Tägliche Lektion19. Juni 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Die Verleumder betreffend. 18 (1985)

Rabash. Die Verleumder betreffend. 18 (1985)

19. Juni 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

Artikel: „Das Thema der Verleumder" Shlavej HaSulam, Band 2 – Schemot, Parascha Bo, S. 71

Morgenunterricht vom 24.4.2002

Wer sind die Verleumder? Adam haRishon, das ist unsere Wurzelseele, die Seele aller Geschöpfe, hat eine geistige Krise durchgemacht, ein Zerbrechen – er zerbrach, teilte sich auf in Tausende, in Milliarden von Funken. Diese Funken kommen und kleiden sich in die Körper dieser Welt ein. Was heißt das? Die Umhüllung über dem Funken, die des Egos, die endgültige, wirklich auf der endgültigen Stufe, nennt man den tierischen Körper, unseren Körper. Und dann bekommt ein Mensch in dieser Welt einen Funken. Wie kann er ihn vergrößern? Wie kann er mit ihm arbeiten? Dieser Funke muss im Menschen arbeiten, nicht dass der Mensch mit dem Funken arbeitet.

Wie arbeitet der Funke mit dem Menschen? Dieser Funke ist ein Ergebnis des Zerbrechens von Adam haRishon. Das heißt, er ist dessen verdorbenes Gefäß. In diesem Funken ist die ganze Information, alle zerbrochenen Eigenschaften, alles, was im großen Gefäß von Adam ist. Er hat, was wir dort eine Kette von Reshimot nennen, die ihn eine nach der anderen zum Ende der Korrektur bringen soll. Das heißt, zur Rückkehr in korrigierter Form zu seiner Wurzel, in den allgemeinen Adam haRishon, wo er gewesen ist.

Wie offenbaren sich diese Stufen, die man durchlaufen muss? Sie offenbaren sich in Gestalt der Verleumder. Das heißt: Weil unser Gefäß, das von Anfang an in uns ist, verdorben ist, offenbart sich jedes Mal – je nach Anforderung, je nach Korrektur, wenn man die Korrektur vom Leichten zum Schweren macht – ein Verleumder nach dem anderen. Das heißt, eine verdorbene Eigenschaft nach der anderen. Und wenn der Mensch jede einzelne Eigenschaft auf die richtige Weise durchläuft, über dem Verstand. Warum über dem Verstand? Weil der Verleumder ihm das sagt. Er sagt ihm: Du musst den Willen zu empfangen benutzen, um zu empfangen, und dafür sorgen, dass du in diesem Gefäß, mit der Absicht, um zu empfangen, die Erfüllung bekommst. Denn dieser Verleumder war einst in korrigierter Form, und jetzt ist er in verdorbener Form. Wie kann der Mensch dann mit Hilfe dieses Verleumders zum korrigierten Zustand arbeiten? – Er muss diesem Verleumder gleichsam einen Schirm hinzufügen, eine Absicht, um zu geben. – Bei uns nennt man das über dem Verstand. Das heißt: Bei jeder Störung – sozusagen einer Störung, in Wahrheit ist es eine Hilfe –, die in seinem Bewusstsein auftaucht, muss der Mensch sich überwinden. Und sagen: Schön, dass die Gelegenheit zu mir gekommen ist, an dieser Störung zu arbeiten; ich muss über sie hinausgehen, um zu geben. Das heißt, trotz dieser Störung meinen Weg zum Ziel fortzusetzen.

Das ähnelt sehr dem, was wir bei einer Krankheit sehen. Bei einer Krankheit sehen wir alle möglichen Symptome, und wenn wir das sehen, können wir daran erkennen, dass diese Dinge das Gegenteil der Gesundheit sind, und dementsprechend gehen wir hin und behandeln, um diese Symptome in den korrigierten Zustand zurückzubringen. Hier ist es im Grunde dasselbe. Das heißt, das Heilmittel, die Heilung selbst muss darin bestehen, diese Symptome in Betracht zu ziehen und über sie hinauszugehen, über dem Verstand. Warum über dem Verstand? Weil ich, solange ich eine Absicht habe, um zu empfangen – das nennt man den Verleumder –, nichts sehen kann; vielmehr muss die Heilung darin bestehen, dass ich, auch wenn ich nicht sehe, in der korrigierten Form gehe. Und dadurch, dass ich in der korrigierten Form gehe, obwohl ich nicht sehe, ziehe ich mir ein Umgebendes Licht heran, und es bringt mir die Gesundheit, es bringt mir die Kraft, es bringt mir die Stärke, wirklich zu gehen und mich selbst zu korrigieren und zum korrigierten Zustand zu kommen.

Es gibt hier noch einige Störungen, außer diesem Verleumder, der jedes Mal in mir aufspringt und mich gleichsam verführt oder mir schlechte Ratschläge gibt. Ich habe Verleumder, die mir sozusagen gute Ratschläge geben. Das größte Problem ist nicht, dass Gedanken kommen und ich sie als fremd für meinen Weg erkenne. Das ist schon kein Problem mehr. Wie man sagt: Wenn wir eine Diagnose stellen, dann ist das schon ein großer Teil der Heilung. Das ist noch keine Heilung, aber es ist ein großer Teil. Die wahre Erkenntnis des Bösen – dass wir wissen, wo die Ursache liegt, wovon die Sache wirklich abhängt –, das ist vielleicht schon der wesentliche Teil; danach muss man nur noch das passende Heilmittel finden, falls es eines gibt, ob nein oder ja. Ein sehr beträchtlicher Teil des Geldes, der Investition, geht für das Stellen der Diagnose drauf – wie viele Untersuchungen und Aufnahmen und tausend Dinge.

Unser Problem ist also, dass der Mensch den Verleumder nicht entdeckt. Dass er den Verleumder nicht entdeckt, wenn der Verleumder in guter Gestalt zu ihm kommt. Die Sache ist die: Weil wir aus dem Willen zu empfangen heraus die ganze Zeit auf die Welt schauen. Der Wille zu empfangen dreht die Dinge automatisch, im Unterbewusstsein, immer so, dass sie sich gleichsam zu seinem Vorteil drehen. Und er sieht sie nicht als gerade die schlechten Dinge, sondern [denkt], dass es ihm am Ende gut gehen wird.

