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Morgenunterricht 06.02.2003
Buch „Kitvei Rabash" (Schriften Rabash), Band 1, Was bedeutet in der Arbeit „Wer um Jerusalem trauert, wird mit dem Anblick ihrer Freude belohnt“?
Rav: „Was bedeutet in der Arbeit „Wer um Jerusalem trauert, wird mit dem Anblick ihrer Freude belohnt“?", aus „Schlawej HaSulam", Band 5, Seite 143.
Immer wieder kommt Rabash auf dasselbe Thema zurück, denn das Geschöpf will zur Vollkommenheit kommen, und dafür wurde der Zimzum, die Verhüllung, für es vorbereitet. Die Verhüllung über die Größe des Schöpfers, damit es Über dem Verstand arbeitet, damit es aus dem Willen zu empfangen für sich selbst herauskommen kann. Also ist der Schöpfer verhüllt, und all unsere Arbeiten [drehen sich darum], wie wir für uns die Größe des Schöpfers erlangen, sonst haben wir keinerlei Kraft, keinen Brennstoff, um zu arbeiten. Und die Erlösung und das Exil – es ist nicht so, dass uns Genüsse, Ewigkeit, Vollkommenheit verhüllt werden, das sind die Folgen davon, was wir aus der Größe des Schöpfers erlangen. Das heißt, wir befinden uns im Exil von der Größe, von der Erkenntnis des Schöpfers, von der Erkenntnis des Schöpfers – das nennt man, dass die Schechina im Exil ist; Schechina ist die Offenbarung des Schöpfers den Geschöpfen gegenüber, und sie ist im Exil, die Empfindung des Schöpfers. Und was wir brauchen, ist, nach Jerusalem zurückzukehren.
Das Exil ist von Jerusalem, von der vollkommenen Stadt, von der vollkommenen Furcht. Damit man das Joch des Königreichs des Himmels annimmt. Was ist das Joch des Königreichs des Himmels? Das Joch des Königreichs des Himmels [heißt], dass der Schöpfer gut ist und Gutes tut. Und gegen das wirken in uns alle Kräfte der Trennung, die entweder der Wille zu empfangen des Menschen oder die Völker der Welt genannt werden. Wenn wir sie überwinden und die Größe des Schöpfers erlangen, die vollkommene Furcht – das heißt, dass ich keine Angst habe vor dem, was in meinen Gefäßen ist, ob sie sich leeren, sondern [Angst habe] davor, wie weit ich Seine Gefäße füllen kann –, das nennt man, dass ich nur aus dem Grund der Größe des Schöpfers arbeite.
Und von der Natur her fehlt uns gar nichts, außer die Größe des Schöpfers zu empfinden. Genauso wie bei Menschen: Wenn wir bei jemandem etwas spüren – dass er ein großer Mensch ist, oder dass er Geld hat, das ich brauche, oder dass er Macht hat –, dass ich mich ihm auf natürliche Weise unterwerfe, oder dass alle ihn ehren, und ich verhalte mich dann ihm gegenüber ganz unfreiwillig, mit dem Strom mitgerissen, dann habe ich die Fähigkeit, den Willen, ihm zu dienen, weil er groß ist, egal aus welchem Grund. Natürlich [tue ich das] aus dem, was in meinen Augen geehrt wird, oder aus dem, wovor ich Angst habe, was ich ehre. Deshalb ist unsere Arbeit nicht die Arbeit, irgendetwas zu erlangen – Erlangungen, einen Status, irgendwelche Kräfte –, das alles wird als einfache Folge kommen, wenn wir die Größe des Schöpfers erlangen.
