Tägliche Lektion11. Okt. 2026(Morning)

Part 1 Baal HaSulam. Verhüllung und Enthüllung des Angesichts des Schöpfers - 1 (12.05.2004)

Baal HaSulam. Verhüllung und Enthüllung des Angesichts des Schöpfers - 1 (12.05.2004)

11. Okt. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.
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Abschrift der Morgenlektion, 12.05.2004

Verhüllung und Enthüllung des Angesichts des Schöpfers – 1, Lektion 1

Vorleser: Guten Morgen, weltweites Kli. Wir fangen an, den Artikel „Verhüllung und Enthüllung des Angesichts des Schöpfers“ zu lesen.

„Verhüllung und Enthüllung des Angesichts des Schöpfers. Doppelte Verhüllung¹, Verhüllung innerhalb der Verhüllung. Der Mensch fühlt nicht einmal die Rückseite des Schöpfers. Das heißt, er fühlt überhaupt nicht, dass etwas vom Schöpfer ausgeht. Er fühlt, dass der Schöpfer ihn verlassen hat und ihn nicht beachtet, und seine Leiden schreibt er dem Schicksal und der blinden Natur zu. (Und weil er die Haltung des Schöpfers ihm gegenüber als sehr verworren fühlt, verliert er den Glauben.)“

Rav: Hier würde ich noch etwas ergänzen. Diese Beschreibung von Baal HaSulam ist nämlich gekürzt; sie ist nicht genau Baal HaSulam, sondern bearbeitet. „Der Mensch fühlt nicht einmal die Rückseite des Schöpfers“, das heißt, er ist völlig abgetrennt. Aber fühlt er, dass er nicht einmal die Rückseite des Schöpfers fühlt? Nein, das fühlt er nicht. Würde er die Rückseite des Schöpfers fühlen, dann stünde hier etwas anderes.

Die Rückseite des Schöpfers bedeutet: Man fühlt von Ihm etwas Negatives, denn der Schöpfer ist gut und Gutes tuend. Fühlt der Mensch das Gute und Gutes Tuende und verbindet es mit dem Schöpfer, dann heißt das, er erkennt das Angesicht. Auch beim Angesicht gibt es ein enthülltes und ein nicht enthülltes Angesicht. Aber selbst das nicht enthüllte Angesicht ist trotzdem das Gefühl: Ich habe etwas Gutes, und dieses Gute kommt vom Schöpfer, von der höheren Kraft. Ich habe eine Verbindung mit Ihm, Er wendet sich an mich, so verhält Er sich zu mir. Auch in den Zuständen vor dem Machsom werden wir manchmal würdig, das so zu fühlen. 2:20

Anders ist es, wenn der Mensch sich in Leiden fühlt. Auch das Gefühl der Leiden kann so sein, dass er fühlt, dass diese Leiden vom Schöpfer zu ihm kommen. Dann heißt es aber, er fühlt den Schöpfer durch die Rückseite (Achoraim), also nicht nach der wahren Haltung des Schöpfers zu ihm, die gut und Gutes tuend ist, sondern durch die Rückseite. Was heißt Rückseite? Hat der Schöpfer etwa ein Angesicht, aus dem gute Dinge kommen, und eine Rückseite, aus der schlechte Dinge kommen, ist Er so ein Doppelgesichtiger? Nein. Man kann sagen: Angesicht und Rückseite machen wir selbst, wenn wir das Gefühl des Schöpfers aufnehmen.

Bin ich mit Ihm in Gleichheit der Form, verstehe ich Ihn und deute Ihn richtig, dann heißt das, ich und Er sind Angesicht zu Angesicht (Panim be Panim). Er ist im Geben, und ich bin im Geben. Wenn wir einander dasselbe Angesicht des Gebens zuwenden, fange ich dementsprechend an, wirklich das Gute zu fühlen, das Er für mich beabsichtigt hat. Dann heißt es ganz sicher, dass Er mir Sein Angesicht leuchten lässt. Fühle ich dagegen Leiden und fühle, dass sie von Ihm kommen, dann heißt das: Ich bin Ihm nicht genau mit dem Angesicht zugewandt, meine Haltung Ihm gegenüber entspricht nicht der Gleichheit der Form. Ich bin also nicht in den Gefäßen des Gebens.

Wäre ich in den Gefäßen des Gebens, über meinem Verlangen zu empfangen, würde ich niemals fühlen, dass von Ihm etwas Schlechtes kommt. Deshalb heißt es: Der Schöpfer ist mir immer mit dem Angesicht zugewandt, nur ich stehe Ihm jetzt mit der Rückseite gegenüber, nicht im Geben, sondern im Empfangen. Weil wir aber von der Seite des Menschen sprechen, sprechen wir nicht davon, dass der Mensch sich in seinem Angesicht verändert. Im Angesicht wäre er im Geben, in Gleichheit der Form mit dem Schöpfer, in seiner Rückseite wäre er in Ungleichheit der Form mit dem Schöpfer, und daraus würde er Gutes oder Schlechtes fühlen.

Stattdessen schaut der Mensch sozusagen immer auf die Wirklichkeit, die zu ihm kommt, und legt deshalb fest, ob der Schöpfer gut oder schlecht zu ihm ist. Er macht es nicht davon abhängig, dass er selbst dem Schöpfer gegenüber im Angesicht oder in der Rückseite ist. Er sagt vielmehr, dass der Schöpfer ihm gegenüber auf der guten oder auf der schlechten Seite steht. Weiter. 5:36

Also doppelte Verhüllung: „Das heißt, er fühlt überhaupt nicht, dass etwas vom Schöpfer ausgeht. Er fühlt, dass der Schöpfer ihn verlassen hat und ihn nicht beachtet, und seine Leiden schreibt er dem Schicksal und der blinden Natur zu. (Und weil er die Haltung des Schöpfers ihm gegenüber als sehr verworren fühlt, verliert er den Glauben.)“

Das heißt, die Leiden kommen in so große Zustände, dass sie den Menschen verwirren. Er verliert jede Verbindung mit dem Schöpfer und schreibt seinen Zustand dann der Natur und dem Zufall zu. „Natur“ heißt alles außer dem Schöpfer. Denn „es gibt nichts außer Ihm“, der Schöpfer ist die Wurzel von allem. Verschwindet aber diese Wurzel, dann fangen wir an, an ihrer Stelle die ganze Wirklichkeit anders zu sehen, nämlich das, was Er außer sich erschaffen hat, und das heißt „Natur“. Und außer Ihm gibt es tausendundeinen Faktor, die mir als Ursachen meiner Zustände erscheinen können.