Wir denken nicht, wir verdächtigen die Welt nicht, dass sie schlecht für uns ist. Wir denken, sie ist gut – und wenn wir einen Schlag bekommen, ist das für uns schrecklich und furchtbar. Wir haben nie damit gerechnet: Warum trifft mich das? Wir denken über das Schlechte nicht so nach, wie wir über das Gute nachdenken. Denn unsere Anziehung zum Guten ist immer da, auf natürliche Weise, aus dem Willen zu empfangen heraus. Und deshalb ist unser Problem, dass wir alles, was um uns herum geschieht, sozusagen zu unserem Vorteil auslegen. Und das ist ein sehr großes Hindernis.

Wir können nicht objektiv sein, nicht unabhängig vom Willen zu empfangen. Denn wären wir wirklich völlig frei in der Bestimmung unserer Position, müssten wir feststellen, dass alles, was um uns herum und in uns geschieht, im Grunde zu unserem Nachteil ist. Denn wir sind Wille zu empfangen. Und die ganze Entwicklungskette inzwischen, alles, was mit uns geschieht, die ganze Entwicklung, ist zum Nachteil des Willens zu empfangen. Sie soll ihm beweisen, dass er sich entwickeln muss – ins Gegenteil, zur Heiligkeit, im Um-zu-geben.

Würde der Mensch all diese Dinge, die geschehen, so auslegen, dass sie nicht zu seinem Vorteil sind – dass er vorsichtig sein muss, dass er prüfen muss, warum das so geschieht –, dann würde er sehr schnell zum Ziel kommen. So aber denkt er, dass sich alles zum Guten wendet, und dabei scheitert er immer wieder, und das verursacht bei ihm Vergessen. Ich spreche in den letzten Tagen mit Menschen; die Israelis sind in einer Euphorie. – Wir haben das Problem schon gelöst, wir haben ein paar Munitionslager zerstört, noch irgendetwas haben wir gemacht, wir sind schon fertig. Ich schaue auf die Menschen, jeden Einzelnen, [und sehe] er fühlt eine Erleichterung. Als wäre es das jetzt: Jetzt kommen wieder Investitionen, es kommen Touristen, alles wird sich in Ordnung bringen, wir hauen ihnen noch hier und da eine rein – den Arabern, die uns hassen. Man berücksichtigt nicht die Quelle des Problems. Den, der sie schickt, den Schöpfer. In gar nichts; man denkt, dass sich das schon regelt. Die Leute wollen schon über gar nichts mehr hören: Lass mich in Ruhe mit deinem Sohar, deiner Kabbala. Ich komme auch ohne das zurecht.

Der Mensch legt alles, was geschieht, zu seinem Vorteil aus; er denkt nicht, dass die Zeitspanne, die gegeben wurde, dafür gegeben wurde, sich so schnell wie möglich zu beeilen. Er ist nicht bereit, sich in der Veränderung zu befinden, die Welt zu verändern, seinen Weg zu verändern. Durch seinen Weg Licht in die Welt zu ziehen. Ein Licht für die Völker zu sein. Nein. Und das alles ist im Willen zu empfangen verwurzelt, der alles zu seinem Vorteil auslegt und dadurch Vergessen verursacht. Und mit allem, was er fühlt, will er beweisen: „Du fühlst dich jetzt gut, siehst du." „Dir geht es gut mit mir." So sagt der Wille zu empfangen zum Menschen: „Dir geht es gut mit mir, bleib."

Wenn der Mensch dem zustimmt, geht er nicht über dem Verstand, gegen diesen Verleumder. Gegen die Verleumder muss man nur über dem Verstand gehen, nur das Ziel der Schöpfung in Betracht ziehen. Wie er sagt: „Israel, die Tora und der Schöpfer, sie sind eins." Also gilt das Ziel nur dem Schöpfer, und damit ist es das. Und dann sieht man alle Dinge, die dazwischen sind, entweder als Störung oder als Hilfe – aber im Grunde ist in der Regel alles eine Störung. Wenn der Mensch das nicht als Störung nimmt – gerade diese relative Ruhe, irgendeine gute Reaktion –, dann unterscheidet er bei diesem Verleumder, dem Schlechten, nicht, dass er schlecht ist, wegen seiner Umhüllung, als wäre seine Umhüllung gut. Dann ist das sehr schlimm.

Dass wir jetzt fühlen, dass wir uns in einer ruhigen Zeit befinden, das ist vielleicht ein größerer Schaden als eine Zeit, in der wir uns wirklich in Nöten befanden und weinten. Wir verstehen das nicht. Nicht umsonst steht geschrieben: „Man muss für das Schlechte danken wie für das Gute", denn beide bringen den Menschen dem Ziel näher. Und nach dieser Erklärung ist uns sogar klar, was mehr näher bringt – wofür also der Mensch sozusagen eher den Segen sprechen sollte.

Deshalb ist das Thema der Verleumder, wie Rabash hier schreibt, eine sehr tiefe Sache. Es ist einfach die tägliche Arbeit, in der wir steckenbleiben und verwirrt sind und nicht unterscheiden können, ob das ein Verleumder ist oder ob das wirklich das schöne Verhältnis des Schöpfers ist. Ein schönes Verhältnis des Schöpfers zu mir kann es gar nicht geben, außer nur durch mein verdorbenes System. Es kann nicht sein, dass ich heute etwas Gutes bekomme, weil ich mich im Willen zu empfangen befinde. Gut nennt man es, wenn ich durch einen Schirm eine Erfüllung bekomme, wenn der Schöpfer mich in meinem unkorrigierten Gefäß erfüllt. Wenn ich keine einzige Eigenschaft habe, die im Um-zu-geben arbeiten kann, in der Angleichung der Form an den Schöpfer, kann es nicht sein, dass mir Gutes von Ihm zuteil wird. Wenn ich ein gutes Gefühl habe, kommt das durch die Klipot. Deshalb muss der Mensch alles, was er fühlt und denkt, so betrachten, dass all das durch die Klipa zu ihm kommt. Und deshalb sind im Grunde nur die Verleumder um mich herum, und mit ihnen habe ich die ganze Zeit Kontakt und Beschäftigung.

