen wird erst gebaut – wir wissen nicht, was die mittlere Linie ist. Das Ich des Menschen ist ein Mangel, den es in der Wirklichkeit nie gab, ein gleichsam künstlicher Mangel, ein Mangel, dem Schöpfer zu geben. Der Schöpfer hat diesen Mangel nicht erschaffen. Er hat ihn nicht erschaffen, der Mensch muss ihn erfinden. Wenn ich mich also in die rechte Linie stelle, muss ich jetzt festlegen, was ich tun werde.

Man sagt: Zuerst musst du zur rechten Linie gehen. Was ist die rechte Linie? Zu sehen, mit wem du es zu tun hast, was die Natur des Schöpfers ist – groß, vollkommen, gebend, will Er dir Lohn geben als Gegenleistung für alle möglichen Handlungen? Erforsche all diese Dinge. Erwirb dir Glauben daran. Was heißt, Glauben daran erwerben? Als ob du die Empfindung der Größe und der Wichtigkeit hättest. Als ob. Aber du weißt, dass du es „als ob" machst, du betrügst dich nicht selbst. Du arbeitest an der Kraft, als ob du dich selbst betrügst.³ Als ob es das gäbe. Aber diesen Betrug – du vermerkst, dass du absichtlich betrügst.

Das nennt man, wie Rabash schreibt: als ob du in den Organen die Empfindung hättest, dass du zur Empfindung des Schöpfers gekommen bist, zur Empfindung der Wichtigkeit, zur Größe, zur Dwekut. Du bist gleichsam schon in der Spiritualität. Wenn du diese Empfindung erworben hast, wenn du so an dir gearbeitet hast – es ist nicht wichtig, wie du es nennst –, dann geh danach nach links und sieh, was man links machen kann. Links wird sich dir sicher der entgegengesetzte Zustand offenbaren: Wer bin ich, was bin ich – das heißt die Natur, die der Schöpfer in mir verwurzelt hat, dass ich nichts und null bin, und so weiter. 14:54

Aus diesen beiden Dingen soll man eine solche Verflechtung, eine solche Verbindung machen, dass daraus ein Gebet entsteht. Weder das eine noch das andere, keines von beiden soll größer sein als das andere. Es soll daraus ein einheitlicher Mangel werden, und dieser Mangel soll sein: Ich selbst bin ein Mangel und will so vollkommen sein wie Du. Das nennt man, dass in deinem Gebet zwei Dinge verbunden sind, zwei Linien zusammen: der Mangel, die Empfindung des Bösen, die Erkenntnis der Niedrigkeit von der rechten Seite, und die Erkenntnis des Schöpfers, die Erkenntnis des Guten und so weiter von der … das ist von der linken Seite und das von der rechten Seite. Das ist es.

Wenn du beide auf die richtige Weise verbunden hast, wenn du beide in maximaler Stärke hast, so dass sie einander ergänzen und keines von beiden über das andere herrscht – das nennt man, dass du zum wahren Gebet gekommen bist. Das heißt, du musst dafür sorgen, dass sie in der richtigen Verschmelzung sind und in der maximalen Stärke, zu der du fähig bist. Dann nennt man das ein Gebet. Auf dieses Gebet hin bekommst du schon etwas, das man mittlere Linie nennt. Was die mittlere Linie ist, weiß ich nicht. Das ist etwas Neues, das geboren wird.

Das heißt: Ein Gebet in mir zusammenzusetzen, das kann ich. Aber die Erhörung des Gebets zu empfangen – das bekommt man von oben, etwas, das ich nie hatte. Was ich von oben bekomme, ist ein Kli der Seele. Das heißt spirituelle Verlangen, die zu mir gehören: nicht zum Schöpfer, zur rechten Linie, und nicht zur linken Linie, zum Geschöpf, zu der Natur, in der ich war, sondern etwas Neues. Das ist wirklich mein Ich, mein Anteil in der spirituellen Welt, der Anfang der Seele, ein neues Kli. Und so fängt der Mensch an zu wachsen.

