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Morgenunterricht 17.01.2002
Buch „Schriften des Rabash", Band 1, S. 80, „Und der Schöpfer erschien ihm in den Eichen von Mamre"
Rav: Also, wir haben einen Artikel aus „Shlavei HaSulam", Band 1, Seite 103 gelesen, „Und der Schöpfer erschien ihm in den Eichen von Mamre". Das heißt, wenn ein Mensch in einen Zustand kommt, in dem er sich in den Eichen von Mamre befindet, das heißt, dass er von der Materialität abhebt, das heißt, dass er über dem Verstand geht. Dass in seinem Kopf ein Ziel ist, und ihm gibt er sein ganzes Leben hin, seine ganze Seele (Nefesh) — das nennt man, dass er abhebt. Also in den Eichen von Mamre, das heißt, dass ein Mensch in solchen Zuständen wächst, das nennt man, dass er dann wie ein Baum des Feldes ist, wie ein Baum in den Eichen von Mamre, dann offenbart sich ihm der Schöpfer, „Und der Schöpfer erschien ihm in den Eichen von Mamre". Das ist der Zustand, in dem der Mensch dann wirklich die Göttlichkeit offenbart. Gibt es Fragen? Ja.
1:06 Schüler: Was ist die Arbeit der „Vorübergehenden und Wiederkehrenden"?
Rav: Anstelle der Vorübergehenden und Wiederkehrenden, anstelle all der Störungen und Zeichen der Entfernung, die der Schöpfer sendet, um den Menschen näherzubringen, offenbart sich ihm bereits der Schöpfer selbst. Die Sache ist die, dass der Mensch als Geschöpf im Willen zu empfangen erschaffen ist und er im Grunde eine Zelle ist, die fühlt. Und der ganze Verstand und das ganze Wissen und die Entscheidungen und alles, das entspringt daraus, aus dem, was er fühlt. Also kann man ihn nur durch Aufstiege und Abstiege an das Ziel heranführen. In Wahrheit: Abstiege und Aufstiege. Das heißt, eigentlich durch Abstiege, durch Entfernung. Dass man den Menschen entfernt, dass man ihn nach hinten stößt, dass man ihm zeigt, wie sehr er das Gegenteil ist, dass man ihm das Böse in ihm zeigt — das nennen wir Erkenntnis des Bösen, dass der Mensch sieht, dass er nicht fähig und nicht würdig der Heiligkeit (Kdusha) ist. Aus all diesen Gefühlen formt sich bei ihm letztlich ein Zustand, den man so nennt, dass er keine Wahl hat und über dem Verstand gehen muss, sonst gibt es einfach keine Wahl. Wie kommt er in einen solchen Zustand? Wenn nach jedem Abstieg und Abstieg, jeder Zurückweisung und Zurückweisung — wie wir das Beispiel im „Talmud Eser Sefirot" haben, der sagt, dass es bei dem, der sich nach dem Palast (Heichal) des Schöpfers sehnt, dort Wächter und Aufseher gibt, die diesen Menschen so wegstoßen, und er rutscht zurück vom Berg, auf dem dort das Schloss des Schöpfers steht. Also dass man ihn die ganze Zeit wegwirft und wegwirft, und er steht trotzdem wieder auf, dann wirft man ihn noch stärker weg, er steht trotzdem auf, mit Geduld und Beharrlichkeit geht er aus all diesen Zurückweisungen hervor, nach und nach baut er in sich einen Willen zum Ziel auf. Daraus, dass er sich nach dem Ziel sehnt, kommt ihm danach eine Zurückweisung. So funktioniert es immer umgekehrt. Und daraus, dass ihm eine Zurückweisung kommt, daraus wird ihm die Wichtigkeit des Ziels geboren. Jedes Ding bringt sein Gegenteil hervor. 4:28 Deshalb, wenn er keine scharfen, tiefen Abstiege hat, solche enttäuschenden, schmerzhaften Stürze, dann wird er das Ziel nicht zu schätzen wissen, einerseits. Andererseits, wenn er nicht genug Kraft aufbringt, um dorthin zu kommen, dass er das Ziel fast erreicht und wieder fällt, dann wird er nicht wissen, wie weit er davon entfernt ist. Was bedeutet Aufstieg und Abstieg? Ich habe von mir aus etwas gemacht, das Maximum, zu dem ich fähig bin. Ich versuche, alle Kräfte und das ganze Wissen und die ganze Zeit und die ganze Energie zu geben, und ich presse mich wirklich in jeder Hinsicht aus. In dem Moment, in dem ich das wirklich mache, habe ich eine gewisse Sicherheit, ich habe einen gewissen Stolz, ich habe einen gewissen Drang nach vorne, dass ich es schaffen werde. Auf dem Höhepunkt der Begeisterung über diese ganze Sache und der Anstrengung kommt mir plötzlich ein Abstieg. Dieser Abstieg muss mir sagen, dass ich selbst auf dem Höhepunkt der Begeisterung und auf dem Höhepunkt der Anstrengung weit vom Ziel entfernt war. Und jedes Mal, je mehr ich drücke und gehe und scheinbar Erfolg habe, dann entdecke ich, dass ich noch weiter vom Ziel entfernt bin, man zeigt mir jedes Mal eine noch wahrere Wahrheit. Es kommt heraus, dass ich zwei Dinge entwickle: eine Selbsterkenntnis, dass ich jedes Mal immer weiter und weiter entfernt bin, und die Erkenntnis des Ziels, das immer wichtiger und wichtiger wird. Und dann habe ich keine Wahl, ich, aus der Notwendigkeit der Sache heraus und aus der Entdeckung, dass ich das nicht erreichen kann — nicht, dass ich wirklich verzweifelt bin; ich bin an meinen Kräften verzweifelt, aber nicht verzweifelt daran, es zu erreichen. Ich will trotzdem mit aller Energie erreichen, nur weiß ich nicht, woher ich irgendein Mittel nehmen soll. Ich komme in einen Zustand, in dem ich entscheide, dass man hier über dem Verstand gehen muss. Das heißt, gegen den Verstand, gegen was — hier muss es irgendeine übernatürliche Lösung geben. Und dann offenbart man mir diese übernatürliche Lösung. Ja.