Frage:

Rav: Die Anmut der Heiligkeit, die der Mensch bekommt – das ist bereits ein Ergebnis des Umgebenden Lichts. Dass er schon eine gewisse Zeit darauf zugeht, in einen Zustand zu kommen, in dem er den Schöpfer entdecken will, in jedem einzelnen Verleumder. Dass er dort, im Inneren, eine Begegnung mit dem Schöpfer hat, wenn er über dem Verstand geht, wenn er trotzdem entdecken will, dass dort der Schöpfer ist. Dann bekommt er nach und nach die Anmut der Heiligkeit. Was ist die Anmut der Heiligkeit? Dass er sogar durch diese Störungen anfängt zu fühlen, dass er durch die Umkehrung dieser Störungen zur Heiligkeit kommen kann; dann kommt die Anmut der Heiligkeit zu ihm. Wirklich eine Erleuchtung von oben.

Das heißt, dem Menschen scheint es, als hätte er in seinem Leben nicht so viele Momente in Verbindung mit der Spiritualität. Die ganze Zeit ist die Spiritualität vor ihm, nur kommt sie in Gestalt der Verleumder, in Gestalt der Umhüllungen, in verborgener Form. Aber in Wahrheit die ganze Zeit. Bei jedem Gedanken, bei jedem deiner Wünsche, bei allem, was du jetzt hast, kannst du anfangen zu unterscheiden, wie das ist, in welcher Form es zu dir kommt und in welcher Form es dich umkreist, dich dazu bringt, dich mit dem Schöpfer zu verbinden – durch welche Störungen. Die Verleumder sind eine sehr große Störung; wenn der Mensch mit ihnen zu arbeiten weiß, sind sie all unsere Gefäße. Ich habe jetzt 620 verdorbene Gefäße, jedes von ihnen kann mich umdrehen, das ist je nachdem, wer ich bin, was ich bin – in Bezug auf die Seele, auf den Aufbau der Seele. Und all diese Eigenschaften, all meine 620 Eigenschaften, das sind sozusagen Organe der Seele, die mir jetzt in verdorbener Form das eine oder das andere geben: ein Schmerzgefühl, ein Krankheitsgefühl. Wenn ich unterscheide, dass das meine Krankheit ist – wie man es heilt, dieses Organ, wie man einen Schirm darauf anbringt, wie man daraus etwas macht, eine bestimmte Erleuchtung zu ihm heranzieht. Ich spreche nicht von Lischma, von jenseits des Machsom. Auf welche Weise man sich dazu irgendwie auf die richtige Weise verhält. Nach und nach behandle ich auf diese Weise jedes Symptom der Krankheit und verhalte mich zu meinem Aufbau auf die richtige Weise. Man muss verstehen, dass diese Verleumder wirklich Organe meines Gefäßes sind. Teile meiner Gefäße, in verdorbener Form. Wenn ich sie korrigiere, werden sie zum Helfer. „Seinen Hasser zu seinem Liebenden zu machen." Das ist es, was der Mensch tun muss.

Frage:

Rav: Das ist es, was ich sage: das Symptom, das jetzt angenehm ist, das uns ein Gefühl der Ruhe gibt – alles wird sich regeln, alles wird in Ordnung sein. Wieso hast du geschrien, dass es, Gott behüte, gleich eine Vernichtung gibt? Du siehst, alles hat sich geregelt, der Schöpfer hat uns alles zum Guten gewendet, also machen wir mit dem Leben weiter. Man versteht nicht, dass darin Ziele stecken. Dass man uns, so wie man uns scheinbar das Schlechte gezeigt hat, jetzt eine noch größere Störung zeigt. Damals war dir klar, dass du irgendwie entkommen musst. Heute ist es dir nicht klar. Dieser Zustand ist viel schlimmer, die Verhüllung ist noch größer. Damals gab es eine solche Verhüllung, die dich auf dem allerkürzesten Weg zur Spiritualität brachte. Gewissermaßen, ja. – Die Gefahr der Vernichtung. Heute gibt es scheinbar keine Gefahr, alles hat sich geregelt, alles in Ordnung. Man hat dich in einen viel schlimmeren Zustand gestoßen, nach hinten. Dadurch, dass du fühlst, dass sich alles regelt, wirkt jetzt ein viel ausgefeilterer, viel listigerer Verleumder. Und der naive Mensch denkt: Gott sei Dank, ich muss schon gar nichts mehr tun. Damit machst du dich frei davon, der Auserwählte zu sein, die bestimmte Aufgabe in die Welt zu bringen, ein Licht für die Völker zu sein. Du bist es nicht, du hast gar nichts gelöst. Das heißt, nach so etwas wird – Gott behüte – ein noch größerer Schlag kommen. Wenn du nicht auch, wie beim vorigen Verleumder, auch diesen Verleumder benutzt, wenn du ihn nicht auf die richtige Weise benutzt.

Das heißt, über dem Verstand zu gehen, zu fühlen, dass dieser Zustand mindestens so schlimm ist wie der vorige, und sogar noch schlimmer – weil ich jetzt geheilt werde und keine Wahl habe, ich gerate wirklich in eine Art Entspannung, und das ist sehr gefährlich. Und damit bringe ich den Faktor der Zeit ins Spiel; die Zeit wirkt nämlich so, dass, wenn ich den Schlag jetzt nicht zum Guten nutze, zur Heilung, der nächste Schlag viel größer und viel schmerzhafter sein muss – auch deshalb, weil ich nach der Entspannung denke, das sei es jetzt schon, es müsse gut sein. Das ist das Thema der Verleumder, das ist eine sehr große Sache. Man muss unser ganzes Leben wie Aufrufe von oben betrachten, und all diese Aufrufe sind im Grunde zielgerichtet, und [man muss] nicht darauf achten, was ich von diesen Verleumdern her fühle – sich nicht bestechen lassen. Das ist wie ein listiger Mensch, der mit einem Lächeln zu dir kommt, mit einer Liebkosung, mit allen möglichen Dingen; er ist viel gefährlicher als ein Feind, den du von Weitem siehst, viel gefährlicher, sehr viel mehr. Die Verhüllung ist doppelt.