[4:22]
Wenn wir die Größe des Schöpfers erlangen, werden wir Kraft haben, Willenskraft, Sehnsucht, Energie, um zu allem anderen zu kommen. Mich an Ihn zu wenden, von Ihm zu fordern, Ihn zu erkennen, alles. Deshalb konzentriert sich die ganze Arbeit nur auf einen einzigen Punkt: in den Zustand zu kommen, dass der Schöpfer in meinen Augen groß ist. Und nur gegen das haben wir all die Kräfte der Verhüllung und fremde Gedanken. Wenn wir darauf achten, wie wir fliehen, vergessen, vom Weg fliehen, die Aufgabe vergessen, dann sehen wir, dass im Grunde nur eine Sache unsere Völker der Welt die ganze Zeit vor uns verhüllen wollen, und das ist die Größe des Schöpfers.
Wie kommt man trotzdem dazu, sich der Erkenntnis der Größe des Schöpfers ein wenig zu nähern? Vielleicht irgendwie nach ihr zu streben, sie zu fordern, zu sehen, dass ich sie unbedingt brauche. Das kann zu mir kommen entweder aus Notwendigkeit, nach vielen Leiden, die ich erleide, bis ich aufgrund der vielen Leiden endlich anfange zu erforschen und zu sehen, dass ich ohne die Erkenntnis der Größe des Schöpfers keine Wahl habe, [denn] ich komme nicht aus meinem schrecklichen Zustand heraus, und das ist die einzige Kraft, die mich aus dem Schlechten herausführen kann, und dann arbeite ich auf direkte Weise in meinem Willen zu empfangen. Oder ich organisiere mir im Voraus ein Werbesystem, dass der Schöpfer wichtig ist und dass die Erkenntnis Seiner Größe der Schlüssel zu allem Guten ist. Nach dem Willen zu empfangen arbeite ich vorerst, nicht Über dem Verstand und nicht nach dem Willen zu geben. Und so beschleunige ich die Entwicklung und brauche keine Leiden.
[7:27]
Und deshalb sagt Baal HaSulam hier, dass unsere einzige Wahl die Gemeinschaft ist, die [uns Werte vermitteln kann] – so wie die Gemeinschaft in dieser Welt mir alle möglichen Werte liefert, weswegen ich entweder hierhin oder dorthin renne, diesen Beruf ehre oder jene Position, dieses Kleidungsstück ehre und nicht jenes. Das heißt, alle Dinge, die vor mir stehen, sind im Grunde eine Art Herrschaft der Gemeinschaft über mich. Natürlich ein wenig in Übereinstimmung mit meiner Natur, in Übereinstimmung mit meinem Charakter, in Übereinstimmung mit dem Zustand, in dem ich irgendwie lebe. Aber letztendlich bestimmt die Gemeinschaft alles, was wir wollen, die Reihenfolge der Prioritäten, die Wertschätzungen für jede einzelne Sache. So muss ich mir gegenüber eine Gemeinschaft finden und aufbauen, [die] die Empfindung der Notwendigkeit der Erkenntnis der Größe des Schöpfers [bewirkt].
Wenn ich das von der Gemeinschaft empfange, brauche ich nichts weiter. Dann habe ich Kraft, Brennstoff, Erhebung, Energie, Sehnsucht für die einzige und wichtigste und richtige Sache, die vor uns verhüllt ist. Und danach gibt es schon all die weiteren Stufen in der Erlangung des Schöpfers selbst und in der Anhaftung an Ihn, bis ich zu jenem Zustand der Unendlichkeit komme, in dem im Grunde – so wie wir es jetzt verstehen – nichts gefehlt hat, außer der Wichtigkeit des Schöpfers gegenüber der Malchut der Unendlichkeit. Nur das ist im Grunde verhüllt, sowohl im Zimzum Alef als auch im Zimzum Bet, als auch in allen Zimzumim und Verhüllungen, die es in der Welt gibt: die Größe.