7:45 Schüler: Für welches Problem soll diese Lösung kommen?
Rav: Die Lösung muss an zwei Enden kommen: die Wichtigkeit des Ziels und die Nichtigkeit meiner Kräfte. Beide Enden müssen zusammen sein. Wenn ich meine null Kräfte entdeckt habe und wirklich nichts sehe, das mir helfen könnte, und man mir vom Himmel schon nicht mehr offenbart „aber das hast du noch nicht versucht". Man offenbart mir vom Himmel nicht wieder, dass ich noch etwas machen kann, und noch etwas ordnen, und noch etwas hinzufügen. Schon, das war's, ich habe mein Maß (Se'a) zu Ende gebracht, wie man so sagt, ja? Mein „Pekele" (Bündel), meine Schachtel habe ich zu Ende gebracht, es gibt nicht mehr. Ein Zeichen, dass ich jetzt wirklich in einen Zustand gekommen bin, in dem ich alle meine Kräfte geprüft habe, gesehen habe, dass sie alle null sind, aber zusammen damit, bei jeder Sache, über die ich an meinen Kräften enttäuscht war, ja, bei jeder dieser Sachen bekam ich einen noch größeren Willen zum Ziel. Das ist die Sache der Aufstiege und Abstiege, ja? Dass jede Sache, hier dieser Impuls, ja, nach oben und nach unten, zwei Ergebnisse hervorbringt: Enttäuschung über meine Kraft und Wichtigkeit des Ziels — das eine gegenüber dem anderen. Und diese beiden Enden müssen sich mit jedem Aufstieg und Abstieg, mit jedem dieser Impulse, voneinander entfernen, größer werden. Bis jeder eine bestimmte, ihm zugemessene Zahl hat, wie viel er solche Dinge durchmachen muss. Aber Held ist hier, wie er sagt, nur nach der Geduld, der wieder und wieder und wieder drückt. Und er sagt immer: „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?" Da gibt es einfach keine Wahl hier. Immer zu sagen: „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?" Und über den Schöpfer zu sagen — erst nachdem du das schlechte Ergebnis in dem Gefühl siehst, als hättest du es nicht geschafft, dann „es gibt keinen außer Ihm", indem Er dir damit den wahren Zustand offenbart. Ja.
10:16 Schüler: Also was gibt mir das Über-dem-Verstand-Gehen? Was gibt mir das sozusagen, wie löst mir das die Probleme?
Rav: Was sich da als über dem Verstand offenbart, weiß ich nicht. Ich gehe und das war's. Man sagt mir nur, dass nach allem, dass der Mensch, wie soll ich sagen, an allen Kräften verzweifelt ist — und was heißt an allen Kräften? Dass der Schöpfer ihm keine weitere Gelegenheit offenbart, aus dem „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?" zu arbeiten, dann fängt er an, dann gelangt er zum Schrei. Das heißt, dann gibt es schon nichts mehr zu machen, der Schöpfer gibt nicht noch irgendeine Art Hoffnung, dass du durch noch etwas Erfolg haben kannst. Dann bleibst du schon mit dem Willen zum Ziel, und ohne irgendein Mittel, dann schreist du. Du schreist daraus, dass du keinen Durchbruch nach vorne siehst, man gibt dir nicht mehr. Ja.
Schüler: Während des Zustands, in dem er anfängt zu fühlen, dass er an seinen eigenen Kräften verzweifelt ist, und parallel dazu diese zwei Punkte — dass er einerseits jedes Mal mehr an sich selbst verzweifelt, andererseits das Ziel wächst, seine Wichtigkeit. Seine Wichtigkeit — stimmt es nicht, dass sie daraus wächst, dass es nicht erreicht wird? Oder muss es eines von den...
Rav: Die Wichtigkeit des Ziels, und auch der obere Punkt, das heißt in der Erlangung die Wichtigkeit des Ziels, und auch der untere Punkt, die Verzweiflung an den eigenen Kräften — sie offenbaren sich aus zwei Dingen, sowohl aus dem Abstieg als auch aus dem Aufstieg. Man kann nicht sagen, dass der Aufstieg die Wichtigkeit des Ziels verursacht und der Abstieg die Verzweiflung an den Kräften verursacht. Sondern die Differenz zwischen ihnen bringt sowohl das eine als auch das andere hervor. Das heißt, die Richtung, worauf zu du gehst, das bringt im Grunde die Wichtigkeit des Ziels und die Verzweiflung an den Kräften hervor. Beide müssen da sein. Sicher ist die Wichtigkeit des Ziels aus dem Gefühl in der Zeit des Aufstiegs. Aber es gibt kein Ding, das geboren wird und in dem nichts von seinem Gegenteil ist. Immer ist es schwarz auf weiß, sonst gäbe es keine Unterscheidung. Die Unterscheidung umfasst immer zwei entgegengesetzte Dinge, wie Buchstaben auf weißem Hintergrund. Ja.
13:19 Schüler: Wenn jeder Punkt ein neuer Anfang in den Aufstiegen und Abstiegen ist, wo sammelt sich dieses Maß (Se'a) an? Wann ist der Mensch sich dieses Maßes bewusst, das sich ansammelt — erst am Ende?