Warum verhüllen die Leiden den Schöpfer? Und auch Genüsse können den Schöpfer verhüllen oder auch nicht verhüllen. Kommt diese Verhüllung von der Seite des Schöpfers oder von der Seite des Geschöpfs? Wir haben ein Gesetz, das schon aus der Wirklichkeit der Bchina Alef der vier Bchinot des Or Yashar stammt: Im Gefäß enthüllt sich der Genuss, und im Genuss enthüllt sich die Wurzel des Genusses. Die Bchina Shoresh enthüllt sich aus Bchina Dalet². Und wir sagen: Bchina Alef fühlt außer dem Genuss, dem Licht, das sie füllt, auch die Bchina Shoresh, die höhere Bchina. Sie fängt an zu fühlen, wer sie füllt, nämlich den Hausherrn. 8:22

Das heißt, der Schöpfer enthüllt sich im Genuss als Quelle des Genusses. Dadurch fängt das Gefäß, das Verlangen zu empfangen, an, dem Ausströmenden nachzulaufen, der Wurzel. Das ist schon in uns eingeprägt: Das Verlangen zu empfangen fühlt die Wurzel als erhabener und wichtiger. Es sieht darin noch mehr Genuss, noch höhere und größere Dinge, und fängt an, sich nach der Wurzel zu sehnen. Es sehnt sich so sehr, dass es ein größerer Genuss ist, der Wurzel ähnlich zu werden und mit ihr verbunden zu sein, als der Genuss, der das rohe Verlangen zu empfangen selbst füllt.

Nehmen wir Bchina Bet: Das Gefäß will wie der Schöpfer sein. Das fing dadurch an, dass sie fühlte, dass der Schöpfer sie als Quelle der Genüsse füllt. Angenommen, ich empfange jetzt Genuss vom Hausherrn und fühle den Hausherrn selbst. Wenn ich nun anfange zu fühlen, dass die Genüsse abnehmen und verschwinden, achte ich dann entsprechend auch weniger auf den Hausherrn? Verschwindet in dem Maß, in dem die Genüsse aus meinem Gefühl weggehen, auch das Bild des Hausherrn als gut und Gutes tuend, als Herrscher, als groß und hoch?

Oder kann ich mit einer gewissen Anstrengung, auch wenn die Genüsse verschwinden, in der Dankbarkeit gegenüber dem Hausherrn bleiben und sagen: „Vom Hausherrn bin ich nicht bereit, mich zu trennen. Ich will, dass die Bchina Shoresh für immer in mir bleibt. Die Genüsse können in mir gefühlt werden oder nicht. Wenn sie nicht gefühlt werden, können sogar Leiden an ihrer Stelle gefühlt werden, dazu bin ich bereit. Vielleicht bin ich sogar daran interessiert, dass es so ist, um mich selbst zu prüfen, dass ich nicht von den Genüssen abhänge. Sie sollen ruhig verschwinden und das Gegenteil dessen sein, was mein Verlangen zu empfangen will.“ Ist das möglich?

Man kann es auch anders fragen: Ist es von der Seite des Geschöpfs möglich, zu wollen, dass es so ist? Ist es von unserer Seite möglich, solche Kräfte zu bekommen, dass wir überhaupt nicht vom Gefühl des Verlangens zu empfangen abhängen? Kann statt der Genüsse das Bild des Hausherrn, das Bild des Schöpfers, uns erfüllen, mit Kraft und mit einem viel größeren Genuss als die vorherigen Genüsse? Bin ich dann völlig unabhängig vom Gefühl der Genüsse oder Leiden und ist das für mich überhaupt dasselbe, dann heißt das: Ich töte mein Verlangen zu empfangen, als wäre es nicht da. Ich habe die Eigenschaft von Bina erworben, den Glauben, ein höheres Erstarken³ über das Verlangen zu empfangen.

Danach kann ich zurückkommen und sagen: „Ich bin bereit, mit meinem Verlangen zu empfangen zu spielen, in Richtung minus Genüsse oder in Richtung plus Genüsse, egal wie, nur zum Wohl des Hausherrn. Was will Er? Will Er, dass ich genieße, dann genieße ich. Will Er, dass ich nicht von den Genüssen abhänge, dass sie nicht da sind, dann sind sie eben nicht da.“ Dann fange ich an, frei zu sein wie Er, und die Schöpfung so zu sehen, wie geschrieben steht: „Alles, was der Hausherr erschaffen hat, hat Er für mich erschaffen.“ Ich nehme die ganze Schöpfung, die Er erschaffen hat, das ganze Verlangen zu empfangen, die ganze Wirklichkeit, und mache aus allem nur das, wodurch ich Ihm ähnlich werde, also Ihm zu geben. 13:58

Bisher hat er uns also erzählt, dass der Mensch im Zustand der doppelten Verhüllung ist. Was heißt doppelte Verhüllung? Können alle Menschen auf der Welt sagen, dass auch sie in doppelter Verhüllung sind? Nein. Das betrifft einen Menschen, der schon in einer gewissen Enthüllung und in bestimmten Gefühlen der Entwicklung war. Er hat Reshimot, und allerlei Dinge aus verschiedenen Eindrücken vom Schöpfer haben sich schon in ihm eingeprägt. Dann wirft man ihn in allerlei Zustände, und einer davon ist die doppelte Verhüllung.

