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28 August - 18 September 2026

Lesson 318. Sep. 2026

Baal HaSulam. Einführung in die Weisheit der Kabbala (Pticha) (11.05.2006)

Lesson 3|18. Sep. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

Einführung in die Weisheit der Kabbala

(Der Schöpfungsgedanke. Die vier Bchinot des Or Yashar, Punkt 5 – Punkt 10)

Lektion 3

Transkript der Morgenlektion, Teil „Pticha", 11.05.2006

Punkt 5

„Daher braucht man die vier Unterscheidungen (Dalet Bchinot), die im Namen HaWaYaH enkodiert sind und Chochma, Bina, Tiferet, Malchut heißen."

Warum braucht man sie? Er sagt, dass das Licht aus Seinem Wesen hervorgeht, durch¹ das rohe Verlangen, das „Jesh mi Ajn" (Existierendes aus Nichts) heißt. Dieses Verlangen ist aber noch kein Geschöpf. Wie wird es zu einem Geschöpf? Er sagt: „Die Ausbreitung des Lichts und sein Verschwinden machen das Gefäß für seine Aufgabe würdig." Was heißt das? Dann entsteht im Gefäß selbst ein Sehnen nach diesem Licht. Hier muss es also eine Reihe von Handlungen geben: Das Licht wirkt auf das Verlangen, das es als „Jesh mi Ajn" erschaffen hat, bis dieses Verlangen anfängt, sich nach dem Licht zu sehnen. Und die Form des Sehnens bestimmt die Form des Gefäßes.

Deshalb braucht man vier Stufen … Man weiß nicht von vornherein, dass es vier Stufen sind. Erst nachdem es passiert, sehen wir es. Wir erreichen es ja und sehen, dass es so geschieht: Es gibt vier Stufen, die „Yud-Hej-Waw-Hej" heißen und durch die das Gefäß entsteht. Das gilt für jedes einzelne Verlangen, das sich in uns zeigt, auch in dieser Welt, egal in welchem Fall. Wir wissen und fühlen es noch nicht, am Ende müssen wir es entdecken. Aber wir müssen es zumindest glauben, und es lohnt sich für uns, so ein Verständnis zu haben: Wenn ich irgendein Verlangen habe, dann kommt es als vierte Stufe von dem Licht, das so gewirkt hat, dass sich dieses Verlangen in mir zeigt.

Und was will Er von mir? Das ist schon eine andere Frage: Wie soll ich nach Seinem Willen auf das Verlangen reagieren, das Er in mir erschaffen hat? Sicher ist aber: Es gibt kein Verlangen außer durch die vier Handlungen des Lichts, das aus Seinem Wesen kommt. Verstehst du? Egal welches Verlangen, alles kommt durch das Licht. Wichtig ist, wie wir darauf reagieren. Wie soll man reagieren? Die Handlung in die Gegenrichtung soll dazu führen, zur Eigenschaft der Wurzel zu kommen, zur „Spitze des Yud" (Kuzo shel Yud).

„Bchina Alef (Phase Eins), welche Chochma heißt, beinhaltet die Gesamtheit des Ausgeströmten – das Licht und das Kli. In diesem ist das große Verlangen zu empfangen im gesamten Licht enthalten, das Or Chochma (das Licht der Weisheit) oder Or Chaja (das Licht des Lebens) heißt, denn es ist das gesamte Licht des Lebens (Or ha Chaim) im Ausgeströmten, eingekleidet in sein Kli. Diese Bchina Alef wird jedoch weiterhin lediglich als Licht angesehen, und das Kli dieser Stufe ist fast nicht erkennbar, denn es ist mit dem Licht vermischt und verschwindet in ihm wie eine Kerze vor einer Fackel."

Das heißt, das Licht baut das Gefäß genau passend zu sich selbst. Es beherrscht dieses Gefäß, Bchina Alef, weil es sie aufgebaut und gefüllt hat. Das Gefäß in Bchina Alef ist dem Licht also genau nach dessen Größe angepasst. Und es ist ihm entgegengesetzt, weil das Licht es so erschaffen hat. Das Verlangen in Bchina Alef, das Geschöpf, ist das einzige Verlangen, das das Licht erschaffen hat. Alles Übrige folgt daraus, dass das Licht in diesem Verlangen anwesend ist. Bchina Alef ist das Einzige, was aus Bchina Shoresh hervorgegangen ist: Keter hat Bchina Alef erschaffen. Danach fängt Bchina Alef an, vom Licht in ihr beeindruckt zu werden, und macht dort alle möglichen Metamorphosen durch, Veränderungen und was nicht alles. Aber vonseiten des Lichts kommt in Wahrheit nur eine Form: Bchina Alef.