Rav: Ja, erst am Ende weiß er es, erst am Ende weiß der Mensch, dass er das Maß (Se'a) vollendet hat, dass vor ihm die Spaltung des Schilfmeeres liegt. Das heißt, dass er ans Ende der Unterscheidungen gekommen ist, die er klären muss, in der Zeit der Vorbereitung (Hachana). Für jeden ist das, wie der Rabbi — als ich immer schrie und sagte „wo, was, wann?", da sagte er immer: „Die Hilfe des Schöpfers (kommt) im Augenblick (wie ein Wimpernschlag)." Das war's. Das heißt, warte jeden Moment, und das war's, jeder Moment kann es sein. Und jedes Mal, wenn du verzweifelst, und jedes Mal, wenn du noch mehr Kräfte suchst — aber wenn du Kräfte suchst, um voranzukommen und trotzdem das Ziel zu erwerben, kann es sein, dass dort, wo du selbst wieder zu ihm voranschreitest, sozusagen, und versuchst, es mit irgendetwas zu erwerben, mit einer neuen Gelegenheit, neuen Kräften, kann es sein, dass du hier schon entdeckst, dass es nicht mehr gibt, sondern dass es die Spaltung des Schilfmeeres gibt. Ja.
Schüler: Manchmal hat der Mensch in jedem Zustand, in den er kommt, die Neigung zu sagen: Da, das ist der Zustand der Verzweiflung. Anstatt sozusagen irgendeine Anstrengung zu machen, um noch ein Mittel zu finden, ist es mir dann lieber, zur Seite zu fliehen und zu sagen: Das ist der Punkt der Verzweiflung und die Mittel sind ausgegangen.
Rav: Nein, du kannst nicht zur Seite fliehen und sagen, ich habe alles angestrengt und es gibt nichts mehr zu machen. Denn dieser Punkt, über dem Verstand, die Spaltung des Schilfmeeres, offenbart sich daraus, dass du suchst und nach vorne drückst. Dass du gewöhnlich nach der Verzweiflung suchst und nicht weißt, was zu machen ist, und vor dir gibt es sozusagen keine anderen Gelegenheiten — die bringen den wahren Schrei zum Schöpfer hervor, der ein Tor öffnet. Nicht die Verzweiflung selbst. Die Verzweiflung selbst bringt nichts hervor.
15:51 Schüler: Es offenbart sich sozusagen ein neues Mittel.
Rav: Ja, es offenbart sich ein neues Mittel, als ob du mit deinen Kräften darauf zugehst, und plötzlich offenbart sich dir, dass — daraus, dass du suchst, wie ich mit meinen Kräften noch gehen kann und was zu machen ist, ja, dann ist das keine Sache von... das ist kein verzweifelter Zustand. Ich weiß nicht, der Fall ist die Festlegung des Zustands, dass der Mensch so sagt, dass er sich im Fall befindet, und nicht, dass er sich darin befindet, dass er sich nicht bewegen kann; das ist kein Zustand, in dem er unfähig ist, nu, ich weiß nicht, den kleinen Finger zu bewegen, wie man sagt. Verzweifelt, das bedeutet, dass er sich in voller Erkenntnis und in voller Klärung befindet, und mit klarem Verstand, und weiß, dass — einfach, ich habe alles gemacht, was noch zu machen ist. Das ist kein Zustand, in dem er so kaputt ist, dass er tot ist, und das war's, und es gibt niemanden, mit dem man reden kann. Das ist nur im Gefühl, hier geht es um das... der Kräfte sucht. Das ist, je mehr der Mensch zum Machsom voranschreitet, fängt er an, sich weniger vom Gefühl beeindrucken zu lassen. Sondern er ist mehr davon beeindruckt, dass er wirklich aus sich selbst nicht fähig ist, sozusagen die Feststellung einer Tatsache. Das Gefühl, dass er nicht fähig ist, ein solches unangenehmes Gefühl, es legt die Zustände in ihm schon nicht mehr so sehr fest. Ich weiß nicht, wie ich das sagen soll. Am Anfang sind die Leute beeindruckt davon, dass die Luft raus ist, und danach geht das vorbei. Danach wird der Zustand mehr durch die Tatsachen festgelegt, dass das nicht ich bin, dass das nicht im Ziel ist und so weiter. Das... Ja.
18:36 Schüler: Kann man sagen, dass die Hinwendung zum Schöpfer die größte Anstrengung ist? Nach diesem ganzen Zustand, die Hinwendung zum Schöpfer.
Rav: Die Hinwendung zum Schöpfer — schau, man muss sie suchen, aber sie findet sich nicht ohne Weiteres, niemand kann sich einfach so hinwenden. Das ist in dem Moment, in dem der Schöpfer sich in der Form von entweder Verhüllung oder Offenbarung offenbart, wie auch immer er sich dem Menschen offenbart, dann fordert er vom Menschen diese Hinwendung ein, nicht „geh und such". Wo soll ich Ihn suchen, um zu Ihm zu schreien oder um Ihn zu bitten? Die Hinwendung ist — diese Hinwendung, mit der man schon der Offenbarung würdig wird, sie ist wirklich „die Hilfe des Schöpfers im Augenblick (wie ein Wimpernschlag)". Das kommt einfach und das war's, in Unachtsamkeit (beHessech haDaat) als Ergebnis der ganzen vorherigen Anstrengung. Aber Anstrengung muss es geben. Ohne das wird der Mensch diesen Zustand nicht fühlen. Auch jetzt sind wir in der Endkorrektur (Gmar haTikun) — wer fühlt sie? Die Buchstaben brauchen wir. Ja.