Jetzt fühlen wir das in diesen Tagen – Ruhe, keine Anschläge, gar nichts, das war's. Jetzt sind wir dort: Mit Bethlehem regeln wir alles, und in Europa kommen wir zurecht, man wird uns lieben. Der Zustand ist viel … damit geraten wir in noch mehr Dunkelheit. Man stimmt den Klipot zu, man fängt an, in ihnen zu leben.

Frage:

Rav: Den Schöpfer rechtfertigen kann man nur über dem Verstand. Wie kann ich Ihn rechtfertigen? Auch „rechtfertigen" heißt: angesichts wovon rechtfertigen. Wenn Er mir etwas Gutes tut, muss ich Ihn dann rechtfertigen? [Es ist] angesichts der Leiden. Das heißt, wenn es mir gut geht, nennt man das nicht, dass ich Ihn rechtfertige. Wenn es mir gut geht, fühlt mein Herz auf unbewusste Weise, das sich gut fühlt, eine Art Dankbarkeit gleichsam gegenüber dem, der es erfüllt. So sind wir gebaut. Rechtfertigen heißt: dass ich mich schlecht fühle, und in diesem Schlechten muss ich das Ziel des Schlages entdecken. Und das Ziel des Schlages muss viel größer sein als das Schlechte, das ich jetzt in meinem Willen zu empfangen fühle. Und dann muss ich in diesem Bewusstsein dahin kommen, dass ich für den Schlag als Heilung danke, und das nennt man, den Schöpfer zu rechtfertigen. Das nennt man einen Gerechten: Der Gerechte rechtfertigt den Schöpfer angesichts aller möglichen Leiden, die er durchgemacht hat, angesichts aller möglichen vorsätzlichen und versehentlichen Sünden, die er begangen hat – das nennt man einen Gerechten, entweder einen unvollkommenen oder einen vollkommenen. Worin ist er ein Gerechter – darin, dass er sich in der geistigen Welt befindet und alles schön und gut ist? Dadurch ist er ein Gerechter? Ein Gerechter ist über dem Machsom. Weil er über dem Machsom ist, zieht er die vorsätzlichen und versehentlichen Sünden, die er begangen hat, zu sich heran. Und dann fängt er an zu sehen, dass er sie wirklich rechtfertigen musste.

Frage:

Rav: Ein unangenehmer und ein angenehmer Zustand – das hängt von der Erkenntnis der Zielgerichtetheit ab, die im Schlag steckt. Wenn ich weiß, dass ich jetzt, nach dem Schlag, im Grunde gesund werde und etwas Gutes erreiche, dann gilt der Schlag als Heilmittel. Das ist unser Problem, dass wir nicht verstehen, dass ein Heilmittel etwas Bitteres ist. Im Kern kann ein Heilmittel nur ein Gift sein. Die Welt – unsere Lüge – sie macht auch das Heilmittel süß.

Frage: Wie kann man den Verleumder erkennen, der auf dem guten Weg kommt?

Rav: Ich sage es dir anders: Alles, was zu dir kommt, nenne es zuerst einmal einen Verleumder. Es ist nicht so, dass ich dir übertriebene Vorsicht empfehle, sondern es ist einfach so. Du bekommst das Leben durch deinen Körper. Mit Körper ist sicher der innere gemeint, nicht der tierische Körper – von dem spreche ich nicht, wenn auch er dazugehört. Also durch den verdorbenen Körper, als Folge des Zerbrechens, das in Adam haRishon geschah. Wenn du jetzt irgendwelche Störungen bekommst, Gedanken, Wünsche – alles, alles, was du bekommst, ist in der verdorbenen Form, die der Wahrheit entgegengesetzt ist. Gäbe es irgendeine nicht verdorbene Form, würdest du in ihr den Schöpfer fühlen. Ohne Zweifel, einfach auf natürliche Weise, aber das haben wir nicht. Das Zerbrechen war hundertprozentig, bis zum Ende jedes Gefäßes, und jede Sefira, aufs Einzelnste. Deshalb entspringt alles, was du denkst, im Grunde deinem Willen zu empfangen, dem Gegenteil der Korrektur.

Wie entdeckt man gerade das? Hier muss schon eine Erleuchtung von oben da sein, manchmal. Manchmal siehst du es; du kannst, nachdem du etwas lernst, sehen – je mehr du lernst, desto mehr verschiedene Unterscheidungen kannst du wahrnehmen, in den Zuständen, in den Beziehungen. Woher kommt das? Davon, dass du einfach Weisheit erwirbst. Was heißt „Weisheit erwerben"? Du baust dir selbst alle möglichen Gefäße, aus Tag und Dunkelheit gewissermaßen, aus solchen entgegengesetzten Dingen, aus der Reibung dessen, was du im Leben lernst. Und dann, dem gegenüber, fühlst du eine Erleuchtung von oben, und in dieser Erleuchtung fängst du an zu verstehen, worum es geht; du fängst an, schon ein bisschen erfüllter im Inneren zu werden, du fängst an, im Inneren zu fühlen, in dir schon ein gewisses Volumen, mit dem du mit diesen Eigenschaften arbeiten kannst, du kannst jede einzelne Sache irgendeiner Eigenschaft zuordnen, etwas im Inneren in dir – das ist schon das zukünftige Gefäß, das geboren wird.

Und jemand kommt und kann kein einziges Wort erfassen, weil er für dieses Wort nichts hat; es dringt in den Verstand und ins Herz und ins Ohr ein, aber er hat keinen Ort, wo es hinfallen könnte. Es gibt im Inneren noch kein Volumen, in das dieser Begriff hineingelangen könnte. Und durch viel Lesen, viel Lernen, viel so – auch durch Nöte, die man besonders durchmacht – fängt im Inneren ein gewisser Hohlraum an zu entstehen, in dem der Mensch anfängt zu arbeiten, der Anfang der Seele. Nach und nach fängt man an, das zu fühlen. Irgendwelche Eigenschaften im Inneren, Unterscheidungen. Das ist noch kein geistiges Gefäß, aber dem gegenüber so etwas wie ein Ansatz.