„Danach kommt Bchina Bet (Phase Zwei). Das geschieht, da das Kli Chochma am Ende seiner Entwicklung" – hier sprechen wir schon vom Gefäß. Nach Bchina Alef sprechen wir vonseiten des Verlangens. Was passiert? „die Übereinstimmung mit dem Höheren Licht – Or Eljon – in ihm durch die Angleichung der Form (Hashwaat ha Zura) erreicht. Es bedeutet, dass im Kli Chochma das Verlangen, dem Ausströmenden zu geben, wach wird, analog der Natur des Lichts in Seinem Inneren, welches vollkommenes Geben ist.
Als Antwort auf das Erwachen dieses Verlangens kommt vom Ausströmenden ein neues Licht, das Or Chassadim (das Licht der Barmherzigkeit) heißt. Daher entledigte sich Bchina Alef fast vollständig des Lichts Or Chochma, das vom Ausströmenden gegeben wurde. Denn dieses Licht Or Chochma kann nur in einem ihm passenden Kli empfangen werden; das ist das Verlangen zu empfangen in seinem höchsten Grad.
Deswegen unterscheiden sich das Licht und das Kli in Bchina Bet völlig von denen in Bchina Alef. Denn das Kli von Bchina Bet ist das Verlangen zu geben (Razon lehashpia), und das Licht dieser Stufe wird als Or Chassadim definiert, das bedeutet das Licht, welches aus der Kraft von Dwekut (Verschmelzung) des Ausgeströmten (Neezal) mit dem Ausströmenden (Maazil) resultiert. Das Verlangen zu geben in Bchina Bet bewirkt die Angleichung der Form an den Ausströmenden, und die spirituelle Angleichung der Form ist Dwekut (Verschmelzung)."

Das heißt: Das Licht wirkt im Verlangen zu empfangen, und dadurch will das Verlangen zu empfangen dem Licht ähnlich werden. Das ist einfach eine Folge dieses Wirkens. Das Licht als Gebender wirkt so auf das Verlangen zu empfangen ein, dass es dieses sich selbst ähnlich macht. Das ist die Eigenschaft des Großen: dem Kleinen seine Form aufzuprägen. Und das Gefäß sehnt sich danach, wie das Licht zu sein.

Kann es das? Kann es gebend sein oder nicht? Es will. Aber kann es? Nein. Was heißt es dann, dass das Gefäß in Bchina Bet geben will? Der Schöpfer hat ein Verlangen zu genießen erschaffen, ein Verlangen zu empfangen. Was heißt also, dass es geben will? Will es daran genießen, dass es gibt? Was heißt „Bina", also dass Bchina Bet Bchina Alef entgegengesetzt ist? Was hat sich verändert? Nicht das Verlangen selbst in seinem Wesen hat sich verändert, sondern das, woran es genießt. Woran es genießt! Vorher genoss es daran, dass es das Licht in sich fühlte, so wie das Licht es erschaffen hat. Jetzt genießt es auch, aber es genießt daran, dass es fühlt: Es will dem Licht ähnlich werden.

Der Genuss bleibt Genuss, nur seine Form hat sich verändert. Vorher genoss ich daran, dass etwas in mir ist. Jetzt genieße ich daran, dass etwas in ihm ist. Aber ich genieße. Ich stelle fest, dass etwas in ihm ist, und genieße das. Weil ich daran Genuss fühle, heiße ich „gröber", und mein Verlangen heißt „größer". Denn ich beteilige mich daran und bestimme dabei, woran ich genießen werde. Das heißt, der Stoff, das Verlangen zu genießen, bleibt. Bei Bchina Bet sagen wir „Verlangen zu geben". Auch dieses Verlangen zu geben genießt, sonst gäbe es nichts, worüber man reden könnte. Nun, denkt darüber nach. Das ist ein bisschen verborgen, aber es lohnt sich trotzdem, es zu berühren.

„Danach kommt Bchina Gimel (Phase Drei)." Es will also dem Licht ähnlich werden und fühlt, dass es geben will. Es will geben und genießt daran. Das reicht aber nicht, denn hier zeigt sich wieder ein Mangel. Dieser Mangel, jetzt, wo es dem Licht ähnlich ist … Wie kann es sein, dass es dem Licht ähnlich ist und das nicht reicht? Was kann noch fehlen?

„Nachdem das Licht innerhalb des Ausgeströmten (Neezal) sich bis auf die Stufe Or Chassadim in der vollständigen Abwesenheit des Lichts Or Chochma verringert hatte (während wir bereits wissen, dass das Or Chochma die Essenz und Hauptlebensenergie des Ausgeströmten ist), wurde Bchina Bet am Ende ihrer Entwicklung wach. Sie empfand den Mangel an Or Chochma und zog eine gewisse Menge des Lichts Or Chochma an sich, um innerhalb des Lichts Or Chassadim, welches in ihr ist, zu scheinen. Dieses Erwachen verursachte nun die erneute Anziehung einer gewissen Menge des Verlangens zu empfangen – einer neuen Form. So wurde ein neues Kli geformt, das Bchina Gimel bzw. Tiferet heißt. Das Licht in dieser Bchina heißt Or Chassadim mit Hearat Chochma (He´ara = ein schwaches Leuchten), denn der größte Teil dieses Lichts ist das Or Chassadim, und sein geringerer Teil ist Or Chochma."