Dieses Kli ist das Ich des Menschen. Und dann schaut er auf diese beiden Linien und verhält sich zu ihnen wie zu zwei Engeln, zwei Gegebenheiten, zwei Kräften, zwei Naturen – der Natur des Schöpfers und der Natur des Geschöpfs –, die man ihm gegeben hat, damit er sie richtig gebraucht, in der richtigen Verschmelzung, und damit er etwas Drittes gebiert, etwas Drittes erschafft. Die mittlere Linie ist wirklich ein drittes Ding, das es vorher nicht gab; das gebiert wirklich nur der Mensch. Sicher, der Schöpfer macht das durch das Licht, aber der Mangel muss von Seiten des Menschen kommen. 18:28

Die Empfindung des Mangels, die Erkenntnis des Mangels, die gelungene Vorbereitung – das muss von Seiten des Menschen sein;⁴ solange es im Menschen nicht da ist, kann das nicht geboren werden. Das heißt, das Kli, das in der mittleren Linie geboren wird, ist völlig etwas, das es vorher in der Wirklichkeit nicht gab. Und dann fühlt das Geschöpf darin sich selbst: Das bin ich, der Selbstständige. Dieses Kli ist Massach und Zurückkehrendes Licht, und das bin wirklich ich. Aber er fühlt dort, dass das das Ich ist, und dieses Ich sind eigentlich Verlangen des Gebens, in der Angleichung an die Verlangen des Schöpfers.

Dort gibt es keine Scham, und es gibt dort kein Unbehagen und keine Empfindung der Niedrigkeit, gar nichts. All die negativen Empfindungen betreffen nicht das Ich des Menschen, sie betreffen den Mangel der linken Linie, der uns von vornherein gegeben ist, der nicht wir sind, den der Schöpfer als Existierendes aus Nichts erschaffen hat. Verstehst du. Nur damit wir uns seiner bedienen können, um das Gegenteil des Schöpfers zu sehen.

20:05 Schüler: Und die Wahl des Menschen?

Rav: Die einzige Wahl im Menschen ist, zur richtigen Mischung von rechts und links zu kommen, so dass das Gebet entsteht. Was ist ein Gebet? Dass der Mangel entsteht, auf den man von oben eine Antwort bekommt. Wenn das Licht von oben zu diesem Mangel kommt, dann entsteht aus diesem Mangel ein richtiges Kli, Massach und Zurückkehrendes Licht. Und dieser Massach mit dem Zurückkehrenden Licht ist schon ein Kli, mit dem das Geschöpf anfängt, selbst zu arbeiten. Ja.

20:49 Schüler: Diese Bedingung beim Gebet – Sie haben gesagt, auf der einen Seite muss es einen furchtbar, furchtbar großen Mangel geben, auf der anderen Seite gleichsam … Glaube, Dwekut. Was ist die zweite Seite? Was sind diese beiden Enden, die …

Rav: Die beiden Enden: Der Punkt im Herzen ist neutral, das ist der Anfang der mittleren Linie, er steht dem Licht gegenüber – das Licht kommt immer in der mittleren Linie. Und die beiden Enden sind die Eigenschaften des Schöpfers, die rechte Seite, und die Eigenschaften des Geschöpfs, gleichsam die Eigenschaften des Geschöpfs, ja? – links. Diese beiden Kräfte, Geben und Empfangen, hat man dir gegeben, damit du im richtigen Bezug zwischen ihnen in dir anfängst: so viel du kannst aus der rechten Linie zu nehmen, im Verhältnis zu dem, was du aus der linken Linie nehmen kannst, und die richtige Mischung zu machen – weder vom einen noch vom anderen beeinflusst zu sein, sondern die ganze Zeit in der Erkenntnis zu sein, wozu ich diese Kräfte in mir brauche, um zum Ziel zu kommen.