19:46 Schüler: Das ist vielleicht eine Fortsetzung von Orens Frage. Denn dem Menschen fällt es im Grunde schwer, einfach Beobachter seiner Zustände von der Seite zu sein, ob ich mich in einem Abstieg oder einem Aufstieg befinde. Das heißt, er befindet sich in der inneren Empfindung — wo ist hier eigentlich sein Haltepunkt im Abstieg?
Rav: Ich spreche hier nicht von Menschen, die sich noch in Zuständen befinden, in denen sie, wenn die guten oder schlechten Gefühle zu ihnen kommen, nicht in voller Selbstkontrolle sein können — das ist nur für Anfänger. Anfänger kann man einige Jahre sein, aber das ist nur ein Anfänger. Danach bekommt ein Mensch, der sich entweder im Aufstieg oder im Abstieg befindet, trotzdem Kräfte, um über seinen Zustand zu herrschen, ihn zu kontrollieren, in den schlimmsten Zuständen trotzdem sozusagen eine Kontrolle zu machen. Warum befinde ich mich in diesem Zustand? Wer gibt mir diesen Zustand, wofür brauche ich ihn? In allen schlechten Zuständen ist er ebenfalls mit dem Ziel verbunden, er weiß, wofür das zu ihm kommt, und befindet sich schon nicht mehr wie ein Anfänger, dass das, was er fühlt, er ist, dass es ihn erfüllt und er schon einfach süchtig nach dem Gefühl ist. Über einen solchen Menschen sprechen wir noch nicht — wer sich noch in solchen Zuständen befindet, über den sprechen wir schon nicht mehr. Was gibt es da zu reden? Das muss weitergehen, und nach einigen Monaten, oder sogar ein Jahr, zwei Jahre — für jeden ist das entsprechend dem Tempo, der Anstrengung und allem — dann wird er aus dem herauskommen. Was heißt, er kommt aus dem heraus? Dass sich in ihm anfangen Buchstaben der Arbeit zu sammeln und sie sich mit dem Gefühl verbinden und immer mit dem Gefühl sein werden. Dass es nicht nur Gefühl oder nur Arbeit geben wird, sondern beide zusammen sein werden. Bis zu dem Grad zusammen, dass er danach, wenn er die allerschrecklichsten Gefühle bekommt, klar wissen wird, warum und was da mit ihm passiert. Und wir lernen das in der „Vorrede zum Talmud Eser Sefirot", wo der Rabbi vier Stufen erklärt, die der Mensch durchlaufen muss: doppelte Verhüllung des Angesichts, gewöhnliche Verhüllung des Angesichts, Lohn und Strafe und ewige Liebe. Also ein Mensch, der von der doppelten Verhüllung des Angesichts hindurchgeht, dann befindet er sich wirklich nur im Gefühl. Gewöhnliche Verhüllung des Angesichts — dass er schon irgendwie sieht, dass es ihm vom Schöpfer kommt. Es ist ihm noch nicht klar, wie es vom Schöpfer kommt, und es ist ihm nicht klar, wer der Schöpfer ist. Aber im Hintergrund gibt es jemanden, der mir das herumdreht, das nennt man gewöhnliche doppelte Verhüllung, und das ist schon Stufe 2; insgesamt sind diese zwei Stufen vor dem Machsom, das war's. Wenn er den Machsom durchschreitet, tritt er in die Lenkung von Lohn und Strafe ein. Also über die Stufe, in der er sich in der wirklich doppelten Verhüllung befindet, gibt es hier nichts zu erklären, denn er befindet sich in doppelter Verhüllung, alles ist verhüllt. Er fühlt nur, was er fühlt, und das war's. Wer sich schon in einfacher Verhüllung befindet, mit dem kann man reden. Es gibt ein bisschen vom Schöpfer, ein bisschen vom Gefühl zusammen, dann befindet er sich immer in irgendeiner Art, fast immer in irgendeiner Art Verständnis, dass der Schöpfer ihm all diese Zustände herumdreht. Ja.
24:06 Schüler: Wir haben jetzt gesprochen, dass es aus den Aufstiegen und Abstiegen zwei Ergebnisse gibt: einerseits zeigt man dem Menschen, wie weit er entfernt ist, andererseits, dass das Ziel wichtiger wird. Woher kommt dieses zweite Ding, dass das Ziel wichtiger wird? Denn doch jedes Mal sozusagen als Antwort auf die Anstrengung...?
Rav: Das Ziel wird wichtig daraus, dass der Mensch in es investiert, daraus wird es wichtiger. Wenn ich investiere, wenn ich... du weißt, wie es in unserem Leben ist, einfach, wenn ich investiere, in etwas investiere, ich stecke mich selbst dort hinein, und daraus, dass ich mich selbst liebe, kann ich mich schon nicht mehr von der Sache trennen, ich habe mich so abgemüht, ich habe so wirklich gearbeitet, mich um sie gekümmert, ich kann nicht einfach loslassen, daraus wird das Ziel und überhaupt die ganze Angelegenheit wichtig für den Menschen. Das ist das eine, und das zweite Ding, dass ihm trotzdem jedes Mal mehr und mehr umgebendes Licht (Or Makif) entsprechend seiner Investition leuchtet, dann erfüllt dieses Licht das neue Gefäß (Kli), den Punkt im Herzen, und der Mensch fühlt, dass das Leben wirklich von dort kommt, und das ganze übrige tierische Leben fühlt er durchaus als zeitweilig und als weniger und weniger wichtig, das war's. Schon die... wie soll ich sagen, diese Einschätzung, dass die Spiritualität wichtiger ist als die Materialität, geschieht ihm schon hier, dadurch, dass er in die einfache Verhüllung eintritt. Schon fühlt er trotzdem, kann man sagen, dass es hier eine Gegenwart des Schöpfers gibt, eine Höhere Kraft, und dann sinken alle Lebensereignisse, was mit ihm geschieht und was auf der Erde geschieht, trotzdem in der Wichtigkeit. Das umgebende Licht strahlt Ewigkeit aus. Ja.