Es ist unverständlich, was ihm fehlt. Hat es plötzlich gefühlt, dass es ohne Chochma nicht leben kann? Nachdem es ganz dem Schöpfer ähnlich ist? Die Erklärung ist eher diese: Nachdem es ganz dem Schöpfer ähnlich geworden war, hat es vielleicht in sich gefühlt: Wenn ich dem Schöpfer ähnlich bin, wenn ich der Gebende bin und dem Schöpfer geben will, womit kann ich dem Schöpfer geben? Es kann dem Schöpfer geben, indem es von Ihm empfängt. Denn der Höhere will geben. Also kehrt es zum Empfangen zurück. Das heißt, in Bchina Gimel erwacht wieder dasselbe Verlangen wie in Bchina Alef. Es kehrt zu dem Verlangen zurück, das der Schöpfer in ihm erschaffen hat. Denn es will erfüllen, was der Schöpfer in ihm erschaffen hat, aber schon von sich aus.

Das heißt, in Bchina Bet wird es Keter ähnlich, in Bchina Gimel wird es Chochma ähnlich. Der Schöpfer, Keter, hat in Bchina Alef ein Verlangen zu empfangen erschaffen. Genauso erschafft das Geschöpf, das in Bchina Bet Keter ähnlich ist, in Bchina Gimel ein Verlangen zu empfangen wie in Bchina Alef. Es wiederholt die Handlungen des Schöpfers. Und was hat es davon, dass es die Handlung des Schöpfers wiederholt? Daraus fängt es an zu verstehen, was der Schöpfer ist, wer Er ist: „An Deinen Taten erkennen wir Dich". Es hat dieselbe Handlung gemacht und angefangen zu fühlen, auf welcher Stufe derjenige ist, der die Handlung des Gebens ausführt, die Handlung der Schöpfung. Und dann … danach …

„Danach kommt Bchina Dalet (Phase Vier). Ebenso wurde das Kli der Bchina Gimel am Ende ihrer Entwicklungsphase wach und zog das Licht Or Chochma an sich, jedoch in der ganzen Fülle, wie es in Bchina Alef war. Dieses erwachte Verlangen ist also die Sehnsucht im Ausmaß der Begierde nach Licht, wie sie Bchina Alef innewohnte, und noch mehr als das."

Und das ist sehr wichtig: „und noch darüber hinaus". Das heißt, es fängt an, den Genuss zu fühlen, den der Schöpfer daran hat, dass Er das Gefäß erschaffen und gefüllt hat. Das heißt „und noch darüber hinaus". Es hat dieselbe Tat gemacht wie zum Beispiel ein Gastgeber, der jemandem die Bewirtung reicht. Es fängt an zu fühlen, wie sehr das erfüllt, wie hoch das ist, wie grenzenlos, wie viel Genuss und Erfüllung es gibt, dass du gibst. Vorher wusste es nicht, dass das eine so gewaltige Sache ist. Das heißt „und noch darüber hinaus". Das hat es entdeckt: Hier gibt es etwas, das mehr ist als das Gefäß des Geschöpfs und das Licht, das es füllt.

„Denn jetzt, nachdem das Or Chochma einmal verschwunden ist und sich nicht mehr im Ausgeströmten kleidet, sehnt er sich danach. Daher verlangt er nach diesem Licht Or Chochma viel stärker als es in Bchina Alef war. Daher besteht das Verlangen zu empfangen in seiner ganzen Vollkommenheit. Denn nach der Ausbreitung (Hitpashtut) des Or und dessen anschließendem Verschwinden (Histalkut) wird das Kli bestimmt. Später, wenn das Kli nun von neuem das Licht empfängt, gilt, dass das Kli dem Licht vorangeht. Daher wird diese Bchina Dalet als der Abschluss des Kli definiert und wird als Malchut (Königreich) bezeichnet."

Hat sich das Licht in Bchina Alef dort nicht vollständig gezeigt, und zeigt es sich erst jetzt in Bchina Dalet? Was zeigt sich in Bchina Dalet? In Bchina Dalet zeigt sich eine Beziehung zum Licht: Vom Ausströmenden her hat es entdeckt, wer das Licht ist und wer das Gefäß. Das heißt, es hat jetzt „Sehnen", Sehnen nach Or Chochma. Das Sehnen gab es vorher nicht, und es kann nicht vonseiten des Lichts selbst kommen. Es hat sich vonseiten des Geschöpfs entwickelt.

Tiefe Dinge. Nun, was soll man machen. Soweit man versteht, versteht man.

Schüler: … Bina bezieht er auf ihren Aufstieg zu Chassadim⁴. Aber es gibt Stellen, an denen er schreibt, dass das Licht der Essenz (Azmut) von Bina Or Chochma ist. Was meint er damit?