Nur so nehme ich sie, sonst brauche ich sie nicht. Weder die Eigenschaften des Gebens brauche ich noch die Eigenschaften des Empfangens: Wenn ich sie ohne die Rechnung auf das Ziel hin nehme, dann bin ich in der Klipa der rechten oder in der Klipa der linken Seite. Ich nehme sie, wenn ich in der Mitte stehe und in der mittleren Linie ankommen will. Die mittlere Linie heißt: Ich, und die Handlung, die ich jetzt mache – die Verbindung von rechts und links –, und der Schöpfer, zu dem ich kommen will: All das ist wie zu einem Punkt verbunden. Dann heißt es, dass ich jetzt wirklich eine richtige Handlung in der mittleren Linie baue. Das sagt Baal HaSulam auf Seite 64 in den Briefen. Ja …

Schüler: Was ist … richtig, dass auf der einen Seite …

Rav: Die richtige Verschmelzung heißt: Ich nehme die Eigenschaften des Schöpfers und die Eigenschaften des Geschöpfs, damit das Geschöpf über sie hinweg zum Schöpfer kommt. Was ist am Ende der Korrektur? Die ganze rechte Linie und die ganze linke Linie, alles, was sich in ihnen offenbart, werden zusammen sein. Und was mache ich jetzt? Jetzt nehme ich von ihnen in einem solchen Maß, dass ich für die Korrektur bauen kann, für die Bitte um die Korrektur.

23:41 Schüler: … genau zu verstehen, was das ist, dass das richtig ist, denn … Baal HaSulam sagt hier …

Rav: Wie macht man das genau? Er sagt es euch von vornherein: Du musst sie in dir zusammenfügen – deine Eigenschaften, wer ich bin, was ich bin, und die Eigenschaften des Schöpfers, wer Er ist und was Er ist –, und deine jetzige Handlung muss sein, dass beide zusammen sind. Versuch jetzt anzufangen, und du wirst sehen, was für Zusammenstöße, was für Explosionen du in dir drin hast. Und das fängt schon an, die Entstehung der Kraft des Gebets zu werden.

Dass du siehst, dass du sie nicht verbinden kannst, und trotzdem versuchst, sie zu verbinden – das ist schon ein Gebet. Das Gebet ist nicht, dass du sie verbunden hast, dass du und alles, und ich, gelobt sei der Schöpfer, beherrsche die Lage – nein, all diese vorangehenden Dinge gehören auch dazu.

Schüler: Sie haben gesagt, dass es im Mangel zu geben keine Empfindung der Niedrigkeit gibt. Die Frage ist, ob es hier eine Empfindung der Vollkommenheit gibt, oder ob die Empfindung überhaupt nichts damit zu tun hat?

Rav: Auch im Willen zu geben gibt es einen eigenen Mangel, damit der Mensch nicht in die Klipa der rechten Seite fällt. In allem gibt es … Nicht umsonst sagt man, dass man in der richtigen Verschmelzung der beiden Linien sein muss: Jede Linie ist gefährlich in ihren Eigenschaften, denn der Mensch kann wirklich unter ihre Eigenschaften geraten und dann in einen Zustand kommen, in dem es ihm scheint, er sei in der Vollkommenheit. Jede Linie kann ihre eigene Vollkommenheit geben.

Was ist eine Klipa? Eine Klipa ist, dass du in irgendeine eine Richtung hineingerätst – und nicht, dass du dort bist, das ist nicht wichtig; wichtig ist, dass du dich dort so fühlst, als wärst du im richtigen Zustand, im vollkommenen Zustand, und dann hast du keinerlei Vorbereitung, keinerlei Möglichkeit herauszukommen. Ja, Muschi.

26:23 Schüler: Ist die Wichtigkeit des Schöpfers immer über dem Verstand, oder gibt es einen Zustand innerhalb des Verstandes?

Rav: Die Wichtigkeit des Schöpfers ist immer über dem Verstand, weil ich nichts habe, womit ich – wie soll ich sagen – Ihn sehen und Ihn spüren und prüfen könnte, dass ich in den Organen damit gefüllt bin. Aber ich kann diese Wichtigkeit von den Freunden bekommen und sie dann gebrauchen. Dafür aber muss ich in die Freunde investieren, und dann kommt es als eine Kraft, die man gebrauchen kann.

Schüler: Und nach dem Machsom?