26:45 Schüler: Wenn das umgebende Licht schon anfängt, in das Gefäß einzutreten, warum werden dann die Abstiege im Grunde immer schwerer und schwerer?
Rav: Das umgebende Licht tritt nicht in das Gefäß ein, das wird danach inneres Licht (Or Pnimi) sein, das ist unmöglich. Das umgebende Licht leuchtet dem Menschen die ganze Zeit und leuchtet dem Menschen entweder in sein Angesicht oder in seine Rückseite. In den Aufstiegen ist es sozusagen das Angesicht des umgebenden Lichts und in den Abstiegen ist es die Rückseite des umgebenden Lichts. Derselbe Zustand, nur die Offenbarung des Gefäßes und die Offenbarung seines Lichts. Das nennt man im Grunde — Aufstieg und Abstieg sind derselbe Zustand, nur von der Seite des Gefäßes oder von der Seite des Lichts, wie du es anschaust. So ist es im Gefühl, dass das Gefäß wie Licht wird, dann gibt es keinen Unterschied zwischen Aufstieg und Abstieg, alles ist Licht, alles leuchtet, das Gefäß leuchtet wie Licht. Das Gefäß mit Schirm (Massach) wird wirklich wie das Licht selbst empfunden. Auch das sehen wir im Talmud Eser Sefirot, dass die Gefäße des Höheren wie Licht für den Unteren sind. Man versteht nicht, wie das sein kann, das ist genau so. Ja.
Hier wechsel
28:07 Schüler: Wie entwickelt der Mensch Furcht vor der doppelten Verhüllung? Wirklich eine Abstoßung davon. Kann man das in Gang setzen, oder bringt ihn einfach die Erfahrung dazu?
Rav: Wie entwickelt der Mensch Furcht? In Wahrheit kann man das nicht entwickeln, denn wenn wir sagen, dass sich im Menschen jedes Mal eine neue Unterscheidung offenbart, die größer ist als die vorherige — ich war in der Awiut der Wurzel (Shoresh), jetzt bin ich sagen wir in Awiut 1 — dann, wie soll ich in Awiut 1 jetzt Furcht haben und ich weiß nicht was machen. Meine ganze Erfahrung ist sagen wir aus der Awiut der Wurzel, ja, in der vorherigen, kleineren Stufe, ja, dann habe ich in dieser Stufe, wo ich mich jetzt befinde, keinerlei Erfahrung, ich habe gar nichts. Sozusagen das ganze... das, wovor ich vorher Furcht hatte, warum wirkt das jetzt nicht? Ja, er sagt dazu im... er schreibt darüber über das Vergessen (Shochecha), so etwas gibt es in „Pri Chacham", Artikel. Das ist einfach die Offenbarung der neuen Reshimot, ja, hier gibt es kein Fehlen in der Spiritualität, sondern eine neue Reshima, die größer ist als alles, löscht die ganze vorherige Erfahrung aus, und ich weiß nicht, was das ist, was man Furcht nennt, was man das Gegenteil nennt, ich habe dort etwas erlangt, hier bin ich... Deshalb kann der Mensch im Grunde niemals vom vorherigen Zustand für den nächsten Zustand lernen, sondern immer, sozusagen bis zur Endkorrektur, muss er scheitern und muss fallen und muss die vorherige Erlangung verlieren, die er hatte. Eine neue Reshimo bekommen, und mit dieser neuen Reshimo wieder in die Klärung und Korrektur eintreten, und bei jeder einzelnen Sache braucht er den Höheren, dass er sich ihm offenbart, dass es ACHaP des Höheren gibt, dass es eine Gestalt des Höheren gibt, ein Beispiel des Höheren, was zu machen ist. Jeden Moment ein neuer Mensch, das heißt, er wird als Säugling geboren, wirklich aus dem Null-Zustand. Es gibt nichts vom vorherigen Zustand, das du sozusagen ziehen könntest, auch da gibt es Allgemeines und Einzelnes (Klal und Prat). In jedem Zustand gibt es alle Zustände, die es in der Wirklichkeit überhaupt geben kann. Du bist eine Stufe hinübergegangen, du hast schon ein Verständnis über den ganzen allgemeinen Zyklus, aber zusammen damit ist jeder Zustand über dem Verstand.
31:13 Schüler: Auf Seite 104 unten, in den hervorgehobenen Worten, sagt er „dass gerade dort, wo man über dem Verstand geht, wo es dort keinen Verstand gibt", und nach anderthalb Zeilen sagt er „weil gerade dort, wo man über dem Verstand geht, sich der Verstand und die Weisheit offenbaren." Das ist sozusagen...?