Es stimmt, in diesem Zustand hat er sich jetzt völlig vom Gefühl des Schöpfers entleert. Es stimmt, er fühlt die Quelle nicht, sondern nur die Leiden. Aber es kann sein, dass er jetzt das Buch nimmt, aus irgendeiner Quelle etwas hört oder eine Erinnerung bekommt, und ihm plötzlich ein Gedanke über seinen Zustand in den Sinn kommt. Dann kann er seinen Zustand richtig entschlüsseln und verstehen, dass er in doppelter Verhüllung war. Sobald er anfängt, das zu unterscheiden, ist es schon keine Verhüllung mehr. Aber er weiß, worin er war, weil sich in ihm Reshimot von mehreren früheren Zuständen enthüllt haben. Zuerst war er nicht in doppelter Verhüllung, dann kam er in die doppelte Verhüllung, in die Bewusstlosigkeit, und jetzt kehrt er sozusagen ins Leben zurück. Er erkennt, wohin er zurückkehrt, und daraus stellt er fest, dass er bewusstlos war.

Gut, sehen wir uns die Beschreibung weiter an: Was passiert mit dem Menschen, der angefangen hat, den Zustand der doppelten Verhüllung zu fühlen? Noch einmal: Was fühlt ein Mensch, der aus der Enthüllung oder aus der einfachen Verhüllung in die doppelte Verhüllung kommt?

17:04

„Beschreibung
Wenn er für seine Nöte betet und gute Taten tut,“ – das heißt, er weiß, dass er gute Taten tun und beten wird. Er will auf irgendeine Weise, innerlich oder äußerlich, seinen Zustand verbessern. Er weiß das irgendwie: Er hat gehört, er erinnert sich, oder man hat ihn erinnert: „Es lohnt sich für dich, gute Taten zu tun, sie bringen dir eine gute Reaktion.“ Denn er fühlt Nöte, und so kann er sich vielleicht von den Nöten retten. Dann „erhält er keine Antwort“. Vielleicht passiert sogar das Umgekehrte: Er tut gute Dinge und sieht davon negative Ergebnisse.

„Wenn er aufhört, für seine Nöte zu beten, erhält er die Antwort.“ Das heißt, umgekehrt: Er hört auf, sich zu verbinden durch die Antwort⁴, durch … „Tshuva“ meint Umkehr zur Verbindung mit dem Schöpfer. Er verlässt das Lernen, verlässt die Freunde und entfernt sich von der Gemeinschaft, von allerlei Dingen, die sozusagen nötig sind, um voranzukommen. Und gerade wenn er sie verlässt, sieht er sich erfolgreich.

„Wenn er sich selbst überwindet, an die höhere Vorsehung glaubt und seine Taten korrigiert,“ – das heißt, er will auf jeden Fall, wirklich mit aller Kraft, in die Gemeinschaft hinein, und „was in deiner Kraft steht zu tun, das tu“ – dann „kehrt ihm der Erfolg den Rücken zu, und er wird ohne Erbarmen zurückgestoßen.“ Wir sehen hier also von der Seite des Schöpfers eine gezielte Haltung gegenüber dem Menschen nach einer ganz anderen Formel. Der Mensch bemüht sich, sich anzunähern, und der Schöpfer stößt ihn sozusagen in genau dem Maß zurück, in dem er sich bemüht, sich anzunähern.

„Wenn er aufhört zu glauben und schlechte Taten tut, erst dann sieht er Erfolg und Ruhe. Sein Geld erwirbt er nicht auf geradem Weg, sondern nur durch Betrug.
Es scheint ihm, dass die, die auf dem Weg des Schöpfers gehen, arm, krank, verachtet, unkultiviert, dumm und heuchlerisch sind.“
So fühlt es der Mensch, und wir sehen das zum Beispiel bei einem Menschen, der die Gemeinschaft verlässt. Ich erinnere mich, wir hatten jemanden, der in Beit Shemesh wohnte. So fing er am Ende seines Weges bei uns an zu fühlen. Ja, er … Ihr erinnert euch, von wem ich spreche, genau.

Er denkt also: „Was habe ich bei diesen Leuten zu suchen? Ich war eine Weile mit ihnen. Sie sind nicht die Größten, nicht die Höchsten und nicht die Angesehensten, nicht besonders kultiviert, keine Leute der Philosophie, Wissenschaft und Kultur. Und überhaupt, wer sind sie? Auch im Beruf und in den Leistungen ihres Lebens zeichnen sie sich in keinem der Bereiche aus, die die Menschheit gewöhnlich achtet.“ So fängt er an, seine Umgebung zu messen: „Es scheint ihm, dass die, die auf dem Weg des Schöpfers gehen, arm, krank, verachtet, unkultiviert, dumm und heuchlerisch sind.“ Wir fühlen das an uns selbst, und wir fühlen es auch an Menschen, die bei uns durchgehen und so argumentieren. 21:32

„Es scheint ihm, dass die, die nicht auf dem Weg des Schöpfers gehen, erfolgreich, gesund, ruhig, klug, gutherzig, nett und selbstsicher sind.“ Man kann sagen: Bevor er den Machsom überschreitet, ist jeder Mensch mit irgendeinem Teil seines Zustands immer auch in doppelter Verhüllung. Er kann dieses Gefühl in sich selbst erwecken und verstehen, dass es das gibt.