Rav: Nach dem Machsom gibt es eine Wichtigkeit, die der Mensch erwirbt, weil er schon die Empfindung des Schöpfers bekommt. Das bringt ihm Wichtigkeit, und das nennt man wirklich Glauben; die Kraft des Gebens bekommt er daraus. Und danach hat er sogar die Möglichkeit, daraus zu empfangen, um zu geben, so dass er vollkommenen Glauben hat – dass der Glaube, die Wichtigkeit des Schöpfers, schon zur Verwirklichung kommt. Ja.

Schüler: Was genau ist die Klipa der rechten Seite?

Rav: Die Klipa der rechten Seite sind die Gedanken, die dir sagen, dass du, sagen wir, völlig in Ordnung bist. Dass du vollkommen bist, dass du gute Dinge getan hast, dass du dich durchaus mit dem begnügen kannst, was du bist. Sagen wir, das ist rechts. Ja.

Schüler: Warum steht geschrieben, dass der Mensch nur eine halbe Stunde ganz … linke Linie, und die ganze übrige Zeit …

Rav: Eine halbe Stunde in der linken Linie zu sein und die ganze übrige Zeit in der rechten Linie – das zeigt uns eigentlich, wie sehr wir ein Problem damit haben, uns von der rechten Linie her zu verschmelzen. Das heißt, den Eindruck von der Wichtigkeit des Schöpfers zu schlucken, aufzunehmen, von der Wichtigkeit des Ziels und der Arbeit daran – dass Er doch gut ist und Gutes tut, dass Er unsere Anstrengung doch will, und so weiter. Da gibt es viel. Ja.

29:04 Schüler: Wie kann ich …

Rav: Das heißt, buchstäblich eine halbe Stunde gegenüber 23 ½ Stunden.

Schüler: Wie kann ein Mensch … jetzt bin ich in der rechten Linie … und jetzt linke Linie, woher …

Rav: Wenn der Mensch die Arbeit in der richtigen Verschmelzung zwischen rechts und links nicht machen kann, dann beherrscht er sich nicht selbst, er ist die ganze Zeit in seiner Natur – das nennt man Kaf haKela.⁵ Entweder wirft man ihn nach rechts: „Ahh, so gut!" – du siehst ja, manchmal gibt es hier solche Verrückten –, und manchmal gibt es solche, bei denen es umgekehrt ist, ja, die in Verzweiflung sind: „Wer bin ich, und was bin ich, und nichts ist etwas wert", und so weiter. Dann ist er weder in dem einen noch in dem anderen, das heißt: Er ist niemals er selbst. Er steht unter der Natur des Schöpfers oder unter der Natur des Geschöpfs. Das sind zwei Engel, die über ihn herrschen. Dann ist er ein Engel. In dem Moment, in dem du dasitzt und weinst, bist du ein Engel. Über dich herrscht die linke Linie. Dann steckst du darin fest. Oder umgekehrt, die rechte Linie: So, dir fehlen nur noch die Flügel, du bist schon so weit, bereit loszufliegen.

Sowohl das eine als auch das andere ist nicht unser Zustand. Das Wir, das Ich kann nur das sein, was aus beiden gemischt ist, um voranzukommen und etwas Neues zu erschaffen, etwas völlig Neues: dass ich einen Teil aus der tierischen Natur nehme, den Willen zu empfangen, und einen Teil aus der göttlichen Natur, den Willen zu geben, und aus beiden etwas Neues bauen will – dieses Neue, dieses Dritte, das ist wirklich neu.

So etwas gab es in der Wirklichkeit nicht. Der Mangel – wir sagen: das Verlangen – ist das, was in der Spiritualität existiert, und hier kommt ein Verlangen, ein völlig neuer Mangel. Er wird nur auf beiden aufgebaut, aber er ist neu. Es kommt heraus, dass du deine Seele gebierst, dass du diesen neuen Zustand gebierst. Du bist der Herr der Handlung. Sicher bringt der Schöpfer dir die Kräfte. Er bringt dir alle Bestandteile dieses Kli, aber du baust dieses Kli. Du hast wirklich keine Scham. Danach hast du keine Scham, denn du hast es von vornherein bewirkt und getan und gewirkt.