Frage: Wie soll man die Verleumder benutzen, um eine Verbindung mit dem Schöpfer herzustellen?

Rav: Der Verleumder ist genau ein Gedanke, sagen wir, durch den du dich mit dem Schöpfer verbinden sollst. Sagen wir, ich habe jetzt einen Gedanken an etwas nicht so Gutes. Wie kann ich, sagen wir, während des Unterrichts schlafen. Ich will einschlafen. Ich muss verstehen: Nachdem ich meinem Körper gegeben habe, was er sozusagen braucht – fünf, sechs Stunden am Tag, irgendwie habe ich ihn schlafen lassen; ich glaube nicht, dass man mit weniger als fünf Stunden funktionieren kann, wer das macht, irrt einfach, der gibt seinem Tier nicht die Pflege, die es braucht. Fünf, sogar sechs Stunden, das ist es. Auf Dauer kann das nicht sein, er wird keine seelischen Kräfte zum Arbeiten haben, er wird einfach die ganze Zeit schläfrig sein, das war's. Also, sagen wir, nachdem du ihm das nötige Minimum gegeben hast, was er braucht – Essen, Ruhe, Waschen, alle möglichen solchen Dinge –, das war's schon; verlangt er mehr, ist das ein Zeichen, dass es ein Verleumder ist. Oder Gedanken an irgendwelche tierischen Genüsse oder an alle möglichen Dinge. Dass das nun zu dir kommt, ist gerade schön: Man gibt dir jetzt sozusagen dadurch die Möglichkeit, dich mit dem Schöpfer zu verbinden. Der Schöpfer erinnert dich an sich selbst, an den Genuss, denn Er ist die Quelle der Genüsse. Durch die tierische Umhüllung, oder eine Umhüllung, alle möglichen solchen Umhüllungen. Denn Er hat keine andere Wahl, durch dieses ganze zerbrochene Gefäß erinnert Er dich daran. Wenn du dich durch das zerbrochene Gefäß aus dir heraus mit Ihm verbindest, gehst du über dem Verstand, klebst nicht an der Umhüllung, die dir einen Genuss verschaffen soll, sondern durch sie klebst du an der Quelle, aus der der Genuss wirklich hervorgeht, am Schöpfer. Und die Umhüllung ist nicht wichtig, die Umhüllung selbst bringt dir keine Genüsse, nur die Quelle; nach diesem Funken, dem Licht, sehnst du dich im Grunde, nicht nach der Umhüllung. So kommt es bei dir heraus, dass du über dem Verstand über diese Störung hinausgehst, in der Verbindung mit dem Schöpfer, und dann gewinnst du dadurch eine Verbindung. Das heißt, jede Störung ist keine Störung, sie ist eine Gelegenheit zur Verbindung, zur Arbeit. Und wir müssen glauben, dass im Moment und in der Form und im Fall, in dem jede einzelne Störung in uns erwacht, das genau in der Reihenfolge geschieht, in der wir wachsen und korrigieren und aufsteigen müssen.

Frage:

Rav: Du sagst Folgendes: Es war ein guter Unterricht, ich bin damit zufrieden. Ich habe etwas verstanden, ich bin damit zufrieden. Ist das ein Verleumder oder kein Verleumder? Wir müssen die Dinge sehen, die zur Heiligkeit gehören, und die Dinge, die nicht zur Heiligkeit gehören. Hier kann schon ein Fehler sein: Der Mensch kann nicht aus dem Negativen leben, es muss aus dem Positiven sein – aber ein Positives, das nicht durch die Klipa geht, das Positive, das durch die Heiligkeit geht. Das heißt, wenn ich am Lernen Freude habe – es ist erlaubt, am Lernen Freude zu haben, die Tora bringt Freude. Deswegen ist es am 9. Aw verboten, Tora zu lernen. Es ist verboten, sich zu freuen, [und] die Tora macht froh. Oder alle möglichen Dinge. Das heißt, wir müssen uns nicht nach dem Schlechten sehnen, sondern das Gute, nach dem wir uns sehnen sollen, wird nicht ohne all die Umhüllungen kommen, durch die Verleumder. Was heißt das – dass unser Genuss aus dem Ziel kommt: „Denn in Ihm wird unser Herz sich freuen." Kurz gesagt.

Frage:

Rav: Wenn wir uns mit dem Ziel verbinden und daraus einen Genuss haben, dann haben wir im Grunde die Wahrheit erreicht. Warum? Welche Umhüllung brauche ich, um mich mit dem Schöpfer zu verbinden? Nur im Um-zu-geben, zurückkehrendes Licht, nur im Gedanken an Ihn. Also dass ich einen Gedanken an Ihn habe: Nur von Ihm will ich Gutes empfangen, aber von dir, von nichts anderem. In Verbindung mit dir. Lo Lischma, aber das direkte Lo Lischma – ich liebe dich. Ich bin verrückt nach dir. Ich will mit dir verbunden sein. In der allereinfachsten Form: „bis es mich nicht schlafen lässt."

Frage:

Rav: Inwieweit wir fähig sind, wahre Abrechnungen zu machen – darüber reden wir nicht, denn dann würden wir es ja wissen. Nach jeder wahren Abrechnung werden wir wissen, wie wir uns vorher geirrt haben; aber trotzdem nennt man diese Klärung, dieses Suchen die Zeit der Vorbereitung. Man verlangt nicht von uns, wirklich wahrhaftig und wirklich groß zu sein, sondern so weit, wie es unserem Zustand möglich ist. Wie ein Säugling, ein Kind, das spielt.

Frage:

Rav: Man verlangt von uns zu sehen, inwieweit wir wahrhaftig und nicht wahrhaftig sind, gemäß unserer Stufe. Sicher, wenn viele Menschen – egal wer – etwas sagen, verstehe ich, woher sie es sagen und gemäß welcher Stufe sie das eine oder das andere sagen, ob gut oder schlecht, oder so und so denken, oder den Fall so und so bestimmen. Also jeder gemäß seiner Stufe; das ist wie ein Kind vom kleinen Alter bis zum großen Alter – jedes Mal siehst du, dass sich sein Blick verändert.