Rav: Ah. Bina ist die Essenz von Chochma, so steht es geschrieben. Das heißt: Du kannst keine Handlungen von Chessed machen … von Chassadim, wenn du sie nicht auf Chochma gründest. Wodurch bist du Chessed? Was hast du zu geben? Wenn in dir Chochma ist und du sagst: Ich will die Chochma nicht, dann sieht man, dass du in Chassadim bist. „Ich brauche nichts auf der Welt", sagt Chafez Chessed. Weißt du, was das heißt: in einer Welt, in der es alles gibt, zu sagen, dass ich nichts will? Wenn alles, was es auf der Welt gibt, mir gehört und ich trotzdem sage: Ich will nichts, nehmt es mir weg, dann heißt das, ich bin „Chafez Chessed". Aber wenn ich nichts habe, wie kann ich dann Chafez Chessed sein?

Wir haben allerdings noch ein anderes Beispiel mit einem Chafez Chessed, der im Wald wohnte. Man bittet ihn: Bring ein Hemd, es kann dort einer Königstochter helfen … Die Weisen hatten ihr gesagt: Wenn sie das Hemd eines Chafez Chessed anzieht, wird sie gesund. Nun, das ist ein Hinweis auf Malchut: Durch diese Korrektur kann sie gesund werden. Königstochter: König heißt „Keter", Königstochter „Malchut". Und sie ist todkrank. Wenn sie das Gewand eines Chafez Chessed erlangt, kann sie gesund werden. Darum geht es in der Geschichte.

Und Chafez Chessed sagt: Ich würde gern ein Hemd geben, aber ich habe kein Hemd, ich habe kein Gewand. Denn er fühlt nicht, dass das sein Gewand ist. Ich habe keins, das bin ich. Diese Königstochter muss es aber wirklich als Gewand empfangen wollen und mit ihrer eigenen Arbeit und Mühe herankommen. Dann kann sie sehr wohl entdecken, dass man das, was in ihm selbst ist, als Gewand über sich empfangen kann. Dadurch wird sie gesund und setzt die Arbeit fort, das heißt, sie kommt zur Dwekut.

Also … was wollte ich sagen … Bina ist die Essenz von Chochma. In ihr ist Chochma: Das Verlangen zu empfangen aus Bchina Alef zieht die äußere Form des Gebens über sich an. Anders kann es nicht sein.

„Punkt 6" …

Schüler: Man sagt, dass die vier Bchinot des Or Yashar in allem in der Wirklichkeit existieren. Was bedeutet das?

Rav: Die vier Bchinot des Or Yashar sind in allem, was es in der Wirklichkeit gibt. Was heißt „Wirklichkeit"? Es gibt Wirklichkeit und Wirklichkeit. Unsere Wirklichkeit heißt „eingebildete Wirklichkeit". Sie ist nicht real und hat keine Verbindung zur Quelle. Es scheint uns nur so, dass sie existiert, in unserer Einbildung. Gibt es darin also vier Bchinot, Verlangen? Nein. Nein. Es gibt keine Verbindung zum Licht. Wir entdecken das nicht. Die Wirklichkeit, von der wir sprechen oder von der die Kabbalisten sprechen, fängt mit den spirituellen Verlangen gegenüber dem Schöpfer an. Dort ja. Gegenüber dem Schöpfer ist Er am Anfang und ich am Ende. Und im Or Choser bin ich am Anfang und Er am Ende. Es geht also um Verlangen, die zu Ihm hin gerichtet sind. Das heißt, schon um die Stufen auf der Leiter.

Hier in dieser Welt dagegen ist es gut, bei jedem Verlangen, das mir kommt, zu sagen: Es ist mit dem Schöpfer verbunden, Er ruft dieses Verlangen in mir hervor, und ich soll entsprechend darauf reagieren. Das heißt „Vorbereitungsarbeit". Das ist wie bei Kindern: Man gibt ihnen irgendetwas⁵, Spielzeug, damit sie spielen, kaputtmachen, etwas machen. So lernen sie. Aber das heißt nicht, dass darin wirklich vier Bchinot sind und ein Licht, das innen wirkt, bis es zu meinem Verlangen kommt.

Du kannst fragen: Wenn ich fühle, dass sie mir gegenüber existiert, existiert sie dann nicht trotzdem in irgendeiner Form? Sie existiert in einer Form, die „eingebildete Wirklichkeit" heißt. Existiert sie also, ist sie da oder nicht? Ja, sie existiert in meiner Einbildung. Und danach? Solange die Einbildung existiert, existiert sie. Was ist die Einbildung? Was ist das Gefäß der Einbildung? Die Gefäße der Einbildung heißen „fünf Sinne". Aber das sind nur Sinne. Das ist wie Keter, Chochma, Seir Anpin, Malchut. Ist innen ein Stoff? Ja, es gibt einen Stoff, der genießen will. Existiert er, oder ist er eingebildet? Nein. Es ist ein Stoff, der sehr wohl in meiner Einbildung existiert. Gehört er zum Schöpfer? Nein. Kommt er als Folge von Ihm? Nein. Was als Folge von Ihm kommt, ist schon die Leiter der Stufen. Sind wir jetzt auf der Leiter der Stufen oder nicht? Nein. Gehört diese Wirklichkeit also zum Schöpfer, hat Er sie erschaffen oder nicht? Nein. Sie ist wie eine Kopie.