31:36 Schüler: Wie kann ein Mensch, der sich im jetzigen Zustand befindet, sehen, dass …

Rav: Man kann in all diesen Zuständen sein und dabei die Aufsicht über diese Zustände haben und sich nicht erlauben, in irgendeiner Empfindung zu sein, weder in einer schlechten noch in einer guten. Man muss die ganze Zeit mit dem Verstand neben dem Gefühl sein. Und – wie soll ich sagen? – auch Verstand und Gefühl kommen dann ins Gleichgewicht, so dass nicht das eine mehr ist als das andere. Wenn der Verstand mehr ist als das Gefühl, dann bist du ein Kluger:

„Wozu soll ich all diese Dinge machen? Ich kann sowieso nicht. Der Schöpfer ist größer, Er wird es machen, und wenn nicht, dann eben nicht, dann ist es mir egal", und so weiter und so fort. Das ist die Folge davon, dass er mehr ist als das Gefühl. Und wenn das Gefühl mehr ist als der Verstand? Dann ist er im Gefühl versunken und kann den Kopf einfach nicht einschalten. Was muss sein? In der Gemeinschaft nach Kräften suchen, die dir helfen, ins Gleichgewicht zu kommen. Es gibt keine andere Wahl.

32:48 Schüler: Das ist in Ordnung, alles richtig. Ich habe einstweilen eine Gruppe … allein. Er kann sich hinsetzen und klären. Aber wenn er sich … befindet, das auf ihn einwirkt …

Rav: Der Mensch steht die ganze Zeit unter dem Einfluss der Gemeinschaft und unter dem Einfluss der ganzen Wirklichkeit, des Universums, der Umgebung. Zugleich muss er, muss er sich die ganze Zeit bemühen, die drei Punkte zu verbinden – ich, Er und meine Handlungen, mein jetziger Zustand –, nämlich dass sie wie eins sind. Hier gibt es keine neue Lehre. Ich erkläre dir denselben Brief, von Seite 64. Ja.

Schüler: Ob … das Gleichgewicht von linker und rechter Linie in der Wirklichkeit bestehen bleibt, oder ob es jedes Mal neu ist?

Rav: Das Gleichgewicht zwischen rechter und linker Linie muss sich jede Sekunde erneuern. Du kannst nie im Gleichgewicht sein. Spiritualität – wir haben darüber gesprochen – ist etwas, das sich die ganze Zeit ändert. Es gibt keine Momente, es gibt keine Zeit in der Spiritualität. Dass ich zu etwas gekommen bin, ah … so etwas gibt es nicht. Wenn du etwas machst, ah … dann bist du schon nicht mehr in jenem Zustand, den du erlangt hast.

34:18 Schüler: Die Frage ist: Muss die Gemeinschaft das Gleichgewicht die ganze Zeit herstellen?

Rav: Um Kräfte für das Gleichgewicht zu finden, brauchst du die Gemeinschaft. Ja.

Schüler: Ob wegen des Machsom die rechte Linie … unten … und die linke Linie …? Ist das der Zustand?

Rav: Ob sich mit der rechten Linie zu verbinden „über dem Verstand" heißt und sich mit der linken Linie zu verbinden „innerhalb des Verstandes" oder „unter dem Verstand", ja? Nein. Nein. Denn beides machst du mit vollem Bewusstsein, mit voller Beherrschung. Wenn du in einer von beiden bist, ohne sie zu beherrschen, dann ist das weder oben noch unten. Dann bist du einfach, einfach versunken, du stehst unter ihnen, und das war's.

35:29 Schüler: In der Kabbala ist die Beherrschung innerhalb des Verstandes. Deshalb macht man … Wie kann ich das beherrschen?