Frage:

Rav: Gute Störungen täuschen mich viel mehr als schlechte. Denn vor den schlechten fliehe ich einfach, oder vielleicht gelingt es mir, sie zu überwinden, aber ich sehe, dass das ein Hasser ist; dass ein Hasser, mir gegenüber, in schöne Kleider gekleidet ist, das ist wirklich furchtbar. Es kommt irgendein Mensch mit einem Lächeln zu dir. Oder man sagt – ich habe einmal, noch in Russland, ein Buch über die Spione gelesen, dort erzählte man von allen Spionen in der Geschichte der Menschheit. Die listigsten Spione sind Frauen: Sie kleidet sich schön, mit einem schönen Lächeln, kommt auf eine solche Weise zu dir, dass sie überhaupt auf alle möglichen Dinge drückt, die weit von dem entfernt sind, was sie aus dir herausholen will, und holt es gerade deswegen heraus. Eine doppelte Lüge. Sie will dir schaden, kleidet sich auf bestimmte Weise, dazu ein bestimmtes Verhalten, und das täuscht dich und führt überhaupt dazu, dass du sie auf keine Weise zuordnen kannst – sie und diesen Feind und diesen Hasser, diesen Verleumder. Verstehst du. Was kann also schlimmer sein.

Frage:

Rav: Das nennt man den guten Verleumder, der dir gut erscheint. Ein Verleumder kann nicht wirklich gut sein. Worüber verleumdet er? Er verleumdet den Schöpfer. Er sagt, das Recht sei auf seiner Seite. Dass das Gute auf seiner Seite sei. Und du gehst wirklich dahin, ihm zuzustimmen.

Frage:

Rav: In Richtung des Ziels, sicher. Wir werden in der ganzen Welt einen großen Kibbuz aufbauen, wir werden es für alle gut machen. Ich will, dass es Frieden für die ganze Welt gibt, lass uns Frieden mit den Arabern machen. Du siehst, sie richten viel mehr Schaden an als alles andere; gegen sie kannst du gar nichts machen, weil ihre Umhüllung so verlogen ist, dass du sie nicht zum Platzen bringen kannst. Was kann man tun? Über dem Verstand gehen, sie töten, im besten Fall. Wieso, haben all diese – „Schalom, Chaver" – haben sie nicht all die Verluste verursacht, die es heute im Land gibt? Wirklich, die Verbrecher von Oslo, was kann man sagen. Wie viele haben wir jetzt seit Al-Aqsa verloren. Aber wer ist gegangen? Irgendwelche Soldaten von etwa zwanzig Jahren – wer ist daran schuld? Wer in Oslo unterschrieben hat, der ist daran schuld. Jetzt kehrt man zu einem Zustand wie zur Zeit der Unterschrift zurück.

Frage:

Rav: Zu vergessen oder nicht zu vergessen, wie man die Störung überwindet – das ist schon die ganze Weisheit, das ist die ganze Methode, das sind die Bücher, der Rav, die Freunde, alles, was in deiner Hand und in deiner Kraft liegt zu tun – tu es. Es gibt hier schon nicht irgendeinen einzigen Rat. Tausend Ratschläge. Und du musst die ganze Zeit umherlaufen und suchen; die Klärung ist deine Arbeit, denn aus der Klärung erschaffst du neue Gefäße. Du musst dich nicht danach sehnen – wenn du etwa die Möglichkeit hättest, das ganze Gebäude aus Klipa sofort zu zerstören, hättest du nichts gewonnen. Denn im Zusammenstoß zwischen Klipa und Heiligkeit erschaffst du neue Gefäße, neue Unterscheidungen.

Warum muss es zwei entgegengesetzte Kräfte geben? Weil du nur aus ihnen heraus, an der Grenze zwischen ihnen, dort, wo es Reibung gibt – du erzeugst die Reibung –, von dort die Unterscheidungen herausholst. Wie Innerlichkeit und Äußerlichkeit. Und daraus baust du das Gefäß der Seele. Diese zwei Kräfte gibt dir der Schöpfer, sowohl die positive als auch die negative, das geht nicht auf deine Kosten; auf deine Kosten geht es, aus beiden etwas herauszuholen. Sie stoßen in dir zusammen, diese zwei Kräfte, zwei Engel, sie stoßen in dir zusammen, und du musst sie mit deiner Einsicht einander gegenüberstellen, und dann fängst du in deiner Erforschung an, den Unterschied zwischen ihnen zu sehen und den Unterschied in allen Formen, die im Inneren sind, in jedem Einzelnen. Und daraus erschaffst du ein neues Gefäß, Gefühle, Unterscheidungen, neue Geschmäcker.

Frage:

Rav: Du bist noch nicht fähig, es zu tun – du wirst es tun. Du wirst es bestimmt tun. Das sind Dinge, vor denen man nicht fliehen kann.

Frage: Wie kann ich die Leiden rechtfertigen?

Rav: Ich kann die Leiden nicht rechtfertigen, wenn man mir einen Schlag gibt und ich fühle, dass es ein Schlag ist. Und ich würde sagen: Vielen Dank dir für den Schlag. Vielen Dank. Das wäre eine Lüge, eine Schmeichelei, und das ist verboten. Das heißt, was heißt verboten? – Dass es einfach nicht wirkt, sondern du belügst dich selbst. Den Schöpfer kannst du nicht belügen, dich selbst belügst du. Wir sehen solche Beispiele im Unbelebten der Heiligkeit, das so handelt.