Wir sind wie eine Kopie der letzten Stufe der Spiritualität. In der Spiritualität gibt es das nicht. Warum? Der Schöpfer beginnt die Schöpfung mit dem Licht, aus Seinem Wesen. Von jener Stufe aus, die wir nicht erreichen, verhält Er sich zur ganzen Schöpfung, von oben nach unten. Genauso sind wir aus der ganzen Schöpfung hervorgegangen, auf der untersten Stufe, abgetrennt von der ganzen Schöpfung, von Seinem Wesen. Sein Wesen ist oben, und von Ihm kommt alles. Genauso sind auch wir hier unten in Seinem Wesen. Von uns aus, aus diesem Zustand, können wir in die Schöpfung eintreten, in die Leiter der Stufen. Aber der Schöpfer ist oberhalb der Leiter der Stufen und wir sind unterhalb davon. Er hängt nicht von diesen Stufen ab, und auch wir hängen nicht von ihnen ab und sind nicht mit ihnen verbunden.

Schüler: Wir haben gesagt, dass Bchina Gimel dem Schöpfer ähnlich werden wollte. Warum nimmt sie dann nur ein wenig Chochma und nicht halb und halb, Chochma und Chassadim? Warum muss sie nur ein wenig nehmen, wenn sie dem Schöpfer ähnlich werden will?

Rav: Ähnlich werden heißt, dass ich mich Ihm angleiche.

Schüler: Aber warum nur wenig Chochma im Licht der Chassadim?

Rav: Nein. Dieses „ein wenig" heißt nur so: „ein wenig". Sie kehrt zu demselben Verlangen zu empfangen zurück wie in Bchina Alef. Schau, was er schreibt. Monsieur Vorleser …

„Punkt 6"

Rav: Nein. Er will, dass du es in Punkt 3 findest, dort, wo steht, dass das Verlangen zu empfangen in Bchina Gimel wie in Bchina Alef ist. Geht das hier daraus hervor oder nicht?

„Danach kommt Bchina Gimel (Phase Drei). Nachdem das Licht innerhalb des Ausgeströmten (Neezal) sich bis auf die Stufe Or Chassadim in der vollständigen Abwesenheit des Lichts Or Chochma verringert hatte (während wir bereits wissen, dass das Or Chochma die Essenz und Hauptlebensenergie des Ausgeströmten ist), wurde Bchina Bet am Ende ihrer Entwicklung wach. Sie empfand den Mangel an Or Chochma und zog eine gewisse Menge des Lichts Or Chochma an sich, um innerhalb des Lichts Or Chassadim, welches in ihr ist, zu scheinen. Dieses Erwachen verursachte nun die erneute Anziehung einer gewissen Menge des Verlangens zu empfangen – einer neuen Form. So wurde ein neues Kli geformt, das Bchina Gimel bzw. Tiferet heißt. Das Licht in dieser Bchina heißt Or Chassadim mit Hearat Chochma (He´ara = ein schwaches Leuchten), denn der größte Teil dieses Lichts ist das Or Chassadim, und sein geringerer Teil ist Or Chochma."

In Ordnung? Im Gefäß ist der Hauptteil Or Chassadim und der geringere Teil Or Chochma. Das heißt nicht, dass es nur ein wenig vom Gefäß von Chochma nimmt. Es nimmt es ganz. So.

Schüler: Das ist nicht verständlich.

Rav: Das ganze Verlangen, das in Bchina Alef war, kehrt in Bchina Gimel zurück.

Schüler: Was bedeutet dann …?

Rav: „Geringer" ist relativ gemeint, innerhalb von Bchina Gimel. In Bchina Gimel ist das ganze Or Chassadim aus Bchina Bet, das das ganze Or Chochma aus Bchina Alef heranzieht. Aber Bchina Bet bestimmt, denn sie will das um des Gebens willen tun. Deshalb heißt es, dass Bchina Alef in ihr klein ist: Der Hauptteil ist Chassadim und der geringere Teil Chochma.

Schüler: Was ist das dann? Was heißt „die eigentliche Lebenskraft des Ausgeströmten"? Hat es das genommen, damit es ein bisschen Treibstoff hat, irgendetwas? Was ist hier die Idee? Was ist das Besondere an dieser Bchina?

Rav: Das Besondere an dieser Bchina ist, dass das Ausgeströmte versteht: Or Chochma ist das Licht des Lebens in ihm. Und um etwas zu geben, muss es genießen. Verstehst du das oder nicht? Ja? Du willst deiner Mutter etwas geben … ihr etwas Gutes tun. Dann nimmst du, was sie für dich zubereitet hat. Du isst es zum Beispiel oder nimmst es an und zeigst ihr, welchen Genuss du hast. Dadurch gibst du ihr Genuss. Wenn das Geschöpf so etwas tut, fühlt es, welchen Genuss es im Schöpfer erweckt. Denn es tut das, nachdem es vorher in Bchina Bet seine Form der des Schöpfers angeglichen hat. Dann versteht es, was „geben" heißt: „An Deinen Taten erkennen wir Dich".