Und „wenn die höhere Vorsehung im Menschen ein solches Gefühl erweckt, zieht er es vor, vor den Gedanken zu fliehen, dass seine Leiden vom Schöpfer zu ihm kommen, und das führt ihn zum Verlust des Glaubens“. Was heißt Verlust des Glaubens? „Dass der Schöpfer überhaupt über die Geschöpfe wacht.“ Das heißt, er hört auf zu glauben. „Glaube“ ist das Gefühl des Schöpfers als desjenigen, der meinen Zustand und die ganze Wirklichkeit lenkt. Das sagt er uns in einem Artikel im Buch „Shamati“: Glaube ist das Gefühl des Schöpfers. Es ist dort Artikel 5 oder 6, ich erinnere mich nicht. Hier hört der Mensch also völlig auf zu glauben, das heißt, er hört auf zu fühlen, dass der Schöpfer überhaupt über die Geschöpfe wacht, „und er glaubt, dass alles, was zu ihm kommt, nur aus der Hand des Schicksals und der Natur kommt“. Alles außer dem Schöpfer heißt also „Schicksal“ oder „Natur“. 23:37

Gibt es dazu Fragen? Bitte. Das ist die ganze Beschreibung des Zustands der doppelten Verhüllung. Ich sehe nicht den ganzen Saal, schade. … Oh, noch mehr. Ich sehe keine Hände. Ja, Gilad, ich sehe, dass er … ja, bitte.

24:06

Schüler: Hört man, hört man die Frage?

Rav: Ja.

Schüler: Die Frage ist so: Es scheint, dass diese doppelte Verhüllung ein sehr hoher Zustand ist, der dem Menschen die Gelegenheit gibt, trotz allem Widerstand dem Schöpfer anzuhaften.

Rav: Nein. Ich will die Frage zuerst noch einmal durchgehen: Der Zustand der doppelten Verhüllung sei ein sehr hoher Zustand, der bei jeder Gelegenheit hilft, wieder zum Gefühl des Schöpfers zurückzukehren. Das stimmt nicht, das ist doppelte Verhüllung. Ich habe mit dieser Erklärung angefangen und vielleicht keine genauen Unterscheidungen gegeben. „Angesicht“ heißt gut: Ich fühle den Hausherrn und fühle von Ihm Gutes. 25:04

„Einfache Verhüllung“⁵ heißt: Ich glaube an den Hausherrn. Ich sehe Ihn nicht genau, ich weiß nur, dass Er existiert, und fühle, dass von Ihm allerlei Verwirrungen kommen. Aber auch diese Verwirrungen schreibe ich Ihm zu.

Mein Gefäß ist nicht korrigiert. Es kann nicht fühlen, dass ich mit Ihm in Verbindung bin und von Ihm alles Gute empfange. Ich habe keinen Massach auf meine Verlangen. Ich habe nicht auf alle meine Verlangen zu genießen die Absicht, um zu geben. Dann fühle ich einerseits, dass der Schöpfer die ganze Wirklichkeit beherrscht, andererseits aber … Entschuldigung, ich fühle das nicht.

Ich spüre es sozusagen … wie soll ich sagen? Das heißt „einfache Verhüllung“. Ich sehe die Vorsehung zwar nicht klar, aber ich verstehe, dass es von Ihm kommt. Das heißt „einfache Verhüllung“. Wir können im Laufe des Tages in allerlei Zuständen sein, in allerlei nicht so angenehmen Situationen, und trotzdem denken, dass wir darin unter der Vorsehung des Schöpfers sind.

Wir denken dann, dass Er dadurch allerlei Pläne mit uns hat. Er will, dass ich von meinem Verlangen zu empfangen abgetrennt bin. Deshalb schickt Er mir allerlei Störungen, durch die ich mich über mein Verlangen zu empfangen erhebe, nicht mehr von ihnen abhängen will und so weiter. „Einfache Verhüllung“ heißt also: Ich trenne mich in Gedanken nicht davon ab, dass es den Hausherrn gibt und dass ich von Ihm irgendwelche Leiden habe. Ich meine damit nicht das Gefühl, sondern den Gedanken. 27:35

Einmal kann ich sagen, dass diese Leiden dadurch verursacht werden, dass mir Korrekturen fehlen. Ein andermal kann ich sagen: Nein, diese Leiden kommen vom Hausherrn, um mich zu verwirren und zu korrigieren, Er hat dabei eine gute Absicht. Wenn ich aber trotzdem nicht vom Schöpfer abgetrennt bin, zumindest in Gedanken, dann ist das ein Zeichen, dass ich gut über Ihn denke.

Es ist ein Zeichen, dass ich Ihn trotzdem rechtfertige, wenn auch nicht aufgrund meines Gefühls. Mein Gefühl ist ja nicht gut, ich kann nicht sagen, dass ich von Ihm Genuss empfange. Aber ich sage: Ich empfange von Ihm nicht gute Dinge, weil Er mich dadurch großziehen will. Oder ich kann sagen: Von Ihm kommen gute Dinge, aber sie erscheinen mir schlecht, weil ich in der Gegensätzlichkeit der Form zu Ihm bin.

Dann wird eine gute Sache, die von Ihm kommt, bei mir als ihr Gegenteil gefühlt, als schlecht. All das heißt „einfache Verhüllung“. Was ist es dagegen, wenn ich bei dem schlechten Gefühl völlig aufhöre, an den Schöpfer zu denken? Sagen wir, ich war in der einfachen Verhüllung und sagte: „Ja, der Schöpfer schickt mir allerlei Nöte und Probleme, um mich zu erziehen, um mich klüger, verständiger und stärker zu machen.“

Wenn diese Nöte aber stärker werden und ich wirklich in einen Zustand komme, in dem ich den Schöpfer vergesse, weil die Nöte mich regelrecht überwältigen, dann heißt das „doppelte Verhüllung“. Es gibt also null; von null bis minus eins im Gefühl der Nöte ist es einfache Verhüllung, und bis minus zwei ist es doppelte Verhüllung. Was bestimmt, ob es einfache oder doppelte Verhüllung ist? Die Größe der Nöte. 30:15

Es gibt im Menschen ein gewisses Level (level), eine bestimmte Stufe, bis zu der er bereit ist, die Leiden zu ertragen und in ihnen zu sagen: „Das kommt zu mir, weil ich nicht in Gleichheit der Form mit dem Schöpfer bin. Der Schöpfer ist gut und Gutes tuend, aber Er will mich auch in den Zustand bringen, dass ich gut und Gutes tuend bin“ und so weiter. Er rechtfertigt also auf irgendeine Weise nicht seinen Zustand, aber den Schöpfer.