Damit wir zu derselben Größe kommen, nur jetzt von unten nach oben, Über dem Verstand. Und dann arbeiten wir nicht wie ein Ochse, sagt er… nicht wie ein Esel, sondern wie ein Ochse. Wir reden immer noch davon, wie man aus dem Grund des Willens zu empfangen dem Schöpfer entgegenarbeitet, dass es sich für mich lohnt, dass Er sich offenbart, dass es sich für mich lohnt, dass Er groß ist. Danach, wenn man wirklich anfängt näher zu kommen, dass man daran arbeitet, dann erwirbt man auch die Anmut der Heiligkeit, einen besonderen Punkt, dass man anfängt zu denken: Ja, ich will aus dem Grund arbeiten, dass der Schöpfer groß ist.
[10:36]
Aber dadurch, dass ich die ganze Zeit empfinden will, dass Er groß ist, beginnt es in meinen Augen groß zu werden – nicht so, dass ich es in meine Taschen empfange, in meine Gefäße davon, dass Er groß ist, dass ich davon genieße, dass Er groß ist, wie wenn jemand reich ist und ich auch ein wenig etwas empfangen kann, sondern ich beginne, Seine Größe an sich zu schätzen. Das heißt, ich beginne, Seine Position zu schätzen, ich beginne, Seine Eigenschaften des Gebens als groß zu schätzen.
Und dann beginnt es bei mir – außer meinem Ego, das einfach so „Yalla, lass uns von Ihm etwas wegschnappen" [will] – ich beginne aus diesem Egoismus selbst heraus auch, ein wenig Schmutz in meiner Arbeit zu empfinden. Es beginnt bei mir, sich auch ein Punkt der Anmut zu Ihm hin zu bilden, zu Seinen Eigenschaften, bis ich auch zu Seinem Nutzen will, bis ich wie Er sein will.
Und das ist auch in unserer Natur verwurzelt, in Wahrheit. Wir sehen und empfinden: Wenn ein Mensch groß ist – egal, ob er schlecht oder gut ist, das heißt, egal, wie sehr ich ihn in meinem Willen zu empfangen mir gegenüber schätze –, ruft schon der Große bei mir irgendeine Art von Aufmerksamkeit und Reaktion ihm gegenüber hervor, dass ich gewissermaßen doch in seiner Nähe sein will, bei ihm. Und deshalb gibt es hier einen Anfang des Weges, auf dem man durchaus „nicht in Ihrem Namen" denken kann, sowohl für sich selbst als auch für den Schöpfer, was „nicht in Ihrem Namen" genannt wird, von dem aus man schon zu „in Ihrem Namen" kommt.
Diese Dinge kommen als Entwicklungsstufen des Menschen, nur unter einer Bedingung: dass er ohne großen Verstand und ohne große Spitzfindigkeiten und ohne einen scharfen Kopf sich eine einzige Aufgabe nimmt – in den Zustand zu kommen, dass er außer der Größe des Schöpfers nichts anderes erkennen will. Und nur dafür baut er die Gemeinschaft auf, und nur dafür ordnet er seine Beziehungen zur Gemeinschaft und fordert von der Gemeinschaft, dass sie sich ihm gegenüber so verhält.
Ja.
[13:06]
Schüler: An der Größe im Glauben über dem Verstand zu arbeiten – heißt das, wenn ich Ihn jetzt im Verstand groß in zehn Kilo sehe, muss ich [es so machen], dass Er jetzt zwanzig Kilo in meinen Augen ist? Ganz einfach.
Rav: Die Frage ist, ob ich, wenn ich den Schöpfer im Verstand groß in zehn Kilo sehe, ihn Über dem Verstand jetzt in zwanzig Kilo sehen muss, dahin zu streben, nach vierzig Kilo zu streben.