Rav: Wer über dem Verstand geht, das heißt über seinen Verstand hinaus, dann bekommt er einen höheren Verstand. Was heißt das? Über dem Verstand zu gehen ist der Mensch wirklich nicht fähig, denn das ist er, ja, das ist, als würdest du den Kopf vom Körper abschneiden, und das war's. Was ist über dem Verstand? Verstand (Daat) bin ich, Verstand nennt man — was mit meinem Willen zu empfangen zu machen ist. Das heißt, das ganze Programm, wie man ihn erfüllt, was man mit ihm macht, wie man sich mit ihm verhält, das ist alles Verstand. Wenn ich jetzt, in meinem Alter, ja, das ganze Wissen aus mir herausnehme, alles, alles, alles, außer den instinktiven, primitiven Dingen, wie bei einem Kleinkind — kann ich existieren? Das sind Dinge, die ein Mensch von sich aus nicht zu wollen vermag, sich vom Verstand zu entledigen, denn das ist die Natur. Wozu wir kommen — wir kommen zur Erkenntnis des Bösen, dass alles, was heute in mir drinnen ist, an Erlangungen, an Erfahrung, an Verständnis, wie man in jeder Lage und allem handelt, wie man sich verhält. Alles, was das Ich drinnen ist, ja, das ist alles nicht richtig, das war's. Dann distanziere ich mich von meinem Verstand, von meinem Wissen, von meinen Einsichten, von meiner Erfahrung gänzlich, ja. Ich erkenne ihn als böse in Bezug auf das Erlangen von etwas dort, wo ich sehe, dass es nicht hilft. Was kann mir helfen, in einem anderen Zustand zu sein, in dem ich sein will? Verstand aus jenem Zustand zu bekommen, Verstand (Daat) aus jenem Zustand zu bekommen. Und hier kommt sozusagen diese Frustration, das Gebet, die Forderung, und dass der Mensch dazu bereit ist, das heißt, seinen jetzigen Zustand zu verlassen und überzugehen — egal in welchen Zustand, aber in einen anderen Zustand. Das ähnelt einem Korn, das in der Erde verfault, das seine ganze Form verlieren will, das nichts mit sich nehmen will, außer was? In den neuen Zustand zu kommen und zu wachsen, das war's, und dann tritt es in einen neuen Zustand ein. Das heißt, das ist eine Sache, die... das, das ist eine Forderung, die sich drinnen ansammeln muss. Nach und nach geschieht das, und gerade nicht in irgendeiner Übereiltheit, sondern mit kühlem Geist, aus der Notwendigkeit heraus, die Sache, die anders unmöglich ist — der Mensch kommt in einen Zustand, in dem er einfach nicht bereit ist, mit sich selbst zu bleiben, wie er jetzt ist. Deshalb nennt man das, dass er den Verstand verlässt, dem höheren Verstand würdig wird. Er wird klüger. Aber wieder, nicht in der Weisheit dieser Welt. Du kannst Kabbalisten sehen — ich sage Kabbalisten, was Kabbalisten sind — und in dieser Welt sind sie nicht, was man „abgebrüht" nennt, oder so, nicht so sehr solche, die sich in all diesen Albernheiten auskennen. Ich sage dir, sie kennen sich in der Natur dieser Welt aus, aber in künstlichen Dingen, die von den Menschen gemacht wurden, dass der Mensch das gegen die Natur gemacht hat — unsere Gemeinschaft mit all ihrer Bearbeitung, mit all ihren Gesetzen, mit all diesen Dingen, das, was nicht der Natur gemäß kommt, sozusagen in direkter Weise, dann wird das nicht im Verstand eines Kabbalisten sein. Darin wird er nicht klüger sein. Das heißt, er erwirbt den Verstand einer höheren Stufe. Wie man mehr von der Bank stiehlt? Das wirst du nicht wissen. Nicht deshalb, weil es Stehlen ist. Sondern weil all diese Dinge, was sie gemacht haben, all diese Gesetze und all diese Dinge, das sind künstliche Dinge, nicht natürliche. Deshalb erfasst ein Kabbalist, der von Stufe zu Stufe voranschreitet, einen höheren Verstand. Das heißt, ich würde sagen, auch jedes Mal weiter von dieser Welt entfernt. Ja.
36:58 Schüler: Im Artikel schreibt man, dass es im Menschen drei Kräfte gibt: Aner, Mamre und Eschkol. Und er sagt, dass Mamre die Kraft ist, die ihm sagt: „Erinnere dich an den Tag, an dem die Chaldäer dich in den Feuerofen warfen." Das heißt, er sagte ihm: Siehst du denn nicht, dass der Heilige, gesegnet sei Er, mit dir über dem Verstand verfährt? Ja? Also das heißt: „Deshalb hafte auch du an seinen Eigenschaften an und geh auch du über dem Verstand." Was ist diese Behauptung, die den Menschen erweckt? Kann man sie erwecken, sozusagen?
Rav: Diese drei Freunde sind die drei Faktoren für den Aufstieg in einen neuen Zustand. Nu... man muss sie benutzen. Wir werden über sie sprechen. Das ist nicht einfach. Hier ist das eine sehr, sehr grundlegende Geschichte. Ja.
Schüler: Abraham durchläuft zwei Zustände, es gibt einen Zustand, bevor er beschnitten wird, und einen Zustand, nachdem er hindurchgeht, die Vorhaut entfernt. Was bedeutet diese Entfernung der Vorhaut in unserer Arbeit?
Rav: Die Entfernung der Vorhaut in unserer Arbeit nennt man, dass er, das heißt, „beschnitten (mahul)". Was ist „beschnitten"? Dass er seinen Willen zu empfangen nicht benutzt, sondern nur zum Zweck des Gebens. „Entfernung der Vorhaut" nennt man, dass aus einem Goj ein Jude wird. Was ist ein Jude? Einer, der in Vereinigung (Jichud) mit dem Schöpfer arbeitet. Dass der ganze, dass alle Dinge jetzt, von diesem Zustand an und weiter, nur zur Angleichung der Form (Hashwaat Tzura) sein werden, zwar dass man das von oben macht, und Vater und Mutter (Aba we Ima) machen das am kleinen Menschen, aber jetzt vom kleinen Zustand zum größeren Zustand wird er die ganze Zeit zum Juden heranwachsen.