Das heißt, um dahin zu kommen, den Schöpfer zu rechtfertigen und Ihm zu danken, musst du dafür das Gefühl im Herzen verändern. Die Hinwendung zum Schöpfer ist das, was das Herz fühlt. Das heißt, vom Herzen geht es direkt zum Schöpfer. Du stehst nicht zwischen deinem Herzen und dem Schöpfer, sodass du das Gefühl im Herzen in etwas einhüllen und es Ihm schicken könntest. Was im Herzen ist, fühlt Er direkt. Also musst du eine Veränderung herbeiführen, im Gefühl des Herzens. Es gibt keine Wahl. Dass du einen Schlag bekommst – richtig. Dass dein Herz einen Schlag fühlt – ja. Dass der Schöpfer fühlt, was du im Herzen hast – ja. Das Herz, das einen Schlag fühlt, verdirbt den Schöpfer. Also musst du das Herz so verändern, dass es keinen Schlag fühlt. Dass es vom Schlag etwas anderes fühlt, etwas anderes als das, was da ist. Wie kann das sein? Wenn er den Schlag mit dem Ziel verbindet und versteht, was er durch diesen Schlag erreicht. Und er sieht, dass dieser Schlag nicht vom Schöpfer kommt, sondern von seinem verdorbenen Gefäß. Dann versteht er, statt eines Schlages, dass der Schöpfer ihm einen Aufruf sendet, eine Gelegenheit, sich mit Ihm zu verbinden. Dann fühlt das Herz statt eines Schlages einen Segen.

Wann kann man das machen? Nur wenn man den Schöpfer fühlt. Wenn man dieses ganze System sieht. Davor nicht. Deshalb sind wir, solange wir nicht den Machsom überschreiten, entweder ein vollkommener Frevler in der doppelten Verhüllung oder ein gewöhnlicher Frevler in der einfachen Verhüllung. Wenn man den Machsom überschreitet, fängt man an zu sehen, fängt man an zu fühlen, dann fängt man an, Gerechte zu sein, die den Schöpfer rechtfertigen. Es gibt keine Tricks: Du kannst keinen Schlag bekommen und sagen, ich spreche einen Segen über dich. Das geht nicht. In unserer Welt kannst du deine Frau belügen, das ist deine Sache. Aber hier geht das nicht durch.

Frage:

Rav: Alles um mich herum ist ein Verleumder, solange ich es nicht mit dem Schöpfer verbinde – ob gut oder schlecht, das ist nicht wichtig. Nimm es so. Ich schaue nicht darauf, ob es schlecht oder gut ist. Ich schaue es überhaupt nicht auf diese Weise an. Wie mein Körper sich gut oder schlecht fühlt, das ist verlogen. Weißt du, von den für die Gesundheit schlimmsten Dingen empfinden wir die größten Genüsse. Zucker ist mir verboten, ich liebe Zucker. Fleisch ist mir verboten, oder alle möglichen Dinge, ich liebe das. Überhaupt, alle für die Gesundheit schlimmsten Dinge sind gerade schmackhaft. Und alle für die Gesundheit besten Dinge haben keinen Geschmack, … es ist irgendein Kraut. Wie Popeye den Spinat isst. Alle möglichen Dinge. Ich habe einmal – ich erinnere mich, ich war klein – im Laden den Spinat gekauft, genau wie er ihn isst, das ist Spinat mit Salz, das ist etwas Furchtbares. Und ich habe mich gezwungen zu essen, ich dachte mir, na was soll das. Wie sie das als Zeichen der Kraft genommen haben, sehr interessant.

Deshalb ist es uns verboten, uns zu dem zu verhalten, was wir im Körper fühlen. Wir müssen einfach auf sehr objektive Weise – gut, schlecht, nicht wichtig –: Solange ich es nicht mit dem Schöpfer verbinde, ist es schlecht. Das nennt man eine zielgerichtete Herangehensweise. „Israel, die Tora und der Schöpfer" müssen zusammen sein. Es ist mir egal, ob es gut ist [und] ich mich schlecht fühle. Wenn ich in einer solchen Verwirrung bin, dass ich nicht daran denke, ist das etwas anderes. Aber wenn ich mich an diese Aufgabe erinnere, schaue ich überhaupt nicht auf gut oder schlecht, ich muss dabei den Schöpfer fühlen. Das wird ganz sicher ein Heilmittel sein – für die süße Lüge oder die bittere Lüge.

Frage:

Rav: Der Verleumder der Gruppe, das ist diese falsche, beruhigende Wirkung auf die Gruppe, auf jeden Einzelnen. Ebenso ist es verboten, die Gruppe zu verwirren, ihr alle möglichen Dinge hineinzubringen, sodass sie sich so ohne irgendetwas hin und her bewegt. Aber es muss ein sportlicher Geist sein, unter Druck, in ständigem Angriff, in der Aufgabe, und die ganze Zeit soll es nicht Geschwindigkeit sein, sondern Beschleunigung, die ganze Zeit Beschleunigung, die ganze Zeit positive Beschleunigung, als ob du noch ein bisschen mehr aufs Gas drückst und noch ein bisschen mehr. Die ganze Zeit mehr aufs Pedal.

Frage: Womit misst du es?

Rav: An der Erhebung des Geistes gegenüber der Wichtigkeit des Ziels, gegenüber dem Schöpfer. Wir haben nichts anderes, womit wir die richtige Beschleunigung messen könnten, in der Gruppe und auch im Menschen selbst.

Frage:

Rav: Ich weiß nicht, wie es bei jemand anderem ist, bei irgendeiner chassidischen Gruppe. Auch in der Erhebung, warum nicht. Ich gehe nicht hin, um sie zu messen. Ich weiß, dass ich arbeite, ich habe Störungen. Ich habe die ganze Zeit Probleme, persönliche, gruppenbezogene, ich spreche im Hinblick auf das Ziel. Und ich muss trotz ihnen in positiver Beschleunigung sein. Geschwindigkeit hinzufügen. Was ist Geschwindigkeit? Sehnsucht, Erhebung, Wichtigkeit. Und im Gegenteil, es erwachen auch gruppenbezogene Verleumder: Innerhalb der Gruppe gibt es eine Art, oder einen solchen verwirrten Gedanken, der die ganze Gruppe verwirrt, dass wir immer wieder noch so etwas tun müssen, noch so etwas – wenn man dabei diesen ganzen Gedanken oder diese ganze Aufgabe nicht mit dem Schöpfer verbindet, ist sie nichts wert. Denn sie ist eine gruppenbezogene Störung. Deshalb kann man sehr viele Dinge tun, aber ihr Nutzen ist kein Nutzen.