Die Frage ist von vornherein nicht korrekt. Wenn du zur Erkenntnis kommst… nicht zur Erkenntnis, nun, zur Schätzung, sagen wir mal – nicht dass du siehst, klar, wir reden ja noch von der Zeit vor dem Machsom, all das. Wenn du in den Zustand kommst, dass es dir gelingt, dich an den Schöpfer zu wenden, in Ihm so einen Respekt im Wert von zehn Kilo Wichtigkeit zu empfinden, wird das sofort bei dir gelöscht. Nicht sofort, nach ein paar Minuten. Deine eigenen fremden Gedanken werden dich verwirren, andere Wünsche, auf die du noch nicht die Größe des Schöpfers gesetzt hast, und du wirst von diesen zehn Kilo auf minus zehn fallen, verstehst du?
Das heißt, vom Plus zum Plus die ganze Zeit zu gehen und nicht zu fallen, dazu sind wir nicht in der Lage. Wir… wenn das Gefäß so wäre wie jetzt, dasselbe in jeder Stufe, aber in jeder Stufe gewissermaßen auch eine Enttäuschung und auch der Fall, wäre ich mehr gegen die Kräfte, die du schon hast, entsprechend den Kräften, die du hast.
Ja?
Schüler: Sie haben jetzt davon gesprochen, dass jeder, weil er anders ist, als Folge der Größe des Schöpfers auf andere Weise arbeiten wird. Aber am Ende müssen alle in einen Zustand kommen, in dem sie aus lauter Größe bereit sind, sich selbst zu annullieren, oder nicht? Was bleibt dann von ihnen, was bleibt von dieser besonderen Seelenwurzel, wenn ich mich völlig annulliere?
Rav: Dass ich mich vor dem Schöpfer völlig annullieren will – was will ich annullieren, und wem gegenüber will ich annullieren? Das muss man auslegen: Ich will mich vor dem Schöpfer annullieren. Mich gegenüber [Ihm] annullieren, das ist irgendwie in Ordnung, aber wer ist das „Ich", und wer ist der Schöpfer, dem ich [mich] annulliere, was wird wem gegenüber annulliert? Da wird der Schöpfer zu einer Vorstellung des Gebens, des Willens zu geben, überhaupt – was ist Geben, eine solche Kategorie, dass das Geben etwas Gewaltiges, Großes ist, gegenüber meinem egoistischen Willen, der nur daran arbeitet, in sich selbst einzusaugen.
Letztendlich ist es das, was dem Menschen vorschwebt, und das ist schon eine Folge davon, dass ich an der Größe des Schöpfers arbeite, empfange ich [das]. Das heißt, es gibt hier Dinge, die sich in uns nicht nach dem ändern, was wir wollen, und nicht weil wir danach streben, sondern als Folge davon. Strebe nach der Größe des Schöpfers in der Absicht zu empfangen, [und] du wirst von Ihm Anmut der Heiligkeit und Wünsche zu geben empfangen, so wie wir es in den vier Bchinot des Or Yashar lernen.
Hat einmal die Bchina Alef gedacht, dass aus ihr eine Bchina Bet hervorgehen kann? Niemals im Leben. Das geschieht schon hinter den Kulissen: Das Geben des Schöpfers wirkt so auf den Willen zu empfangen, dass der Wille zu empfangen anfängt, nach einer noch größeren Bchina zu streben, denn die Bchina Bet ist gröber als die Bchina Alef.
[16:53]
Schüler: Aber wir sagen, dass wir in der Kabbala nicht an Wünschen und an Eigenschaften und an solchen Dingen arbeiten. Aber wenn ich sehe, dass ich Wünsche und Eigenschaften habe, die mir diese ganze Sache der Arbeit an der Größe des Schöpfers vermasseln, kann ich dann nicht darum bitten, dass die Größe des Schöpfers mir an ihnen etwas verändert?
Rav: All die Dinge, die in mir vorhanden sind, schlechte und gute, und etwas Schreckliches, das mir jetzt erscheint, und etwas Gutes, von dem ich empfinde „oh oh oh", dass es mir bleibt, dass ich es nicht verliere, vielleicht erfasse ich darin die Spiritualität – sie sind alle wirklich gleich wichtig, es gibt unter ihnen keine Bevorzugung oder einen Mangel des einen gegenüber dem anderen, überhaupt nicht. Ich muss alle wie die richtigen Dinge zur Verbindung mit dem Schöpfer behandeln.