39:22 Schüler: Hier steht geschrieben, Abraham entfernt seine eigene Vorhaut. Ist es nicht so, dass sozusagen der Mensch die... entfernen muss?
Rav: Im Fall von Abraham ist das etwas anderes, weil das bei den Vätern ist und er die erste Eigenschaft (Mida) in der Seele ist. Aber alle übrigen sind... waren dort zufällig, es gab dort noch Fälle im Tanach, von denen erzählt wird, dass sie sich in einem Alter selbst die Beschneidung (Brit Mila) machten, nu... in solchen Altern, sagen wir, wenn das war...
Schüler: ...
Rav: Ja, in Sichem. Und dass man danach tötete. Alle möglichen solchen Dinge. Das muss man lernen. Ja.
Schüler: Was bedeutet... für diese Arbeit, dass Abraham bedauert, dass es ihm nach dem Bund verschwindet?
Rav: Nach dem Bund hat der Mensch nicht die Störungen, die er vorher hatte.
Schüler: Worüber bedauert er dann, wenn das dazu bestimmt ist zu rechtfertigen...?
Rav: Das ist eine andere Arbeit. Und tatsächlich benutzt der Mensch dann die Übertretungen in... wie nennt man das? Vorsätzliche Sünden und Versehen, die er vorher hatte. Er benutzt das aus der Vergangenheit, aber letztlich, jetzt, hat er sie nicht.
41:09 Schüler: Und worüber bedauert er?
Rav: Er bedauert das, dass... die Sache ist die, dass man schlechte Dinge und gute Dinge sozusagen nicht zusammenfügen kann. Da ist etwas dran, dass du dich trotzdem entweder in dem einen oder in dem anderen befindest. Ich weiß nicht, wie ich es dir erklären soll. Nicht, sozusagen, sozusagen — danach schon, sozusagen kannst du das tierischste Gefühl nicht mit der erhabenen Absicht verbinden. Nu, fang an, in der Zeit, in der du wirklich vom Essen genießt, über Spiritualität nachzudenken. Oder in der Zeit, in der du in einem tierischen Vergnügen lechzt, an den Schöpfer zu denken. Das löscht das aus, sozusagen. Dann dieses Bedauern, dass man die Enden noch nicht verbinden kann, das geschieht im Grunde. Aber danach verbindet sich das. Nu... noch ein paar Minuten. Ja.
42:26 Schüler: Wir haben darüber gesprochen, dass der Mensch in einen Zustand kommt, in dem er an seinen eigenen Kräften verzweifelt ist. Jetzt, ich habe einfach nicht verstanden, was hat das damit zu tun, dass er in diesem Zustand „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?" sagen muss? Also...
Rav: Der Mensch muss „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?" in jedem Zustand sagen. Sogar wenn er an seinen eigenen Kräften verzweifelt ist, was dann davon, dass ich verzweifelt bin? Dann, dann schon... wenn ich jetzt verzweifelt bin, dann habe ich damit alles zu Ende gebracht? Dann sage ich damit „das war's"? Der Schöpfer muss mir helfen. Woher weiß ich — das muss vielleicht heute passieren, vielleicht in zehn Jahren? Dann muss ich die ganze Zeit, vielleicht, mich nach dem Zustand sehnen, in dem ich an meinen Kräften verzweifelt bin. Wenn man aus diesem Zustand zur Spiritualität springt — so steht geschrieben, er schreibt so, dass „es keinen schöneren Moment im Leben des Menschen gibt, als wenn er an seinen eigenen Kräften verzweifelt ist und es kein Heilmittel gibt, und er alles versucht hat und es kein Heilmittel gibt". Denn dann braucht er... denn dann ist er eines wahren Gebets aus der Tiefe des Herzens würdig. Und der Schöpfer hört dann dieses Gebet. So schreibt er im Brief, Baal HaSulam, in „Pri Chacham". Jetzt, muss ich mich also nach diesem Zustand sehnen, dass ich an meinen eigenen Kräften verzweifelt sein werde? Nein. Auf diese Weise werde ich niemals in diesen Zustand kommen. Ich muss zuallererst die ganze Zeit nach vorne drücken, dass „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?". Und wenn sich mir manchmal offenbart, dass ich nicht fähig bin, dann bin ich nicht fähig. Und ich gehe trotzdem weiter auf eine neue Unterscheidung, auf eine neue Sache. Wie der Rabbi sagt, dass — wenn du mit diesem Geschäft keinen Erfolg hattest, eröffnest du ein neues Geschäft. Nicht mit diesem Geschäft, du eröffnest noch irgendeine Art neues Geschäft, aber du lebst, du arbeitest weiter, du machst damit weiter. Wann wird sich offenbaren, dass er endgültig an seinen eigenen Kräften verzweifelt ist? Das wissen wir nicht. Bis zu dem Grad, dass du siehst, Nachschon springt ins Meer und will selbst das Meer durchqueren, und dann öffnet sich das Meer. Aber er springt, er wartet nicht: „Nu, jetzt muss der Schöpfer... die da hinten, das Meer vorne, du hast uns so einen Zustand bereitet", man schreit, hebt die Hände. Nein, man hebt nicht die Hände, man springt ins Meer. Es muss einen Sprung geben. Und erst danach, was geschieht — wenn es geschieht, geschieht es, wenn nicht, nicht. Du musst springen.
Schüler: ...
Rav: Hier sehe ich, dass du noch nicht einverstanden bist.
Schüler: ...es gibt keinen außer Ihm?
Rav: „Es gibt keinen außer Ihm" ist nicht darin. „Es gibt keinen außer Ihm" ist darin, dass nach jedem einzelnen Zustand „es gibt keinen außer Ihm" steht. Dass es danach steht, als Ergebnis dessen, was vorher war. Nur als Ergebnis. Ja.