Sondern es gibt Dinge, die wir trotzdem tun: Wir sind nicht fähig, vierundzwanzig Stunden mit dem Ziel verbunden zu sein, wir trennen uns ab; also müssen wir solche Handlungen festlegen, die Gruppenhandlungen sind, die uns so schnell wie möglich zum Ziel zurückbringen. Die möglichst nützlich sind, indem sie mich daran erinnern, wozu ich es tue. Wofür ich es tue. Wie es Baal HaSulam über das Lernen sagt (in der Einführung zu den Zehn Sefirot, Punkt 27, 25). Da sagt er: Warum lernt man Kabbala statt anderer Dinge? Weil das dort eine andere Umhüllung ist als hier. Hier, wo wir lernen, lernen wir über die Handlungen des Schöpfers selbst, und dadurch erinnern wir uns an Ihn, verstehen, wofür wir lernen, sind mehr mit dem Ziel verbunden. Das ist die ganze Segula: Dadurch zieht man Lichter heran. Und dort lernt man über Tiere, also erinnern wir uns an Tiere. Hier über den Schöpfer und dort über Tiere. Man altert. Die Gemara lehrt auf dem Weg der Verneinung, ebenfalls über die Spiritualität, aber sie ist auf dem Weg der Verneinung aufgebaut, um über Ihn zu lernen, und hier [geht es] auf dem Weg der Bejahung. Es gab große Menschen, die über die Gemara lernten. Aber wer ist [dazu] fähig?

Frage:

Rav: Nicht richtig. Ich habe nicht gesagt, dass wir, wenn wir das, was mit uns geschieht, richtig auslegen würden, dem Ziel schneller näherkämen. Nicht richtig. Wir können überhaupt nicht richtig oder falsch auslegen, was mit uns geschieht. Wir müssen über jede Störung hinausgehen, über sie hinaus, über dem Verstand. Und wenn du anfängst, sie auszulegen, dann fängst du an auszulegen: Das ist mir wegen dem und dem passiert. Jenes ist mir wegen dem und dem passiert. Du gerätst in alle möglichen solchen verlogenen Berechnungen, aus denen du nicht herauskommst. Es wird dir scheinen, dass das, was um dich herum geschieht, irgendwelche solchen Zeichen für den Schöpfer sind, für dieses und jenes, und dann weichst du einfach vom Weg ab, du verbindest dich nicht über diese Handlungen hinaus mit dem Schöpfer.

Ich muss nicht in jede einzelne Störung hineingehen. Dass heute eine solche Störung zu mir kommt und danach eine solche – es ist mir nicht wichtig, welche. Ich muss mich über sie hinaus mit dem Schöpfer verbinden. Trotz der Störung – sagen wir, es kommt jetzt irgendeine Angst über irgendetwas zu mir – diese Angst wurde vom Schöpfer geschickt, sodass ich, obwohl ich mich ängstige, in Verbindung mit Ihm sein muss, bis diese Angst verschwindet und ich eine Verbindung mit Ihm fühle, Sicherheit, Ruhe, Gelassenheit. Als Ergebnis der Verbindung mit Ihm. Ich spreche von Lo Lischma, auf tierische Weise. Wenn ich das mache, dann habe ich verwirklicht, was sein soll, sagen wir. Und es ist mir egal, welche Störung, welche Art von Angst, woher das kommt. Das ist nicht wichtig. Die Hauptsache ist, dass ich gehe, ich gehe, um mich mit dem Schöpfer zu verbinden, und die Störung selbst wird für mich nur zu einem Sprungbrett. Ich vertiefe mich nicht in sie – was ist das und was … nicht nötig. Wenn nötig, wird sie in mir noch stärker erwachen und noch listiger und in noch allen möglichen Dingen. Und dann muss ich auch darüber hinausgehen. Ich muss nicht in sie hineingehen, niemals muss ich diese Klipot selbst untersuchen. Ich muss mich nach dem Licht sehnen, und im Licht, wenn wieder eine Störung aufsteigt, dann wird sie aufsteigen und mir bei ihrem Erscheinen all die Punkte klären, die nötig sind. Ich muss überhaupt nicht zu diesen Störungen gehören und in ihnen versunken sein.

Frage: Wie soll man wissen, ob ich eine Verbindung mit Ihm aufgebaut habe oder nicht?

Rav: Das richtet sich nach dem Ergebnis. Jetzt fühle ich mich mit Ihm verbunden, jetzt ist diese Störung verschwunden, jetzt kann ich an Ihn und an das Ziel denken. Ich spreche von Lo Lischma, auf die Art, dass es mir dadurch gut geht – ich bin ganz auf Ihn fixiert, ich will diese Sache bewahren. Das war's, genug. Wenn danach ein Gedanke kommt: Aber dabei denke ich nur an mich selbst, und wo ist hier irgendeine Art Beziehung zu Ihm, müsste ich irgendeine Beziehung zu Ihm herstellen, gleichsam irgendeine Reaktion zu Ihm, dass ich an Ihn denke und nicht nur an mich selbst. Wenn als Ergebnis davon schon weitere solche Gedanken zu kommen anfangen, ist das schon etwas anderes. Dann fängt schon ein bisschen Lischma an zu entstehen. Aber wenn es nicht kommt, kommt es nicht, nicht wichtig. Das ist schon eine fortgeschrittenere Stufe, auf der in mir gleichsam eine Scham anfängt – dass ich die ganze Zeit von den Leiden fliehen will, um mich durch Ihn gut zu fühlen, [dass] ich die Verbindung mit Ihm benutze, um mich gut zu fühlen. Wenn als Ergebnis davon ebenfalls ein Gedanke zu mir kommt, dass ich mich auf irgendeine Weise zu Ihm verhalten muss, gleichsam danken, [dass] es mir unangenehm ist, so sehr ein Egoist zu sein – dann fängt das schon an, eine wechselseitige Verbindung zu sein; davon fängt der Mensch schon an, in einen Zustand zu kommen, in dem es ihm nichts ausmacht, Leiden und Ängste zu fühlen, sondern [er will] in Verbindung mit dem Schöpfer sein, und danach macht es mir nichts aus, in Leiden zu sein, [ich will] nur in Verbindung mit dem Schöpfer sein, um Ihm Genuss zu bereiten. Da gibt es schon viele Stufen in der Beziehung. Nach außen, zu Ihm.