Ein Kind braucht auch die Liebe der Mutter, es muss auch die Mutter packen, ein bisschen grausam und fordernd und frech und nervig sein, und ihr ein bisschen Freude geben, alles. Bei all diesen Dingen sind wir… es gibt nichts, was uns schlecht erscheint, und im selben Maß brauchen wir es. Was sich in uns in jedem einzelnen Augenblick offenbart, all die Dinge als schlechte und gute auf einmal: Ich sehe an mir gewisse schlechte Dinge, und gewisse, für die ich mich wirklich schäme, sogar vor mir selbst, ich will mich nicht an sie erinnern, verstehst du. Ich erinnere mich manchmal, das ist mir schlecht, ich will sie sofort vor meinem… Bewusstsein verhüllen. Bewusstsein kann man sagen, ja? Mein Bewusstsein, das ist es, verstehst du.
So sind sie alle in derselben Reihe der Wichtigkeit, alle. Was sich in jenem Augenblick offenbart, ist gleich wichtig. Nur zur Sehnsucht nach Größe, nach der Größe des Schöpfers, das ist es. Und diese Sehnsucht wird sich selbst in verschiedene Formen verwandeln. Was Wichtigkeit genau ist, und was ich von ihr will, für mich, zu Ihm hin, wie ich schätze und was ich genau schätze, was es genau heißt zu geben und was es genau heißt zu empfangen. All diese Dinge werden langsam jedes Mal eine andere Form bekommen.
Bis man zu einer besonderen Form kommt, die „bis es mich nicht schlafen lässt" genannt wird, allerlei solche Dinge, mit denen man dann schon den Machsom überquert. Und man muss hier zwei Dinge unterscheiden: Du arbeitest an der Größe des Schöpfers, [und] aus der Größe des Schöpfers verändern sich allerlei Dinge in dir nicht auf direkte Weise. So wie sich die Bchina Alef in die Bchina Bet verwandelt, wo es wirklich eine Sache der Verwandlung gibt.
Ja.
[19:51]
Schüler: Was ist der Unterschied zwischen der Frage „Wer ist der Schöpfer?" und „Was ist die Arbeit?"? Zwischen der Frage „wer" und der Frage „was".
Rav: Davon werden wir an Pessach lernen.
Ja.
Schüler: Hier steht auf Seite 145: Wenn ein Mensch für das Exil der Schechina betet, muss er jedes Mal für das Exil der Schechina der ganzen Welt beten, [für die] seines Freundes, ohne dass er für das Exil der Schechina seiner selbst betet. Er sagt auch zur Zeit des Lernens, dass ich fordere – ich muss die Korrektur der ganzen Welt fordern? Die Korrektur der Freunde, bevor ich um meine Korrektur bitte? In solcher Form zu bitten?
Rav: Sieh mal, „manche sagen", weißt du, irgendein Großer rät dir, zuerst daran zu denken, was der Freund haben wird – kannst du das? Wenn es gute Dinge sind, dann will ich zuerst für mich. Wenn es nicht so gute Dinge sind, dann schreie ich allen zu: „Warum nehmt ihr das nicht?", ja? Wenn es irgendwo gibt – und niemand weiß es – irgendeinen offenen Schatz, [und] ich habe einen Schatz entdeckt: Schreie ich allen zu „Kommt, nehmt"? Ich verschließe das noch mehr und komme langsam und nehme daraus, oder? Irgendwie. Aber nur für mich. Wann gehst du, zu anderen zu schreien? Dass du willst, dass sie zuerst empfangen, und danach, wenn ich sehe, dass es gut ist oder irgendwie, dass auch ich ein wenig habe. Völlig in Ordnung. Aber zuerst sie. So verstehen wir es.