Dann heißt es noch „einfache Verhüllung“. Ist er aber in so großen Leiden, dass sie ihm nicht erlauben, mit irgendeinem Grund für diese Leiden in Verbindung zu bleiben, und kann er den Schöpfer auf keine Weise rechtfertigen, dann verschwindet für ihn die Verbindung mit dem Schöpfer. Dann hängt alles vom Zufall, vom Schicksal, von der Natur und von der Umgebung ab.

Ja, Itzik.

31:34

Schüler: Kommt der Mensch nur dann in die doppelte Verhüllung, wenn die Nöte stärker werden, oder kann das auch durch die Genüsse passieren?

Rav: Also: Können wir nur von minus eins zu minus zwei in die doppelte Verhüllung kommen, oder können wir zum Beispiel auch von plus eins zu plus zwei in die doppelte Verhüllung kommen? Was heißt doppelte Verhüllung? Dass ich den Schöpfer überhaupt nicht fühle, sondern es dem Schicksal zuschreibe.

32:23

Und dann ist es egal, ob es durch große Genüsse oder durch große Leiden kommt. Wir haben im Gefäß einen Zustand, sagen wir in Bchina Alef der vier Bchinot des Or Yashar, in dem das Gefäß sich als genießend fühlt, mehr oder weniger, oder sogar als leidend. Es fühlt also die Füllung. Und das Gefäß fühlt auch die Bchina Shoresh in Bchina Alef, die Wurzel, den Ausströmenden, den, der sie füllt.

Dann müssen wir das Verhältnis zwischen beiden in Bezug auf das Gefäß bestimmen: Wie sehr beeinflusst⁶ die Füllung oder ihr Fehlen, ob ich auf den Hausherrn achte oder nicht? Das kann so weit gehen, dass Er mir ganz verschwindet und ich wirklich nur im Gefühl des Gefäßes bin. Dieses Verhältnis zwischen dem Gefäß, wie voll und wie leer es ist, und dem Hausherrn, wie sehr Er in mir gefühlt wird und wie wenig, sagt etwas über die Stufe des Menschen aus.

Es zeigt, auf welcher Stufe ich bin. Sicher trennen mich sowohl Leiden als auch Genüsse vom Hausherrn ab, wenn sie über mein momentanes, bestimmtes Gefühl des Hausherrn hinausgehen. Ich sehe eine Million Dollar, vergesse den Schöpfer und stehle. Oder, der Schöpfer bewahre, umgekehrt: Ich habe eine Million Dollar verloren, vergesse den Schöpfer und weine, und es gibt für mich nichts auf der Welt außer diesem Verlust.

Auch Ärzte und Physiologen sagen ja, dass es im Körper keinen Unterschied zwischen einem weinenden und einem lachenden Menschen gibt. Der Körper macht dieselbe Arbeit. Wir sprechen also im Betrag, ihr kennt den Betrag aus der Mathematik, das heißt, ohne zu berücksichtigen, ob es positiv oder negativ ist. Wir sprechen über das Maß des Eindrucks: Wie groß ist der Eindruck im Verlangen zu empfangen, egal ob positiv oder negativ, der mich vom Hausherrn abtrennt, sodass dieser Eindruck mich beherrscht?

Noch eine Frage? Ich glaube, Avihu, bitte.

35:27

Schüler: Wenn der Mensch in der doppelten Verhüllung ist, was bringt ihn in die einfache Verhüllung, und wenn er in der einfachen Verhüllung ist, was bringt ihn in die doppelte Verhüllung? Wo ist der Wendepunkt zwischen den Zuständen?

Rav: Die Frage ist also: Wie und wodurch kann der Mensch aus der doppelten Verhüllung in die einfache übergehen, und ebenso aus der einfachen in die doppelte? Das gehört schon zur höheren Lenkung und Vorsehung. Wir sprechen nur darüber, was wir durchmachen und wie wir von dem beeindruckt werden, was in uns ist. In uns als erschaffenem Gefäß gibt es nur zwei Begriffe: die Füllung und den, der füllt. Mehr gibt es nicht. Darüber sprechen wir. Wir können gesondert über die Füllung sprechen, wir können gesondert über den Schöpfer sprechen, dass Er die Wurzel ist, aus der es kommt, dass Er füllt, und wir können über das Verhältnis zwischen beiden sprechen.

Das Maß der Korrektur des Menschen heißt: wie wenig er von der Füllung abhängt. Und nicht nur, dass er nicht von der Füllung abhängt. Am Anfang, bis er nicht mehr von der Füllung abhängt, heißt es, dass er Galgalta we Ejnaim erwirbt, Gefäße des Gebens, die Absicht, um zu geben. Danach benutzt er sogar seine Füllung, ob negativ oder sogar positiv, in der Absicht, um zu geben, und das ist sehr, sehr schwer. Hier können wir vielleicht sogar ein wenig darüber sagen, wie schwer es ist, unendlich große Genüsse zu empfangen und dabei in der Absicht, um zu geben, zu sein. Warum sind wir fähig, in den größten Leiden zu sein, wie den Leiden Hiobs? Man sagt, das wurde nicht erschaffen⁷, denn aus so großen Leiden kann man nicht herauskommen. Das Gefäß ist dann völlig leer, wie der Abgrund der Welt Ejn Sof nach dem Zimzum, aber mit dem Gefühl, dass es ihm fehlt.

38:21

In der Welt Ejn Sof war das nicht so. Der Zimzum geschah trotzdem aus der Vollkommenheit heraus, weil es sich annähern und dem Schöpfer ähnlich werden wollte. Die Frage ist also: Man kann in der Absicht, um zu geben, arbeiten, wenn das Gefäß völlig leer ist und sich in unendlichen Leiden fühlt. Oder man kann in der Absicht, um zu geben, arbeiten, wenn das Gefäß völlig mit unendlichen Genüssen gefüllt ist und bereit ist, auch sie ins Geben umzuwandeln. Wo ist die Arbeit größer? Wir werden diesen Artikel durchgehen. Vielleicht verstehen wir daraus, warum die größten Stufen der Arbeit in der Absicht, um zu geben, also die Hingabe, die wirkliche Hingabe, aus den größten Genüssen kommen.