Aber wie kann es eine Handlung des Gebens zum Schöpfer machen? Indem es genießt, damit der Schöpfer genießt. So fängt es an zu fühlen, in welcher Position der Schöpfer ist. Du hast keine Möglichkeit, aus dir herauszugehen und dich in Ihn einzukleiden. Du hast aber die Möglichkeit, sozusagen dieselbe Handlung zu machen wie Er. Doch du musst genießen. Das will ich sagen: Du musst genießen. Ohne dass du genießt, gibst du Ihm keinen Genuss. Und wenn du genießt, ohne die Absicht, Ihm Genuss zu geben, dann ist das eine Klipa. Das heißt, zuerst muss Bina da sein, und danach … das heißt … bei uns heißt das: Zuerst erwirbt man über dem Verstand, und danach tritt man in den Verstand ein.

Schüler: Was ich verstehen will, ist … Hier sieht es so aus, als ob dieser Prozess von vornherein zwangsläufig geschah, weil es ein wenig Licht für das Licht des Lebens heranziehen musste …

Rav: Alle Prozesse geschehen zwangsläufig. Alle Prozesse sind notwendig.

Schüler: Diese Einsicht ist also ein Ergebnis des Lichts, das es empfangen hat, des kleinen Lichts …

Rav: Alles kommt als Folge des Lichts, das im Gefäß wirkt, eins nach dem anderen. Hier kommt unterwegs nichts aus irgendeiner unvorhersehbaren Entscheidung. So etwas gibt es in der Spiritualität nicht, überhaupt nicht in der Schöpfung. Wie kannst du sagen, dass es etwas gibt, das nicht in dem Licht ist, das sich aus Seinem Wesen ausbreitet? So etwas kann es nicht geben. Woher sollte es kommen? Gibt es noch irgendeinen Raum, aus dem noch irgendwelche Eigenschaften kommen? Wenn es eine Quelle gibt, aus der die Schöpfung hervorgeht, dann ist die Sache erledigt: Sie bestimmt alles. Oder ist etwas Neues entstanden? Was heißt neu? Woher? Wie neu? Etwas, das es vorher nicht gab? Das nichts vorher geformt hat? Das kann nicht sein. Darin ist keine Logik.

Schüler: Dann ist es schwer, die Eigenständigkeit des Geschöpfs überhaupt zu erfassen.

Rav: Das Geschöpf hat keine Eigenständigkeit. Das ist nicht schwer zu erfassen. Da gibt es nichts zu erfassen, es gibt keine Eigenständigkeit. Da stellt sich überhaupt keine Frage.

Schüler: Sobald es keine Eigenständigkeit gibt, gibt es kein Geschöpf, dann ist es nicht … dass es getrennt ist von …

Rav: Richtig.

Schüler: Wie betrachtet man das also?

Rav: Man betrachtet das sehr schön: Jetzt haben wir die Illusion, dass es Eigenständigkeit gibt. Die müssen wir loswerden.

Schüler: Ist es also ein Geschöpf oder kein Geschöpf?

Rav: Was? Erschaffen ist die Illusion, dass es Eigenständigkeit gibt.

Schüler: Aber die Sache mit der Trennung vom Schöpfer, sozusagen … sozusagen, das ist ein Sozusagen. Es sieht so aus, als wäre es ein Geschöpf. Das ist das … des Geschöpfs. Aber es ist getrennt⁸ vom Schöpfer, also ist es kein Geschöpf.

Rav: Was heißt nicht getrennt? Es ist getrennt. Es fühlt sich so.

Schüler:

Rav: Man spricht nicht in Bezug auf den Schöpfer, sondern in Bezug auf das Geschöpf, aus seiner Erkenntnis heraus. Punkt 6 …

„6) Die vier oben beschriebenen Unterscheidungen entsprechen den Zehn Sefirot, welche in jedem ausgeströmten Wesen (Neezal) und jedem Geschöpf (Niwra) unterschieden werden können, sowohl im Ganzen (Klal), welche die vier Welten ABYA sind, als auch in allen kleinsten Einzelheiten (Prat), die in der Realität existieren. Bchina Alef heißt Chochma oder die Welt Azilut. Bchina Bet heißt Bina oder die Welt Brija. Bchina Gimel heißt Tiferet oder die Welt Yezira. Bchina Dalet heißt Malchut oder die Welt Assija."

Das heißt, wir müssen die Sache wirklich auf die einfachste Weise verstehen. (Zeichnung) Das Licht hat das Gefäß erschaffen, Bchina Alef. Und dieses Licht ist die Wurzel. Hier, in dieser Wurzel, existiert sicher das Verlangen zu empfangen, denn es ist Jesh mi Ajn. Und mehr als Bchina Alef gibt es nicht. Mehr gibt es nicht. Danach passiert nur Folgendes: Bchina Alef hat auf ihren vorherigen Zustand reagiert und ist zu Bchina Bet geworden. Bchina Bet hat auf ihren Zustand reagiert und ist zu Bchina Gimel geworden. Diese hat auf ihren Zustand reagiert und ist zu Bchina Dalet geworden. Das war's. In Bchina Dalet endet alles. Das Licht ist durch all diese Bchinot gegangen und ans Ende gekommen.