Was nennt man, dass ein Mensch darüber nachdenken muss, wie es Größe des Schöpfers sein wird, wie groß das in seiner Gemeinschaft oder in seiner Welt sein wird? Entweder ich schreie vor allen: „Ihr Bösewichte, ihr müsst die Größe des Schöpfers erkennen", ja? Oder ich flehe: „Leute, wenn ihr keine Größe des Schöpfers haben werdet, werdet ihr mir gegenüber nicht geben, und dann werde ich es niemals haben." Es hängt also davon ab, wie ich [es] mache – entweder ich verkaufe es ihnen, oder ich habe einfach keinen anderen Weg, als durch sie [es] zu mir zu empfangen, verstehst du? Das ist das Problem, wie ein Mensch sich zu dieser Sache verhält, [zur] Größe des Schöpfers.
Ja.
[22:31]
Schüler: Wenn ich schon zum Verständnis komme, dass ich aus der Furcht vor dem Empfinden des Schlechten verstehe, dass das Einzige, was ich brauche, um nicht dahin zurückzukehren, [ist], dass die Gemeinschaft die Größe des Schöpfers liefert. Andererseits, wenn mein Freund nicht in einem Zustand ist, dass er die Notwendigkeit, in der ich lebe, schon versteht, und er empfängt das, was ich ihm gebe, immer noch als Spiel, ohne das Verständnis für die Notwendigkeit, die ich habe…
Rav: Sieh mal, ich habe einmal einen Teil eines Films gesehen, so einen Spaßfilm, dass jemand dort im Krankenhaus liegt und ein anderer kommt und drückt ihm unbewusst irgendwie auf den Sauerstoffschlauch, so etwas. Und jener fängt an [zu ersticken]… und der andere merkt nichts.
Wenn wir wüssten, dass jeder dem anderen auf den Sauerstoffschlauch drückt, dann hätten wir gar kein Problem. Lass uns also zuerst davon reden, dass wir wirklich [in dieser Lage sind], ich ohne dich… ich bin von dir abhängig, weißt du, was das ist, das ist einfach abhängig. Wenn du nicht unterschreibst, überquere ich den Machsom nicht. Was soll ich machen? Sag mir, wie ich mich dir gegenüber verhalten soll.
Dich zu töten wird mir nicht helfen, ich brauche deine Unterschrift. Wenn ich alle töten könnte und damit den Machsom überquere, Gott sei Dank, dann hätte ich… ich müsste keine Zustimmung empfangen. Ich muss die Zustimmung von allen empfangen. Was werde ich machen?
Schüler: Was ist Zustimmung?
Rav: Zustimmung [bedeutet]: Nur wenn du Größe des Schöpfers haben wirst, wirst du mir unterschreiben, das heißt, du wirst mir das geben, und dann werde ich so eine Größe des Schöpfers haben, dass ich den Machsom überquere. Sieh also, wie sehr ich um dich besorgt sein muss. Hätte ich dich früher angeschaut, sag mir?
Aber jetzt, wo ich darüber nachdenke, wirklich jeden Einzelnen – was werde ich mit ihnen machen? Ich weiß nicht. Ich hasse sie, ich brauche sie nicht, aber die Größe des Schöpfers, die Erkenntnis des Ziels oder die Leiden, die Erkenntnis, dass ich tot bin, verpflichtet mich trotzdem, bringt mich trotzdem zur Gemeinschaft zurück und dazu, dass ich irgendwie sage: „Leute, wir haben keine Wahl. Lass uns versuchen, wir, niemand will den anderen, aber lass uns vielleicht irgendwie, sonst sind wir…" – so wie Baal HaSulam sagt: Das Schiff sinkt im Meer, in dem jeder das Loch stopfen muss, das er unter sich in der Schiffswand hat.