Mit einem Wort, falls wir nicht dahin kommen, sage ich, wo der Schlüssel liegt. Unser Problem ist: Wir wurden nicht als Verlangen erschaffen, vor Leiden zu fliehen. Wir wurden als Verlangen erschaffen, Genüsse zu genießen. Von vornherein ist das Verlangen also, zu genießen, und das Fehlen von Genuss fühlen wir schon als Leiden. Deshalb ist die wahre Arbeit in der Absicht, um zu geben, eine Arbeit aus den Genüssen heraus.

Und noch einmal: Warum gibt es diese Frage überhaupt? Weil wir uns auf dem Weg zur Korrektur ganz von Genüssen oder Leiden abtrennen. Dann stellt sich sozusagen die Frage: Vielleicht gehe ich zu den Leiden und erhebe mich trotz ihnen auf die Stufe „um zu geben“, sodass ich an den Schöpfer denke und Ihm trotzdem anhafte? Das kann ich machen, aber das ist nur der halbe Weg, nur ein Zeichen für die Korrektur der Gefäße. Ich habe nichts herzugeben und nichts zu geben. Und mein Verlangen zu empfangen arbeitet dann eindeutig nicht als Verlangen zu empfangen.

41:17

Gut, gehen wir weiter und machen mit „Verhüllung 1“ weiter, der einfachen Verhüllung. „Der Schöpfer ist verhüllt.“ Was heißt das? „Er enthüllt sich nicht als das absolut Gute.“ Der Schöpfer heißt „gut“, ein anderes Erreichen haben wir von Ihm nicht. Er ist gut, Er gibt Gutes und herrscht mit Seinem Guten in der Welt. Das Maß Seines Guten, das sich enthüllt, also das, was wir von Ihm wissen, nennen wir: gut und Gutes tuend. Nur davon kann man sagen, dass es der Schöpfer ist. Der Name des Schöpfers heißt „gut und Gutes tuend“. Es gibt keine andere Definition.

Er „enthüllt sich also nicht als das absolut Gute, sondern als Verursacher von Leiden“. Er enthüllt sich aber als Verursacher der Leiden. Kann es so etwas überhaupt geben oder nicht? Ist das der Schöpfer, wenn Er sich als Quelle der Leiden enthüllt? Sicher nicht. Das kann nicht sein, denn Er ist gut und Gutes tuend. Es gibt hier also etwas dazwischen, das mir das richtige Gefühl von Ihm verdirbt. Denn wenn es von Ihm kommt, muss es gut sein. Wenn ich es als schlecht fühle, aber trotzdem fühle, dass es von Ihm kommt, dann verdirbt etwas. Wer kann verderben, wenn es nur mich und Ihn gibt?

Also bin ich in meinen Eigenschaften noch so verdorben, dass ich das, was von Ihm kommt, als schlecht fühle. Nu, wir kennen das: Sagen wir, ein Kind ist, der Schöpfer bewahre, krank. Die Mutter kommt und will ihm Medizin geben. Echte Medizin ist immer bitter. Heute schaffen wir es in unserer Welt der Lüge, wohlschmeckende Medikamente zu machen, aber in Wahrheit schmeckt Medizin immer schlecht. Das Kind denkt, die Mutter ist wirklich nicht gut und gibt ihm Schlechtes. Es weint, schlägt zurück und will die Medizin nicht nehmen. Es fällt ihm schwer zu glauben, dass die Mutter eine gute Absicht ihm gegenüber hat, weil ihm die Erkenntnis der Mutter fehlt. Das heißt: „Er enthüllt sich nicht als das absolut Gute.“ Die Mutter ist nicht so gut, manchmal kann sie sogar böse sein, „sondern Verursacher der Leiden“.

43:57

Ich habe also keine Wahl: Ich denke über den Schöpfer aus meinen Gefäßen heraus, aus dem, was sich in ihnen von Ihm enthüllt. „Das heißt, der Mensch sieht die umgekehrte Seite, die Rückseite des Schöpfers, weil er sieht, dass er von Ihm Leiden empfängt.“ Er sieht also, dass er von Ihm Leiden empfängt. „Trotzdem glaubt er, dass alles nicht durch das blinde Schicksal oder aus der Natur zu ihm kommt, sondern dass es der Schöpfer ist, der sich so zu ihm verhält.“ Warum verhält sich der Schöpfer so zu ihm? „Entweder kommt es als Strafe für seine Taten“. Man muss verstehen, was Strafe ist.

Sicher gibt es so etwas in unserem Verhältnis zum Schöpfer nicht. Nur in unserer Welt gibt es Strafen, und wir sehen ja, dass diese Strafen nie etwas korrigieren, weil man die Vergangenheit nicht korrigieren kann.

Habe ich in der Vergangenheit, als ich in einem anderen spirituellen Zustand war, irgendeine Handlung gemacht, weil ich verdorben war, und bin ich jetzt bereit, den vorherigen Zustand zu korrigieren, dann heißt das, dass ich korrigiert bin. Der vorherige Zustand wird dann folgendermaßen korrigiert: Mir haben sich Schlechtes und Leiden enthüllt, und gerade deswegen verstehe ich sie jetzt und korrigiere sie. Was soll da eine Strafe sein? Wenn ich mich korrigiere, dann habe ich mich korrigiert.

Eine Strafe kann nur eine Hilfe von oben sein. Angenommen, ich habe etwas nicht Gutes getan und sehe nicht, dass es nicht gut ist. Dann kann es als Hilfe von oben geschehen, dass man mir bei dieser nicht guten Sache ein noch schlechteres Gefühl gibt. Dann fühle ich, dass ich im Nicht-Guten bin, und korrigiere es. Heißt das Strafe? Das heißt Hilfe, das heißt Korrektur. Von oben kann zu uns also nichts anderes kommen als Korrekturen, die wir wegen unseres unkorrigierten Zustands als Strafen fühlen.