Rav: Wie du sie beherrschen kannst? Dadurch, dass du von vornherein weißt, wozu du nach rechts gehst – dann nennt man das „rechts". Wenn du es nicht weißt, sondern dich in dieser Empfindung befindest, die über dich herrscht, dann heißt das nicht, dass du in der rechten Linie bist. Das ist die „Klipa der rechten Seite", so könnte man es vielleicht nennen. Dann wälzt man einfach alle möglichen Zustände über dich, ohne …

Rechts und links bestimmst du: Das ist rechts für mich, und dahin gehe ich. Woher weißt du, dass du jetzt in die rechte Linie eintrittst? Was, steht das geschrieben? Diese Tür ist rechts und jene Tür ist links, tritt ein. Nein. Sondern du wählst dir Dinge aus – aus allem, was sich vor dir offenbart, oder was du offenbaren willst – und sagst: „Diese Dinge gehören nach rechts, und diese Dinge vor mir gehören nach links." Nicht, dass sie sich rechts oder links von dir befinden. Gar nichts befindet sich irgendwo. Das sind alles Verlangen, Eigenschaften, Gedanken, die du in rechts und links einteilst.

36:48 Schüler: Sie haben vorhin gesagt, dass die rechte Linie Hingabe über dem Verstand ist.

Rav: Ich habe gesagt, dass „rechts" über dem Verstand heißt, über der Erkenntnis, über der Erlangung, über der Empfindung. Denn „rechts" nennt man die Wichtigkeit des Schöpfers, Seinen Willen, Seinen Geschöpfen zu geben, die Zusage, dass wir Lohn haben werden, dass unsere Strafen Korrekturen sind. All diese Dinge sehe ich nicht mit eigenen Augen. Das ist kein Sinn, es ist nicht im Sinn, Er offenbart sich mir nicht im Sinn.

Deshalb gibt es hier etwas, wo ich mich auf etwas verlassen muss, das bei mir nicht innerhalb der Sinne ist. Ich muss meine Sinne füllen, als ob es im Wissen wäre, als ob es füllt, als ob ich mit der Empfindung des Schöpfers gefüllt bin. Und dann gibt mir die Empfindung des Schöpfers Sicherheit, Seine Wichtigkeit, alles. Ich bin nicht in dieser Empfindung. Ich muss meine Empfindung füllen, als ob ich den Schöpfer spüre, als ob ich dazu gekommen wäre, Ihn zu spüren.

38:13 Schüler: … linke Linie … mittlere Linie …

Rav: Das heißt, du sagst es so: Wenn ich jetzt gleichsam in der rechten Linie bin und mit ihr zur linken Linie gehe, und sagen wir, ich bin zu einem Gebet gekommen und komme zu irgendeinem Zustand, den man „mittlere Linie" nennt – ist diese mittlere Linie dann nicht „als ob", oder ist sie auch „als ob"? Auch meine mittlere Linie wird noch „als ob" sein.

Aber nach einigen Anstrengungen von mir darin wird der Schöpfer sich mir öffnen, und dann werde ich Seine Wichtigkeit und Größe wirklich spüren. Das wird mir die Kraft des wahren Glaubens geben. Und dann werde ich auch meine eigenen Eigenschaften sehen, die wirklich die Klipot sind, wirklich dem Schöpfer entgegengesetzt. Und in dem Maß, in dem ich Ihn wahrhaftig spüre und sehe, werde ich auch meine eigenen Dinge in ihrer wahren Form sehen. Dann wird es Kedusha gegenüber Klipa sein. Und dann wird die mittlere Linie wahrhaftig sein. Das wird die Kraft der Seele sein, der Wille zu empfangen in der Absicht um zu geben. Das heißt, der Wille zu empfangen mit einem Massach, mit dem Zurückkehrenden Licht. Man muss es einige Male versuchen, bis man wirklich dazu kommt, dass es wahrhaftig ist und nicht wie ein Kinderspiel. Kinder spielen ja auch, als ob es echt wäre. Dadurch lernen sie,⁶ später in den wirklichen Handlungen zu sein.

Schüler: Was muss man nach dem Machsom machen und was muss man davor machen?

Rav: Vor dem Machsom machen wir gleichsam ein Spiel. Deshalb nennt man es „Zeit der Vorbereitung".