[25:01]
Da fange ich an, sie anzuflehen und irgendwie. Hier sitzen Menschen, die viele Jahre sitzen, und auch sie haben schon Gefäße, das ein wenig zu empfinden, ja, wie bitter ihre Zustände sind. Und man muss, das heißt, wir haben jemanden, an den wir uns wenden können, wir haben gewisse Unterscheidungen, an die wir uns in jedem Einzelnen wenden können. Und das müssen wir nutzen.
Solange ich nicht von jedem Einzelnen sein Geben mir gegenüber empfange, in dem Maße, dass wir in der Gemeinschaft schon so von oben geordnet sind, werde ich… werde ich nicht genügend Kraft haben. Ein Gramm wird mir fehlen, [und] den Machsom werde ich nicht überqueren. Und das eine Gramm kann von irgendeinem… von einem Idioten dort abhängig sein, der es mir nicht geben will. Verstehst du? Was werde ich also mit ihm machen? Nu? Seinen Willen kann ich – was kann ich gegen seinen Willen machen? Nu, ihm Schläge geben, was kann ich [tun]?
Stell dir vor: Ich muss ihn überzeugen, dass, wenn er mir das gibt, er auch die gleiche Wertschätzung von mir empfängt, und dass auch er mit mir gemeinsam [den Machsom] überquert. Und dann verspreche ich, dass niemand von hier, ja? Oder alle. So ist es. Dass jeder denkt, dass er der „Spitz" ist – jeder ist wirklich der Spitz. Aber das, das genügt nicht. „Lasse passer" (Laissez passer, Passierschein) gibt es nicht. Nur mit der Unterschrift aller.
Ja.
[26:45]
Schüler: Was ist die Größe des Schöpfers?
Rav: Größe des Schöpfers, was ist das? Es ist einfach groß. Denk vorerst so, danach – ich habe es dir gesagt – wirst du jedes Mal eine andere Form der Größe empfangen. Groß in diesem und in jenem, groß darin, dass Er mir geben will, und groß überhaupt, und auf alle einwirkend. Alle sind mir wichtig, plötzlich sind sie mir nicht wichtig, aber Er gibt mir, ohh. Allerlei solche [Sachen]. Danach wirklich groß im Geben, groß darin, dass auch ich Ihm ein wenig ähnlich sein möchte.
Gut. Was nennt man, über die Zerstörung des Hauses zu beten? – fragt jemand aus Israel. Über die Zerstörung des Hauses zu beten: „Haus" nennt man das Herz des Menschen, das getrennt ist, oh, das dem Schöpfer entgegen korrigiert ist, ja? Alle Arbeiten des Hauses, alle Arbeiten des Heiligen Tempels, das wird „Haus" genannt. Das heißt, all die Wünsche des Menschen, die in der Absicht zu geben dem Schöpfer entgegen arbeiten – das nennt man die korrigierte Arbeit des Heiligen Tempels.
Dort gibt es Priester und Leviten und den Hohepriester und Israel und Völker der Welt und Frauen, dort gibt es Vorhöfe für jeden Einzelnen, für jeden einzelnen Wunsch, und alle arbeiten in der korrigierten Form. Es gibt die Arbeit der Opfer, und es gibt Lieder und es gibt Gebete und es gibt Wasser und Blut und allerlei solche Unterscheidungen. Und es gibt auch Tage in der Woche, und das ist alles gegenüber unserer ganzen Arbeit in all unseren Wünschen zur Anhaftung an den Schöpfer in der korrigierten Form Ihm entsprechend geordnet. Das nennt man die Arbeit des Hauses, die Arbeit des… Und darum müssen wir beten, dass wir Kraft haben, dass wir den Willen haben, dass wir den Massach haben, um mit all unseren Wünschen so zu arbeiten.