Er denkt also, dass es als Strafe für seine Taten zu ihm kommt. Denn wenn er von vornherein unkorrigiert war, entschlüsselt er auch die Dinge, die jetzt vom Schöpfer kommen, als Strafe, als zusätzliches Schlechtes. Dadurch kann er aus der einfachen Verhüllung in die doppelte Verhüllung kommen. Oder „um ihn zum Guten zu führen“, dann entschlüsselt er es schon richtig und sagt: Das ist keine Strafe, sondern eine Korrektur, die vom Schöpfer kommt. Er sticht mich noch mehr, damit ich das Bittere darin fühle, nicht in diesem Zustand bleibe und mich verbessere und korrigiere. 47:36

Hier liegt jetzt der Wendepunkt: entweder als Strafe für seine Taten oder um ihn zum Guten zu führen. Wie steht der Mensch an diesem Punkt, an der Zunge der Waage, und wie entscheidet er sich für eine Linie, zur Seite der Schuld oder des Verdienstes? Er kann denken: Das ist die Strafe, der Schöpfer beachtet mich nicht, noch mehr Nöte, noch mehr Probleme. So entfernt er sich immer weiter davon, das Gefühl zu rechtfertigen, bis er in die doppelte Verhüllung fällt. Oder er kann sagen: Nein, das kommt, um mich zu stärken, gerade um mich zu erwecken, damit ich da herauskomme. Ich muss dort in die Gruppe hinein, unter die Freunde, damit sie mir helfen und mir geben, damit sie schnell, schnell sozusagen an mir arbeiten, und dann komme ich da heraus. Oder durch das Lernen dort.

Kann der Mensch in diesem Zustand festlegen, auf welche Seite er gezogen wird, wenn die Leiden stärker werden? Kann er festlegen, ob er sagt, dass es Strafe für seine Taten ist, oder dass es Hilfe ist, um ihn aus dem schlechten Zustand herauszuholen? Das hängt von der Vorbereitung ab. In diesem Moment kann der Mensch nichts festlegen, nur durch die vorherige Vorbereitung. Hat er um sich herum die Gemeinschaft und das Lernen vorbereitet, sodass er jeden Tag, jeden Morgen kommt, ein Wecker ihn weckt und Freunde ihn im Laufe des Tages mit Anrufen wachrütteln? Dann strahlt ihm diese ganze Umgebung, wie auch immer, diesen Gedanken aus. Hauptsächlich ist es die Gruppe, die die ganze Zeit daran denkt, immer weiter und weiter voranzukommen. Sie strahlt ihm die Kraft aus, die dem Menschen hilft, und zwar in dem Maß, in dem er der Gemeinschaft gibt. In dem Maß, in dem er auch die Gemeinschaft in seinen guten Zuständen stärkt, gibt ihm die Gemeinschaft. Dann kann er hier, statt zu sagen, dass es Strafe für seine Taten ist, sagen: Das kommt, um mich vor dem Fall zu retten.

„Und dann wird er stärker in seinem Glauben.“ Was heißt das, in welchem Glauben? Dass das die Art ist, wie der Schöpfer über ihn wacht. 50:22

Beschreibung des Zustands.

„Das Einkommen des Menschen reicht ihm nicht.“ Er kommt nicht bis zum Monatsende, der Schöpfer hält uns, wie man sagt, „knapp“. „Er ist voller Sorgen und Belastungen“, dieser Mensch, „er leidet an Krankheiten, die Menschen achten ihn nicht, er hat in nichts Erfolg und hat keine Ruhe.“ In allem, wovon wir sagen können, dass es zur Füllung des Gefäßes gehört, zu dem, worin der Mensch ist, also Genüsse in der Familie, Geld, Ehre, Wissen, fühlt er sich wirklich in einem, gelinde gesagt, unbefriedigenden Zustand.

Gleichzeitig aber weiß er, er fühlt es nicht, sondern er weiß es, dass der Schöpfer über ihn wacht und sich nur so zu ihm verhält. Das ist der Zustand der meisten, die vor dem Machsom sind, und gegen diesen Zustand müssen wir kämpfen, wirklich kämpfen. Was heißt das? Ich komme noch einmal darauf zurück: „als Strafe für seine Taten oder um ihn zum Guten zu führen“. 51:58

Legt hier die Betonung darauf. Der Mensch muss sich so fühlen, dass er immer in der Entscheidung steht. Er entscheidet sich gerade dafür, sich selbst und die ganze Welt zu rechtfertigen, dass sie vom Schöpfer Gutes empfangen. Er bemüht sich die ganze Zeit, ein Gerechter zu sein, in der Rechtfertigung, trotz des unangenehmen Gefühls in allem, was er im Leben hat. Dadurch, dass er sich bemüht, das zu tun, kommt er zur Enthüllung.

Gibt es Fragen? Gibt es Fragen, Leute? Ja, Yuval dort hinten, ich sehe dich. Nu, ja, Yuval.

53:15

Schüler: Dann ist das Gefühl, ob die Leiden als Strafe oder als Vorbereitung kommen, eigentlich auch eine Ausrichtung. Es hängt eigentlich auch von uns ab, wir richten eigentlich das Ziel der Leiden aus, durch die Gruppe, wie Sie eben gesagt haben.

Rav: Wir können jetzt nicht in eine tiefere Analyse dieser Zustände gehen. Wenn wir ein bisschen mehr darin sind und das haben, was man „Buchstaben der Arbeit“⁸ nennt, dann können wir immer mehr darüber sprechen. Wir können dann richtige Untersuchungen daraus machen, Arbeiten darüber schreiben und den ganzen Reichtum (Glück?) zeigen, den es im Menschen entsprechend dem Gefühl des Schöpfers gibt.