Schüler: Was muss man wirklich machen, eine wahre mittlere Linie, danach, nach dem Machsom?

Rav: Nein. Bevor man den Machsom überschreitet, kann man keine wahre mittlere Linie machen. Wahrhaftig kann sie nicht sein. „Wahrhaftig" heißt, dass ich wirklich die Eigenschaften des Gebens und des Empfangens habe. Bevor ich den Machsom überschreite, habe ich das nicht. Meine Natur ist eine tierische Natur, die Natur dieser Welt, das ist nicht wahrhaftig.

Schüler: Aber wenn ich es versuche, versuche, versuche?

Rav: Dadurch, dass ich es viele Male versuche, werde ich dadurch zu jemandem mit Erfahrung, ja? Wie in der Schule: Man lernt, lernt, lernt, und danach kann man arbeiten gehen. Ja.

41:01 Schüler: Hier auf Seite 22 steht in der Zeile mit „Aber": „Aber man muss auch in der linken Linie gehen, denn die Sache mit rechts und links ist im Aspekt von ‚zwei Schriftstellen, die einander widersprechen', weil links ‚eine Sache, die Korrektur braucht' genannt wird. Und da es bei der linken Linie um Kritik geht, muss der Mensch wirklich sehen, in welchem Zustand er in der Spiritualität ist, ob er wirklich auf dem Weg des Willens zu geben geht, oder ob er sich selbst betrügt, oder ob er überhaupt nicht darauf achtet." Wie kann ein Mensch wirklich objektiv sein, wenn er nicht in der Spiritualität ist, oder …

Rav: Ich will diese Fragen gar nicht beantworten. Versuch es und du wirst sehen. Aus der Wirklichkeit, über die wir jetzt gesprochen haben, muss das klar sein. Bittest du mich darum, dass ich dir eine Empfindung gebe? Ja.

41:48 Schüler: Auf der einen Seite gibt es „Existierendes aus Nichts", das ist die linke Linie, und auf der anderen Seite gibt es „Existierendes aus Existierendem" … von der Seite des Schöpfers. Was ist dieses Neue? Wo befindet es sich zwischen „Existierendem aus Nichts" und „Existierendem aus Existierendem"? Ich meine die mittlere Linie.

Rav: Leute, glaubt mir, wir haben darüber nichts mehr zu reden. Fang an zu arbeiten, dann wirst du Fragen aus der Arbeit haben, dann können wir reden. Ganz einfach: Eure Fragen kommen bloß aus dem Verstand, ohne jede Erfahrung. Verzeiht mir, dass ich es so sage, aber so hört es sich der Frage nach an. Ich spüre, dass es … keinen Sinn hat, darüber zu reden. Das war's. Ja. Nu, nu?

43:00 Schüler: … irgendein Tun … dass das Tun gemessen wird … das … von dem Sie sprechen … Können Sie irgendein Beispiel aus dem Leben geben?

Rav: Nein. Ein Beispiel aus dem Leben habe ich schon gegeben. Ich habe heute genug erklärt, denke ich, über die Verschmelzung und wie man das macht und so weiter. Was für ein Beispiel aus dem Leben? Fangt an zu arbeiten und ihr werdet sehen. Was ist ein Beispiel aus dem Leben? Ein Beispiel aus dem Leben ist: Ich bin in irgendeinem bestimmten Zustand, ich ertappe mich einfach, halte mich an – wo bin ich? Ich habe mich angehalten. Und jetzt: Wer ist da? Da ist der Schöpfer, das Ziel, die Wichtigkeit, die Dwekut, der Wille, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, Lohn und Strafe, all diese Dinge, die man über den Schöpfer sagen kann. Was weiß ich, was kenne ich, was verstehe ich von Ihm.