[29:02]
Nun, dieselbe Frage: Wie kann ich den Willen vergrößern, die Größe des Schöpfers in mir, und jeden Einzelnen der Freunde überzeugen, sich damit zu beschäftigen? Das ist die Arbeit. Es gibt hier… hier müssen wir einfach nachdenken, wie wir es machen. Ratschläge gibt es überall. Warum ist Yehuda im Chumasch ein Esel? Nu, davon werden wir reden. Warum gibt es Lohn im Chumasch, [und etwas wird] Esel genannt? Wunderbar, du kennst den Chumasch. Ich würde den Chumasch nicht so einfach lesen, Mister Yehuda aus Paris, denn du könntest anfangen, ihn zu materialisieren. Nu, das ist in Ordnung.
Was nennt man, mich selbst zu annullieren? Worin mich selbst zu annullieren? Nu, also dem Schöpfer entgegen, ja, aber auch das ist nicht klar. Was ist es: entweder für den Schöpfer oder vor dem Schöpfer oder dem Schöpfer entsprechend? Annullieren oder vergrößern oder verkleinern – das wird mit zwei Auffassungen gesagt, mit zwei Unterscheidungen. Also entsprechend dem, was ich unterscheide, wer der Schöpfer ist, dem entsprechend… und wer ich bin, dem entsprechend habe ich hier schon irgendeine Einschätzung, wer ich und wer Er gegenüber [Ihm] in jeder einzelnen Sache ist. Im Willen zu empfangen, im Willen zu geben, in den Dingen… in allerlei Eigenschaften des Gebens oder Empfangens, ja. Das ist die Art und Weise, wie ich jede einzelne Sache schätze, [und] darin ist Er groß oder klein oder existiert in meinen Augen überhaupt nicht.
[31:05]
Wir verstehen nicht, wie sehr wir die Göttlichkeit nicht in Betracht ziehen. Jemand Kleines [steht] vor mir, aber dass er in meinen Augen existiert, in meinem Sichtfeld, das heißt, in meinem Feld der Empfindung, der ist mir wichtiger als der Schöpfer. Wenn ein kleines Kind kommt und mich anzuschreien anfängt oder anfängt, etwas an mir zu machen, werde ich mich aufregen, ich werde irgendwie auf ihn reagieren, ja, das respektiert mich nicht, was er macht, ja? Und zum Schöpfer habe ich keinerlei Beziehung. Die Verhüllung ist eine absolute Verhüllung. Wir müssen sie von Null aufbauen. Und jedes Mal, wenn wir [Größe] erlangen, einen bestimmten Prozentsatz, sagen wir, ja, ein Maß, eine Größe, oder irgendeine Erkenntnis, dann verschwindet sie sofort, weil wir müssen… warum verschwindet die Sache? Die Sache verschwindet, damit wir sie immer wieder weiterziehen.
Also wem gegenüber muss ich mich die ganze Zeit annullieren? Nur gegenüber der Erkenntnis der Größe des Schöpfers. Hier muss ich einfach meinen Kopf beugen und um jeden Preis, in allen Handlungen alles tun, was nur möglich ist, um dorthin zu kommen. Lass uns anfangen… er fragt, wie man davon anfängt, wie macht man? Vielleicht kann man damit anfangen, lasst uns so anfangen: Jeder schreibt ein Blatt, was bei ihm Größe des Schöpfers genannt wird. Das ist es. Aber ein großes Blatt, ja. Da, sagen wir, 40 Sätze.
[33:20]
Haben wir überhaupt etwas, woran wir uns festhalten können? Ja, was denken wir, auf eine intellektuelle Weise, ohne so das Herz auszuschütten. Auf eine intellektuelle Weise, wie stelle ich mir das selbst dar – fangt an zu schreiben, dann werdet ihr sehen, wie schwer das ist. Wenn man nicht allerlei Sätze benutzt, die wir schon vom Buch erinnern. Aus mir selbst heraus. Das ist es. Macht so eine Übung. Fangt an, das auf eine oberflächliche Weise zu erörtern. Nicht das Herz zu offenbaren, sondern wie wir das Problem überwinden. Das allgemeine Problem. Das ist es.
Gut.
(Ende des Unterrichts)