Gewöhnliche Menschen fühlen entweder Genuss oder Leiden, und das heißt „Tier“ (Behema). Was ist ein Tier? Abgetrennt vom Gefühl des Schöpfers, vom Gedanken an den Schöpfer. Ich spreche nicht von gläubigen Menschen, wie man sagt, also von Religiösen in allerlei Religionen. Ich spreche davon, dass man auch von ihnen bei uns sagt, sie haben keine Verbindung mit dem Schöpfer. Gemeint ist eine Verbindung mit Seiner Lenkung, Seiner Vorsehung, und die kann es nur geben, wenn man sich annähert, um Ihm ähnlich zu werden. Die Menschen fühlen dagegen entweder Schlechtes oder Gutes. 54:56

Erst wenn man anfängt, sich durch die Weisheit der Kabbala zu bemühen, die Quelle von Schlechtem und Gutem zu finden, kann man anfangen, von Enthüllung und Verhüllung zu sprechen, von doppelter und einfacher. Dann sprechen wir schon über die innere Arbeit des Menschen: wie er das Gefühl von Gut und Schlecht, oder das, was wir „Wahrheit und Lüge“ nennen, der Existenz des Schöpfers zuordnet. Das heißt, wie er das, was ich im Gefäß habe, dem zuordnet, der es mir bringt.

Das ist alles, was es in unserer Wirklichkeit gibt, wir haben nichts außer dem. Eigentlich untersuchen wir nur das. Nur das … (Störung in der Übertragung)

Gut, ich sehe, wir sind wieder verbunden. Hoffen wir, dass wir die Verbindung zwischen uns stärken, dann gibt es auch in der Technik keine Ausfälle. Wir machen dann, mit der Hilfe des Schöpfers, morgen mit der Beschreibung der Enthüllung des Angesichts weiter.

Ich will nur noch einmal sagen, womit wir die Klärung unseres Themas abgeschlossen haben: „als Strafe für seine Taten oder um ihn zum Guten zu bringen“. Diesen Teil des Abschnitts, diesen Teil des Satzes müssen wir kennen. Es hängt von uns ab, wie sehr wir uns im Laufe des Tages danach sehnen, den Schöpfer für alles zu rechtfertigen, was mit uns passiert, egal in welchem Zustand wir sind. Das heißt „Eintritte und Austritte“⁹. Wir versuchen, uns zu bemühen, an Ihn zu denken: dass Er derjenige ist, der alles macht, was ich bin und was in mir ist. In dem Maß, in dem wir mit der Wurzel „Einer, Einzig und Einzigartig“ verbunden sind, dass „es nichts außer Ihm gibt“, heißt es, dass wir an der Entscheidung arbeiten, die uns zur Enthüllung führt. 57:23

Der Mensch sehnt sich die ganze Zeit danach, den Schöpfer als gut zu enthüllen, und fängt an, sich nach Ihm als Quelle der Genüsse und als Quelle der Vorsehung zu sehnen. Baal HaSulam beschreibt es so im Brief auf Seite 70 in „Pri Chacham, Igrot“, ja? Wer liebt, sehnt sich nach der Quelle seiner Liebe, bis sie ihn nicht schlafen lässt. Wie er es dort auch in den Briefen beschreibt, füllt der Mensch sein Maß damit, dass er es¹⁰ die ganze Zeit, so viel wie möglich, in jedem Fall und in jedem Zustand mit dem Schöpfer verbindet, dass Er ihm nur sein Inneres in Mocha und Liba ordnet, im Gefühl und im Gedanken. Erst danach kommt der Mensch dadurch nach und nach in den Zustand, den er hier am Anfang der Enthüllung des Angesichts beschreibt: Das Erstarken im Glauben in der Zeit der Verhüllung, dass der Schöpfer über die ganze Welt wacht, bringt ihn zu den Büchern. Von dort bekommt er ein Leuchten, das Licht der Korrektur, und das Verständnis, wie er im Glauben an die Vorsehung des Schöpfers erstarkt. Dann kommt er ganz sicher dahin, dass der Schöpfer ihm Glauben gibt. 59:07

Was ist „Glaube“? Das Gefühl Seiner selbst: Der Schöpfer öffnet sich dem Menschen, und dann ist der Mensch schon mit der Wurzel verbunden, die gut und Gutes tuend ist. Es geht nicht darum, dass er von Ihm Gutes empfängt und sozusagen auch Schlechtes empfangen kann, ja? Sondern er bemüht sich immer, den Schöpfer darin zu rechtfertigen, dass Er Gutes bringt. Dabei will er nicht, dass er sich selbst gut fühlt. Er fängt vielmehr an zu fühlen, dass er keine üble Nachrede (Lashon haRa) über den Schöpfer sprechen will, dass er Ihn lieben will und dass das schlechte Gefühl ihn dabei stört.

Es gibt hier viele Arten, dieses Verhältnis zu beschreiben. Die Hauptsache ist: Wenn der Mensch arbeitet und sich sehnt, dann öffnet sich der Schöpfer, und der Mensch ist schon in der Enthüllung. Was heißt das? Er bekommt das Gefühl des Schöpfers als Quelle des Guten, und von da an kann er nie mehr Schlechtes fühlen. Wir werden noch darüber sprechen, was dann die Arbeit der Klipot ist. Und er überschreitet den Machsom.

Dann fängt er an, in die Welt einzutreten, die ganz gut ist, wie geschrieben steht. Auch dort gibt es allerlei Zustände von Aufstiegen und Abstiegen, Linke Linie, Rechte Linie, Klipot und vieles mehr. Alle wahren Zustände fangen von da an. Aber das sind schon andere Zustände, nachdem der Mensch ein gewisses Maß an Glauben erworben hat.

Damit beenden wir den ersten Teil unserer Lektion, und morgen lesen wir, mit der Hilfe des Schöpfers, die „Enthüllung des Angesichts“.

Und noch einmal erinnere ich: Die Viertelstunde vor dem Lernen, es können auch fünf Minuten sein statt einer Viertelstunde, muss dem dienen, wofür das Lernen bestimmt ist, und nicht das Lernen selbst sein¹¹. 61:48

(Ende der Lektion)