46:14 Schüler: ...Sie sagten vorhin über natürliche und künstliche Dinge. Wie kann es ein künstliches Ding geben? ...
Rav: Ich verstehe, du fragst so. Dass das, was ich gesagt habe, dass wir viele Gesetze in der Gemeinschaft haben, in denen ein Kabbalist überhaupt ein Ignorant sein kann. Ja? Dass er die spirituelle Natur und die materielle Natur kennt — wie kennt er nicht einmal Gesetze, egal welchen Namen, die Menschen erfunden haben. Aber wenn man sie auch aus ihrer Natur heraus erfunden hat, ja? Ein Kabbalist lernt die wahre Natur. Das heißt, sowohl nach dem Willen zu empfangen als auch nach dem Willen zu geben, aber die sich in wahrer Form entwickeln, und nicht, dass das, was wir in unserer Welt erfinden, das ist alles verzerrt. Was ist verzerrt? Dort, wo wir nicht fähig sind, den Willen zu empfangen in wahrer, direkter Form zu benutzen, wie Kinder, zu greifen und dem anderen nichts zu geben, erfinden wir dort alle möglichen solchen Gesetze: „Ja, dir steht es auch zu, zu greifen, und auch nicht zu greifen. Dann stehlt zusammen oder macht zusammen, und tötet nicht einer den anderen", und das nennt man schön. Das ist gegen die Naturgesetze. Das sind Menschen, die sozusagen die Natur korrigieren wollen. So denken wir in dieser Welt, dass man die Natur korrigieren will, irgendeine Art Kompromisse machen. Aber diese Kompromisse sind, weil wir uns in einer schrecklichen, wahren Natur befinden, und in ihrer Wahrheit sind wir nicht fähig, sie zu benutzen. Wenn wir den Willen zu empfangen in Wahrheit benutzen würden, das ist einfach wie in Sodom. Das war's. Dann geht alles nach dem „gib, oder ich bringe dich um", und das war's. Deshalb... und besonders gibt es einfach imaginäre Dinge, die der Mensch erfindet. Alles ist natürlich, es gibt nichts Unnatürliches. Aber sie... wie soll ich sagen, sie kommen, um die Verzerrung im Willen zu empfangen, um zu empfangen, zu korrigieren, dass es trotzdem durch ihn irgendwie möglich ist zu existieren. Stell dir vor, wenn unsere Gesetze wie unsere wahre Natur wären. Das ist überhaupt... ich kaufe eine Kalaschnikow und ich ordne die ganze Welt, was gibt es hier zu reden. Ja? Alles nach der Kraft, Willenskraft und physische Kraft, das war's. Das heißt, Korrekturen darüber sind nicht natürlich. Alle Gesetze unserer Gemeinschaft, Verhaltensgesetze, das sind keine natürlichen Gesetze. Ja.
49:41 Schüler: Sie sagten zu springen. Wohin springen?
Rav: Dass Nachschon springt, Nachschon springt dorthin, dass er sieht, dass er nichts machen kann, wie er es zuvor gemacht hat, nach vorne. Was hat er gemacht? Er floh aus Ägypten in die Wüste, durch die Wüste kommt er am dritten Tag zum Meer. Er geht weiter. Das war's. Wie er in der Wüste ging, so geht er jetzt ins Meer. Ja.
Schüler: Der Übergang zwischen doppelter Verhüllung und gewöhnlicher Verhüllung, funktioniert er auch nach diesen Gesetzen, dass ich zu irgendeiner Enttäuschung komme, und dann bitte ich um irgendeine Lösung, und sie bringen mich von der doppelten Verhüllung zur gewöhnlichen Verhüllung. Nicht dass es dort anders funktioniert.
Rav: Der Übergang von der doppelten Verhüllung zur gewöhnlichen Verhüllung geschieht hier im Rahmen dieser Welt nach und nach, dadurch dass der Mensch sich manchmal in diesem, manchmal in jenem befindet, und danach nach und nach zur gewöhnlichen Verhüllung übergeht. Was ist gewöhnliche Verhüllung? Dass ich auf dem Hintergrund aller Fälle, die mir geschehen, fühle, dass sich das von oben dreht. Dass der Schöpfer dahinter steht.
Schüler: Diese Empfindung kommt nach...
Rav: Diese Empfindung wird zu einer ständigen Empfindung, und der Mensch lebt damit vor dem Machsom.
Schüler: Ist das erst nach der Qualität der Anstrengung, oder ist das nicht verbunden mit...
Rav: Nein, nein, nein, das ist vor der Qualität der Anstrengung, vor allem, einfach das klärt sich nach und nach so in den Sinnen. Ja.
Schüler: ...springt ins Meer...
Rav: Wenn man ins Meer springt, erwartet man kein Wunder, und man geht nicht, um sich umzubringen, denn man will leben und es durchqueren, sondern aus Mangel an Wahl geht man mit aller Kraft hinein.
Schüler: Er glaubt, dass er mit seinen eigenen Kräften...
Rav: Er glaubt, dass er mit seinen eigenen Kräften das Meer durchqueren kann. Nicht dass er glaubt — er hat einerseits keine Wahl, andererseits ist das eine Entscheidung... (eine?), die eine richtige Entscheidung.
Schüler: Kommt das „keine Wahl" nicht aus Verzweiflung?
Rav: „Keine Wahl" ist nicht aus Verzweiflung, das ist eine Entscheidung. Aber ich weiß nicht, wie man darüber überhaupt so erzählen kann. Ich hätte es nicht verstanden, wenn man es mir erzählt hätte.
(Ende der Lektion)