Was heißt ans Ende? Bchina Dalet ist alles, was das Licht aus dem Geschöpf herausholen kann, der Abschluss von allem. Deshalb umfasst die ganze Wirklichkeit nur dieses System. Um sich selbst zu enthüllen, teilt es sich danach innen in alle möglichen Teile.

Wer teilt sich? Diese letzte Bchina Dalet oder alle übrigen Bchinot? In Wahrheit Bchina Dalet. Sie teilt sich danach in Shoresh, Alef, Bet, Gimel und Dalet. Shoresh, Alef, Bet und Gimel sind die Eigenschaften vor ihr; sie werden „die ersten neun" heißen. Und sie selbst wird „Malchut" heißen. In dieser Bchina Dalet gibt es dann einen Zustand, der „Ejn Sof" heißt. Danach kommt „Zimzum", danach „Massach", danach „Zerbrechen" und danach „Gmar Tikun".

„Jetzt wollen wir die vier Unterscheidungen erläutern, die in jeder Seele (Neshama) existieren. Denn jede Seele (Neshama) kommt aus der Welt der Unendlichkeit (Ejn Sof), steigt von dort in die Welt Azilut herab, was Bchina Alef der Seele darstellt.
In der Welt Azilut wird sie noch nicht Neshama (Seele) genannt, da dieser Name quasi auf einen gewissen Unterschied zum Ausströmenden (Maazil) hinweist. Durch diesen Unterschied trat sie aus Ejn Sof aus, das heißt aus dem Zustand der vollständigen Verschmelzung mit dem Ausströmenden, zur Enthüllung eines eigenen Herrschaftsbereichs."

Er sagt uns nicht, was Neshama ist. Er sagt uns gar nichts darüber. Er zeigt, wie die vier Bchinot im ganzen System wirken, von oben bis unten. Diese vier Bchinot gibt es auch in jedem Geschöpf und in jedem Teil, über den wir sprechen wollen. Denn man kann nur über Bchina Dalet sprechen, die letzte, die das Verlangen ist. Davor sind das keine Verlangen …


Hier sprechen wir von den drei vorangehenden Bchinot. Was sind die drei vorangehenden Bchinot? Die, die Bchina Dalet vorangehen. Wir sprechen nicht einmal über sie … Wir nennen sie nur „die vorangehenden Bchinot". Das heißt, wir haben Bchina Shoresh, dann das, was zwischen Shoresh und Dalet ist, und Dalet. Was zwischen Shoresh und Dalet ist, ist die Verbindung zwischen ihnen.

„Solange die Seele (Neshama) nicht die Form eines vollständigen Kli annimmt, gibt es nichts, was sie vom Wesen des Schöpfers – Azmuto – absondern kann, bis sie geeignet und tauglich wird, einen eigenen Namen zu tragen. Und wie schon bekannt, wird Bchina Alef des Kli noch gar nicht als Kli angesehen und annulliert sich selbst vollständig gegenüber dem Licht. Daher nennt man alles, was in der Welt Azilut existiert, absolute Göttlichkeit, und das heißt: Huh we Shmo Echad – Er und Sein Name sind eins. Sogar die Seelen (Neshamot) anderer Lebewesen, während sie die Welt Azilut passieren, gelten als mit dem Wesen des Schöpfers verschmolzen."

(Zeichnung) Das heißt, die Seelen steigen aus Ejn Sof herab, das der Shoresh entspricht: „Ejn Sof", „Adam Kadmon", „Azilut", „Brija", „Yezira", „Assija".

Punkt 7

„7) Die Welt Brija wird schon von der oben beschriebenen Bchina Bet beherrscht; das bedeutet, dass es das Kli des Verlangens zu schenken (Kli de Razon lehashpia) ist. Wenn also die Seele (Neshama) während ihrer Entwicklung in die Welt Brija absteigt, erreicht sie die dortige Stufe des Kli und wird nun Neshama genannt. Das bedeutet, dass sie sich von Azmuto bereits abgesondert und getrennt hat und nun ihres eigenen Namens – Neshama – würdig ist. Dieses Kli ist jedoch einstweilen noch sehr rein (sach), denn es ist, den Eigenschaften nach, dem Ausströmenden noch sehr nah und ähnlich, und daher wird es auch hier als vollständig spirituell betrachtet."