Gut, sagen wir, ich habe darüber nachgedacht, ich habe davon einen Eindruck bekommen. Jetzt gehe ich zur linken Linie. Demgegenüber: Wer bin ich, was bin ich – gegenüber Seinen Eigenschaften und entsprechend dem, was ich in mir selbst spüre und sehe. Ja? Ich fange an, das eine mit dem anderen zu vergleichen, vielleicht dieses mit jenem, und in dieser ganzen Handlung, in der ich jetzt anfange, zwischen uns zu vergleichen, achte ich auf das Gleichgewicht zwischen ihnen, damit daraus ein Gebet entsteht: dass ich mit meinen negativen Dingen Seinen positiven Dingen gegenüber sein will.

Fangt ein bisschen so damit an, sogar auf diese Weise die Dinge innen zu verbinden, das war's. Und dann werdet ihr gleichsam in der Mitte sein, zwischen links und rechts – wenn man das überhaupt links und rechts nennen kann. Wie du weißt: so wie Kinder aus Sand Häuser gebaut haben, so macht man es. Also fangen wir an, es so zu bauen, zum Schein, nicht echt, aber das ist es.

Fangt damit an, zu sehen, wie ihr euch die ganze Zeit so halten könnt, dass ich und mein Ziel – wie der Schöpfer zu sein – und die Gegebenheiten, die Er mir auf der rechten und auf der linken Seite gibt, dass diese Dinge zusammen sind, dass weder das eine noch das andere mehr ist als das andere und dass ich jedes Mal diesen Zustand beherrsche. Das ist es. Und wenn du das machst, dann gewöhn dich danach daran, diesen inneren Zustand herzustellen, den du die ganze Zeit baust; jeden Augenblick muss man ihn bauen, ja.

Jeden Augenblick ändert er sich, und du musst wieder bauen; er ändert sich, und wieder musst du ihn bauen – das ist wie eine Rakete, die auf ein Ziel zufliegt. Danach wirst du dich bemühen, ihn in allen Zuständen zu bewahren, in denen du im Leben bist: im Laden, bei der Arbeit, im Bett, beim Lernen, egal wo und was. Nu, versuch es. Du sagst so etwas wie „ein Beispiel aus dem Leben" – das ist aus dem Leben. Ja.

Schüler: Wir sagen, dass wir zu Lo liShma kommen müssen und daraus die wahre Kraft des Glaubens bekommen. Was ist die wahre Kraft des Glaubens?

Rav: Was heißt es, die wahre Kraft des Glaubens zu bekommen? Dass ich alles, was in mir erwacht und dem Schöpfer entgegengesetzt ist, das Unkorrigierte, durch diese Kraft des Glaubens korrigieren kann. Die Kraft des Glaubens ist die Empfindung der Göttlichkeit, die Empfindung der Vollkommenheit, die Empfindung der Ewigkeit, die Empfindung der Wichtigkeit in der Absicht um zu geben. Alle Dinge, die wir in der Spiritualität oder im Schöpfer spüren, das ist der Gebende – insgesamt die Eigenschaft des Gebenden.

Was dir jetzt gut erscheint, warm, weich – ich weiß nicht, in welcher Form du gute Dinge spürst –, das übersetze in ein einziges Wort: der Gebende. Nicht, dass Er auf dich einwirkt: Die Eigenschaft des Gebenden ist eine weiche Sache, eine gute Sache, das ist es – und nicht, dass es mir gegenüber weich und gut ist, wobei ich dann der Empfangende bin. Die Eigenschaft selbst ist so, und wenn ich diese Eigenschaft will, dann muss ich so aussehen. Das heißt: die Eigenschaft des Gebenden auf mich zu nehmen, der Gebende zu sein und zu spüren, was ich dann spüre – so wie wir es sagen: weich und warm und gut und so –, das ist dasselbe.

48:03 Schüler: Aus dem Lo liShma heraus ist es genau entgegengesetzt zu dieser Empfindung, von der Sie sprechen. Und die linke Linie, die Eigenschaften des Geschöpfs – Sie sprechen von der Empfindung, die die ganze Zeit wirklich dem entgegensteht, gleichsam zu spüren, was Sie sagen: die wahre Kraft des Glaubens. Das klingt irgendwie widersprüchlich.

Rav: In ein paar Tagen – denk darüber nach, und wir reden. Gut, was lernen wir?

(Ende des Unterrichts)