Punkt 8

„8) In der Welt Yezira herrscht bereits oben genannte Bchina Gimel, die ein bestimmtes geringes Maß des Verlangens zu empfangen enthält. Wenn die Seele (Neshama) daher während ihrer Entwicklung in die Welt Yezira absteigt und diese Entwicklungsstufe des Kli erreicht, verlässt sie den spirituellen Zustand von Neshama und heißt nun Ruach. Dieses Kli besitzt bereits ein geringes Maß von Awiut (Grobheit, Dicke), das heißt ein wenig Verlangen zu empfangen, in sich. Dennoch wird dieses Kli weiterhin als spirituell betrachtet, da das vorhandene Ausmaß von Awiut noch nicht ausreicht, um das Kli in seinen Eigenschaften vom Wesen des Schöpfers – Azmuto – vollständig zu trennen und mit dem Namen Guf (Körper) zu nennen, welcher ganz und gar unabhängig und selbstständig ist."

Punkt 9

„9) In der Welt Assija herrscht bereits Bchina Dalet, welche das vollständige Kli des großen Verlangens zu empfangen ist. Auf dieser Stufe erreicht das Verlangen zu empfangen den Höhepunkt seiner Entwicklung, den Zustand eines Guf (Körper), vollständig getrennt und ausgesondert vom Wesen des Schöpfers – Azmuto – und in der Selbstverwaltung stehend."

Was unterscheidet „Seelen in ihrer Wurzel", „Elokut", „eigenständige Neshama", „Ruach" und „Guf"? Der Unterschied zwischen ihnen ist die Größe des Verlangens zu empfangen. Richtig? So sagt er es. Das geht so weiter, bis es in den Zustand hinabrollt, in dem sich mehr Verlangen zu empfangen zeigt.

Schüler: Warum schreibt er hier, dass „die Seelen bei der Verkettung von oben nach unten an Seinem Wesen haften bleiben"? Warum an Seinem Wesen? Wir sagen doch, dass man Sein Wesen überhaupt nicht definieren kann, dass man nicht …

Rav: So sagt man das. Du hast recht, dass er das Wort „Sein Wesen" hier nicht im Sinne des Unerreichbaren benutzt. Die Sache ist die … gleich finde ich Worte. Wir können Seelen nicht erfassen, die … „Seelen, die an Seinem Wesen haften" bedeutet: Sie sind noch nicht als eigenständiges Dasein hervorgetreten, das Verlangen zu empfangen hat sich in ihnen noch nicht gezeigt. Deshalb sagen wir es so, als ob sie nicht aus Seinem Wesen hervorgegangen wären. Denn sie sind uns nicht enthüllt, wir können sie nicht unterscheiden. Das ist vorläufig.

„Das Licht in diesem Guf heißt Nefesh (vom hebräischen Wort „Ruhe“). Diese Benennung weist auf ein Licht ohne eigene selbstständige Bewegung hin. Und wisse, dass es kein winzigstes Teilchen in der Wirklichkeit gibt, welches nicht das gesamte ABYA (Azilut, Brija, Yezira und Assija) in sich beinhaltet."

Punkt 10

„10) Wir sehen, dass Nefesh, welches das Licht des Lebens (Or ha Chaim) ist, eingekleidet in den Körper, unmittelbar aus dem Wesen des Schöpfers, Azmuto, als Existierendes aus dem Existierenden (Jesh mi Jesh) kommt. Indem dieses Licht seinen Weg durch die vier Welten ABYA geht, entfernt es sich stufenweise vom Schöpfer, bis es zu seinem vorgesehenen Kli gelangt, genannt Körper (Guf). Erst dann wird dieses Kli als vollständig entwickelt in seiner erwünschten Form angesehen.
Obwohl auf dieser Entwicklungsstufe das im Kli innewohnende Licht so gering ist, dass seine Wurzel (Shoresh) nicht einmal erkannt werden kann, ist es jedoch imstande, mithilfe der Tora und der Mizwot – mit der Absicht, dem Schöpfer Freude zu bereiten – sein Kli zu reinigen. Auf diese Weise wird das Kli, genannt Guf, immer klarer und feiner, bis es tauglich und geeignet wird, die gesamte Lichtfülle (Shefa) in vollem Maß zu empfangen, welche der Schöpfer im Schöpfungsgedanken für das Kli vorgesehen hat. Genau das meinte Rabbi Chananja ben Akashja, als er sagte: „Der Schöpfer wollte Israel reinigen, also gab Er ihnen reichlich Tora und Mizwot.“"

Hier sagt er: „Wir sehen, dass Nefesh, welches das Licht des Lebens (Or ha Chaim) ist, eingekleidet in den Körper"

Das heißt, er spricht von der Nefesh in diesem Guf, und das ist das Licht Nefesh. Er beschreibt, wie sie aus Seinem Wesen gezogen wird und durch die Welten ABYA herabsteigt. Aber während sie herabsteigt, ist das noch nicht Nefesh. Dort sind es die Stufen Yechida, Chaja, Neshama und Ruach, bis sie zu Nefesh kommt. Das muss man verstehen. Er spricht darüber, wie sich die Lichter und Gefäße von oben nach unten herabketten, bis zum niedrigsten Ort. Und danach, wie er sagt, durch Tora und Mizwot: Tora ist Licht, und Mizwot sind Verlangen. Durch das Licht korrigiert man die Verlangen. Als Folge davon kommt man in den Zustand der Dwekut.